Man soll ja allen eine Chance geben

Vor ein paar Wochen war auf dem Weg zum Wochenmarkt ein Stand der Piratenpartei. Nun bin ich bekanntlich mit Schmerzen - aber vielleicht wird das besser, wenn die Münte-SPD jetzt endlich abtritt - Sozialdemokrat, höre mir aber alles an. Die Jungs waren strategisch eher schlecht aufgestellt, denn der Weg zum Wochenmarkt ist nicht gerade die Promenade der sog. "Netizens", ein Begriff im Übrigen, den, wäre er ausgedruckt, man den Erfindern wieder in die Gurgel schieben sollte. Sage ich mit einer sicher überdurchschnittlich intensiven Internetpersönlichkeit. Die Parteimitglieder hatten wenig zu tun, und so redete ich etwas mit ihnen und fragte, was sie eigentlich vom Emissionsrechtehandel so hielten.

Es gibt ja manche, die sagen, dass es nichts ausmacht, wenn eine Partei wenig Grundsätze habe, und die Grünen wären auch nicht anders gewesen. Das sehe ich anders; bei den Grünen gab es im Vorfeld eine umfassende gesellschaftspolitische Debatte von Atom über Bürgerrechte und Umwelt bishin zu Familienbetreuung und Strafvollzug. Bei den Grünen hatte man ungefähr eine Ahnung, worauf man sich einliess. Auch die Rosa Liste in München wurde von mir und vielen anderen Heterosexuellen gewählt, weil sie klare Vorstellugen von Politik jenseits der eigenen belange hatten. Der Junge, mit dem ich sprach, wusste nicht mal genau, was das sein soll, Emissionsrechtehandel.

Ich fand diese Leute entsetzlich beschränkt. Eine reine Klientelpartei für Internetfreunde, Gamer, Jugendliche, die sich nicht verstanden fühlen, Downloader und Netzaktivisten. Das meiste von dem war ich nie, und ich kriege auch Krätze, wenn man mir mit Heilsversprechen eines banalen Werkzeugs kommt, und dieser spzifischen Onliner-Denke, dass man im Netz eine neue Gesellschaft wäre. Ich fände vieles von denen unterstützenswert, wenn ich jetzt kein Blog hätte und darauf angewiesen wäre, dass es jemand für mich vertritt. Aber im Kern ist das eine reine Klientelpartei wie die FDP und gleichzeitig eine populistische Lokalveranstaltung wie die CSU - das Schlechteste aus beiden Welten.

Mir wird speiübel bei der Vorstellung, dass ich neben diesem Staat auch im Internet nun eine Gesellschaft mit all dem Dreck bilden müsste, der da rumläuft, und eine Partei hätte, die sich dieser Gesellschaft annimmt, mit Pornofreunden, Twitterern, Forentrollen, anonymen Feiglingen, dem bloggenden Koofmichgeschwader und den Preisvergleichsjunkies. Bayern und Deutschland ist schon übel genug, weitere Bindungen interessieren mich nicht, weder durch Communities noch durch gemeinsame Netzerlebnisse wie das Durchschnattern des neuesten Scheissdrecks bei Spiegel online, den man je nach Aussage hasst oder als Beleg der eigenen Bedeutung nimmt. Ich bin gern anders und ausserhalb, viel lieber als in dieser miserablen Gesellschaft, die politisch ähnlich amorph und glibbrig ist wie das Wissen der Piraten.



Ich wähle gern Menschen, die klüger sind als ich. Ich gebe meine Stimme Vertretern, die grob wissen, was gut ist. Ich gebe niemandem meine Stimme, der jenseits seiner Partikularinteressen erst mal bei Wikipedia nachschauen muss, worum es geht. Ich mag den Ton auf deren Webseite nicht, weder von den durchgeknallten Gamern noch von den pressemitteilungsstöpselnden Piraten. Seit wann brauchen Piraten überhaupt sowas?

Mich interessiert noch was anderes als Internet. Es mag hier draussen ketzerisch klingen, aber mir ist eine bessere Kontrolle der Banken erst mal wichtiger als verschärfte Datenschutzrichtlinien. Ich möchte Wahlalternativen und keine Vielversprecher, denen alles andere wurscht ist. Ich will den Eindruck haben, dass meine Vertreter Verantwortung übernehmen, und nicht nur einer kleinen Gruppe dienen. Es war durchaus interessant, mit denen zu reden. Ich habe was gelernt und mein Kreuzerl woanders gemacht.

Montag, 8. Juni 2009, 03:31, von donalphons | |comment

 
Alles richtig,
aber wenn man schon unbedingt Protest wählen will, dann lieber sowas wie "Piraten" als NPD, PBC oder so.

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Dass hier gerade seit langem (genauer seit Politically Incorrect) die erste anonyme Hassmail eines Gamers aufgeschlagen ist, trägt jetzt auch nicht gerade dazu bei, dass ich deren Lobby gewählt sehen möchte.

Ich habe kein Verständnis für diese Protestwählerei. Entweder ich orientiere mich an Programmen, oder ich schau, dass ich selbst was zusammenbringe. "Protestwählen" ist jetzt nicht wirklich meine Form von Politkommunikation als Blogger. Das ist mir zu billig, bei allem Verständnis über den Groll bei anderen Parteien. Sobald die Piratenpartei ein anständiges Programm und echte politische Aussagen hat, kann man darüber reden, aber momentan fühle ich mich von denen einfach mehringekocht.

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Hä? Piraten als Protest? Wenn die gewählt werden, interessiert das doch keinen. NPD dagegen ist immer ein schöner Schocker. Das muss dann sofort der Kampf gegen rechts beschworen werden, man braucht irgendwelche Projekte über deren tatsächlichen Nutzen auch niemand irgendwas aussagen kann, der Verfassungsschutz muss beobachten und ganz wichtig ist natürlich ein Verbot. Dabei geht das auch anders: Hier in Leipzig sind sie wieder auf 3-komma-irgendwas abgesackt. Es ist halt immer hilfreich, wenn man die mal machen und reden lässt, sonst kriegen die Leute ja nicht mit, was das für Schwachköpfe sind.

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programmparteien, gibts die noch?

ja, die volksparteien haben sowas, wo drinsteht allen wohl und niemand weh. genau das ist ja auch deren problem, dass das heute so nicht mehr geht, niemand weh.

die fdp hat vielleicht ein programm, aber populismus und klientelpolitik scheint im augenblick mehr zu ziehen.

die grünen, an deren erstes programm erinnere ich mich noch, das was ein buch von 300 seiten, auf denen jede/r Grüne, der meinte etwas sagen zu müssen, das auch durfte, von den alten maoisten bis zu den braungestreiften und den exoten wie die nürnberger indianer- und kinderfreunde. die bezeichneten sich zu der zeit noch als bewegung, heute sind sie angekommen. was wohl deren kinder wollen?

in der politikausübung, na ja, schon helmut schmidt wurde vorgeworfen, am parteiprogramm vorbei zu regieren. in der zwischenzeit ist es nicht besser geworden, es scheint eher auf ein durchwursteln hinauszulaufen.

welches, korrekterweise, hätte ich fast gesagt, nicht mehr über inhalte sondern über personen verkauft wird.

mit politik im herkömmlichen sinne als gestaltung von lebensverhältnissen hat das nicht mehr viel zu tun - oder gerade doch?

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anderl,

das sind gute nachrichten.

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jenseits des Internets
soll es tatsächlich noch ein reales Leben mit Umwelt, Realwirtschaft, Staus usw. geben.

In dieser realen Welt trifft man zunehmend auf merkwürdige Phänomene und Verhaltensweisen wie Navigationssysteme, Finanzierungssysteme oder schnelle Verabredungen per SMS usw. die sich nur mit einem grundsäzlichen Verständnis der Netztechnologie incl. Internet verstehen lassen.

Das Internet wird zu einer Infrastruktur die von der senioren Politik offensichtlich so wenig verstanden wird wie die ersten ökologischen Ansätze vor ca. 30 Jahren.

Wie sollen die Chancen und Risiken von digitalen Ignoranten beurteilt werden ?

Erscheinungen wie die Piratenpartei helfen vielleicht doch bei der Sensibilisierung. Niedrige Ergebnisse können aber auch die Ignoranz bestättigen.

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Kann sein. Bei mir - und man darf nicht übersehen, dass ich relativ zu vielen anderen Medienmachern als Apologet des Internets gelte - setzt seit ein paar Monaten durchaus das nachdenken ein, wieviel ich davon in meinem Leben wirklich zulassen will. Das ist keine Abkehr, nur eine Überlegung, was gut ist und ab wann es nicht mehr so toll ist. Nennen wir es einfach gesunde Skepsis. Ich glaube nicht, dass es eine reine Altersfrage ist. Eher ein digitaler, gefühlter Mainstream, der sich in Blogs durchaus niederschlägt, aber nicht allgemein gültig ist. Die wenigsten Studenten, die ich vor zwei Wochen gesprochen habe, kannten RSS oder Twitter. Das ist schon erstaunlich.

Was natürlich nichts daran ändert, dass es in der Sache Selbstgewisserungseffekte gibt. Bis zum nächsten neuen Spielzeug. Ich denke aber, dass es beim Diskurs und beim Erzählen nicht auf das technische Format ankommt, solange es mehr als 160 Zeichen erlaubt.

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Der Vorwurf der digitalen Ignoranz greift viel zu kurz. Ich für meinen Teil habe das Internet, als es noch relativ "neu" war, umfangreich genutzt. Alles angeschaut, überall reingeschaut, überall mal mitgemacht; websites gebastelt, der Welt (zumindest einem Teil davon) mitgeteilt, dass ich etwas mitzuteilen habe. Mittlerweile bin ich des meisten davon überdrüssig geworden und habe einen großen Teil des digitalen Ballasts wieder über Bord geworfen.

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digitale Spaltung ist auch nach meiner Wahrnehmung keine Altersfrage. Erlebe einerseits Rentner die ihre Ausflüge mit Google planen und andererseits Teenager mit sehr bescheidenen IT-Kompetenzen.
Die Tücke am sich schnell entwickelnden Internet und dem Schlagwort Webzwonull ist dass man die Bedienung nicht auswendig lernen kann sondern durch Erfahrung lernen muß.

Ähnlich wie der Übergang von DOS zu Windows.
Bei Dos mussten die Anwender eine begrenzte Anzahl von Befehlen lernen um ihren Kram zu lernen. Die "intuitive grafische Oberfläche" mit den vielen Wahlmöglichkeiten war für die Auswendiglerner nur verwirrend

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@digitaler Ballast:
Wer nichts hat als einen Hammer, dem erscheint bekanntlich die ganze Welt als Nagel. Von daher dünkt es mich auch eher befremdlich, wie manche Leute ihr digitales Dasein zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Gesamtexistenz machen, Politiker und Parteien nur noch danach beurteilen, ob sie "das Internet verstanden haben". Nur mal so als Denkanstoß: Vielleicht haben Frau von der Leyen und Herr Wiefelspütz das Netz sehr wohl verstanden - und finden es trotzdem scheiße oder grade drum. Kann ja sein.

Teil dieser Jugendbewegung möchte ich im Übrigen auch nicht sein, die kostenlose Downloads von allem und jedem fordert, unveräußerliche Grundrechte auf geschmackloses und gewaltverherrlichendes Gedaddel postuliert und die sich nur weil sie irgendwelche Anwendungen nutzt, ohne die die Restwelt auch ganz gut klarkommt, für die totale Avantgarde und E-Elite hält.

Aber die jüngsten Vorstöße der Politik in Richtung Netz gehen nun doch in eine so ungute Richtung, dass ich es nicht verkehrt finde, wenn sich eine Klientelpartei formiert, die sich dieses Themas mal annimmt - selbst wenn das jetzt nicht so der große gesellschaftspolitische Wurf werden sollte wie seinerzeit bei der Formierung der Grünen.

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Danke. Es gibt noch einige weitere Gründe, diese Partei nicht zu wählen. Zum Beispiel diesen. Oder auch diesen.

(Die Kunst des Lavierens beherrschen sie jedenfalls schon wie die Großen.)

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In klassischer Robert Basic Manier ...
... wird hier eine möglichst kontroverse Diskussion vom Zaun gebrochen. Aber nicht mit mir ;-)

Zur Wichtigkeit der Piratenpartei: Rentner, Tierschutzpartei und Familienpartei sind auf ähnlichen Niveaus.

So slow down and think it over.

"Ich wähle gern Menschen, die klüger sind als ich. "

Ich auch. Hab keinen gefunden dieses Mal (und das liegt nicht an *mir*). Zumindest nicht in einer solche Konzentration, das daraus ein Parteipräferenz entstehen konnte. Was nützt mir zwei bei den Grünen, einer bei der FDP, Null bei der CSU, ... ?!? Daraus kann man schwerlich sein Kreuzchen ableiten.

Ich schätze, dass die Piratenpartei nur aus einem Grund gewählt wurde: Es gibt ein Thema, das einige Menschen bewegt, und das von keiner klassischen Partei auch nur ansatzweise aufgenommen wird. Weil die alle 60 sind. Und wo soll ich meine Stimme besser nutzen als bei dieser Wahl? Die Wahl, bei der die Wählerstimme so unwichtig ist wie sonst nie (man wählt ja nicht einmal eine Regierung!).

Aber das Aufrufezeichen hat die Piratenpartei IMHO eh nicht gesetzt mit 0,9%. Wie gesagt; Tierschutz, Familie, Renter. Bei der nächsten Bundestagswahl sind alle wieder bei 0,3 oder so.

Übrigens: Die Rechtsausleger haben überhaupt nicht von der Protestwählerei profitiert. Und da woll'n ma doch auch mal das Guate sehen, gelle?

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Mangelnde IT-Kompetenz in der Politik kann kein Grund sein. Sonst hätten wir keine Atomkraftwerke und Flughäfen. Oder will jemand behaupten, in der Politik gäbe es Experten in Atomphysik oder Luftfahrt?

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An Tagen wie diesen lasse ich mein eigentlich absolut großartiges "Pirates Arrrrrr Cool!" T-Shirt lieber im Schrank. Man will schließlich nicht missverstanden werden.

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In Tegernsee ist ein Segelboot aus Mahagoni mit Piratenflagge - so gefällt mir das.

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ab in den Wald ?
Digitaler Mainstream. Gefühlt. Alles nutzt sich ab und bekommt irgendwann einen schlechten Geruch. Auch das tolle Netz. Ich will jetzt den Teufel nicht an die Wand malen, aber wenn jetzt auf einen Schlag 100000 Berliner Hornbrillenträger, Frankfurter Banker & Münchner Bussi-Bussi-Typen mit Sunbeams durch die Gegend fahren würden, so wären die nächste Fahrten wahrscheinlich auch eher ein geringes Vergnügen.

Der Geruch des Netzes ist schlechter geworden und gerade in den Zeiten einer Krise offenbart sich dem Beobachter der begrenzte Nutzen der „neuen Informationshilfsmittel“. Es zeigt sich sogar allzuoft das Gegenteil. Oder welches tolle praktische Ergebnis bringen widersprüchliche Nachrichten im Minutentakt ?

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Das ist das generelle Problem jeder selbsternannten Elite - sie wird sehr schnell wieder etwas träge und diskussionsfaul und hat es schon immer so gemacht also warum anders. Da hat offensichtlich keiner die permanente Revolution von Trotzki begriffen. Im Ernst, wenn man sich mal näher mit dem System der Blogs und dem Tonangeben beschäftigt, merkt man schnell, was da ankommt und was da gar nicht gehen soll.

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Gerade lese ich, die SPD hat in Bayern gar nur 12,5 % der Stimmen bekommen. Wäre es da nicht langsam Zeit für eine Staatsgarantie für die Sozialdemokraten? Das sieht ja schon richtig nach Abwicklung dieser ehemaligen Stütze der Gesellschaft aus.

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Das ist fraglos bitter. Die SPD wird sich endlich wieder auf ihre alten Tugenden besinnen müssen, wenn sie was erreichen will.

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Tugenden der SPD? Aha. Welche sind das nochmal genau? Ab wann genau war die SPD tugendhaft? Seit Noske? Oder erst seit der großen Koalition mit dem Nazi-Kanzler? Wie wär's mit den Filztugenden der NRW-SPD (siehe auch WestLB etc pp)? Oder gar mit dem großen Tugendbold G. Schröder? Oder doch lieber Oberleutnant Schmidt?

Okay, wer in Bayern geboren ist und dort den größten Teil seiner Lebenszeit verbracht, dem muss die SPD relativ tugendlich vorkommen. NRW-Bürger kennen nur das Leiden unter dem durch und durch korrupten Filz der Sozen, der vor der langfristigen, persönlichen Diffamierung politischer Gegner nie Halt gemacht hat.

Sozen? Nie wieder.

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Erinnert sich eigentlich noch jemand an den Helaba-Skandal?
Ich weiss, das ist ewig her (frühe 70iger), da hat die Hessische Landesbank bereits bei dubiosen Beteiligungs- und Immobiliengeschäften Milliarden verzockt. Der Bankchef war von der SPD und der Aufsichtsratsvorsitzende der damalige SPD-Ministerpräsident Oswald. Das Land musste mit Krediten einspringen, um die Insolvenz abzuwenden.
Kurzum, die stehen sich alle in nichts nach. Deswegen ist das ja auch so schwer mit dem lechts und rinks, man kommt ganz durcheinander.

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Klar Helaba. Danach kam Dachlatten-Börner. Erstklassige Gewerkschafts- und Parteikarriere. Jüngster MdB, Parlamentarischer Staatssekretär, SPD-Geschäftsführer, usw. Die einzige Tugend, die wir als Startbahn-West-Demonstranten damals bemerken konnten, war der Wille zur Macht.

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Man fragt sich schon, was diese Leute Dir getan haben, dass Du hier allesmögliche in einen Topf wirfst, kräftig umrührst und dann einfach nur (entschuldige bitte die Wortwahl) dumm-polemisch herumpolterst. Ehrlich, Du hast schon mal konstruktiver, auf der Grundlage von Fakten und nicht nur auf der Grundlage Deiner persönlichen Vorurteile "gehetzt" :)

Du hörst Dich an wie ein alter, verknöcherter, verbitterter Sack. Es sind nur 0,9% bundesweit bei einer sehr niedrigen Wahlbeteiligung. Daher nochmal die Frage: was haben Dir diese wenigen, wenigen Leute getan?

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Ich mache mir nur so meine Gedanken. Getan hat mir keiner was, einerseits, weil der Puffer zwischen denen, die es gern tun würden und mir zu gross ist, andererseits, weil ich es gewohnt bin, nicht dem mainstream zu folgen - und der ist unter den Bloggern klar pro Piraten. Teilweise mit Argumenten und Entschuldigungen, die ich für wenig überzeugend halte. ich mein: http://piratenpartei.de/navigation/politik/unsere-ziele

Erst mal erklären sie beim Urheberrecht, was wirklich ein Thema sein kann, dass es der Wissensgesellschaft im Weg steht - und im Ergebnis wollen sie dann nur eine Privatkopie. Wie unsagbar ärmlich ist das? Entsteht eine Wissensgesellschaft, wenn ich mir überall eine Kopie ziehen kann?

Und nimm es mir nicht übel, aber die Piraten decken nun mal nur einen extrem kleinen Teil des politischen Prozesses ab. Was ist so ungewöhnlich daran, wenn ich von einer Partei auch wissen will, was sie zu anderen Themen denkt? Und warum soll es mich nicht wundern, wenn diese Leute diese Themengebiete noch nicht mal kennen? Anders gefragt: Reichen Dir die paar Ziele, die die formulieren?

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Mir persönlich reichen die dort aufgeführten Ziele, um einschätzen zu können, was die Leute bewegt, die sich dort engagieren. Aber da man sich dort ganz klar als Themenpartei definiert, die bestimmte Aspekte und Bereiche betonen soll, die nach Meinung der PP in der Politik der etablierten Parteien zu kurz kommen, stört es mich nicht, wenn man sich eben nur zu diesen Themen äussert.

Ich persönlich bevorzuge es zwar, eben diese Themen in der Partei meiner Wahl auf die Tagesordnung zu bringen, weil die Chancen auf Umsetzung dort größer sind, aber deswegen verstehe ich Deine Ausfälle immer noch nicht. Oder liegt es wirklich nur daran, dass vor allem Blogger eines bestimmten Umfeldes hier massiv die Werbetrommel rühren und Du mit diesen Leuten auf Kriegsfuß stehst? Die PP also hier nur angreifst, weil sich bestimmte Leute dafür engagieren, die Dir aus den verschiedensten Gründen (die Du hier und anderswo zur Genüge erläutert und begründet hast) auf die Nerven gehen?

Gut, Du musst Dich mir gegenüber nicht rechtfertigen :) Ich habe hier auch keinen wie auch immer gearteten Anspruch. Es fällt mir nur auf, dass Du bei bestimmten Themen wirklich nur noch rumpöbelst (sorry), ohne die sonst gewohnte Klasse und das entsprechende inhaltliche Niveau zu bieten.

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Nein, ich schreibe das, weil ich mich mit denen unterhalten habe und sie enorm einseitig fand. Ich schreibe es, weil ich es schon länger mal schreiben wollte, und ich habe fairerweise bis nach der Wahl damit gewartet. Ich sehe auch keinen Anlass, mir von anderen Themen vorgeben zu lassen. Es liegt weniger an dem, was sie auf der Agenda haben, als an jenem, was definitiv fehlt. "Hetze" oder "Pöbelei" wäre nochmal was anderes.

Man kann sich natürlich mit dem Programm zufrieden geben, wenn einem das so wichtig ist. Ein gewissen Unbehagen ob dessen, was im Internet passiert, angefangen bei dessen Mainstream in den verschiedenen Cliquen bis zu den Methoden, den durchzusetzen, kann ich nicht verheimlichen. In meinen Augen sind da genug totalitäre Denkweisen unterwegs, angefangen von der Forderung nach waterboarding für Menschen mit anderer Meinung bishin zur komischen Auffassung, alles, was Netz sei, sei erst mal gut.

Ich sehe durchaus, dass es da einen Graben gibt zwischen jenen, die im Internet tatsächlich leben und jenen, die es zwar brauchen, aber gerne in klaren Grenzen wissen. Ich, der ich sicher ziemlich viel und nicht ganz erfolglos im Netz unterwegs bin, stehe da auf der für den Mainstream falschen Seite. Das mögen viele nicht. Da ist der Wunsch formuliert worden, ich sollte einfach "das Maul halten". Man hätte mich gerne weg. Es stört, wenn da einer unterwegs ist, der zwar Teil des Systems, aber gleichzeitig der Widerspruch ist.

Ansonsten habe ich nur von drei Leuten gelesen, dass sie die PP befürworten, mehr oder weniger: Ruhrbarone (von denen ich eine gute Meinung habe), Anke Groener und Don Dahlmann (dito), und heute morgen eine anonyme Hassmail. Bedaure, ich lese im Moment sonst nur sehr wenige Blogs, für die "üblichen Verdächtigen" habe ich gerade keine zeit. Ich sehe durchaus auch deren Argumente, allein, ich mag keine Klientelparteien, und ich bin gerade bei diesem Klientel (siehe Kommentare bei der PP) und seinen begrenzten Zielsetzungen wirklich extrem vorsichtig.

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Ah, in Ordnung. Danke.

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Wenn die Münte-SPD abtritt... ja, was kommt dann - die Nahles-SPD? Und das soll besser werden????????????

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Was soll da schlechter sein?

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wenigstens ist die SPD dann nicht mehr aschfahl
Die Nahles wird aber die Wähler links nicht mehr einfangen. Zumindest nicht aktiv. Die SPD muss darauf warten, dass sich die Linken selbst entzaubern/zerfleischen.

Im Moment würde ich die SPD so schwach sehen, dass sie nicht einmal diese Chance nützen könnte.

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Mich würde es gar nicht wundern, wenn die sich von ihrer Talfahrt nicht mehr erholten. Es ist doch kein Wunder, dass die auch angesichts der Wirtschaftskrise weiter erodieren. Die letzten drei Finanzminister hießen Lafontanie, Eichel und Steinbrück. Da kann man nicht mal mehr irgendjemand sonst den Schwarzen Peter zuschieben.

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die Frau ist für mich ein dunkelrotes Tuch...

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Nicht dass ich sie mag, ich bin auch für Alternativen offen.

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Der Trend ist zur Zeit auch kein Sozialdemokrat. In UK sieht es bitter für Labour aus, in Frankreich konnten die Sozialisten mit 16,8% die Grünen nur knapp schlagen. Wenn man mal zurückblickt, was aus dem sozialdemokratischen Aufbruch in Europa Ende der 90er Jahre geworden ist (Blair, Schröder, Jospin, Prodi/D’Alema, usw.), dann kann man in Depressionen verfallen.

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Und die Gründe dafür
hat Du ja namentlich benannt.

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Bleibt ja nur noch zu fragen wie oft die Herren "1984" gesagt haben. (:

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angeblich gibt es in der spd tatsächlich welche, die auf baisse spekulieren.

vieleicht wird dann die spd so etwas wie eine fdp reloaded, ein kleiner kläffer, immer bereit, mit dem hund zu wedeln.

viel interessanter ist doch, was aus der cdu wird.
schwarz-gelb ist auch nicht so toll, wenn die ersten erst mal merken, dass man mit dem herrn aussenminister westertwelle den bock zum gärtner gemacht hat. abwarten, wer zuerst nach staatsmitteln für die notleidenden medien verlangt.

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Ach, die SPD wurde schon so oft totgesagt... ich würde einfach abwarten.

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das ergebnis der kommunalwahlen in sachsen
http://www. statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_nav.prc_index?p_anw_kz=GR09
zeigt erstaunlich starke freie wähler und freie wählergruppen. kann heissen, dass die volksparteien auf kommunaler ebene bereits von der rolle sind.

kommunalwahlen sind persönlichkeitswahlen. was die wähler der freien bei der landtags- oder buntestagswahl tun werden, ist unklar. trotzdem scheint mir das ein hinweis zu sein.

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Die Volksparteien finden in den neuen Bundesländern keine Kandidaten für die Kommunalvertretungen. Die wenigen, die sich bequatschen lassen kandidieren dann auf freien Listen.

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Hier noch ein kleines Schlaglicht
aus meiner Nachbarschaft:

Die FDP fuhr traditionell im Villenort M*********h ihr Rekordergebnis ein: In diesem Jahr liegt es bei sensationellen 32,5 Prozent. Zum Vergleich: Die SPD holte dort 6,9 Prozent und die CDU 50, statt wie im Vorjahr 62,3 Prozent. (Quelle: rp-online)

Und selbst in der früheren Stahlwerk-Siedlung am anderen Ortsende ist die CDU stärkste Kraft. Tja.

Und dennoch würde ich dem Hausherrn recht geben, dass die SPD schon oft totgesagt worden ist. Ich sympathisiere ja nun nicht groß mit diesem Verein, aber man kann es nicht anders sagen, als dass diese Partei in weiten Teilen der Medienlandschaft systematisch (oder lemminghaft-konformistisch) niedergeschrieben wird.

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Labour in England bei 15 %. Ich würde sagen, da geht noch was für die SPD. Bei der Piratenpartei vermisse ich den Programmpunkt einer künftigen massiven Erhöhung der Hartz IV Bezüge für geistig Schaffende.

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mark,

gute beobachtung, das mit dem niederschreiben.

welches interesse steckt dahinter?
erhofft man sich da reichlich inserate, ist ja schliesslich wahlkampf? gibt es das eine oder anderes aus einem, früher hiess er repilienfonds? das mit der direkten mittelvergabe zugunsten der notleidenden presse ist auch nicht vom tisch.

anderl,

wenn schon dann richtig. 1.500 eur für jeden ohne weiteres jeden monat, gibt ja da schon eine iniatitive, die das fordert, höre ich.

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@auch-einer:
Einen richtigen Reim kann ich mir darauf nicht machen. Es war schon vor der letzten Bundestagswahl sehr auffällig, wie weit im Vorfeld viele mediale Leitwölfe schon die Überzeugung verkündeten, die SPD würde total abkacken und Merkel hätte die Sache schon im Sack. Wie wir wissen, kam es doch ein bisschen anders.

Was ist dabei zu gewinnen, diese Nummer nochmal zu probieren? Handfeste wirtschaftliche Interessen der Blätter und Sender sehe ich eigentlich nicht, schließlich hätte die SPD nicht soo viel weniger Geld für Zuwendungen zur Verfügung. Ich fürchte, es ist in vielen Fällen viel banaler: Da hängen ein paar Leute ihr Fähnchen in den Wind, sei es aus Opportunismus, Überzeugung oder wishful thinking. Und solche Trends können dann ja durchaus die Tendenz der Selbstverstärkung haben, da hängen sich manche mit dran, die sich der Sache sonst eher nicht so sicher wären - und schon haben wir ein mediales Meinungsbild, das sich ein Stück weit von den realen Gegebenheiten wegbewegt hat, was den Betroffenen mangels echter Bodenhaftung (oder innerredaktioneller Opposition) aber gar nicht weiter auffällt.

Was mögen z.B. die Interessen der Hauptstadtschurnallje gewesen sein, Kurt Beck um jeden Preis ins Aus zu schreiben? Keine Ahnung, vielleicht nur ein Trend, der sich irgendwie verselbständigt hat und ein paar Leuten, die das zuerst angeschoben haben, das Gefühl gegeben hat, die eigentlich Mächtigen zu sein? Vielleicht macht man sowas nur, weil mans halt kann...

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Sehe ich exakt so.
http://raventhird.de/blog/?p=4356

Ich schließe mich hiermit an und bin froh, auf den Artikel hier gestossen zu sein... ich dachte schon, ich wäre der einzige Blogger, der noch nicht den Verstand verloren hat und dass mir gleich eine Welle des Hasses entgegenschlagen würde ; ).

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Piraten
Interessant wird es doch wirklich erst zur Bundestagswahl - mal schauen, ob bis dahin das Parteiprogramm etwas geordneter/reifer geworden ist oder eben nicht. Vielleicht stellt ja auch eine der kleinen etablierten Parteien fest, dass das Thema Internet und persönliche Rechte wieder mehr Aufmerksamkeit rechtfertigen, da es wohl ein paar Stimmen zu holen gibt.

Ich halte die Kommentare des Dons hier auch für übertrieben - genauso übertrieben wie die Hasskommentare dagegen (hier im Forum ist das harmlos, bei Heise geht dazu mal wieder die Post ab bei den paar Kritikern dort). Ich mag nun mal keine Fanatiker, egal in welcher Ecke sie stehen.

Trotzdem freue ich mich auch, dass überhaupt eine politische Gruppierung das Thema aufgreift - wir werden sehen, ob sie die Zulassung zur Bundestagswahl schaffen und wie sie dort abschneiden. Wenn man die Summe der "sonstigen Parteien" bei der Europawahl im Vergleich zur letzten Bundestagswahl anschaut, ist ein Erfolg der PP eher unwahrscheinlich.

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Bei der Bundestagswahl
geht es (gefühlt) um deutlich mehr als bei einer Europawahl. Für einen wesentlich durchschlagenderen prozentualen Erfolg ist das Thema der Piraten dann doch zu randständig, würde ich vermuten. Dass die PP von einer höheren Wahlbeteiligung zum Bundestag mehr profitieren kann als von eventuell höherer Experimentiertfreude des Wahlvolks bei der Europawahl, sehe ich auch eher nicht. Von daher würde ich von dieser Special-Interest-Gruppierung keine Wunderdinge erwarten.

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Piratenpartei? Davon höre ich heute das erste Mal. So weit runter schaue ich nicht.

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...wo bei heise?
@latifundius
Wo bei heise (URL?). Ich habe heute wenig Zeit. Das ist ein weiteres Problem von Netz 2.0: es wird arg viel geschrieben, viel mehr, als Substanz da ist, um es aufzuheben.
Mich persönlich nervt bei der Piratenpartei die Verachtung politischer Erfahrung. Deshalb lassen sich Viele davon einlullen durch wirklich dummdreise und für jeden Erwachsenen leicht durchschaubare Versuche, den wirklich massiv gewordenen politischen Unmut an Internetsperren, Ablenkungsmanövern (,,Verschärfung" des Waffenrechtes usw.usf.) in einen kläglichen Generationenkonflikt umzulügen, wie es Stöcker im Spiegel tut (und bei den Ruhrbaronen z.B. auf einen Resonanzkörper trifft). Wenn ich nur ein Programmelement habe muß ich nun mal mit Anderen arrangieren/verbünden. Die einzige Bedingung: die dürfen nicht korrumpiert/korrumpierbar sein. Da sehe ich persönlich zur Zeit, bis zur Bundestagswahl, nur die Linke (obwohl mir der Ober-Guru Lafontaine, der zeitlose Rechthaber) auf die Nerven geht. Man muß halt lernen Prioritäten zu setzen.

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http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Schwedische-Piratenpartei-schafft-Sprung-ins-Europaparlament-2-Update/forum-160218/list/hs-0/

Einfach mal die roten Berichte und die Kommentare danach lesen - wenn du die Zeit dafür aufwenden willst. Leider zeugen einige Kommentare nicht gerade von geistiger Reife. Und das hilft leider wenig dabei, eine ernsthafte Diskussion (mit beiden Seiten) zu führen.

und die Linke ... nun ja, mal schauen, ob die das Ende Lafontaine/Gysi/Biski in ein paar Jahren überstehen werden.

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Ein wenig differenzieren würde ich schon
Wenn ein vermutlich noch sehr junger Vertreter einer noch sehr jungen Partei sich in erster Linie für sein Anliegen und nicht so sehr um Emissionsrechtehandel (frag mal einen CSU-Hinterbänkler das gleiche) kümmert, dann finde ich das weniger dramatisch als eine Justizministerin, die Kindern nicht erklären kann, was ein Browser ist, aber flott ein grundgesetzwidriges Internetgesetz nach dem anderen durchpeitscht.

Da stört es mich jetzt nicht so, wenn ein Abgeordneter ab und zu mal unangenehme Fragen im Europaparlament stellt. Auch wenn ihm zu Emissionen nichts einfällt. (Wobei das ja nicht der befragte Nasenbär ist)

Gewählt hab ich sie aber nicht.

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Ich denke, das da oben ist erheblich netter als alles, was ich je über die CSU geschrieben habe. Ignoranz ist immer doof, aber bei einem jungen, politisch engagierten Mann erwarte ich mir einfach, dass er mehr drauf hat.

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mal sehen ob die Piratenpartei
mit der Reduzierung auf ein Thema so ähnlich räubert wie die heutigen Grünen. Die sind auch mal mit ner kauzigen Idee gestartet, haben sich aus merkwürdigsten Spezialgrüppchen zusammengerauft und wurden gerade von der SPD völlig unterschätzt. Die Entwicklung vom Exoten zur Regierungspartei hat gut 25 Jahre gebraucht.

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Nun die Grünen wurden wegen ihrer strickenden bärtigen Männer und einer Abgeordneten, die im Bundestag mehr Zärtlichkeit beim Liebesspiel einforderte, auch belächelt.

Tatsächlich bedienten sie aber in den 80er Jahren sehr reale Sorgen - Aufrüstung, Atomenergie, Waldsterben etc. Das nächste Jahrzehnt wird entscheiden, ob wir noch einigermaßen frei und selbstbestimmt ins Informationszeitalter gehen, oder ob das Internet ein Kindergarten mit Stoppschildern und Rundumüberwachung wird und Bürger mit RFID und komplexen Datenprofilen vollends gläsern und damit beherrschbar werden, von Staat und Wirtschaft.

Da ist schon Platz für eine Partei, die da einhakt. Mit Zypries und Wiefelspütz auf der SPD-Seite, und von der Leyen, Bosbach oder Schäuble auf Unionsseite sehe ich da durchaus Handlungsbedarf, und wenn die SPD nicht schnellsten reagiert, dann werden das eben andere tun. Die werden dazulernen, und nach weiteren 4 Jahren großer Koalition und Freiheitsabbau sind die im Bundestag (müssen nicht unbedingt Piratenpartei heißen, ein eher dämlicher Name).

Das sind nicht nur pickelige Gamer und Downloader, auch wenn bei dir nur die unangenehmste Sorte aufschlägt.

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Fürsprache
Die Alternative zu Nahles: Stegner.

(Wenn der irgendwie noch lernen würde, ein paar Pfund Kreidestaub zu schlucken, wäre er ziemlich super)

Was die Piratenpartei betrifft:

Ein paar Hansel bzw. engagierte Politaktivisten auf ´nem Markt geben nur einen kleinen Einblick in diese Partei - und klar, deren Hauptanliegen (Privatkopie) ist ´nen bisschen lächerlich, zumal bei der teilweise deutlich ausgeprägten Blindheit gegenüber den übrigen urheberrechtlichen Themen.

Aber:

Erstens sind zufällige Marktbegegnungen nicht gerade die beste Quelle, um sich einen guten Eindruck zu verschaffen, Don. Das Europa-Programm der Piratenpartei ist - zumal gemessen an anderen Splitterparteien - nicht übel.

Ich würde mich sogar freuen, wenn die Piratenpartei einen Vertreter nach Brüssel schicken würde - ich wäre sogar dafür, dass die SPD einem "Piraten" bei der nächsten Europawahl ein gutes Ticket anbietet - auf der SPD-Liste.

(Okay: Der klingt etwas verwegen, dieser Vorschlag)

Es sind junge Leute, die sich oft eben doch für deutlich mehr interessieren als für die Themen Privatkopie und Killerspiele.

Don, was soll daran so viel besser sein, wenn bei in den SPD-Fachausschüssen - beispielsweise - Kultur-Tanten/Onkel rumrennen, die als klassische Klientelisten möglichst viel Kohle für Hochkultur raushauen wollen? Das sind dann doch genauso Klientelisten.

Man könnte zwar sagen, für die Anliegen der Piratenpartei hätte es keiner Parteigründung bedurft - aber vielleicht tun sie sich sehr schwer mit dem etablierten Parteibetrieb.

Vielleicht haben sie für ihren Sonderweg fern etablierter Parteien sogar allerbeste Gründe. Umgekehrt könnte die SPD beste Gründe haben, sich seitens der Parteispitze selbst - und zwar dafür zu ohrfeigen, dass diese erkennbar progressiv eingestellten Piraten eher eine eigene Partei gründen, statt sich mit der Sozialdemokratie anzufreunden.

!

Auch sind 0,9 Prozent, zumal von der aktuellen sozialdemokratischen Position aus betrachtet, garnicht einmal so wenig: Bei den jungen urbanen Wählern sind die Piraten bereits eine veritable Konkurrenz!

Für mich stehen die Piraten für einen Themenbereich, der durchaus eine beachtliche Relevanz hat - und m. E. stärker in die Sozialdemokratie gehört. Bei diesem Würfelpilz halte ich derartige Fragestellungen nur mit starken Einschränkungen für gut aufgehoben.

(Ja: der könnte einen fähigen Piraten an seiner Seite durchaus gut gebrauchen)

Wenn der Jugendverband der SPD ausgerechnet mit der (m.E. geistig eher wenig) beweglichen Franzi Drohsel seine Spitze findet, dann finde ich das allemal beschämender als ein paar unbedarfte Piraten auf bayrischen Marktplätzen.

Ja, Don, man kann die Piratenpartei als Klientelisten kritisieren. Aber m. E. ist es zu unscharf beobachtet, wenn man sie nur als Klientelisten sieht. Beispielsweise: Sie interessieren sich durchaus für Bürgerrechte fernab der Privatkopie. Auch ist es so - das Europaprogramm der Piraten ist, zumal verglichen mit der SPD, garnicht mal so dämlich. Das Wahlergebnis von 0.9 Prozent, gemessen an unserem Parteisystem, ist nicht nur Grund zu Spott und Häme - im Gegenteil, das verdient durchaus Respekt. Immerhin haben sie damit fast 10 Prozent der Protestwähler erreicht, welche einen Bogen um die etablierten Parteien machen.

Ich denke, für Sozialdemokraten bietet es sich durchaus an, die Piratenpartei mit einem gewissen Wohlwollen zu betrachten. Trotz diverser Mängel. Und dann wäre da noch eines. Würden an Stelle von FDP-Klientelisten und Meineide schwörenden PR-Spezialisten Piraten in das EU-Parlament einziehen, vielleicht sogar mit 11 Prozent der Stimmen und die FDP läge bei 0.9 Prozent, so wäre das:

Fortschritt.

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"Meineide schwörenden PR-Spezialisten"

"Schmuddelkampagne" sagt BLÖD. Die arme Schöne hatte sogar Magenkrämpfe. Pfui Ruhrbarone.

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"Es mag hier draussen ketzerisch klingen, aber mir ist eine bessere Kontrolle der Banken erst mal wichtiger als verschärfte Datenschutzrichtlinien."

Ich glaube das die Häresie der neoliberalen Lobbyprediger eine größerer Gefahr für unsere Gesellschaft ist als ein datensammelnder Schäuble. Das aber ist nicht neu. Die Tatsache das wir ein defektes Weltwirtschaftsystem haben wissen wir seit dem Club of Rome (Grenzen des Wachstums) oder spätestens seit der attac.
Ernstlich gestört hat sich bisher niemand, wieso auch? Unsere H&M T-Shirts sind doch dank Thailand billig, der Strom kommt aus der Steckdose am Hindukusch und Dank der enormen "Leistungssteigerung unsere Firma" stieg das bürgerliche Gehalt doch stetig.
Die Leute, also also der Souverän der Demokratie, ist zufrieden und bequem, und jetzt wo die schöne Heilsgeschichte vom ewigen Wachstum von 29% gescheitert ist werden wahllos Sündenböcke gesucht.
Aber keiner des Souverän fragt wer diesen denn die finanzielle Macht gegeben hat.
Das ist ein entscheidendes Thema für die nahe und ferne Zukunft unserer Gesellschaft.

Die Piratenpartei sammelt Stimmungen und Unterstützung mit einfachen politischen und ja auch populistischen Themen. Erst mal sicher mit dem Fleischtopf Filesharing, sprich Urheberrecht, was aber als Politikum dennoch mal dennoch anders hinterfragt werden sollte als von Lobbyverbänden die geistiges Eigentum zum totalen Markt erklären wollen.
Sicherlich das ist eine kleine Facette der Politik. Emmissionhandel eine andere und Wirtschafts- und Geldmarktpolitik eine wesentlich größere.

Das die Piratenpartei dazu keine Inhalte oder Leute hat ist vor allem innerhalb der Partei bekannt und wird diskutiert. Ob wir uns jetzt sofort, einen Tag nach 0,9%, ein universelle Ausrichtung geben müssen oder erst dann wenn wir in Richtung einer verantworliche Position ziehen, kann man streiten. Ich denke wir sollten das erst dann machen wenn wir dazu in der Lage sind.
Im Moment sind wir noch beschäftigt genug mit unserem kleinen Thema: Infomationsgesellschaft, die Etablierten beschäftigen sich damit fast gar nicht.

Aber wie sollte eine Geldmarktpolitik denn auschauen? Meiner persönlichen Meinung nach brauchen wir zuerst ein Gesellschaft die nicht mehr den Goldenen Leistungsträgerkälbern wie Wiedeking, Zumwinkel, Middelhoff oder sonstigen Man-Of-The-Year willfährig ihr finanzielles Seelenheil anvertraute. Da kann eine Politik erst mal gar nix machen, ausser vielleicht die Finanzgesetzgebung auf eine maximale Transparenz auslegen. Würde gut zum Transparenzwunsch der Piraten passen. Meiner Meinung nach besser als den Hatz-IV zu drücken, Leistungseliten die Steuern zu schenken oder einfach nur alt her gebrachtes beschwören.

Kein Pirat würde sich heute die Leitung des Bundesregierung zutrauen. Wahrscheinlich lernt man Politik wie Fahrradfahren.

Ob unser kleinster gemeinsamer Nenner Informationsgesellschaft reicht um Realpolitik zu machen oder ob uns starke zivilgesellschafltiche Strömungen wie die Ökologie und Frieden, wie bei den Grünen, zur Profilbildung fehlen, wird sich zeigen.

Ich vermute das sich die Theorie "Informationsgesellschaft" dermassen vergrößern wird, dass sie alle politischen Bereiche erfassen kann. Das ist aber ein Vermutung.

Eine Out-of-the-Box Partei fertig durchidiologisiert mit Lösungen für alles wäre zwar schön, aber afaik unrealistisch.

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Magenkrämpfe? Ist das wahr? Gibt es einen Link dafür??

+++ Update +++
Aaaah! Hier (bei BLÖD) steht:
Miss Europa: Schwächeanfall nach Schmuddelkampagne. Von Hanno Kautz. Sie konnte einfach nicht mehr. Am Tag nach der Europawahl streikte der Körper der FDP-Spitzenkandidatin Sylvana Koch-Mehrin (38): Magenkrämpfe!
Ja, es fühlt sich vermutlich für diese neo"liberale" PR-Spezialistin reichlich doof an, dass ihr feiner Medien-Rechtsanwalt Graef null Chance gegen uns Blogger hatte.

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Magenkrämpfe?
Entweder schwanger oder zuviel Sekt am Abend zuvor.

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Wer weiß, wer weiß, vielleicht hat sie ja mit Schwesterwelle, mit dem sie sich unsagbar gut verstehen soll, "was Neues" probiert? Möglich ist so vieles. Z. B. ungeahnte Fleißanfälle oder gar das Bereuen von Meineiden seitens von Lügenspezialisten aus der PR-Branche.

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Wie meinen?!
> Ich wähle gern Menschen, die klüger sind als ich. Ich gebe meine Stimme Vertretern, die grob wissen, was gut ist.

und dann kommst du ... bei der SPD raus?!?

Wie konnte DAS denn geschehen? Durch ein Wurmloch gefallen und jetzt desorientiert?

Das Hauptdilemma bei dieser Wahl ist doch, dass keine der zur Wahl stehenden Parteien in Frage kommt. Alle Debatten jetzt, welche Partei weniger schlimm als die anderen sind, sind eh zum Scheitern verurteilt. Die SPD ist spätestens seit Hartz IV die Verräterpartei und wird bald nur noch eine Fußnote in den Geschichtsbüchern sein. Die FDP faselt von Bürgerrechten, und kaum ist sie dann mal in der Regierung, führt sie den großen Lauschangriff ein. Die Grünen faseln von Frieden und Umweltschutz und sind dann für Emissionshandel und führen Kriege. Die Linken wirken auf mich leider in vielen Punkten deiner Piratenkritik schuldig. Sie haben eine Meinung zu einigen Kernpunkten, aber bei den anderen lassen sie sich dann durch simple Rhetorik argumentativ entwaffnen und haben außer Allgemeinplätzen inhaltlich nichts zu bieten.

Es gibt schlicht niemanden, den man wählen kann.

Und so Recht du mit deiner Kritik hast: ich finde das ehrlicher als wenn die Piratenpartei jetzt so tut, als hätten sie inhaltlich Ahnung von Umweltschutzfragen oder Energiepolitik. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn eine Partei keine Ahnung von was hat. Das ist überhaupt eine der schlimmsten Dinge in der Politik, dass Unkenntnis als Schwäche gilt. Denn so sehen sich Politiker genötigt, unvorbereitet irgendwelchen ad-hoc Schwachsinn als Statement abzugeben, und später fühlen sie sich aus Konsistenzgründen daran gebunden, weil es auch Schwäche darstellen würde, wenn sie ihre Meinung ändern.

Für mich ist das kein Vorteil, wenn eine Partei ein festes dogmatisches Korsett zu allen möglichen Fragen hat. Mich interessiert, ob eine Partei sich in Streitfragen die Argumente anhört, darüber nachdenkt, und dann für die richtige Seite stimmt.

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Ja.
Das mit den "klugen Menschen" finde ich schoen gesagt, so halte ich es bisher auch. (Obwohl diese auch Arschloecher sein koennen.)

Kann sich noch jemand an 1998 erinnern? Zumindest ich hatte da zum ersten Mal das erwachsene Gefuehl, hier wird sich etwas Grundlegendes aendern.

Vielleicht geht es gar nicht um die Partei, die man waehlt. Ich fuehle mich nur zur Zeit paralyisiert, ungluecklich. Ich sehe viele Dinge, die nicht gemacht werden, welche ich aber wichtig faende. Sowas schleppt man sich herum.

Stattdessen kommt auf einmal dieser Zensur-Dreck. Als wenn das alles auf einmal ein Problem waere. Meine Guete.

Ich fuehle mich einfach nicht vertreten. Haben die keine anderen Sorgen?

Wie wird das mit der "Lohnarbeit in der Zukunft", was werden wir tun? Werden wir alle ganz besonders tolle Schreiber, Maler, Programmierer aus Freude und Spass?

Oder versuchen wir in der Zukunft, uns gegenseitig die alten, schoenen und seltenen silbernen Tee-Kannen abzuhandeln und auf diese Hohelieder singen? (Toll, nochmal vielen Dank, das hat mich auch einige Stunden am Rechner gefesselt)


Hier in der Stadt bauen sie schoene "Town-Haeuser". Ich finde das gar nicht uebel. Die machen was her. Leider zieht die Stadt nicht mit. Ich werde alt. Frueher nahm ich Autos aus dem Autowinkel wahr, heute verlasse ich mich auf die Ampel und fuehle mich unsicher dabei. Der Augenwinkel war verlaesslich. Diese fetten, fies befahrenen Strassen sind verhasst.

Und dann ist da dieser Springbrunnen. Meterhoch gehen die Fontaenen. Ausserm herum vierspurige Strassen. Ohne Uebergang. In Sim City habe ich das auch so gebaut, aber damit verwirklicht man keine Kindertraeume, welche die Welt kennenlernen.

Prunkbauten, die hochgezogen werden, im Sommer Publikum anziehen, aber im Winter oder in der Nacht so kalt wirken und alle einfarbig beleuchtet werden, von wegen lebendig, pulsierend und so.

Wird massive Automatisierung endlich einziehen oder nicht?

Ach, all dieses lokale Zeuge finde ich trotzdem viel, viel interessanter und wichtiger als.....ob ich Filme frei kopieren kann. Wiewohl ich diese "freie" Zeit natuerlich nutzte, um mir all das anzukucken, zu das ich vorher keinen Zugang hatte. Schade drum.

Nacht.

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Leider richtige Beobachtung
Ich habe mir ähnliche Gedanken gemacht wie du, und mir kommt die Piratenpartei auch wie ein großes Schild vor, auf dem "dagegen" steht. Ich habe mich daher bei meinem Kreuzchen auch für die Newropeans entschieden.

Nichtsdestotrotz finde ich es gut, daß ein Abgeordneter der Piraten jetzt ins Europa-Parlament einziehen wird. Klar sind die Piraten eine Nischenpartei, aber ich halte das traditionelle Parteienmodell sowieso für hoffnungslos überholt. Die Welt ist zu komplex geworden für ein simples links-rechts-Schema, und auch der Anspruch, für alle Probleme bereits die fertige Lösung in der Schublade zu haben, ist illusorisch. Nein, was wir brauchen, sind selbsttätig denkende, intelligente Menschen aus allen Bevölkerungsschichten, die auch mal frei von irgendwelchen Parteizwängen im Parlament Entscheidungen treffen können.

Ach, und welches Problem du mit Pornographie hast, würde mich auch mal interessieren.

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Ach, und welches Problem du mit Pornographie hast, würde mich auch mal interessieren.

Ich möchte dem Hausherrn bei dieser offtopischen Frage eigentlich nicht vorgreifen, aber die Gegenfrage, was dieser Erbwerbszweig denn zur Verbesserung der Menschheit beigetragen hat, kann man ja schon mal stellen. Die Bedingungen, unter denen ein Großteil dieser Rein-Raus-Machwerke (die nun wirklich nicht an die edelsten Regungen ihrer Rezipienten appellieren) runtergekurbelt werden, sind nun leider auch nicht so geartet, dass ich meine Tochter dereinst in dieser Branche arbeiten sehen wollte.

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Ich habe was gegen Sexismus. Da gibt es eine Überschneidung mit Porno. Ansonsten ist mir das eher egal, es ist nicht mein Ding, und darum geht es da oben auch nicht. Komischer und unverständlicher Anwurf, das.

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Nein, natürlich geht es da oben um etwas anderes. Aber wer leichtfertig "Pornofreund" in beleidigender Absicht verwendet, sollte sich über Nachfragen zumindest nicht wundern. Pornos sind nämlich nicht prinzipiell sexistisch, schlecht gemacht und unter Ausbeutungsbedingungen entstanden (auch wenn es zugegebenermaßen davon viel zu viele gibt). Ich bin jedenfalls Pornofreund und stehe auch dazu.

Aber moment. Vielleicht ist das Thema gar nicht so off-topic. Wenn ich mir die große Anzahl an Pornokonsumenten im Internet ansehe, die gesellschaftliche Ächtung dazunehme, und dann die Vorratsdatenspeicherung obendraufgieße, dann lande ich plötzlich bei einer erklecklichen Anzahl von Leuten, die tatsächlich ein persönliches Problem mit der aktuellen Gesetzgebung haben. Und persönliche, unmittelbare Betroffenheit ist noch immer ein guter Grund, eine Partei zu wählen, auch wenn sie wie die Piraten nur ein sehr eingeschränktes Themenfeld haben.

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Es gab da übrigens einen Link von einem Kommentator bei Exciting Commerce auf diesen Beitrag. Jochen Krisch hat das Thema daraufhin nochmals aufgegriffen. Leider kein Link auf diese Diskussion hier.

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Man kann jeden Tag klüger werden
@ fefe

Vielleicht bist Du inzwischen (übrigens: ich schätze sehr, was Du machst) doch ein wenig zu festgefahren und selbstgewiss? Wie auch immer; es gibt jede Menge klügere Menschen auf der Welt - und ja, auch in der SPD.

Fast jeder (!) Abgeordnete der SPD könnte Dir beispielsweise erklären, dass Deine Aussage:
(...) dass EU-Abgeordnete so Abstimmquoten wie 22% bei "Miss FDP" haben
... schlicht ein grober Bock ist.

Du hast da was nicht richtig verstanden. Die Abstimmquote der EU-Parlamentarier (das wäre mal wirklich interessant, gerade auch bei ihr, weil sie ziemlich oft verspätet im Abstimmungsblock der Plenarsitzungen erscheint) ist bislang noch nirgendwo ermittelt worden - auch nicht bei Parlorama (link).

Ich tippe mal, der Wert unserer "Miss" liegt bei rund 33 Prozent.

(was ja auch noch ziemlich erbärmlich wäre - und zwar auch dann, wenn dies aus Fairnessgründen um die Zeiten für Mutterschaft bereinigt wird)

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stimmt, sorry
hatte ich falsch in Erinnerung, sie hat nicht 22% abgestimmt sondern 22 Mal.

Von 95 Arbeitstagen im Jahr.

Ich weiß nicht, wie viele Abstimmungen es pro Arbeitstag gibt im EU-Parlament.

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@ fefe

Erst mal schönen Dank für Deine Antwort. Finde ich gut, und zeigt auch persönliche Größe*.

(aber im Detail...)
(...) hatte ich falsch in Erinnerung, sie hat nicht 22% abgestimmt sondern 22 Mal.
Sorry: Stimmt wieder nicht! Schon wieder falsch!

Es sind für die PR-Spezialistin Koch-Mehrin in der Plenarperiode in der Summe deutlich über 140 Plenarsitzungen mit Abstimmungen, wo unsere "Miss" abgestimmt hat.

Aber: Es gab (im Zeitraum zwischen Juli 2004 bis März 2009), nach Angaben der EU-Parlamentsverwaltung, 22 Tage, wo SKM nicht auf der "Attendance-Liste" verzeichnet war (Folge: kein Sitzungsgeld), sie aber dennoch (!) abgestimmt hat (was sich aus den Abstimmungslisten des EU-Parlamentes ergibt). Sie war also da, aber offenbar zu blöd bzw. zu reich, um sich dann die 280,- Euro Sitzungsgeld zu sichern. Vielleicht - sehr fernliegend ist das leider nicht - ist sie auch nur für die Abstimmungen kurz in die Plenumssitzungen reingerauscht, um anschließend (zirka 15 bis 30 Minuten später) wieder das Parlamentsgebäude zu verlassen. Dann war da möglicher Weise ein paar Mal (Zahl: 22) für sie "keine Zeit", um sich zusätzlich noch in die zu diesem Zeitpunkt etwas störende Warteschlange zwecks Sicherung des Sitzungsgeldes einzureihen.

In der Summe musste von der EU-Parlamentsverwaltung die Zahl von 120 (Attendance) auf 142 Anwesenheiten erhöht werden, anhand der nachgewiesenen 22 (m.E.: 21) zusätzlichen Abstimmungs-Anwesenheiten, zumal es da auch einigen Druck auf die EU-Parlamentsverwaltung zwecks Aufhübschung ihrer Statistik gab.

Das sind eben genau diese "22" Abstimmungen. Insgesamt hat sie aber an deutlich mehr Abstimmungen teil genommen.

* Ich schätze, es gibt ziemlich wenig Dinge, wo ich Dir Know-How-mäßig gut was voraus habe. Das ist jetzt mal so ein Fall. Ansonsten hast Du - meiner Meinung nach - mehr auf dem Kasten als ich.

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Ich weiss, es wird langsam etwas viel mit dem SPD-bashing, aber wenn der Steinmeier solch einen durchschaubaren Usinn absondert, dann muss das einfach hervorgehoben werden: „Es kann doch nicht sein, dass der Arbeitsminister für Arbeit kämpft und der Wirtschaftsminister für Insolvenzen.“ Sein Pech, dass gerade Sommer ist und er nicht in Gummistiefeln und mit Regenjacke vor irgendwelchen Arbeitern sprechen kann.

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