: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Sonntag, 26. Februar 2012

Mutter weiss bescheid

Ich habe heute meine Mutter gefragt:

Nehmen wir an, ich spanne einem anderen die gut verdienende Frau aus, die einen wichtigen Posten hat. Und dann stellt sich heraus, dass diese Frau trotz bester Einnahmen ein dickes Loch im Dispo hat. Und dann wollte diese Frau mit mir zu einem Freund nach Sylt, zu einem reichen Freund, der gewisse geschäftliche Interessen hat, umd mit dem will sie mithalten. Und weil die Frau gerade klamm ist, gebe ich ihr mal 1000, mal 2500 Euro, die Du mir gegeben hast. damit wir die paar Tage knallige Vollstoff-Sause machen können. Wie das auf dieser Insel vor Balla-Balla-Bulgarien üblich ist. Was würdest Du davon halten?

Nun, ich kann sagen, dass das Strafgericht im Falle meiner Mutter schlimmer wäre als jeder Staatsanwalt, wobei sie sich gar nicht vorstellen kann, dass so etwas überhaupt... aber gut. Ich glaube, Wulff sollte besser lernen, die Wahrheit besser passend zu biegen. Langsam wird es grotesk. Ich glaube nicht, dass andere Mütter da so viel anders sind als meine.

Sie hat ja auch sofort erkannt, dass jene Frau, die ich für eine Tochter einer reichen Dame gehalten habe, nichts weniger gewesen ist. Sondern mehr Ausdruck des Familien- und Pflegeelends in diesem Land. Das ich in der FAZ beschreibe.

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Aus diversen Gründen

Nein, viel zu jung und auch ganz grässlich, wer will schon den Beweis an der Wand hängen haben, dass das Abendland im 18. Jahrhundert Kinder wie Tauschobjekte und Sexsklaven behandelte?



Nein, zu kaputt, da fehlen zu viele Teile, das wird dann letztlich auch viel zu teuer, selbst wenn es ein hübscher Leuchter für die Küche werden könnte, und ausserdem die Abgänge aufgefüllt werden müssen.



Nein, das muss jetzt wirklich noch nicht sein, vielleicht nach der nächsten Landtagswahl, ausserdem werden die es sicher nicht los, falls mir daheim einfallen sollte, wozu ich das doch brauchen kann.



Nein, viel zu teuer. Die beiden kommen aus Frankreich und schauen deshalb so kokett, wo deutsches Biedermeier oft dreinschaut, als würde es Merkel nachmachen. Leider ist das im Moment wirklich nicht zu finanzieren. Aber die Telefonnummer habe ich.



Und dann kann ich sagen: Ich habe damals bei Ihnen die Beistelltische gekauft.2 Stück. Und dann ins Auto gequetscht! Dann werden sie sich erinnern. Eigentlich nahm ich sie nur, weil der eine so lachhaft billig war, und der andere einen prima Beitrag für die FAZ abgeben wird, aber, siehe da, sie passen nahtlos in den Vorraum, wo das alte Beistelltischerl immer zu klein und zu niedrig war.



Ein Euro teuerer als ein entsprechender Beistelltisch bei der Möbelrampe des skandinavischen Grauens! Aber dafür Mahagoni und mit durchbrochenen Füssen und Messingrand und Einlegearbeit. Das ist ein Tischerl, das andere ist nur Hauptteile Rattan, Gestell Feuchtigkeitsbeständige MDF, Rahmen massive Kiefer, Beine Stahl, vernickelt, gebürstet Füße Polypropylen. Und es ist schon zusammengebaut. Und es passt perfekt.



Platz genug für eine Kanne, eine Tasse, einen Teller mit Torte, ein Buch und eine Lampe.Gänge sind doof und Platzverschwenung. Vorräume mit Sesselchen und Tischerl und Teilbibliothek sind prima!

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Sonntag, 26. Februar 2012

Am Fluss, in dem die Feinde treiben

Man ist ja schon mit kleinen Fortschritten nach diesem wirklich unerfreulichen Winter zufrieden.



Was hier scheinbar blau durch die Lüfte flattert, taut den Boden an. Das heisst, dass die Feuchtigkeit oben auf den Wegen nicht über den gefrorenen Boden abfliessen kann. Und bleibt, wo sie ist: Da, wo ich fahre.



Das hatte ich nicht bedacht, als ich meinte, dem strammen Gegenwind im Wald entlang des Flusses, an dem die kleine, dumme Stadt liegt, zu entkommen. Der Wind ist auch hier, zusammen mit dem Wasser.



Man weiss nie, wie tief der Boden inzwischen matschig ist, es kann schlagartig recht weit in den Erdboden hinein gehen, bis über die Felgen.



Zum Glück ist das Querfeldeinrad dafür gebaut. Trotzdem ist es nicht weise, hier unvorsichtig anderen Gedanken jenseoits der nächsten Meter nachzuhängen, bis bei Kilometer 20 das Ende des Sumpfes erreicht ist.



Dann geht es hinauf zu den ersten Jurakuppen, unter katzenhaft unschlüssigen Wolken, die sich nicht recht entscheiden können, ob sie nicht doch noch einen kleinen Schneeschauer schicken, oder nujr vor der Sonne lümmeln möchten.



Und weil das Strampeln im Sumpf - und bitte, bis vor ca. 80 Jahren war das eines der grössten Sumpfgebiete Bayerns - lang genug gedauert hat, muss es jetzt schnell gehen.



Immerhin sind jetzt die Strassen weitgehend frei vom Eis, und es geht schnell nach Hause; selten war eine Dusche so willkommen wie nach dieser Baazerei.



Doch das alles, der Matsch, die Wolken, die letzten Eisflkecken sind gar nicht so schlimm. Schlimm ist, dass diese Bäume jetzt schon gelb sind. Gelb ist die Farbe ses Lebens der Pflanzen und des Todes für mich. Meine Zeit hier auf dem Rad hat gerade erst begonnen.



Und ist eigentlich auch schon bald, zu bald, wieder vorbei. Ich aber werde nicht im Fluss, sondern über die Bege treiben.

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Was ich bedaure

Danach wurde gefragt, als es um 3000 Tage Rebellen ohne Markt ging. Das sind drei Dinge:

1. Ich habe früher viel zu wenig Photos gebracht. Ich merke es, wenn ich zurückblättere, denn die Erinnerung ist da, wenn ich die Bilder sehe. Ich weiss meistens, was ich getan habe, wenn es durch das Auge geht. Die Tage der Texte sind oft verloren. Und ich frage mich, wie es später mal jenen gehen mag, die generell auf Bilder verzichten oder sie klauen. Ich mein, ich kann das begrenzt nachvollziehen - die Bildarmut bei mir hat auch mit manchen Orten zu tun - aber ich denke, man verliert ohne Bilder in der Erinnerung viel, was einem wichtig wäre. So hässlich kann es gar nicht sein, dass es die Erinnerung auslöschen sollte. Vielleicht ist das anderen gar nicht so wichtig, aber für mich ist es wichtig geworden. Dieses Blog ist mein öffentliches Album. Und ich bedaure sehr, dass das Format nicht recht viel weiter wachsen kann. Aber mei: Wenn es zu viele Bilder wären, würde ich mich wegen deren Dominanz ärgern.

2. Rücksichten aus Zwang. Es gab in den letzten Jahren zumindest vier Situationen, wo mir nicht nur oberflächlich, sondern auch im persönlichen Bereich nachgebohrt wurde, und zwar mit klar unfreundlicher Absicht und nachhaltig, also nicht mal nur für einen Nachmittag. Von Leuten aus Medien und/oder Blogs. Teilweise auch Konglomerate von Dreckschweinen, um mal den Terminus Technicus zu verwenden, die sich zu diesem Zweck abgesprochen haben. Ich habe das zwar hin und wieder gehört, aber lange Zeit als Überinterpretation abgetan, bis die Durchstechereien sogar in Richtung Medien gingen. Es gibt zum Glück bei mir nur wenige Überschneidungen zwischen On- und Offline, und ich merke, dass ich stets versuche, diese Grenzen aufrecht zu erhalten, indem ich Leute, wenn sie mir näher sind, umsortiere (die meisten meiner persönlichen Kontakte benutzen so gut wie nie Email, geschweige denn Blogs). Insofern sind die Möglichkeiten, mich wirklich umfassend auszuforschen, nicht wirklich gut. Aber was durch das Blog eventuell möglich war, habe ich nochmal erheblich erschwert, auch wenn das beim Schreiben ein wenig strategisches Denken verlangt. Ich weiss, dass die Dreckschweine mich immer noch überwachen, auch wenn ihre Gruppe physisch kleiner geworden ist, und die Verbleibenden nicht mehr den Antrieb wie früher haben. Schade ist es trotzdem.

3. Falsche Rücksichten. Das mag komisch klingen, aber dieses Blog ist immer noch stark gebremst, weil ich natürlich immer mit dem Verhängnis der Missverständnisse rechne. Und vielleicht auch etwas zu lange damit gerechnet habe, weil bei all den Texten so etwas natürlich immer vorkommen kann. Ich versuche zwar immer bei Bekannten deutlich zu machen, dass man es wirklich merkt, wenn ich mit jemandem streiten will, und dass ich mich nur mit jenen anlege, die auch erwähnt sind, und dass ich Zwischentöne nicht sonderlich schätze, und dass meine Sprache eigentlich nicht gerade changiert - aber das alles reicht mitunter nicht. Allerdings erlebt man halt auch, dass all die Vorsicht nicht genügt. Vielleicht ist es einfach so, dass, wer partout etwas hineinlesen will, immer etwas findet. Dann wäre vielleicht ein wenig Abhärtung im Vorfeld gar nicht schlecht gewesen. Und meine Erfahrung ist auch die, dass all die Vorsicht in diesen Dingen am Ende auch nicht verhindern kann, dass ganz andere Gründe die entscheidenden Probleme verursachen.

Insofern, für die nächsten 3000 Tage: Mehr Bilder, mehr Wurschtigkeit, und lieber einmal zu oft geflunkert, als einmal zu oft eine Blösse gegeben.

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Freitag, 24. Februar 2012

Opportunisten treten

Dieser Blogbareintrag wäre jetzt wirklich nicht nötig gewesen: Fefe ist einer von denen, die sich um gekränkte Seelchen anderer Internetaktivisten keine Gedanken machen müssen, insofern läuft auch jede Verteidigung ins Leere, die sich mit dem Gerede über ihn auseinander setzt. Aber was mich am Versuch der Shitstorms so ärgert ist, dass jene Typen, die sonst das Netz zum besseren Lebenraum besserer Vollchecker erklären, sofort in den CDU-Duktus fallen und meinen, die blöden Nutzer vor dem bösen Fefe retten zu müssen, wenn der den Impact hat, den sie selbst gut brauchen könnten. Dem Nutzer wird dabei nicht der geringste Erkenntnisspielraum zugesprochen.

Nachtrag: Es ist immer noch sehr kalt. Es macht keinen Spass. Das Wetter ist scheusslich, und der Wind eine Qual.



Aber es hilft nichts. Der Bewegungsdrang ist stärker, viel stärker als der Schweinehund, und es ist, so sage ich mir, ja schon wieder viel weniger Eis und Schnee als ketzte Woche.







Und ausserdem möchte ich den Italienerinnen gefallen. Ich alter Lycrasack, ich.

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Donnerstag, 23. Februar 2012

Ungerecht!

Weil gerade Fastenzeit ist, bekommen Applejünger, Leicasüchtige, Duevelbraucher und sonstige Lebensoptimierer vom Ding bis zum Privatleben eine internetkritische Fastenpredigt in der FAZ, die sich gewaschen hat.



Ich dagegen feiere noch immer vier Jahre am Tegernsee, und zwar mit einer Zitronenprinzregententorte, wunderbar passend zum Schnee und zur silbrigen Luft. Draussen, im Freien.



Wo ich Sonnenbrand bekomme und bald braun wie ein Grillhendl bin, oder passend zur Zeit auch ein Steckerlfisch. Die Lippen spannen in den Mundwinkeln; auch der Genuss bei mir kommt nicht ohne Schmerzen.

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Realität, pah!

Ich werde hier weiter schöne Bilder vom Tegernsee einstellen, solange die SD-Karte etwas her gibt, denn Grau und Trist hatten wir jetzt alle lang genug.










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Donnerstag, 23. Februar 2012

Alter Wein in alten Flaschen

Jeder kennt das: Da sind noch ein paar Flaschen, die man sich für den besonderen Anlass aufheben wollte, und der kommt nie, und dann tauchen sie beim Aufräumen wieder auf; 85er Languedoc, 76er Rüdesheimer Teufelswurz, und dann traut man sich nicht und wirft sie weg.

Was aber ganz falsch ist, wie die Stützen der Gesellschaft in der FAZ erklären.

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Systemvergleich

Die Annehmlichkeiten des Filmfondskapitalismus auf Sylt für Habenichtse sind zuerst mal fraglos werthaltiger als die Bevorzugungen des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin für sozialistisch untergeordnete Habenichtse. Ungeklärt sind aber noch die vollen Preise, die zu entrichten sein werden, und ob man aus alten Kontakten wirklich eine Staatsaffaire machen muss, wenn man schon ein paar alte Morde nicht zu einem Staatsakt machen wollen muss.



(Aus der Serie Kotzen und Würgen am Tegernsee, und auch Frauen Gendertröten können grässliche Manierenlosigkeit an den Tag legen)


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4 Jahre am See

und dann ist der See zur Feier auch prompt unter Eis und Schnee verschwunden.



Wenigstens ist das Wetter unfassbar schön.

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Mittwoch, 22. Februar 2012

Ein Schwein geht um die Welt

Nach drei Kilometern in Matsch und Schlamm merkst du: Es kommen noch mindestens drei weitere Kilometer, und wenn du zurückfährst und einen anderen Weg nimmst, wird der auch nicht besser sein. In solchen Momenten beginnst du gemeinhin zu singen, denn wer sollte das hier schon hören?



Ein Schwein geht um die Welt,
ein Schwein, das öfters fällt.



Im Schlamm erblickt dann man Sterne,
ja so hat es der Alfons gerne.



Von Schmerzen singt das Schwein.
Von Kälte singt das Schwein.



Die Reifen tun laut singen,
Dreck werdn sie ewig bringen.



Doch über all dem Leid,
da funkelt uns die Ewigkeit.



Welch Schwein noch nie vom Glück geträumt,
immer wenn der Frühling kam?



Wer hat nie im Dreck geschweint,
wenn der Winter Abschied nahm.



Denn in uns allen liegt kein Verlangen nach dem Reinen,
von dem Putzfraun meinen, es wär das Glück.



Wann kommt der Tag, da wir versteh'n:
Dasein, wie bist du schön!



Ein Schwein geht um die Welt,
ein Schwein, das öfters fällt...

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Vexilla Regis Prodeunt Inferni.

Ich glaube, der Erich Mielke sitzt gerade schallend lachend im Höllenfeuer und überlegt, welches Amt seinen IMs eigentlich noch fehlt.

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Weiteres Lesen

Da ist zuerst mal ein wütender Schnauber, weil es manchen Gossisten jetzt gefällt, das Netz wegen seiner kritischen Haltung zu Gauck vorzuführen. Früher machten sowas die Austronazis bei Kritij an Waldheim und Haider, heute ist das der "gute Ton" von Springepresse bis Grünsponti.

Darauf einen Beitrag in der Blogbar.

Und dann habe ich noch einen grösseren Beitrag über den Grossbäckereienskandal in Bayern geschrieben, wobei ich denke, dass Müller da keine Ausnahme ist - mal abgesehen davon, dass die diversen Ministerien normalerweise schon dafür sorgen, dass keiner zu genau hinschaut. Müller war anders, dabei sind Kakerlaken gar nicht so das Problem.

Das Problem, schreibe ich in der FAZ, ist die Art der Produktion von Lebensmitteln und die Art, wie der Kostendruck aus Essen Müll macht, denn Kakerlaken, zu denen kann ich aus der Familiengeschichte beitragen.

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Dienstag, 21. Februar 2012

Rekordpreise

Ich habe seit gut einem Monat nicht mehr getankt, und gefahren bin ich vielleicht zwei mal.



Bis ich dort bin, wo ich hin muss - momentan könnte man mich als Pendler bezeichnen - wäre es im Auto immer noch kalt, und ich könnte mich kaum bewegen.



Klarer Vorteil für die Räder. Ausserdem sitze ich ohnehin zu viel in Räumen. Mir fehlt es an Bewegung.



Und obendrein ist der Benzinpreis auf dem Rekordstand, weil man sich im Mittleren Osten nicht grün und geheuer ist. Das nutzt man aus, wie man kann, wenn man Spekulant ist.



Aber so kommt das dann, dass ein Monat nicht fahren allein durch die Benzinkosten schon wieder die Anschaffung eines wintertauglichen Rades erlaubt.



Das natürlich auch für Bewegung sorgt. Beim Aufbau, dann bei der Pflicht und dann bei den kleinen Freuden in diesem schrägen Winter.



Autofahren - viel und weit - werde ich schliesslich wieder bald genug, zuerst über die Berge und dann in Italien.



Denn nicht nur das Grün kommt zurück, und das satte Blau des Himmels, sondern auch die Pollen. Ich merke das jetz schon, wenn andere noch verzückt Händchen halten und an das blaue Band glauben.



Und weil das so ist, muss man schon beizeiten die Reiseutensilien einkaufen - da kommt gerade eines mit Herrmes aus dem Norden des Landes.



Gewissermassen das Geburtstagsgeschenk für dieses Blog, dann auch für mich (verspätet) und letztlich das, womit ich in Mantua eisern weitersparen will:



Und damit kopple ich mich dann ab von Petrolfirmen und Persern und Bedrohungsszenarien. Sollen sie doch mit dem Öl tun, was sie wollen - zur Not öle ich mein neues Colnago mit Olivenöl.



Allerdings bin ich damit wohl allein: Auf der Ringstrasse wird gerast, als gäbe es kein Morgen. Die müssen aber viel Geld haben, sage ich mir, oder keine Ernestos.



Man wird sehen, wie und wann das alles endet, und mit welcher Art von Krieg. Aber mir kann es dann eigentlich egal sein, in Mantua, bald.

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Montag, 20. Februar 2012

Vorerst Burgwedel

Den Buchtitel sollte man sich sichern, der wird noch gebraucht, wenn sich Wulff und Di Lorenzo in einem Jahr in London treffen, um auszuloten, was denn jetzt so Sache ist und was man tun kann,. neben den Beraterposten und was da sonst noch alles an weichen Landeplätzen kam. Vorerst Burgwedel, also, was soll ich sagen: Ich war ja auch mal eine Weile in Berlin, ungefähr so lange wie Wulff, und man kann da auch die guten Seiten sehen.



Gut, es gibt hier keine schnell eröffnete Galerie, die nur von der Hoffnung lebt, keine HdK-Schneiderinnen, die nach 3 Monaten die Miete nicht mehr zahlen können, und keinen Kulturetatgünstling wie diesen Pollesch da, das Programm in der Provinz ist nicht so dicht, aber auch nicht schlecht. Man nimmt halt, was kommt, und es kommt so einiges,eigentlich mehbr, als man brauchen kann, und dann sind ja auch noch die Nachbarorte da. Langweilig ist es jedenfalls nicht, und man muss auich nicht den anderen beim ualvollen Herausfallen aus der Jugend zuschauen, weil dritte Zähne nun wirklich nicht mehr ins Wasauchimmernochdaist passt. Es gibt einfach nicht den Druck, mit den Kindern mitzuspielen. Und seine jungen Ansichten kann man sich trotzdem behalten.



Ja, sicher, schlecht wäre es gewesen, wäre ich von einem Palast in eine Klinkerhälle gezogen, aber bei mir war es anders: Vom Art-Deco-Altbau ins echte Baudenkmal mit all seinen Geschichten, von denen ich gerade eine mit Kakerlaken in der FAZ erzähle. Ich glaube, in Berlin wird zwangsweise in zwei Richtungen übertrieben: Berlin ist ja soooo toll und es ist soooo unvorstellbar, wieder in die Provinz zu ziehen. Daher vielleicht auch jetzt diese komische Mitte-Johurnaille, die meint, Burgwedel lebenslänglich sei Strafe genug. Ganz ehrlich, ich glaube, man gewöhnt sich schneller an Burgwedel als an die Anwesenheit von Menschen mit fragwürdiger Einstellung zur Körperhygiene und einem eklatanten Mangel an Tischsitten (Wobei, es sind ja auch sonst nicht alle gewaschen). Ein Dasein, das durch weniger Journalisten schlechter werden würde, gibt es auf dieser Welt nicht. Und in Berlin ist ja leider jeder irgendwo dabei, etwas zu schreiben.



Man kann überall mit Würde leben, schrieb mir jüngst jemand, und genauso kann man überall auch in Würdelosigkeit leben, ja man kann damit sogar in die USA ziehen und bleiben, wie man gesehen hat. Aber die Heimat macht es einem leichter, zumal sie sich fast immer zu ihren Gunsten entwickelt hat: Die grauenvollen Gestalten von früher sind tot oder in ihrer DHHölle. Ausserdem, das ist zumindest mein Eindruck, kommt man auch leichter und schneller weg, Ich bekomme hier das Urlaubsverhalten mit, das unterscheidet sich signifikant von Berlin, gerade, wenn es um Wochenende und Brückentage geht. Wenn man von der Provinz aus wegfährt, bleibt es gleich, oder es wird schöner. Wenn man von Berlin fährt und nicht auf dem Weg zum Emir ist, kommt man erst dorthin, wo Merkel und Gauck nicht mehr sind. Also bleibt man und verpasst so viel an kleinen Möglichkeiten.



Insofern würde ich Burgwedel trotz Gaube, Klinker und Panikraum nicht als Strafe sehen, sondern als Chance der Neuorientierung. Aus Berlin kann man doch gar nicht abstürzen, es sei denn, man zieht in manche Ecken von Hoyerswerda oder Bautzen. Ich war zwar noch nie in Burgwedel und werde da auch sicher nicht hinkommen, aber ich würde das alles ganz lässig sehen. Kommt Zeit, kommt Heimat.

(Zurück vom Emir wäre übrigens auch ein guter Buchtitel)

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3000 Tage

Und ich bedaure so gut wie nichts.

Ausser vielleicht, dass ich früher so wenig Bilder gemacht habe, denn zurückblickend wäre es schön gewesen zu sehen, was gewesen ist, statt es nur zu lesen.

Was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, ist die Einstellung dieses Blogs. Irgendwie so überhaupt absolut gar nicht. Es wird auch Tag 6000, 9000 und 12000 geben.

Danke für die Aufmerksamkeit, die Kommentare, die Anregungen und all die Freuden hier bei den Rebellen ohne Markt.

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