Wetterumschwünge

So schnell kann es gehen. Gestern noch offen und im Hemd, heute Graupel und knapp über Null Grad.



Es ist das Wetter; zum Glück nur das Wetter. Kälter, viel kälter ist es dagegen in Essen; ich habe keine hohe Meinung vom Journalismus im Allgemeinen, aber sowas wie das, was die WAZ und hier besonders ein gewisser Herr Reitz mit Rückendeckung der Eigentümer abzieht, sowas haben die Kollegen nicht verdient. Durch Einsparungen und dem Fortführen gescheiterter Konzepte bekommt man Schleimer, Arschkriecher und Gefälligkeitsstricher, aber keine Zeitung, die man gerne lesen würde. Man wird sich bundesweit an solche Halsabschneiderspektakel gewöhnen müssen; man lese besonders die Kommentare, dann weiss man, wo die Pressfreiheit 2008 steht.



Und in den UdSSA wird aus 700 Milliarden für toxische Immobilenkreditrisiken eine Hälfte Zuschüsse für Banken und eine andere Hälfte Zuschüsse für Auto- und Kreditkartenindustrie. Die Legislative, die etwas anderes beschlossen hat und diese Form der Notstandsdekrete schluckt, ist keinen Schuss Pulver mehr wert. Glücklich, wer in so einer Welt im trockenen sitzt, ohne Schulden im eigenen Objekt und das eigene freie Journal im Internet besitzt.

Donnerstag, 13. November 2008, 00:21, von donalphons | |comment

 
täusch dich da mal nicht. uns bleibt nichts weiter übrig als mitzumachen. der crash kam für europa leider ein wenig zu früh, wir sind noch nicht so weit.

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schöne tischdecke übrigens! aber der tisch hat bestimmt nicht das unmögliche maß von 110cm Ø.

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Wie meinst Du "wir sind noch nicht so weit"?

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Dass es einige weitere dumme politische Entscheidungen zugunsten von Leuten geben wird, die vor Gericht besser aufgehoben wären, steht auch in Deutschland ausser Frage. Aber hier ist bislang noch alles relativ zivil, und bei solchen Krisen geht es allein darum, so spät wie möglich Verluste zu erleiden, und so früh wie möglich wieder rauszukommen.

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Tisch und Tischdecke sind übrigens Mitbringsel aus Berlin, wobei der Tisch allerdings ürsprünglich aus England stammt. Die Decke ist klassische brandenburgische Handwerkskunst; es gibt da eine Frau, der man alte Leinenbetttücher bringt, und die bedruckt sie dann wie vor 150 Jahren. Ich kann ja mal fragen, wo das ist, unsere Nachbarn wissen das.

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Wenn ich mich da anschliessen darf: Und wo bitteschön bekommt man noch solche Stoffe für den Bezug von Stühlen her?

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Das kann nicht nicht genau beantworten, weil ich sie so ersteigert habe. Der originale Stoff an zwei dieser Stühle, die noch aus dem 18. Jahrhundert stammen, war schon sehr ähnlich, und zusammen mit den beiden neueren, die man im 19. Jahrhundert nachgeschnitz hat, wurden sie vor 30, 40 Jahren neu bezogen.

Was ich selbst kenne und an einigen Stühlen verwendet habe, ist Dedar aus Mailand und Jab Anstoetz aus Deutschland. Was mir jüngst empfohlen wurde, sind Paramentenstoffe für den Kirchenbedarf, aus denen sich der Barockbrokat der Stühle ableitet. Leider muss man in der Region mit mindestens 70 Euro pro laufendem Meter rechnen, manchmal auch den dreifachen.

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Nachtrag: Für Freunde der gepflegten Exotik empfiehlt sich auch

http://www.pepepenalver.com/ppinter_english.htm#/Home/

Nachdem Spanien und hier gerade das Finanzzentrum Madrid in die frühen 70er Jahre zurückgeschossen wird, könnte es gute Schnäppchen geben, zumal Brokat in 2008 ohnehin das Must Have der Szene war, die jetzt sterben wird.

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Natürlich. Schon komisch, wenn man Geschäfte mit der Ewigkeit von kurzlebigen Session-IDs begleitet sehen will.

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Session IDs
einfach weglassen, dann gehts auch:
http://www.schreibmayr.de/en/Vestments/Parament-fabrics

...ist so eine typische xt:commerce-Krankheit

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@holgi: was ich meinte, war: europa ist noch nicht so weit, als dass es sich allein aus dem eigenen binnenmarkt heraus ernähren könnte. fallen die exportpartner, fallen auch wir. zumindest in dieser hinsicht sind die USA uns klar überlegen, weshalb wir uns da werden einspannen lassen müssen.

@don: au ja, frag' mal bitte!

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700 Milliarden?
Die scheinen ja schon Geschichte zu sein!?

http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_321470

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Da sind auch noch die ganzen anderen "Gib mir deinen Schrott und ich gebe dir zinslose Kredite"-Programme dabei, die immer mal wieder zwischendrin aufgelegt wurden.

Allerdings ist auch das schon wieder Makulatur, denn für General Electric kommen jetzt nochmal 139 Milliarden dazu.

Ja. Es ist übel. Und um das alles je wieder zurück zu zahlen, müssten die USA nächstes Jahr einen weltweit einmaligen Boom erleben und den 20 Jahre durchhalten. Oder auf die Deflation eine Inflation folgen lassen. Oder Staatsbankrott auf Kosten der Restwelt machen. Ich denke, man hat einfach bis zum Wahltermin gewurschtelt und meint, dass es jetzt das Problem der Demokraten ist.

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Vielleicht überrascht uns Obama ja doch noch nach seiner Vereidigung? Wenn ja, hoffe ich positiv (wenn man das überhaupt so nennen kann).

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Ich glaube nicht, dass er das kann. Die Verschiebungen in der Staatsbilanz sind schon jetzt so gross, dass man sie auch mit knackigen Steuermehreinnahmen auf absehbare Zeit nicht wird bedienen können, wenn die Wirtschaft nicht wieder anspringt - und selbst dann reden wir nicht über ein paar Jahre, sondern über ein Jahrzehnt, wenn die Inflation relativ hoch ist. Den Amerikanern, die ohnehin über weite Strecken nicht sparen, dürfte das sogar entgegenkommen. Bei dem Geschimpfe auf die Wall Stret darf man auch nicht vergessen, wer da alles eigentlich von den billigen Krediten profitiert hat. Joe Plumber an allererster Stelle.

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Details dazu: David P Goldman, Who will finance America's deficit? (AsiaTimes, Nov 13, 2008).

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I.O.U.S.A.

www.youtube.com/watch?v=O_TjBNjc9Bo

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Gerade aus meiner Mail von einem Internetreisebüro: Gesponsorter Flug zum Zocken nach Macao 420 Euro, die Nacht mit VP im 5-Sterne-Hotel 60 Euro, 4-Sterne sogar nur 32 und ausserdem Frühbucherrabatt.

So schaut sie aus, die Finanzkrise der reichsten Männer der Welt.

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Unfreiwillige Ironie oder Absicht? Im Zusammenhang mit der Bankenkrise herrliche Schlagzeile bei Spam, äh Spon:

"IWF schiebt Hilfe für Island auf die lange Bank"

Die lange Bank scheint mir derzeit die sicherste Bank der Welt zu sein. Was da alles hingeschoben wird ...

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gute Analyse
"Durch Einsparungen und dem Fortführen gescheiterter Konzepte bekommt man Schleimer, Arschkriecher und Gefälligkeitsstricher, aber keine Zeitung, die man gerne lesen würde" -

...und auch kein Nachrichtenportal, welches man lesen würde. Das obige Zitat taugt übrigens als Analyse des Übergangsprozesses von Business News zu Zoomer.de

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