Alabaster zum Nachtisch

Man soll ja wirklich niemandem etwas Schlechtes wünschen, aber neben der Versagerin aus dem Familienministerium, die sich nun um das Ausgrenzen von Armen verdient macht, würde ich jenen Figuren aus dem Mediensumpf dringend mal all die Not wünschen, die jetzt folgendermassen argumentieren: Dass die lumpigen 5 Euro besser in den "Kampf gegen Arbeitsolsigkeit", zu deutsch: Subventionsschmierstoff für Arschkriecherei der politischen Kaste bei den Unternehmen gesteckt wird. Demnächst dann auch wieder Aufweichung des Kündigungsschutzes, niedrigere Steuern, das kann man ja alles genauso locker finanzieren, wie all die Milliarden für die Banken. Aber wenn das mit den Problemen der Medien so weiter geht, werden wenigstens ein paar Stiefellecker im Laufe ihres Lebens sicher nochmal erleben, wie das ist, wenn man mit 5 lumpigen Euro mehr abgespeist wird, weil man im Gegensatz zu Pharma und Finanzinstituten keine Lobby und kein kostenloses Fressen hat. Dieses Pack sollte man ein paar Wochen bei bestem Obst aus Alabaster einsperren, und dazu ein paar ordentliche Weinflaschen voll mit Gülle - damit sie merken, wie es ist, wenn man der gnadenlosen Härte und dem bitteren Geschmack des Elends nicht entgehen kann.



Nachdem ich aber nicht immer einen Anfall kriegen kann, und auch gerne mal etwas anderes schreibe, geht es bei der FAZ statt dessen um die Mittlebenskrise, von der ich nicht mit übergrossem Bedauern wissen wollte, dass sie rein rechnerisch bei den Verantwortlichen genau in der Mitte zwischen Geburt und Gegenwart aufzufinden ist.

Ich bin noch am falschen Fuss der Berge, aber morgen geht es über Eis und Schnee nach Italien, und am Abend werde ich in Mantua sein, und dort einen Tag verweilen. Überall habe ich Internet, auch in Siena - nur wenig Zeit, mich darum zu kümmern. Wenn das Wetter denn so schön wird, wie es die Vorhersage behauptet.

Montag, 27. September 2010, 21:22, von donalphons | |comment

 
Mitten im Leben
Don, oha, wollten Sie uns etwa gerade durch die Blume mitteilen, dass Sie Sternzeichen Waage sind?

Dann fehlt natürlich noch das Bild von der Geburtstagstorte.

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Ministerin für "Soziales"
Kleine Korrektur: Die 5-Euro-Verarschung wurde nicht bei Fräulein Schröder im Familienministerium ausgeheckt, sondern von Röschen Albrecht aka Zensursula aka 7-fache Mutter aka Vonderleyen, die ja nun Ministerin für Arbeit(slosigkeit) und (A)Soziales ist. Mögen sie und ihresgleichen ewig in der Alabasterhölle schmoren!

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Pässe fahren?
Da oben ist wirklich Winter.

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@Rainer:
Und die Olle betuppt schon wieder, jedenfalls hinsichtlich der sog. Neuberechnung. Da hatten nämlich die Schwatt-Roten bereits die statistische Kugel im Lauf:

Bericht über die Höhe des Existenzminimums von Erwachsenen und Kindern für das Jahr 2010 (Siebenter Existenzminimumbericht) vom 27./28.10.2008

Da sich die Beträge bis auf den letzten Euro gleichen, kann man mehr als eine Koinzidenz vermuten. Mehr bei mir. Politik nach alter Schule ist das nicht.

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"Sozial ist, was Arbeit schafft".
.
Ja, es kommt immer häufiger vor, dass Parteienslogans 1:1 von den Leitartiklern übernommen werden.
Auch in der FAZ, auch in der NYT.

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@hansmeier555:
Gemeint war dieser Slogan mMn. doch eher so: Sozial ist ausschließlich das, was Arbeit schafft.

Womit "soziales" an Arbeit gekoppelt war: nur wer arbeitet, hat Recht auf (etwas abstrakt) Soziales. Und umgekehrt: Keine Arbeit, keine Kekse kein Recht auf Soziales.

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Sozial ist, wer Überstunden macht. Also eigentlich nur Männer. Uaaagh... gähn. Da wünscht man sich ja fast den Thilo zurück.

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Der besagte Vollschmarrn hat mit meinem Wirken nichts zu tun.

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Alleine machen sie dich ein!
Zu aller erst: VIEL SPASS, eroe d'Italia!

Wie Che in den Kommentaren drüben so treffend geschrieben hat: "Das Trostlose ist aber das Fehlen jeglicher Bewegung von unten. ".

Lange Geschichte kurz: Ich arbeite im Mediensumpf. Als Freiberufler. Momentan hauptsächlich für eine Firma die etwas weniger bezahlt als in der Stadt üblich, dafür aber etwas länger arbeiten lässt als in der Stadt üblich. Einzelne meiner Berufskollegen haben immer wieder versucht höhere Stunden-/Tagessätze zu vereinbaren und waren teils kurzfristig erfolgreich, teils nicht.
Vor kurzem hat sich die Mehrheit meiner Kollegen geweigert unter dem üblichen Lohn weiter zu arbeiten, viel Geschrei, teils wurden Buchungen rückgängig gemacht, jedenfalls Tohuwabohu.
Als die Firma merkte das sie ihre guten, eingearbeiteten Leute riskiert dann das große zurück rudern. Wir haben ab nächsten Monat ca. 12%/Std mehr und ab nächstem Frühjahr eine nochmalige Erhöhung um 9%. Das nenne ich einen Tarifabschluss (ist keiner, aber der Vergleich muss erlaubt sein)!
Was ich damit eigentlich sagen will: Solidarität, gelebte und nicht versprochene, macht sich im Wortsinn bezahlt.

"Allein machen sie dich ein,
schmeissen sie dich raus,
lachen sie dich aus
...
Zu hundert oder tausend
kriegen sie langsam Ohrensausen.
Sie werden zwar sagen, das ist nicht viel,
aber tausend sind auch kein Pappenstiel."
von www.you tube.com / watch?v=BQVOB0URp0c

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