Bitte liebe FAZ stellen sie doch diesen ekelhaften Spiesserblog ab.

Ohne Interpunktion, aber mit viel Wut wird im Kommentar etwas geäussert, was viele Blogkollegen schon länger denken. Und all das nur, weil ich öffentlich zugegeben habe, mit Ernster Musik des 20. Jahrhunderts und ihren Erpressermethoden - vor der Pause 12-Ton, nach der Pause dann hörbare Musik - nichts anfangen kann. Noch nicht mal als Mittel der Abgrenzung gegen niedrige Schichten. Noch nicht mal, um mir den Fäuletonisten raushängen zu lassen. In der FAZ! Das Abendland geht unter.

Freitag, 29. Oktober 2010, 15:35, von donalphons | |comment

 
(Im übrigen freue ich mich dass meine Freunde nicht nur Konzerte mit klassischer Moderne besuchen sondern oft genug selbst zur Aufführung bringen, die Spiesserfreunde vom Herrn Blogger sind halt genauso beschränkt wie er selbst)

Im übrigen freue ich mich dass meine Freunde nicht nur Punk-Konzerte besuchen sondern oft genug selbst auf der Bühne Pogo Tanzen, die Spiesserfreunde vom Herrn Blogger sind halt genauso beschränkt wie er selbst.

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Eine sehr musikalische Freundin von mir kommentierte mal trocken, als auf einer Einladung besagte Musik gespielt wurde:

"Ist das jetzt ne Rückkopplung oder Stockhausen?

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Ganz klar ein Fall von mal b**sé. Und dann ein Wochenende allein, begleitet nur von Schönberg aus den Sony-Boxen - das kann lang werden.

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Bravo. Ich sag's und schreib's seit Jahrzehnten in meiner kleinen Musikerwelt. Drum: Danke.
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Free-Jazz & "Free Music" sind so ähnliche Krankheiten, die Sie sich mal vorknöpfen könnten.

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Bestimmte Spielarten der "Weltmusik" gehören auch dazu.

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Da gibt's aber viel Schönes.

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hurz!

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@strappato: touché!

(es gibt auch in der sogenannten postmoderne echte aushaltermodelle. ich erinnere nur an sowas wie "sleep" oder "empire" von diesem ekligen warhol.)

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Aber das mit den Dosen hat er hübsch hinbekommen!

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Nun ja, wenn ich mir ein Stillleben anschaue, sehe ich in der Regel ein paar nett arrangierte Gegenstände, wohingegen der Don eine spezifische Allegorie erkennt (und auch zu beschreiben weiss). Vielleicht habe ich deshalb ja in Galerien nicht so viel Vergnügen, gut möglich.
Aber ich schreibe dann auch keine Artikel darüber, wie grauenvoll das doch in den Galerien ist...

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Die Galerien, die sie meinen, sind grauenvoll.
Aber niemand zwingt mich, mir erst 30 Minuten Plastikmüll anzusehen, bevor ich mir Kunst ansehen darf.

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Best comment ever, würde der Lateiner sagen. Aber die parade riposte war auch nicht von schlechten Eltern.

Fürs Dezember-Rodeln schlage ich eine Schön-Berg-Beschallung vor.

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Es geht doch nicht darum, ob 12Ton-Musik nun die letzte Offenbarung ist oder nicht.

Sondern um die Gründe, warum Leute sich damit quälen.

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Man kann sich auch fragen, warum Leute sich mit Techno quälen. Es geht nicht um die Musik, sondern um die Gruppenzugehörigkeit.

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Mit Gruppenzugehörigkeit hat das m.E. eher wenig zu tun. Die Leute "quälen" sich eben nicht mit Techno (oder irgend einer anderen vom jeweiligen "Kontrahenten" nicht wohlgelittenen Musikrichtung), genau so wenig wie ich mich mit Janacek oder Hindemith oder Ives oder Berg "quäle". Mir gefallen weite Bereiche dieser Musik (aber natürlich nicht alles!). Aber: Man hört sie m.E. anders als weite Bereiche der Musik bis zum 20. Jahrhundert. Es geht dann halt nicht um Wohlklang, sondern um andere Dinge. Und ähnlich verhält es sich auch bei Techno.

Es ist die Arroganz der Nichtverstehenden, die den Konsumenten bestimmter Musikrichtungen unterstellt, sie würden sie in Wirklichkeit nur hören, um sich abzugrenzen.

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Hat hier wie nebenan noch keiner angemerkt "Geschmäcker sind verschieden"? Schade, denn dann kann ich nicht den schönen Satz anbringen: Das sagen immer die, die keinen haben.
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Wirklich schade.

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Gut, dass es endlich mal nicht gesagt wurde. ;-)

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Dauernd muss ich Neue Musik auch nicht hören, aber ich würde sie nicht in Bausch und Bogen verdammen. Es ist ja zum Glück auch nicht alles Zwölfton in der E-Musik des 20. Jahrhunderts. Eine der großartigsten und amüsantesten Operninszenierungen, die ich jemals sah, war Tom Johnsons Riemannoper in der Regie von Aurelia Eggers. Ich habe nacheinander alle meine Freunde dahin geschleppt habe - sie waren alle begeistert. Tom Johnson habe ich dann später auch mal live erlebt in einem Gesprächskonzert, es war brüllend komisch, er hat sehr viel Humor. Ebenso wohl auch John Cage, dessen Musik hat mich jedenfalls im Konzertsaal schon sehr zum Lachen gebracht, aber ich würde sie mir nicht auf CD zulegen, ich finde, das muss man einfach live erleben. Arvo Pärts Tabula rasa kenne ich hingegen nur auf CD und bin jedesmal wieder ergriffen.

Es stimmt, E-Musik des 20. Jahrhundert ist oft anstrengend. Mitunter klingt sie schrecklich - das mag dann daran liegen, dass sie tatsächlich einfach grauslich, banal oder langweilig ist oder aber nur ungewohnt und ich sie nicht verstehe. Vielleicht sind wir als Zeitgenossen auch zu nah dran. Harsche Kritik mussten sich auch früher schon Komponisten gefallen lassen. So schrieb beispielsweise Hanslick seinerzeit über Tschaikowskis Violinkonzert in D, es bringe „uns auf die schauerliche Idee, ob es nicht auch Musikstücke geben könnte, die man stinken hört“.

Vorzugeben, man möge eine bestimmte Musik, um besonders kulturbeflissen zu wirken oder sich abzugrenzen, ist aber in der Tat hochgradig albern. Weshalb ich auch ungeniert zugebe, dass man mich mit Renaissance-Musik ziemlich jagen kann. ;-)

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Das Zitat von Hanslick ist herrlich. Made my day.

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Ich empfehle in diesem Zusammenhang "Lexicon of Musical Invective" von Nicolas Slonimsky; da findet sich das obige Zitat (neben vielen anderen Missgriffen der damaligen Kritiker) ebenfalls. Beginnend mit Beethoven bis in die Mitte des 20. Jahrhundert.

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Eine Symphonie mit Chor?! Was ein Schwachsinn! Jetzt dreht er völlig durch. Das ist doch keine Musik mehr! Damit hat Beethoven sich aus dem Kreis ernstzunehmender Komponisten verabschiedet!

So ging das seinerzeit. Genau die Reaktionen, mit denen dann die Zweite Wiener Schule konfrontiert war.

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@ oberlehrer: Danke für den Hinweis, das muss ich mir bei Gelegenheit mal anschauen.

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Auch wenn ich hier und in der FAZ nicht mehr allzuoft kommentiere, lese ich die Blogs von Don Alphonso weiterhin regelmäßig und amüsiere mich in der Regel prächtig. Natürlich bin ich oft nicht einer Meinung mit ihm, aber die Differenzen sind in der Regel so, daß ich sie problemlos einfach so stehen lassen kann. Der Blog-Eintrag zur Musik des zwanzigsten Jahrhunderts hat mich allerdings erst einmal für zwei Tage wirklich sprachlos gemacht. Und zwar deshalb, weil er etwas macht, wo ich nicht mehr mit amüsiertem Grinsen sagen kann, naja, der Don, da schießt er mal wieder übers Ziel hinaus, aber witzig ist es trotzdem. Denn hier bedient er nicht einfach Ressentiments (das macht er in Bezug auf Journalisten, Berater oder Mittelstandsmuttis oft genug), sondern er bedient die Sorte Ressentiment, bei der mir kotzübel wird, nämlich die des kleinbürgerlichen Spießers.

Es sei jedem unbenommen, daß er Schönberg nicht mag und es als Tortur ansieht, sich so etwas anhören zu müssen. Und es ist auch völlig legitim zu sagen, daß man lieber Katy Perry oder Johann Joseph Fux höre, weil das nun einmal eingängiger sei als Alban Berg. Das ist eine private Meinung, die ich völlig akzeptieren kann. Auch der (von mir nicht nachprüfbare) Befund, daß die Stützen der Gesellschaft grundsätzlich etwas gegen diese Art von Musik haben und an solchen Abenden lieber ihre Konzertkarten verschenken, mag richtig sein und bestätigt zumindest mein Ressentiment gegen diese Klasse.

Die Grenze wird dort überschritten, wo behauptet wird, diese ganze Musik sei sowieso nur ein einziger Bluff. Eigentlich würden auch die, die sich so etwas gerne anhören, das insgeheim scheußlich finden und sich das nur des Distinktionsgewinns wegen antun. Das ist dann ungefähr so, wie wenn ein Dreikäsehoch behauptet, die Erwachsenen würden nur deshalb so Sachen wie Zwiebeln oder Roquefort essen, weil sie sich von den Kindern abgrenzen müßten, in Wirklichkeit würde sie insgeheim nach Nudeln mit Ketchup lechzen.

Genußfähigkeit egal welcher Art ist das Resultat von Arbeit. Es erfordert Auseinandersetzung mit der Materie, ob es nun um's Essen, Kunst oder Musik geht. Wenn der Don in eine Botticelli-Ausstellung geht und mit kurzem Blick die ganzen langweiligen Werkstattarbeiten, mediokren Kopien und falschen Zuschreibungen links liegen läßt und sich auf die drei, vier wirklich bedeutenden Werke konzentriert, dann ist ihm das nicht zugeflogen, sondern verdankt sich der jahrelangen Auseinandersetzung mit derartiger Kunst. Die Belohnung dafür ist nicht nur Distinktionsgewinn, sondern ganz unmittelbar ein vertiefter Kunstgenuß, der nichts wäre ohne die vorhergehende Mühe der Auseinandersetzung.

Es ist genau diese Mühe, der der Spießer scheut; und er haßt diejenigen, die sich ihr unterziehen, weil er den Verdacht hat, daß sie sich dadurch Zugang zu einem Genießen eröffnen, die ihm verschlossen bleiben. Und aus diesem Haß heraus versucht er, den Gegenstand dieses ihm verschlossenen Genießens zu diskreditieren. Daß es Leute gibt, die so ticken, war mir immer klar. Den Don hätte ich bislang allerdings nicht dazu gezählt.

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Weitgehend Zustimmung, Alterbolschewik.

Der gleichfalls geschmähte Hegel unterscheidet zwischen An sich und Für uns. Das an sich ist die Sache selbst, deren innere Faktur, das Für uns die Sache im subjektiven Funktionszusammenhang.
Was Don macht, ist, beides durcheinanderzurühren. Man kommt aber nicht weit, wenn man argumentiert: 'Die Musik ist Mist, und die Motive derer, die das angeblich mögen, sind auch Mist, und tatsächlich mögen sie es ja garnicht'. Und wieso eigentlich werden die stets kritisierten Stützen hier plötzlich als verläßliche Kunstkritiker vorgestellt?
Die Große Musik war noch nie ein "Schmücke dein Heim". Was der Bürger der Neuen Musik übelnimmt, ist, dass diese Tatsache sich nicht länger verdrängen läßt.

Wenn Kritik, dann aber ohne hinter Adornos "Philosophie der Neuen Musik" zurückzufallen, und bitte in Kenntnis der Adorno-Metzger-Debatte. Sonst argumentiert man analog eines Niveaus, auf dem angenommen wird, die Präraffaeliten wären die Maler vor Raffael.

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Nun, was ich sage ist: Ganz sicher sind viele Rezeptionsgewohnheiten ein Bluff, und auch sicher einige Verabreichungsgewohnheiten. ich denke, wenn man den Beitrag liest, wird durchaus deutlich, dass das Thema mehr der Umgang mit Musik denn die Musik selbst ist.

Ich sehe es vor allem als ein Spiel der Kräfte an: Solange - und hier kan man wirklich jede Kulturleistung nehmen, auch den Journalismus - die eine Seite meint, sich in die spielend leichte Sphäre des Anspruchs zurückziehen zu können, der die andere Seite mit Bemühung zu antworten habe, ist es kein Streben nach Höherem, sondern eine Zumutung. Je schwerer ein Thema ist, deste besser muss die Vermittlung sein, und wenn ich über Kunst schreibe, gebe ich mir sehr viel mehr Mühe, als bei Plaudereien. Beide Seiten haben eine Bringschuld.

Ich habe keine Lust, meine Aufgeschlossenheit missbrauchen zu lassen, damit jemand sagen kann, die Leute würden trotzdem kommen. Ich habe keine Lust, etwas zu erdulden, das keine Anstalten macht, aus seiner Verkopftheit zu entgehen, weil ja genug Leute und Sponsoren da sind, die es zahlen. Und dieses Elend ist ganz besonders in der Musik verbreitet, wo jeder miese Schreiberling noch den Untergang der westlichen Zivilisation ausruft, falls man es wagen sollte, seine Worthülsen und Bildungsgrosskotzerei (Wie Alban Berg bekanntlich in seinem Brief an soundso geschrieben hat) zu kritisieren. Das heisst nicht, dass ich dagegen wäre, anderen solche Erlebnisse auszureden.

Ich bin nur zu alt, um mir von kecken Bürschchen mit Dirigentenstock und Feder noch einen Kanon aufdrücken zu lassen, der zu oft der eigenen Bedeutungssicherung gilt.

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"Genußfähigkeit egal welcher Art ist das Resultat von Arbeit." ist Grütze.

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@ Holgi
Wenn man nicht gelernt hat, Aromen zu unterscheiden, gibt es keine Genußfähigkeit bei guten Weinen und schottischen Single Malts.

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Ohne Zweifel kann man darüber diskutieren, ob die übliche Programmgestaltung "Neutöner vor der Pause - Klassiker danach" sinnvoll ist, weil da sehr unterschiedliche Hörgewohnheiten und -erwartungen kollidieren. Es gibt ja auch Veranstaltungen (und Ensembles), die sich explizit nur der Neuen Musik widmen; hier lokal z.B. die Dresdner Sinfoniker. In der Regel sind diese Veranstaltungen auch ganz gut besucht.
Und ja, das hat alles mit Arbeit zu tun. Wenn die Musiker ein bestimmtes Stück -zigmal geprobt haben, wissen sie (in der Regel) um bestimmte Zusammenhänge, die einem erstmaligen Hörer verborgen bleiben. Nun kann man sich sicher auf den Standpunkt zurückziehen, dass Musik (oder Kunst allgemein) auch ohne diese intensive Beschäftigung "irgendwie" funktionieren sollte - man muss aber nicht. Fakt ist, dass viele (nicht alle!) Musiker selbst diese scharfe Abgrenzung zwischen Neuer Musik und den vorhergegangenen Epochen nicht so empfinden wie das Publikum.

Davon mal abgesehen gibt es natürlich im Falle einer Uraufführung immer das Risiko, ein Werk zu erwischen, das nicht so wahnsinnig toll ist. Das wissen nämlich alle Beteiligten (vom Komponisten über die Ausführenden bis zum Publikum) immer erst hinterher.

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Monaco Franze als Opernkritiker:

http://www.youtube.com/watch?v=qHF1i-oFdu8

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Ich verstehe die Aufregung nicht: Klar ist Genussfähigkeit auch Arbeit, aber nicht nur. Und die kann ich, muss ich aber doch nicht in Neue Musik stecken.
Ich finde es viel spannender, dasselbe Couperin-Cembalostück in Werckmeister III-Stimmung gegen Kirnberger I zu hören und die Vor- und Nachteile nachzuvollziehen. Da geht's um feinere Nuancierungen als bei Vierteltönern und die sozialen Distinktionsmöglichkeiten sind mindestens so groß. Ich kann aber auch einfach ohne jede Analyse aus Begeisterung Bibers Missa Salisburgensis hören, natürlich in Dolby-Surround-Technik, schließlich will ich den Salzburger Dom "hören".
Neue Musik habe ich noch nie vermisst, bei Konzerten stört sie mich, ich habe die nötige Arbeit dafür evtl. nicht erbracht. So what?

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Übrigens muss man bei allem Berlin-Bashing eines sagen: Hier kommen wirklich viele ins Konzert, weil sie das tatsächlich großartig finden. Pierre Boulez (wahrlich keine leichte Kost) in der Philharmonie z.B. war wirklich toll, und man konnte die Verzauberung im Publikum deutlich spüren.
Aber machen wir uns nichts vor: Die vom Don beschriebenen Möchtegern-Hochkulturler nebst zugehörigen Erklärungs-Kuratier-Maschinerien gibt es zweifellos.

@alterbolschewik: Natürlich hat Genußfähigkeit mit langjähriger und liebevoller Beschäftigung mit Kunst/Essen etc. zu tun (Arbeit, pah!) - nur ist das eben nicht die ganze Wahrheit.

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Interessant, daß sich einige an dem Satz, der Genuß mit Arbeit kombiniert, gestoßen haben. Dazu muß ich vielleicht ergänzen, daß mein Arbeitsbegriff sich weitgehend mit dem von Karl Marx, nicht dem der christlichen Kirche deckt: Arbeit ist für mich nicht Mühe und Plage, die Strafe für die Ursünde, sondern sie ist einfach Auseinandersetzung mit einem fremden Gegenstand, der mir, weil fremd, einen gewissen Widerstand entgegensetzt. Zwar ist die Überwindung dieses Widerstandes oft etwas mühselig, andererseits aber auch äußerst befriedigend, denn es verändert sich dadurch nicht nur der Gegenstand, sondern auch ich mich selbst.

Genuß ohne Mühe ist meist nach kürzester Zeit ziemlich schal und unbefriedigend. Fastfood, Fernsehen, Event-"Kultur", all das verspricht mühelosen Genuß - und mündet doch nur in Suchtverhalten, weil es keine qualitative Veränderung im Konsumtionsprozeß gibt. Das führt dann dazu, daß man das immer Gleiche in immer höheren Dosen will, ein Kreislauf der Sucht, der sich prima ausbeuten läßt.

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Wenn Sie es so formulieren: Volle Zustimmung. Nur, beim Thema Musik bin ich halt sehr vorsichtig, weil ich diese elitäre, sich-seiner-konservativen-Identität-bestätigende Haltung, nur hochkulturelle Musik als wertvoll anzusehen - alles andere ist ja Entertainment-Schrott fürs Volk - nur zu gut kenne. Das sind dann oft die Leute, die im Auto heimlich Eros Ramzotti aufdrehen, wenn sie alleine sind.

Anders gesagt: Musik kann einen sehr berühren, ob und wie, hängt sehr mit der eigenen Biographie, der früheren Beschäftigung mit Musik, der eigenen Haltung zu sich selbst und zur Gesellschaft etc. ab. Und daher gibt es eben den Entertainment-Junkie ebenso wie den heuchlerischen Musik-Elitaristen, es gibt bahnbrechende Popmusik und dümmliche E-Musik, es gibt ins Bürgertum cross-overnde Schlager und Neue-Musik-Fans von ganzem Herzen.

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