Die Brandherde im Vergleich
1. Griechenland und Zypern.
Sehe ich gar nicht mal so als arg problematisch an; ich würde sogar sagen, dass eine ungeordnete Insolvenz, wie sie gerade wieder im Gespräch ist, verkraftbar bleibt. Man wird dann eben die alten Schulden in neue Schulden zwangsumschreiben - was zumindest teilweise möglich ist - und dann eigene Wege gehen. Eine Währungsreform wäre relativ einfach zu machen, das Land ist klein und die Wirtschaft nicht bedeutend. Für den Euro wäre das natürlich ein Präzedenzfall, aber das würde man schon irgendwie regeln. Und Frankreich könnte sich auch 2, 3 Banken weniger leisten, die dann wackeln. Verstaatlichung kommt im Wahlkampf immer gut. Aber das Weiterzahlen bringt überhupt nichts: Das ist ein failed state, der braucht einen Neuanfang, viellieicht mit indirekter Lenkung durch den IWF. Gefährlicher finde ich
2. Italien
Da ist insofern der Druck raus, als die Griechen vorgeführt haben, wie man einen Staat wirklich vor die Wand fährt. Relativ gesehen erscheint Italien wie ein Hort der Sicherheiut, immerhin gibt es dort mitunter sehr stabile Strukturen, und das muss nicht Mafia sein: Man mag über die italienische Familie lachen, aber sie ist auch eine Art Schutzschild, der einiges an Katastrophen aushält, und sei es nur mit den 500ern unter dem Teppich. Natürlich bräuchte auch Italien eine Art Revolution zur Entgiftung der Politik. Angst macht mir aber vor allem die dortige Bankenwelt. Wenn die Unicredit fällt, kann Italien selbst vermutlich nur noch wenig tun,. Tatsächlich glaube ich, dass der Infektionsweg der Krise nicht mehr von Athen nach Rom führt, sondern von Griechenland über die Staatsschuldenrisiken zur Unicredit und ähnlichen Banken, und erst von dort aus dann nach Rom. Und das hängt dann wieder an
3. Ungarn und dem Balkan.
Dieses ganze undurchsichtige und schwer einzuschätzende Finanzkonglomerat zwischen der Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Luxemburg, Bayern und Italien, in dem die Unicredit nur ein Teil des Debakels ist, ist so etwas wie ein Infektionsweg an allen europäischen Strukturen vorbei. Man wollte das nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, alle wollten Geschäfte machen, und diese Balkanblase, oder besser, ihr Rest, droht jetzt zu platzen. Was mit den Banken in Oberitalien und Österreich passiert, bestimmen nicht mehr Politik und Gesellschaft, sondern andere Politiker, Günstlinge und Kreditnehmer. Es sagt einem keiner so direkt ins Gesicht, aber die Ungarn können mit einem Bankrott nicht nur ihre Schulden loswerden, sondern auch zwei Kernregionen Europas zum wackeln bringen.
------------------------------------- o O o -------------------------------------
Wenn Griechenland hochgeht und man etwas Zeit hat, kann man das vermutlich ohne Lehmaneske Folgen regeln. Wenn Italien wackelt, wird es schon schwieriger, aber theoretisch gäbe es schon Möglichkeiten, wie man eine Art sanfte Landung einleiten kann, denn Italien ist über weite Strecken ein reiches Land. Eventuell müsste man dann den Euro spalten, aber ich bin mir sicher, dass dafür die Pläne längst fertig sind. Die eigentliche Subprimeregion ist der Balkan.
Das Horrorszenario wäre in meinen Augen ein Crash Griechenlands, der auf dem Balkan genutzt wird, um Europa zu erpressen: Dann brennt sich das nach Österreich und Oberitalien. Wenn das alles zum falschen Zeitpunkt und so schnell passiert, dass man mit dem Löschen nicht nachkommt, wird 2012 ein spannendes Jahr.
Sehe ich gar nicht mal so als arg problematisch an; ich würde sogar sagen, dass eine ungeordnete Insolvenz, wie sie gerade wieder im Gespräch ist, verkraftbar bleibt. Man wird dann eben die alten Schulden in neue Schulden zwangsumschreiben - was zumindest teilweise möglich ist - und dann eigene Wege gehen. Eine Währungsreform wäre relativ einfach zu machen, das Land ist klein und die Wirtschaft nicht bedeutend. Für den Euro wäre das natürlich ein Präzedenzfall, aber das würde man schon irgendwie regeln. Und Frankreich könnte sich auch 2, 3 Banken weniger leisten, die dann wackeln. Verstaatlichung kommt im Wahlkampf immer gut. Aber das Weiterzahlen bringt überhupt nichts: Das ist ein failed state, der braucht einen Neuanfang, viellieicht mit indirekter Lenkung durch den IWF. Gefährlicher finde ich
2. Italien
Da ist insofern der Druck raus, als die Griechen vorgeführt haben, wie man einen Staat wirklich vor die Wand fährt. Relativ gesehen erscheint Italien wie ein Hort der Sicherheiut, immerhin gibt es dort mitunter sehr stabile Strukturen, und das muss nicht Mafia sein: Man mag über die italienische Familie lachen, aber sie ist auch eine Art Schutzschild, der einiges an Katastrophen aushält, und sei es nur mit den 500ern unter dem Teppich. Natürlich bräuchte auch Italien eine Art Revolution zur Entgiftung der Politik. Angst macht mir aber vor allem die dortige Bankenwelt. Wenn die Unicredit fällt, kann Italien selbst vermutlich nur noch wenig tun,. Tatsächlich glaube ich, dass der Infektionsweg der Krise nicht mehr von Athen nach Rom führt, sondern von Griechenland über die Staatsschuldenrisiken zur Unicredit und ähnlichen Banken, und erst von dort aus dann nach Rom. Und das hängt dann wieder an
3. Ungarn und dem Balkan.
Dieses ganze undurchsichtige und schwer einzuschätzende Finanzkonglomerat zwischen der Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Luxemburg, Bayern und Italien, in dem die Unicredit nur ein Teil des Debakels ist, ist so etwas wie ein Infektionsweg an allen europäischen Strukturen vorbei. Man wollte das nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, alle wollten Geschäfte machen, und diese Balkanblase, oder besser, ihr Rest, droht jetzt zu platzen. Was mit den Banken in Oberitalien und Österreich passiert, bestimmen nicht mehr Politik und Gesellschaft, sondern andere Politiker, Günstlinge und Kreditnehmer. Es sagt einem keiner so direkt ins Gesicht, aber die Ungarn können mit einem Bankrott nicht nur ihre Schulden loswerden, sondern auch zwei Kernregionen Europas zum wackeln bringen.
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Wenn Griechenland hochgeht und man etwas Zeit hat, kann man das vermutlich ohne Lehmaneske Folgen regeln. Wenn Italien wackelt, wird es schon schwieriger, aber theoretisch gäbe es schon Möglichkeiten, wie man eine Art sanfte Landung einleiten kann, denn Italien ist über weite Strecken ein reiches Land. Eventuell müsste man dann den Euro spalten, aber ich bin mir sicher, dass dafür die Pläne längst fertig sind. Die eigentliche Subprimeregion ist der Balkan.
Das Horrorszenario wäre in meinen Augen ein Crash Griechenlands, der auf dem Balkan genutzt wird, um Europa zu erpressen: Dann brennt sich das nach Österreich und Oberitalien. Wenn das alles zum falschen Zeitpunkt und so schnell passiert, dass man mit dem Löschen nicht nachkommt, wird 2012 ein spannendes Jahr.
donalphons, 00:14h
Donnerstag, 12. Januar 2012, 00:14, von donalphons |
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hartmut b aus e,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 14:00
Je eher desto besser
aber wir haben die Rechnung ohne Mutti gemacht - und deren lange Bank ( Leitung ?)
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betablogg,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 14:01
...wir leisten es uns, McPomm, Berlin, Bremen oder das Saarland nicht pleite gehn zu lassen, warum sollten wir das nicht auch bei Griechenland tun ?
Die Dimensionen an finanzieller Hilfe (Transfers) sind sehr überschaubar und bei weitem nicht so groß, daß wir deshalb das Ziel eines geeinten Europas aufgeben sollten...
Griechenland ist wirtschaftlich nicht mal die Hälfte Bayerns...
Die Dimensionen an finanzieller Hilfe (Transfers) sind sehr überschaubar und bei weitem nicht so groß, daß wir deshalb das Ziel eines geeinten Europas aufgeben sollten...
Griechenland ist wirtschaftlich nicht mal die Hälfte Bayerns...
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betablogg,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 14:03
...und was Italien angeht: In diesem Land wohnen die reichsten Familien Europas, wie uns heute die FAZ vorgetragen hat... Italien wird traditionell schlecht regiert, wäre aber sehr wohl in der Lage, sich selbst zu helfen.
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don ferrando,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 14:15
Nix wird passieren !
Sie werden sehen!
Sie werden sehen!
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sephor,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 17:06
Mmh - kann gut sein.
Griechenland ist eh schon längst abgehakt.
Griechenland ist eh schon längst abgehakt.
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bengel,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 14:17
von den ganzen Finanzkonstrukten, in welchen europäischen Ländern auch immer habe ich, wie ich zugeben muss, wenig Ahnung. Wobei "wenig Ahnung" fast schon wieder übertrieben ist. Bei vielen Dingen hat mir allerdings mein "Bauchgefühl" schon gute Dienste geleistet. Unter anderem zu einer mittlerweile fast 30 jährigen und ganz erfolgreichen Unternehmerkarriere verholfen. 2012 im Blick bekomme ich, metaphorisch gesprochen, Magenkrämpfe.
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jeeves,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 15:00
"mit den 500ern unter dem Teppich. "
Sie wissen wieder mal mehr als wir?
Sie wissen wieder mal mehr als wir?
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zwischenspeicher,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 15:36
Es gibt weiter Valium für fast alle (also für's Volk) bis
- das letzte EU-Land von einem Goldman-Sachs-Paten regiert wird,
- die Umsatzsteuer überall in Europa bei 40% liegt,
- Akropolis, Brandenburger Tor, Schl0ss Nymphenburg bis hin zum letzten Friedhof privatisiert sind,
- überall in Europa die Renten abgeschafft und das Rentenalter auf 99 Jahre angehoben wurde,
- die Arbeitsverhältnisse aber sowas von flexibilisiert wurden,
- die Löhne am Existenzminimum liegen.
Dann ist in den Augen unserer Eliten von Monti, Draghi bis Merkosy Europa gerettet.
- das letzte EU-Land von einem Goldman-Sachs-Paten regiert wird,
- die Umsatzsteuer überall in Europa bei 40% liegt,
- Akropolis, Brandenburger Tor, Schl0ss Nymphenburg bis hin zum letzten Friedhof privatisiert sind,
- überall in Europa die Renten abgeschafft und das Rentenalter auf 99 Jahre angehoben wurde,
- die Arbeitsverhältnisse aber sowas von flexibilisiert wurden,
- die Löhne am Existenzminimum liegen.
Dann ist in den Augen unserer Eliten von Monti, Draghi bis Merkosy Europa gerettet.
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betablogg,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 15:50
@zwischenspeicher:
Gestatten Sie eine neugierige Gegenfrage: Leben Sie von einem Lohn, der am Existenzminimum liegt ?
Gestatten Sie eine neugierige Gegenfrage: Leben Sie von einem Lohn, der am Existenzminimum liegt ?
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zwischenspeicher,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 16:08
Was geht Sie das an?
(Sie dürfen aber gerne mal nach Begriffen wie "Reallohn-Entwicklung, Vermögens- und Einkommensentwicklung" googeln, um sich kompetent zu informieren)
(Sie dürfen aber gerne mal nach Begriffen wie "Reallohn-Entwicklung, Vermögens- und Einkommensentwicklung" googeln, um sich kompetent zu informieren)
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betablogg,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 19:04
...wollte mir nur einen Eindruck von Ihrer persönlichen Betroffenheit verschaffen...
Ich hoffe, Sie bleiben gesund bis 100, damit Sie das Rentenalter auch wirklich erreichen.
Ich hoffe, Sie bleiben gesund bis 100, damit Sie das Rentenalter auch wirklich erreichen.
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zwischenspeicher,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 21:01
Was hat das mit "persönlicher Betroffenheit" zu tun? Ich kann Zeitung lesen und ziehe meine Schlussfolgerungen. Eine reine Frage des Intellekts.
Sie gehen wohl davon aus, dass sich eine Meinung ausschließlich abhängig von der jeweiligen finanziellen Situation bildet. Ist man reich, ist man für Merkosy, ist man arm, ist man dagegen. Außerdem nehmen sie Zuspitzungen wörtlich. Ein bisschen schlicht, wie ich finde.
Allerdings, wenn Sie diese Auffassung tatsächlich vertreten, unterstellen Sie mir ja, dass ich irgendwie in ärmlichen Verhältnissen leben würde, weil ich ja gegen Merkosy bin, gelle? Ihr Interesse an meiner persönlichen Betroffenheit und an meiner Gesundheit scheint mir ein wenig negativ intendiert zu sein.
Sie gehen wohl davon aus, dass sich eine Meinung ausschließlich abhängig von der jeweiligen finanziellen Situation bildet. Ist man reich, ist man für Merkosy, ist man arm, ist man dagegen. Außerdem nehmen sie Zuspitzungen wörtlich. Ein bisschen schlicht, wie ich finde.
Allerdings, wenn Sie diese Auffassung tatsächlich vertreten, unterstellen Sie mir ja, dass ich irgendwie in ärmlichen Verhältnissen leben würde, weil ich ja gegen Merkosy bin, gelle? Ihr Interesse an meiner persönlichen Betroffenheit und an meiner Gesundheit scheint mir ein wenig negativ intendiert zu sein.
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egghat,
Donnerstag, 12. Januar 2012, 23:35
Ich würde widersprechen ...
"Wenn das alles zum falschen Zeitpunkt und so schnell passiert, dass man mit dem Löschen nicht nachkommt, wird 2012 ein spannendes Jahr."
Das wird nämlich selbst dann ein spannendes Jahr, wenn man schnell genug zu löschen anfängt ...
Das wird nämlich selbst dann ein spannendes Jahr, wenn man schnell genug zu löschen anfängt ...
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finmike,
Freitag, 13. Januar 2012, 10:47
Passt schon:
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schauerfeld,
Samstag, 14. Januar 2012, 02:24
Kaufe ein E, ein S und ein M – und möchte lösen.
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schauerfeld,
Samstag, 14. Januar 2012, 02:40
Ihnen geht's doch noch Gold, @ AvAntgArde ...
(Schnüff)
(Schnüff)
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avantgarde,
Samstag, 14. Januar 2012, 03:03
Das wird dann in 2000 Jahren jemand aus dem Isarsand graben wie heute arabische Goldmünzen in der Uckermark
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schauerfeld,
Samstag, 14. Januar 2012, 04:09
Die Anspielung galt eigentl. der Un-Herabstufbarkeit-von-triple-A Ihres nicknames :-)
Aber klar, die Urstromsümpfe der Uckermark sind kein bißchen vergeßlicher als der Uferschlamm der Isar.
Das Geschwafel von europäischer Ratingagentur wird jetzt sicher noch mal Fahrt aufnehmen ... wenn es in *hust* Euroland kein triple A mehr gibt, hört es auch wieder auf.
Für diesen westsibirischen Landstrich-hier ändert das wenig. Subsistenzwirtschaft rules.
Aber klar, die Urstromsümpfe der Uckermark sind kein bißchen vergeßlicher als der Uferschlamm der Isar.
Das Geschwafel von europäischer Ratingagentur wird jetzt sicher noch mal Fahrt aufnehmen ... wenn es in *hust* Euroland kein triple A mehr gibt, hört es auch wieder auf.
Für diesen westsibirischen Landstrich-hier ändert das wenig. Subsistenzwirtschaft rules.
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