Lest diesen Text

Diesen Text hier bei Rainer sacht. Ihr werdet feststellen, dass in dieser Glosse über Darsteller der Werbekampagne vom Media Markt einige Stellen mit ********* gelöscht wurden, weil es von Anwälten gefordert wurde. Ich wisst schon, dieser grosse Laden, der auch schon mal wegen fremdenfeindlicher Werbung aufgefallen ist, und der mit Metro und der Kette Saturn verbandelt ist. Wenn Ihr der Meinung seid, dass Texte mit ******* irgendwie nicht Eurem Verständnis von Meinungsfreiheit entsprechen und eher an China, Nordkorea und Syrien erinnern, dann könnt Ihr einiges tun. Zum beispiel Euer Geld zu Elektromärkten um die Ecke tragen, die sowas nicht tun. Und ebenfalls darüber berichten, wenn Ihr ein Blog habt. Man darf in Deutschland darüber reden, wenn Megakonzerne und ihre Werbefiguren gegen einen Blogger vorgehen. Es kann - und sollte - jeder wissen, für was die das Geld verwenden, das ihre Kunden dorthin schleppen.

Donnerstag, 1. Juni 2006, 21:03, von donalphons | |comment

 
Die einzige Möglichkeit für Verbraucher zu reagieren ist der Boykott. Letztens hat mal jemand gemeint, es sei eine Qual mit mir einzukaufen, weil meine Index-Liste immer länger würde.

Aber das eigentliche Thema ist die Frage nach Zensur, nach Anwaltschreiben und auch letztlich: Was dürfen Blogger? Leider kenne ich den Ursprungstext jetzt nicht - also auf der Metaebene: Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen - die Wahrung der Persönlichkeitsrechte gilt natürlich für Blogger auch. Aber es ist ja dennoch keine Zeitung - wo ein Lästertext schon gar nicht erscheint, weil dir dein Chef dazwischengrätscht - du kannst doch einen Werbekunden nicht angehen. Aber im Zweifelsfall dir ein Anwalt beiseite steht. Müssen wir jetzt Rechtschutzversicherungen abschließen? - Das Problem: Im Zweifelsfall stehst du den Anwälten eines Konzerns allein gegenüber...

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Die Polen haben gezeigt, wie man so einen Konzern rund macht. Geht also. Und ich wette, dass die das hier auch bald mitbekommen.

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grad gesehen: Richtig problematisch finde ich es, wenn jemand selbst sich über geltendes Recht (und Urteile!) hinweg setzt, aber selber sofort beleidigt ist wie eine Betschwester. Ein echtes .... (freiwillig zensiert).

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Man gehe auf Google, suche nach: rainersacht Märkte

Dann sehe man sich den Cache des ersten Hits an, lege die aktuelle Version daneben, und sieh da, man sieht genau, was den ******** vom ******* Media Markt nicht gepasst hat.

Erlaubt ist beispielsweise zu sagen, dass Steinhöfel eine extrem unangenehme Stimme hat. Nicht gestattet ist die Behauptung, er würde scheiße aussehen.

Evtl. sollte man das mal tabellarisch festhalten, damit andere wissen, was sie schreiben dürfen, und was nicht.

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Guckt euch mal an, was Steinhöfel über sich selbst gesagt hat. Die Links gibt's auf diesem Beitrag
Steinhöfel

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Also gerade das mit dem "Arschloch" ist interessant.

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"der von sich selbst sagt, er sei ein Arschloch" würde man das in den Medien sagen...

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Nach Durchsicht der Änderungen würde ich ja fast zu der Auffassung gelangen, er sei ein eitler Fatzke, aber da bin ich jetzt vorsichtig geworden. Richtig stören tut es ihn jedenfalls vor allem, wenn es um sein Aussehen geht, so auch bei der unstatthaften Behauptung mit den "widerlichsten Fratzen im deutschen Fernsehen".

btw., Don, du schreibst doch sicher schon den Boo?

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Zuerst kam per Mail was zu meiner polemischen Äußerung, der Media Markt sei eine ********** ********** - von der Kanzlei RAe Steinhöfel in Hamburg, gezeichnet von Joachim Nikolaus Steinhöfel himself.
Paar Minuten später kam eine Mail von einem Mitarbeiter der Kanzlei mit der Aufforderung, ich solle es unterlasse, von Herr Steinhöfel zu behaupten, er seine eine der ************ ******* im deutschen Fernsehen, er sehe ******* aus und sei notorisch wegen ******** ********* mit *****************.

Die erste Mail übrigens ohne Betreff und ohne Nachrichtentext, lediglich mit einem PDF als Anhang. Ist irgendwie durch den Spam-Filter gerutscht, weil solche Mails ja üblicherweise Junk oder Schlimmeres sind.

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Die Behauptung, er sei durch dubiose Geschäfte rund um Weblinks notorisch geworden, entbehrt ja nun allerdings auch wirklich jeder Grundlage.

Der Spiegel hatte ja geschrieben, dass er dubiose Geschäfte mit Internetadressen gemacht hat. Ihm geht es wohl um den fundamentalen semantischen Unterschied zwischen "Weblinks" (anklickbar) und "Internetadressen" (URLs). Dubiose Geschäfte mit Weblinks wären vermutlich auch lange nicht so lukrativ gewesen wie solche mit Internetadressen, und Steinhöfel ist ja bekanntlich nicht blöd.

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Ich bin doch nicht blöd
und kaufe meine Sachen im horrend überteuerten MediaMarkt, bei überdurchschnittlich schlecht gelaunten und unglaublich unfreundlichen Verkäufern. Dort kann einem niemand weiterhelfen, ausser das eigene Wissen. Das trifft natürlich auf die restlichen Läder der Kette auch zu. Ich gehe viel lieber in kleine independent Läden. Da gibt man sein Geld gerne aus, weiß, wo es landet. Zumindest verspüre ich nach dem Kauf nicht so eine starke kognitive Dissonanz. Und das ist es alle mal wert.

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Es ist übrigens bekannte Strategie vom Media Markt, nur ein paar Lockangebote extrem billig zu machen. Der Rest ist durchschnittlich wesentlich teurer, als wenn man ihn über andere Quellen bezieht. Das ist der Trick des Ladens.

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Das geht ja schon viel länger so. Zu dieser MediaMarkt-Parole "Kaufen MarschMarsch" fiel mir als Appendix immer nur "und darauf ein dreifaches Sieg Heil!" ein, so totalitär kam das rüber. Und sowas hat nun eher faire Anbieter wie Vobis, Escom und Comtech, ganz zu schweigen von vielen kleinen Elektronikläden aus dem Markt gedrängt...

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Wahres Heldentum
Ach übrigens Rainer, zu den ************: Die Titanic hat es schon mal gebracht, nach einer Unterlassungsklage dreizehnmal in Folge in den Briefen an die Leser zu schreiben "Auch an dieser Stelle distanzieren wir uns wieder nicht von der Feststellung, der Programmdirektor des Bayerischen Rundfunks, Wolf Feller, sei ein karrieregeiler Arschkriecher."

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Hej, einige von euch hätten also im Media-Markt schon mal einen Verkäufer gesehen? Ich noch nie - außer einigen rotgewandeten Witzfiguren, die schleunigst das Weite suchen, wenn ein Kunde mit einer Frage im Gesicht hoffnungsfroh auf sie zusteuert.

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Hauptsache, die Kasse ist besetzt. Für verkäufer ist es sehr wichtig, die Qualität ihrer Ware zu demonstrieren, indem sie ununterbrochen mit dem Handy telefonieren oder das PDA benutzen, da haben sie keine Zeit für Beratung.

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Ich war noch nie in einem MM, Saturn, ProMarkt oder wie die heissen. Habe ich was verpasst? Ich würde gerne mitreden können.

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Nicht wirklich etwas verpasst. Saturn ist tendenziell ein bißchen netter als Mediamarkt, aber da überlasse ich das Urteil lieber Chat, der da als Bremer mehr zu sagen kann.

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Tja, ich glaube da muss man bei den Streichungen wirklich unterscheiden. Die Sache mit der nicht-legalen Vereinigung geht eindeutig zu weit. Die persönliche Beleidigung von Personen könnte von diesen angezeigt werden, aber wohl kaum von ihrem Auftraggeber.

Durch Einschalten eines Anwalts würde die Hälfte der Streichungen wohl wieder gestrichen. Mindestens.

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@tknuewer:
Ja, stimmt schon. Ich will die Streichungen ja auch gar nicht wieder zurücknehmen; ich sehe sie eher als eine Art Tattoo der Texte - sie schmücken.
Die Frage, ob man jemanden, der sich selbst öffentlich als Arschloch bezeichnet hat, ebenfalls öffentlich ein Arschloch nennen darf, die finde ich spannend. Das sollte öffentlich diskutiert werden.

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Nicht zu vergessen, welch zweifelhafte Person der deutschen Geschichte als Anteilseigner des Metrokonzerns auch beim Media Markt die schmutzig-braunen Finger im Spiel hat:
Otto Beisheim

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Aah! So lernt man dazu. Der "Schweizer" Otto Beisheim (bayrischer Verdienstorden) verhält sich also zur Leibstandarte Adolf Hitler wie Saturn zum Mediamarkt.

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Manueller Trackback
siehe hier:
http://www.pottblog.de/2006/06/05/media-markt-ich-bin-doch-nicht-bloed/

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Ich verstehe die Aufregung nicht. Wenn jemand einen anderen als "Arschloch" tituliert, ihn also formal beleidigt (Straftat), dann ist es sein gutes Recht, dies zu unterbinden. Und es ist auch klar, dass der Beleidiger die Kosten trägt.

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Kann sein. Aber wenn der angeblich Beleidigte dann nicht anders kann als mit derartigen Streitwerten, dann darf sich sein Arbeitgeber nicht wundern, wenn man ihn entsprechend behandelt.

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