Still und ruhig

ist es auf der Dachterasse, ein friedlicher Abend könnte es werden in der Altstadt, und es ist gar nicht mehr so kalt. Was da unten scharrt und kratzt, sind teils die Tauben, teils die Mieter, die meine neue Wohnung langsam freiräumen.



Aber es wird nicht lange halten, denn alles Gute hat sein Übel, und hier in Bayern heisst das Übel Volksfst, wozu es das Gschleaf aus den Käffern hereinzieht, die sich hemmungslos betrinken und - in den letzten Jahren - zunehmend hirnlos in der angrenzenden Altstadt marodieren. Die Nacht wird ein Feuerwerk bringen und Kotze an allen Ecken und Enden, und ich lasse das ganze Haus im Licht erstrahlen, um dem Mob den Raum, den sie im Dunklen erobern, zu nehmen. Das hier sind keine italienischen Touristen, die Spass haben wollen. Das hier sind die Ausgeburten der Hölle: Grossmehringer, Köschinger, Irschinger und das Schlimmste von allen: Neuburger. Ein paar wird es auch derbröseln, heute nacht, das Holz für ihre Marterl ist schon gefällt, und die bayerische Abendluft riecht nach dummen, banalen Tod, dem Vorrundenaus des drögen Fans.

Freitag, 2. Juni 2006, 23:57, von donalphons | |comment

 
"overdone, like everything German."
Evelyn Waugh

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Willkommen in der Provinz!
Au weia, das Volksfest! Fand in meinem Heimatort auch gerade statt. Und was muss ich da in der Lokalpresse via Google News lesen? Wüßte Schlägereien etc. ein paar sechszehnjährige mussten gar ihren Eltern übergeben werden. Peinlich...

Wobei die Straßenfeste etc. hier in Berlin teilweise echt noch peinlicher sind. Und die Klientel kann es mit den Herrschaften aus Grossmehringen :) sicher aufnehmen!

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jaja, wenn die Jugend in Ermanglung von Hirschen den Hirschfänger in die Nächsten steckt, dann weiss man: man ist aus Bayern.

Hollareiduliö.

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