AOC oder warum die Milchteuerung gut ist.
Denn mein Käsehändler hat keine Produkte, die irgendwie aus Molkepulver vom Weltmarkt gefertigt werden. Mein Käsehändler fährt selbst im Urlaub durch Europa, um Käsespezialitäten zu finden. Vor allem Käse, von dem er nicht nur den Hersteller und den Reifekeller und den Herstellungsprozess erlebt hat, sondern auch die Milch kennt. Die Milch ist etscheidend. Es gibt dort nicht irgendeinen Parmigiano, sondern den, bei dem die Milch aus einer sehr kleinen, klar definierten Region kommt. Manche Sorten sind Spezialitäten eines einzigen Herstellers, der die Milch nicht kaufen muss, weil er seine eigene Milch verwendet. Wie bei obiger Butter. Die ist AOC, sprich, da gibt es nachweislich kein Milchpulver vom Weltmarkt. Damit erzielt der Hersteller seit jeher seine Erzeugerpreise, und muss nichts erhöhen. Und damit bleibt mein Käsehändler nicht billig, aber preisstabil und hochwertig.
Wenn ich jetzt höre, dass der Dreck der Massenproduktion, aus billigster Milch der abartigen Massentierhaltung zusammengepanscht wird, teurer wird, dass man für "Parmesan", der kein Parmigiano ist und der allenfalls ein paar Wochen zum Nichtreifen hat, mehr bezahlen muss, wenn das Glump auf der Tiefkühlpizza dieselbe verteuert und der Verbraucher nicht mehr wie früher von den Zuständen der industriellen Tierhaltung profitiert, kann mir das nur recht sein. Es ist nämlich jetzt schon nicht billiger, denn kein Supermarktschimmelkäse wird je die sanfte Geschmacksfülle besitzen, die meinem Gorgonzola D.O.C. aus Brescia entstammt. Man bekommt für das gleiche Geld im Supermarkt mehr, aber man muss auch mehr für einen ähnlichen Geschmack nehmen, und das wiederum macht die Saucen fett und schleimig. Kein "Frischkäse", egal wieviel man davon auf ein Brot kippt, wird je die Frische meines St. Ceols haben, und nichts wird je so an Korsika erinnern, wie die Kräuterkruste auf dem Fleur de Marquis.
Wenn der gepanschte Essmüll, der aus dem Milchpulver der ganzen Welt geronnen ist, in Fabriken, die ihre Arbeiter wie den letzten Dreck behandeln und nur die Rendite kennen, teurer wird - super! Richtig so! Zahlen sollen die Idioten, die hirnlos Fette in sich reinschieben, damit sie irgendwas schmecken! Dann begreifen sie vielleicht, dass echter Käse gar nicht mal so viel teurer, aber unendlich besser ist.
Vermutlich jedoch greifen sie dann eher zum billigsten Rinderhack, oder einer Tüte Chips. Das ist das Drama: Alles hat seinen Preis in der Marktwirtschaft, jeder Kauf entscheidet darüber, wie wir leben, und jene, die am wenigsten haben, sind gleichzeitig diejenigen, die mit der Kaufentscheidung dafür sorgen, dass es weiterhin Dampf für die Maschinerie des Niedergangs gibt. Der Hartz-IVler nimmt Bröselfleisch für 39 Cent, die Elitesse zahlt etwas mehr für die 99Cent-Tiefkühlpizza und verzichtet auf das normale Kochen, damit sie sich noch die Fluppen leisten kann. Bis zur nächsten Preiserhöhung.
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Meine ehemalige Mitbewohnerin hat in ihren drei Jahren hier den Wochenmarkt höchstens beim Mitnehmen der 1€-Schale schon halb vergammelter italienischer Erdbeeren von diesem unseligen Importwaren-Stand kennengelernt - und sich dann gewundert, weshalb sie am nächsten Tag schon verschimmelt waren. Sie, die leidenschaftliche Aldi-Einkäuferin, die sicher nie mehr als 10€ in der Woche für ihr "Essen" ausgegeben hat, hat sich auch immer darüber gewundert, warum mein Essen so gut schmeckt - "Die Zucchini schmeckt ja richtig nach Zucchini! Krass."
Diese Dame also - ich habe sie übrigens sehr lieb - sagte kurz vor ihrem Auszug einen Satz, der mir das Denken der allermeisten Menschen leider unendlich klar gemacht hat. Wir saßen in der Küche und diskutierten über Apfelfruchtsaftgetränke, dieses bappige, wi-der-liche Zeug, das sie in Zwei-Liter-Kartons in sich reinzukippen pflegte und es wohl auch weiterhin tut. Nachdem ich sie auf die aktuell veröffentlichten, grauenhaften Testergebnisse dieses teils gesundheitsschädlichen Zeugs hingewiesen hatte, sagte sie nur:
"Na ja, wenn man's nicht besser kennt."
Noch trauriger ist die Tatsache, dass sie es besser kannte - und trotzdem keinen Wert darauf legte.
(Das hatte jetzt nichts mit Milchprodukten zu tun, aber das Prinzip ist dasselbe. Mit tierischen Produkten will ich gar nicht erst anfangen.)
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Dafür haben wir (noch) eine echte Steinofenpizza, deren Pizza wirklich um Klassen besser schmeckt
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Wir sind ohnehin nichts weiter als hirnlose Idioten.
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Das ist dann der Kern der Sorgen. Monsantos und Nestle und Aldi sind keine Giganten, die über uns herfallen. Sie sind selbst gemacht. Und es gibt nur einen, der sie wegmachen kann: Der Konsument. Du.
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das ist mir doch alles Wurscht
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Jedoch möchte ich zu bedenken geben, dass es Menschen gibt, die unfreiwillig in die sauren Äpfel beissen, weil das Budget sehr mager ist.
Ich theoretisiere nicht, sondern kenne beide Seiten.
Zu vermuten ist, dass auch Sie davon gehört haben.
Es macht mir Spass, Ihre ästhetischen Geschmacksergüsse in Wort und Bild zu verfolgen.
Heute jedoch bleibt ein schaler Nachgeschmack zurück.
Schade eigentlich.
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Ich würde allerdings nicht mit den Fingern auf die Menschen zeigen, die sich einfach nur das "Bröselfleisch" leisten können*, sondern eher auf diejenigen, die es sich leisten können - aber darauf verzichten, weil ja der SUVi in der Garage steht oder der neue Plasmafernseher abbezahlt werden muss.
*Wobei häufig in dieser Zielgruppe zu teuren Fertiggerichten gegriffen wird, obwohl die Zeit zum selber Kochen sehr wohl da wäre...
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Und diese Hirnlosigkeit kotzt mich an. Denn wegen dieser 3 Cent entscheidet sich, wie Konsum aussieht. Aber dass man sich an dem orientiert, was die Saison gerade hergibt und naturgemäss billig ist, sehen nur die wenigsten ein. Dann bitteschön den Frass mit dem Flieger kommen lassen. Ich weiss, dass es mitunter nicht anders geht, aber auch da kann man aufpassen.
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Wir haben verlernt aus unserer Nahrung Genuss zu ziehen und definieren Genuss zwichenzeitlich über unsere schneller, bunter, lauter Mentalität.
Jedoch Untersuchungen die ich vor ca 4 Jahren las belegten, daß ein Markteinkauf nicht teurer als ein Supermarkteinkauf ist, nur zeitintensiver. Dies wurde mir übrigens von Familien in meinem Bekanntenkreis welche Harz IV beziehen bestätigt.
Für das Selbstkochen entgegen dem Fertigschmarrn trift dies übrigens ebenfalls zu bzw ersteres ist günstiger und meist Geschmacksintensiver.
Und wer kein Geld hat sollte wenigstens überlegen ob er statt dessen nicht Zeit investieren kann.
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Markteinkauf < Aldilidleinkauf ? Spannend, aber lebensfremd um nicht zu sagen kreischend lustig. Wo leben denn die genannten Bekannten? Noch interesanter: was wären denn deren Essgewohnheiten?
Wer kein Geld hat hat viel Zeit? Tatsache? Faszinierend. Sag mal, wie ist das Wetter denn so auf Deinem Planeten?
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Das gilt auch für Fleisch - Salat und Gemüse sind häufig "Pfennig-Beträge" bei denen ich mir nicht vorstellen kann, daß hier sooo große Unterschiede in den Lebenshaltungskosten vorliegen sollen.
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Aber die H4ler könnten ja mit dem rauchen aufhören, dann wären sie auch gesünder und der Volksgesundheit weniger zur Last, oder ?
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Das Problem ist doch vielmehr, dass die Menschen das Kochen verlernt haben. Dass sie lieber die Fertipzizza (macht für ne Familie um die 8 Euro) in den Ofen schieben als einen Eintopf machen (da ist bei dem Preis auch Fleisch mit drin).
Und dieses entweder der goldene Löffel oder Aldi ärgert mich. Das ist dasselbe wie diese Jammergeschichte mal in einer der großen Zeitungen: die arme Rentnerin, für die ein gekochtes Rindfleisch Essen für drei Tage bedeutet. Ja, das hat meine Oma schon so gemacht - und ich auch.
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Vesrstehen Sie mich nicht falsch, es hätte meine idelle Unterstützung. Lachhaft ist es trotzdem.
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1)Es gibt in der Welt mehr Supermärkte als dich deine Beschränkung auf Ald* und Lid* ansehen lehrt. Wobei den Boykott Letzteren allein der dortige Umgang mit Arbeitnehmerrechten schon rechtfertigt.
2) In einer Großstadt in Nordwestdeutschland
3) Bewölkt aber trocken
4) Das Suppenhuhn eines direktvermarktenden Landwirts ist zwar drei mal teurer als von Wiesen*** aber vier mal schwerer und intensiver im Geschmack.
5) Beispielrechnung gefällig?
1Pfund Linsen ca. 90 Cent
1Suppengrün ca. 1€
1Pfund Durchwachsenen Speck ca. 1,50 €
Ergibt 2,5Liter lecker Linsensuppe bei einem Preis von 3,40€.
0,5 Litter Linsensuppe aus der Dose ca 1,20€ mal 5 entspricht 7,50€.
Weiter Fragen Euer Ehren?
Ach ja, ich bin so weltfremd in meinen Ansichten (und konnte erst jetzt antworten) weil ich den ganzen Arbeitstag in einer Sozialberatungsstelle arbeite anstatt nur zu Leben.
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Im übrigen ist der bildungsferne Stimmpöbel lt. Pisa doch gar nicht in der Lage ein Kochbuch geistig zu umreissen. Convenience-Produkte sind für ihn ien Muss und billich Lebensmittel eine Bringschuld der "Gesellschaft".
Ich wittere hier ja eher eine Gerechtigkeitslücke die mit gesättigten Fettsäuren gestopft gehört. Mit billigen Phrasen à la "Sollen sie doch selber Kochen", angelehnt an "Sollen sie doch Kuchen Essen" ist es nicht getan.
Das hat damals ja auch zu keinem guten Ende geführt.
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Und vollkommen richtig: das es Butter und Butter gibt ist dem Mitbürger meist verborgen geblieben. Ich verwende die letztere.
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"Aber spannend ist die Frage, wie es zu dieser Erhöhung kam. "
Weil die Nachfrage nach Milchpulver in China, Russland und Co gestiegen ist. Weil das Marktwirtschaft ist. Leider ;-)
Weil wohl die Verarbeitung zu Milchpulver und der Export lukrativer ist, als die Milch im Binnenkreislauf zu halten und daraus regionale Produkte zu machen. Was im Endeffekt der Verbraucher "hausgemacht" hat - weil er eben nur die Niedrigpreise im Discounter akzeptiert hat. Und diese heben nun, da es ja kaum noch Konkurrenten gibt, die Preise flächendeckend an...
Geht übrigens auch prima im umgekehrten Weg: Beispiel Johannisbeeren und andere "exotische Früchte". Erst den Binnenmarkt durch Fernost-Importe ruinieren - bis keiner mehr hier sowas anbaut. Wenn der Markt "bereinigt" ist - die Preise erhöhen. Teilweise um 100% und mehr. Jetzt wären inländische Produkte wieder konkurrenzfähig. Wenn es sie noch gäbe...
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Haben wir Staatswirtschaft und Zentralismus oder freie Marktwirtschaft.
Haben wir kartellrechtlich verbotene Preisabsprachen der Lebensmittel-Anbieter?
Da blickt doch keiner mehr durch.
Gegen wertgerechte Bezahlung ist im Grunde ja nichts einzuwenden.
Ich bin mir sicher, daß die Erzeuger der Milchprodukte aber von diesen Erhöhungen kaum etwas abkriegen.
Ist auch schwierig.
Denn sie halten ja auch für Subventionsleistungen die Hand auf.
Wir leben in einem Land, in dem mehr Geld für das Medizin-Wesen (damit ist das fälschlich bezeichnete Gesundheitswesen gemeint) ausgegeben wird, als für die Ernährung.
Ein vorläufiges Fazit:
Energiepreiserhöhungen, Preiserhöhungen für Lebensmittel sind neben steigenden Mietkosten und steigenden Kosten des öffentlichen Verkehrs, wieder ein Griff in die Taschen aller Bürger, die schon mit Pflegeversicherung, Soli, Praxisgebühren und der letzten Mehrwertsteuererhöhung an so vielen Stellen geschröpft wurden.
Die allgemeine Preissteigerungsrate wurde bisher mit billigen "Ramsch-Importen" aus aller Welt im Lot gehalten.
Die damit verdeckte, höhere Inflation, treibt uns immer weiter in eine Abwärtsspirale.
Eine freie Marktwirtschaft mit dem Staat als Aufsichtsorgan, ist das bei Weitem nicht.
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Man mag Signore Alphonso einen gewissen Hedonismus nachsagen, trotz allem hat er im Prinzip recht. Das System lässt sich nur durch Abstimmung mit den Füssen, durch Änderung des Kaufverhaltens durchbrechen und da muss halt jeder Einzelne das seine dazu tun. Auch mich ärgert die Hartz-IV Debatte weil ich weiss dass es dort wirklich Härtefälle gibt. Aber unter Nutzung der eigenen Biomasse im Oberstübchen und mit dem Willen wenigstens ein bisschen was zur Veränderung beitragen zu wollen könnte ein durchaus spürbares Zeichen in Richtung Politik und Agrarindustrie gesendet werden. Und es ist höchste Zeit, denn in Brüssel kämpft die Agrarlobby vehement darum auch die letzten Kleinproduzenten aus den Märkten zu vertreiben (Stichwort: Verbot von Rohmilchkäsen etc.) damit möglichst alle den Müll der Lebensmittelindustrie fressen müssen.
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... mein Gott ist das ein schlumpfiger Thread, erst mal ne ordentliche Wurststulle - dann gehts wieder.
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Schlumpfig ist er doch nicht, enthüllt er doch in belustigender Weise die Innenwelt mancher Mitposter.
Während der AGL2er anderswo der getriebene, wehrlose Hamster im Laufrad des Raubtierkapitalismus ist, so soll er doch zum kleinen Kulinarium befähigt und selbstredend auch in der Lage sein. man stelle sich vor: der Arme in D. muss seine Menschenwürde soweit ablegen und Brot, Quark, Kefir selber schlumpfen. Im Kühlschrank wuchert dräuend der Sauerteig.
Die Einführung des Zweiklassen-Ernährungssystemes durch Schlumpferei. Einkaufen ist für die Beserverdienenden, selber schlumpfen für die Armen. Man könnte die Armen auch dazu anhalten sich warme Pullover für den Winter selber zu schlumpfen, ist billiger und hält auch jahrelang. Den Armen erkennt man dann an menschenunwürdig labberigen Ärmeln und amateurhaften Strickmustern, denn wo gibt es noch die "Cora" zu kaufen?
Deckungsgleich ist das alles zwar nicht, lustig aber schon. Endgeil ist es das es sich an Luxusbutter entzündet. Erinnert mich an die Innenwelt der Grünwähler In HH-Eppendorf, denen mit der 180qm-Altbauwohnung und dem (spritsparenden) Drittwagen. Die haben auch immer so gute Tips für andere Leute.
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Enfin je me rappelai le pis-aller d'une grande princesse à qui l'on disait que les paysans n'avaient pas de pain, et qui répondit: Qu'ils mangent de la brioche.
Rousseau - Les Confessions
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Das wäre doch mal eine Anregug für den EspehDeh Ortsverein - Butter statt Fluppen für die sozial Schwachen, Genossen ! Selber einkaufen und kochen anstatt Lidln ! Altbau selber restaurienen anstatt Sozialwohnung ! Rad statt Auto, Millionen Chinesen können nicht irren, Genosse. Der Pöbel will erzogen werden. Die Lösung der deutschen sozialen Spannungen durch die Weisheit des gehobenen Mittelstandes. Ich finde das gut.
Und Beck wäre tatsächlich schon von der Optik her ideal dafür das zu kommunizieren. Stösschen.
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Was meinst Du warum die so ist wie sie ist ?
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Aus der Perspektive eines kinderlosen Fruehrenters ist das natuerlich alles easy going, Butter statt Magarine, Verzicht auf alles schwedische, lekker Radfahren etc. pp. nimmt man dagegen aktiv am Erwerbsleben Teil und hat man auch noch lustig Familie, sehen (vor allem) die Zeitconstraints schon anders aus ... und jetzt husch, husch zur Nudelmanufaktur ... bin heute morgen einfach nicht zum Tagliatelle drehen gekommen, und dann noch schnell in die Eifel - n'Pfund Bio-Hochlandrinderhack fuer die Soße holen ... aber dann wirds auch schon wieder eng mit dem Cellounterricht fuer die Kleine, vom Kinderturnen fuer den Grossen ganz zu schweigen ....
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Wie ich mich ja hier schon mehrfach zu dieser Sache geäussert habe, gehören die ausgemerzt. Auch Dich, Genosse, kriegen wir noch. Ändere besser mal Deine Essgewohnheiten, aber hurtig.
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vielleicht hilft aber auch nur noch Gargamel bei diesem Thread ....
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Jedes Land ist schlecht dran, in dem sich der Gesamtsschullehrer für a) verarmt und b) intellektuell hält.;)
Das Massenphänomen von Lidi und Aldl, von Tiefkühlpizza und Supermarktkauf ist doch keines der Massenarmut, sondern der Massen-Mittelschichtsgesellschaft, die trotz anderer Zeit- und Finanzreserven auch ein bißchen (vermeintlichen) Mehrwert durch Discount erzielen will.
BTW: die Armen, die Unterschicht war noch nie Subjekt der Gesellschaft. Nicht 1917, nicht ´68 und heute schon mal gar nicht. *ätsch*
P.S. Ich habe gerade ein Stück billigen deutschen Butterkäses aus dem ... ich traue es micht nicht zu sagen ... Super... gegessen. :)
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Die Richtung stimmt schon. Du musst dann noch lernen verächtlich auf den Plebs herabzuschauen.
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Tatsache ist nämlich, dass es im Ancien Régime ein sehr sinnvolles Gesetz gab, dass den Bäckern folgendes vorschrieb: Wenn ihnen das (billige) Brot ausging, mussten sie die wesentlich teurere Brioche (ein Eierkuchengebäck) zum gleichen Preis wie Brot verkaufen. Damit wollte man verhindern, dass die Bäcker nicht genügend billiges Brot backten, und dann davon profitierten. dass die Kunden gezwungen waren, die teure Brioche zu kaufen. Es war also ein Gesetz zum Schutz der Armen.
Der Aussprich "Sollen Sie eben Kuchen essen", als Reaktion darauf, dass die Armen zuwenig Brot hatten, war also vermutlich einfach so gemeint: "Setzt das Backgesetz durch, dann gibt's gleich wieder mehr Brot."
Marie Antoinette war im übrigen viel zu klug, um so einen dummen Spruch zu sagen, in dem Sinne, wie er heute durch's Internet geistert. Ganz im Gegenteil: Es gibt Aussprüche von ihr, die belegen, dass ihr die Armut des Volks durchaus nahe ging.
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"Es heisst immer gutes Essen könnten sich viele Leute nicht leisten. Freilich es gibt wirkliche unverschuldete Armut in Deutschland. Es gibt aber auch jede Menge doofe Konsorten und die treffe ich dann an der Tankstelle wo sie den teuersten Junk kaufen."
HartzIV wird IMO regional sehr unterschiedlich wahrgenommen. Wenn man man die Differenzen bei den Arbeitslosenquoten im Bund vergleicht, so haben wir hier im Südwesten Deutschlands mancherorts beinahe Vollbeschäftigung, Hartz IV bekommen dann wirklich vorwiegend die, die nicht arbeiten können (da sind dann sicher auch welche dabei, die nicht arbeiten wollen). Das Lidl- und Aldi-Publikum besteht nun wirklich nicht nur aus diesen Menschen, da gehen doch fast alle hin.
Das mit dem Wochenmarkt sehe ich nicht ganz unkritisch, habe ich doch dort schon beobachte müssen, wie am Gemüsestand die "Paprikaampeln" aufgerissen und die Paprika in die Körbe umgeladen wurden. Vermutlich also die gleiche Einkaufsquelle wie im Lidl nebenan... Man muss also auch auf dem Wochenmarkt sehr genau hinschauen, bei wem man kauft.
Der springende Punkt in diesem Artikel schein mir aber wirklich die Abhängigkeit von Konzernen zu sein, in die wir Konsumenten uns mehr oder weniger freiwillig begeben haben. Am Strom-Markt kann man gerade schön beobachten, dass ein Abstimmen mit den Füssen durchaus möglich zu sein scheint. Wir sollten es also auch am Lebensmittelmarkt mit allen Kräften versuchen. Aber dazu braucht es wohl erst ein richtiges Lebensmittel-Tschernobyl, wenn noch nicht mal ein Gammelfleisch-Skandal nach dem anderen ausreicht. So ne kleine Preiserhöhung wird nicht viel anrichten.
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Es gab hier in Düsseldorf ein tolles Projekt: Kochen für Arme. Ne, nix von wegen Suppenausschank an Berber! Da haben sehr kompetente Ernährungsexpert/innen Leuten mit wenig Asche auf Tasche beigebracht, wie man für weniger Geld als das zu Aldildlpus getragene mit frischer Ware hochwertig kochen kann. Ich erinnere mich, dass (es muss so um 1995 gewesen sein) der Einkaufspreis der Waren pro Mahlzeit für vier Personen grundsätzlich bei weniger als 5 Mark lag.
Man kann das lernen: Klever kaufen, gesund ernähren. Aber da muss man dann den Willigen auch erstmal wieder den ganzen Fuhd-Marketing-Scheiß aussem Hirn waschen.
Und noch etwas zu des Dons Hedonismus: Wiewohl mir als Aufsteiger aussem Prolletajat dessen spezifische Genusswelt, Anti-Kwitäten inklusive, eher fremd ist, respektiere ich den nicht nur, sondern kann ihn auf meinem Niveau nachempfinden: Ich trink ja auch nur das gute Altbier der Hausbrauereien Schumacher, Füchschen und Uerige und nicht die Industrieplöree (z.B. Hannen, Diebels etc), die man außerhalb Düsseldorfs für Altbier hält. Ist auch bisschen teurer, aber auch nicht so doll vile mehr.
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Nicht Mutti die sich die Nägel macht anstatt vor dem heissen Herd zu sklaven und die Kinderlein zu versorgen, sondern kaltäugige Werber die kuschelig proletarische Hausmütterchen in Shopperinnen, die mit abwesendem Blick ihre Einkaufswägen mit Minderwertigkeiten füllen, verwandelt haben. Sich daran die Taschen füllen und den Cayenne Turbo nach Kampen prügeln um die Kohle in der Sansibar - zwar bekömmlicher aber immer noch entsetzlich menschenfeindlich - auf den Kopf zu hauen.
Völker höret die Signale, auf zum letzten Gericht ...
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!Tja, ich kann mir leisten, uncool zu sein und die Folgen des Kapitalismus einfach so darzustellen."
nämlich so:
"Dieses Wirtschaftssystem kann nur existieren, wenn dabei Menschen kaputtgehen."
das war ja früher gottseidank anders, als noch im märzen der bauer die rösslein anspannte*), und das, was da in neufünfland real existiert und sich selber als sozialismus bezeichnet hat, war ja bekannt für seine gourmetkultur mit weltniveau**).
geniesse den kapitalismus, solange es noch geht, das was danach kommt, wird furchtbar sein.
(ich tippe da auf eine ökodiktatur mit ziemlich rigorosem kosten-nutzen-denken, was soziales angeht, das ganze national-bolschewistisch dekoriert, damit der michel auch ohne erwachsenenspielzeug, flugreisen und billigem sprit und heizöl funktioniert)
*) das mit der idiotie des landlebens war nicht nur so dahergesagt, von marx glaube ich. wers zeitgenössischer als rosegger haben will: oskar maria graf oder fallada könnten hinweise geben.
**) weltniveau hatte die ddr, was die industrialisierung der landwirtschaft auf krudem niveau betrifft. man sprach da nicht von ackerbau und viehzucht, sondern von pflanzen- und tierproduktion. ich bitte darum, mich richtig zu verstehen: der vorwurf richtet sich gegen krude industrialisierung, weil kluge industrialisierung not täte.
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Manifest der Kommunistischen Partei
"Die Bourgeoisie hat das Land der Herrschaft der Stadt unterworfen. Sie hat enorme Städte geschaffen, sie hat die Zahl der städtischen Bevölkerung gegenüber der ländlichen in hohem Grade vermehrt und so einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen. Wie sie das Land von der Stadt, hat sie die barbarischen und halbbarbarischen Länder von den zivilisierten, die Bauernvölker von den Bourgeoisvölkern, den Orient vom Okzident abhängig gemacht."
Ein einzigartiges Loblied der Bourgeoisie.
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:-)
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Im übrigen rösten die doch auch das pelzige Kleingetier selber und über kleiner Flamme was die vorher aus dem Baum geschüttelt haben, in freier Natur, es sind also im Sinne des Schlumpfens fortschrittliche Menschen
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"... Die am Montag bekannt gewordene Schieflage der IKB Deutsche Industriebank hätte sowohl weitere Kreditinstitute als auch die Finanzmärkte in Turbulenzen stürzen können, verlautete aus informierten Kreisen.... "
so die süddeutsche
hier: http://www. sueddeutsche.de/,tt4m4/wirtschaft/artikel/249/126056/
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