: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 27. Juli 2007

Manche sagen,

dass werbende Blogger unabhängig sind in dem, was sie schreiben. Manche sagen auch, dass gekaufte Beiträge immer noch unabhängig sind und ihre Autoren tun können, was sie wollen.

Ich hingegen sage, dass man nicht mehr frei in seinen Entscheidungen ist, wenn man erst mal gekauft wurde. Denn wenn man mit runtergelassener Hose erwischt wird, kommt man um ein paar verfrühte Erklärungen nicht herum.

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Empfehlung heute - Endzeitstimmung

für das Medium Radio findet man in einem zweiteiligen Beitrag von Horst Müller bei Blogmedien.de. ihr wisst schon, Radiojournalismus, das ist das Unterhaltungsdingens, bei dem alles Ernste aus dem dra-Ticker geschmissen wird, der Rest wird vermoderiert und dazu gibt es Gags aus der Retorte zusammen mit den besten Hits der 70er, 80er und so weiter...

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3,33 Euro pro Bild, Texte für Lau

Hier ist The Good, da ist The Bad, und über das Ugly müssen wir mal reden. Am besten jetzt.

Wie oben zu sehen ist, war ich bei den 2000 Kilometern durch Deutschland. Schon etwas früher, bevor die Autos kamen, um den idealen Ort für Bilder zu finden. Möglichst wenig Leute, die reinlaufen können, möglichst hübsche Gebäude als Hintergrund, gute Lichtverhältnisse. Solche Ecken sind nicht allzu häufig, und so kam es, dass auch andere an der Stelle, die ich bezogen hatte, aufkreuzten. Ich hätte zwar was Journalistisches machen können, hatte aber keine Lust, denn man kann dort schlecht Interviews führen, und die üblichen Blabla-Texte wollte ich nicht schreiben.

Die anderen waren von den Medien. Unter anderem der Photograph einer Lokalzeitung. Und der plauderte aus, was man in einer der reichsten Regionen des Landes so verdient, wenn man eine Photostrecke für das Internet mit 30 Bildern abliefert: 100 Euro plus Fahrtkosten. Das macht 3,33 Euro pro Bild inclusive bearbeiten, framen und verschicken. In diesem Fall hat seine Zeitung sogar nachgedacht, ob sie nicht einen Streckenposten zum Knipsen anheuern können, der es für die Nennung seines Namens tut. Erst, als sie den nicht fanden, haben sie ihren Mann losgeschickt.

Man muss da erst mal hinfahren, vorher da sein, warten, dann kommen 100 Minuten Stress, echte, harte Arbeit am Auslöser. Es ist ja nicht so, dass man einfach mal abdrückt, und dann passt alles. Genau den richtigen Moment zu erwischen, wenn sich die Kirche im Lack spiegelt, der Fahrer herschaut, der Wagen beschleunigt, dazu noch den richtigen Winkel mit nicht zu viel Zoom - wenn es gut sein soll, ist das ein Knochenjob, danach ist man reif für drei Stück Torte.



Danach zurück, und selbst wenn man Profi ist, sitzt man an 30 Bildern locker 2 Stunden. Alles zusammen ist man den ganzen Tag beshäftigt, und ich glaube nicht, dass man danach nochmal raus kann, zum Ortstermin beim Schützenverein. 100 Euro, davon gehen noch alle möglichen Abgaben weg. Und das für einen Tag Arbeit.

Demnächst auch noch durch Konkurrenz der Deppen, die sich mit betrügerischen AGB ausnehmen lassen. Oder durch Übernahme von Bildern durch Pixelquelle und andere Kostenlos-Angebote. Das ist die nicht existierende Zukunft des Berufs. Kein Wunder, dass viele in PR und Corporate Publishing gehen. Besser als verhungern allemal.

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