: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 11. August 2008

Vielleicht muss man die Frage anders stellen

In etwa so: Wie werden Historiker in 100 Jahren erklären, wie der Osten und der Westen gleichermassen die Chncen von 1989/90 verspielt haben, über die ganze lange Strecke der Balkankriege, der russischen Diktatur und der Oligarchie, das umfassende Debakel im mittleren und fernen Osten von Israel über den Irak, den Iran und Pakistan bin nach Burma und Tibet, bis zu unseren Tagen, die einer Diktatur wie China huldigen und durch die der Leichenduft vom späten Prager Frühling aus Georgien weht.



Naturlich wäre es naiv zu glauben gewesen, dass ein wenig Demokratie den Markt der Herrschaft schon alleine regelt. Überhaupt gab es viele angenehme Illusionen, weder die Taliban noch die russischen Nazis waren irgendwie vorgesehen. Gemessen an den Optionen hätte es auch noch schlimmer kommen können, schliesslich sind da unten auch Kernwaffen und gewissenlose Potentaten. Es ist vielleicht nicht das Übelste aus Kommunismus und Kapitalismus, das hier zusammenkommt, sondern nur die Spolien alter Ideologien, die an noch ältere Systeme, Gottesstaaten, Reichenherrschaften und Kommandoebenen geklebt werden.



Diesen Alte im Neuen ist inhomogen in Zielen und Ausrichtungen, Religionen und innerer Aufsplitterung. Es gibt keine Nomenklatura mehr, die man packen könnte, keine Ansatzpunkte für Veränderungen im ganz grossen Rahmen. Greift Russland nördlich von Afghanistan ein, hilft es nach amerikanischer Definition gegen den Terror, wirft es Bomben auf Georgien - nun, die lausige Reaktion der USA zeigt, dass man es gern anders hätte, aber man hat eigene, wichtigere Probleme. Komplizierter, aber nur in Teilbereichen besser, wäre vielleicht das Urteil der Historiker. Das Problem Bush gibt den Problemen Putin und Achmadinedschad die Freiräume, die sie besser nicht haben sollten. Überhaupt sind die Freiheiten seit 2001 vor allem für Diktatoren grösser geworden, sei es nun, weil sie selbst so stark sind, der Westen tatenlos zuschaut und keinen neuen Konflikt der Systeme erkennen will, oder weil man zusammen mit den hauseigenen Antidemokraten der Witschaft die anderen, so mies sie auch sind, als Globalisierungspartner braucht.

Bleibt nur die Frage, ob spätere Historiker das Ganze nicht nur als Vorspiel zu einem grösseren Unheil sehen. Gestern las ich einen guten Satz in Bezug auf China und seine Wirtschaft: "I don’t know what’s going to happen. Let’s just say that I’ve mapped the fastest routes to the airport and have my credit card and passport handy at all times." Blöderweise gibt es keinen Flughafen, über den man aus einer globalen Dystopie herauskommen könnte.

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Hallo Du,

wirklich "Hallo Du" schrieb mich ein Student an.

Hallo Du Null, sagte ich ihm hier durch die Mimosenblümelein an meinem bloggenden Lebensrand. Hallo Du. Morgen kotzen sie mir dann vor meinen Stadtpalast oder wollen, dass ich ihre wohlverdiente Wasmitmedien-Arbeitslosigkeit finanziere. Hallo Du. Geht´s noch?

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