: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 17. Juli 2013

Ein Boot fährt vorbei

und hat eine Piratenflagge gehisst. Das macht hier sogar die bayerische Seenschifffahrt, was einiges über den Niedergang von Symbolen aussagt. Früher Rübe abhacken, heute nur noch Touristen übersetzen, von A nach B und dafür so viel kassieren, dass ich, seitdem ich hier wohne, diesen Dienst kein einziges Mal in Anspruch genommen habe, und stattdessen lieber Torte kaufen ging.



Aber damit drängt sich unerfreulich auch die Frage in meinen ansonsten Ruhe und Erholung suchenden Kopf, was ich denn nun mit meinen Stimmen machen soll. Persönlich bin ich ja der Meinung, dass CSDUCSUSPD, was Bürgerrechte angeht, gnadenlos unwählbar sind, die FDP gar mit ihrer Vorliebe für Datenschutz für Steuerkriminelle sogar noch mehr, weil sie zudem dreckige Heuchler sind, womit es also schon vergleichsweise eng wird. Vor allem, weil ich keine Partei wählen möchte, die diese lobbyfreundliche Politiksimulation dieses abscheulichen Aldikasserierinnenelends in Berlin weiter fördert - damit sind dann auch die Grünen eher unsichere Kantonisten.



Bliebe also die Linke, die ich nun nicht gerade als Bürgerrechtspartei erachten würde, und die Piraten, wenn ich denn eine Chance haben wollte, dass eine der Parteien in den Bundestag kommen soll. Aber auch, wenn inzwischen Ponader, Schramm und Lauer inzwischen weg sind, kommen mir beim Gedanken an diese Partei sofort wieder diese Gesichter in den Sinn, so wie ich bei der SPD immer an die beleidigte, mürrische Visage von Steinbrück denken muss und dass er lieber Sparkassendirektor wäre und gar nicht versteht, wieso die blöden Wähler ihn nicht Kanzler werden lassen.



Und dann ist da noch der Umstand, dass dieser wenig ansprechende Lauer noch durch den nun wirklich nicht politikfähigen Höffimnghof als Chef der leider, leider tonangebenenden Berliner Piratenfraktion ersetzt wurde. Da sind leider noch immer diese vollkommen kindischen Streitereien und diese unsägliche Kommunikationsunkultur, weil jeder immer meint, er könnte seinen Ärger sofort ins Netz blasen. Da ist mein Eindruck, dass sie überhaupt nichts gelernt haben und jetzt, da es unverdientermassen wieder aufwärts geht, niemand den möglichen Wählern danken will, sondern alle den Eindruck haben, das würde sich so gehören.Sie haben ein ganz wichtiges Thema in Händen, für das sie eigentlich täglich den Beweis antreten, dass sie dafür nicht geeignet sind. Und wie die SPD mit Sarrazin werden sie auch offensichtlich mit Ponader nicht fertig, der mit seiner Erkenntnisresistenz die Verkörperung des gesamten Piratenelends ist.



Ich hätte immer noch gerne eine CCC-Partei. Eine Partei mit Ziel und Vision und Kompetenz für das ganz grosse Thema, die sich nicht von Sozialirren, Egotröten, Genderbescheuerten und Postprivaschisten kapern lässt, sondern solche Auswüchse möglichst klein hält. Man kann viel über die Pest der Uckermark schimpfen, aber dass sie gerade so agieren kann, liegt leider auch daran, dass sie vor den Piraten keine Angst mehr haben muss. Die Angst bleibt beim Wähler, der nicht weiss, ob er nicht etwas wählt, das sich dann wieder nur um innere Rangeleien und äusserliche Dummheiten dreht. Weil die nach all den Niederlagen und dem Niedergang noch immer nicht begriffen haben, dass es gar nichts bringt, bei Twitter zu schreiben, man fände die eigenen kandidaten gut. Jedesmal, wenn ich mir diese Partei vorstelle, kommt mir diese überhebliche Ponadervisage in den Sinn. Das ist, wenn man so will, der beste Mann der NSA in diesem Land gewesen. Und das macht es sogar in Zeiten wie diesen so rasend schwer, auch nur daran zu denken, diesen Haufen da mit einer Stimme zu bekohnen, die er nicht verdient hat, solange da nicht rigoros aufgeräumt wird.

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