: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 18. November 2005

Die chinesische Kommode und das Kartellamt

Bei meinem vorletzten Berlinbesuch fand ich in einem Laden in der Bergmannstrasse eine flache chinesische Kommode aus Nussholz, leicht beschädigt, aber sehr schön, eine zeitlose Form und genau passend für den Platz unter dem Fenster, bei dem ich gerade schreibe. Der Händler ist, vorsichtig gesagt, eher von der offensiven Sorte, und Begehr teilt man ihm besser mit, indem man nichts, absolut nichts findet, nur vielleicht diese Kommode da, aber nein, die ist sicher zu gross, also danke. Danach entsteht eine längere Verhandlung,und am Ende steht ein Preis, der beide Seiten zufrieden sein lässt. So auch in diesem Fall.

Zusammen befreiten wir die Kommode von den darauf stehenden Stühlen - der Laden ist ziemlich voll - da klingelte sein Handy. Auf der anderen Seite war sein Bruder, dem er erkennbar erfreut vom Verkauf erzählte. Dann gefror sein Gesicht voller Enttäuschung. Er legte auf und sagte, dass die Kommode bereits verkauft sei.

Insofern weiss ich ansatzweise, wie beschissen es heute manchen Leuten im Springerkonzern, ihren Büchsenspannern beim Spiegel und gewissen rechtskonservativ gesteuerten Gossenmedien gehen muss. Das Kartellamt mag den Kauf von Pro7Sat1 durch Springer so einfach nicht genehmigen. Und das, obwohl Springer bereits über 75% der Anteile besitzt. Die Begründung ist schon ziemlich happig. Da wird sich Springer ziemlich schlank machen müssen, um das noch über die Runden zu bekommen. Vielleicht killen sie ja endlich die Bildextension Die Welt, wenn die ohnehin Inhalte bei Bloggern klaut. Oder sie machen eine Kampagne für eine Gesetzesänderung und drohen mit dem Verkauf an Heuschrecken. Halt nein, das geht ja nicht, sie haben die Mehrheit ja gerade von Heuschrecken gekauft. Oder sie kriegen die Sender ebenso wenig wie ich damals die Kommode. Wobei mir die Vorstellung des Flennens bei Springer über meine Trauer hinweghilft.

Was machen die eigentlich mit den Aktien, wenn sie sie nicht behalten dürfen?

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Real Life 18.11.05 - A room with a view

Der frische Multimediacontent rast gerade über die Hamburger Mac in die Beschleunigung für den Weg in den Süden, da klingelt das altmodische Telefon ohne Anzeige und AB. Hier hat man sowas oft nicht, wenn man da ist, geht man ran, wenn man nicht da ist, klingelt es halt. Sage keiner, dass die Zeiten der Wählscheibentelefone vorbei ist, hier zumindest nicht. Es klingelt drei Mal, dann bist dran, ohne dem Händel den Saft abdrehen, der hier die Luft erfüllt, hätte es noch nicht mal so lang gedauert.

Wie es morgen aussieht, will Iris wissen. Ganz schlecht, ist die ehrliche Antwort, und damit schon wieder ein ausgefallenes Konzert. Gut, meint sie, dann geht sie auch nicht, das ist ihr ohnehin zu früh und auch sonst passt das Programm nicht. Aber du solltest dir mal überlegen, warum du überhaupt hier bist, wenn du nicht am Leben teilnimmst. Draussen bricht die Sonne zum ersten Mal seit Tagen durch die Wolken, zumindest so, dass alles im herbstlichen Sepia erscheibt, und du fragst dich, ob es so eine gute Idee ist, sich zu sehr auf das alles hier einzulassen.



Schliesslich hast du erst gestern nein gesagt zu einem Antrag, ein paar Wochen ab Januar wieder Richtung Südwesten zu gehen, in ganz anderem Auftrag und mit einer Arbeit, der es nicht egal ist, ob du erst um 5 ins Bett gehst. Aber die nächsten Monate werden hier nicht ganz unhart, so klein ist diese Stadt und so übel werden die neujahrsempfänge zwischen Betonfrisuren und lebensgrossen Keramiktigern in der Vorstadt, bei den Ferrarisammlern und den Vätern unverheirateter Töchter. Alle werden fragen, ob man sich auch für das zweite Abo angemeldet hat, das 2006 Mozart im Überfluss bietet, und wenn du es vergisst, wird man dich kurz vor dem ersten Konzert anrufen und sagen, dass man extra für dich ein Abo zurücklegen hat lassen, du weisst ja, wie gut ihre Verbindungen sind, da kannst du gar nicht nein sagen.

Da draussen vor dem Fenster, in den Kirchen, den Collegien, den Bruderschaften und besseren Kreisen wird sich nie was ändern. Warum auch, es funktioniert, es ist unfassbar stabil und wahrscheinlich auch richtig so. Niemand ahnt etwas von dem Leben da draussen, die kurzen Tage vergehen schnell und lassen viel Raum für den Schlaf, der ihr Leben beherrscht bis zum Übergang in das Nichts, das sie von Geburt an in sich tragen. Die Litaneien, für die all das vor dem fenster aufgetürmt wurde aus dem Morast der Tiefebene, haben ihre wahre bedeutung nicht verloren, einer nach dem anderen wird alterm und hinscheiden, und das einzige bestreben kann sein, sie zu überleben mit ihren Chorälen der Entsagung und der Dummheit.

Du sagst noch ein paar Nettigkeiten, bietest ein Essen am Montag an und vielleicht auch einen Trip zum Einkaufen nach München, und legst auf. Von weiteren gedanken hält dich ein Haifisch ab, der grosses verkündet, den Fall eines Giganten, der gerade jetzt schon lautlos stürzt, keiner vermag es zu hören, doch er fällt, und wenn er in Trümmern explodiert, versichert der haifisch, wird auch Dein Dasein wieder spannend. Dann liest Du, dass die grosse Koalition in Berlin besiegelt ist, und empfindest Erleichterung ob des Umstands, jemand anderen an Deiner Stelle in Berlin auf den krummen Wegen der Bundespolitik zu wissen.

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Au-Stalinismus - Pjön Jang in Hamburg

"Das Vertrauen in die Kompetenz der Redaktion und des Chefredakteurs ist durch die Diskussion aus Sicht der Gesellschafter in keiner Weise in Frage gestellt." - da sage noch einer, Neoliberalismus und Steinzeitkommunismus würden sich nicht trefflich ergänzen, zumal, wenn das rote Battalion Angelaberia aus Berlin mitfoltert. Und nun weiter im 5-Jahresplan, Stefan Aust, Stefan Aust, der hat immer Recht.

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Donnerstag, 17. November 2005

Sehr zu empfehlen - Chiaroscuro del MMV

Ein paar Kratzer, und schon kann man alle Theorien zur frühen Baugeschichte umwerfen. Unter der Tapete ist Mauerwerk von 1600, und das an einer Stelle, wo es eigentlich niemand erwartet hätte.



Denn im Putz zeichnet sich deutlich eine vermauerte, breite Renaissancetür ab, zweiflüglig und mit einem Segmentbogen, der in Höhe und Rundung genau zu den eindeutig datierten Fensterlaibungen passt. Schluss mit Kratzen und Spachteln, jetzt steht Bauaufnahme an. Und vorsichtiges Abtragen alter Putz- und Malschichten, denn da drunter könnte ja noch was kommen. Seccomalerei, imitierte Steinquader wie im Erdgeschoss. Oder auch noch was Besseres. Was die Arbeiten allerdings um ein, zwei Monate zurückwerfen kann.



Der Glanz ist lang vergangen. In die Mitte hat man dann eine normale Tür eingesetzt, irgendwann in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Ganze ist insofern eine Überaschung, als alle bisher davon ausgegangen sind, dass der erste Stock nach 1650/60 eine einzige grosse Halle für die Bibliothek des Collegiums war. Offensichtlich hat man aber doch Teile der Innenbebauung stehen gelassen. Einen ähnlichen Bogen haben wir auch im Erdgeschoss, dort durchbricht er die originale Mauer des Vorgängerbaus und die Wandmalerei des späten Mittelalters.

Seit 10 Jahren beschäftige ich mich jetzt mit dem Haus, aber ich komme nie aus dem Staunen heraus. Es ist nicht ganz leicht, mit so einem Befund umzugehen; im ersten Moment ist da natürlich der Impuls, den imposanten 1600er Originalzustand wiederherzustellen. Allerdings hiesse das, spätere Veränderungen zu vernichten, zugunsten eines Zustandes, der ohnehin im ganzen Haus nicht mehr realisierbar ist. Es bleibt also bei der Bewahrung des aufgehenden Mauerwerks zu dem Zeitpunkt, da der Clan das Haus übernommen hat.

Trotzdem, so eine grosse Flügeltür ins kommende Schlafzimmer in Richtung Lotterbett, das wäre schon was gewesen.

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Dirt Picture Contest - Es gibt kein Recht auf Hässlich

Das Problem an Berlin ist nicht, dass es hässlich ist, oder arm, oder kaputt. All das intendiert einen Zustand, ein Schicksal, einen unabänderlichen Niedergang. Damit könnte man leben, und Berlin hat sich in dieser Realitätskonstruktion eine gute Entschuldigung geschaffen. Das eigentliche Problem ist aber, dass es nicht stimmt. Die Hässlichkeit von Berlin ist selbstgemacht, gezielt durchgeführt und verübt an einer Stadt, die ihre schönen Details und die verbliebenen Zeugnisse früherer Grösse ausmerzt wie ein Teenager die Pickel.



Ein Click auf das Bild klärt auf. Manches kann man beklagen oder bedauern, aber die Berliner sollte man nur verachten für das, was sie aus ihrem Slum machen.

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Mittwoch, 16. November 2005

Wie Web2.0 die deutschsprachige Blogosphäre schöner machen wird

Web2.0 - oder Web 2.0? - oder Internet 2.0, der Buzzwords gibt es viele - wird kommen. Noch nicht dieses Jahr, aber 2006/7. Und zwar ganz gross. Auch hier in Deutschland. Ganz ohne Ironie, ich meine das Ernst. Denn Web 2.0 hat endlich, endlich wieder alle Zutaten, die es braucht, um ein Thema wirklich gross zu machen. Es hat, im Umkehrschluss, alles, was Blogs nicht haben.

hier geht´s weiter an der Blogbar. Und es wird wirklich lang.

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Stolpe darf nicht Stasi-IM genannt werden

- sagt ein Gericht - und bei einem Haufen bloggender Neoconnards dürfte ein klein wenig Hektik ausbrechen.

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Sehr zu empfehlen - Ich habe einen Plan

und der sieht so aus:



Wer jetzt die - in Relation zur Mauerdicke - kleinen Räume sieht, sei auf den Umstand hingewiesen, dass die Aussenmauern hier so zwischen 70 und 90 cm dick sind. Im Erdgeschoss sind es an einer Stelle 1,20 Meter. Wer jetzt sagt, dass man sowas doch nur in Burgen braucht, hat nicht unrecht: So gegen 1400irgendwas stand an der Stelle ein befestigter Hof eines Landadligen, und zwischen seiner Sorte und den Stadtbürgern kam es immer wieder zu Rebereien. 1,20er Mauern sind das, was man innerstädtisch im Mittelalter vor der Einführung der Kanone nicht kleinbekommen hat. Katapulte sind mit ihrer ballistischen Schussbahn in der Stadt einfach zu ungenau und brauchen zu viel Platz, auch wenn man es mitunter versucht hat. Mit Rammböcken braucht man Anlauf, den man in der engen Stadt kaum hat. Und Naturstein ist bis auf 1,20 Meter Höhe Dein Freund.



Damals, in der guten alten Zeit, als man pfuschenden Handwerkern die Nasen abgeschnitten hat und ein Brandmal in den Rücken drückte. Ich will ja nichts sagen, aber so mancher Fertighausschwindler wäre damit schnell zur Raison gebracht, und RTLII und Spiegel-TV könnten sich ihre Horrorgeschichten vom Hausbau sparen.

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Nicht 2.0

Mal schaun, welcher der üblichen mediokren Freiautoren gerade dieses nicht dumme, aber dennoch kritisch zu hinterfragende Feature über Flickr und Yahoo konzeptionell abschreibt, etwas kürzt und dann an deutsche Medien vertickt, die Business 2.o schon längst nicht mehr auf dem Radar haben. Ja, die alte Business 2.0, DAS Hypeblatt der New Economy lebt noch, schlimmer als der alte Holzmichel. Und in Deutschland ist sie eine Inspirationsquelle, hab ich da zumindest so eine Ahnung. Und einen neuen Button.



Weil, recht viel weiter dürften wir m.E. nicht sein mit all dem Socialgequatsche. Am Rande: Die Bagage ist plötzlich sehr still geworden, was den früher hochgelobten Web-2.0-Vorreiter Friendster angeht. Denn Friendster hat inzwischen reichlich massive wirtschaftliche und konzeptionelle Probleme. Nun kann man natürlich sagen, dass Friendster Web 2.o nicht verstanden hat - nur sollte man nicht unbedingt zu den Hellsehern Marke Grottenolm gehören, die 2003 Friendster entsprechend gehyped haben.

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Dienstag, 15. November 2005

Bitter Night für Knight Ridder Mitarbeiter

Aber Hallo: Ein internes Memo des grossen amerikanischen Verlagshauses hat es in sich. Kurz zusammengefasst: Kein Profit für die Aktionäre, kein Job für Journalisten. 31 Tageszeitungen und 45 Portale hat der US-Verlag Knight Ridder - noch. Und eigentlich müssten all die wirtschaftsliberalen Medien jetzt freudig verlangen, dass man solche Massstäbe doch bitte auch in Deutschland anwendet, wie überall in der Wirtschaft.

Und? Wo bleibt der Jubel, etwa bei der FTD?

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Heul doch!

Willkommen in der Ära des Spackenbloggens*, FTD. Hoffentlich macht Gruner + Jahr die erbärmliche Gesinnungspostille ohne Markt und Gewinn bald so platt, wie sich das marktwirtschaftlich gehört.

*Spackenbloggen - mein Neologismus. Und wenn schon als Wirtschaftszeitung bloggen, dann so.

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Sehr zu empfehlen - Achsenkrieg

So gegen 1720 befand sich die Marianische Congregation in der Provinzstadt auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Die Aufklärung war noch fern, und die Gesellschaft Jesu, deren Elitetruppe sie war, konnte in Bayern und anderen katholischen Regionen Europas fast nach Belieben an den Schalthebeln der kirchlichen und weltlichen Macht spielen. Ausdruck dieser Position war eine gigantische Bautätigkeit. Das üppige, alte Congregationskolleg, das im Jahre 1600 noch im Stil der späten Renaissance errichtet worden war, war im Rokoko weder gross noch protzig genug. Deshalb - und um die eigene Bildung zu dokumentieren - lagerte man die Bibliothek aus und errichtete fast genau im Zentrum der Altstadt ein eigenes rosa, stucküberzogenes Gebäude. Das war so gegen 1740 fertig.

Damit wurden die alten Bibliotheksräume, die so gegen 1650 eingerichtet worden waren, überflüssig. Die Gesellschaft mit ihrem Repräsentationsfimmel baute ganze Geschosse in Wohnungen für ihre Berühmtheiten um, und zwar genau so, wie man das im 18. Jahrhundert gerne tat: Mit langen Blickachsen durch die Türen in alle Räume. Ein wenig inspriert ist das von der Raumaufteilung, die es schon im Papstpalast von Avignon gab: Eine Abfolge von Zimmern, die je nach Zutrittsberechtigung Ausdruck der Hierarchie der Besucher war. Wer möglichst weit kam, konnte sich was drauf einbilden. Am Ende waren dann die Privatgemächer der lokalen Oberen der Congregation. Keine Tür ist zufällig an ihrem Platz, die Blickachsen durch die Raummitten von Tür zu Tür sind Ausdruck einer bewussten Konzeption.



Heute, mit 4 Meter breiten Schrankwänden oder einem Haufen Ikea-Regale, würde man das nicht mehr so machen. Die Schränke dominieren die Räume und drängen die Türen an die Ränder. Das 18. Jahrhundert hingegen kannte keine grossen Möbel, alles war mobil und wurde nach Bedarf umgeräumt - da waren die Symmetrie des Raumes und mittige Türen als Gliederung für die optische Gestaltung weitaus wichtiger.

Nun kam meine Frau Mama auf die grandiose Idee, dem mit dem Umbau beauftragten Architekten einzureden, die Blickachse zu schliessen, damit an der Wand vorne und hinten Schränke Platz haben würden. Und die Tür im Hintergrund um 2 Meter zu versetzen. Weil, was ist schon so eine grosszügige Blickachse des 18. Jahrhunderts gegen den passenden Platz für eine weitere Schrankwand aus Pressspan mit Eschefurnierimitat. Von einer Besprechung mit solchen, nun, Argumenten komme ich gerade.

Die Türen bleiben offen und da, wo sie sind. Und wer´s nicht mag und seine Schrankwand liebt, der soll doch in einen Block weit draussen ziehen.

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Sehr zu empfehlen: Alles eine Frage der Propaganda

Da gibt es diese Coffeetablebooks, die nur einen Ausschnitt zeigen - Pierre Deux Paris Country, In the Houses of Ireland, Savannah Style, British Country Houses, dazu die Interieur International. Die Geschichten sind immer gleich aufgemacht, man sieht die glücklichen Besitzer ihrer selbst hergerichteten Baudenkmäler, dann die Raumansichten mit den schimmernden Antiquitäten, die Intarsien, die Chinoiserien, die Edelholztische mit dem alten Porzellan, und ab und an auch Nahaufnahmen des Arbeitsplatzes, an dem die Besitzer - im Brotberuf Architekten, Künstler, Impressarios oder Schriftsteller - inspiriert von so viel Schönheit ihrem Nachtwerk bei Kerzenschein nachgehen, wohlgesättigt vielleicht nach einem Spaziergang durch nebelverhangene, herbstliche Flussauen, einem Ausritt oder nach einem leicht versauten Nachmittag mit dem Au pair im rokokösen Lotterbett - das sieht dann so aus.



Und tatsächlich gibt es auch solche Tage. Mitunter sind solche Abende unvergleichlich, gerade im Herbst. Aber nicht immer. Eigentlich sogar nicht wirklich oft. Jetzt im Moment, zum Beispiel. Denn neben der sichtbaren Realität gibt es auch noch eine andere, die sich kaum abbilden lässt. Nennen wir es mal: Allergische Reaktion auf den Staub und den Dreck, der sich in den zu entfernenden Tapeten angesammelt hat. Vielleicht auch das Zeug, das aus dem gerade entdeckten Riss an der Decke bröselte - der treibt die Kosten übrigens nochmal um 2000 Euro nach oben. Noch kein Bluthusten, das kommt noch, wenn es an die Dielen geht. Aber immerhin ist die Reaktion nach einem Nachmittag in einer zu restaurierenden Wohnung so übel, dass man sich drei Stunden im Bett wälzt, bevor man entnervt aufsteht und der werten Leserschaft mitteilt:

Alte Häuser sind wie verzogene Luxusweibchen. Teuer, undankbar, mitunter auch grandios, man wird sie nie vergessen, es wird nie langweilig, aber manchmal, viel zu oft ist es die Hölle. Und das Verhüten mit Handschuhen und Atemmasken sollte man nie vergessen - man weiss nie, von welchem anderen Lover sie welche Krankheiten mitbringen. Pflaster, eine Pinzette für die Schiefer und schnell wirkende Antiallergika sind Deine Freunde.

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Montag, 14. November 2005

In Situ

In gewissen Berliner Läden und Klubs würde man für so eine original 50er-Lampe, gekauft im ersten Haus am Platze



mit grosser Begeisterung den schweren, alten Kronleuchter rausschmeissen und diese goldene "gefickte Bordellbrotspinne" (Insiderjoke) dafür an die Rosette hängen. Hier bei uns in der Provinz läuft das andersrum - da kommt ein Berliner Kronleuchter hin.

falls jemand interesse hat: donalphonso | äd | gmail | dot | com

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Sehr zu empfehlen - Spukhausgeschichten

Während ich mich jetzt mit den 405 Jahre alten Dielen beschäftigte, die von einer chistlistischen Terrororganisation in einem ihrer Hauptquartiere eines damaligen Gottesstaates eingebaut wurden und auf denen ihr berühmtester Kriegsverbrecher und Berufsterrorist, der Schlächter von Magdeburg aus zerschossenen Beinen sein letztes Blut vergoss, kann sich die werte Leserschaft an dieser wirklich famosen Geschichte des Südtirolers Mek Wito (merke: der Südtiroler ist der Bayer sowohl der Italiener als auch der Österreicher) über das Bewohnen eines alten Hauses erfreuen, das auch so seine Geschichten hat. Bei sowas wird mir immer ganz wohlig.

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Morgendliches Mahagoni Massaker

Frau Mama: (hochkommend, anklopfend, weil das mit dem Handy anrufen nicht ihre Sache ist) Aufstehen, wir fahren jetzt an den Tegernsee, Du kannst derweilen unten ja mit dem Fussboden weitermachen...
Ich: (umdrehend): Jaja.
Frau Mama (geht in den zweiten Raum, in welchem die aus dem Slum Berlin geretteten, neuen Trouvaillen stehen, zurückkommend und nicht wirklich ob des Entdeckten erfreut): Sag mal, was ist denn das schon wieder für ein Mahagonitisch? Noch einer? Wie voll soll der Raum denn noch werden?
Ich: (mit aufschwirrenden Lebensgeistern ob der Bedrohung): Naja, für meine Coffeetablebooks brauche ich ja auch einen Coffeetable.
Frau Mama (leicht irritiert): Aha.
Ich: Ja.
Frau Mama (mit fallendem Groschen): So gesehen, könnte ich den ja eigentlich auch brauchen, der würde auch bei mir ganz gut passen, bei Dir ist er jedenfalls ganz sicher zu viel, meinst Du nicht auch?

Manchmal sieht man in konservativen Trash predigenden TV-Serien ja so ein paar Mythen über die sog. "Besseren Familien". Eine dieser Legenden sind die Kinder, die ihre Wohnungseinrichtungen, die alten Möbel und die Kronleuchter im mysteriös lichtdurchfluteten Speicher des elterlichen Hauses zusammensuchen; deren Eltern sagen, nimm es mit, Kind, und froh sind, dass die kommende Generation ein Gefühl für Traditionen hat. Wie so viele andere Vorurteile hat das nichts mit der Realität zu tun. Eltern kommen in die Speicher der Kinder und beschliessen, dass Dinge, die ihre Urgrosseltern vor 100 Jahren weggeworfen und die Kinder wieder zusammengetragen haben, doch was für sie wären.

Denn reich werden sie durch das Sparen, und nirgendwo spart man besser als beim Abtransport der Möbel der eigenen Brut, die sich schlecht dagegen wehren kann.

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Sonntag, 13. November 2005

Provinzielle USP

Wie jedes Jahr steht die Frage in den Stuben und Wohnzimmern der Provinz, was denn nun in 6 Wochen auf die Gabentische gewuchtet werden soll. Digicams, Notebooks, Flachbildschirme, das alles war schon lange, man hat oft auch schlechte Erfahrungen mit Reklamationen gemacht, weshalb sich die Frage nach Werthaltigem stellt, das stilsicher den stürmischen Wandel der Zeiten überdauert. Und so ist es zu erklären, dass uns die Werbung für kleine Tonpuppen im Stil der 30er Jahre, sogenannte Hummelfiguren, hier gar nicht verschämt entgegentritt, sondern offensiv vom Schaufenster anlacht. Gleich neben dem Hersteller edler Funkelkristalligel und anderen hochwertigen Mitbringseln weist der Name Hummel auf die Möglichkeit der ultimativen Kaminverzierung hin, die, wie wir dank der göttlichen Modeste wissen, sich auch bei jungen Menschen grosser Beliebtheit erfreut.



Und als wäre das noch nicht genug, bleibt auch noch folgendes zu konstatieren: Das Geschäft existiert mit diesen oder vergleichbaren Produkten und ohne E-Commerce nunmehr schon seit 251 Jahren. Der Kauf der Figuren weiterhin ist ohne Risiko: Wer Auktionen besucht, weiss um die nachgerade unglaubliche Preisstabilität der teilweise viele hundert Euro teueren Keramikfiguren. Da kann kein Computer, keine Playstation mithalten. Geschenke für eine Ewigkeit, die kein Display, auf dem dieser Text heute gelesen wird, je erleben wird. Und mit den kommenden Jahren und den ergrauenden Haaren wird jeder Beschenkte das Präsent mehr zu schätzen wissen.

So geht das Geschäft in der Provinz.

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Austhelfen

Freunde in der Not lassen natürlich keinen im Stich:

Gewinner der Kabale dürfte Stefan Aust sein, der das Magazin seit elf Jahren erfolgreich führt. [...] Gerade die Heftigkeit der gegen ihn erhobenen Vorwürfe führt nun jedoch dazu, daß Aust fester im Sattel sitzen dürfte als zuvor.

Das komische ist nur: Stefan Austs Schützenhilfe angesichts der Augsteinschelte, der mauen G+J-Verteidigung und des Gesudels der Aust-Untergebenen kommt - ausgerechnet vom Spingerblatt Welt am Sonntag. Das in der Beurteilung von Austs gestärkter Position so ziemlich allein dasteht. Aber warum auch sollte man die zukünftigen Chef des hauseigenen Fernsehsenders beschädigen?

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Sponhohn

In der idyllischen Provinzstadt, in der ich aufgewachsen bin, gab es ein Gymnasium am Fluss, dass oft morgendlich zu betreten ich mich genötigt sah. Davor, in Richtung Fluss, verläuft eine kleine, ruhige Strasse, auf der die besseren Familien oder ihr Personal die Kinder anlieferten. Als ich dann in der Kollegstufe 13 angekommen war, sass ich in Deutsch neben einem sehr hübschen, liebenswerten Mädchen, das leider keine Augen für mich hatte. Hatte sie doch einen Freund, und der wiederum hatte nicht nur eine Teilglatze und eine Familie, mit der er im Clinch lag, sondern auch einen Toyota MR2, mit dem er das Mädchen fast täglich auf der besagten Strasse in die Schule brachte, und vor dem Abschied Dinge im Auto tat, die zu Debatten Anlass lieferten. Sie hatten "etwas" miteinander, obwohl er doppelt so alt wie sie war.

Es dauerte aber nur ein paar Wochen, und sie beendete die Geschichte. Keiner wusste warum, Fakt war aber, dass sie wieder mit dem Bus aus dem Vorort kam. Allerdings blieb uns auch der Typ im MR2 erhalten, der weiterhin fast jeden Morgen vor der Schule seinen Wagen abstellte und den Mädchen hinterherschaute. Die Schulleitung drückte ob der Fama seines Clans beide Augen zu, und meistens war ohnehin sinnlos, denn auch das roteste Flitscherl konnte den einsetzenden körperlichen Zerfall nicht mehr kaschieren. Nur selten hatte er genug Möglichkeiten, mit den Schülerinnen ins Gespräch zu kommen. Die Suada ging dann in etwa so, dass er furchtbar reich sei, alle glücklich machen könne, aber die meisten hier seien völlig unreife, blöde, eingebildete Dinger, er verstehe auch nicht, warum die Eine nichts mhr von ihm wissen wolle. Sie aber, die stehen geblieben sei, könne sich gern ein Bild davon machen, wie fortschrittlich und mutig er am Steuer seines Wagens sei, das wäre was ganz Tolles und viel besser als die Cratoni- und KTM-Rennräder der Kids hier.

Irgendwann war es dann tiefster Herbst, der Nebel kroch aus dem Fluss und die Schüler beeilten sich, die Kälte auf der Strasse in die Schulräume zu flüchten. Niemand hatte mehr Zeit für ihn, und dann war er verschwunden mit seinem krassen, geilen roten Flitscherl. Für mich war es nur eine kleine Episode in einem turbulenten Jahr; hätte ich heute eine Tochter und würde so ein Schwein auf der Strasse vor ihrem Gymnasium sehen, wäre er schneller in die angrenzende Botanik gerammt, als er die Playboy im Handschuhfach hätte verstauen können. Lange war das alles jedoch im fernen Grau eines völlig anderen Lebens verschwunden.

Bis gestern. Gestern las ich das hier und das hier. Da stellt sich in meinen Gedanken so ein älterer Betriebstyp mit seinem verlotterten rotlackierten, inwendig schwarz verdreckten Gossenmedium, seiner Bloghasserglatze und millionenverfressener Brandstwieteschwarte vor die Blogger hin und sagt, eigentlich issa ja auch son cooles Blog, über das jetzt alle reden. Und Punk ist es auch ey, und sie probieren da was aus und deshalb sind sie die Coolsten. Und da ist mir der dumme, erfolglose Aufreisser damals vor meiner Schule wieder eingefallen.

Kennt man einen, kennt man alle.

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Samstag, 12. November 2005

Herr im Schlammgrün

heute ganz, dem Anlass entsprechend, in Schwarz und Gelb. Als letzter privater Besitzer einer ehemaligen Universitätseinrichtung kann ich mir den grossen Abschlussball der Elitessen nicht entgehen lassen.



Das wird ein Spass. Schon vorhin, auf dem Weg in die Stadt, war ein Haufen Leute vor mir, die sich über die Chancen von Steuerberatern nach dem Totschlagparagraphen unterhielten. Grosse Frage: Soll ich mich rasieren oder gehe ich im Räuberlook? Als Beraterzombie, der die bösesten Geschichten des vergangenen Krieges erzählt? Livebloggen geht leider nicht.

[UPDATE: Cancelled for sweet private issues]

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Ihr hobds es jo, sagen sie.

So gross ist es, so schön und obendrein auch noch berühmt, eines der meistfotografierten Häuser der Stadt, denken die Vorstädter, die schon vor 40, 50 Jahren alles verkauft haben, was sie je drinnen hatten. Und finden es ganz normal, wenn man sagt, dass jetzt der nächste Abschnitt ansteht. Wieder 80 Quadratmeter, plus Dienstbotenzimmer, das in eine Ankleide umgebaut wird. So richtig restauriert wurde dieser Teil seit 1600 nicht mehr, man sieht es an allen Details. Dagegen jesuitischer Pfusch beim Umbau, als die früheren Zimmer erst in den Saal zur Feier der ewigen Dummheit und dann wieder in Wohnungen umgebaut wurden. Und danach wurde es auch nicht unbedingt besser, 7 Schichten Tapeten sind das Minimum.



Aber wir haben es ja, sagen sie, wir können es uns leisten. Erzählen sie dann ihren Bekannten beim Tee, wenn ich da unten beginne, die Tapeten zu entfernen. Niemand ahnt, was dahinter kommt, aber vier Monate Arbeit werden es schon sein. Wenn keine Freskos da sind, wie ein Stockwerk weiter unten, was die Arbeiten um zwei Monate verzögerte.

Es reicht nicht, dass man Ersparnisse hat, die man in so einen Koloss versenken kann. Es ist kaum billiger, als eine Wohnung neu zu bauen. Es ist Knochenarbeit im Fluch von 400 Jahren Vernachlässigung, die sich am Ende lohnt. Aber bis dahin kommen düstere Tage. Des homma, jo.

ja, ich weiss, besser so als nix. aber trotzdem regt mich manchmal die dummheit auf, mit der über den erhalt von baudenkmälern gesprochen wird.

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Freitag, 11. November 2005

Austfällig werdende Ressortleiter

Freitag ist Spiegeltag: Der Laden brennt lichterloh, ach, es ist doch immer nett zu sehen, wenn die Grossmäuler der Johurnaille plötzlich bei der kleinsten inhaltlichen Kritik an ihrem Tun und Versagen eine Krisen-PR betreiben, für die sie jeden kleinen Handwerker in die Inso schreiben würden. Nach dem ersten Gesellschafter, der um Ruhe fleht, nun also auch die Erwiderung von Merkels Jauchespritze übersetzt, ein exklusiver Service von Don Alphonsos Rebellmarkt:

Hamburg - Die Ressortleiter des SPIEGEL haben mit Befremden zur Kenntnis genommen, dass Franziska Augstein als Erbin und Mitbesitzerin des SPIEGEL-Verlags die Arbeit der Redaktion öffentlich kritisiert hat.

Nachdem ein grosser Teil der Berliner Republik dem Spiegel übler hintenrein kriecht, als sie das bei der ähnlich guten Bildzeitung machen, wundern sich die ressortleiter über die Majestätsbeleidigung durch Franziska Augstein und schreiben das hier, nachdem eine Nachfrage bei der Rechtsabteilung ergeben hat, dass das Losschicken von Igor vom Schliessdienst und seiner Freunde nicht ganz legal wäre.

Ihre Hauptargumente zeigen, dass sie wenig versteht von dem, wie ein Nachrichtenmagazin im allgemeinen und der SPIEGEL im besonderen zu berichten hat.

Es ist uns dabei scheissegal, ob sie eine gute Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung ist, wir diffamieren sie jetzt einfach und legen dabei gleich fest, wie WIR und besonders der uns dazu angestachelt habende AUST meint, dass es sein MUSS: BASTA.

Rudolf Augstein wollte, dass nach seinem Tod sein Anteil am SPIEGEL-Verlag nicht in vollem Umfang auf seine Kinder übergehen sollte. Deshalb hat er testamentarisch verfügt, dass der Mitarbeiter KG ein Teil seines Anteils zugefallen ist. Rudolf Augsteins Absicht war, seinen Kindern keine publizistische Macht über den SPIEGEL zu vererben.

Was Augstein dachte, bestimmen WIR. Nur WIR und in Personalunion AUST. Sonst niemand.

Dass Franziska Augstein diese Enttäuschung

Diese Neiderin! Wenn WIR könnten, dann würden wir sie jetzt sowas von öffentlich runtermachen, alles sagen, was wir von ihr wissen, aber jetzt muss es erst mal bei diesem Wink mit dem Zaunpfahl bleiben: Alles nur persönliche Rache, weil UNSER Augstein UNS lieber mochte!

nun zu einem Rundumschlag gegen diejenigen treibt, die seit Jahrzehnten durch ihre Qualitätsarbeit den SPIEGEL zu dem gemacht haben, was er ist,

Wenn sie jetzt bestreitet, dass WIR sind immer noch die GUTEN sind, völlig egal, ob wir bei Wikipedia klauen, Schleichwerbung machen oder und von Kirchhof mit falschen Zahlen beliefern lassen

und so allen Gesellschaftern kontinuierlich üppige Millionengewinne sichern,

in diesem fall sind wir dann doch zu einer kleinen sozialneidkampagne bereit

lässt uns an ihrer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern dieses Hauses zweifeln.

finden wir echt gemein. Sowas darf nicht sein, das verbietet AUST. Bei jeder anderen Firma findet unsere Wirtschaftsredaktion das Durchgreifen der Gesellschafter supi, aber bitte nicht bei uns.

Eigentum - auch wenn man es geerbt hat - verpflichtet.

Ausnahme ist natürlich die Mitarbeiter KG, der WIR angehören.

DER SPIEGEL steht dank der Arbeit der Chefredaktion, aller Redakteure und aller Beschäftigten glänzend da,

Der Spiegel hat dank der Arbeit seines Chefredakteurs und vieler williger Redakteure einen guten Ruf bei vielen Berliner Lobbyisten

seine Auflage liegt konstant bei 1,09 Millionen Exemplaren.

die das Blatt auch weiterhin lesen.

Die Leser sind von der Qualität des Magazins überzeugt, selbst eine kürzliche Preiserhöhung von 40 Cent hat nicht zum Rückgang der Auflage geführt.

Sagen wir so und ignorieren alles, was in den Blogs steht - was sind schon Blogs?

Der SPIEGEL genießt im In- und Ausland hohes Ansehen, er ist das meistzitierte Medium der Republik, viele Preise für SPIEGEL-Kollegen belegen den hohen Standard seiner Berichterstattung.

Da war zwar noch was, aber das ignorieren WIR.

Wir fordern Franziska Augstein auf, das Ansehen des Blattes nicht weiter zu beschädigen, und bitten die Gesellschafter des SPIEGEL, sich zum geschäftsschädigenden Verhalten der Miterbin zu äußern.

Das Ansehen machen WIR alleine kaputt, da brauchen wir keine Hilfe. Und ihr anderen, haut jetzt gefälligst auch auf sie ein. Unterschrift: Viele - aber nicht AUST.

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Austgerastete Gesellschafter

Uiih, bei Gruner + Jahr marschieren die Hinterteile aber verdammt laut auf Grundeis, nachdem sich die Kritik am Spiegelzerdepperer Aust nicht mehr kontrollieren lässt - ich übersetze das mal:

Stellungnahme von Gruner + Jahr zu jüngsten Äußerungen zum SPIEGEL
Wir würden jetzt gern heim zu Mami, aber das geht nicht mehr, also gut, dann sagen wir halt was:

"Die Statements von Mitgesellschaftern stoßen auf unser Unverständnis.
Wieso sagt uns das keiner, wenn´s ans Schlachten geht? Und was isn da überhaupt los? Wieso werden wir auch angegriffen, nur wegen so´n bisschen Schleichwerbung?
Wir halten sie für unbegründet.
Gut, wir haben gerade den Jürgs bei unserer Promipostille mit seiner Lobhudelei auf Aust ganz weit aus dem Fenster gehalten, da können wir jetzt nicht zurück.
Diskussionen, wenn sie denn nötig sein sollten,
jaja, schon gut, bevor sowas nochmal kommt, reden wir bei einer Tasse Tee darüber.
gehören ausschließlich in den Gesellschafterkreis.
Und zwar so, dass keiner öffentlich was über unsere eigenen Defizite verlautbart. Also Maul halten. Alle. Was? Wir sollen auch...? Ooops, da ist uns was rausgerutscht, naja...
Wir sind uns unserer Verantwortung als Gesellschafter bewusst
Aber gut: Wir werden uns als kleine Nummer im Gesellschafterkreis bei der Debatte am Ende auf die Seite der Sieger schlagen
und werden diese konstruktiv wahrnehmen.
und uns natürlich dabei auch kaufen lassen, wir meinen, Marktwirtschaft rules.
Stefan Aust besitzt unverändert unser Vertrauen."
Aber natürlich, wenn etwas unverändert ist, heisst es nicht, dass es so bleibt.

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Austmisten*

zumindest bei Franziska Augstein:

"Ein objektiver Befund ist aber, dass unter der Ägide des jetzigen „Spiegel“-Chefredakteurs das Blatt seinen Platz als Leitmedium verloren hat."

Mehr im Tagesspiegel, via Girl. Bitte beim Austmisten auch den Spon gleich mit kärchern.

*ich hab´s erfunden!

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19% Mehrwertsteuer ab 2007?

Dann hoffen wir mal, dass der Restwert dieser grossen Koalition des Elends schon 2006 auf 0% runtergegangen ist. Dümmer kann sich die SPD ja wohl nicht der Linkspartei zum Frass vorwerfen.

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Hoffnung für Möchtegernschriftsteller

Na, war das Klinkenputzen auf der Buchmesse für das eigene Popgeschreibsel mal wieder umsonst? Schon mal zusammengerechnet, was ein BoD kostet - und dabei vergessen, was für Pseudoautoren eigentlich dort landen? Öfters mal die Klappe aufgerissen über den finalen Stadtroman, der in 1200 Seiten in der Schublade vor sich hinschimmelt? Neidisch auf unser Blog-Buch gewesen und verärgert, weil wir bei Euch nicht angeklopft haben? Dann könnte Euch diese Chance zum Gedrucktwerden interessieren. Andererseits, ich weiss nicht, ob gerade Ihr die richtigen seid, es geht ja um komische Literatur und nicht um komische Gestalten...

Für die mannigfaltigen Schatzproduzenten da draussen, die Genies und die grandiosen Schreibtäter, die sich einfach nie bei einem Verlag anzufragen getraut haben, ist das natürlich eine tolle Sache, das Exot. Die wollen Euch. Und ich weiss, dass es Euch gibt.

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