: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 31. Januar 2008

Empfehlung heute - Ich wäre nach Rio gefahren,

wenn ich das Wortschnittchen gewesen wäre, denn so angezogen, hätte niemand gedacht, dass ich das tue, was ich da tue.

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Ich muss nicht alles mitnehmen

Manche Themen da unten am See sind sehr speziell. Nur was für die Hardcore-Typen. Ich habe weder BWL noch Jura studiert, ich bin beim Aneignen langsam, und für meine Tätigkeit reicht es, wenn ich die Haifische sicher von A nach B bringe und das liefere, was sie brauchen. Ich bin eigentlich so draussen, dass ich mich frage, wozu ich mir das alles anhöre. Nichtwissen kann eine Gnade sein, und anderes habe ich schon zu oft gehört. Hinten, an der Grenze zu Tirol zeigen die webcams schönes Wetter, drei Slots sind nur für die Betreuer von Paranoikern, Verschleierungstechniken, wenn der Kunde durchdreht, Best case Szenarien, Placebo, ich bin Fahrer, und kein Irrenarzt, ich muss mir das nicht geben. Ich fahre rauf zum Sylvenstein. Allein.



Wenn ich könnte, würde ich mir da oben überlegen, was man empfehlen kann in den kommenden Zeiten. Aber es ist nicht so einfach, wie es vielleicht beim Bankberater klingt. Was ich mitgenommen habe ist, dass auch die Cracks nicht das Ausmass des Kommenden wissen. Grob gesagt ist es so, dass die Ratingagenturen jetzt grossflächig die Finanzmarktbereiche abwerten, bei denen es ohnehin keine Hoffnung mehr gibt. Das sorgt für eine erneute Verlustwelle, Gewinnwarnungen, erhöhte Kosten für Kredite und extrem viel Misstrauen. Und die Vereinigten Staaten können aus mehreren Gründen nichts dagegen tun: Dass die Hauspreise fallen, ist auch ohne Krise ein Naturgesetz in einem Land, dessen Bauqualität hierzulande noch nicht mal für eine Hundehütte ausreichen würde. Ein normales Haus in Amerika ist nach dreissig Jahren wertlos. Dazu kommt aktuell ein enormes Überangebot an Wohnraum zum Verkauf.



Momentan berücksichtigen die Neubewertungen vor allem faule Hypotheken. Die Ratingagenturen, die amerikanische Regierungt und alle Banken tun so, als gäbe es einen Problemsektor mit armen leuten, die ihre Schulden nicht zahlen können, und einen gesunden Markt auf der anderen Seite. Das ist in der Realität nicht so, dort sind die Übergänge fliessend, und gerade in der Mitte, zwischen den Bruchbuden im Bible Belt und der Park Avenue, wird es weitere Neubewertungen geben. Vermutlich im März oder April. Und dann fliegen den Banken und dem Mittelstand die Fetzen um die Ohren. Bei diesem Personenkreis kommen auch noch die Kreditkartenprobleme dazu. Keiner da unten hat mir für dieses Szenario realitisch erklären können, welche Effekte das aufhalten können.



Es wird nicht alle treffen. Aber ich würde in dieser Zeit so wenig wie möglich mit irgendwelchen Banken zu tun haben wollen. Die Dinger sind jetzt schon kritisch wie ein Kernreaktor ohne Kühlsystem, angefangen von den grossen Vermögensverwaltern bis runter zur Kreissparkasse, die mal eben an die Reserven muss, um die Landesbank zu retten. Es wird Länder und Wirtschaftssysteme geben, die danach nicht mehr zu erkennen sind, aber in Deutschland muss man wohl zugeben, so falsch und ungerecht die zugrunde liegenden politischen Entscheidungen wie hartz IV und die Unternehmenssteuerreform isoliert gesehen auch waren, dass die Wirtschaft und das Land gerade jetzt stabil genug sind, die kommende Delle ohne grossen Schaden zu durchstehen. Als ganzes. Aber wenn es kommt, weiss ich auch, welche Ecken des Landes gar nicht wissen, wo die Krise sein soll, und welche Ecken zwei, drei, zehn, hundert Nokias erleben werden.



Es wird wenige Gewinner geben und viele Verlierer, und wenn es dann wieder aufwärts geht, werden die Unterschiede durch die veränderten Ausgangslagen nochmal grösser. Hier oben werden dann die sein, die auf der richtigen Seite waren, auch wenn heute da unten in einem Hotel welche sitzen, die man gerade auf keine Brücke und an kein offenes Fenster im 5. Stock lassen dürfte. Ich habe hier oben einen sehr weitreichenden Beschluss für mich selbst gefasst, der Dinge beinhaltet, die in meinem Leben bis gestern keine Rolle gespielt haben: Aktive Altersvorsorge, strategische Planung, Neuorientierung. Auch in dieser Zeit gibt es Chancen, ich würde wetten, dass der DAX die 5000 Punkte im Sommer unterboten hat, dass es die chinesische Wirtschaft zerreisst, dass man Ende 2008 wieder langfristig Aktien deutscher Firmen kaufen kann, und der Finanzmarkt böte mir auch die dafür nötigen Wettinstrumente. Aber da unten sind alle kaputte Zocker, die in einenAbgrund schauen, und ich möchte auch in Zukunft über Brücken gehen können, ohne an das Stürzen zu denken. Und danach wieder meinen Garten bestellen.

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Nieder mit Ypsilanti II!

Lieber Roland Koch, Gratulation! Es gibt immer noch mehr Hessen, die sowas wie Sie als Ministerpräsident haben wollen, als Frau Ypsilanti, und damit wurde meine minimale Grundforderung erfüllt. Wobei, eigentlich stimmt das auch nicht, die CDU hat es lediglich geschafft, mehr verbohrte Rechtsextreme, Altfaschos und andere Unbelehrbare zu aktivieren, als man das Anfangs des 21. Jahrhunderts für möglich halten möchte. Allein mit diesem Einblick in den unverhohlen schwarzbraunen Wählersumpf der CDU muss ich mich bedanken - denn damit weiss ich, dass fast 40% der wählenden Hessen für solche Sprüche empfänglich sind. Da ist es gar nicht mehr so schlimm, dass in Bayern 50+x ihr Kreuzerl bei einer Partei machen, die kein Yota besser, aber wenigstens einigermassen dezent ist, was das Absondern rassistischer Thesen angeht. Dös schengt se nix, wie wir in Bayern sagen, und somit ist, besonders mit Blick auf Fulda und den hessischen Bibelgürtel, das Dasein hier auch erträglicher.

Vielen Dank auch, dass Sie beabsichtigen, Ihren Allerwertesten keinesfalls aus Ihrem Büro zu bewegen. Recht so! Wo kämen wir denn da hin, wenn man in Hessen mehr politischen Anstand als in Bayern hätte. Weiter so ist jetzt die Devise des Tages, das Wahlvolk wird sich die Sache im zweiten Durchgang nochmal anders überlegen, jetzt, wo die Industrie kapiert hat, dass des den linksradikalen Terroristen wirklich Ernst ist mit der Machtergreifung. Diese Wahlen waren gewissermassen die falsch eingeschätzten jüdischen vermächtnisse, jetzt geht es darum, brutalstmöglich die Wähler aufzuklären, dass sie bei den flächendeckend einzuführenden Wahlcomputern drücken können, was sie wollen; den Rest macht dann die Software.

Also: Alles in Butter. Ich bin zufrieden. Weiter so in Hessen, nicht beirren lassen, durchmarschieren und nicht die nurrenden Köter der Medien und die feigen Mitläufer der eigenen Partei beachten, die es nun nicht gewesen sein wollen, weder als xenophobe Mitkläffer, noch als potentielle Wahlverlierer, und auch nicht als Dolchstosser. Wir in Bayern brauchen Roland Koch, er beweist, dass die CSU ein Streichelzoo ist, mit dem sich prima leben lässt, und sollte die Arroganz doch so weit führen, dass es allen anderen Parteien reicht und Linke, Grüne und SPD in einer Koalition selbst dem Beck als kleineres Übel als Koch erscheint - dann hat es Roland Koch wenigstens noch gnadenloser probiert als unser geliebter Landesamigo Streibl!

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Mittwoch, 30. Januar 2008

Wenn wir mal wieder langweilig ist,

wenn da vorne über Risikomanagement gesprochen und so getan wird, als gehe es um das Reiten eines Ponys und nicht um den Nackttanz auf dem Berghang, der magischerweise die heranrollende Lawine stoppen soll, wenn ich das Elend nicht mehr ertrage und auch draussen vor dem Fenster sich der Tegernsee in wolkiges Grau hüllt, dann suche ich im Netz nach Leuten, denen es noch schlechter geht. Neoconnards zum Beispiel, die nach einem amerikanischen Präsidentenvollversager und einer amerikanischen Kriegspleite und einer amerikanischen Wirtschaftskatastrophe aufgrund deren Unerfreulichkeit heute lieber erklären, warum Koch die Wahl in Hessen doch noch gewonnen hat. Pleitiers, die schon wieder so fertig sind, dass sie sich von der BILD online sponsorn lassen müssen. Und meine früheren Kollegen vom Journalismus.

Da ist erst mal dieser - möglichweise aufgrund des gleichen Schicksals unter Holtzbrincks Regierung - sehr freundliche Beitrag im Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.d e/medien-news/;art15532 ,2466230), in dem die neue Strategie beim früheren Schwesterblatt Berliner Zeitung und anderen, von Mecom übernommenen Medien dargestellt wird. Um es gradraus zu sagen: Mecom-Boss Montgomery will die Ertragslage verbessern, indem er so viel Ertrag wie möglich aus dem Content herausquetscht, auf allen möglichen Kanälen.

Nach Montgomerys Worten reagieren die Berliner Redaktionen der Mecom-Titel „enthusiastisch“ auf die geplanten Veränderungen. Die Mehrfachnutzung von Inhalten sei eine große Chance für Journalisten. Es gehe um neue Erlösquellen, aber eben auch um die Verantwortung der Branche. „Der Gesellschaft zu dienen ist das, was unser Geschäft zu etwas Besonderem macht“, sagte Montgomery.

In Sekten hat man das ja auch oft, dass Heilsversprechen bejubelt werden, selbst wenn sie den gemeinsamen Massenselbstmord ohne den das Erbe kassiernden Guru zur Folge haben. Mehrfachnutzung bedeutet einfach, dass mit weniger Beitragsproduktion mehr verdient werden soll. Und dafür braucht man in aller Regel nicht mehr und besser bezahlte Journalisten. Sondern Knebelverträge mit voller Abtretung aller Rechte und ein paar Praktis, die es in alle Systeme einspeisen.

Wohin mit den überzähligen Leuten? Da gibt mein lokales Monopol-Schmarrnblatt beredt und umfassend Auskunft: (http://www.donaukurier. de/nachrichten/wirtschaft/por traets/art2764,1819090)

Auf der Startseite ist der Beitrag nicht als Werbung gekennzeichnet, und die "Promotion", die im redaktionellen Teil unter Wirtschaft steht, wurde geschrieben von einem Mitarbeiter der Online-Redaktion. Kein Wunder, ist der Internetprovider doch auch Werbestammkunde der Zeitung.

Dann blicke ich wieder vergnügt hinaus auf den See, und überlege mir, eine See:Publica08 zu veranstalten; ich lade mir zum Komplex "Henken und Versenken" im April ein paar Freunde ein, und dann lesen wir die grosskotzigsten 2007er Sprüche des seit über einem Monat werbefreien Werbenetzwerkes Adical vor, diskutieren über das Problem der Mietmäulerei in der Blogosphäre, essen Torte und streamen das mit Seeblick ins Internet.



Relativ gesehen geht es mir nämlich famos.

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Sonnenuntergang

an der weissen Germspitze im Vainillesee vor dem Massiv des Wilden Kaisers.



Foodporn ist es nicht, aber trotzdem irgendwie pervers, im Januar draussen in der Sonne zu sitzen und so zu tun, als sei alles in Ordnung, und das Tagungshotel mit all seinen Spinnern auf einem anderen Kontinent.

Übrigens: Wer glaubt, die aktuelle Finanzkrise könnte keine Medienkrise zur Folge haben, war gestern nicht dabei, als in mittlerer Runde über Finanzbeschaffung für, sagen wir mal, nur von Deppen nicht erwartete Folgekosten einer Baupleite im heimeligen Berlin a. d. Spree bei Marzahn debattiert wurde. Ein Betroffener löste das Liquiditätsproblem nicht über die Bank, sondern eine Gewinnsteigerung seiner Firma: Das Volumen der knapp vor Abschluss stehenden Werbekampagne bei sog. Qualitätsmedien wurde auf ein Drittel eingedampft. Willkommen in der globalisierten Krisenwelt, in der auch der treueste Schleimbatzen nur noch ein variabler Kostenfaktor ist.

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Dienstag, 29. Januar 2008

Zugegeben:

Manches ist hier extrem überteuert.
So, dass es mich ärgert, obwohl ich nicht zahlen muss.
Schliesslich arbeite ich, wo andere Urlaub machen.
Und dort Entscheidungen treffen, die ich ausbaden muss.
Das WLAN im Hotel ist ein WackeLAN.
Es war alles andere als einfach, einen Parkplatz zu finden.
Denn es gibt zu viele gut verdienende Rentner, die ihre Schlachtschiffe nicht parken können.
Und man kann sich auch was schöneres vorstellen, als den kühlen Ostwind.
Ausserdem ist es nicht wirklich ein Vergnügen, mit Klienten unterwegs zu sein, die sich innerhalb von wenigen Minuten komplett umentscheiden.
Mehrfach.
Innerhalb eines Tages.
Und das nun schon seit ein paar Monaten.
Und dann all die Befürchtungen, die Suche nach einem Makel im einzig gangbaren Ausweg, um nochmal weiter jammern zu können, die Hoffnung auf ein Haar in der Suppe, um keine Entscheidung treffen zu müssen.
Apropos Suppe: Es ist hier auch nicht möglich, Kartoffelsuppe ohne Wurst zu ordern.
In der Tiefgarage steht der weisse, perfekt erhaltene SL 280 aus den 60er Jahren, der mir nie gehören wird.
Kurz: Es nervt.
Gewaltig.

Vor diesem Hintergrund:


Grossbild hier, es wurde nichts verändert, und das sah hier heute Mittag während der Pause wirklich so, genau so aus, nur noch besser, bei 8 Grad.

Der ist aber wirklich nicht schlecht. Man mag das kaum glauben, aber es war jemand mit von der Partie, der seinen Besitz zehn Minuten von hier zu Fuss auflösen möchte, um mit dem Geld ganz gross nochmal in das Geschäft in München einzusteigen. Mir geht es gefühlsmässig genau andersrum.

und wie war das wetter bei euch so?

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Der Hausberg des Tegernsee

ist bekanntlich nicht der Wallberg, sondern der Affenfelsen, der diese Region ist. Nichts desto Trotz verkleide ich mich heute als Primat und fahre dorthin.



Wie so oft, ist es dort schön, während woanders das Grau des Himmels nicht weichen will. Wer zu den weniger Glücklichen gehört, mag an der Blogbar zum Thema StudiVZ lsen. Weis bei dem Wehda eh scho wurscht ist, wie man hier sagt.

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Dienstag, 29. Januar 2008

Flucht

Es gibt immer noch welche, die glauben, dass das Schlimmste schon vorbei ist, oder noch aufgefangen kann. Irgendwie. Fundamentaldaten, Konsum, Investitionsprogramme, als könnte man Krebs im Endstadium mit Aspirin bekämpfen. Wenn es stimmt, dass die deutschen Landesbanken mit einem hohen zweistelligen Milliardenbetrag in den amerikanischen Müllkrediten investiert sind, dann gnade uns G`tt. Wenn der amerikanische Immobilienmarkt nicht wieder anzieht, schlägt das mit voller Wucht auf jede kleine Sparkasse und die kommunalen Haushalte durch, und was dann die Inflation noch anrichten wird - ist auch kein Spass. Und die kleine Frage, die sich mir stellt, heisst mit anderen Vorzeichen als bei Lenin: Was tun?



Die Frage ist nicht mehr das arrogant-dumme "How to spend it". Wie gebe ich es aus, um es zu behalten, ist das eigentliche Problem. Und es erleichtert den Kauf von Siberleuchtern ungemein. Nicht, dass ich wirklich glaube, ihn in Notzeiten einschmelzen zu können. Aber schon früher war das Horten von Edelmetallen eher der eigenenVersicherung, denn der Notwendigkeit geschuldet. Und wenn ich ehrlich bin, bin ich mir seit ein paar Wochen überhaupt nicht mehr sicher. Es ist nicht so, dass ich keine Kenntnisse der Lage hätte, aber es ist wie in der New Economy: Hätte man mir vor einem Monat erzählt, dass die Societe General mal eben 4,9 Milliarden verliert, ich hätte es nicht geglaubt. Seit anderthalb Jahren ist klar, dass es kommen würde, aber es ist mal wieder noch schlimmer, als man annehmen wollte.

Und wegen der verfickten Drecksglobalisierung kann man sich auch nicht einfach weit ab von den Turbulenzen ein Landgut bei Istanbul kaufen, den Garten bestellen und warten, bis alles vorbei ist. Obwohl, auf einen Versuch könnte man es ja ankommen lassen.

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Empfehlung heute - Beschlafbare Berühmtheiten

zählte Anke heute auf, und ich überlegte so, welchen weiblichen Filmstar ich denn, wenn ich könnte... und da kamen mir sofort ein paar Gedanken

1. Die sexieste Szene ever made: Anouk Aimée, die als Maddalena in Fellinis La Dolce Vita mit Marcello Mastroiani im Zimmer der Kaffee kochenden Prostituierten zurückbleibt, und ihn verführt.

2. Die zweitsexieste Szene: Die scheinbar missbrauchte Catherine Deneuve in Bunuels Belle de Jour auf dem Bett, nachdem sie vom asiatischen Sadisten verlassen wurde, und die Putzfrau ihr Schicksal bejammert - wie sie dann den Kopf hebt und in ihrer ganzen, gierigen Pracht sagt: Was verstehst Du davon? und man erkennt, dass sie es genossen hat.

3. Die äusserst scharfe Karin Viard, die als Prostituierte Mademoiselle Plusse in Delicatessen von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro den Metzger, der sich über ihren Duschfimmel beschwert, mit der Bemerkung "Du schleifst doch auch dauernd Deine Messer" abfertigt - göttlich.

Nun - wir kommen zum eigentlichen Thema - könnte man meinen, dass ich es irgendwie mit dem Thema Prostitution haben könnte, aber nein: Filmische Fiktion ist das eine, die Realität beim Streetgirl ist das andere. Gerade deshalb ist es lesenswert.

- Pause -

Auf Platz vier kommt dann die sexieste, sexlose Frau der Filmgeschichte, Amanda Langlet als Kellnerin Margot in Eric Rohmers Conte d'été. Ich möchte aufstehen und den Idioten, der alle Chancen vorübergehen lässt, ins Gesicht schlagen.

Und auf Platz fünf die Süsswarenherstellerin Juliette Binoche, die Johnny Depp in Chocolat mit eben jener füttert.

Französinnen. In älteren Filmen des alten Europa. Das ist der Schlüssel zu meinem Beuteschema.

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Das Ende der deutschen Leitkultur

Man kann in Deutschland Ypsilanti, Al-Wazir oder Kommunist heissen und dennoch dem bürgerlichen Lager mal eben zehn Prozent der Stimmen abnehmen - wenn das bürgerliche Lager auf seine rechtsreaktionären Kernthemen setzt. Und es macht auch nichts aus, wenn man eine Frau ist, geschieden und in "wilder Ehe" mit einem anderen und dem eigenen Sohn zusammenlebt. Naja. Dank Seehofer, Beust, Möllewelle und anderen eher unfreiwilligen Tabubrechern der Bürgerlichen hat auch dieses Lager zu einer Angleichung von politischer Heuchelei und gelebter Realität beigetragen.

Man kann als Arbeiterkind in Deutschland demokratisch legitimiert auch die vom Thron stossen, die glauben, qua Geburt eine Führungsrolle einnehmen zu können, die selbstherrlich ihre sozialen Netze, ihre Ausgangslage und die schwarzen Kassen skrupellos einsetzen, weil sie aus einem Millieu stammen, bei dem der Missbrauch der Macht eingeübtes Ritual ist. Man kann gewinnen gegen die Amtsadligen, die sich als Herren des Landes fühlen und glauben, ihm ihren Willen aufzwingen zu können, und ein wenig Anschleimen der Baumhockergene in Mischung mit der Angst der Primatenhorde würde schon reichen, damit das dumme Volk sie unter allen Umständen abnickt.

Und weil das alles geht, geht etwas anderes (ausser bei meinen Bayern, den letzten Idioten des christlichen Abendlandes) nicht mehr: Eine weitere deutsche Leitkulturdebatte. Das bürgerliche Lager wird schnellstens den Umdenkprozess einleiten müssen, der nach der Bundestagswahl angedacht und dann unter den Lobenshymnen der Medien für Merkel das Tatenlosige wieder abgesagt wurde. Denn seit gestern weiss die Linke, wie man damit umgeht: Warten, bis die Bürgerlichen bis zum Hals in der eigenen braunen Scheisse stehen, und dann darauf verweisen, dass es stinkt. Und deren eigene Bilanz, was das Ideal dieser deutschen Leitkultur angeht, bestenfalls durchwachsen ist. Dem bequemen Thema, das in jedem Wahlkampf mitschwingt, fehlt für eine effektive Anwendung inzwischen die Basis.

Das bedeutet für die bürgerlichen Hilfsrassisten, die dem Koch schnell beisprangen, dass sie sich mal besser überlegen, ob sie mit einer Art bürgerliches Sozialethik, die sie im Wort "christlich" im Parteinamen vortäuschen, nicht doch besser fahren. Die Hoffnung, den Rassisten komplett aus ihnen zu lösen, ist so vergeblich wie die Vorstellung, CSUler würden in Zukunft von Bordellbesuchen absehen, aber wenn sie erst mal den selbstbefriedigenden Stock der Leitkultur aus dem Arsch gezogen haben, werden sie nach anderen Möglichkeiten für einen aufrechten Gang suchen.

Dass es prinzipiell möglich ist, will ich nicht bestreiten, Senioren haben durchaus noch andere Interessen als die Wiedereinführung der Prügelstrafe, und Altersbetreuung, medizinische Versorgung, ein anderer Umgang mit dem Alter als Lebensabschnitt etwa sind Themen, die in dieser Republik dringend behandelt werden müssen. Oder auch die Familien- und Bildungspolitik: Da wäre es an der Zeit, wieder runterzukommen vom Abrichten der Kinder zu Hochleistungsträgern für die Wirtschaft. Zurück zu den Wurzeln, die Herrschaften, gehen Sie dabei nicht über ihren angeborenen Rassismus und ziehen Sie keine 12%-Verluste ein. Vielleicht bekommen dann auch weniger Sozialdemokraten das kalte Kotzen, wenn sie mit sowas ins Koalitionsbett steigen müssen. Das "die kann mich mal" des letzten Wahlkampfes zeigt: Wer ficken will, muss nett sein. Die Existenz als Dreilochnutte für den braunen Mob jedenfalls lohnt sich nicht mehr.

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Sonntag, 27. Januar 2008

Eine kleine Geschichte der Missverständnisse

Um 1880 wandelt vielleicht ein amerikanisches Paar durch Paris, vom Louvre hinunter zum Place de la Bourse, und biegt hinter dem berühmten Palais de la Bourse nach rechts ab, in die feine Geschäftsstrasse der Rue de Feydeau, statt geradeaus weiter zum neu geschaffenen, aber noch nicht allzu attraktiven Boulevard Haussmann weiterzugehen, wo das Printemps und andere Warenhäuser Alles für Alle bieten. In der Rue de Feydeau sind die besseren Geschäfte, hier hat sich der Ramsch der überdrehten Industrialisierung noch nicht allzu breit gemacht, und so spazieren sie entlang der feinen Auslagen, bis sie stehenbleibt und ein "Oh" haucht. Dieses Oh gilt einem kleinen, französischen Tee- und Kaffee-Service im Schaufenster, wie es die Franzosen bevorzugen: Hohe, ovale Kannen, und die Théière hat nur einen kleinen Ausguss, ganz im Gegensatz zu den bauchigen Kannen, die man im victorianischen England bevorzugt. Und weil sie das Oh so fein hingehaucht hat, denkt er, dass es eine gute Gelegenheit ist, seine Zuneigung zu beweisen, und so betreten sie das Geschäft von Horace J. Linton, leichten Sinnes und ohne Gedanken an die Vergangenheit des Ortes zu machen, dem Théâtre Feydeau, in dem die französische Revolution ihr Zentrum hatte, und kaufen das Service.

Und retten mir damit 130 Jahre später meinen gewaschenen Hals.



Hätten sie einfach das gekauft, was Amerikaner immer kaufen - englisches Silber, um sich eine auf die Mayflower zurückgehende Tradition zu erfinden - hätten ihre Erben nach Ablauf besagter 130 Jahre eben klassisch englische Formen auf eine Auktion an der amerikanischen Ostküste gegeben. Die hätten sicher einen Käufer gefunden, aber dort wollte keiner diese nichtenglischen Stücke haben, und so gingen sie im Nachverkauf mit vielen anderen ungeliebten Silbersachen an einen Händler, der sie nach Deutschland verschiffte und sie in Pfaffenhofen anbot, wo ich mich sofort in die Form, die Edelholzgriffe, die eingeprägte Adresse in Paris und den Umstand, dass sie sehr französisch sind, verliebte und nach längerem Feilschen erwarb, und nur ein paar Stände weiter auf Iris traf.

Ach, auch hier?

Ja.

Und was ist da in der Tüte?

Nun...

Sag bloss nicht, dass du das englische Silberservice da vorne gekauft hast.

Äh...

Aber du hast schon so viele andere, das brauchst du wirklich nicht mehr, du hast schon so viel englische Teekannen. Wenn das deine Mama erfährt...

Nun, wenn Iris etwas erfährt, das sie nicht weiter negativ betrifft, erfährt es meine Mutter immer. Rettung tat Not, und so entnahm ich die Teekanne der Tüte, drehte sie um und sprach mit Verweis auf die Inschrift: Aber nein! Schau! Das ist kein englisches Silber! Paris! Französisch! Eindeutig.

Iris las, was dort stand, und man konnte erkennen, wie der Groschen sich löste, stürzte, um dann aufzuschlagen. Sie war an einem französischen Service aus Paris, aus einem der feinsten Geschäfte der Belle Epoque" vorbeigerannt, und so entschlüpfte ihrem Mund ein entzücktes Geräusch, das das Service vielleicht schon bestens kannte: Oh!

Gefolgt von einem äusserst ungalanten, nachgerade habgierigen Benehmen meinerseits, aber mein Mitgefühl ist etwas derangiert, seitdem ich in den letzten Wochen sage und schreibe drei Kannen an weitere Bekannte verloren habe. Ausserdem: Besser eine Freundin verlieren, als den Anlass für einen guten Blogeintrag. Und ich habe bislang wirklich kein einziges Pariser Teeservice. Das, um im Übrigen der Wahrheit die Ehre zu geben, letztlich doch in England für den französischen Geschmack produziert wurde, wie es eine kleine Prägung verrät.

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Häme für Roland den Ausgekochten

bitte unten in die Kommentare einfügen (Gern auch in den Geschmacksrichtungen Spott, Schadenfreude & Verachtung, auch unter Berücksichtigung von Clement, Merkel et. al.).

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Sonntag, 27. Januar 2008

Gut für Schippenspringer

Man macht sich so seine Gedanken, wenn einem die Bäckerin erzählt, wie schnell es einer Kundschaft ging: An Silvester sagte sie noch, es ginge nicht gut und es sei Zeit zu sterben - und noch vor Dreikönig war die Beerdigung. Hätte ich je geraucht, hätte ich dann vermutlich aufgehört; würde ich Dreck fressen, wäre es der Anlass für eine Änderung meiner Ernährungsgewohnheiten, würde ich rasen, führe ich dann so, wie ich eh schon fahre: Nie schneller als 120, aber meistens strikt 100 auf der Autobahn und 80 auf der Landstrasse. Irgendwann erreicht man ein Limit der Vorsorge, mehr geht kaum, also schweifen die Gedanken dahin, was einem noch an Leben bleibt - realistisch gesagt, 60, 70 Jahre, denn wir sind zähe Brocken - und wie man es möglichst sinnvoll und jenseits aller Zumutungen verbringt, bevor man selber an Silvester etwas dummes sagt, was man drei Tage später bedauert, sehr zur Freude raffgieriger Erben.

Morgen jedoch stehe ich auf dem Flohmarkt zu Pfaffenhofen in den Unbilden der Natus, wo ich mich auch sterberdskrank hinschleppen würde; kann gut sein, dass ich mir dereinst bei solchen Eskapaden den Tod hole, und deshalb gibt es prophylaktisch einen kleinen foodpornösen Vitaminschock.


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Ich muss das morgen durchziehen, ich brauche noch sehr, sehr viel Zeug in den nächsten Wochen und Monaten.

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Empfehlung heute: Alfonso mit f,

und dazu Leidenschaft, Tanz, ein Elefant und Küche - hach, ganz fein, von Schreibster.

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Wenn Du am Tegernsee bist,

sagte meine Frau Mama und hatte natürlich wie immer recht, dann setz dich in das "Cafe am See" ans Ufer, und schau Richtung Norden. Dann siehst du oben den blauen Himmel. Unten ist das klare Wasser, dann kommen Gmund und Kaltenbrunn, die Hügel der Voralpen, und dann wachsen Himmel und Erde in einem grauen, langezogenen Streifen zusammen.



Diesen grauen Streifen sieht man immer. Der ist immer da, auch bei schönstem Wetter, und er ist keine Wolke, sondern die Dunstglocke über München. Deshalb ist es in München niemals so blau wie hier, und es gibt auch nie diese seidige Luft. Das ist das ganze Geheimnis hinter dem Tegernsee.

Ich tat wie mir befohlen, und siehe: ich konnte draussen meinen Rechner aufmachen, ich brauchte keinen Mantel und keine Handschuhe, es war warm, es war Frühling, aber sowas von Frühling, dass ich ganz froh war, ohne Iris und unkontrollierbare Risiken hierher gefahren zu sein. Karnickelfrühling. Kondomeinpackenfrühling. Die Sorte Frühling, in dem man Müncher Frauen mit in die Haare geschobenen Sonnenbrillen plötzlich überhaupt nicht mehr affig findet. Absoluter Roadsterfrühling, am See, und dann wieder zurück nach München, für einen Termin, der Geschäftliches mit dem Angenehmen zu verbinden weiss. Menschlich äuserst angenehm. Aber nicht, was die Umwelt angeht.



Denn vom Tegernsee kommend, ist München dermassen kalt, windig, diesig, schmutzig und reizlos, wie Novosibirsk, Bukarest und Berlin erscheinen, wenn man von München her anreist. OHMEING`TTISTDASHÄSSLICH! Und kalt! Ohne Handschuhe nicht zu ertragen. Und LAUT. Und früh dunkel, und überhaupt: Januar. Einfach nur Januar. Eingemummte Frauen und Männer, kein Glanz auf Haaren und Gesichtern, auch kein See und überhaupt.

I hate to say, but I have to admit: Wenn man am See ist, erscheint es vollkommen widersinnig, dorthin zu fahren, wo es von den Abgasen grau und kalt ist, man geht schliesslich auch nicht freiwillig an der Kläranlage spazieren. Es sind vom Marienplatz bis nach Gmund nur 47 Kilometer, aber die machen es aus. ich war schon oft am Tegernsee, im Sommer ist es auch toll, aber der Unterschied gerade zu der Jahreszeit, wo man den Unterschied wirklich braucht, ist sagenhaft.



Ich fürchte, ich könnte mich tatsächlich an die Sonnenuntergänge auf dem Osterberg gewohnen.

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Freitag, 25. Januar 2008

Bei den Bergprimaten

Sollte ich je am Tegernsee wohnen, gedenke ich ein schniekes Lokalblog aufzumachen, damit ich das alles ertrage, die Porschlöcher, die vorbeiratternden CSU-Bonzen, die überteuerten Thai-Antiquitäten, die Porzellangeparden und die Tortentouristenfallen. Roadster und Wohnung habe ich noch nicht, aber schon mal einen netten Titelvorschlag für die URL: Affenfelsen-Rottachpunktde

Aber:



So schaut es um ein Uhr draussen beim Cafe am See aus. Kein Photoshop, keine Korrrektur, das sieht hier genauso aus. Vorhergesagt haben sie Schneefälle und Wolken. Und ich muss jetzt wieder weg, leider.

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Empfehlung heute - Das Thema Stalker

ist zwar immer irgendwie präsent - ich habe sogar mindestens zwei davon, einen schleimigen Möchtegernliteraten und einen abgefuckten Businessblogger - betrifft aber meistens Frauen und wird selten so beschrieben wie bei Julie Paradise (nur echt in französischer Aussprache, Schülie Paradie.)

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Nieder mit Ypsilanti!

Liebe hessische Leser, ich fordere Euch hiermit auf, am kommenden Sonntag Eure Stimme keinesfalls der SPD, sondern dem Koch der braunen Suppe (tm) zu geben, auf dass in den nächsten Jahren weiterhin zwischen Spessart und dem kackschwarzen Fulda eine Partei am Drücker ist, die für den Anstand der Mörder, die Tugend der Verbrecher und die Wahrheit der Biertische steht. Wählt einen Mann, der fast so integer wie Kohl und Schäuble ist; eine Partei, die eine effektive Politik macht, wie man sie sonst nur von nepotistischen Papsthöfen und der Verwaltung des Gulag kennt, und bis zum Hals in der braunen Scheisse auf dem Boden der unserer Verfassung steht.

Denn mit Koch wird Hessen auch weiterhin so erfolgreich sein, wie die Parteibilanz nach einer Grossspende der Atomlobby, so lebenswert wie Business Plan einer Frankfurter Grossbank zum Entmieten kleines Schuldner, und überhaupt: In Hessen darf sich nichts ändern.

Denn ich wohne in Bayern. Bayern ist dank Koch lebenswert. Sehe ich die verzerrten Gesichtszüge des Beckstein oder die niederbayerische Weisheit in den Augen des Huber, dann möchte ich sofort kotzen; erblicke ich die Inzestfolgen auf den Plakaten bayerischer Lokalwahlzumutungen, halte ich Gewaltanwendung für angemessen. Dass es in Bayern keinen Terrorismus gibt, dass wir hier noch keine Amoklauf hatten, beruht vor allem darauf, dass ein Blick zum nördlichen Nachbarn genügt, und wir wissen wieder: Es geht noch schlimmer, die CSU ist eigentlich gar nicht so schlecht, im direkten Vergleich zu Koch und seiner hessischen CDU, unsere sind der Schmiedl, während Ihr Euch vom DSchmied zum Klump hauen lasst.

Man muss hier viel ertragen, aber so etwas bleibt uns dann doch erspart. Würdet Ihr Hessen, die Ihr blöd genug wart, Euch Jahr um Jahr von sowas an der Nase herumführen zu lassen, nun eine Ypsilanti an die Spitze wählen, die dann auch noch Politik jenseits rassistischer Reden macht -

wir Bayern würden ohne Euch wieder ganz allein wie die letzten Deppen der Republik dastehen, neben den dreckigen Schwaben, den Sachsen, und sogar noch etwas unter den Fischköpfen aus Hamburg, Niedersachsen, Nordrheinwestfalen und anderen, neben denen wir ganz sicher nicht stehen wollen.

Das, liebe Hessen, könnt Ihr uns nicht antun.

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Freitag, 25. Januar 2008

Empfehlung heute - The private Kreditkrise

im europäischen Kreditkrisenzentrum kann man bei Londonleben nachlesen. Wenn es einem gut geht, und man nicht allzuviel über die Folgen nachdenkt.

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Blau geritten

Man darf sich keine Illusionen machen: Wenn man erst mal an den Gardasee kommt, versteht man sofort wieder, was für ein jämmerlicher Tümpel der Tegernsee, angeblich der Gardasee Bayerns, oder auch Lago die Bonzo ist. Der Tegernsee ist sehr viel kleiner, dazu auch kälter und völlig frei von jeder oberitalienischen Flora; hier wiegen keine Palmen im Wind, hier wächst nicht im Winter der Rosmarin, und zu allem Überfluss versteht man, was die Leute sagen. Rechts neben dem folgenden Bild beispielsweise sassen ein paar junge Münchner Filmemacher und sprachen ziemlich laut über die Strategie, die DVD, die die Schwester des Lautesten gemacht hat, über Youtube zu pushen.



Diese Typen sind wie Ratten in den Grossstädten, sie sind nie weiter als 10 Meter entfernt und unausrottbar; in Berlin waren sie auch am Nachbartisch und sprachen darüber, ihr Startup mit einer StudiVZ-Gruppe zu pushen. Trotzdem, wenn man nicht hinhört, sieht das ein wenig so aus wie der Nachmittagsblick von Malcesine nach Limone, da drüben liegt dann auch Bad Wiessee, das Malle der besseren Gesellschaft, und entspricht somit der Funktion von Limone am Gardasee. In Salo sassen die Faschisten und in Rottach wohnte die Nazielite, in Italien ist die Lega Nord stark, und in Kreuth rottet sich die CSU zusammen. Point ist ähnlich wie Sirmione gelegen, der Wallberg mimt den Monte Baldo, 50 Kilometer sind es nach Verona oder München, es gibt ein ausgeprägtes Alpenrandklima mit irrwitzig vielen schönen Tagen, und wenn man in die Ebenen schaut, erblickt man die Wolkenbänke, in denen die unhappy Many verbleiben. Es ist etwas teurer, sagt Frau S. immer, aber eine gute Geldanlage, und ausserhalb der Saison ist das Leben prächtig, wie auch am Lago. Mach es wie die Italiener, vermiete dein Heim während der schlimmen sechs Wochen für 120 Euro pro Tag an saubere Rentner, wenn sich die Blechlawine von Gmund nach Rottach und von Navene bis Brenzone ergiesst, das macht genug für die Nebenkosten und für einen Urlaub in der Zeit, nochmal woanders hin.



Obwohl es, wenn man in der Sonne sitzt bei 14 Grad, und es ist Januar und auf den Bergen liegt noch Schnee, wenn man das Licht fühlt und die Kraft der Sonne, obwohl es also wirklich nicht schlecht ist, hier am See. Es gibt Zilliarden Orte, wo es unangenehmer ist, und die gar nicht so vielen besseren Orte sind wie die besseren Immobilien: Man könnte schon, aber wozu, wenn man doch nicht dauerhaft hier ist. Noch eine Heimat, noch ein Haus, das ist viel Arbeit, Stress und Aufwand; besser eine kleine Fluchtmöglichkeit, die Sicherheit, dass man jederzeit weg könnte, aber ohne Verpflichtung und Probleme. See und Berge, das gehört dazu, dann wäre Gmund das Riva und der Osterberg der Monte Brione, fette bepelzte Weiber steigen auch in Verona in Mercedes Geländewagen, den perfekten Ort gibt es nicht, am Tegernsee jedoch sind die Torten besser, und wenn es wirklich nicht reicht - ist man in anderthalb Stunden über den Brenner, und noch eine Stunde später schon in Meran. Vom Tegernsee an wird es nicht mehr schlechter, man kann hier nichts falsch machen. Denke ich.

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Wie sagte meine Grossmutter nicht immer so schön?

"Back mas oh"



Und sie hatte natürlich wie immer recht. Das ziehen wir jetzt durch. Meine Gene, mein Blog, und ich habe Mittel, um denen in die Gensuppe zu spucken. Don just gets personal, the hard way.

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