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Samstag, 9. Februar 2008
Es spricht sehr für die politische Kultur
dieses Landes, dass keiner der 18 Millionen Einwohner des grössten deutschen Bundeslandes dazu übergeht, die in seinem Namen schätzungsweise verdaddelten 500 Euro - was ja eine Menge Geld ist, mit dem Bleirohr aus den Verursachern in Landesbank und Politik herauszuknüppeln. Und auch der umstand, dass es auf dem Treffen, dessen Nachbericht ich mir heute anschauen durfte und der mein Gebiet für faktisch tot erklärt, keinerlei gewalttätige Zwischenfälle durch um ihr Vermögen gebrachte Anleger gab, legt Zeugnis ab vom gesitteten Verhalten, dessen wir uns hier bemüssigen.

Wir sind sehr höflich. Aber ich frage mich, ob diese konsequente Höflichkeit nicht... wie soll ich sagen - als man versuchte, mich mit dem Bild über die Ohren zu hauen, blieb ich freundlich, und bat mir etwas Zeit aus. Heute morgen kam schon der erste drängelnde Anruf, den ich immer noch höflich, leicht bedauernd absagend, aufschob. Heute Abend dann der nächste Anruf, ob ich es jetzt wisse, es gäbe auch noch andere, die man wegen mir verprellen würde - und als ich dann bedauerte, dass es momentan doch meine finanziellen Mittel doch etwas überstrapaziere, meinte man behaupten zu müssen, wir wären uns doch eigentlich schon einig gewesen.
Wie so viele andere in diesem Land, hat mir meine Erziehung keine deutliche Lösung für solche Probleme mitgegeben; Haltung zu bewahren und höflich zu bleiben, ist das oberste Gebot. Vermutlich wird morgen wieder das telefon klingeln, und jemand diese Konfliktunfähigkeit auszunutzen versuchen, wie auch ein Landesbanker längst schon wieder von neuen, scharfen Instrumenten und einer staatlichen Absicherung träumt, wie in Berlin oder NRW.
Wir sind alle sehr, sehr höflich gegenüber solchen Personen. Und manchmal, selbst wenn mir die sinnstiftende Kraft dazu fehlt, würde ich mir doch wünschen, dass solche Figuren weniger Anlässe zu Träumen, als vielmehr realen Grund zu Alpträumen hätten.

Wir sind sehr höflich. Aber ich frage mich, ob diese konsequente Höflichkeit nicht... wie soll ich sagen - als man versuchte, mich mit dem Bild über die Ohren zu hauen, blieb ich freundlich, und bat mir etwas Zeit aus. Heute morgen kam schon der erste drängelnde Anruf, den ich immer noch höflich, leicht bedauernd absagend, aufschob. Heute Abend dann der nächste Anruf, ob ich es jetzt wisse, es gäbe auch noch andere, die man wegen mir verprellen würde - und als ich dann bedauerte, dass es momentan doch meine finanziellen Mittel doch etwas überstrapaziere, meinte man behaupten zu müssen, wir wären uns doch eigentlich schon einig gewesen.
Wie so viele andere in diesem Land, hat mir meine Erziehung keine deutliche Lösung für solche Probleme mitgegeben; Haltung zu bewahren und höflich zu bleiben, ist das oberste Gebot. Vermutlich wird morgen wieder das telefon klingeln, und jemand diese Konfliktunfähigkeit auszunutzen versuchen, wie auch ein Landesbanker längst schon wieder von neuen, scharfen Instrumenten und einer staatlichen Absicherung träumt, wie in Berlin oder NRW.
Wir sind alle sehr, sehr höflich gegenüber solchen Personen. Und manchmal, selbst wenn mir die sinnstiftende Kraft dazu fehlt, würde ich mir doch wünschen, dass solche Figuren weniger Anlässe zu Träumen, als vielmehr realen Grund zu Alpträumen hätten.
donalphons, 00:56h
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Ratespiel
In welcher Branche wollen Spammer reüssieren, die als Startup dergleichen Wortmüll an mich versenden?
Wir möchten Sie herzlich zu der *****- Pressekonferenz in Peugeot Avenue Berlin, am 21 Februar um 16.00 einladen. Hierbei finden Sie einen Link zu unsere Pressemitteilung:
Wir möchten Sie herzlich zu der *****- Pressekonferenz in Peugeot Avenue Berlin, am 21 Februar um 16.00 einladen. Hierbei finden Sie einen Link zu unsere Pressemitteilung:
donalphons, 13:15h
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23 Kilometer bis Bad Endorf
Selbstbildnis in oberländischem Lack vor Alpenkulisse als Roadsterfahrer. Die Landschaft und das Wetter sind famos, aber man muss sich die Strasse mit Angstmaschinen und ihren Gewehrhaltern hinter den Sitzen teilen.

Vermutlich sind das alles, sobald sie aussteigen und einem die Hand schütteln, mit bärenartiger Kraft und Blick direkt in die Augen, wahnsinnig freundliche, aufgeschlossene Menschen, der falsche Lustknabe ist nur ein Ausrutscher gewesen, die Krisen sind hier weltenfern und die Luft ist rein, und dennoch, das gestern war etwas zu viel Blau zwischen Irschenberg und Chiemsee. Ein wenig ehrlicher Metropolendreck wäre jetzt nicht schlecht, what you pay is what you get*, und die Aufkleber zeigen auch nicht die umliegende, wunderschöne Natur, die mit den als Unterlage dienenden PS-Monstern gerade in die Klimakatastrophe gebombt wird.
* ok ok, die rollenden Steine, die im Slum Berlin die Riege drittklassiger Filme eröffnen, die für Cannes, Venedig, München, die Grenzlandfilmtage und das Rohrdorfer Sommerkino zu schlecht waren, sind jetzt auch nicht gerade der Beweis für die Nichtexistenz realhäutlicher Photoshoppereien, wie 99% der sonstigen dort verkehrenden D-Promis.

Vermutlich sind das alles, sobald sie aussteigen und einem die Hand schütteln, mit bärenartiger Kraft und Blick direkt in die Augen, wahnsinnig freundliche, aufgeschlossene Menschen, der falsche Lustknabe ist nur ein Ausrutscher gewesen, die Krisen sind hier weltenfern und die Luft ist rein, und dennoch, das gestern war etwas zu viel Blau zwischen Irschenberg und Chiemsee. Ein wenig ehrlicher Metropolendreck wäre jetzt nicht schlecht, what you pay is what you get*, und die Aufkleber zeigen auch nicht die umliegende, wunderschöne Natur, die mit den als Unterlage dienenden PS-Monstern gerade in die Klimakatastrophe gebombt wird.
* ok ok, die rollenden Steine, die im Slum Berlin die Riege drittklassiger Filme eröffnen, die für Cannes, Venedig, München, die Grenzlandfilmtage und das Rohrdorfer Sommerkino zu schlecht waren, sind jetzt auch nicht gerade der Beweis für die Nichtexistenz realhäutlicher Photoshoppereien, wie 99% der sonstigen dort verkehrenden D-Promis.
donalphons, 12:38h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 7. Februar 2008
Meisterhaft
Die Geste.
Das Lächeln.
Die Haltung.
Die böse List im Gesicht des Amor
Dazu das Wissen um denjenigen, der es gemalt hat.

Es hätte das Geschäft meines Lebens werden können. Sowas sieht man nicht einfach in einer Werkstatt, und sagt, ach ne - vor allem nicht, wenn man es kennt.
Dummerweise hängt Schedonis Amor in St. Petersburg, und das hier ist meisterhaft - aber leider nicht echt.
Ich habe tagein tagaus mit Betrügern zu tun, mit Leuten, die meines Erachtens kriminell sind, aber eben legal kriminell, und nachdem sie andere Betrüger betrügen, denen es um Betrug am Staate geht, begegne ich der Sache inzwischen weitgehend leidenschaftslos. Es gibt da keine Guten, ich tue, was ich tun muss, am Ende sieht keiner von denen gut aus, und der Oberschurke in diesem Spiel geht körperlich dabei vor die Hunde. Seinem Rivalen geht es auch nicht viel besser. Ich liefere nur die Zutaten zum Gift, das sie jeden Tag schlürfen, ich fahre sie auf die juristischen Schlachtfelder, und es ist mir egal, auch wenn es dabei um Irrsinnssummen geht.
Hier - nun, es wäre zu verschmerzen gewesen. Es wäre nicht mal teuer, als eine meisterhafte Kopie, die das Bild de facto ist. So etwas anzubieten, ist legitim, eben so legitim ist es, über die Sache nachzudenken, nachzuschlagen und dann abzusagen. Bartolomeo Schedoni, der ein Krimineller, ein Hochstapler, Betrüger und Spielsüchtiger war, der sich am Ende wegen seiner Taten das Leben nahm, hätte über diese heutige Burleske schallend gelacht, besonders über meine Gier, die von seiner Komposition zielgenau angesprochen wurde, wider mein besseres, über Jahre trainiertes Wissen . Ihm hätte die Folge seines Werkes gefallen, und ich hatte trotz allem eine wunderbare Reise in den Süden. Ja, am Ende bin ich sogar in München gelandet, und fand in einem Antiquariat eine wirklich nette Radierung mit drei Putten aus der Asamschule. Echt natürlich.
Aber der Kunstgeschichtler in mir brennt vor Wut, und alle Leidenschaft, die von der kalten Apathie des Giftzuträgers so lang verdrängt wurde, ficht einen erbitterten Kampf gegen meine Habgier, die mit all dem besseren Wissen dennoch nicht vom Gedanken lassen möchte, dass es vielleicht doch sein könnte. Werkstatt. Nachfolger. Irgendwas.
Was es höchstwahrscheinlich nicht ist.
Das Lächeln.
Die Haltung.
Die böse List im Gesicht des Amor
Dazu das Wissen um denjenigen, der es gemalt hat.

Es hätte das Geschäft meines Lebens werden können. Sowas sieht man nicht einfach in einer Werkstatt, und sagt, ach ne - vor allem nicht, wenn man es kennt.
Dummerweise hängt Schedonis Amor in St. Petersburg, und das hier ist meisterhaft - aber leider nicht echt.
Ich habe tagein tagaus mit Betrügern zu tun, mit Leuten, die meines Erachtens kriminell sind, aber eben legal kriminell, und nachdem sie andere Betrüger betrügen, denen es um Betrug am Staate geht, begegne ich der Sache inzwischen weitgehend leidenschaftslos. Es gibt da keine Guten, ich tue, was ich tun muss, am Ende sieht keiner von denen gut aus, und der Oberschurke in diesem Spiel geht körperlich dabei vor die Hunde. Seinem Rivalen geht es auch nicht viel besser. Ich liefere nur die Zutaten zum Gift, das sie jeden Tag schlürfen, ich fahre sie auf die juristischen Schlachtfelder, und es ist mir egal, auch wenn es dabei um Irrsinnssummen geht.
Hier - nun, es wäre zu verschmerzen gewesen. Es wäre nicht mal teuer, als eine meisterhafte Kopie, die das Bild de facto ist. So etwas anzubieten, ist legitim, eben so legitim ist es, über die Sache nachzudenken, nachzuschlagen und dann abzusagen. Bartolomeo Schedoni, der ein Krimineller, ein Hochstapler, Betrüger und Spielsüchtiger war, der sich am Ende wegen seiner Taten das Leben nahm, hätte über diese heutige Burleske schallend gelacht, besonders über meine Gier, die von seiner Komposition zielgenau angesprochen wurde, wider mein besseres, über Jahre trainiertes Wissen . Ihm hätte die Folge seines Werkes gefallen, und ich hatte trotz allem eine wunderbare Reise in den Süden. Ja, am Ende bin ich sogar in München gelandet, und fand in einem Antiquariat eine wirklich nette Radierung mit drei Putten aus der Asamschule. Echt natürlich.
Aber der Kunstgeschichtler in mir brennt vor Wut, und alle Leidenschaft, die von der kalten Apathie des Giftzuträgers so lang verdrängt wurde, ficht einen erbitterten Kampf gegen meine Habgier, die mit all dem besseren Wissen dennoch nicht vom Gedanken lassen möchte, dass es vielleicht doch sein könnte. Werkstatt. Nachfolger. Irgendwas.
Was es höchstwahrscheinlich nicht ist.
donalphons, 23:32h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 7. Februar 2008
Empfehlung heute - Hohe Kunst
gibt es bei More Intelligent Life nachzulesen. Das passt hoffentlich gut zum kommenden Tag, der mich hoffentlich weit weg von Krise und akulturellen Bankheinis führt, abgesehen von einem Gang zum Geldautomaten, vielleicht.
donalphons, 00:36h
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Wo man bleiben kann - Platz 10: Baden-Baden
Hier ist die Negativliste der 10 Orte, in denen ich angesichts der kommenden Unsicherheiten keinesfalls leben - oder, was dann gar nicht so unwahrscheinlich ist, sterben - wollte. Aber jetzt mal andersrum. Nehmen wir an, man ist ungebunden, will die schwarzen Tage in angenehmer Umgebung verbringen, hat 150.000 bis 200.000 Euro, die man dafür ausgeben kann, und möchte das deshalb in einer feinen Wohnung anlegen, die ihren Wert hält oder auch steigert. In dieser Wohung dann verbringt man, abgeschieden von den tückischen Untiefen unserer Tage den Sommer der Rezession, kümmert sich nicht, freut sich über die Stadt und ihre Umgebung, und sorgt sich nicht um Geld und Bankenkrise, denn das eigene Geld ist gut und sicher angelegt.
Baden-Baden hat ein Asset, das keine Wirtschaftskrise der Welt zerstören kann: Den Ruf, den Klang, die Geschichte, das, was man mit dem Namen verbindet. Baden-Baden ist trotz seiner geringen Einwohnerzahl als mondän in der Erinnerung der Welt verankert, in einer Liga mit Karlsbad und Badgastein. Es hat einen grossartigen Baubestand des 19. Jahrhunderts, es ist - für den Namen - extrem günstig, und hat dank des Kurbetriebs ein nachgerade irrwitiges kulturelles Angebot. Vom globalen Elend Baden-Württembergs ist es durch den Schwarzwald weitgehend getrennt, statt dessen kann man in weniger als einer Stunde nach Frankreich radeln.
Nachdem dort auch der Staatsfunk des Landes beheimatet ist, kann man davon ausgehen, dass der Staat die Stadt auch weiterhin üppig dafür belohnen wird, die Bewohner des Landes rundumzuverblöden. Sprich, man wird dauerhaft von stabilen Beschäftigungszahlen ausgehen dürfen. Die Stadt hat ein tolles Klima, ausgezeichnetes, mildes Wetter, ist schön anzuschauen, und - ganz wichtig in diesem Land - der Baden-Badenser ist den Umgang mit Nichthalbaffen seit Jahrhunderten gewohnt, man kann also hoffen, dort mit den Leuten auch Worte - und nicht Grunzen - wechseln zu können.
Ich glaube nicht, dass Baden-Baden jemals eine shrinking city wird. Baden-Baden wird mittelfristig stabil bleiben und langfristig ein Gewinner der Überalterung unserer Gesellschaft sein. Man kann also dort kaufen, einen äusserst angenehmen Sommer verbringen, das gesamte Essen sogar in Frankreich kaufen, sich in Strassburg vergügen, in Baden-Baden gründlich kuren, und in Karlsruhe das ZKM besuchen, während um uns alles in Trümmer fällt - ich garantiere, man wird dort kaum etwas mitbekommen. Wer klug ist, erwirbt eine unrestaurierte Altbauwohnung mit Stuck und Parkett, macht das über den Sommer selbt, und wenn sich die Lage im März 2009 beruhigt hat, vermietet man die Wohnung an ein älteres Ehepaar. Zwei, drei Mieterwechsel später ist man ohnehin selbst reif für Baden-Baden. Das dann sicher nicht billiger wurde, und schon gar nicht bei den Altbauten mit Stuck und Parkett.
Nachteile? Nun, es ist in Baden. Es ist zwar mondän, aber nur bedingt etwas für junge Leute. Man ist auf eine gewisse Kultur festgelegt, und die Stadt wird vermutlich seit dem Paläolithikum als Grundbesitz der CDU vererbt. Schlecht, wenn man in diese gesichter beim Weg zum Bäcker blicken muss, aber gut für die Sicherheit des angelegten Geldes, das bei den Banken wenig Freude hätte.
Baden-Baden hat ein Asset, das keine Wirtschaftskrise der Welt zerstören kann: Den Ruf, den Klang, die Geschichte, das, was man mit dem Namen verbindet. Baden-Baden ist trotz seiner geringen Einwohnerzahl als mondän in der Erinnerung der Welt verankert, in einer Liga mit Karlsbad und Badgastein. Es hat einen grossartigen Baubestand des 19. Jahrhunderts, es ist - für den Namen - extrem günstig, und hat dank des Kurbetriebs ein nachgerade irrwitiges kulturelles Angebot. Vom globalen Elend Baden-Württembergs ist es durch den Schwarzwald weitgehend getrennt, statt dessen kann man in weniger als einer Stunde nach Frankreich radeln.
Nachdem dort auch der Staatsfunk des Landes beheimatet ist, kann man davon ausgehen, dass der Staat die Stadt auch weiterhin üppig dafür belohnen wird, die Bewohner des Landes rundumzuverblöden. Sprich, man wird dauerhaft von stabilen Beschäftigungszahlen ausgehen dürfen. Die Stadt hat ein tolles Klima, ausgezeichnetes, mildes Wetter, ist schön anzuschauen, und - ganz wichtig in diesem Land - der Baden-Badenser ist den Umgang mit Nichthalbaffen seit Jahrhunderten gewohnt, man kann also hoffen, dort mit den Leuten auch Worte - und nicht Grunzen - wechseln zu können.
Ich glaube nicht, dass Baden-Baden jemals eine shrinking city wird. Baden-Baden wird mittelfristig stabil bleiben und langfristig ein Gewinner der Überalterung unserer Gesellschaft sein. Man kann also dort kaufen, einen äusserst angenehmen Sommer verbringen, das gesamte Essen sogar in Frankreich kaufen, sich in Strassburg vergügen, in Baden-Baden gründlich kuren, und in Karlsruhe das ZKM besuchen, während um uns alles in Trümmer fällt - ich garantiere, man wird dort kaum etwas mitbekommen. Wer klug ist, erwirbt eine unrestaurierte Altbauwohnung mit Stuck und Parkett, macht das über den Sommer selbt, und wenn sich die Lage im März 2009 beruhigt hat, vermietet man die Wohnung an ein älteres Ehepaar. Zwei, drei Mieterwechsel später ist man ohnehin selbst reif für Baden-Baden. Das dann sicher nicht billiger wurde, und schon gar nicht bei den Altbauten mit Stuck und Parkett.
Nachteile? Nun, es ist in Baden. Es ist zwar mondän, aber nur bedingt etwas für junge Leute. Man ist auf eine gewisse Kultur festgelegt, und die Stadt wird vermutlich seit dem Paläolithikum als Grundbesitz der CDU vererbt. Schlecht, wenn man in diese gesichter beim Weg zum Bäcker blicken muss, aber gut für die Sicherheit des angelegten Geldes, das bei den Banken wenig Freude hätte.
donalphons, 14:04h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 6. Februar 2008
Die Geier warten schon
Der Hunger, die Sorgen, der Ärger - all das war verflogen, als ich während des Backens auf dieses Dokument stiess - wie es ausschaut, wird die Zukunft von Markus Frick weniger spassig, als man sich das als Börsenguru und Motivationsfuzzi gemeinhin vorstellt. Wenn noch mehr Geschädigte ihr Geld über das Gericht von Frick zugesprochen bekommen, werden das schwarze Tage für Börsentipp-Hotlines. Und die Leute bei UBS und Societe General müssen sich auch nicht mehr wie die letzten Deppen fühlen. Life´s ok.

Grossbild hier, das Mittelbild ist hier
Und die gleichzeitig angefertigte Spinat-Kürbistarte und die Mangold-Austernpilzpastete sind auch gelungen.

Grossbild hier, das Mittelbild ist hier
Und die gleichzeitig angefertigte Spinat-Kürbistarte und die Mangold-Austernpilzpastete sind auch gelungen.
donalphons, 00:41h
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Aller Tage Abend.
Letzte Woche machte das Gerücht eines "dicken Hundes" die Runde, und wie es aussieht, ist besagter Köter gerade dabei, uns, und besonders der Deutschen Bank und der amerikanischen Konjunktur ans Bein zu pinkeln. Es hat schon was, wenn man sich den ganzen Tag gedanken über den fairen Preis einer Immobilie für Dienstleistungsbranchen in Berlin macht, und am Abend kann man dank der Vollbremsung der amerikanischen Wirtschaft von Neuem beginnen. Einfache Überlegung: Wenn die Deutsche Bank die eine oder andere Milliarde zu viel für Bürogebäude in New York verliehen hat und das demnächst abschreiben darf, was ist dann erst mit einem drittklassigen Krümelbau in der Nähe des Potsdamer Platzes in Berlin a. d. Spree? Und was kann man einem unsauber wirtschaftenden Fondsinitiator anhängen, wenn er diesmal ausnahmsweise wirklich nichts dafür kann?
Gedanken, die zu machen mir gerade nicht zusagt. Ich gehe jetzt in die Küche und backe eine Kürbistarte, und danach vielleicht noch einen Austernpilzkuchen. Und dann mache ich etwas, das ich sonst eher ungern tue: Ich empfehle, was einem jetzt bleibt, wenn man eine gewisse Summe Geld, mehr als für eine Kapsel Zyankali, auf der Seite und den Wunsch hat, das alles nicht mehr direkt mitzuerleben müssen. Mal ehrlich: Ich muss mir das alles nicht mehr geben. Es wird gewissermassen die Positivliste zu meiner Negativliste. Zum Gadium der Leserschaft, vor allem aber für mein eigenes Seelenheil in diesem Sommer, der für allzu viele keiner werden wird.
Himmel. Was für ein Debakel.
Gedanken, die zu machen mir gerade nicht zusagt. Ich gehe jetzt in die Küche und backe eine Kürbistarte, und danach vielleicht noch einen Austernpilzkuchen. Und dann mache ich etwas, das ich sonst eher ungern tue: Ich empfehle, was einem jetzt bleibt, wenn man eine gewisse Summe Geld, mehr als für eine Kapsel Zyankali, auf der Seite und den Wunsch hat, das alles nicht mehr direkt mitzuerleben müssen. Mal ehrlich: Ich muss mir das alles nicht mehr geben. Es wird gewissermassen die Positivliste zu meiner Negativliste. Zum Gadium der Leserschaft, vor allem aber für mein eigenes Seelenheil in diesem Sommer, der für allzu viele keiner werden wird.
Himmel. Was für ein Debakel.
donalphons, 19:53h
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Empfehlung heute - Ich wachte auf,
blickte hinaus in den blauen Himmel und die Sonne, dann auf einen Berg Arbeit rund um das Thema Immobilien in Berlin, und dachte mir, heute knallst du diesem Dreckskaff mal wieder etwas in sein stinkendes Maul. Aber dann wurde mir erinnerlich, dass Andrea Diener das gestern schon mit Blick auf die dortige Textilbranche besorgt hat. Wobei ich allerdings nicht glaube, dass sich viele rumänische Käufer für derlei Zeug finden werden.
Edit: Auch nett zu Berlin ist Don Dahlmann.
Edit: Auch nett zu Berlin ist Don Dahlmann.
donalphons, 12:19h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 4. Februar 2008
Bürger, Bauer, Edelmann
kommen nicht bei Millionären an.
Schauen wir uns doch mal das Segment der neuen Luxuszeitschriften an: "Park Avenue" von Gruner + Jahr - hat ihren promiadligen Chef in die Wüste geschickt und kriselt. "Vanity Fair" von Conde Nast hat ihren neoliberalbürgerlichen Chef in die gleiche Wüste geschickt und kriselt. Und "Rich" aus dem Gedankengut eines eher bodenständigen Computermagazinmachers ist unter Hinterlassung von nicht ganz einer Million Schulden pleite. Und man kann nicht sagen, dass es nicht kritische Stimmen gegeben hätte, die ein derartiges Versagen bei der Suche nach der Zielgruppe vorhergesehen hätten.
Gestern konnte ich mir noch eine Ausgabe von "Rich" anschauen; ein Nachbar, der sich diebisch freut, wenn er bei Ebay 4 Stühle für 30 Euro ersteigert, hat die ebenfalls bekommen und schon beim Feuerholz neben seinem Kamin gelagert, als ich ihm bei einem Handyproblem geholfen habe. Die Pleite von "Rich" ist nach dem Lesen - oder besser Durchblättern - keine Überraschung, setzte es doch auch auf das übliche Glämmer-Bussi-Bussi-Adabei, das man auch woanders findet - etwa bei Zeitschriften für Leute, die sich ernsthaft mit solchem Infodreck auseinandersetzen.
Was alle drei Macher offensichtlich nicht begriffen haben: Reiche ticken anders. Sogar die Bussi-Bussi-Reichen, die das Tema dieser Zeitschriften sind. Um mal - anonymisiert - ein paar Fälle anzusprechen, die sich gleichermassen positiv in der Klatschpresse als auch negativ als Thema letzte Woche am Tegernsee fanden: Ein stadtbekannter Promianwalt etwa, der seine Mandanten der BILD frei haus liefert und nicht nur bei Nobelautomarken auffällt, sondern auch mit dem Versuch, ein für sein Image eigentlich lächerlich niedriges Anwaltshonorar von beiden Seiten zu kassieren. Ein Mitglied des Hochadels, das sich die Geburtstagsparty von einem Hotel zu deren Marketingzwecken bezahlen lässt. Die nicht mehr ganz junge Schauspielerin, die vom Staatsfunk gefeiert und von der Staatsfinanzbehörde wegen Steuerschulden gejagt wird. Es ist diese spezielle Form von Reichtum, die sich dann auch in ganz gewissen Nachkommen zeigt, vor der sich Vanity Fair, Park Avenue und Rich verbeugen. Es ist aber auch eine Art Reichtum, die die grosse Mehrheit der reichen Leute - und nicht nur die - abschreckt. Eine "Society", die es in den 80er Jahren noch gab, die seitdem aber ziemlich viel Glanz verloren hat. Und an die heute auch keiner mehr allzu gerne erinnert wird. Gut, dass man sich damit nicht mehr beschäftigen muss. Erstaunlich, dass manche in Kiel, Frankfurt, Berlin und Köln auf deren Derivate immer noch reinfallen. Aber es ist nichts, mit dem man eine Zeitung betreiben könnte.

Wollte man wirklich an Die Reichen andocken, bräuchte man andere Themen. Ich habe mich heute Morgen beruflich mit der fragwürdigen Werterhaltung einer Feriensiedlung für das, was man als "Reiche" bezeichnet, auseinandersetzen müssen - namentlich dem Protokoll der Eigentümerversammlung, die aus 28 Millionären besteht, die sich zu vielen anderen Dingen mal eben eine Spasswohnung für 200000 Euro oder mehr leisten. Aber hallo, da wird einem aber der Obazde im Schüsserl sauer. Familie Prof. Dr. Dr. P., medienbekannter Arzt aus München Süd, wird von der Hausgemeinschaft mit namentlicher Nennung aufgefordert, die Hecke vor seiner Terasse so-fort zu schneiden und in Zukunft zu düngen. Den Vorwurf kontert er auf der nächsten Sitzung, dass er ein Angebot der Verwaltung eingeholt habe, das aber sei Wucher, und er suche jetzt nach einem anderen Dienstleister - die fragliche Hecke ist 10 Meter lang. Ein Anwalt droht mit Klage gegen die Hausverwaltung, weil der Kasten für das Streugut hässlich ist und somit den Wert seiner Wohnung schmälert. In der Tiefgarage gibt es durch Salzeintrag einen Schaden in Höhe von 7000 Euro, was vielleicht 3% des Wertes der darin abgestellten Vintage-Ferraris ist, und nach dem Streit, wer daran Schuld ist, einigt man sich darauf, gar nichts zu tun und noch einen Winter zu warten. Und Wäscheleinen auf den Balkonen sind mit Mehrheitsbeschluss untersagt, weil es den optischen Eindruck der Anlage verschandelt. Der unterlegenen Partei half es nichts, dass sie auf den Diebstahl mehrerer Handtücher aus dem Trockenraum verwies, wegen dem sie die Polizei eingeschaltet hat. Man liest das und fürchtet jede Sekunde, halbzerbissene Kuppelreste über die Unterlagen zu spucken.
Das ist der nackte Reichtum. Zwei Dinge gehen bei Reichen immer: Die Befriedigung der Gier, und das Versprechen auf Einsparungen. Da muss man ansetzen, wenn man denen die Irrsinnssumme von 80 Euro im Jahr abnehmen will. Man kann diesen Leuten auch noch andere Dinge vorstellen, man kann sie unterhalten und ihren Dünkeln den Hof machen - aber nicht mit der C-Prominenz und den dicken Bäuchen fragwürdiger Moderatorinnen. Vom München der 80er Jahre bis zum Neobiedermeier Berliner Redaktionsstuben wird das bis heute gründlich missverstanden. Weil sich diese Journalisten einen Reichtum erfinden, der so nicht existiert. Wer kümmert sich preiswert um meine Residenz am Tegernsee, wenn ich nicht da bin, und wie drücke ich meinen Provider, wenn ich dort auch einen Internetanschluss brauche, und geht das auch auf Bürokosten - das sind Themen, die solche Leute interessieren.
Neben der montäglichen Beilage für Sonderangebote, die es hoffentlich im bald fertiggestellten Einkaufszentrum gibt.
Schauen wir uns doch mal das Segment der neuen Luxuszeitschriften an: "Park Avenue" von Gruner + Jahr - hat ihren promiadligen Chef in die Wüste geschickt und kriselt. "Vanity Fair" von Conde Nast hat ihren neoliberalbürgerlichen Chef in die gleiche Wüste geschickt und kriselt. Und "Rich" aus dem Gedankengut eines eher bodenständigen Computermagazinmachers ist unter Hinterlassung von nicht ganz einer Million Schulden pleite. Und man kann nicht sagen, dass es nicht kritische Stimmen gegeben hätte, die ein derartiges Versagen bei der Suche nach der Zielgruppe vorhergesehen hätten.
Gestern konnte ich mir noch eine Ausgabe von "Rich" anschauen; ein Nachbar, der sich diebisch freut, wenn er bei Ebay 4 Stühle für 30 Euro ersteigert, hat die ebenfalls bekommen und schon beim Feuerholz neben seinem Kamin gelagert, als ich ihm bei einem Handyproblem geholfen habe. Die Pleite von "Rich" ist nach dem Lesen - oder besser Durchblättern - keine Überraschung, setzte es doch auch auf das übliche Glämmer-Bussi-Bussi-Adabei, das man auch woanders findet - etwa bei Zeitschriften für Leute, die sich ernsthaft mit solchem Infodreck auseinandersetzen.
Was alle drei Macher offensichtlich nicht begriffen haben: Reiche ticken anders. Sogar die Bussi-Bussi-Reichen, die das Tema dieser Zeitschriften sind. Um mal - anonymisiert - ein paar Fälle anzusprechen, die sich gleichermassen positiv in der Klatschpresse als auch negativ als Thema letzte Woche am Tegernsee fanden: Ein stadtbekannter Promianwalt etwa, der seine Mandanten der BILD frei haus liefert und nicht nur bei Nobelautomarken auffällt, sondern auch mit dem Versuch, ein für sein Image eigentlich lächerlich niedriges Anwaltshonorar von beiden Seiten zu kassieren. Ein Mitglied des Hochadels, das sich die Geburtstagsparty von einem Hotel zu deren Marketingzwecken bezahlen lässt. Die nicht mehr ganz junge Schauspielerin, die vom Staatsfunk gefeiert und von der Staatsfinanzbehörde wegen Steuerschulden gejagt wird. Es ist diese spezielle Form von Reichtum, die sich dann auch in ganz gewissen Nachkommen zeigt, vor der sich Vanity Fair, Park Avenue und Rich verbeugen. Es ist aber auch eine Art Reichtum, die die grosse Mehrheit der reichen Leute - und nicht nur die - abschreckt. Eine "Society", die es in den 80er Jahren noch gab, die seitdem aber ziemlich viel Glanz verloren hat. Und an die heute auch keiner mehr allzu gerne erinnert wird. Gut, dass man sich damit nicht mehr beschäftigen muss. Erstaunlich, dass manche in Kiel, Frankfurt, Berlin und Köln auf deren Derivate immer noch reinfallen. Aber es ist nichts, mit dem man eine Zeitung betreiben könnte.

Wollte man wirklich an Die Reichen andocken, bräuchte man andere Themen. Ich habe mich heute Morgen beruflich mit der fragwürdigen Werterhaltung einer Feriensiedlung für das, was man als "Reiche" bezeichnet, auseinandersetzen müssen - namentlich dem Protokoll der Eigentümerversammlung, die aus 28 Millionären besteht, die sich zu vielen anderen Dingen mal eben eine Spasswohnung für 200000 Euro oder mehr leisten. Aber hallo, da wird einem aber der Obazde im Schüsserl sauer. Familie Prof. Dr. Dr. P., medienbekannter Arzt aus München Süd, wird von der Hausgemeinschaft mit namentlicher Nennung aufgefordert, die Hecke vor seiner Terasse so-fort zu schneiden und in Zukunft zu düngen. Den Vorwurf kontert er auf der nächsten Sitzung, dass er ein Angebot der Verwaltung eingeholt habe, das aber sei Wucher, und er suche jetzt nach einem anderen Dienstleister - die fragliche Hecke ist 10 Meter lang. Ein Anwalt droht mit Klage gegen die Hausverwaltung, weil der Kasten für das Streugut hässlich ist und somit den Wert seiner Wohnung schmälert. In der Tiefgarage gibt es durch Salzeintrag einen Schaden in Höhe von 7000 Euro, was vielleicht 3% des Wertes der darin abgestellten Vintage-Ferraris ist, und nach dem Streit, wer daran Schuld ist, einigt man sich darauf, gar nichts zu tun und noch einen Winter zu warten. Und Wäscheleinen auf den Balkonen sind mit Mehrheitsbeschluss untersagt, weil es den optischen Eindruck der Anlage verschandelt. Der unterlegenen Partei half es nichts, dass sie auf den Diebstahl mehrerer Handtücher aus dem Trockenraum verwies, wegen dem sie die Polizei eingeschaltet hat. Man liest das und fürchtet jede Sekunde, halbzerbissene Kuppelreste über die Unterlagen zu spucken.
Das ist der nackte Reichtum. Zwei Dinge gehen bei Reichen immer: Die Befriedigung der Gier, und das Versprechen auf Einsparungen. Da muss man ansetzen, wenn man denen die Irrsinnssumme von 80 Euro im Jahr abnehmen will. Man kann diesen Leuten auch noch andere Dinge vorstellen, man kann sie unterhalten und ihren Dünkeln den Hof machen - aber nicht mit der C-Prominenz und den dicken Bäuchen fragwürdiger Moderatorinnen. Vom München der 80er Jahre bis zum Neobiedermeier Berliner Redaktionsstuben wird das bis heute gründlich missverstanden. Weil sich diese Journalisten einen Reichtum erfinden, der so nicht existiert. Wer kümmert sich preiswert um meine Residenz am Tegernsee, wenn ich nicht da bin, und wie drücke ich meinen Provider, wenn ich dort auch einen Internetanschluss brauche, und geht das auch auf Bürokosten - das sind Themen, die solche Leute interessieren.
Neben der montäglichen Beilage für Sonderangebote, die es hoffentlich im bald fertiggestellten Einkaufszentrum gibt.
donalphons, 18:35h
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Empfehlung heute - Inside Kreditkrise
kann man bei Konstantin nachlesen, bezeichnenderweise mit Hintergrundinformationen, die deutsche Medien irgendwie nicht zu kennen scheinen. Nicht wirklich angenehme Hintergrundinformationen, übrigens.
Bei Ebay couk findet sich übrigens gerade ein reizendes Teesevice aus Sterlingsilber. Zu einem unverschämt hohen Preis in Pfund, aber sobald die Parität zum Euro erreicht ist - in mutmasslich drei Tagen also - könnte es finanzierbar sein. Diese Krise ist also gar nicht nur negativ. Also, mal microökonomisch betrachtet.
Bei Ebay couk findet sich übrigens gerade ein reizendes Teesevice aus Sterlingsilber. Zu einem unverschämt hohen Preis in Pfund, aber sobald die Parität zum Euro erreicht ist - in mutmasslich drei Tagen also - könnte es finanzierbar sein. Diese Krise ist also gar nicht nur negativ. Also, mal microökonomisch betrachtet.
donalphons, 14:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 4. Februar 2008
Empfehlung heute - Tief verborgen im Antiquariat
hat Modeste ein paar Schätze schon etwas älterer deutscher Literatur gefunden, gelesen und durchaus positiv besprochen.
donalphons, 00:44h
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Das ist keine Teekanne.
Sondern nur eine Teekanne. Nur 1 Teekanne, nicht 2 Tekannen, oder gar drei. Es ist die einzige britische Teekanne, die ich das letzte Mal aus Berlin mitbrachte. Was ausgesprochen enttäuschend war.

Schuld daran sind die Briten. Nicht nur, dass sie in den bevorzugten Regionen und im Moloch London die Preise für dergleichen Exemplare in Höhen treiben, die man als Kontinentaleuropäer allenfalls als Strafe für Napoleon oder den Blitz verstehen kann. Sie haben die Südhälfte des Landes faktisch ausgeplündert, alles nur Denkbare zusammengerafft und in ihre extrem teuren Cottages und Flats verbracht. Demnächst werden sie für Inder Jaguare und Land Rover bauen, während das Sozialsystem dank Thatcher und Blair sich ebenfalls dem Niveau indischer Slums annähert, aber zumindest in den Schränken die Illusion der Zeit stehen haben, als Sheffield gross, das Empire stark und Silber der Standard auf den Tischen war.
Die Folgen sind dramatisch - meine Händler sind gezwungen, zur Beschaffung an die Grenze zu Schottland, in die USA oder sogar in das unwirtliche Wales auszuweichen. Wo sie noch manches finden, nach berlin bringen - und was passiert dort? Londoner Touristen finden es immer noch billig und kaufen mir die grössere Art Deco Kanne vor den Nase weg. Das sind die Folgen der britischen Konsumwut, die fundamental mit der Leichtigkeit ihres Plastikgeldes zusammenhängt, hier eine Teekanne, dort einen Berlintrip und im Sommer nach Malle - die jetzt in Form eines weiteren, blutigen Kapitels des Weltbestsellers "Die grosse Kreditdepresseion 2007-2010 oder der Untergang des anglophonen Weltreichs" die Quittung erhält. Die erste Plastikkartenbank entledigt sich wenig erfreulicher Kundschaft, und das werden auch noch andere tun. Vorbei die Zeiten, als Amerika der Briten unbezahlbare Schuldenmengen beglich.
Und weil ich es schon vorher gesagt und auf die Probleme verwiesen habe, hält sich mein Mitleid in etwa in den Grenzen meiner gar nicht arg grossen Teekanne.

Schuld daran sind die Briten. Nicht nur, dass sie in den bevorzugten Regionen und im Moloch London die Preise für dergleichen Exemplare in Höhen treiben, die man als Kontinentaleuropäer allenfalls als Strafe für Napoleon oder den Blitz verstehen kann. Sie haben die Südhälfte des Landes faktisch ausgeplündert, alles nur Denkbare zusammengerafft und in ihre extrem teuren Cottages und Flats verbracht. Demnächst werden sie für Inder Jaguare und Land Rover bauen, während das Sozialsystem dank Thatcher und Blair sich ebenfalls dem Niveau indischer Slums annähert, aber zumindest in den Schränken die Illusion der Zeit stehen haben, als Sheffield gross, das Empire stark und Silber der Standard auf den Tischen war.
Die Folgen sind dramatisch - meine Händler sind gezwungen, zur Beschaffung an die Grenze zu Schottland, in die USA oder sogar in das unwirtliche Wales auszuweichen. Wo sie noch manches finden, nach berlin bringen - und was passiert dort? Londoner Touristen finden es immer noch billig und kaufen mir die grössere Art Deco Kanne vor den Nase weg. Das sind die Folgen der britischen Konsumwut, die fundamental mit der Leichtigkeit ihres Plastikgeldes zusammenhängt, hier eine Teekanne, dort einen Berlintrip und im Sommer nach Malle - die jetzt in Form eines weiteren, blutigen Kapitels des Weltbestsellers "Die grosse Kreditdepresseion 2007-2010 oder der Untergang des anglophonen Weltreichs" die Quittung erhält. Die erste Plastikkartenbank entledigt sich wenig erfreulicher Kundschaft, und das werden auch noch andere tun. Vorbei die Zeiten, als Amerika der Briten unbezahlbare Schuldenmengen beglich.
Und weil ich es schon vorher gesagt und auf die Probleme verwiesen habe, hält sich mein Mitleid in etwa in den Grenzen meiner gar nicht arg grossen Teekanne.
donalphons, 21:54h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 3. Februar 2008
Modesexismus
Jemand, mit dem ich um 2001 rum zu tun hatte, vertraute der Illusion, Mobilapplikationen seien die Zukunft, und das Handy die Schnittstelle schlechthin. Einer von denen, die ihrer Zeit soweit voraus sind, dass es unklar ist, ob sie von ihr je eingeholt werden. Der Junge und seine Firma waren der Ansicht, dass eine grössere Website reine Verschwendung sei; zu dem Zeitpunkt, da das Produkt Marktreife erlangen sollte, würde kein Mensch mehr sich mit einem Rechner abschleppen. Die Investoren schickten damals mich vorbei, um denen schonend nahezubringen, dass so eine Website dennoch was Feines wäre - denn sie selbst hatten gewisse Probleme, die Idee ihren geldgebern zu erklären, wenn man dafür Handies benötigte, die es noch nicht gab - namentlich das NEC N 21i, das damals in etwa so behyped und dann gefloppt war, wie später das Nokia 7610 oder wieder drei Jahre später das iPhone.
Wir setzten uns zusammen, ich erklärte ihm das Problem, er war einsichtig und die Agentur, die einem der Geldgeber des VCs gehörte, war sofort bereit, für einen nur leicht überteuerten Betrag eine rudimentäre Website zu erstellen. Mitsamt Filmchen für den heute wahrscheinlich vergessenen Real Audio Player. Und für diesen Film kam nochmal eine fette Rechnung nach, denn die Agentur und der Gründer waren sich völlig einig, dass sie das Produkt von einem "Japan Idol" erklären lassen mussten. Also beschafften sie sich unter enormen Kosten eine junge Asiatin, die dann mit Telephonsex-Lolita-Stimme und Close-Up auf ihre Kirschlippen erklärte, was es nun mit der Firma auf sich habe. Es war 2001, das Geld sass nicht mehr ganz so locker wie früher, und weil das Ganze mitsamt Casting auch noch die Produktentwicklung gebremst hatte, gab es eine ziemlich deutliches Meeting.
Die Begründung war, grob gesagt und nicht unzutreffend, dass es gerade alle so machten - snacker.de etwa hatte Sushee, und tatsächlich hing an sehr vielen Handies in der Werbung eine Koreanerin oder Japanerin, die möglichst devot und debil in die Kamera zu lächeln hatte. Addicted to mobil, ein Fetisch mehr denn ein Gerät. Es war die Zeit der - wie wir heute wissen - weitgehend gefakeden oder übertrieben Berichte über japanische Handyobsessionen und koreanischen Konsumterror, die weniger was mir wirklichem "Wollen", als vielmehr Gruppenzwang und, zumindest in Korea, Ankurbelung der Wirtschaft zu tun hatten. Das asiatische Püppchen am Handy war so ähnlich wie das Pirelligirl am Auto der 60er Jahre, mit dem kleinen Unterschied, dass damals wirklich alle diese Autos wollten - die Handies dagegen und ihre Geschäftsmodelle wurden wenige Wochen danach praktisch wertlos, als die Flugzeuge in die Türme rasten.

Heute ist das anders. Anders, aber nicht besser. Heute greift man wieder auf Europäerinnen zurück, nach einem anderen Scheme: Von seitlich oder schräg vorne aufgenommen, liegt eine Frau auf dem Bauch, oder sitzt auf einem dieser beigefarbenen, quadratischen Sofas, und das in einer Haltung, in der sie auf dem vor ihr befindlichen Notebbok unmöglich mehr als lol oder find ich supi tippen kann. Freier Blick auf die Oberweite ist garantiert, was der Ausschnitt nicht hergibt, macht der Schnitt des Oberteils, und da haben wir sie dann, die daheim cocoonde Hausfrau2.0, die zwischen dem Saubermachen ihrer weissbeigen Wohung und dem microaufwellen der molekularküchigen Conveniencescheisse mal schnell ihre fünf Netzwerke checkt. Frauen wollen das so, sagen die Bilder, daheim sein und die Welt durch das Netz erleben, und nicht auf dem Bild ist der Mann, der das Geld für dieses Dasein ranschafft. Netzwerk statt Bildung, DeppenVZ statt Bücher, und was Britris und Paney treiben, steht netterweise auch schon bei den schlechteren Gossenportalen besserer Medien.
Inszeniert wird hier die Dummheit, das computergestütze Biedermeier, die Hausfrau, die ihre Zeit nicht mehr durch Sticken, sondern durch Surfen totschlägt, daheim, ohne Arbeit natürlich, und das Ambiente ist ein Zitat der 70er, nur diesmal in die andere Richtung, retro zu Adenauer und noch früher. Inaktiv, abgelenkt, daheim geschont und allenfalls zum Joggen oder zum Kochkurs ausser Haus verbracht, Emanzipation war nett, aber das hier ist netter: Nach der devoten asiatischen Handy-Untertanin scheint jetzt die neue Mutter am Herd und am Computer wieder gut anzukommenm, softer Sexismus für eine zur Mitte gerückte Gesellschaft, die sich die Prostitutionsanteile ihrer Zufriedenheit bei den Whinehouses der Medienwelt zieht. Mit Bildergalerie ihres schmutzigen Untergangs, als sei es ein Bericht aus der Kirchenzeitung, und keine Frau wird dagegen ein Molotowcocktail werfen.
Verdammt schade, finde ich.
Wir setzten uns zusammen, ich erklärte ihm das Problem, er war einsichtig und die Agentur, die einem der Geldgeber des VCs gehörte, war sofort bereit, für einen nur leicht überteuerten Betrag eine rudimentäre Website zu erstellen. Mitsamt Filmchen für den heute wahrscheinlich vergessenen Real Audio Player. Und für diesen Film kam nochmal eine fette Rechnung nach, denn die Agentur und der Gründer waren sich völlig einig, dass sie das Produkt von einem "Japan Idol" erklären lassen mussten. Also beschafften sie sich unter enormen Kosten eine junge Asiatin, die dann mit Telephonsex-Lolita-Stimme und Close-Up auf ihre Kirschlippen erklärte, was es nun mit der Firma auf sich habe. Es war 2001, das Geld sass nicht mehr ganz so locker wie früher, und weil das Ganze mitsamt Casting auch noch die Produktentwicklung gebremst hatte, gab es eine ziemlich deutliches Meeting.
Die Begründung war, grob gesagt und nicht unzutreffend, dass es gerade alle so machten - snacker.de etwa hatte Sushee, und tatsächlich hing an sehr vielen Handies in der Werbung eine Koreanerin oder Japanerin, die möglichst devot und debil in die Kamera zu lächeln hatte. Addicted to mobil, ein Fetisch mehr denn ein Gerät. Es war die Zeit der - wie wir heute wissen - weitgehend gefakeden oder übertrieben Berichte über japanische Handyobsessionen und koreanischen Konsumterror, die weniger was mir wirklichem "Wollen", als vielmehr Gruppenzwang und, zumindest in Korea, Ankurbelung der Wirtschaft zu tun hatten. Das asiatische Püppchen am Handy war so ähnlich wie das Pirelligirl am Auto der 60er Jahre, mit dem kleinen Unterschied, dass damals wirklich alle diese Autos wollten - die Handies dagegen und ihre Geschäftsmodelle wurden wenige Wochen danach praktisch wertlos, als die Flugzeuge in die Türme rasten.

Heute ist das anders. Anders, aber nicht besser. Heute greift man wieder auf Europäerinnen zurück, nach einem anderen Scheme: Von seitlich oder schräg vorne aufgenommen, liegt eine Frau auf dem Bauch, oder sitzt auf einem dieser beigefarbenen, quadratischen Sofas, und das in einer Haltung, in der sie auf dem vor ihr befindlichen Notebbok unmöglich mehr als lol oder find ich supi tippen kann. Freier Blick auf die Oberweite ist garantiert, was der Ausschnitt nicht hergibt, macht der Schnitt des Oberteils, und da haben wir sie dann, die daheim cocoonde Hausfrau2.0, die zwischen dem Saubermachen ihrer weissbeigen Wohung und dem microaufwellen der molekularküchigen Conveniencescheisse mal schnell ihre fünf Netzwerke checkt. Frauen wollen das so, sagen die Bilder, daheim sein und die Welt durch das Netz erleben, und nicht auf dem Bild ist der Mann, der das Geld für dieses Dasein ranschafft. Netzwerk statt Bildung, DeppenVZ statt Bücher, und was Britris und Paney treiben, steht netterweise auch schon bei den schlechteren Gossenportalen besserer Medien.
Inszeniert wird hier die Dummheit, das computergestütze Biedermeier, die Hausfrau, die ihre Zeit nicht mehr durch Sticken, sondern durch Surfen totschlägt, daheim, ohne Arbeit natürlich, und das Ambiente ist ein Zitat der 70er, nur diesmal in die andere Richtung, retro zu Adenauer und noch früher. Inaktiv, abgelenkt, daheim geschont und allenfalls zum Joggen oder zum Kochkurs ausser Haus verbracht, Emanzipation war nett, aber das hier ist netter: Nach der devoten asiatischen Handy-Untertanin scheint jetzt die neue Mutter am Herd und am Computer wieder gut anzukommenm, softer Sexismus für eine zur Mitte gerückte Gesellschaft, die sich die Prostitutionsanteile ihrer Zufriedenheit bei den Whinehouses der Medienwelt zieht. Mit Bildergalerie ihres schmutzigen Untergangs, als sei es ein Bericht aus der Kirchenzeitung, und keine Frau wird dagegen ein Molotowcocktail werfen.
Verdammt schade, finde ich.
donalphons, 00:30h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 1. Februar 2008
Die kritische Klasse
oder auch Tortencampieren als Exclusivveranstaltung:

Werbefrei, kommerzfrei und frei im Internet empfangbar.

Werbefrei, kommerzfrei und frei im Internet empfangbar.
donalphons, 19:51h
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Oh.
Microsoft will eine geschätzt 30-Milliarden-Dollar-Abschreibung namens Yahoo kaufen. Soviel zum Thema kapitalistische Vernunft.
donalphons, 14:50h
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10 Orte, wo man danach nicht gewesen sein will.
Der erste Nachtrag zu dieser Überlegung:
10. Italien. I hate to say, aber ein Land, das in dieser Lage politisch wackelt, das eine Industrie hat, die über weite Strecken in direkter Konkurrenz zum Balkan und China steht und seit Jahrzehnten nicht in der Lage ist, die Probleme zu lösen, weil die Probleme zentraler teil der Politik sind, hat wenig Chancen, sich gegen die neuen Probleme zu wehren. Aber es ist schön dort.
9. Frankreich. Ganz ähnlich. Allerdings ist dort die Armut mehr ein Problem als in Italien. In Italien ist man in seinem Netzwerk arm, in Frankreich in den Slums. Und der Chef von das Ganze ist noch unfähiger als Bush und Berlusconi. Aber die Leute sind nett.
8. Frankfurt/Main. Monostruktur. Wenn die Banken nicht so viel Werbung schalten würden, stünde in den meisten Zeitungen inzwischen der Rat, das Geld von den Banken abzuziehen. Die Banken werden sicher weniger werben. Dann steht das auch in den Zeitungen. Und dann wird Frankfurt, das ohnehin schon eine Geschäftsimmobilienkrise hat, ein zweites Detroit der Dienstleistungsbranche. Natürlich wird es wieder kommen, 2009, 2010, aber bis dahin...
7. Nord- und Nordostbayern. Sorry Frangä, aber irgendeiner muss dafür zahlen, dass es im Süden wieder schneller aufwärts geht.
6. Hamburg und Umland. Medienkrise alleine reicht nicht aus, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass es in Hamburg hässlich wird. Hamburg hat zu wenig von dem, was gebraucht wird, und zu viel von dem, was verzichtbar ist. Und nein, die Reeperbahn ist keine Rettung.
5. Köln/Düsseldorf. Nachdem dort ohnehin zwei Wochen im Jahr suffbedingt die Produktion flachliegt, und man auf Medien und Dienstleistung gesetzt hat, und nicht konkurrenzfähige Autos produziert, und und und
4. Ruhrgebiet. Jeden Tag ein neues Nokia. Wobei, im schlimmsten Fall könnte man wieder Kohle abbauen, Rohstoffpreise sind bislang das einzige, was steigt. Und WAZ-Gossenschreiberin Annika R. würde ich ein paar Wochen in der Kohlengrube wünschen. Immerhin damit nicht so schlimm wie
3. Der deutsche Osten. Nur auf Platz drei, weil da nicht mehr viel kaputt gehen kann.
2. Berlin. Nachdem die Behelfsbrücke von der A9 nicht mehr gebraucht wird, gibt es zumindest ein paar Wohnmöglichkeiten für das Digitale Lumpenproletariat.
1. London. Europäisches Finanz- und Immobilienzentrum zu sein, mit einer Immobilienblase im Rücken, ist kein Spass. Zeit, an die Wiederansiedlung von Wölfen in Notting Hill nachzudenken.
10. Italien. I hate to say, aber ein Land, das in dieser Lage politisch wackelt, das eine Industrie hat, die über weite Strecken in direkter Konkurrenz zum Balkan und China steht und seit Jahrzehnten nicht in der Lage ist, die Probleme zu lösen, weil die Probleme zentraler teil der Politik sind, hat wenig Chancen, sich gegen die neuen Probleme zu wehren. Aber es ist schön dort.
9. Frankreich. Ganz ähnlich. Allerdings ist dort die Armut mehr ein Problem als in Italien. In Italien ist man in seinem Netzwerk arm, in Frankreich in den Slums. Und der Chef von das Ganze ist noch unfähiger als Bush und Berlusconi. Aber die Leute sind nett.
8. Frankfurt/Main. Monostruktur. Wenn die Banken nicht so viel Werbung schalten würden, stünde in den meisten Zeitungen inzwischen der Rat, das Geld von den Banken abzuziehen. Die Banken werden sicher weniger werben. Dann steht das auch in den Zeitungen. Und dann wird Frankfurt, das ohnehin schon eine Geschäftsimmobilienkrise hat, ein zweites Detroit der Dienstleistungsbranche. Natürlich wird es wieder kommen, 2009, 2010, aber bis dahin...
7. Nord- und Nordostbayern. Sorry Frangä, aber irgendeiner muss dafür zahlen, dass es im Süden wieder schneller aufwärts geht.
6. Hamburg und Umland. Medienkrise alleine reicht nicht aus, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass es in Hamburg hässlich wird. Hamburg hat zu wenig von dem, was gebraucht wird, und zu viel von dem, was verzichtbar ist. Und nein, die Reeperbahn ist keine Rettung.
5. Köln/Düsseldorf. Nachdem dort ohnehin zwei Wochen im Jahr suffbedingt die Produktion flachliegt, und man auf Medien und Dienstleistung gesetzt hat, und nicht konkurrenzfähige Autos produziert, und und und
4. Ruhrgebiet. Jeden Tag ein neues Nokia. Wobei, im schlimmsten Fall könnte man wieder Kohle abbauen, Rohstoffpreise sind bislang das einzige, was steigt. Und WAZ-Gossenschreiberin Annika R. würde ich ein paar Wochen in der Kohlengrube wünschen. Immerhin damit nicht so schlimm wie
3. Der deutsche Osten. Nur auf Platz drei, weil da nicht mehr viel kaputt gehen kann.
2. Berlin. Nachdem die Behelfsbrücke von der A9 nicht mehr gebraucht wird, gibt es zumindest ein paar Wohnmöglichkeiten für das Digitale Lumpenproletariat.
1. London. Europäisches Finanz- und Immobilienzentrum zu sein, mit einer Immobilienblase im Rücken, ist kein Spass. Zeit, an die Wiederansiedlung von Wölfen in Notting Hill nachzudenken.
donalphons, 14:07h
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