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Mittwoch, 12. März 2008
Empfehlung heute - Psychodelica
Ich mag den psychodelischblauen Blick von meiner Terasse in die Berge - zwischen den Bäumen ist der Gipfel vom Wallberg, und es geht ohne Ofenrohr. (Keine Bearbeitung, das sah genau so aus)

Grossbild hier
Und ich mag die leicht psychodelische, immer fordernde und nie langweilige Langsatz&überschriftwortkunst über das Kochen von Kulinariakatastrophalia.

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Und ich mag die leicht psychodelische, immer fordernde und nie langweilige Langsatz&überschriftwortkunst über das Kochen von Kulinariakatastrophalia.
donalphons, 23:19h
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Wo man bleiben kann - Platz 4: München Maxvorstadt
Es war kein Grund zum feiern. Wir fuhren heim, und ich war meinen Eltern einfach nur sehr, sehr dankbar, dass sie es getan hatten. Damals erschien es mir als unfassbar grosse Summe, die meine Eltern auf den Tisch gelegt hatten. Der Verkäufer, ein Zahnarzt aus Augsburg, dem die Unsicherheit aufgrund der üblichen Kontakte bei der Anbahnung nicht verborgen geblieben waren, sagte damals, wir würden sehen, es sei genau das richtige. Denn als seine Eltern die Wohnung vor 15 Jahren gekauft hätten, wäre sie ihnen auch sehr teuer vorgekommen, und jetzt erschiene der Preis lachhaft günstig.
Er hatte recht. Die Wohnung wäre heute in Euro teurer, als sie damals in Mark gekostet hat. Gemessen daran, dass ich 15 Jahre keine Miete zahlen musste - die sich in der Zeit ebenfalls verdoppelt hätte - war es ein Bombengeschäft. Und eine Bestätigung, dass bei Immobilien nur drei Dinge zählen: Lage, Lage und Lage. Denn die Lage im schmalen Bereich zwischen Uni, Ludwigsstrasse und Pinakotheken ist nicht mehr zu reproduzieren. Es ist der Ort, wo man in München sein möchte. Ich glaube nicht, das viele sagen würden: Och nö, Maxvorstadt, gefällt mir nicht. Es gibt dort definitiv schon immer zu wenig Wohnraum. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, und ich habe es in all den Jahren noch nie erlebt, dass in diesem Bereich der Stadt die Preise nach unten gingen.
Warum das so ist? Weil es immer Eltern geben wird, die ihre Kinder nahe an der Uni wissen wollen, und Kinder, die das breite Angebot in Sachen Nachtleben zu schätzen wissen. Es ist ein Gebiet, in dem man nicht nach 10 Jahren raus muss, weil man zu alt wird, und in einer viertel bis halben Stunde erreicht man Deutschlands beste Kultureinrichtungen, Uni, Museen, Sammlungen, Oper, Aiktionshäuser, Theater. Zum englischen Garten und Isar kann man laufen, alle Bedürfnisse des täglichen Bedarfs sind gedeckt. Das ist wohl der Grund, warum es in dem haus meiner Wohnung so selten Wechsel gibt, wer hier erst mal ist, geht nicht gerne weg. Weil die Gegend auf eine unaufdringliche Art liebenswert ist, weil sich die Ansprüche an das Leben ändern, aber die Möglichkeiten bleiben.
Nachdem gestern die amerikanische Notenbank mit einer kriminellen Inflationspumpe und damit einem Anschlag auf unser aller Vermögen Ossama bin Laden zum kleinen Rabauken des internationalen Terrorismus degradiert hat, und mit 200 Milliarden nicht nur unverkäuflichen Hypothekendreck, sondern auch gleich eine Entschuldung via Geldentwertung (ausser für die davon profitierenden Bankverbrecher) einkauft, ist so eine dauerhauft wertstabile Immobilie wirklich angenehmer als banales Geld, das realiter im nächsten Jahr 8 bis 10 Prozent an Wert verlieren dürfte. Und auch sicherer als manche private Rentenvorsorge, die ebenfalls darunter leiden wird. Wenn es wirklich mal finanziell eng wird: Der Markt der Maxvorstadt wird für immer einen Nachfrageüberhang haben.
Das ist alles, was man jetzt als Privatmensch noch tun kann. Den Rest im Kampf gegen den internationalen Finanzterrorismus sollten die Staaten selbst mit ein paar Drohnen in den Wallstreet-Zentren der US-Talibans übernehmen, und wer sich freiwillig stellt: In Guantanamo sind noch ein paar Plätze frei.
Er hatte recht. Die Wohnung wäre heute in Euro teurer, als sie damals in Mark gekostet hat. Gemessen daran, dass ich 15 Jahre keine Miete zahlen musste - die sich in der Zeit ebenfalls verdoppelt hätte - war es ein Bombengeschäft. Und eine Bestätigung, dass bei Immobilien nur drei Dinge zählen: Lage, Lage und Lage. Denn die Lage im schmalen Bereich zwischen Uni, Ludwigsstrasse und Pinakotheken ist nicht mehr zu reproduzieren. Es ist der Ort, wo man in München sein möchte. Ich glaube nicht, das viele sagen würden: Och nö, Maxvorstadt, gefällt mir nicht. Es gibt dort definitiv schon immer zu wenig Wohnraum. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, und ich habe es in all den Jahren noch nie erlebt, dass in diesem Bereich der Stadt die Preise nach unten gingen.
Warum das so ist? Weil es immer Eltern geben wird, die ihre Kinder nahe an der Uni wissen wollen, und Kinder, die das breite Angebot in Sachen Nachtleben zu schätzen wissen. Es ist ein Gebiet, in dem man nicht nach 10 Jahren raus muss, weil man zu alt wird, und in einer viertel bis halben Stunde erreicht man Deutschlands beste Kultureinrichtungen, Uni, Museen, Sammlungen, Oper, Aiktionshäuser, Theater. Zum englischen Garten und Isar kann man laufen, alle Bedürfnisse des täglichen Bedarfs sind gedeckt. Das ist wohl der Grund, warum es in dem haus meiner Wohnung so selten Wechsel gibt, wer hier erst mal ist, geht nicht gerne weg. Weil die Gegend auf eine unaufdringliche Art liebenswert ist, weil sich die Ansprüche an das Leben ändern, aber die Möglichkeiten bleiben.
Nachdem gestern die amerikanische Notenbank mit einer kriminellen Inflationspumpe und damit einem Anschlag auf unser aller Vermögen Ossama bin Laden zum kleinen Rabauken des internationalen Terrorismus degradiert hat, und mit 200 Milliarden nicht nur unverkäuflichen Hypothekendreck, sondern auch gleich eine Entschuldung via Geldentwertung (ausser für die davon profitierenden Bankverbrecher) einkauft, ist so eine dauerhauft wertstabile Immobilie wirklich angenehmer als banales Geld, das realiter im nächsten Jahr 8 bis 10 Prozent an Wert verlieren dürfte. Und auch sicherer als manche private Rentenvorsorge, die ebenfalls darunter leiden wird. Wenn es wirklich mal finanziell eng wird: Der Markt der Maxvorstadt wird für immer einen Nachfrageüberhang haben.
Das ist alles, was man jetzt als Privatmensch noch tun kann. Den Rest im Kampf gegen den internationalen Finanzterrorismus sollten die Staaten selbst mit ein paar Drohnen in den Wallstreet-Zentren der US-Talibans übernehmen, und wer sich freiwillig stellt: In Guantanamo sind noch ein paar Plätze frei.
donalphons, 14:55h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 11. März 2008
Städteslogans im Vergleich
Welcher ist der beste?
[ ] Be Berlin (sollen sagen 4 Mio Einwohner, Berlin Partner GmbH)
[ ] Ruhr hoch n (dito 10 Mio. Einwohner, Initiativkreises Ruhrgebiet)
[ ] Gmund am Tegernsee (6000 Einwohner, steht so auf dem Ortsschild)

Weitere Fragen, warum Berlin ein stinkendes Dreckloch an der Spreemüllkippe und das Ruhrgebiet eine ramponierte Krisenzone mit der Trinkhalle als Wahrzeichen bleibt, und warum ich nach Gmund ziehe, sind überflüssig, nehme ich an.
Im Ernst: Werbung, PR und Slogans braucht immer nur das, was sich nicht verkauft, lügt, Scheisse ist und Leute betrügt. Wer einen Slogan braucht, hat nichts zu gewinnen, der hat schon verloren.
[ ] Be Berlin (sollen sagen 4 Mio Einwohner, Berlin Partner GmbH)
[ ] Ruhr hoch n (dito 10 Mio. Einwohner, Initiativkreises Ruhrgebiet)
[ ] Gmund am Tegernsee (6000 Einwohner, steht so auf dem Ortsschild)

Weitere Fragen, warum Berlin ein stinkendes Dreckloch an der Spreemüllkippe und das Ruhrgebiet eine ramponierte Krisenzone mit der Trinkhalle als Wahrzeichen bleibt, und warum ich nach Gmund ziehe, sind überflüssig, nehme ich an.
Im Ernst: Werbung, PR und Slogans braucht immer nur das, was sich nicht verkauft, lügt, Scheisse ist und Leute betrügt. Wer einen Slogan braucht, hat nichts zu gewinnen, der hat schon verloren.
donalphons, 21:58h
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Porzellandiskurse
sind im Moment in meinem Clan nicht selten, geht es doch um die wichtige Frage, was nun vom familiären Besitz an den Tegernsee verfrachtet wird, um dort die Bedürfnisse auch anderer Familienmitglieder, wenn die mal kommen, zu befriedigen. Das problem it, dass die Wohnung gewissermassen vom ersten Tag an bespielbar sein muss, denn neben meinen Freunden haben sich auch schon sämtliche kaffeeklatschfreundinnen meiner Frau Mama und etliche alter geschäftspartner meines Herrn Papa und überhaupt jeder, der überlegt, den Schritt an den Tegernsee auch zu tun, und das sind erstaunlich viele, angemeldet. Und da kann es nicht zugehen, als wären wir auf der Brennsuppn dahergschwumma, wie meine Grossmutter immer so treffend bemerkte, und natürlich wie immer recht hatte.
Allerdings gestalten sich die Verhandlungen schwierig. Ich stehe vor dem ca. 4 Meter langen Erstporzellanschrank meiner Mutter und mache Vorschläge. Das historische Rosenthal, das sie nie benutzt? Niemals! Viel zu protzig für den Tegernsee, und ich sei ja nicht in Rottach. Die mittlerweile auch historische Fayence aus Rosenheim? Nein, das ist so schön für Sonntag daheim, da hat sie sich daran gewöhnt. Das Wedgwood von Grosstante P., das nur alle Sabbatjahre mal raus darf? Eben! da darf es raus! Das Geschirr vom Landrichter S.? Nein, das ist viel zu gross, das hat am tegernsee keinen Platz! So geht das weiter bis zum in der Einliegerwohnung stehenden Geschirrschrank Nummer 3, in dem ein Art Deco Service von Paul Müller seit 5 Jahren schlummert... Das will deine kleine Schwester, das geht nicht!
Beim Thema besteck muss ich erst gar nicht anfangen, da ist der verlust an die eigene Familie nun schon seit Jahren fast so hoch wie die Zukäufe. Und wer nun meint, meine Familie sei gierig und teile nicht: Nein. Meine Familie ist nur das ideale Bespiel für die Erkenntnis, dass Besitz durch Behalten entsteht. Weshalb ich am Wochenende beschloss, fast militärisch bei mir umzugruppieren:

Diese entzückende blaue Streublume lag ganz unbeachtet, ganz unten in einer schlechten Kiste auf einem ganz schlechten Flohmarkt, und ist genau das Service, das ich mir mit Blick auf die Berge auf der Terasse vorstelle. Es war so lachhaft billig - 21 Teile für 4 Euro - dass man draussen nichts riskiert, selbst wenn Nachbars Katze Unsinn auf der Suche nach Sahne treibt, und das, nachdem die Firma heute Teil des Rosenthal-Konzerns ist, auch Gästen zugemutet werden kann. Und weil schlechte Flohmörkte noch mehr schlechte Kisten haben, lag ein paar Stände weiter ein praktisch neues Besteck von OKA. Würden sich diejenigen, die Omas altes Besteck für 8 Euro verschleudern, mal mit der Geschichte von Otto Kaltenbach, seiner Silberschmiede und der Website von Wilkens, zu denen OKA gekommen ist auseinandersetzen, wüssten sie, dass sowas heute nicht ganz billig ist, 1000 Euro, und es nicht einfach so hergeben.
Und dann war da noch ein Service "Barock" von Winterling, dessen türkische Verkäuferin mir was erzählen wollte, dass es mal 300 Euro gekostet hätte, als sie es mir für 20 verkaufte - was dreist, wirklich dreist gelogen war, neu kostete es fast 500. Das kommt jetzt auf meine Terasse, und dafür geht mein für die Terasse zu feines Hutschenreuther mit mir an den See.
Und ich muss meiner Frau Mama keine seelischen Grausamkeiten antun. Mutters Seelenfrieden für 32 Euro - das ist wirklich günstig.
Allerdings gestalten sich die Verhandlungen schwierig. Ich stehe vor dem ca. 4 Meter langen Erstporzellanschrank meiner Mutter und mache Vorschläge. Das historische Rosenthal, das sie nie benutzt? Niemals! Viel zu protzig für den Tegernsee, und ich sei ja nicht in Rottach. Die mittlerweile auch historische Fayence aus Rosenheim? Nein, das ist so schön für Sonntag daheim, da hat sie sich daran gewöhnt. Das Wedgwood von Grosstante P., das nur alle Sabbatjahre mal raus darf? Eben! da darf es raus! Das Geschirr vom Landrichter S.? Nein, das ist viel zu gross, das hat am tegernsee keinen Platz! So geht das weiter bis zum in der Einliegerwohnung stehenden Geschirrschrank Nummer 3, in dem ein Art Deco Service von Paul Müller seit 5 Jahren schlummert... Das will deine kleine Schwester, das geht nicht!
Beim Thema besteck muss ich erst gar nicht anfangen, da ist der verlust an die eigene Familie nun schon seit Jahren fast so hoch wie die Zukäufe. Und wer nun meint, meine Familie sei gierig und teile nicht: Nein. Meine Familie ist nur das ideale Bespiel für die Erkenntnis, dass Besitz durch Behalten entsteht. Weshalb ich am Wochenende beschloss, fast militärisch bei mir umzugruppieren:

Diese entzückende blaue Streublume lag ganz unbeachtet, ganz unten in einer schlechten Kiste auf einem ganz schlechten Flohmarkt, und ist genau das Service, das ich mir mit Blick auf die Berge auf der Terasse vorstelle. Es war so lachhaft billig - 21 Teile für 4 Euro - dass man draussen nichts riskiert, selbst wenn Nachbars Katze Unsinn auf der Suche nach Sahne treibt, und das, nachdem die Firma heute Teil des Rosenthal-Konzerns ist, auch Gästen zugemutet werden kann. Und weil schlechte Flohmörkte noch mehr schlechte Kisten haben, lag ein paar Stände weiter ein praktisch neues Besteck von OKA. Würden sich diejenigen, die Omas altes Besteck für 8 Euro verschleudern, mal mit der Geschichte von Otto Kaltenbach, seiner Silberschmiede und der Website von Wilkens, zu denen OKA gekommen ist auseinandersetzen, wüssten sie, dass sowas heute nicht ganz billig ist, 1000 Euro, und es nicht einfach so hergeben.
Und dann war da noch ein Service "Barock" von Winterling, dessen türkische Verkäuferin mir was erzählen wollte, dass es mal 300 Euro gekostet hätte, als sie es mir für 20 verkaufte - was dreist, wirklich dreist gelogen war, neu kostete es fast 500. Das kommt jetzt auf meine Terasse, und dafür geht mein für die Terasse zu feines Hutschenreuther mit mir an den See.
Und ich muss meiner Frau Mama keine seelischen Grausamkeiten antun. Mutters Seelenfrieden für 32 Euro - das ist wirklich günstig.
donalphons, 11:36h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 10. März 2008
Spammer *************** von der Agentur voll:kontakt
wagt es, Blogger unter der Anschrift "Liebe(r) Medienpartner(in)" mit Promotiondreck in Form einer Pressemitteilung für das Plattenlabel Universal zu spammen, zusammen mit einem fast 3 MB grossen Attachment, und wenn man ihn darauf hinweist, dass das so nicht geht, antwortet er:
"wir haben ihre Blog Adresse über eine Recherche im I-Net gefunden und hatten gehofft mit Ihnen zusammenarbeiten zu können."
Ich kann nur jedem Unternehmen eindringlich raten, von einer Beschäftigung von *********** und der Agentur voll:kontakt - webpromotion, management & publishing, Luisenweg 97 in 20537 Hamburg abzusehen - die riskieren, wie man sieht, mit der nicht zulässigen Verwendung der Kontaktdaten nämlich Abmahnungen und unerfreuliche Publizität im Internet. Nur weil eine Adresse im Blog steht, bedeutet es nicht, dass jedem dahergelaufenen PR-Sparifankerl erlaubt ist, Blogger mit dem Dreck zu belästigen, für den er sich an Plattenlabels und anderes verkauft.
Edit: Vergeben und Vergessen.
"wir haben ihre Blog Adresse über eine Recherche im I-Net gefunden und hatten gehofft mit Ihnen zusammenarbeiten zu können."
Ich kann nur jedem Unternehmen eindringlich raten, von einer Beschäftigung von *********** und der Agentur voll:kontakt - webpromotion, management & publishing, Luisenweg 97 in 20537 Hamburg abzusehen - die riskieren, wie man sieht, mit der nicht zulässigen Verwendung der Kontaktdaten nämlich Abmahnungen und unerfreuliche Publizität im Internet. Nur weil eine Adresse im Blog steht, bedeutet es nicht, dass jedem dahergelaufenen PR-Sparifankerl erlaubt ist, Blogger mit dem Dreck zu belästigen, für den er sich an Plattenlabels und anderes verkauft.
Edit: Vergeben und Vergessen.
donalphons, 19:34h
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Buy british!
Heute Morgen, bei der Bestellung einer teuren Extravaganz aus dem Vereinigten Königreich, per Mail:
"Dear Sir,
May I confirm that I have dispatched the following item to you, and have obtained a proof of postage receipt. You should be receiving it shortly."
Heute Nachmittag dann, bei der Bestellung einer vollkommen gängigen, aber auch nicht billigen Technikdienstleistung daheim, am Telephon:
"Bitte lassen Sie bei Porcamadonna klingeln.
Is nodierd. Kemma mocha. Oiso. Ah.
Pause
Se dan doch da Porcamadonna Junior?
Ja.
Hom´S do voahea an Senior gfrogt obs des deaffa?"
Manchmal wünsche ich mir die Scheinanonymität der grossen Stadt zurück.
"Dear Sir,
May I confirm that I have dispatched the following item to you, and have obtained a proof of postage receipt. You should be receiving it shortly."
Heute Nachmittag dann, bei der Bestellung einer vollkommen gängigen, aber auch nicht billigen Technikdienstleistung daheim, am Telephon:
"Bitte lassen Sie bei Porcamadonna klingeln.
Is nodierd. Kemma mocha. Oiso. Ah.
Pause
Se dan doch da Porcamadonna Junior?
Ja.
Hom´S do voahea an Senior gfrogt obs des deaffa?"
Manchmal wünsche ich mir die Scheinanonymität der grossen Stadt zurück.
donalphons, 18:32h
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Krankheitsbild: Keine Blogsucht
Gestern was Blogger.de down, und ich dachte mir so: Na, egal, das Wetter ist schön, und Durchputzen steht auch an. Also war ich draussen und habe mein Bad gemacht, am Abend nochmal reingeschaut, immer noch down, dann eben nicht, Gute Nacht und das war´s. Das Ding ist zwar tagesbegleitend, aber auch nicht recht viel mehr als Email oder Telephon.
Ich liebe euch trotzdem. Naja, die meisten zumindest.
Ich liebe euch trotzdem. Naja, die meisten zumindest.
donalphons, 15:23h
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Hessen ist lustig
Weniger lustig sind dagegen die Cretins diversers deutscher Medien, und ihre Lust, einen Skandal herbeizuschreiben, der keiner ist. Ich habe aufgehört mitzuzählen, wie oft Spiegel Onschleim den Kopf jetzt schon peinlich berührt wieder dorthin zurückziehen mussten, wo sie stecken und es schön warm ist: Alles, was irgendwie wie eine Krise der SPD aussehen könnte, wird sofort so interpretiert. Hat man sich erst mal zwei Tage in Niedergangsszenarien überboten, und die SPD steht dann wie bislang auch mit Ausnahme einiger Figuren des rechten Seeheimer Kreises und Hinterbänkler geschlossen da, wird das als Sensation verkauft. Warum? Weil die SPD nicht im Mindesten daran denkt, sich von Hamburger Hilfstruppen des Herrn Koch den Weg vorschreiben zu lassen?
Also versucht man sich in der Inszenierung eines Schurkenstücks - vorgebetet von der Bild, heute überall von SPON bis Handelsblatt: Hier die machtgeile Ypsilanti, dort die menschlich anständige Metzger, die jetzt gebrochen und vernichtet werden soll. Dabei ist es, mit der Ausnahme einer unschönen Heckenschützenaktion, für die SPD-Abgeordnete immer mal gut sind, ganz normale politische Routine. Im der stillen Kammer werden Abgeordnete auf Linie gebracht, oder kaltgestellt. So funktioniert Demokratie, das ist keine Senstation, sondern allgemein bekannter Alltag. Dass Frau Metzger inzwischen offen nur noch mit den Medien koaliert, wird ihr offen gedankt - endlich hat der Abschaum mal die Gelegenheit, aktiv mitzuspielen in der Politik. Und dann noch 2% Abwanderung bei den SPD-Wählern seit der Wahl! Noch so eine tolle Nachricht; dass die Stimmen bei der Linken gelandet sind, wird nur klein nachgeschoben.
Knappe Verhältnisse, in denen der mediale Druck die ein oder andere Knallschote zum explodieren bringt, sind die Sternstunde des heutigen Gesinnungsjournalismus. Und somit das einzige echte Problem, das ich in einer Parteienlandschaft mit 5 Parteien erkennen kann. Denn die, die als sechste Partei an die Mitsprache drängeln, sind längst von der vierten Gewalt auf die zweite PR herabgesunken, und damit noch ein wenig unerfreulicher als die Populisten, deren Spiel sie kopieren und zu ihrem eigenen Zweck missbrauchen. Hessen könnte so schön sein. Alles wäre möglich. Ohne diejenigen, die kein Mandat, sondern nur Journalistenrabatte und die Hoffnung auf PR-Posten am Bankplatz Frankfurt haben.
Also versucht man sich in der Inszenierung eines Schurkenstücks - vorgebetet von der Bild, heute überall von SPON bis Handelsblatt: Hier die machtgeile Ypsilanti, dort die menschlich anständige Metzger, die jetzt gebrochen und vernichtet werden soll. Dabei ist es, mit der Ausnahme einer unschönen Heckenschützenaktion, für die SPD-Abgeordnete immer mal gut sind, ganz normale politische Routine. Im der stillen Kammer werden Abgeordnete auf Linie gebracht, oder kaltgestellt. So funktioniert Demokratie, das ist keine Senstation, sondern allgemein bekannter Alltag. Dass Frau Metzger inzwischen offen nur noch mit den Medien koaliert, wird ihr offen gedankt - endlich hat der Abschaum mal die Gelegenheit, aktiv mitzuspielen in der Politik. Und dann noch 2% Abwanderung bei den SPD-Wählern seit der Wahl! Noch so eine tolle Nachricht; dass die Stimmen bei der Linken gelandet sind, wird nur klein nachgeschoben.
Knappe Verhältnisse, in denen der mediale Druck die ein oder andere Knallschote zum explodieren bringt, sind die Sternstunde des heutigen Gesinnungsjournalismus. Und somit das einzige echte Problem, das ich in einer Parteienlandschaft mit 5 Parteien erkennen kann. Denn die, die als sechste Partei an die Mitsprache drängeln, sind längst von der vierten Gewalt auf die zweite PR herabgesunken, und damit noch ein wenig unerfreulicher als die Populisten, deren Spiel sie kopieren und zu ihrem eigenen Zweck missbrauchen. Hessen könnte so schön sein. Alles wäre möglich. Ohne diejenigen, die kein Mandat, sondern nur Journalistenrabatte und die Hoffnung auf PR-Posten am Bankplatz Frankfurt haben.
donalphons, 15:13h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 8. März 2008
ma non troppo III: Biagio Marini & Dario Castello
Vor anderthalb Jahren habe ich am Originalschauplatz die Werke von Biagio Marini, eines der wichtigsten Vertreters des sogenannten Stil Moderno in der Nachfolge von Monteverdi gehört. Das ist hier nicht besonders schwer, denn Marini, der in der ersten Hälfte des 17. jahrhunderts als neuer Orpheus galt, verbrachte seine Hauptschaffenszeit weder im heimischen Brescia, noch in Venedig; viel mehr floh er von dort, um 26 Jahre seines Lebens in Neuburg an der Donau zu verbringen und dort zu heiraten. In Neuburg eine Neuburgerin. Nachdem ich am Rand des katastrophengebiets wohne, kann ich über Marini sagen: Genies haben manchmal die verrücktesten Einfälle.
Das Konzert war sehr ansprechend, fast ein wenig schmissig, was nicht überrascht, gilt marini heute doch eher als Schreiber von Gassenhauern, was wohl auch dem säkular-höfischen Umfeld in Bayern geschuldet war, das er mit seinen Kompositionen bediente. Was den Konzertbesucher in die Zeiten des wilden Hoflebens mit seinen Jagden, Festen und kriegerischen Auseinandersetzungen fortträgt, ist nicht unbedingt das, was Musikwissenschaftlern zusagt. Denen dürfte die sehr, sehr kluge und feine Einspielung eines angenehmen Quarschnitts durch das Schaffen Marinis von La Fenice sehr gefallen, die mir der CD-Händler meines Vertrauens heute auf dem Weg zum Wochenmarkt verkaufte:

Ja. Oh ja. Ich liebe Tonträger, die man ohne Stilbruch auf dem Frühstückstisch herumliegen lassen kann, die offen und geschlossen und im Regal einen guten Eindruck machen. Solche CDs sind wie Gäste, die dem Gastgeber zur Ehre gereichen, zumal, wenn ich dergestalt einen Marini entdecken darf, den ich so nicht kannte. Ich bin kein grosser Freund englischer Worte, aber bei dieser Aufnahme hatte ich ständig das Wort "sophisticated" im Kopf. La Fenice holt viel, sehr viel aus den Noten Marinis, arbeitet mit schnellen Wechseln und kontrastreichen Effekten; die Musik ist dabei noch nicht so durchentwickelt wie später unter Lully, Torelli oder Stradella, man merkt die Übergangszeit, in der vieles ausprobiert wird, was später beeinflusst, aber nicht zwingend übernommen wird.
Verkürzt, sehr verkürzt gesagt stehen Marini wie auch Castello für eine Unterordnung der menschlichen Stimme unter die Instrumente; Marini bevorzugte die Geige, und obwohl auf der zweiten CD ein wirklich exzellentes "Exultate Deo" zu finden ist, liegt beim - mutmasslichen - Venezianer Castello der Schwerpunkt auf den Blechbläsern. Ich habe die leise Befürchtung, dass man auf einer schlechten Anlage kaum die manieristische Detailfülle und die Räumlichkeit erfassen kann, die für mich einen grossen Teil der Faszination dieser absolut nicht massenkompatiblen Aufnahme ausmachen: Auf der Castello-CD ist eine Echosonate für Horn zu finden, die gnadenlos aufzeigen dürfte, ob die Boxen wirklich räumlich abbilden können, und die Orgelfundamente bei Marini bringen auch meinen nicht ganz schlechten und meist chronisch unterforderten Tieftöner in ordentliche Leistungsbereiche.
Sehr oft fällt mir beim Hören instinktiv ein, in welcher Lebenslage ich die Musik haben möchte; es gibt Pässe, die verlangen nach Fasch, und Spaziergänge, die nach Händel fragen; bei diesen CDs bin ich mir noch etwas unschlüssig, sie "sprechen" nicht direkt den Bauch an, wie eine sehr kluge, jedoch bewusst nicht allzu verführerische Frau; aber ich weiss, dass sie mir nach ein paar mal Hören sehr, manches gar exzellent gefallen wird. Dass ich dennoch mit so einer unemotionalen und unschlüssigen Haltung meine Empfehlung ausspreche, liegt am Angebot: Das Label Ricercar bietet nicht nur eine Vorhörfunktion im Netz, sondern beide CDs für den Preis von einer an. Ohne, dass darunter Gestaltung, Information oder Qualität leiden würden.
Das Konzert war sehr ansprechend, fast ein wenig schmissig, was nicht überrascht, gilt marini heute doch eher als Schreiber von Gassenhauern, was wohl auch dem säkular-höfischen Umfeld in Bayern geschuldet war, das er mit seinen Kompositionen bediente. Was den Konzertbesucher in die Zeiten des wilden Hoflebens mit seinen Jagden, Festen und kriegerischen Auseinandersetzungen fortträgt, ist nicht unbedingt das, was Musikwissenschaftlern zusagt. Denen dürfte die sehr, sehr kluge und feine Einspielung eines angenehmen Quarschnitts durch das Schaffen Marinis von La Fenice sehr gefallen, die mir der CD-Händler meines Vertrauens heute auf dem Weg zum Wochenmarkt verkaufte:

Ja. Oh ja. Ich liebe Tonträger, die man ohne Stilbruch auf dem Frühstückstisch herumliegen lassen kann, die offen und geschlossen und im Regal einen guten Eindruck machen. Solche CDs sind wie Gäste, die dem Gastgeber zur Ehre gereichen, zumal, wenn ich dergestalt einen Marini entdecken darf, den ich so nicht kannte. Ich bin kein grosser Freund englischer Worte, aber bei dieser Aufnahme hatte ich ständig das Wort "sophisticated" im Kopf. La Fenice holt viel, sehr viel aus den Noten Marinis, arbeitet mit schnellen Wechseln und kontrastreichen Effekten; die Musik ist dabei noch nicht so durchentwickelt wie später unter Lully, Torelli oder Stradella, man merkt die Übergangszeit, in der vieles ausprobiert wird, was später beeinflusst, aber nicht zwingend übernommen wird.
Verkürzt, sehr verkürzt gesagt stehen Marini wie auch Castello für eine Unterordnung der menschlichen Stimme unter die Instrumente; Marini bevorzugte die Geige, und obwohl auf der zweiten CD ein wirklich exzellentes "Exultate Deo" zu finden ist, liegt beim - mutmasslichen - Venezianer Castello der Schwerpunkt auf den Blechbläsern. Ich habe die leise Befürchtung, dass man auf einer schlechten Anlage kaum die manieristische Detailfülle und die Räumlichkeit erfassen kann, die für mich einen grossen Teil der Faszination dieser absolut nicht massenkompatiblen Aufnahme ausmachen: Auf der Castello-CD ist eine Echosonate für Horn zu finden, die gnadenlos aufzeigen dürfte, ob die Boxen wirklich räumlich abbilden können, und die Orgelfundamente bei Marini bringen auch meinen nicht ganz schlechten und meist chronisch unterforderten Tieftöner in ordentliche Leistungsbereiche.
Sehr oft fällt mir beim Hören instinktiv ein, in welcher Lebenslage ich die Musik haben möchte; es gibt Pässe, die verlangen nach Fasch, und Spaziergänge, die nach Händel fragen; bei diesen CDs bin ich mir noch etwas unschlüssig, sie "sprechen" nicht direkt den Bauch an, wie eine sehr kluge, jedoch bewusst nicht allzu verführerische Frau; aber ich weiss, dass sie mir nach ein paar mal Hören sehr, manches gar exzellent gefallen wird. Dass ich dennoch mit so einer unemotionalen und unschlüssigen Haltung meine Empfehlung ausspreche, liegt am Angebot: Das Label Ricercar bietet nicht nur eine Vorhörfunktion im Netz, sondern beide CDs für den Preis von einer an. Ohne, dass darunter Gestaltung, Information oder Qualität leiden würden.
donalphons, 21:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 7. März 2008
Und was ich schon lange mal sagen wollte,
und was mir gestern auch wieder eingefallen ist, weil da so ein ungewaschen creative Filmfondsheini mit deutschen Produktionen war:
Hört endlich auf, bescheuerte Berlinkommödien mit Herzschmerz, Ossiwessi und Armundsexy Spreeblickbalkon zu drehen. Das kann man vielleicht in der Bergmannstrasse planen und bei Plattenfirmenlofts verorten, man kann die Strassen rund um Prenzlplätze vorstellen und die handlungen aufschreiben, bei denen am happy Ende abgelutschte Medienprojekte der typischen Tariffeinde und Praktificker stehen, aber:
"Reality bites" wurde schon mal gedreht. Die drittklassigen Jena- und Janaschnitten sind nicht Frau Ryder, das Gebumsficke blonder Mädizöpfchen mit DJarbeitslosSuffschluck als moderne Version von Backfischchens Softporntraum, euer Courts-Mahler-Betagedöhns, das ich bin jetzt in Berlin und erlebe das grosse Abenteuer - das alles interessiert im Westen keine alte Sau. Das will hier keiner sehen. Oder lesen. Deshalb ist das auch immer, immer eine Pleite. Das juckt euch in Berlin, da könnt ihr Werbung bei Adical schalten und Eure Kotzfresse bei den Lutschern von Watschberlin panieren lassen, aber bitte nicht mehr auf 35 Millimeter die Invasion von Regionen versuchen, wo ihr in etwa so asozial ankommt, wie ihr seid. Beschafft Euch endlich ein Meer und einen Spiegel 10 Meter über dem Springerhochhaus, dazu ne ordentliche Hepathitis, aber verschont den Rest der Republik endlich mit euren Pseudo-Off-Culture-Scheiss, wenn es euch im Kern nur um das Abzocken von Subventionen geht. Mit so einem Vertriebsdeppen im Vormünchner Schlosssaal kommt sowas nämlich etwas schräg rüber.
Ohne dass es jemand ausser euch und eurem verfilzten Asipack - hier noch ein Scriptgirl und da noch ein Creative irgendwas - sehen möchte. Hier ist der Westen. Hier gibt es noch ein Bewusstsein für Körperhygiene. Hier ist eure private Deathzone.
Hört endlich auf, bescheuerte Berlinkommödien mit Herzschmerz, Ossiwessi und Armundsexy Spreeblickbalkon zu drehen. Das kann man vielleicht in der Bergmannstrasse planen und bei Plattenfirmenlofts verorten, man kann die Strassen rund um Prenzlplätze vorstellen und die handlungen aufschreiben, bei denen am happy Ende abgelutschte Medienprojekte der typischen Tariffeinde und Praktificker stehen, aber:
"Reality bites" wurde schon mal gedreht. Die drittklassigen Jena- und Janaschnitten sind nicht Frau Ryder, das Gebumsficke blonder Mädizöpfchen mit DJarbeitslosSuffschluck als moderne Version von Backfischchens Softporntraum, euer Courts-Mahler-Betagedöhns, das ich bin jetzt in Berlin und erlebe das grosse Abenteuer - das alles interessiert im Westen keine alte Sau. Das will hier keiner sehen. Oder lesen. Deshalb ist das auch immer, immer eine Pleite. Das juckt euch in Berlin, da könnt ihr Werbung bei Adical schalten und Eure Kotzfresse bei den Lutschern von Watschberlin panieren lassen, aber bitte nicht mehr auf 35 Millimeter die Invasion von Regionen versuchen, wo ihr in etwa so asozial ankommt, wie ihr seid. Beschafft Euch endlich ein Meer und einen Spiegel 10 Meter über dem Springerhochhaus, dazu ne ordentliche Hepathitis, aber verschont den Rest der Republik endlich mit euren Pseudo-Off-Culture-Scheiss, wenn es euch im Kern nur um das Abzocken von Subventionen geht. Mit so einem Vertriebsdeppen im Vormünchner Schlosssaal kommt sowas nämlich etwas schräg rüber.
Ohne dass es jemand ausser euch und eurem verfilzten Asipack - hier noch ein Scriptgirl und da noch ein Creative irgendwas - sehen möchte. Hier ist der Westen. Hier gibt es noch ein Bewusstsein für Körperhygiene. Hier ist eure private Deathzone.
donalphons, 15:20h
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Schotter
Wenn man den Parkplatz von Schloss Schleissheim verlässt, erklingen die Reifen in diesem einzigartigen, leisen Knirschen, an dem der Kundige zusammen mit dem Fehlen jeglicher Schlaglöcher auch mit geschlossenen Augen die Auffahrt zu einer besseren Immobilie erkennt. Ich mag dieses Geräusch. Es säuselt von Sorglosigkeit, es erzählt nette Geschichten und ist der Ansicht, dass man auch noch ein wenig bleiben, ganz sicher aber bald wiederkommen sollte. Das schönste, weil nicht ganz eintönige Knirschen hat übrigens die Schlossauffahrt in Pommersfelden, aber Schleissheim ist auch nicht schlecht. Es ist sehr angenehm, wenn man nach Stunden des Vermögensverwaltungspalavers die Sinne mit diesem Knirschen verwöhnen lassen kann.
Darunter leidet ein wenig die Achtsamkeit; ein Unfall ist deshalb noch nicht zu erwarten, aber der Blick in den Rückspiegel - schliesslich befinden wir uns auf der Schlossauffahrt - ist nicht mehr so wichtig. Ja, da ist so ein silberner Stadtgeländewagen, ja, er macht Druck, die Fahrerin hat es eilig, aber da vorne muss sie auch halten, denn da kommt einer raus, eine alte Dame, der lasse ich gerne den Vortritt, als Kavalier der Strasse und der Schlossauffahrt, ich bremse, schaue in der Rückspiegel, dass mir die Dränglerin nicht reinknallt. Prompt fährt der Wagen hinter mir auf, und während ich noch denke, was das eigentlich für eine Verkleidung oben auf dem Dach ist, silbern und flach, tritt die Vermögensverwaltungskraft auf die Bremse, die Verkleidung löst sich, nimmt über die Motorhaube fliegend eine flache, rechteckige Form an, prallt von hinten auf den Kühler, erhebt sich wieder und landet mit einem feinen Knirschen auf dem edlen Auffahrtsschotter ungefähr da, wo der Auspuff meiner Barchetta sein sollte. Die alte Dame bedankt sich artig, und ich fahre ihr nach, denn die junge Frau hinter mir braucht jetzt sicher etwas Platz, um an ihr Eigentum zu kommen. Ich bin ja nicht so. Eigentlich bin ich der höflichste Mensch von der Welt.

Und wirklich froh, in den Tagen danach wieder ein vernünftiges Frühstück zu bekommen, allein, ohne beim Kauen von der seite angesprochen zu werden, ohne schnell geschluckten, viel zu abgestandenen Tee aus Thermoskannen und kommerziellem Business-Porzellan, das viel dicker ist und unzerstörbarer als Notebooks, die auf den Dächern dicker Vermögensverwaler-SUVs vergessen werden, wie es in der einzigartigen Munich Area ab und zu passieren kann.
Darunter leidet ein wenig die Achtsamkeit; ein Unfall ist deshalb noch nicht zu erwarten, aber der Blick in den Rückspiegel - schliesslich befinden wir uns auf der Schlossauffahrt - ist nicht mehr so wichtig. Ja, da ist so ein silberner Stadtgeländewagen, ja, er macht Druck, die Fahrerin hat es eilig, aber da vorne muss sie auch halten, denn da kommt einer raus, eine alte Dame, der lasse ich gerne den Vortritt, als Kavalier der Strasse und der Schlossauffahrt, ich bremse, schaue in der Rückspiegel, dass mir die Dränglerin nicht reinknallt. Prompt fährt der Wagen hinter mir auf, und während ich noch denke, was das eigentlich für eine Verkleidung oben auf dem Dach ist, silbern und flach, tritt die Vermögensverwaltungskraft auf die Bremse, die Verkleidung löst sich, nimmt über die Motorhaube fliegend eine flache, rechteckige Form an, prallt von hinten auf den Kühler, erhebt sich wieder und landet mit einem feinen Knirschen auf dem edlen Auffahrtsschotter ungefähr da, wo der Auspuff meiner Barchetta sein sollte. Die alte Dame bedankt sich artig, und ich fahre ihr nach, denn die junge Frau hinter mir braucht jetzt sicher etwas Platz, um an ihr Eigentum zu kommen. Ich bin ja nicht so. Eigentlich bin ich der höflichste Mensch von der Welt.

Und wirklich froh, in den Tagen danach wieder ein vernünftiges Frühstück zu bekommen, allein, ohne beim Kauen von der seite angesprochen zu werden, ohne schnell geschluckten, viel zu abgestandenen Tee aus Thermoskannen und kommerziellem Business-Porzellan, das viel dicker ist und unzerstörbarer als Notebooks, die auf den Dächern dicker Vermögensverwaler-SUVs vergessen werden, wie es in der einzigartigen Munich Area ab und zu passieren kann.
donalphons, 13:48h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 7. März 2008
War was?
Ich habe nichts gemerkt.

Ich war grad draussen, wo kein Netz ist.

Ich finde Sturmschäden ohnehin interessanter.

Ich denke, wenn ein Programmausfall zum Problem wird, sollte man besser die Kiste ausmachen, und mal wieder rausgehen. Meinjanur.

Ich war grad draussen, wo kein Netz ist.

Ich finde Sturmschäden ohnehin interessanter.

Ich denke, wenn ein Programmausfall zum Problem wird, sollte man besser die Kiste ausmachen, und mal wieder rausgehen. Meinjanur.
donalphons, 00:33h
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Warum nicht gleich das Ritterkreuz wiedereinführen?
Einfache Ausführung für den heldenhaften Einsatz im Inneren, mit Schwertern für 10 im Luftkampf niedergeschossene G8-Demonstranten, das Eichenlaub für ritterlichen Einsatz gegen streikende Verdi-Volksverkehrssschädlinge zur Befreiung von ICE-Vorzugskunden von Bahnsteigen, und die Brillianten sponsored by Liechtenstein für erfolgreiche Operationen gegen Steuerfahnder, Oppositionspolitiker und der Wiederherstellung die inneren Ordnung des Staates.
Neue Aufgaben für unsere Truppe benötigen neue Auszeichnungen, und unsere Jungs waren schon vor 45 Vorbilder.
Neue Aufgaben für unsere Truppe benötigen neue Auszeichnungen, und unsere Jungs waren schon vor 45 Vorbilder.
donalphons, 15:05h
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Real Life 6.3.08 - Barbaren vor den Toren Münchens
oder wie man aus Müll Geld rausquetscht.
Also, das geht so. Gegenüber der BfA in Berlin sind ein paar Gärten, und darin wiederum ein paar Häuser aus den frühen 90er Jahren. Hier die Beamten, dort der Wohnraum. Und weil Beamte immer zahlen und die Wohnungspreise in Berlin steigen, ist das ein sicheres geschäft. Stand zumindest so in den Prospekten, mit denen der Aufbau Ost angeheizt und die Steueroptimierung beworben werden sollte. Als bombensichere Investition. Dann kam alles anders, der gesamte Fonds geriet in schieflage, die Mieten entwickelten sich nicht wie erwartet, und um eine unrettbare Büroimmobilie im Osten der Stadt zu retten, verkaufte man die Wohnungen beim Amt für viel Geld an einen anderen Fonds, der bald zielgerichtet pleite war und die Immobilien an den Zwangsverwalter weiter gab. In Münchner Haifischkreisen schickte man deine Wenigkeit 2004 vor, dir die Liegenschaft mal anzuschauen, und ihr hattet schon Pläne gemacht, wer sich welche 120m² für 70.000 Euro unter welchen Nagel reisst. Leider einigte sich der Verwalter mit ein paar Bankvertretern und den Gläubigern, das alles im Paket zu verkaufen, und so bliebst du und die Haifische aussen vor, bei diesem schmutzigen, kleinen Geschäft in der schmutzigen, grossen Stadt. Manche haben fast ihr gesamtes Geld verloren, und die Bank fluchte, sie würde sich auch ruinieren.

Heute nun bist du in der sauberen Vorstadt der nicht ganz so grossen, sauberen Munich Area. Gute Location, ruhig, nette Aussicht, angenehme Leute, und die Häppchen werden auch wieder grösser. Thema, grob gesagt: Wie bringe ich mein Geld sicher durch die Turbulenzen. Jahrelang galten Berlinimmobilien als Schrecken und der graue Kapitalmarkt als No Go Area, aber das ist lang her. Schön ist es hier. Sonnig. Man kann drinnen zuhören, oder auch ein wenig zum Schlosspark wandeln und überlegen.
Zum Beispiel darüber, dass die Bank, die damals alles kaufte, heute die gleichen Wohnungen über eine Tochter wieder anbietet. Als bombensichere Investition, bei einer Verdreifachung des Preises. Und dazu wirst du unter Verkennung des Zwecks deiner Anwesenheit angetuschelt, dass es noch günstig sei, ohne die Subprimekrise und der, hüstel, Liquiditätsprobleme, na Sie wissen schon, würde man sehr viel mehr verlangen, aber jetzt, ein Schnäppchen, und eine todsichere Geldanlage... die Bilder sind übrigens noch immer die gleichen, wie damals im Anlegerprospekt.
Wie in Monte Carlo, nur besser. Am Ende gewinnt immer die Bank, mit den immer gleichen Tricks und den immer gleichen Idioten.
Also, das geht so. Gegenüber der BfA in Berlin sind ein paar Gärten, und darin wiederum ein paar Häuser aus den frühen 90er Jahren. Hier die Beamten, dort der Wohnraum. Und weil Beamte immer zahlen und die Wohnungspreise in Berlin steigen, ist das ein sicheres geschäft. Stand zumindest so in den Prospekten, mit denen der Aufbau Ost angeheizt und die Steueroptimierung beworben werden sollte. Als bombensichere Investition. Dann kam alles anders, der gesamte Fonds geriet in schieflage, die Mieten entwickelten sich nicht wie erwartet, und um eine unrettbare Büroimmobilie im Osten der Stadt zu retten, verkaufte man die Wohnungen beim Amt für viel Geld an einen anderen Fonds, der bald zielgerichtet pleite war und die Immobilien an den Zwangsverwalter weiter gab. In Münchner Haifischkreisen schickte man deine Wenigkeit 2004 vor, dir die Liegenschaft mal anzuschauen, und ihr hattet schon Pläne gemacht, wer sich welche 120m² für 70.000 Euro unter welchen Nagel reisst. Leider einigte sich der Verwalter mit ein paar Bankvertretern und den Gläubigern, das alles im Paket zu verkaufen, und so bliebst du und die Haifische aussen vor, bei diesem schmutzigen, kleinen Geschäft in der schmutzigen, grossen Stadt. Manche haben fast ihr gesamtes Geld verloren, und die Bank fluchte, sie würde sich auch ruinieren.

Heute nun bist du in der sauberen Vorstadt der nicht ganz so grossen, sauberen Munich Area. Gute Location, ruhig, nette Aussicht, angenehme Leute, und die Häppchen werden auch wieder grösser. Thema, grob gesagt: Wie bringe ich mein Geld sicher durch die Turbulenzen. Jahrelang galten Berlinimmobilien als Schrecken und der graue Kapitalmarkt als No Go Area, aber das ist lang her. Schön ist es hier. Sonnig. Man kann drinnen zuhören, oder auch ein wenig zum Schlosspark wandeln und überlegen.
Zum Beispiel darüber, dass die Bank, die damals alles kaufte, heute die gleichen Wohnungen über eine Tochter wieder anbietet. Als bombensichere Investition, bei einer Verdreifachung des Preises. Und dazu wirst du unter Verkennung des Zwecks deiner Anwesenheit angetuschelt, dass es noch günstig sei, ohne die Subprimekrise und der, hüstel, Liquiditätsprobleme, na Sie wissen schon, würde man sehr viel mehr verlangen, aber jetzt, ein Schnäppchen, und eine todsichere Geldanlage... die Bilder sind übrigens noch immer die gleichen, wie damals im Anlegerprospekt.
Wie in Monte Carlo, nur besser. Am Ende gewinnt immer die Bank, mit den immer gleichen Tricks und den immer gleichen Idioten.
donalphons, 14:52h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 5. März 2008
Unable to start
Irgendwie entwickelt sich die grosse Enable-Reihe der FTD zu einem wunderbaren Pool für Entrepreneur driven Worst Case Szenarios. Nachdem unsere Charity Social Shopper neben einer knalligen Lektion in Sachen Markenrecht dank der aufmerksamen Blogkommunikation von Care jetzt auch noch den unkreativen Umgang mit der Wahrheit erlernen müssen, findet sich bei der FTD noch so ein an düsterste New Economyzeiten erinnernder Fall. Die haben einfach nichts dazugelernt.
Also, nochmal zum kopieren und über den Schreibtisch hängen:
1. Nie einen Vertrag unterschreiben, der nicht eindeutig ist.
2. Nie einen Business Plan machen, der nicht auch mit dem Schlimmsten rechnet.
3. Nie etwas tun, dessen Folgekosten man nicht kalkulieren kann.
4. Nie glauben, dass sich das später schon irgendwie regelt.
5. Niemals jemandem vertrauen, wenn es um das Geld geht.
Was ich so unfassbar finde, sind weniger diese blauäugigen Gründer, sondern die Dummbratzen solcher dieser Reihe zugrunde liegender Wettbewerbe, die viel reden und netzwerken und bepreisen und toll finden, und dabei offensichtlich nicht in der Lage sind, auch nur ansatzweise die Beratung zu liefern, die man geben muss. Gründen ist ein Scheissgeschäft, das kann übelst ins Auge gehen, das ist kein Festessen, sondern ein Akt der Gewalt. Und dabei bleibt man schneller auf der Strecke, als die FTD so eine Serie wegen Peinlichkeit einstampft. Wenn man erst mal auf der Fresse liegt, sind das die letzten, die einem helfen - denn die wollen Gewinner. Success Stories. Du pleite, Du nichts.
Sorry. Das klingt alles nicht nett, gerade bei einer Kita, selbst wenn die noch so schicki ist, aber man kann sich ja mal überlegen, was netter ist: Die Heuchler oder die, die klar sagen, was ist. Entschuldigt mich bitte, ich gehe jetzt kotzen, mir kommt grad alles wieder hoch. All die Scheisse der Munich Area. All die Jahre in der Hölle, und warum? Damit es gleich nochmal kommt. Macht endlich diese widerliche FTD dicht, wie es sich mit verlustmachenden Firmen gehört, die anderen noch was vorgaukeln.
Also, nochmal zum kopieren und über den Schreibtisch hängen:
1. Nie einen Vertrag unterschreiben, der nicht eindeutig ist.
2. Nie einen Business Plan machen, der nicht auch mit dem Schlimmsten rechnet.
3. Nie etwas tun, dessen Folgekosten man nicht kalkulieren kann.
4. Nie glauben, dass sich das später schon irgendwie regelt.
5. Niemals jemandem vertrauen, wenn es um das Geld geht.
Was ich so unfassbar finde, sind weniger diese blauäugigen Gründer, sondern die Dummbratzen solcher dieser Reihe zugrunde liegender Wettbewerbe, die viel reden und netzwerken und bepreisen und toll finden, und dabei offensichtlich nicht in der Lage sind, auch nur ansatzweise die Beratung zu liefern, die man geben muss. Gründen ist ein Scheissgeschäft, das kann übelst ins Auge gehen, das ist kein Festessen, sondern ein Akt der Gewalt. Und dabei bleibt man schneller auf der Strecke, als die FTD so eine Serie wegen Peinlichkeit einstampft. Wenn man erst mal auf der Fresse liegt, sind das die letzten, die einem helfen - denn die wollen Gewinner. Success Stories. Du pleite, Du nichts.
Sorry. Das klingt alles nicht nett, gerade bei einer Kita, selbst wenn die noch so schicki ist, aber man kann sich ja mal überlegen, was netter ist: Die Heuchler oder die, die klar sagen, was ist. Entschuldigt mich bitte, ich gehe jetzt kotzen, mir kommt grad alles wieder hoch. All die Scheisse der Munich Area. All die Jahre in der Hölle, und warum? Damit es gleich nochmal kommt. Macht endlich diese widerliche FTD dicht, wie es sich mit verlustmachenden Firmen gehört, die anderen noch was vorgaukeln.
donalphons, 17:04h
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Daheim, oder auch nicht.
Mietwohnungen sind das meinige nicht. Das heisst, natürlich sind Mietwohnungen das meinige im Sinne von "Ich komme aus einem Clan, der schon immer vermietet hat". Aber ich selbst mag es nicht, in Mietwohnungen zu leben. Insofern kann ich jeden verstehen, der kündigt und sich irgendwo etwas eigenes sucht. Und genau das ist am Montag geschehen, das undramatische Ende einer siebenjährigen, wirklich angenehmen Mieterschaft ist da.
Normalerweise würde ich jetzt Susis Mutter anrufen, die jemanden an der Uni kennt, der die hiesige Wohnungsnot und die Betroffenen kennt, und daher vermutlich aus dem ff eine Elitesse benennen könnte, die absolut ideal gelegene 37 m² in historischer Bausubstanz mit den üblichen, aus diesem Blog bekannten Vorzügen sucht, dazu noch einen Vermieter, der ab und zu Tarte und Datschi und, wenn es sein muss, auch noch nachts um 2 Glühbirnen vorbeibringt und auch sonst dafür sorgen kann, dass sich die Eltern in einer anderen Provinz keine Sorgen machen müssen - hier musste noch keine Elitesse im Hausgang schlafen, weil sie nach der Aventiner-Party nicht die Treppe hochkam.
Aber nachdem die Vermietung über Blog das letzte Mal so ausnehmend gut funktioniert hat und wir ja nicht mehr im finsteren 13. Jahrhundert leben, als ohne Empfehlung und Vorstellung der ärztlichen, idealerweise zahnärztlichen Eltern überhaupt nichts ging, verweise ich hier einfach mal auf meine im Impressum zu findende Emailadresse. Wie ich ab und zu beim Einkaufen höre, liest man an der Eliteuni durchaus mein Blog, also probieren wir es so. Für eine Stadt, in der WG-Betreiber 250 Euro für 15 lumpige Quadratmeter nehmen, ist es wirklich nicht teuer. Nur wenn das nichts bringt, muss ich eben zu Susis Mutter.
Überhaupt ist das mit dem Daheim so eine Sache. In den letzten tagen schrieben viele Blogleser Mails, die mit der Bemerkung "ach, so einen Zopf gab es damals auch bei uns daheim" endeten. In Berlin, auf dem Flohmarkt Arkonaplatz, gibt es einen sehr erfolgreichen Händlern, der den Mitteschwaben ausschliesslich orange Platikutensilien der 70er und frühen 80er Jahre verkauft, die seine Kundschaft an ihre Kindheitin den Blocks und Slums und Kohlegruben im alten Westen erinnern soll. Es erfüllt mich mit grosser Freude, dass die Erinnerung an those halcyon days bei manchen noch etwas anderes als billiges Plastik kennt, wenn die gemeinsame Prägung der Leserschaft auch Geschmack und Geschmack hat. Weshalb ich mich entschlossen habe, heute nochmal beim gleichen Bäcker die kleinere, feinere Variante mit Rosinen zu kaufen und hier foodpornös einzustellen:

Mittelbild hier, Grossbild hier.
Damit einher geht auch eine Entschuldigung an den Metallobjekthändler auf dem Flohmarkt in Jaffa, an der Ostecke des Old Jaffa Hostels, wo ich obige Kanne erwarb: Ich habe mich geirrt, denn obwohl, wie ich damals betonte, die Kanne nicht gerade billig war, war sie alles andere als zu teuer. Manche Dinge lerne auch ich erst richtig zu schätzen, wenn ich sie nochmal nachkaufen will, und mit meinem skandalös hohen Limit plus 30% Wahnsinnszuschlag bei einer Auktion für ein weniger gutes Exemplar in den Staub unter dem Stehpult des Auktionators gerubbelt werde. (Seht Ihr die Schlange der Verführung auf dem Griff, die vom Palmettenbaum des Teeparadieses zum Haltenden kriecht?)
Normalerweise würde ich jetzt Susis Mutter anrufen, die jemanden an der Uni kennt, der die hiesige Wohnungsnot und die Betroffenen kennt, und daher vermutlich aus dem ff eine Elitesse benennen könnte, die absolut ideal gelegene 37 m² in historischer Bausubstanz mit den üblichen, aus diesem Blog bekannten Vorzügen sucht, dazu noch einen Vermieter, der ab und zu Tarte und Datschi und, wenn es sein muss, auch noch nachts um 2 Glühbirnen vorbeibringt und auch sonst dafür sorgen kann, dass sich die Eltern in einer anderen Provinz keine Sorgen machen müssen - hier musste noch keine Elitesse im Hausgang schlafen, weil sie nach der Aventiner-Party nicht die Treppe hochkam.
Aber nachdem die Vermietung über Blog das letzte Mal so ausnehmend gut funktioniert hat und wir ja nicht mehr im finsteren 13. Jahrhundert leben, als ohne Empfehlung und Vorstellung der ärztlichen, idealerweise zahnärztlichen Eltern überhaupt nichts ging, verweise ich hier einfach mal auf meine im Impressum zu findende Emailadresse. Wie ich ab und zu beim Einkaufen höre, liest man an der Eliteuni durchaus mein Blog, also probieren wir es so. Für eine Stadt, in der WG-Betreiber 250 Euro für 15 lumpige Quadratmeter nehmen, ist es wirklich nicht teuer. Nur wenn das nichts bringt, muss ich eben zu Susis Mutter.
Überhaupt ist das mit dem Daheim so eine Sache. In den letzten tagen schrieben viele Blogleser Mails, die mit der Bemerkung "ach, so einen Zopf gab es damals auch bei uns daheim" endeten. In Berlin, auf dem Flohmarkt Arkonaplatz, gibt es einen sehr erfolgreichen Händlern, der den Mitteschwaben ausschliesslich orange Platikutensilien der 70er und frühen 80er Jahre verkauft, die seine Kundschaft an ihre Kindheit

Mittelbild hier, Grossbild hier.
Damit einher geht auch eine Entschuldigung an den Metallobjekthändler auf dem Flohmarkt in Jaffa, an der Ostecke des Old Jaffa Hostels, wo ich obige Kanne erwarb: Ich habe mich geirrt, denn obwohl, wie ich damals betonte, die Kanne nicht gerade billig war, war sie alles andere als zu teuer. Manche Dinge lerne auch ich erst richtig zu schätzen, wenn ich sie nochmal nachkaufen will, und mit meinem skandalös hohen Limit plus 30% Wahnsinnszuschlag bei einer Auktion für ein weniger gutes Exemplar in den Staub unter dem Stehpult des Auktionators gerubbelt werde. (Seht Ihr die Schlange der Verführung auf dem Griff, die vom Palmettenbaum des Teeparadieses zum Haltenden kriecht?)
donalphons, 16:00h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 5. März 2008
Privat. Absolut nicht.
Bevor ich morgen als indiskreter Nachfolger des diskreten Tagebuches musealisiert werde, vielleicht ein paar Anmerkungen.
Der Unterschied ist, dass man nicht einfach so vor sich hinschreibt. Das ist anstrengender als im Tagebuch, in dem es einem egal sein kann, was andere davon denken. Wobei auch viele, wenn nicht alle Tagebücher mit dem Hintergedanken formuliert werden, dass man es später vielleicht mal liest, und dann nur ungern peinlich berührt sein möchte; so, wie man das bei den autobiographischen Aufzeichnungen eines Göthe oder Canetti kaum vermeiden kann. Statt also wie im Blog dem anderen etwas vorzukonstruieren, belügt man sich im Tagebuch selber, mit dem Resultat, dass man ihm auch nur bedingt mehr Privatheit zusprechen kann, als dem Blog. Das wiederum lebt und leidet davon, dass es da ausschaltet, wo es eigentlich spannend wird. Man könnte zu diesem Bild eine spannende Geschichte erzählen, das mich einschliesst und weit über mich hinausführt, aber es bleibt nur ein Bild. Und wird keine Erzählung.

Was ich schätze, sind Blogs, in denen man trotz des Filters die Anwesenheit dieser Geschichten fühlt. ich mag Texte, die obsessive Charakterzüge und Abgründe vermitteln, ohne dass sie deutlich werden. Obsessionen sind mir nicht fremd, und haben in der Realität nur wenig mit dem hier so gelobten Silber zu tun; die Texte variieren gewissermassen nur über den realen Objekten der Begierden und zersplittern das Licht der Realität in viele Reflexe. ich mute damit meinen Lesern lediglich einen Trümmerhaufen zu, und passe auf, dass nicht zu viele Spolien zueinander passen.
Am besten kann man es vielleicht mit der Genese dieses Beitrags erklären, für den es eigentlich zwei Bilder gab. Obiges ist tatsächlich unmittelbar nach einem für mich sehr wichtigen Ereignis entstanden, als die zweite Person kurz den Raum verlassen hatte. Ich habe noch ein weiteres Bild, das gezielt Intimität vermitteln soll; eine komplett gestellte und auf Photoshop Richtung Authentizität und Unmittelbarkeit ausgerichtete Aufnahme meiner eigenen Person im Bett; ungefähr das, was man sieht, wenn man das Glück? Pech? Problem? Vergnügen? Malheur hat, neben mir aufzuwachen. Um zu zeigen, was die gefühlte Nähe des Bloggens ist: Eine gezielte Täuschung.
Und nach 24 Stunden Nachdenken bin ich zur Überzeugung gelangt, dass es meine Leser nichts angeht. Auch wenn es nur gestellt ist, sie haben in meinem Bett absolut nichts verloren, ich will sie nicht mal aus Spass drin sehen. Oder zur Vermittlung von Realitätskonstrukten. Es ist ein Dilemma, es macht Mühe und überflüssige Arbeit, man lernst sich dabei besser kennen, als man glauben und haben möchte. Das ist teil des Spiels, man ist Teil des Problems und muss dafür sorgen, nicht als Teil aufgelöst zu werden. Man täuscht die anderen, man täuscht sich selbst, man bekommt, was man verdient, am Ende sind alle betrogen und zufrieden.
Ausser wenn ich so die Wahrheit sage, dass mir keiner glaubt, natürlich.
Der Unterschied ist, dass man nicht einfach so vor sich hinschreibt. Das ist anstrengender als im Tagebuch, in dem es einem egal sein kann, was andere davon denken. Wobei auch viele, wenn nicht alle Tagebücher mit dem Hintergedanken formuliert werden, dass man es später vielleicht mal liest, und dann nur ungern peinlich berührt sein möchte; so, wie man das bei den autobiographischen Aufzeichnungen eines Göthe oder Canetti kaum vermeiden kann. Statt also wie im Blog dem anderen etwas vorzukonstruieren, belügt man sich im Tagebuch selber, mit dem Resultat, dass man ihm auch nur bedingt mehr Privatheit zusprechen kann, als dem Blog. Das wiederum lebt und leidet davon, dass es da ausschaltet, wo es eigentlich spannend wird. Man könnte zu diesem Bild eine spannende Geschichte erzählen, das mich einschliesst und weit über mich hinausführt, aber es bleibt nur ein Bild. Und wird keine Erzählung.

Was ich schätze, sind Blogs, in denen man trotz des Filters die Anwesenheit dieser Geschichten fühlt. ich mag Texte, die obsessive Charakterzüge und Abgründe vermitteln, ohne dass sie deutlich werden. Obsessionen sind mir nicht fremd, und haben in der Realität nur wenig mit dem hier so gelobten Silber zu tun; die Texte variieren gewissermassen nur über den realen Objekten der Begierden und zersplittern das Licht der Realität in viele Reflexe. ich mute damit meinen Lesern lediglich einen Trümmerhaufen zu, und passe auf, dass nicht zu viele Spolien zueinander passen.
Am besten kann man es vielleicht mit der Genese dieses Beitrags erklären, für den es eigentlich zwei Bilder gab. Obiges ist tatsächlich unmittelbar nach einem für mich sehr wichtigen Ereignis entstanden, als die zweite Person kurz den Raum verlassen hatte. Ich habe noch ein weiteres Bild, das gezielt Intimität vermitteln soll; eine komplett gestellte und auf Photoshop Richtung Authentizität und Unmittelbarkeit ausgerichtete Aufnahme meiner eigenen Person im Bett; ungefähr das, was man sieht, wenn man das Glück? Pech? Problem? Vergnügen? Malheur hat, neben mir aufzuwachen. Um zu zeigen, was die gefühlte Nähe des Bloggens ist: Eine gezielte Täuschung.
Und nach 24 Stunden Nachdenken bin ich zur Überzeugung gelangt, dass es meine Leser nichts angeht. Auch wenn es nur gestellt ist, sie haben in meinem Bett absolut nichts verloren, ich will sie nicht mal aus Spass drin sehen. Oder zur Vermittlung von Realitätskonstrukten. Es ist ein Dilemma, es macht Mühe und überflüssige Arbeit, man lernst sich dabei besser kennen, als man glauben und haben möchte. Das ist teil des Spiels, man ist Teil des Problems und muss dafür sorgen, nicht als Teil aufgelöst zu werden. Man täuscht die anderen, man täuscht sich selbst, man bekommt, was man verdient, am Ende sind alle betrogen und zufrieden.
Ausser wenn ich so die Wahrheit sage, dass mir keiner glaubt, natürlich.
donalphons, 00:39h
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Empfehlung heute - Ostelbierpostillen
sollten vielleicht ein klein wenig vorsichtiger mit ihren Urteilen betreffs der Lesekultur sein - es könnte sonst sein, dass Herr Paulsen meint, sich mit ihnen befassen zu müssen.
donalphons, 23:42h
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