Über den Umgang mit Peter Turi, Springer und anderen Problemen

Peter Turi ist vieles. Ein Pleitier, der sich in der New Economy bei seinen Firmen verhob. Dessen Mitarbeiter wenig erfreuliche Erfahrungen gemacht haben. Ein Lügner, der mit seinen Unterstellungen Dritte in juristisch heikle und teure Situationen bringt. Jemand, der sich einen Dreck um Urheber- und Persönlichkeitsrechte schert, der schon mal ein Video einer öffentlich-rechtlicher Anstalt, mit seinem Turi2-Logo versehen, auf seine Seite packt, und Bildrechte gezielt verletzt. Und wer sich über den Zusammenhang von windelweichen Gefälligkeitsinterviews und den baldigen Partner-Logos von Medien wie Focus, Zoomer oder der Welt wundert: Unternehmer- und damit anzeigenfreundliche Haltungen sind schon bei seinem Pleiteprojekt Netbusiness in der Pressemitteilung angekündigt worden:

Turi will im neuen "netbusiness" eine "entschieden unternehmerfreundliche Haltung" kultivieren.

Darauf angesprochen, warum nach einem extrem netten Interview eines leitenden Mitarbeiters eines Sponsors nirgendwo auf die geschäftliche Verbindung hingewiesen wurde, antwortete der Leiter des angeblichen "Branchendienstes" (http://turi-2.blog.de/2008/03/01/interview2-christoph-keese-3801813#c6208855):

"Da alle Geschäftsbeziehungen (Anzeigen, Sponsoring, Content-Verkauf) offen sichtbar sind und die Leser dieses Dienstes Medienprofis und keine Milchmädchen, sehe ich kein wirkliches Problem."

Nachdem schon einige Blogger und Blogunternehmer - namentlich die Macher des Werbevermarkters Adical - wenig schöne Erfahrungen mit Peter Turi gemacht haben, und zwischen dem Bildblog-Autor Stefan Niggemeier und Turi schon aus gemeinsamen Kress-Zeiten eine Aversion besteht, die sich in unverhohlener Freude über meine Abmahnung von Peter Turi einerseits und unfreundlichen Aussagen in Gefälligkeitsinterviews andererseits äussert - nachdem also all diese unschönen Dinge zusammenkommen und man bei den Betroffenen von Peter Turis Sponsoren Machenschaften schon mal erfahren musste, dass eine konsequente Abschottung mittelfristig die beste aller Problemlösungen darstellt, nach all dem also verstehe ich

das hier absolut nicht.

Dass Felix Schwenzel und Stefan Niggemeier befreundet sind, und von ihm in der Sache Turi nach seinen Dienstleistungen für den Springerkonzern keine unvoreingenommene Haltung zu erwarten ist, steht völlig ausser Frage. Aber es ist ja nicht so, dass man die ganze Problematik des "Mediendienstes" und seines Gründers nicht kennen würde. Wieso dann Felix Schwenzel noch vor ein paar Wochen seinen Kopf für ein Interview mit dieser Person hergegeben hat, ist mir, bei aller eigenen Antipathie gegenüber Niggemeiers und Schwenzels Berliner Kreise, vollkommen unverständlich.

Ich bin der festen Überzeugung - wir kommen zum Kern des Beitrags - , dass wie schon beim Springerkonzern die einzige Antwort die totale Isolation sein kann. Man fördert mit jedem Interview, mit jedem Bild, mit jedem Link einen Dienst, bei dem man es irgendwann bereuen wird. Turi ist nicht zufällig dort, wo er gelandet ist, und ich kann nur hoffen, dass sich zukünftig möglichst wenige für Schleimbezeichnungen wie "Alphablogger". "Kultblogger" etc. empfänglich zeigen. Man möchte sich bitte klarmachen, dass eine Präsenz gerade bei diesem Mediendienst für Blogger ganz sicher nicht besonders förderlich ist, denn seriös geht anders. Turi versucht meines Erachtens, gegenüber den Medien seine Kompetenz in Sachen "Bloggern" zu vermarkten, und wer ihm dabei hilft, sollte sich nicht wundern, wenn er sich danach in der schlechten Gesellschaft von Gefälligkeitsinterviews und Hilfsdienste bigotter Medientypen wiederfindet, die auf das eigene Umfeld eindreschen dürfen.

Mittwoch, 19. März 2008, 13:49, von donalphons | |comment

 
Beförderst du MIT diesem Text nicht auch das, was du IN diesem Text beklagst?

*donalphons schrieb: "Man fördert mit jedem Interview, mit jedem Bild, mit jedem Link einen Dienst, bei dem man es irgendwann bereuen wird.*

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Was gibt es da zu befördern. Ist der Ruf erst einmal ruiniert...

Richtig ist, zu zeigen, wie inkonsequent einige Vorzeigeblogger agieren, wenn nur die Kameraeinstellung stimmt.

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Das ist kein Bild, das ist kein Link, das ist kein Interview. Das ist ein Hinweis auf etwas, das manchen vielleicht nicht allzu klar ist, und es ist nicht doof, ab und zu die Sache klarzustellen. Turi ist mit einer der letzten, von denen man sich wünschen kann, dass sie irgendjemandem einen Eindruck von der Blogosphäre vermitteln. Man würde sich als Filmrechtehändler auch nicht die Haffa-Brüder als Investor Relation holen.

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OK, alles schön und gut,
dass ich die causa Turi etwas differenzierter sehe, weißt Du ja, ich will da auch gar nicht grundsätzlich werden. Ich möchte nur meiner Verwunderung über den Randaspekt Ausdruck verleihen, dass Du ausgerechnet auch noch damit kommst, dass Adical von Peter Turi schlecht behandelt worden wäre.

Angesichts der Häme, die Du gerne über diesen Laden und seinen Meta-Ironikesen auskippst, finde ich es reichlich bizarr, Turi einen Strick draus zu drehen, dass er zu Adical nicht nett war und nicht zu den ach so tollen Besucherzahlen der Adical-Blogs gratuliert hat. Im Kern hast Du die Vorwürfe, Lobo würde mit sehr optimistisch dargestellten Zahlen auf Kundenfang gehen, dann später ja auch wiederholt. Ist Lobo, wenn es als Munition gegen Turi dienen kann, auf einmal doch "einer von uns Bloggern" oder wie darf ich das verstehen?

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Ambivalente Haltungen sind stets willkommen.
Aber so war das nicht gemeint. Was ich damit ausdrücken wollte (und so vielleicht nicht ganz geschafft habe) war, dass ich gerade angesichts dieser Vorgeschichte des Freundes und Geschäftspartners, egal wie man das bewerten möchte, über diesen speziellen Anlass und erstaunt bin. Wenn man sieht, was war, und was jetzt wieder ist, verstehe ich daas zwischenzeitliche Fraternisieren nicht, unabhängig davon, was ich von den Betroffenen halte.

Ich mein, man weiss doch, wie das läuft. Turi wird aus Schaden nicht klug, der lernt nicht dazu. Kaum ist er bei off-the-record der Lüge überführt, lügt er bei Vanity Fair weiter. Wenn man also aus Sicht von Niggemeier, Schwenzel, Lobo, Adical das alles auch schon mehrfach mitgemacht hat, sollte man halt überlegen, wo man mitspielt, und wo nicht. Das betrifft übrigens nicht nur diese Gruppe, sondern auch Lyssa und die WAZ.

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Will sagen: Wenn´s der Wahrheitsfindung dient, schreibe ich das nächste Mal rein, dass Lobo mit seinen Zahlenspielereien den einen und mit seinem eitlen Interview mit Turi den anderen Fehler gemacht hat, dem Turi mit einer schrägen Darstellung die Krone aufsetzte. Der Freund meines Freundes ist nicht mein Feind, oder so.

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Ah, ok.
Danach hats halt zunächst ausgesehen. Ich will da über die jeweiligen Befindlichkeiten und Motivlagen von Herrn ix und anderen nichts ferndiagnostizieren. Eventuell ließe sich der vordergründige Widerspruch aber ganz leicht dahingehend auflösen, dass andere es nicht unbedingt so empfinden, dass ein gewährtes Interview oder die Teilnahme an einem Fragebogen-Spielchen gleichzusetzen wäre mit "zwischenzeitlichem Fraternisieren".

Ich bin mir natürlich auch dessen bewusst, dass man niemanden davon abhalten kann (und muss), das anders zu sehen. Ich würde mir nur ganz egoistisch und kleinkariert gedacht wünschen, dass weder meine gelegentlichen Kommentare auf Turi2 als "Fraternisieren" missinterpretiert werden noch dass ich durch meine regelmäßige Präsenz hier in Deiner Stube ungefragt in den Rang eines Dekurio oder Zenturio Deiner berüchtigen "Prätorianergarde" befördert werde. ;-))

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Aber nein.

Nur wenn man schon so weit ist, dem anderen seinen angeblichen Mundgeruch vorzuhalten, stellt sich die Frage, ob man das Problem nicht dadurch abschaltet, indem man nichts dazu beträgt und deutlich macht, es nicht zu unterstützen. Eine herzliche Abneigung ist völlig ok, aber es wäre prima, wenn man es durchhalten könnte und nicht für Kriechereien wie "Kultblogger" mal eben eine Ausnahme machen würde. Vielleicht kann das Exemplum ja andere dazu bewegen, einfach etwas genauer hinzuschauen, wem sie was liefern.

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Demnächst taucht Odol bei Turi auf Sponsor auf, dann ergibt das alles auf einmal einen Sinn.

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Ich muss leise lächeln. Was hatte ich bei Speakers Corner für Arger mit jenem Peter Schink, der meine und andere Artikel von Linken immer gerne wegzensierte, aber die braune Brut machen ließ. Wie ich zu Springer oder Bertelsmann stehe lässt sich auch ohne Suche überall bei mir und im gesamten Netz nachlesen.

Peter Turi muss ich nicht mögen. Ich sage meine Meinung und ab und an reagiert er darauf, was mehr ist als ich erwarte. Ich nehme nicht an das Felix Schwenzel mich jemals bewusst wahrgenommen habe und mit Stefan Niggemeier hat es schon ordentlich gekracht, aber es gibt auch Themen in denen wir scheinbar einer Meinung sind.

Ich meines das es völlig gleichgültig ist, ob ich irgendjemand verlinke oder auch nicht. Aber ich verlinke die Springerpresse genau wie den anderen Medienkram, weil ich sonst nicht mehr berichten kann. Klar könnte ich mich auf andere Quellen beziehen, aber ich nehme aus persönlichem Gerechtigkeitsempfinden immer die, die als erste vorbeikam und andere nur wenn sie neues beitragen.

Wäre ich ein wichtiger Blogger, kann ich mir überlegen ob ich X, Y oder Z ein Interview gebe, weil ich nur dann gefragt werde. Was erreiche ich durch ein Nein.

Ich klopfe mir auf die Schulter und sage: "Jochen du bist stark gewesen. Du hast dein Ego begrenzt und du bist ein dämliches Arschloch, weil du eine Chance verpasst hast, deine Meinung kundzutun. Weshalb machst du dir die Arbeit mit der Bloggerei, wenn du nicht willst das man deine Ansichten hört."

Was erreiche durch ein Ja?

"Es ist denkbar das dieses Interview so zusammengestrichen wird, dass nur das Gegenteil meiner Meinung dargestellt wird. Meine Brille war verschmiert und mittendrin klingelte mein Telefon. Ich war alles andere als überzeugend und habe meine Sache mehr geschadet als genutzt."

Wer sich in Gefahr begibt kann in dieser Gefahr umkommen. Ich halte abschotten für die falsche Taktik. Aber ich habe leicht reden. Mich fragt nämlich keiner. Trotzdem soll jeder machen was er für richtig hält und jeder muss mit der Kritik an seinem Verhalten leben.

Der Don kann sich für Abschottung entscheiden, Schulze für Kooperation. Beides kann richtig und falsch sein. Das weiß man aber immer erst hinterher.

Ich glaube übrigens auch nicht das andere darauf warten das Peter Turi seine Medienkompetenz zum Thema Blogger unterbringen kann. Über Blogger haben die vorgestanzte Meinungen, da brauchen die niemanden.

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Alle mogeln nur noch...
Turi, Niggemeier, Don Alphonso tschuldigung ;-) ? Mein Gott, Wichtigtuer ohne Markt, was solls.

Peinlicher finde ich, was Heise inzwischen veranstaltet mit der Google-Paranoia im Auftrag von Microsoft. Siehe auch 195.137.172.122 (achja, Lanu hat sich wohl mal wieder die Domain klauen lassen, aber das interessiert schon keinen mehr - schade eigentlich...)

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Nun, was Boocompany angeht: Das DCT-Archiv, darum wäre es wirklich schade. Nicht, weil ich es nicht hätte, sondern weil man eigentlich sehr viel daraus lernen kann, und die meisten Quellen längst verschwunden sind. Für das, was mir wichtig ist, habe ich die Blogbar, und dass Web2.0 erst in ein paar Monaten reif sein wird, steht ausser Frage. Dazu kommt leider die Unfähigkeit der Mitarbeiter, als Teil des systems zu berichten - hockeystick und strappato natürlich ausgenommen. Ob Lanu nochmal die Kurve kriegt, ist mir auch nicht klar, aber wenn ich mir anschaue, wen die schon alles vergrätzt hat, habe ich doch meine Zweifel. Aber natürlich auch keine Lösung.

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@ der wobbler
Achja, Lanu hat sich wohl mal wieder die Domain klauen lassen, (...)
Achne, leider, ich glaube an dieser Stelle nicht an die Idee, dass hämische Trolle mit Nullplan 2.0 auch nur ansatzweise eine Idee haben, was konkret los ist. Gell?

Wenn man gar keine Ahnung hat, dann: empfiehlt sich Zurückhaltung.

Ein anderes Thema als diese merkwürdige Abschaltung ist dieses:

Falls es jemand geben sollte, der Boocompany besser nutzen/betreuen/betreiben kann - ich denke, der hat freie Bahn. Lanu wäre meiner Einschätzung nach, auch aus beruflichen Gründen, überglücklich, wenn da zumindest zeitweise jemand aufläuft, der es besser kann - und besser machen will.

Es will nur niemand.

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Nur weil Du keine Ahnung hast, wer ich bin, bin ich noch lange kein Troll. Nicht mal 1.0.

Wenn Du mehr weißt, dann weißt Du ja auch, wieso Du es nicht sagst. Und wieso Lanu die IP nicht publizieren will.

Und nunja, das mit dem Mithelfen, das hätte Lanu sich vor langer Zeit überlegen müssen. Es gab mal eine Zeit, da ging es DCT bestens, da wurde DCT von einer Handvoll Leuten betreut, Don gehörte auch dazu. Denn Lanu hatte DCT aufgegeben.

Dann kam Lanu plötzlich zurück und erhob Ansprüche, DCT wieder unter Alleinkontrolle haben zu können. Und baute dann den Mist, alles wiederum völlig überflüssigerwiese Rob Liebwein zu übergeben, als ihr bisheriger Technik-Helfer nicht mehr wollte, obwohl ihr genügend Leute davon abrieten und es ein vernünftiges Angebot eines Profis an sicherem Standort samt sicherer dotcomtod-Domain gegeben hätte.

Warum sollte heute nochmal jemand wollen? Wenn das Ding wieder hochgebracht wäre, würde sie es zurückverlangen. Also muß sie es nun selber machen. Sie kann es höchsten noch komplett abgeben, aber "leihweise" wird sich niemand mehr voll reinhängen.

Bei ihrem Talent wird sie es, wenn sie es abgibt, aber sicher ohnehin wieder so einem Chaoten wie Rob Liebwein geben. Und von daher würden sich Don, ich und die anderen von damals nicht nochmals bewerben. Und heute gibt es drei Blogs an jeder Ecke, da kümmert sich keiner mehr um solche Dinge, bis er abgemahnt ist.

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