: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 21. März 2012

Es ist immer eine Frage des Standpunkt

Ich habe einen Bekannten, der in etwa so technikfeindlich lebt, wie man bei mir einen Eindruck von meinem Leben bekommen könnte. Der Mann ist kein Spinner oder Freak, sondern recht erfolgreicher Chirurg, und weiss durchaus, wo der medizinische Nutzen des Fortschritts liegt.



Aber privat will er damit so wenig wie möglich zu tun haben. Kein Internet, kein Mobiltelefon, keine Email, kein Rechner. Das kann man sich bei einem Altersgenossen bei diesem Bildungsstand kaum vorstellen, und ich gebe zu, dass ich viele seiner Ansichten nicht teilen kann. Sicher, meine Wohnung kokettiert mit dem Vorgestrigen, aber mein Leben und Arbeiten ist ohne Internet nicht vorstellbar. Vielleicht tut meine Wohnung gerade deshalb so technikfeindlich: Weil es die Illusion lässt, es ginge auch anders. Das ist nicht weiter schlimm, Netz haben ist auch nichts anderes als einen Telefonanschluss haben. Allerdings fange ich langsam an, die Sache mit dem Mobiltelefon etwas differenzierter zu sehen. Ähnlich wie mein Bekannter.



Da ist vor allem die Sache, dass mich dieses Gerät, wenn ich es bei mir trage, dauerhaft tracken kann. Fahre ich nach Italien, kennt es meine Route, meine Geschwindigkeit, meine Haltepunkte und Abschweifungen, und überhaupt nicht schön wäre es, wenn dazu auch noch Informationen meiner Interessen kämen, weil ich irgendwo etwas im Internet gesucht habe: Ein Lokal, ein Denkmal, eine Konditorei; das machen andere ganz selbstverständlich und immer, bei mir geht es technisch nicht. Zum Glück. Und es gibt unterwegs eigentlich nur zwei Situationen, in denen es eingeschaltet bei mir ist: Beim Radeln über weite Strecken und beim Bergsteigen. Sollte da etwas passieren, will ich nicht erst den Code eingeben oder anderweitig drücken müssen. Ansonsten erscheint mir das inzwischen zu heikel. Da geht es mir auch etwas um das Prinzip: So genau soll keiner wissen, wo ich was mache.



Ausserdem finde ich Phasen der totalen Entkoppelung wichtig. Man hat ja so die Neigung, einfach, weil es so simpel ist, vieles ins Digitale zu verlagern, verliert dabei aber auch einiges an Fähigkeiten. Das ist nichts Neues, die Mikrowelle ruiniert die Kochkompetenz und die Schreibmaschine die Handschrift; das alles ist in Ordnung, aber beim Internet ist es das Wissen, die Erinnerung und die Kommmunikation, und das sind die Kernbereiche des Menschen. Zumindest zeitweise muss es unbedingt auch ohne das Netz gehen. Sonst fängt man an, das Leben als Ergänzung einer Simulation betrachten. Das mag gar nicht schlimm sein, wenn die Realität nur so mittelprächtig ist, aber selbst dann liefert man sich an etwas aus, das nicht nur hilft, sondern auch, ohne uns zu fragen, abspeichert und erinnert. Und damit kann man beginnen, das reale Leben passend zu organisieren. Kennt man die Wege, wird man die Informationen anpassen können. Kennt man die Aufenthalte, kann man die Produkte vorstellen. Kennt man die Vorlieben, kann man täuschen. Die ganze Geschichte geht für mich ziemlich stark in Richtung Attentat mit Daten. Aus der Vergangenheit wird man für die Zukunft schliessen. Und versuchen, über die Schnittstelle die Zukunft passend zu gestalten.

Für Freunde eines sog. "Freien Willens" eigentlich keine schöne Vorstellung. Ich lache noch über dumme Googleanzeigen. Es ist noch weit hin, bis mir das Netz eine zielgenaue Realität mit passender Gewichtung einredet. Aber solange kann es nicht falsch sein, die Sphären zu trennen Was ich mir wünschen würde, wäre eine Fehlerquellen-App, die falsche Daten sendet und mich unberechenbar macht. Solange schalte ich das Telefon aus. Und wer etwas will, soll warten, bis ich Zeit habe.

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Dienstag, 20. März 2012

Vorpacken

Morgen noch einmal nach Frankfurt.



Nach Italien werde ich allenfalls eine Krawatte mitnehmen und feststellen, dass ich ja gar keine Krawatte dabei habe und unbedingt welche brauchen werde, die zu meinen neuen Schuhen passen. Leider ist mein Krawattengeschäft in Siena. Da muss ich dann hin. Deshalb: Mit Krawatte und Hut nach Frankfurt.



Und mit leichtem Gepäck nach Italien.

(Leider geht das mit den Hüten nicht: Meine Strohhüte habe ich fast alle in Mantua liegen gelassen. Vorschläge, warum ich mein Lieblingshutgeschäft in Parma aufsuchen sollte, werden hier gern angenommen)

Und damit es nicht langweilig wird, hier noch ein Schrammileak in der Blogbar.

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Auberginensalat

Ich bin ja nur ein mittelprächtiger Vegetariere, der Milch und Eier selbstverständlich konsumiert. Veganismus finde ich für mich definitiv zu hart. Gerade angesichts meines Wohnortes, wo die Hühner frei herumlaufen und Kühe vor der Terrasse stehen.



Aber an diesem Wohnort nun habe ich ein veganisches Gericht entdeckt, das wir wider Erwarten sogar zusagt. Denn es ist mit Auberginen. Und wirklich gern mag ich dieses Gemüse nur südlich der Alpen. Und da auch nur in kleinen Mengen. Aber hier, am Tegernsee, nahm ich aus Verlegenheit Auberginensalat, weil der Rest eher nicht vegetarisch war. Und seitdem koche ich das auch daheim nach.



Im Prinzip ist es eine Augergine und drei Tomaten klein gewürfelt, eine viertel Zwiebel und zwei Pepperoni, uind das alles wird in Öl und Wasser - wir wollen ja nicht platzen - in der Pfanne gut durchgedünstet. Dazu Kreuzkümmel und Balsamessig, Pfeffer und Salz, und wer mag, kann auich wieder Schmand hineintun - aber das muss nicht sein. Grandiose Nebenbeisache, wenn es warm ist, oder warme Vorspeise mit Brot, wenn es kalt ist.



Und etwas, was man wirklich nebenbei in einer Pfanne über kleinem Feuer machen kann, wenn nebenbei aich noch etwas anderes köchelt. Ideal ist es übrigens, wenn die Aubergine und die Pepperoni nicht mehr ganz knackfrisch sind.



Was Italien angeht, so geht meine Befürchtung dahin, dass auch 2012 die Preise auf 2011er Niveau sind - einfach, weil die Menschen klar weniger Geld haben, oder es mehr verstecken müssen. Insofern brechen jetzt auch sehr kocharme Zeiten für mich an; statt dessen die üblichen Bilder Piazza - Ragazze - Donne - Tortelli - und so weiter.

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Montag, 19. März 2012

Immer diese Entscheidungen

Würde man mich fragen: Möchtest Du eine Muse? Würde ich natürlich sagen: Aber sicher! So eine kann man in der Bibliothek immer brauchen. Skulptur, Gemälde, immer nur her damit, ich bin da nicht so.



Hätte man mich aber gefragt: Willst Du eine Frauendarstellung aus dem weiteren stilistischen Umfeld der Präraffaeliten... wäre ich vorsichtig geworden. Um ehrlich zu sein, kann ich mit Rossetti und anderen wenig anfangen. Nicht im Sinne von "kapier ich nicht", sondern wegen gewisser Darstellungsweisen, die ich für wenig erbaulich halte.



Diese Modeströmung des viktorianischen Zeitalters hatte ein paar bemerkenswert unerquickliche Hintergedanken; nicht nur in Sinne von Kunstauffassungen, sondern auch beim Menschenbild. Dass kaum eine Frau ohne drastische Verkürzung der Stirn dargestellt wurde, hat viel mit der damaligen Meinung über Frauen zu tun: Nicht wirklich klug, ein wenig simpel und irgendwie so gar nicht gleichberechtigt. Sinnlich ja, schlau nein. Sünderin, Mutter, aber bitte nicht den Mund aufmachen In der Mode, in der Malerei, bloss keine hohe Stirn. Kommt gar nicht in Frage, sonst bekommt die Tochter keinen Mann.



So war also der Stand der Dinge, bis eine "Orientalin mit Doppelflöte" angeboten wurde. Der nicht ganz so Unkundige weiss allerdings, dass es sich dabei um eine Muse, namentlich Euterpe handelt, es wussten so einige, und der steigende Preis machte die Entscheidung nicht leicht: Endlich eine Muse oder will ich wirklich so eine Neandertalerin?



Der Maler lebte eine Zeit in Italien, und es gibt dort Frauen, die so aussehen: Nicht schön, aber das mit dem Musenkuss ist ohnehin schwer überschätzt. Ausserdem werden wir alle mittelfristig alt und wenig begehrendwert, da soll man sich nicht so haben.

Jetzt bitte noch eine Klio, aber bitte aus dem Rokoko mit Kussmung und halbnackt.

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Risiken und Nebenwirkungen

Nach dem Abschicken habe ich erst mal telefoniert und Mails geschrieben, um einigen Bekannten zu verdeutlichen, dass

DIESER BEITRAG

über die Vorstellungen von Eltern über Schule und deren Freuden für sie selbst


NICHTS

mit diesen Bekannten zu tun hat und sich alles auf Beobachtungen bezieht, die ich anderweitig gemacht habe.



Denn das Schreiben für die FAZ birgt Risiken. Dass ein Mitarbeiter der FAZ die im Blog und mittlerweile auch Buch übliche Ichform bekrittelt und dann zum Beleg bei Benn und einem deutschen Professor und einer deutschen Vorlesung unterkriechen muss, weil es objektiviert werden soll, ist überhaupt nicht so schlimm für alle, die nicht diese Person sind. Aber das Strafgericht derer, die sich von meinen Überlegungen angesprochen fühlen könnten und sich beim Seelenblick ertappt fühlen - das macht wirklich die Gefahr meines Berufes aus.

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Sonntag, 18. März 2012

Das 17mm ist da

Ein wenig dekadent ist es ja schon, dass da noch die Kamera mit dran hängt, aber das Wechseln der Objektive ist bei Digitalkameras ohnehin nicht so gut für den Sensor.



Ich werde mir einfach einreden, dass es dem Dienst am Leser geschuldet ist. Und der beruflichen Sicherheit, denn schlimm wäre es, würde unterwegs eine Kamera ersatzlos ausfallen.

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Quadratformat

Immer wenn die Bilder höher werden, weiss die geneigte Leserschaft, dass sich Italien nähert. Noch habe ich keine Italienerinnen mit Pünktchenröcken und alte Damen im Cafe (wie wird es wohl dem Hexenkreis in Mantua ergangen sein?), aber schon mal grössere Bilder. Ich könnte auch etwas dazu schreiben, aber alles war so licht und leicht und angenehm, und ein zarter Hauch hat mein Gehirn wie ein Osterei ausgeblasen.















Und was vom Hirn übrug war, reichte geradce noch zum Verzehr des Kuchens vom ehemaligen Hoflieferanten.

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Samstag, 17. März 2012

Ein lindes Lüftchen am See

Es gibt etwas, das ich noch mehr als Pollen hasse:



Wenn elende Sparifankerl aus der New Economy, wo sie zurecht vor die Hunde gegangen sind, in der Politik plötzlich als Talente gehandelt werden. Typen wie dieser Lindner gehören sich auseinandergenommen, jede Mark ihrer Pleite nochmal untersucht und ihm die Sache mit den Avataren nochmal richtig reingerieben.



Weil: Wer zhu blöd für die Wirtschaft ist, und zwar mit einem Hypeschwachsinn wie Moomax - so nenne man ihn bitte, der "Moomax-Lindner" - der soll keinen warmen Sitz auf Steuerkosten bekommen, wenn er davor schon mal das Geld des Staates für seinen Blödsinn durchgeorgelt hat.



Avatare wollte Lindner programmieren und verkaufen. Customer Relationship Management. Irgendwas, was von der Ödnis der damaligen Webshops abgelenkt hat. Das ist er jetzt selbst geworden: Ein Hampelmann, eine künstliche Intelligenz vor dem liberalistischen Schrotthaufen, der die FDP geworden ist. Dass so einer im Reichshauptslum Berlin als Intellektueller gilt, überrascht nicht - da gilt ja auch der Döner als Mahlzeit und der Penner als Visionär. Und Spiegel Onschleim als Leitmedium.



Überhaupt sehe ich auch nicht, wo die FDP da meint, in NRW eine bürgerliche Mitte zu finden, die sie besetzen könnte. Die SPD ist da doch nur dem Namen nach sozialdemokratisch und ansonsten der gleiche eklige Filz, den wir in Bayern gerade langsam abschaffen. Nur mit dem Unterschied, dass sich die Verräterpartei dort immer noch so ungeniert wie eh und je aufführt, und sich noch nicht mal für den Wolfgang Clement entschuldigt hat. Bei dem sieht man übrigens, wie nah Gelb und Rot da sind: Davon hatte dieses Land genug.



Bezeichnenderweise sagt man zu diesem Burschen ja auch"Hoffnungsträger der Partei". Nicht für das Land oder die Leute, die vermutlich nur selten wissen, wer dieser Hayek da war, in dessen Gesellschaft Lindner sich rumtreibt: Dass so ein Pleitenmitwirker sich bei einem Berater der Thatcher delektiert, ist jetzt keine grosse Überraschung. Die kommt erst, falls sich genug finden, die den wählen. Wobei: Es ist zu hoffen, dass da auch nicht mehr als ein paar warme Stühle im Parlament rüberkommen.



Insgesamt aber: Das Sterben gehört dazu, und lieber noch 100 Jahre CSU als 10 Jahre FDP. Das ist keine Partei, sondern eine Krankheit der Demokratie, und wenn alle solche Lobbyorganisationen wählten: Gute Nacht Deutschland.



Also: Moomax hiess die Firma und die KfW hat ihr Geld verloren. Das ist jetzt 10 Jahre her, aber mal schauen, was im Internet von denen noch zu finden ist. Und dann: Einschenken. Jeder sollte wissen, was für ein Untergeher jetzt diese Partei vor dem Absaufen bewahren soll. Und bevor hier ein CDU-Freund anderer Meinung ist: Lindner versenken bedeutet auch: Die CDU vor deren eigenen New-Economy-Versagern schützen. Da rennen ja auch genug rum.



(Aber immer noch besser dort als am Tegernsee)

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Endlosschleife

Vor einiger Zeit habe ich bei diesem Beitrag auf den Link zum Titellied der Serie gedrückt. Seitdem bekomme ich es in der italienischen Version nicht mehr aus dem Kopf, und ich weiss jetzt schon: Viele CDs werde ich nach Italien mitnehmen. Aber summen werde ich "Viva la Felicita". Überhaupt, so halb bin ich schon mal dort.



Letztes Jahr war es das hier, und ich überlege gerade, was kitschiger ist. Man muss sich das so vorstellen, eine Uferstrasse, rechts blitzt der See und links blockiert ein Opel mit Rentern aus Wattenscheid den Weg, und wenn es los geht - Viiiiiva - röhrt der italienische Motor auf, und neben ihnen fliegt der Roadster vorbei.

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Endkampf um Berlin.

Ob man mit Kompetenz in Sachen Faltencreme und der Wahl der richtigen Krawatte schon über 5% kommt? Die FDP in NRW will zum Schluss nochmal eine Studie über den Inhalteverlust in der Politik anstellen, und schickt einen braven, unauffälligen und von seinem Rücktritt mal abgesehen auch meinungslosen Kandidaten zum Kampf gegen Windmühlen. Das alles sieht zwar nicht gerade nach einer stringenten Parteilinie aus, oder nach konsequentem Handeln, aber das hat bei der FDP ohnehin noch nie jemanden gestört, seitdem sie in den 50er Jahren noch einige alte Nazis mit klaren Vorstellungen in der Partei hatten.

Nach meinem Empfinden ist die FDP ja auch eine Art Erstwählerpartei, für Leute, die noch nicht aus Erfahrung wissen, wie der Hase der Klientelpolitik nachher gegen sie läuft. Aber diesmal gibt es ja mit den Piraten zwar keine Alternative (und die Schramm von der FDP in Berlin wird sich vielleicht ärgern, dass sie nicht doch in Bonn geblieben ist, jetzt einen weichen Landtagssessel verpasst, und statt dessen bei der Wahl zum BoVu eine vor das U-Boot-Schott bekommt), aber das wird denen, die sie wählen, auch egal sein.

Weil die Piraten zwar keine gscheide Politik bieten, aber was sie an Politik haben, passt halt genau zu dem, was die Leute im Internet wollen, wenn man ihnen keine Filmchen und Unterhaltung gibt, argumentiere ich in der FAZ:

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Donnerstag, 15. März 2012

Die einen und die anderen

Wir werden einmal intensiver darüber reden müssen, ob dieses Land nicht eine gefällige Illusion zur Vertuschung des Umstandes ist, dass es längst zwei oder drei Länder gibt, die kulturell absolut nichts mehr miteinander zu tun und auf ihre Art damit die Klassengesellschaft überwunden haben.

Vielleicht fangen wir bei dem an, was hinten raus kommt, oder auch nicht: Bei der Rente, in der FAZ.

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Mittwoch, 14. März 2012

Fortschritt ist,

wenn Menschen ein System entwickeln, bei dem einzelne Bestandteile länger in Gebrauch bleiben als andere, mit der Folge, dass die bleibenden Teile zusammen mit den nicht gebliebenen weniger kosten als ohne sie. Und das nicht Gebliebene ist in diesem Fall ein Objekt, das vor gerade einmal zwei Jahren noch der feuchte Traum vieler Kunden war, und sich nur marginal von den heutigen Versionen unterscheidet:



Ich bereue es absolut nicht, mir meine E-P1 zum damaligen Normalpreis gekauft zu haben. Sie war jeden Cent wert, sie liefert erstklassige Bilder, sie passt perfekt zu meiner Arbeitsweise, sie ist klein und unauffällig und sehr, sehr robust. Dass ich jetzt für ein Objektiv mit dranhängender Kamera (Kaufbeleg vom November 2011) weniger als für das Objektiv bezahle, betrachte ich als Zeiterscheinung. Keine Sorge, das kann und wird nicht ewig so weiter gehen.

Nur das mit dem Wechselobjektiv, das wird nichts mehr in dieser Welt, wenn da immer gleich die Kamera dranhängt, weil es ohne Kamera teurer wäre. Die einen nennen es Fortschritt. Die anderen Irrsinn.

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Hübsch

Nach gut vier Monaten gestern zum ersten Mal wieder in einem Supermarkt. Weil dort die Zweigstelle der Post ist, wo ich das Päckchen abholen kann. Dann zurück durch die Kasse. Stau. Nicht, weil es zu schmal wäre, aber: Eltern links am Band, quengelndes Kind rechts bei süssem Dreck.

Kind so: nagnagnag...

Vater so: Nein.

Kind so: NagNagNag...

Vater so: Nein, Du hast schon!

Kind so: NAGNAGNAG!

Vater so (entnervt): Deine Mutter.

Des Kindes Miutter so: ...

Ich glaube, das wurde dann noch ein lustiger Abend, aber ich habe mich dann einfach vorbeigedrängelt, und genau weiss ich es auch nicht.

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Sexismus du jour

Es gibt jetzt auch ein Blog, in dem hässliche geschmacklich bestreitbare, unterbeschäftigte Mütter aus dem Reichshauptslum die modischen Klogriffe anderer hässlicher geschmacklich bestreitbarer, unterbeschäftigter Mütter plus vermutlich längst "am Kuchenbuffet der Kita" bioverseuchtem und übergereinigtem Anhang ("Ninas Lieblingsort ohne Kinder: Kosmetikabteilung des KaDeWe.") auf strunzdreckigen Siffstrassen ablichten und ins Netz stellen. Ohne Biohazard-Kennzeichnung.

Ich hätte lieber eine Webcam im Bergwerk Asse. Das ist modisch auch herausfordernd, aber da soll jetzt wenigstens aufgeräumt werden.

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Dienstag, 13. März 2012

Neue Schuhe (Nicht was die Leser denken)

Das ist die bisher gewohnte Ansicht meines Automobils auf Reisen: Etwas schräg, schnell, dynamisch, mit sich kreuzenden Linien, und im optischen Zentrum das Vorderrad mit seinen kantigen Felgenlinien.



WROOOAAAAAARRRRRR.

So sieht das, mit ein paar bedauernswerten Unterbrechungen, nun schon seit etlichen Jahren aus. Das sind die Alufelgen, mit denen die Barchetta ausgeliefert wurden, und sie haben bislang alles mit einigen Schrammen und viel Dreck mitgemacht: Pässe, Landstrassen, Autobahnen, einige Länder und sogar Berlin. Man kann sagen, ich habe ihnen viel zugemutet.



Mitunter auch etwas zu viel. Zumindest die Reifen sind inzwischen am Ende, und ob so viel Sturz sein musste, weiss ich auch nicht. Allerdings war die Strassenlage in Kurven sehr, sehr gut. Aber die Pässe gehen auch nicht ohne Wirkung an den Reifen vorbei, und dass sich etwas ändern muss, zeichnete sich schon im Herbst ab. Prinzipiell gab es da zwei Optionen: Neue Reifen oder - wir leben ja in der Moderne, wo alles, was nicht mehr ganz neu ist, weggeworfen wird - ein Schielen zur grossen Bucht, in der der Müll träge schwappt wie Wowereit im Ferienhaus des Partymanagers. Nur nicht umsonst. Aber andererseits auch mit guten Felgen günstiger als neue Reifen plus Einbau. Wobei ich immer wieder von den Reifenpreisen der Automonbile überrascht bin: Man bekommt diese fetten Gummiwalzem mit mehrern Kilo Gewicht bereits für Preise, die man für 200 Gramm Rennradreifen bezahlen kann.



Sparsam bin ich auch beim Wechsel, eigentlich gezwungenermassen: Man kann mit der Barchetta die Winter- und Sommerreifen gar nicht transportieren, damit das in der Werkstatt gemacht wird, wie man das heute eben so macht. Vorbei die Zeiten, da jeder im Frühling selbst schraubte und jede irgendjemanden suchte, der ihr das macht. Heute lernen Kinder nicht mehr das reifenwechseln, sondern dass man alles in der Werkstatt machen lässt. Heute, habe ich mir erklären lassen, lagern in den Städten die Reifen so oder so bei der Vertragswerkstatt, für sie wird ein Platz gemietet, und sie werden dann getauscht; sei es, weil die Witterung sich ändert, oder die Reifen jetzt schon vier Jahre alt sind oder einfach mal neue Felgen her müssen. Sicher, die Reifen sind nicht teuer, aber die Folgekosten durch dieses System sind erheblich. Dafür ist es bequem. Und man muss es nicht selbst machen. Man braucht niemand, und man muss auch nicht Reifen aus dem Keller schleppen. Ausserdem ist es auf offener Strasse auch nicht ungefährlich. Und überhaupt müsste man mal berechnen, was für Zusatzkosten das Leben als Single in einer grossen Stadt mit sich bringt, in der Parkplätze selten und die Mieten exorbitant sind. Aber egal. Ich miete ja nicht, und ich kann das auf meinen Stellplätzen machen.



Aus irgendwelchen Gründen waren damals, 1995, nur die kantigen Alufelgen mit 10 Löchern lieferbar; die eigentlich gewünschten Zusatzfelgen mit Turbinengestaltung soll es angeblich erst ab 1996 zu horrenden Preisen gegeben haben, so dass deren Erwerb nicht vollzogen wurde. Die alten Felgen stemmten sich mit ihrer historistischen Aufmachung gegen die Moderne, die neuen Felgen dagegen sind etwas gewöhnungsbedürftig. Ich weiss von Vergleichsbildern aus einer anderen Barchetta, dass sie etwas langweiliger aussehen, wenn das Fahrzeug schnell unterwegs ist. Aber immerhin, es sind die originalen Fiatfelgen, und was die Leute immer mit dem Radwechsel haben, verstehe ich auch nicht: Das dauert in der Regel auch nicht länger als die Fahrt zur Werkstatt.



Das sind aber erst mal genug neue Schuhe für Italien, vor der Hinreise wird gar nichts mehr gekauft, und in Italien selbst stehe ich vor der Wahl, entweder wertvollen Platz auf der Hinreise für Schuhwerk zu vergeuden und genug Schuhe dabei zu haben, oder mich beim restlichen Gepäck nicht gar so einzuschränken, und dann Italien Schihe je nach Bedarf zu kaufen. Wie auch immer: Schuhe sind in jedem Fall sinnvoller als das Delegieren von Arbeiten, die man selbst machen kann. Und das Entsorgen von pfenningguten Felgen, weil die Mode heute andere Formen diktiert.

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