Die Guten.

In etwa so.

Es gibt da eine, na, nennen wir sie mal Gruppe, die unter der falschen Leitung eine Menge Fehler gemacht hat. Fehler, für die sie früher gelobt wurde. Endlich stellt sich so eine Organisation, die dem Sozialen verhaftet ist, an die Spitze der Liberalisierung, erteilt Lizenzen, extended den Brand, und lasst es mal so richtig als Wirtschaftskonzern krachen. Es dauerte ein paar Jahre, bis sich die Problematik dieser Strategie zeigte, und während die Medien gewogen blieben, reifte bei manchen Beteiligten die Überzeugung, dass es so nicht weiter gehen kann. Das da sind nicht mehr sie. Als dann der Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden durch einen Todesfall frei wurde, entschieden sich die Partner nicht für den forschen Privatisierer, sondern für denjenigen, der zurück zum Kerngeschäft wollte. Der andere schied im Streit aus der Firma, die dann erst verstand, was er angerichtet hatte: Halbseidene Geschäftspartner, Versäumnisse, Risiken, unüberschaubare Verpflichtungen, schlechte Verträge, geringe Handlungsräume, das übliche, wenn man zu schnell wächst.

In der Folge kam es zu Prozessen, die die Firma in der Form bislang nicht kannte, und die die Hausjuristen komplett überforderten. Das Problem bei solchen Rückbesinnungen ist, dass man die neuen Probleme mit Methoden angeht, die nicht adäquat sind, und Personal, dem nicht die Verfilzung, sehr wohl aber die nötige Härte zum Durchsetzen der eigenen Interessen fehlt. Anwälte werden immer bezahlt, zumal, wenn die Firma praktisch nicht pleite gehen kann. Und wenn dann die erste Runde verloren ist, holt man sich doch, aus der Notlage heraus, ein paar Experten, die einen raushauen.



Die Experten kommen, erledigen die Arbeit, und erzählen der menschenfreundlich sein wollenden Firma gerade mal so viel, dass sie ihr Bild wahren kann, der Rest muss nicht bekannt werden, schadet nur dem eh schon ramponierten Selbstverständnis. Natürlich sind das keine schönen Siege, kein Gegner wird hier in den Ruin gestreichelt, und weil die verfilzten alten Freunde behaupten, dass sie das schöner gestalten können, werden die Experten erst mal beiseite gelassen, wenn es um den scheinbar leichten Folgecasus geht. Und statt aussergerichtlich gleich mal präventiv den Gegner zu terrorisieren und so unter Druck zu setzen, dass er Risiken vermeidet, verlässt man sich wieder auf die Gerichte und die Gerechtigkeit.

Ich kann nach dem Lesen der morgendlichen Mails nicht behaupten, dass meine Tätigkeit am Ende so etwas wie "Sinn" hätte. Mal abgesehen davon, dass es mir erlaubt, die Grunderwerbsteuer mit leichterem Herzen zu bezahlen. Und wenn ich dann dort war, meine Haifische tranportiert habe und ein wenig klüger, aber nicht wirklich chancenreicher bin, fahre ich in die Berge, die sich so unschuldig hinter dem Firmensitz am Südrand von München erheben.



Und erhole mich, wie es Familientradition ist. Es hat nicht lang gedauert, die Anhänge zu lesen und zu verstehen, aber ich fühle mich, als hätte ich eine Woche Mehl in Bottiche geschaufelt. 16 Tonnen, jeden Tag. Bei den Zahnärzten aus Starnberg weiss man wenigstens, dass sie ihr Geld zurück wollen, egal mit welchen Mitteln. Aber bei den Guten muss es immer gut sein, und dieses Gefühl, auch nach einer Dekade übelster Wirtschafterei immer noch die Guten zu sein, ist es ihnen wohl wert, auch wenn die Füsse tiefer im Sumpf stecken, als die Nasen hoch getragen werden.

Freitag, 18. April 2008, 12:22, von donalphons | |comment

 
Was für ein schönes Foto. Drei Generationen der Weiblichkeit. Ich muss unbedingt einmal die Fotos aus unserem Familienalbum einscannen.

Morgen soll es bei Föhn 20 Grad haben.

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Gestatten; Frau Mama, Grosstante, Urgrosstante (reingeheiratet, die mit den alpinen Vorfahren) in der Nähe von Bad Ischl.

(Man beachte die Chichi-Schuhe, mit denen die Grosstante auf den Berg kraxelte.)

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