Das Decamerone und die russische Lösung

Historische Wirtschaftskatastrophen haben einen Vorteil beim Beschwichtigen der Gegenwart: Sie geschahen, weil die Verursacher kaum begriffen, was sie da taten. Sie spielten nach Regeln von Märkten, die sie und die anderen Teilnehmer, ob nun freiwillig oder unfreiwillig, nicht zu verstehen in der Lage waren, und die trotz aller entsetzlichen Folgen so wenig in ihrem gesamten Ausmass erkannt wurden, dass eine präzise Analyse bis heute allein schon mangels schlüssiger Quellen kaum möglich ist. Dazu kommt, dass viele Katastrophen so tiefgreifend waren, dass die betroffenen andere Probleme hatten, als den VWLern schlüssiges Datenmaterial zu liefern. Wir wissen definitiv vom Zusammenbruch des Geldsystems in den römischen Provinzen des IV. Jahrhunderts, weil die Barbaren, die keinen Markt mehr für ihr erplündertes Geld haben, es in Gürtelschnallen und Fibeln umarbeiten - was es aber für einen Romanen bedeutet hat, plötzlich in den Ruinen seiner Städte bestenfalls Tauschhandel betreiben zu können, wissen wir nicht. Es war scheisse, soviel ist klar, und es war nicht begrenzt wie beispielsweise die Tulpomanie des XVII. Jahrhunderts, die sich stets anbietet, wenn man nach einer eher folgenlosen Blasenwirtschaft und ihrem Platzen in einem prosperierenden Land sucht.

Bei den historischen Vergleichsdebakeln also herrscht so eine Art Beliebigkeit, jeder sucht sich das heraus, was ihm passt; der eine nimmt den Aufstand der Ciompi und der andere die Folgen der Jacquerie, ein Dritter behilft sich bei der Hungersnot von 1814 und ich persönlich tendiere zum Vergleich mit den Staatsbankrotten des absolutistischen Frankreichs, die auf andere abzuwälzen einer der Gründe für die expotierten Kabinettskriege der Zeit war, was uns wiederum Voltaires im Elend des siebenjährigen Krieges spielenden Candide bescherte. Aber angesichts der aktuellen Krise ist das alles - wertlos. Und weil ich kein VWLer bin und auch ansonsten von Wirtschaft keine Ahnung habe, abgesehen davon aber ziemlich früh auf die Probleme und ihre Folgen hingewiesen habe, bitte ich meine Zukunftseinschätzungen mit Vorsicht zu geniessen.



Unser spezifisches Problem in dieser Krise ist neben der extremen Komplexität und der folgenden Unvorhersehbarkeit der Glaube, dass alles möglich ist. Gestern Abend zum Beispiel knallte die Aktie von Google in wenigen Minuten bei enormen Umsätzen um bis zu 20% nach unten, ohne dass es irgend eine Nachricht gegeben hätte. Ein Fehler der Software, wie sich dann herausstellte, nichts weiter, aber trotzdem brach Verkaufspanik aus. Weil es im Momment möglich erscheint. Das aber ist nur eine Fussnote gegen das eigentliche Problem, das sich längst von den Subprimekrediten gelöst hat und sich nun durch das System zu den lebenswichtigen Einrichtungen frisst: Das Misstrauen der Banken in das eigene Geschäftsmodell. Wäre die Wirtschaft ein Körper, dann hätten wir gerade durch das mit Irrsinnszinsen de facto beendete Interbankengeschäft so eine Art Herzstillstand. Und warten jetzt auf den Hirntod.

Das Interbankengeschäft, dessen Probleme beinahe den Kollaps der Hypo Real Estate und damit indirekt auch das Ende der Pfandleihen und damit wiederum der Kreditwürdigkeit des Staates ausradiert hätten, dieses Interbankengeschäft ist langwilig und mechanisch und theoretisch narrensicher - im Grunde ist das Rumreichen von Krediten untereinander so simpel, dass niemand sich vor wenigen Monaten wirklich darüber Sorgen gemacht hätte. Jetzt geht alles sehr, sehr schnell. Und wer gestern noch kaufen konnte, steht heute schon ohne Kredit da. Es gehört zum zentralen Lebenstrieb der Banken zu wissen, wie schlimm es wirklich ist. Due Diligence, Risikobewertung und Scoring sind deren täglich Brot. Was ich nirgendwo so brutal lese, ist: Banken, die sich selbst nichts mehr leihen, sind kein Systemfehler mehr, sondern die Zerstörung des Systems. Sie sind wie ein teures Heizkraftwerk, das mit extremen Abgasen im Winter kalt macht.

Meines Erachtens kam und kommt es so weit, weil die verfickten Arschlöcher an der Wall Street und in Washington und vielen profitierenden Ländern die Party der Blase weiterfeiern wollen. Statt die ganze kritische Scheisse zum Abkühlen Anfang 2007 in eine milde Rezession zu schicken, den Laden zu konsolidieren, die Schwachen zu killen und den Guten die Märkte zu öffnen, hat man versucht, das System so heiss wie möglich zu fahren. Eine Rezession ist absolut nichts schlimmes, sie gehört dazu, sie ist die Voraussetzung für eine Neujustierung des Marktes. Statt dessen werden Schulden gemacht, um Versager durchzufüttern, Aktionäre zu belohnen, überflüssige Firmen zu bewahren und den Konsum anzuregen, dessen Übertreibung erst die Schulden produzierte, die nie mehr zurückgezahlt werden können und die eine neue Masslosigkeit kreierten. Eine Masslosigkeit, an deren Ende ein bigottes, fastschweizerisches Gebilde namens Irland nicht mal den Anstand hat, für seinen finanziellen Selbstmord mit Totalabsicherung aller giftigen Assets seiner miserablen Banken vor die Tür des Euroraums zu gehen, um beim Hirnrausblasen mit dem Dreieinhalbfachen des Bruttoinlandsprodukts nicht die Gemeinschaftswährung zu beschädigen. Europa hätte gute Chancen, besser als die USA und England durchzukommen, und dann schreiben die Sprosse der Kartoffelpestgeschädigten einen Blankoscheck gegen die gesamte Union raus, einzulösen von jedem Verbrecher, der eine Bad Bank den Bach runtergehen lassen will.



Momentan ist sich jeder selbst der nächste, es herrscht absoluter Egoismus vom Abräumen der Banken über das Ausscheiden bei den Hedge Fonds bis zum Warten auf das Ende der Investmentbanken. Die Schulden sind so gigantisch, dass sie nur mit dem Ausscheiden von Mitspielern, sprich deren Pleite aufgelöst werden können, inclusive Vermögensverluste für Anleger, Rentenkassen, Immobilienbesitzer - einfach alles. Wir sind bereits mitten drin im Melt Down des Systems und der Assetwerte oder was man dafür gehalten hat. So gesehen ist es idiotisch, anderthalb erfolglos vergeudete Jahre nach dem Beginn der Krise nochmal 700 Milliarden neue Schulden zu machen, um das Geld in einem Multibillionenloch verschwinden zu sehen. Es würde nichts an den Überbewertungen ändern, die bei den Aktienkursen beginnen, sich über VCs und Private Equity fortsetzen und im Giftmüll der Derivate ihren Höhepunkt finden. Wenn man diese Giftladungen gegenrechnet, bleibt nichts übrig ausser dem amerikanischen Staatsbankrott, in der Folge dem Bankrott der Schwellenländer und eine Rezession, die auch in Europa jeder nördlich der Mangfall brutal spüren wird.

Ich glaube aber eher an eine politische Lösung. Wenn man schon verstaatlichen, übernehmen und Leerverkäufe verbieten muss, dann gleich ganz und komplett. So ähnlich, wie es die Russen letzte Woche gemacht haben: Wenn die Märkte für die Staaten gefährlich werden, müssen sie eben wie jedes kaputtte Atomkraftwerk runtergefahren werden. Danach kann man die Löcher reparieren, die verschmorten Bauteile austauschen, die Verluste so gegenrechnen, dass für alle genug bleibt, die Versager bestrafen und in ein Lager einweisen, hochriskante Praktiken verbieten, staatliche Grundfunktionen wie Rente, Gesundheit, Transport, Energie und Nahrung eigenverantwortlich fahren und dann das restliche System langsam wieder hochfahren - und die Verantwortlichen knallhart kontrollieren.

Alles andere - Bilanzierungstricks, Rumschieben, Geldnachschmeissen, Sicherheiten garantieren, die man nicht halten kann, die Mischung aus Panik und Euphorie ver bipolar Gestörten in den wirtschaftlichen Befehlsständen - verlängert nur den Absturz in eine marktradikale Lösung des Niedergangs, die man sich nicht wünschen darf, solange da draussen die Berlusconis, Straches und diverse Rattenfänger frei rumlaufen. Ich persönlich bin hochgradig pessimistisch, dass man politisch weiter rumdoktorn und retten und sich erpressen lassen wird, statt das Problem umfassend zu lösen.

Also, was wird langfristig sein? Ich glaube: Man wird die erste Option des Niedergangs so lange geschehen lassen, bis man zur zweiten Option des radikalen Staatseingriffs praktizieren muss, um überhaupt noch irgendetwas zu retten. Wir stehen dieser Krise nicht mit Wissen und Erfahrung gegenüber, sondern mit der Fassungslosigkeit der Florentiner des Jahren 1349, deren glückliches Leben von der Pest hinweggefegt wird, gegen die man zu spät zu schlechte Mittel ergreift. Viele werden krepieren, nur wenige werden auf ein Landgut gehen und Geschichten erzählen. Ich fürchte, dass unsere Geschichte bereits geschrieben steht im ersten Kapitel des Decamerone, und ich hoffe, dass die folgenden 10 Tage von meinen Freunden handeln.

Mittwoch, 1. Oktober 2008, 04:34, von donalphons | |comment

 
dem
gibt's mal wieder nichts hinzuzufügen! ausser vielleicht: gut, dass hier einer noch den überblick behält!

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"...steht im ersten Kapitel des Decamerone":
Dieser schreckensreiche Anfang soll euch nicht anders sein wie den Wanderern ein steiler und rauher Berg, jenseits dessen eine schöne und anmutige Ebene liegt, die ihnen um so wohlgefälliger scheint, je größer die Anstrengung des Hinauf- und Hinabsteigens war. Und wie der Schmerz sich an das Übermaß der Lust anreiht, so wird auch das Elend von der hinzutretenden Freude beschlossen.

na denn!

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Auf die Gefahr hin ...
... mich als Volldilettanten zu outen ist mir immer noch nicht ganz klar wer da wem am Ende der Kette das Geld überhaupt schuldet ?!

Ich bin allerdings auch optimistisch - wenn das ganze Dilemma mal durch ist - daß solides Wirtschaften eine neue Bewertung findet und diese "Shareholdervaluegetriebenheit" endlich ein Ende findet.

Das wäre doch auch eine Romanidee - ein Held der "zeitreisentechnisch" durch die ganzen Wirtschaftsblasen taumelt ...

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Danke für das Lob.

Grob, ganz grob gesagt war es so, dass der Amerikaner zu viel Schulden hat. Weil man aber dachte, dass mit Amerika ein ausreichender Gegenwert da ist, hat man diese Schulden höher bewertet und daraus Derivate gemacht, denen man Wert zugeschrieben hat. So war das System formal ausgewogen bis hochprofitabel. Nun stellt man fest, dass Amerika praktisch wertlos ist, und der Amerikaner nicht zurückzahlen kann. Deshalb brechen auf der einen Seite die verleihenden Banken zusammen, und auf der anderen Seite auch die Derivate. Durch die Verteilung der Risiken schuldet am Ende jeder mehr, als er selbst hat.

Ich kann hier nur nochmal das gesammelte Werk von Carlo M. Cipolla empfehlen.

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Gerade an Tagen wie diesen will ich kein pseudojiddelndes Pseudowitzchen hier lesen. Danke für die Aufmerksamkeit.

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Danke für die schnelle Löschung. Ansonsten danke für den Beitrag und den Lesehinweis.

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Danke für den Hinweis auf Cipolla!

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Zu deinem und meinem Alltag
Wieder mal schön launig und vernünftig und rücksichtslos.

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Auch von mir ein Dank und ein großes Lob an Don!

Zur Zeit agieren die politischen Eliten wie Blinde, wobei Steinbrück selbst noch unter den Blinden als blind gilt. Er hat von Hypo Real den Junk gerade für 40 Milliarden Euro gekauft (Wert:ca. 16 Mrd), rettet damit den finanziell tief verflochtenen Privatbanken den Arsch, und schon einen Tag nach deren Zusage, 8,4 Mrd von den 35 "Rettungs"milliarden zu übernehmen, wollen sie nichts mehr mit ihrer Zusage zu tun haben, maximal 3 Milliarden - wenn überhaupt.

Zugleich jubeln die Großaktionäre der Hypo Real, der Kurs schießt in die Höhe und alle wissen: Mit Steinbrück kann mans machen. Der haut uns raus.
Gegen dieses Übel half keine Klugheit oder Vorkehrung, obgleich man es daran nicht fehlen und die Stadt durch eigens dazu ernannte Beamte von allem Unrat reinigen ließ, auch jedem Kranken den Eintritt verwehrte und manchen Ratschlag über die Bewahrung der Gesundheit erteilte. Ebensowenig nützten die demütigen Gebete, die von den Frommen nicht ein, sondern viele Male in feierlichen Bittgängen und auf andere Weise Gott vorgetragen wurden.
Ich wäre fürs erste mit demütigen Gebeten zufrieden. Echte Demut:
Das wäre ein guter Anfang.

...z.B. beginnend mit einem Rücktritt von Steinbrück, der nach 11 Milliarden für die Schuldner der Privatbank IKB nun weitere 30 Milliarden Euro sinnlos verbrennt.

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Daß die Großaktionäre über die Kursentwicklung der letzten 12 Monate jubeln, wage ich aber ganz stark zu bezweifeln.

Ob sich "Papa Staat" eine Beschädigung der Depfa erlauben konnte, kann ich nicht beurteilen ... ich gehe davon aus, daß die "gesunden Teile" der HRE verscheuert werden und der Rest untergeht.

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Am Ende der Kette ist alles Geld der Zentralbank geschuldet.

Interessant ist auch, dass der gequotete LIBOR mindestens seit diesem Frühjar sowieso viel zu niedrig ist und keine Bank sich dazu Geld leihen kann. LIBOR basiert nicht auf tatsächlichen Transaktionen, sondern auf einer Umfrage (!) bei der bestimmte Banken (!) angeben, zu welchem Satz sie selber Geld leihen (!) können.

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wow, nm:) bemerke ich da einen anfänglichen zweifel am derzeitigen finanzsystem?

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Nein überhaupt nicht, ich gebe das nur matter-of-factly bekannt, da oben darauf verwiesen wurde und das hier viele Leute bestimmt nicht wissen.
Da LIBOR aus meiner Perspektive nur eine und nichtmal die Referenz ist, könnte der von mir aus gewürfelt sein. (<- nur leicht übertrieben). Auch sonst ist es eigentlich egal, da andere Massstäbe relevanter sind, so ist ja auch rausgekommen, dass die Banken understaten.
Also imho wie üblich alles in bester Ordnung. :)

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Zum Under/Overstaten hier eine nette Geschichte. Wir dürfen aber wohl festhalten, dass alles Würfeln nicht an der Erkenntnis vorbeiführt, dass Banken gerade ein Problem haben, an Geld zu kommen.

Es gibt immer Idioten, die in sinkende Schiffe einsteigen. Die Depfa ist kein Subprime-Problem, sondern eine Bank, deren Geschäftsmodell früher durch den Liquiditätsengpass geschrottet wurde, als andere Banken. Unter halbwegs normalen Umständen hätte die Depfa kein Problem.

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kurze frage...
...kann jemand hier das folgende fundierter einschätzen? vielen dank.

"A hurricane of bad credit card debt will start crashing ashore in the United States in the first quarter of next year, even as the mortgage crisis continues, analysts at New York research firm Innovest Strategic Value Advisors warned Monday.

“A combination of a 10-year steady drip of deteriorating personal finances and a tidal wave . . . brought on by the mortgage and credit crisis leads us to believe that credit cards are going to implode in the near term,” Gregory Larkin, Innovest's senior banking analysts said during an online seminar on the topic."

http://www.theglobeandmail.com/servlet/story/RTGAM.20080929.wcreditcards0929/BNStory/Front

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@ Monoma

Im Moment ist es wohl so, dass die ersten Kreditkartenfirmen zu wackeln beginnen. Der nächste Schritt: Kunden mit schlechten Scoring werden herausgekehrt, was u.a. dazu führen wird, dass noch mehr Immobilienkredite und andere Konsumentenkredite (z.B. KFZ) zusammenbrechen. Der Problemdruck der Kreditkartenfirmen wird im Laufe der nächsten Monate anwachsen - und eventuell auch Kreditkartenfirmen in den Orkus reißen.

(hey, diesmal ganz ohne Wupper! ;-))

Die hochgradig verschuldete Ökonomie der USA* erlebt gerade furchtbare Implosionen. Der übliche Ausweg in einer solchen Lage ist Inflation.

Ich wüsste keinen Weg, diese Entwicklung gänzlich aufzuhalten (was aber ginge: diese Entwicklung ließe sich dämpfen). Der Paulson-Bernanke-Plan (massives Bailout von Investmentbanken) wird dieses Problem nicht lösen, denn weder zahlungsunfähige Immobilienkreditnehmer, noch die zahlreichen Privatbankrotte von Kreditkartenkunden werden im 700-Milliarden-"Rettungs"-Paket berücksichtigt.

Der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird seinen Wahlsieg noch vielfach verfluchen.

* Man kann garnicht oft genug auf den irrwitzigen Rüstungskeynesianismus und Deregulationswahn der Regierung Bush hinweisen. Die Finanzmarktkrise ist das Resultat - und viele bittere Jahre liegen nun vor den USA.

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Oje, wenn die Kreditkartenhäuser wackeln
und umfallen, dann kann man nur noch sagen "God save America". Viel von den beachtlichen consumer spendings der letzten Jahre, die für die US-Volkswirtschaft so eminent wichtig sind, waren ja auf Pump bei den Kreditkartenfirmen getätigt. Mit immer neuen Umschuldungen und Vertragswechseln wurde das Implodieren dieses Systems immer nur herausgezögert, aber nicht wirksam verhindert.

Die Kunden mit schlechtem Scoring wirst Du dann nur noch los, wenn Du die Forderungen weitgehend in den Wind schreibst. Weia.

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Der wilde Westen
Tja, dazu treten bald schon einige Besonderheiten des amerikanischen Rechts, z.B. beim Forderungsinkasso. Grob. Sehr grob wird es.

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Oben ist ja ein link drin von einer der Firmen, die auf die Vergabebremse treten. In UK war das schon vor ein paar Monaten Thema. Das Problem ist meines Erachtens, dass die höheren Kosten der Krise mit den Kreditkarten überbrückt wurden - man hat sich selbst eine Bridge Loan ausbezahlt in der Hoffnung, dass e nach dem baldigen Ende der Krise ein starkes Ansteigen der Kurse und Hauspreise gibt, das wiederum helfen könnte, die neuen Löcher zu stopfen. Wenn die Krise zu lang dauert und der Markt der Kreditkarten zu grosse Ausfälle hat, wird das die Krise nochmals verschärfen. Manche Hedge Fonds wetten schon heute gegen den amerikanischen Konsumenten.

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