Zuckersüsse Erdbeeren

Dieser dritte Wohnsitz verändert die Wahrnehmung von Deutschland: ich fahre im Spätwinter am Tegernsee los, und in Italien ist zwischen März und Juni kein grosser Unterschied, die Wochen fliessen sa dahin, es ist halt so, wie es in Italien ist: Schön und mild. Letztes Jahr kam ich inmitten einer grauenvollen Kälteperiode zurück, und vorgestern Nacht habe ich überlegt, die Heizung einzuschalten. Gleichzeitig, keine Frage, ist draussen eindeutig Sommer. Es fühlt sich ähnlich wie ein Jetlag an, aber mit Jahreszeiten.

Immerhin sind die Erdbeeren reif (in Italien war das kurz vor dem ersten Beben). Und im Laden hre ich, dass schon länger ein passendes Paket auf mich wartet.











Und den Quark und den Rahmen bekomme ich bei einem Rundweg in der Stadt. Was ich dort nicht bekomme, ist ein Platzerl für die Dame. Eventuell werde ich diesen Sommer doch ein wenig umhängen müssen.

Freitag, 15. Juni 2012, 01:50, von donalphons | |comment

 
Erdbeermund
Eine verliebte Ballade für ein Mädchen namens Yssabeau
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weißen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein schöner Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Das will ich sein im tiefen Tal
dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.

Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar,
da schlief ich manches Sommerjahr
bei dir und schlief doch nie zuviel.
Ich habe jetzt ein rotes Tier im Blut,
das macht mir wieder frohen Mut.
Komm her, ich weiß ein schönes Spiel
im dunklen Tal, im Muschelgrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

Die graue Welt macht keine Freude mehr,
ich gab den schönsten Sommer her,
und dir hats auch kein Glück gebracht;
hast nur den roten Mund noch aufgespart,
für mich so tief im Haar verwahrt...
Ich such ihn schon die lange Nacht
Im Wintertal, im Aschengrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.

Im Wintertal, im schwarzen Beerenkraut,
da hat der Schnee sein Nest gebaut
und fragt nicht, wo die Liebe sei,
Und habe doch das rote Tier so tief
erfahren, als ich bei dir schlief.
Wär nur der Winter erst vorbei
und wieder grün der Wiesengrund!
...ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

Zuletzt gehört von Klaus dem Kinski

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Ja, der Mund, der hat schon was.

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Ich Bin So Wild Nach Deinem Erdbeermund: Klaus Kinski: Amazon ...
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aus der reihe ... spass mit kategorien

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Herzlichen Glückwunsch
zum reizenden Familienzuwachs. Die Dame ist wirklich entzückend in ihrer Doppeldeutigkeit!
Je länger ich sie mir ansehe, um so weniger weiss ich ob das jetzt die gelangweilt-kalte Schulter oder ein "ich würde ja gerne aber darf nicht" ist.
Wobei der glasige Blick (soweit ich das erkennen kann) doch eher für letzteres spricht...

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Letzteres, absolut letzteres.

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Wie so oft bei meinen Portaitkäufen: Ich kenne jemanden, die oft sio schaut und dann "so so" sagt.

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So jemanden kennst Du? So so. ;-)

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Sehr gut sogar. Und ich weiss auch, was ich dann darauf sage.

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Diese Nase, diese Nase!

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Die Dame wollte eindeutig nicht gemalt werden.

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Die Dame hält ihr Gesicht so, dass es bestens zur Geltung kommt. Frau halt.

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Die verschränkten Arme sagen etwas anderes. Vielleicht wollte der Gatte ein Bildnis und sie nicht. Sie sah sich (und ihre Nase) täglich im Spiegel.

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cara principessa delle piselli, nun, mein zartes näschen sehe ich im spiegel doch auch nur von vorne.

ausserdem ist ihre nase doch so übel gar nicht. das ganze harmoniert zu einem aparten bild, das nicht ohne aussage auskommt.

falls da ein bisschen angedeuteter widerstand sein sollte, so könnte das auch nur ein kleines spiel mit auffoderung zu galanten jadgszenen sein (was sonst hängt sich der liebe don in seine verruchten gemächer). aber eigentlich ist die verschränkung dem tisch geschuldet, auf den sie sich lehnt - mit ihren zarten ellenbogen! nein, wie kann sie nur so ungezwungen...

ausserdem offeriert sie ihren zarten hals. wie viele andeutungen möchte man noch, bevor man ungezwungen die reife frucht in seinen schoss fallen lässt?

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ceterum censeo, lieber don, dass sie ein veritabler schelm sind:

liebe damen, bitte folgen sie mir durch die eingestellte bildergalerie: ganz oben im ersten bild sehen sie eine erdbeere, die versucht, wie die lippen der dame auszusehen. in der dritten aufnahme sehen sie, wie alle erdbeeren in hälften daliegen, folglich auch die eine bestimmte, was heissen mag, dass man sie auseinander bekam (bei erdbeeren ist dies ein kinderspiel...). no comment. und im fünften sind sie mit einer weissen substanz überschüttet.

*hüstel*

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"So, so". Das Blog hier war aber noch nie für seine Lustfeindlichkeit bekannt, gleich welcher Facette.

Darauf eine Mohrenlampe!

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und mir einen negerkuss, bitte...

folgte uns da etwa ein herr? oops!

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Liebe Donna Laura,
Sie haben natürlich recht. Den Tisch habe ich komplett übersehen. Das kommt davon, wenn man mit dem Mobiltelefon diesem Blog folgt.
Ihre Argumentation passt perfekt.

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Gegen Ihre Fähigkeit zur Bildinterpretation, Donna Laura, war Panofsky ein Pennäler. Vermutlich mit der Hand unter der Bettdecke.
Anyway, bevor wir uns hier verirren: ich würde rheinisches Biedermeier schätzen, Don Alphonso?

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lieber Savall, ihr freundliches kompliment muss mich zutiefst beschämen - ich danke ihnen zart errötend mit gesenktem blick, die blonden löckchen bedecken das unziemliche grinsen vortrefflich. vermutlich benötigte panofsky tatsächlich eine der hände etwas weiter unten, um sich das zu trauen. mein ruf, zumindest hier, lässt sich gar nicht ruinieren.

ich allerdings habe mich gefragt, welchen spass der maler bei der herstellung hatte...

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Gern geschehen, Donna Laura, nur das Erröten nehme ich Ihnen nicht ab.
Beim näheren Betrachten des Bildes finde ich aber, daß unsereins meint, Originalideen zu haben und dann sind es doch nur Reminiszenzen. Ich meine, daß Charlotte Kestner (wiewohl nicht biedermeierlich) so ausgesehen haben müßte. Und frage mich gleichzeitig, ob die Idee mit dem Herrn Buff nicht doch grundfalsch gewesen ist.

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ach, das erröten, das ist antrainiert. schliesslich gelte ich als dame, nicht ohne ein gewisses ansehen.

nun, ein eheversprechen löst man nicht so leicht. und wer weiss, little jo war schon immer von gewisser kreativität, und ihnen, lieber Savall, dürfte bekannt sein, dass literarisierung zuweilen, wenn man sich auf das unsichere, unwissenschaftliche gefilde der psychologie im rahmen von kunsterzeugnissen einliesse, sehnsüchten der verfasser entspricht, und gar im echten leben so mancher mensch signale seiner mitmenschen, gerade in amoureusen belangen, missdeutet, bestenfalls zu den eigenen gunsten selbstverständlich.

immerhin war die dame noch ein wenig fruchtbarer als mea parvitas. wieviele waren von "ihm", was meinen sie?

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fragen, fragen
ist die dame auf dem bild nicht vielleicht ein junger herr? die darstellung mit verschränkten armen weist jedenfalls in diese richtung. und der zeittypische einblick ins dekolleté fehlt nun völlig. wobei auch spielereien mit der sexuellen identität damals nicht unüblich waren. was sagt der kunsthistoriker?

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Nein, nein, das Brusttuch ist ganz zeitgemäß. Dekolleté zeigten zu dieser Zeit nur Damen von Stand. Die züchtige Kleidung datiert für mich das Bild ins Biedermeier. Im Empire hätte das noch anders ausgesehen.
Donna Laura, es gibt erntszunehmende Hinweise, daß JWG erst in Italien seine Jungfräulichkeit verlor. So unverständlich die lange Warterei auch ist.

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Spätestes Rokoko/frühes Empire. So um 1790 wurden die Ärmel glatt, diese Tücher kamen auf (Revolution, Schluss mit frivol), aber der Rockansatz und die Taille sind noch über dem Becken, und die Perücke ist deutlich kleiner als zu Zeiten der schlimmsten Auswüchse, und naturalistisch mit Locken. Man muss dagen, die Zeit, in der das Bild entstanden ist, ist vergleichsweise kurz, da fliessen zwei Moden ineinander.

Das ist zumindest der Stil. Möglicherweise ist es aber auch eine später Kopie nach einem Original, das würde ich nicht ganz ausschliessen wollen. So um 1835 bis 1900 hat man sich gerne wieder an die Epoche erinnert, und den Bedarf nachmalen lassen. Es ist signiert, aber den Namen habe ich nicht auflösen können. Möglicherweise kommt aber mein Eindruck aber auch daher, dass es erst in den letzten paar Jahren restauriert wurde, und daher die Farben so hell sind.

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Dann habe ich wenigstens mit der Charlotte Kestner nicht ganz daneben gelegen. Ich habe übrigens bei genauerer Betrachtung ein heftiges deja-vu-Gefühl. Als hätte ich das Motiv schonmal irgendwo gesehen.

Edit: Klar, im Kino:
http://www.derwesten.de/img/incoming/origs3820165/5195645209-w300-h2700-/33855063-198x265.jpg

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um himmels willen, lieber Savall, da sind ja andere schon beinahe tot! immerhin ging er später in die verlängerung...

dass die abgebildete dame nicht von stand sein kann, sieht man zum einen am fehlenden schmuck - es ist wirklich kein repräsentationsbildnis - und zum anderen an der pose, denn wer ein gemälde in auftrag gibt, sucht sich zumeist die pose selbst aus, es sei denn dies wäre gleichsam eine kokette visitenkarte.

vielleicht hat der maler tatsächlich auf lotte anspielen wollen, und vielleicht hatte er, wie sie, lieber Savall, einen ähnlichen gedanken, nämlich denn, dass sie zumindest ein wenig offener schon hätte sein dürfen. schliesslich ging es um ein hehres ziel, nämlich darum, ein leben zu retten, und daher das gefühl zu ehren und die kulturelle ehre nicht allzu hoch zu hängen.

das gesicht vom don hätte ich auch gern sehen mögen, als er die bildreihe erstellte.

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lieber Savall, ichvergass noch folgendes, vielleicht findet es ja ihr interesse: eine freundin setzte mich in kenntnis, dass heute ulysses im radio vorgelesen wird, swr2 und dlf, allerdings zeitversetzt und bis in die nacht, vielleicht auch etwas gekürzt. also wenn sie über ein internetradio verfügen und zeit mitbringen? mea parvitas muss gleich wieder sich in ihr wochenendwerk schicken, zudem ist das wetter zu schön und die kleinen wollen reiten. vermutlich kaufe ich mir das ganze irgendwann einmal. nach den auszügen, die ich vorab auf den internetseiten hörte, lege ich mir aber noch das buch dazu und lese mit.

(ich sah soeben, dass ein kommentator nebenan bereits dorthin verlinkte...)

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Ja, heute ist Bloomsday. Aber ich lese lieber selbst. :-)

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ohnehin bin ich erstaunt, wie kurz die vorleselektüre dauert. ich habe einige wochen - okay, nebenher - benötigt. ausserdem liest man nicht nur manchen satz, sondern manchen absatz mehrfach.

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Der Ulysses wird seit dem 16. April im Kulturradio (rbb) zwei Mal am Tag vorgelesen.

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