Es ist zu spät

Der Anflug hat begonnen. Die Kurve noch, und dann sind wir im Zielgebiet. Neben uns donnern die schweren Motoren und spucken papierweisse Kondensstreifen in das Nichts des Netzes.

Es ist sternenklar, und vor uns auf den Hügeln und in den Gräben scheint das Feuer kleiner Kämpfe und Massaker auf. Sie schauen nicht nach oben, im Erdkampf aller gegen alle. Wir waren wie sie, aber wir haben diesen Nachtjäger entwickelt, die Crew gefunden und uns eine neue Dimension geschaffen. Sie werden das nicht verstehen, und wenn wir über ihnen sind, blicken sie hoch und werden mit Dreck und Steinen werfen.

Doch wir sind zu schnell. Wir werden über sie hinwegbrüllen, ihr blinder, dummer Hass wird uns antreiben, hinein in das eigentliche Ziel, in die verdammte Stadt der Etablierten, wo die grellen Fassaden auf der Vernichtung harren, die bereits ihre Eingeweide verzehrt. Sie erwarten uns nicht, sie wissen noch nicht mal, dass es uns gibt, aber wenn wir kommen, werden unsere Freunde den Weg durch die Flakstellungen weisen.



Das kalte Licht der Abwehrbatterie wird uns nicht blenden. Das Belfern ihrer windigen MGs stört uns nicht. Wenn sie uns sehen, ist es schon zu spät. Wir sind zu schnell.

Bevor sie wissen, was wir sind, werden die Bomben in ihr Zentrum fallen. Und es gibt nichts, was den Brand löschen kann.

Dienstag, 9. Dezember 2003, 17:42, von donalphons | |comment