Roll out. So fühlt es sich an.

Niemand sieht uns kommen. Dabei sollten sie es ahnen. Der Typ am Steuer hat schon einmal so einen Angriff geflogen. Danach gab es für die anderen keinen Markt mehr, nur noch eine ausgeglühte Hölle, und niemand interessierte sich für die Nachfolger. Nicht der erste gewinnt, nicht der grösste, sondern der, der alle anderen aus der Atmosphäre putzt. Das ist die Regel des Spiels, das wir ab sofort wieder spielen. Denn seit 18.00 Uhr gibt es kein Zurück mehr.



Bald werden wir auf ihrem Radar sein. Wir sind etwas, das diese Welt noch nicht gesehen hat, und wir hatten Monate für die Planung dieses Einsatzes. Sie werden trotzdem ihre Jäger in einem ungleichen Kampf schicken. Sie werden uns den ganzen Weg verfolgen, aber wir sind schneller. Wir kennen ihre Taktik, ihre technischen Möglichkeiten, und wir wissen, wie unendlich langsam sie im Vergleich zu uns sind. Wir haben sie schon mal abgeschossen. Wir werden es wieder tun.

Aber noch durchschneiden wir ungehindert die Atmosphäre der ewigen Nacht des Netzes. An den Spitzen der Propeller glüht die Luft schon jetzt neongelb wie Phosphor. Wir sind noch nicht mal auf halber Angriffsgeschwindigkeit. Noch sind die gewaltigen Kompressoren abgeschaltet. Aber bald werden sich die Walzen drehen, und dann brüllen die Zylinder unter vollem Druck. Statt Kerosin haben wir Nitroglycerin im Tank.

Es ist wieder da, das Startup-Feeling, wenn sich das Leben zum schmalen Abgrund verengt, und die Zeit wird wie Papier verknittern, bis sie sich dann letztlich in flüssig wird. Die Luft wird brennen, wenn wir vorbeifliegen.

Samstag, 13. Dezember 2003, 01:54, von donalphons | |comment