Munich Area Lethargie

Ich bin froh, dass ich mit der Uni und dem Betrieb nicht mehr viel zu tun habe. Ich glaube, ich würde durchdrehen. Weil es "so ist". Da sitzen welche, zwischen 20 und 25, lle Chancen, die man haben kann, haben ihren korrekten Lebenslauf im Auge, finden die Lage natürlich schon scheisse und das mit dem Bachelor auch nicht so toll, aber es "ist so". Und weil es "so ist", sitze ich, der ich keine Ahnung von gar nichts ausser Kulturgeschichte habe, vorne - und sie nicht. Das sollte ihnen zu denken geben.



Die Herrschaften in den Türmen, die davon profitieren, dass es "so ist" und auch keiner wirklich was dagegen macht, können stolz sein. Hier geht es schliesslich nicht um das Gejammer irgendwelche kindischer Bratzen, sondern um die, die in ein paar Jahren gern die öffentliche Meinung des Landes bestimmen wollen. Und wenn es "so ist" und sie nicht mal was für ihre eigene beschissene Situation tun ausser anpassen, dann kann das ein lustiges neues Medienzeitalter werden.

Morgen mehr, ich muss da erst mal drüber schlafen, dass es einfach "so ist", als wäre das, was ist, von irgendeiner Bedeutung und unveränderbar. Aber das könnt ihr schon mal sucken, Ihr Web2.0er: Keiner von einem Dutzend KWlern kannte Flickr. Das finde sogar ich hart.

Freitag, 30. Juni 2006, 00:00, von donalphons | |comment

 
Wie jetzt, die kannten kein Flickr? Aber im Internet waren die schon mal, oder?

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Muss man das kennen?

All das Internetplebs nimmt sich viel zu wichtig und wird über kurz oder lang geerdet werden, und zwar richtig. All die Vordenker haben keinen Bezug zur Realität da draussen. Ich kann mich selbst in München2, 3 Tage lang nur mit Gleichaltrigen oder Jüngeren treffen, die noch nie ein Blog gesehen haben und für die das Internet auch eher unwichtig ist. Wenn ich dann das Gesülze der Rappolds und Sinnerschraders dieser Welt lese, kann ich mir ein gewisses Lächeln nicht verkneifen, so gefangen sind die in ihrer Blase.

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"Blase" ist das richtige Wort. Vor meinen Augen habe ich da das Bild einer torkelnden Comicfigur, deren Kopf in einer großen fast undurchsichtigen Seifenblase steckt.
Nach meiner Einschätzung und Einblicken in mein Umfeld fehlt komplett der Bezug zur realen Lebenswelt der übergroßen Mehrheit. Blogs, Web 2.0 und all der andere kram kommen beim "normalen" User nicht vor. Der/Die ist froh, wenn der Browser nicht abstürzt.

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Das sieht man gerade am Cokecontainer, wo sich die Insassen immer nur gegenseitig kommentieen und bestätigen, wie cool und toll und wunderbar das alles ist. Man holt sich gegenseitig einen runter, weil sonst keiner da ist, der es einem macht. Und obwohl alle Bilder bei Flickr trostlos aussehen, wird immer wieder betont, wie supercool doch das Appartment und all die Leutchen da sind.

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Tja, bei Brecht heißt es ja noch

Das Sichere ist nicht sicher.
So, wie es ist, bleibt es nicht.

Aber wenn ich meine Mitstudierenden sehe bin ich doch eher betroffen. Irgendwo habe ich dafür den sehr passenden Ausdruck "Schiebchen" gehört. Die lassen echt alles mit sich machen, Hauptsache möglichst in der Regelstudienzeit fertig werden und ein gutes Examen...

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Ein paar Jahrzehnte Propaganda "man muß dankbar für einen Arbeitsplatz sein" zahlen sich aus. Ist es nicht eher die heutige Generation von Journalisten und Politikern die man dafür verantwortlich machen muß? Besonders jene, die sich auf dem Marsch durch die Instanzen zu angepaßten Kuscheltieren gewandelt haben.

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Keiner kennt Flickr. Das fällt mir auch immer wieder auf. "Das Leben im Netz" ist halt das Leben einer Minderheit. Das werden auch die Profi-Blogger noch merken.

Den ersten Satz: "Ich bin froh...", unterschreibe ich sofort und habe ich schon oft gesagt. Aber für mich liegt das Problem nicht bei den jungen, leeren Leuten. Sondern in dem deutschen Hochschulsystem. Den Dozenten und Professoren gehen die Studierenden am A... vorbei. Drittmittel bei Ministerien werben, zweitklassige Paper schreiben, möglichst viele Tagungen besuchen, Netzwerk knüpfen, morgens ausschlafen, es gibt tausend andere Dinge, die denen wichtiger sind als die Ausbildung der Studenten. Ist auch kein Wunder, wenn man sich das Hochschulpersonal ansieht: 1/3 der Mitarbeiter hat echtes wissenschaftliches Interesse, 1/3 ist so reingerutscht ohne zu wissen warum, für das restliche Drittel ist es die konsequente Weiterführung des Studentenlebens.

Dazu noch die Ignoranz der Politik gegenüber den Hochschulen, allen Sonntagsreden von der Bildung als wichtigste Resource zum Trotz. Und schon haben wir eine Gemengelage, die die wirklich motivierten Wissenschaftler und auch Studenten in Scharen ins Ausland treibt.

Disclaimer: Ausnahmen gibt es immer und es gibt auch sehr engagierte Dozenten, Fachbereiche oder Hochschulen

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Flicka hieß das Pferdchen aus den Klein-Mädchen-Romanen, die meine Schwester las. Aber wer ist Flickr? Ein personalisierter Tippfehler?

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Ich habe Flickr über den Blog von Ross Mayfield (USA) kennengelernt. Ich hatte nicht viel verstanden davon vor einem Jahr, aber den Vorteil gesehen. Mit einer Webadresse, können unzählige Fotos auf einen Blick erscheinen. Dann haben wir angefangen unveröffentlichte WWI Fotos von der Ostfront hochzuladen. Irgendwann wurde die Seite bekannt gemacht. Es gab Reaktionen aus den USA, Russland, Litauen, Finnland, Indien. Usw. Kaum ein (kein) Kommentar von deutscher Seite. Ich habe mich damit abgefunden.

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Es fehlt die Widerstandskultur
Zu meiner Zeit waren die regelmäßige Demo (phasenweise einmal die Woche) und alle paar Jahre Unistreik (inklusive Rangeleien bis Hauereien mit Studierwilligen und Profs beim Streikpostenstehen) noch selbstverständliche Bestandteile des Studentenlebens - gute Voraussetzungen, um kritisches Bewusstsein zu erlernen. Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt, aber wer noch nicht mal mehr lernt, sich zu wehren, wie sollte der richtig leben können?

Dass PUKs weder Flickr noch web.2 kennen, erstaunt mich nicht. Die Lehrpläne, die ich kenne, reichen von Zeitungslehre nach Dovifat über Talcott Parsons und Susan Sonntag bis zum Photoshop-Grundkurs. Die Praktika werden nach wie vor bevorzugt bei Hörfunksendern und nicht in Online-Redaktionen gemacht. Ich, der ich selber mal zu den Tonträgern des Dotcom-Hypes gehört habe und immerhin selber mehrere professionelle Internetauftritte entwickelt habe, lese regelmäßig weg, wenn mir irgendwelche web.2-Nachrichten über den Weg laufen. Ging mir auch bei den weiteren Kommentaren beim letzten Posting so: Als da von Providern, Browsern, Reichweiten und irgendwelchen MACs die Rede war, verstand ich nur Bahnhof, da war das Thema für mich aber auch erledigt. Ich behaupte mal: Wenn heute jemand ein Dotcom gründet oder einen neuen Browser auf den Markt bringt oder ein neues Voice IP-System, so ist das für die breite Masse so spektakulär, wie wenn jemand eine Bäckerei aufmacht. Eher weniger, denn die Produkte der Bäckerei braucht jeder.

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Ach Che,
die alte Leier musste ja kommen von wegen, hach, die Studenten demonstrieren ja gar nicht mehr so wie wir früher. Diese Litanei durfte ich mir auch schon Mitte der 80er von irgendwelchen Zausels im 53. Semester anhören. Das riecht halt doch schon ein wenig streng nach "Opa erzählt vom Krieg". War doch schon immer so, dass sich jede nachwachsende Studi-Generation ihre Kicks woanders holt als die vorherige. Selbst meine Frau, die sechs, sieben Jahre nach mir an gleicher Stätte studierte wie ich, ist schon anders sozialisiert. Warum es den Studenten von heute vorwerfen, dass sie anders ticken als wir? Was ist das Problem?

Und was die Penetrationsraten und Bekanntheitsgrade von flickr, delicious & Co. angeht: Man muss das nicht in Relation zur gesamten Erdbevölkerung setzen, um festzustellen, dass das alles ziemlich esoterische Nerdspielzeuge sind...

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Ich verstehe euch nicht, das ist doch nur ein Instrument, das sich vielseitig einsetzen lässt. Warum immer diese negative Stimmung, ständig Zynismus. Nochmal das Beispiel der 1. Weltkriegsfotos. Ich habe das ab und zu an Geschichtsstudenten, die mit dem Thema arbeiten gemailt und in Geschichtsforen gestellt, 'könnt ihr benutzen, wenn ihr sowas braucht'. Null Reaktion in der deutschsprachigen Blogosphäre. Im englischsprachigen Raum sieht das ganz anders aus.

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@ mark: Ne, gar nicht alte Leier. Keiner verlangt, dass die sich hinstellen und die Weltrevolution fordern. Aber was die erwartet, ist kein Spass: Kein Job, Praktika, enorme erzwungene Mobilität, ungesicherte Lebensverhältnisse, ein Bachelor-Studiengang, in dem sie Praktika bei zertifizierten Firmen machen können, wo sie als 2-Semestler ganz hinten in der Bewerberschlange stehen, und dann die übliche Ausbeute. Das wissen sie, sie maulen auch -

ABER SIE TUN NICHTS DAGEGEN. Sie machen nichts für die Verbesserung ihrer eigenen Situation, sie schauen nur nach dem grössten Vorteil im Rattenrennen. Sie fördern das System, das ihnen keine Chance lässt. Sozialdynamik aus dem Gulag.

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Jens-Olaf, zur negativen Stimmung und dem Zynismus dies: Sowohl Don als auch ich haben eine Weile im Zentrum einer IT-Wirtschaft gelebt, deren führende Vertreter für sich in Anspruch nahmen, die gesamte westliche Wirtschaft entscheidend voranzubringen. Die Internet-Revolution wurde als neuer Industrialisierungsschub, vergleichbar der Einführung der Eisenbahn, verkauft. Politik und Medien haben mitgemacht, Müntefering ging sogar so weit, New-Economy-Aktien als Altersvorsorge zu empfehlen.
Arbeitslose Industriehandwerker oder frisch absolvierte Geisteswissenschaftler wurden mit staatlichen Mitteln zu Flashdesignern oder Webmastern umgeschult, und man sagte, die könnten sich künftig ihre Arbeitgeber aussuchen.
Ganze Weiterbildungsakademien wurden eigens zu diesem Zweck gegründet.

Normalerweise nur für eine kleine Gemeinde von Programmierern interessante Weiterentwicklungen von Java-Modulen wurden als "Killerapplikationen" gehandelt, die angeblich das Wirtschaftsleben so revolutionieren würden wie die Erfindung des Generators, und die Entwickler solcher Programmsegmente gingen an die Börse in der Hoffnung, das Geschäft mit der Emission der Aktien selber zu machen, ohne reale Produktion im Hintergrund, weil die Applikation selber ja werthaltig sei.

Herausgekommen ist nach einer Boomphase von etwa dreieinhalb Jahren Dauer die größte Pleitenwelle der deutschen Nachkriegszeit. Und jetzt verkaufen die Bankrotteure von damals die Weiterentwicklung von gängiger Internet Soft- und Hardware als neuen bevorstehenden Boom, und neue Studentengenerationen fallen darauf herein. Da sollen die, die das alles mitgemacht haben, nicht zynisch sein?

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@ jens-olaf: Anderer Wissenschaftsbetrieb, Ist aber auch ok. Die angeblich so tollen amerikanischen Studenten mit den Internet-Skills sind jetzt auch kein so dolles Vergnügen: Klauen wie die Raben, und Google ist das Universum. hey, es gibt auch wichtige Informationen, die nicht im Netz stehen.

Noch sowas, was Web2.0-Deppen erst mal lernen müssen.

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Mann, ich will ja nicht die Welt erobern. Noch ein kleines Beispiel aus dem Alltag. Für die Stadtführer in Osnabrück und alle Interessierten Fotblogge ich die laufenden archäologischen Ausgrabungen, weil viele während der Zeit anderswo arbeiten. Das ist für mich später auch Material, was wieder in meine Arbeit übernommen wird. Kleine Welt, aber mit Flickr geht das ganz gut. Hängt doch das Thema nicht so hoch.

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Kam mir aber schon so vor, als ob Che genau das beklagt hätte, dass das Studi-Jungvolk die Weltrevolution nicht mehr auf der Agenda hat. ;-)

Anyway: Uns hat man damals im ersten Semester Politikwissenschaft auch gesagt, was wollt Ihr hier, geht doch gleich stempeln, Euch braucht da draußen keiner und hier drin auch nicht. Wir hatten auch keine Chance - mancher hat sie genutzt, mancher nicht.

Ich für mein Teil bin ohne Abschluss ausgestiegen aus der Mühle. Und als ich Jahre später als Referent in einer Umschulung für arbeitslose Akademiker vor zwei Dutzend gleichaltriger saß, hab ich denen zur Begrüßung gesagt, wenn ich damals im Studium mehr Durchhaltevermögen gehabt hätte, säße ich jetzt vermutlich nicht hier vorne, sondern mitten im Plenum. Und das meinte ich wirklich nicht zynisch...

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Kein Google kann Archivarbeit ersetzen. Mann, für meine Forschungen habe ich überhaupt nicht mit dem Internet gearbeitet. Archivalien, die in verschlossenen Schränken stehen, zu denen man nur Zugang bekommt, wenn man gewisse Erklärungen unterschreibt, oder in Familiennachlässen rotten bekommt man unmal nicht bei Google. Und die Entdeckerfreuden, einige der übelsten Epochen der jüngeren Geschichte anhand von bislang unveröffentlichten Briefen rekonstruieren zu können, die mit "Heydrich" oder "Oberländer" unterzeichnet sind, die Befriedigung, die sich ergibt, wenn man nach jahrelanger Archivrecherche, die immer auch mit Reisetätigkeit verbunden ist, ein ordentliches Werk vorlegen kann, die wird sich der Generation Google nicht eröffnen.


Um Missverständnisse auszuschließen: Ich sage nicht, dass es, ob in Germoney oder USA, keine guten Geschichtsstudenten gäbe, und nichts gegen Onlinerecherchen. Ich wehre mich nur gegen die Onlinefixierung.

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@mark: Haben wir damals denn für die Weltrevolution gestreikt? Komisch, unsere Forderungen waren demokratische Kontrolle der Verwendung von Drittmitteln, keine Studiengebühren, keine Stellenstreichungen, mehr Rechte für den akademischen Mittelbau, Verbesserung der Qualität von Forschung und Lehre, keine Rüstungsforschung an staatlichen Unis und kritische Auseinandersetzung mit Gen- und Reproduktionstechnologien. Dass das teils unter schwarzroten Fahnen erfolgte ist ja richtig, trotzdem waren das immer sachbezogene Auseinandersetzungen mit dem Ziel, die Studiensituation zu verbessern.

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Die Hintergrundgeschichten machen klar, warum ihr so argumentiert. Danke (ohne Ironie). Bei mir hat das Internet einen sehr hohen Stellenwert, weil ich nicht so flexibel durch die Welt düsen kann, nicht so wie der Don. Richtige Bücher lese ich übrigens auch, und davon nicht wenige.

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@che:
OK, ich sollte nicht pauschalisieren. Im Süden (und das hatten wir ja schon mehrfach) lagen die Schwerpunkte halt teilweise woanders - um nicht zu sagen: weiter weg.

@jens-olaf: Warum flickr & Co. hier nicht groß bejubelt werden, hat auch noch andere Gründe. Hier haben einige Leute ihre eigenen Erfahrungen mit dem Dotcomcrash gemacht und eine gewisse Hype-Resistenz entwickelt.

Es geht nicht darum, dass flickr toll oder der Untergang des Abendlands ist. Es geht nur darum, falschen Heilsversprechen entgegenzutreten. Dass man mit diesem Instrument auch ganz nette Sachen machen kann, bezweifelt ja niemand ernsthaft.

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Um es mal so zu sagen: Wenn Du durch die Hölle gegangen ist, braucht Dir keiner mehr was vom Feuer zu erzählen.

Die Pinscher, die sich als Evangelisten des neuen Internets aufführen, können das nur tun, weil sie in ihren eigene Zirkeln leben. da kommt dann so ein Rappold und findet es cool, dass der Cokecontainer von einem ganzen Packen marketingarschkriecher, die prinzipiell immer jeden Ausverkauf der Blogs cool finden, cool gefunden wird. Da schreibt eine Vollpfeife irgendwas, was die nächste Vollpfeife verlinkt, und für die dritte Vollpfeife ist das schon die Wahrheit und die vierte macht daraus die Zukunft. Im Prinzip braucht man für diese Leute kein VC, sondern eine geschlossene Abteilung - letztlich sind die das schon.

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O.k. weil ihr den kommerziellen Hintergrund immer mitdenkt. Mit meinen Sachen verdiene ich kein Geld, ich muss ja für die Nutzung zahlen. Also reine Konsumentenperspektive.

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@mark: Ich weiß noch aus meiner Studienzeit, dass linke Studis aus Bayern und BaWü immer als etwas seltsam angesehen waren, und als Don mir mal die studentische Linke aus seiner Erfahrungswelt beschrieb, da fiel ich fast vom Stuhl: Trotzkisten, Mler und so was waren bei uns längst ausgestorben, als ich in den 80ern mit dem Studium begann. Bei uns waren Wohnungsnot (Hausbesetzungen), AKW-Baustellen und Neonazis , später Abschiebungen die entscheidenden Kristallisationspunkte für Protest außerhalb der Hochschulpolitik. Und das war immer sehr konkret und sachbezogen, bei aller revolutionären Folklore.

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"Mit meinen Sachen verdiene ich kein Geld, ich muss ja für die Nutzung zahlen."

Das, mein Bester, könnte sich schnell ändern, wenn die die Terms ändern, Dich Deiner Urheberrechte beklauen oder auf der Suche nach einem tragfähigen Business Model plötzlich die Hand aufhalten. Dann wechselst Du vielleicht, einmal, zweimal, aber irgendwann nervt das auch.

Man zahlt immer. Irgendwie.

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Jens-Olaf, Nutzer/Konsument bin ich auch, und dankbar für gute Software. Nur ist das eine Branche mit Praktiken hart am Rande der Illegalität. Contentklau ist weit verbreitet, ebenso, wie es Leute gibt, die die Abmahnerei privater Webseiten als Haupterwerb betreiben. Es sind moderne Wegelagerer, gegen die wir anschreiben.

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Nachtrag:
Und falls nicht, machen Sie Profile von Dir und verticken das an Spammer und Marktforscher. Es gibt gute Gründe, warum ich im Internet nicht einkaufe. Bei den lustigen Einkaufsschwärmen mit ihrer Intelligenz wird das ganze Thema Data Mining nochmal eine Spur spannender.

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Ich habe gerade Probleme, mit Firefox auf diese Seite - aber auch nur dieses Blogger-Blog - zuzugreifen. IE und Opera gehen. Bin ich damit allein?

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Bin mit Firefox gerade auf der Seite

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Du bist allein...

Bei mir geht das auch mit Firefox.

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Shit. Ich werde nachher den Rechner nochmal booten. Komisch. jaja, web2.0 und so.

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Jetzt geht auch Firefox wieder. Vielleicht war´s nur ein kurzer Aussetzer.

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Hallo Alphonso,

dass Du gestern vorne gesessen bist und wir nicht, sollte uns zu denken geben, hast Du gemeint. Hab ein bisschen drüber nachgedacht. Konnte dann doch ganz gut einschlafen. Leute Anfang zwanzig sitzen in der Uni generell eher selten vorne, hab ich mir gedacht. Das ist glaub ich in KW genau so wie in anderen Fächern. Oder bist Du Anfang zwanzig? Dann würde ich nämlich noch mal genauer drüber nachdenken...

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Ich - als ahnungsloser Nobrainer ohne Praktikum, Volontariat und Ausbildung in KW - sitze vor Euch, gesegnet mit allen Möglichkeiten, die der Markt zu bieten hat. Nicht nur der Umstand, dass da einer sitzt, sonder wer da was erzählt, ist meines Erachtens das Problem. Ich mein, es ist schön für mich, es macht mir Spass, ich rede gerne, aber ich habe den unschätzbaren Vorteil zu wissen, wo ich mit Ende Dreissig bin. Und ich habe so eine Ahnung, wo die meisten von Euch sein werden. Ich bin lediglich der Überbringer einer nachricht, deren Ursache unter anderem Ihr selbst seid.

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Hm... Interessant ist das auf jeden Fall, Problem sehe ich darin aber keins. Weil ich auch nicht glaube, dass ein KW-Studium alle Ecken und Kanten wegbügelt und man dabei jede Individualität verliert (so kam das von Dir gestern bei mir an). Davor, danach und nebenbei bleibt glaube ich genug Zeit, zu einer von Dir so vielgerühmten "Unique-Selling-Position" zu kommen. Und das eine oder andere Praktikum ist sicher auch nicht hinderlich auf dem Weg in den Journalismus.

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Das Problem bei diesem Rattenrennen ist, dass es zwar den Weg gibt, aber kaum ein Ziel, das jemand erreicht - und nur seltenst so, wie man sich das vorstellt. Es gibt immer die eingetretenen Best Case Szenarien - nur sollte man sich keinesfalls darauf verlassen, wenn man in einem schrumpfenden Markt arbeiten will. Auch die Besten sind heute oft nicht mehr gut genug. Zur Erdung hilft vielleicht auch mal ein Blick in die üblichen Jobangebote.

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Karrieremodell
Ich spreche jetzt mal aus dem Nähkästchen. Ich habe heute einen wirklich gut bezahlten Job als Führungskraft mit akademischen Hintergrund. Wie bin ich dahin gekommen? Nach meinem Studium wartete absolut kein Job auf mich, außer freien Mitarbeitertätigkeiten bei einer Zeitung für ein Gehalt, für das ich auch Pizzen hätte ausfahren können. Mein Karriereweg hieß Sozialhilfe: Sozi beantragen, diese mindestens ein halbes Jahr lang beziehen und dann einen sogenannten BSHG19-Job bekommen, eine vom Soizialamt bezahlte ABM-Maßnahme, die es heutzutage in dieser Form nicht mehr gibt. Damals war das ein Job, der nur von einem hochqualifizierten Akademiker mit u.a. journalistischen Fähigkeiten gemacht werden konnte. Von da führte mich mein Weg in den ordentlich bezahlten Journalismus bei größeren Medien, dann zurück an die Uni (Promotion), dann ging, nach weiteren Seitenschlenkern, die eigentliche Karriere los. Und auch dieser bunte Lebensweg wäre heute nicht mehr möglich, wahrscheinlich hätte ich in der gleichen Situation (mit Prädikatsabschluss) heute nach dem Studium eine Lehre angefangen.

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Ich weiß, dass das Leben im Allgemeinen und die Medienbrache im Besonderen keine Nudelsuppe ist und manchmal große Brocken drin rumschwimmen - die Jobangebote kenn ich auch. Aber auch arbeitslose Juristen gibt es zuhauf, Klinikärzte schuften sich zu Tode und fertig ausgebildete Architekten planen für 1000 Euro im Monat - wenn sie denn überhaupt planen dürfen. Verlassen sollte man sich auf gar nix, klar. Aber das gilt hier und dort. Und leichter hat man es doch "als ahnungsloser Nobrainer ohne Praktikum, Volontariat und Ausbildung in KW" auch nicht, oder?

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Don warum gehst Du immer wieder zu den KWlern? Du weist doch (und das wissen sie auch selber) das da duennste Bretter gebohrt werden.

... und jetzt (so schein es) bekommen sie nicht einmal mehr da ein Loch hinein ....

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Auch wenns ein Vetipper war, Medienbrache find ich gut:-)

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Man kann locker über arbeitslose Juristen und ausgebeutete Ärzte sinnieren, solange man das eigene Elend noch nicht mit den Händen fassen kann.

"Ausbildung in KW" - da liegt der Denkfehler, der ins Unglück führt. Denn in der realen Welt müssen sich die KWler ihren trockenen Kuchen mit arbeitslosen Juristen, Architekten und Ärzten mit Patientenphobie teilen. Andersrum jedoch nicht.

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"Ausbildung in KW" kommt nicht von mir, das kommt von Don Alphonso..

Vielleicht bin ich grad etwas begriffsstutzig, aber das mit dem Kuchen versteh ich nicht.

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Da beginnt man nach dem Abitur ein Verlegenheitsstudium, weil einen nix so richtig interessiert und um ja nicht arbeiten zu müssen.
Lernen tut man dabei nichts, aber das hat man ja auch nicht anders erwartet.
Und dann ist man fertig und kriegt keine Arbeit.
Ja, warum wundern sich dieser Leute?

Und ehe jetzt das Losgeheule beginnt: mir ist schon klar, dass heute auch Physiker, Chemiker und andere , die wirklich was gelernt haben und können, auf der Strasse sitzen. Die haben mein vollstes Mitgefühl.

Aber warum Demonstrieren (und sei es auch für eine Verbesserung der Studienbedingunge) gegen die fortschreitende Verknappung des Arbeitsangebots was helfen soll - das ist mir schleierhaft.

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Der Kuchen ist eher ein Keks, der immer kleiner wird. Und daran knabbern nicht nur Dipl.-Jornalisten oder KW-Absolventen. Journalismus und PR sind klassische Disziplinen für Quereinsteiger. Dagegen ist es für einen KWler wohl schwierig den Quereinstieg in die Juristerei oder in die Klinik zu schaffen.

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Diese Leute, bei uns heißen Sie PUKs, waren ja auch die ersten, die in der NE zu Anjatanjas Mirkomeikos wurden. Nichtmal das geht mehr.

Ich hatte kürzlich ein äußerst interessantes Gespräch mit einem VW-Arbeiter. Der Mann arbeitet als Lackierer und beklagte sich über die verschärfte Gangart da. Ich, normalerweise für jede klassenkämpferische Position zu haben, erwiderte, mit einer Umstellung von einer 28-auf eine 35-Stundenwoche ohne Lohnausgleich oder 150 000 Euro Abfindung könne ich kein Mitleid haben. Letztlich würden die Leute nur auf den normalen IG-Metall-Tarif umgestellt. Ich selbst würde 40-50 Stunden in der Woche arbeiten, ohne dass meine Arbeitszeit überhaupt erfasst würde. Wenn die Arbeiter bei VW aber so unzufrieden mit ihrer Situation wären, warum überlegten sie sich dann nicht zu streiken? Er erwiderte, dass man nichts machen könne, außerdem sei ich als Akademiker so privilegiert, dass ich mir seine Situation nicht vorstellen könne. Das kommt von jemandem, der das Mehrfache an Vermögen gebildet hat wie ich, und ich antwortete, nach 150 000 Euro Abfindung würde ich mir die Finger lecken. Dann kam ich mit dem Beispiel eines Freundes, der seinen Job als Regionalleiter eines Versicherungsunternehmens verloren hatte und jetzt mit der ganzen Familie nach Kanada umzieht, weil er nur da einen Job bekommen hat, und der VW-Mann sagte, das sei ja ein Rabenvater, der seinen Kindern einen so weiten Umzug zumutet, vor allem bei der Stellung und dem Gehalt.

Das ist in den workers irgendwie so drin: Die Stellung und das Gehalt von uns Akademikern. Dabei verdient die Krankengymnastin oder der Psychotherapeut mit eigener Praxis vielfach nicht mehr als ein ungelernter Akkordarbeiter bei VW und hat eine weitaus schlechtere Absicherung. Ich kenne Pizzaboten und Putzkräfte mit Doktortitel und einen Callcenteragent mit journalistischem Hintergrund.

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@strappato: Das stimmt natürlich schon..

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Wie gesagt, mir tun viele Arbeitslose leid. Aber unter den vielen, die heute ohne Job dasitzen sind halt auch viele, die sich ihr ganzes Leben vor der Arbeit gedrückt haben und einfach darauf gehofft haben, dass es schon irgendwie gutgeht. Tut es jetzt nicht mehr und da ist das Gejammere groß. Aber wenn ich (um ein willkürkliches Beispiel zu nennen) als Corporate Identity Manager bei einem Großkonzern (weiß gar nicht, ob's das wirklich gibt, könnte aber gut sein) den lieben langen Tag alles andere als wirklich produktiv bin und mich dabei nicht ein zunehemnd flaueres Gefühl beschleicht, dann bin ich ja woll selbst schuld, wenn mich die volle Härte des Lebens trifft.

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Ich kann strappato ganz da oben nur Recht geben. Unser Hochschulsystem versteht den Studenten nicht als Geschäftspartner von morgen und erst recht nicht als Kunden. Und von oben her wird sich da auch nicht viel ändern. Im Gegensatz zur Wirtschaftslage lässt sich da von Seiten der Studenten allerdings schon ein großer Teil verändern. Wenn man denn überhaupt will! Als Dozent musste ich leider feststellen, dass der Großteil der Studenten gar nicht kapiert hat dass sie von der Hochschule eine Leistung einfordern können. Wenn die etwas stört, dann höchstens Studiengebühren, die ihren Anspruch auf eine Leistung noch zementieren würden.

Natürlich ist eine Doktorurkunde keine Jobgarantie, aber wer nur für seinen CV promovieren möchte, dem empfehle ich das Ding einfach zu kaufen.

Und natürlich ist das Internet mit seinen Möglichkeiten nicht alles. Aber die Tools gehören einfach heutzutage mit dazu. Da ist es in der Wissenschaft wie im wirklichen Leben: Wer stehen bliebt, der bleibt zurück. So habe ich meine Dissertation zwar komplett unvirtuell erarbeitet, aber dank der für jedermann kostenlosen Online-Publikation habe ich ein Feedback, dass ich sicherlich nicht erreicht hätte wenn jetzt 200 Exemplare in irgendwelchen Lehrstühlen vor sich hin verstauben würden.

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@gargantua: Viele von denen, die jetzt auf der Straße sitzen, haben noch vor kurzem 70-Wochenstunden-Jobs geschoben (in der New Economy). Ich habe mein Studium von Vornherein nicht als Berufsausbildung betrachtet, nach dem Motto gelebt: "Wer mit 30 schon weiß, was aus ihm werden soll, ist ein Langweiler", und dabei, allen Ratschlägen der "Vernünftigen" zum Trotz, ist aus mir wirklich etwas geworden. Ähnlich wie Don, Strappato, Netbitch oder Spreeblick-Johnny war für mich der buntmäandernde Weg der Weg zum Erfolg. Geradlinig wäre ich nie zum Ziel gekommen.

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Ich war damals einer der ersten, die auf dem Uni-Server eine Dissertation publiziert haben. Für mich war damals ausschlaggebend: es war billiger.

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Für mich war ausschlaggebend, dass man nicht die ISBN braucht um die Urkunde zu bekommen. Billiger und schneller.

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@che: ich denke eher, wer mit 30 noch nichts kann, der hat versagt. Es geht hier nicht um Karriereplanung oder wie auch immer du das nennen möchtest. Aber wenn ich 6 bis 8 Jahre meines Lebens damit totschlage, mich an einer Uni rumzutreiben ohne wirklich zu wissen, was ich da eigentlich soll, dann bin ich selbst schuld. Sie mal ehrlich: hättest du für deine jetzige Tätigkeit wirklich studieren müssen? Wieviele kennst du, die studiert haben und nie in ihrem Leben das, was sie im Studdium gelernt haben (wenn sie denn etwas gelernt haben) für ihr Berufsleben gebraucht haben? Was sagst du zu denen?

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Für meine jetzige Tätigkeit musste ich studieren, genauer: Ohne Doktortitel hätte ich die nicht. Den Sinn meines Studiums sah ich aber darin, eine Zeit kreativer Muße zu haben, in der ich ein bißchen durch die Welt abenteuern konnte, das Studium nutzend, um mir das für den politischen Kampf nötige Theoriewissen anzueignen. Den Sinn und Zweck meines Lebens sah ich ja nicht einer Spießerexistenz mit Familie oder ähnlichem reaktionären Blödsinn, sondern eher so in der Rolle des, ich drücke es jetzt bewusst übertrieben aus, Berufsrevolutionärs. Die Höhe meines Einkommens nach dem Studium war mir ziemlich egal, es ging darum, in eine Position zu kommen, wo man als Meinungsbildner tätig sein kann, also Hochschullehrer oder Journalist. Dass das alles dann so ähnlich, abner doch ganz anders verlaufen ist, ist eine andere Sache, ich sehe das politisch heute auch äußerst unverbissen, aber einen glatten, geradlinigen Werdegang hätte ich nach wie vor entsetzlich langweilig gefunden. Und ich werde mich auch mit 50 noch neu bewerben, denn länger als 5, 6 Jahre im selben Job, nein, das ist boring.Nicht meine Welt!

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bloss mal so:

Kaufleute für Dialogmarketing verstärken Call Center

Die Deutsche Telekom AG bildet für Leipzig und Chemnitz zum 1. September 2o junge Leute im neuen Beruf Kaufmann für Dialogmarketing aus. Annegret Terpte, Ausbilderin in Chemnitz, erklärt, warum dieser neue Beruf für die Telekom interessant ist: "Der Bedarf an klassischen Sekretariatsberufen geht zurück, denn es gibt neue Anforderungen in der Praxis.

Der Kaufmann für Dialogmarketing ist ein Facharbeiter für Call Center, der auch über kaufmännische und personalwirtschaftliche Kenntnisse verfügt. Aufgrund des Zuwachses an Call Centern bei der Deutschen Telekom sollen bundesweit 500 Jugendliche ausgebildet werden.

In Westsachsen werden Fachkräfte in den T-Com-Niederlassungen und Kundencentern gebraucht. " Massgeblich an der Erarbeitung des Rahmenlehrplans beteiligt war Reinhild Teichmann, Berufsschullehrerin am BSZ für Wirtschaft II in Chemnitz. Dort wird eine so genannte Landesfachklasse für die neuen Lehrlinge gebildet, d.h. alle sächsischen Azubis habn Berufsschulunterricht in Chemnitz. Dafür bestehen in Chemnitz mit einem speziellen Sprachkabinett auch sehr gute technische Voraussetzungen.

Die Telekom hat in der Praxix z.B. folgende Inhalte für das 1. Ausbildungsjahr geplant: Kennen lernen der Tätigkeiten eines Call Center Agents, einfache Kundengespräche führen, zielorientiert Kaufabschlüsse herbeiführen, kompletter Verkauf einschließlich Nachbearbeitung.

Im 2. Jahr liegt der Schwerpunkt auf Marketing und Produktmanagement, im 3. Jahr werden Tätigkeiten im so gemannten Back Office trainiert, wie z.B. Beschwerdemanagement und Assistenz der Teamleitung.

Die Mindestanforderung der Teklekom für die Ausbildungsplatzbewerber können von vielen Jugendlichen erfüllt werden. Wer einen Realschulabschluss mit Notendurchschnitt 2,5 und in den Hauptfächern 2 - 3 vorweisen kann, sollte sich bewerben.

Gute Chancen haben Jungen, weil ein Mindestmaß an technischem Interesse für Telekommunikationstechnik vorhanden sein muss.

Seit 1993 wurden im Regierungsbezirk Chemnitz jährlich etwa 50 Jugendliche von der Telekom in verschiedenen kaufmännischen und IT-Berufen ausgebildet.

Marion Fiedler


wo hats gestanden? Wirtschaft in Südwestsachsen 6/2006, das ist die Zeitschrift der IHK Südwestsachsen Chemnitz-Plauen-Zwickau

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