AOC oder warum die Milchteuerung gut ist.

Ich bin - inzwischen überzeugter - Vegetarier. Früher war es nur einfach, auf Fleisch zu verzichten, heute hebt es mich, wenn ich eine Fleischtheke mit Rinderhack sehe. Man muss sich das mal realisieren, was man da bekommt... bäh. Ich packe das nicht mehr. Dafür habe ich einen ziemlich hohen Milchprodukte- und Käsebedarf, angefangen beim Scamorza zum Frühstück über den Grana Padano für die Pasta bis zum nachmitternächtlich geschlachteten Gaperon, oder dem Roquefort zu Trauben vom Haus. Dazu Schmand, Quark, und Butter, von der ich meistens zwei Sorten habe. Beide sind sagenhaft im Geschmack und erheblich im Preis. Und bleiben es auch.



Denn mein Käsehändler hat keine Produkte, die irgendwie aus Molkepulver vom Weltmarkt gefertigt werden. Mein Käsehändler fährt selbst im Urlaub durch Europa, um Käsespezialitäten zu finden. Vor allem Käse, von dem er nicht nur den Hersteller und den Reifekeller und den Herstellungsprozess erlebt hat, sondern auch die Milch kennt. Die Milch ist etscheidend. Es gibt dort nicht irgendeinen Parmigiano, sondern den, bei dem die Milch aus einer sehr kleinen, klar definierten Region kommt. Manche Sorten sind Spezialitäten eines einzigen Herstellers, der die Milch nicht kaufen muss, weil er seine eigene Milch verwendet. Wie bei obiger Butter. Die ist AOC, sprich, da gibt es nachweislich kein Milchpulver vom Weltmarkt. Damit erzielt der Hersteller seit jeher seine Erzeugerpreise, und muss nichts erhöhen. Und damit bleibt mein Käsehändler nicht billig, aber preisstabil und hochwertig.

Wenn ich jetzt höre, dass der Dreck der Massenproduktion, aus billigster Milch der abartigen Massentierhaltung zusammengepanscht wird, teurer wird, dass man für "Parmesan", der kein Parmigiano ist und der allenfalls ein paar Wochen zum Nichtreifen hat, mehr bezahlen muss, wenn das Glump auf der Tiefkühlpizza dieselbe verteuert und der Verbraucher nicht mehr wie früher von den Zuständen der industriellen Tierhaltung profitiert, kann mir das nur recht sein. Es ist nämlich jetzt schon nicht billiger, denn kein Supermarktschimmelkäse wird je die sanfte Geschmacksfülle besitzen, die meinem Gorgonzola D.O.C. aus Brescia entstammt. Man bekommt für das gleiche Geld im Supermarkt mehr, aber man muss auch mehr für einen ähnlichen Geschmack nehmen, und das wiederum macht die Saucen fett und schleimig. Kein "Frischkäse", egal wieviel man davon auf ein Brot kippt, wird je die Frische meines St. Ceols haben, und nichts wird je so an Korsika erinnern, wie die Kräuterkruste auf dem Fleur de Marquis.

Wenn der gepanschte Essmüll, der aus dem Milchpulver der ganzen Welt geronnen ist, in Fabriken, die ihre Arbeiter wie den letzten Dreck behandeln und nur die Rendite kennen, teurer wird - super! Richtig so! Zahlen sollen die Idioten, die hirnlos Fette in sich reinschieben, damit sie irgendwas schmecken! Dann begreifen sie vielleicht, dass echter Käse gar nicht mal so viel teurer, aber unendlich besser ist.

Vermutlich jedoch greifen sie dann eher zum billigsten Rinderhack, oder einer Tüte Chips. Das ist das Drama: Alles hat seinen Preis in der Marktwirtschaft, jeder Kauf entscheidet darüber, wie wir leben, und jene, die am wenigsten haben, sind gleichzeitig diejenigen, die mit der Kaufentscheidung dafür sorgen, dass es weiterhin Dampf für die Maschinerie des Niedergangs gibt. Der Hartz-IVler nimmt Bröselfleisch für 39 Cent, die Elitesse zahlt etwas mehr für die 99Cent-Tiefkühlpizza und verzichtet auf das normale Kochen, damit sie sich noch die Fluppen leisten kann. Bis zur nächsten Preiserhöhung.

Montag, 30. Juli 2007, 22:45, von donalphons | |comment

 
Und ich hatte immer befürchtet, es gäbe keinen zweiten Siebeck!

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Nun,
ich muss vielleicht präzisieren insofern, als ich den Siebeck der Siebziger/Achtziger meine.

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Siebeck?
In BY kennt man nur Schuhbeck...

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Nee
Schiebbeck!

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Ja. Einfach nur: ja.

Meine ehemalige Mitbewohnerin hat in ihren drei Jahren hier den Wochenmarkt höchstens beim Mitnehmen der 1€-Schale schon halb vergammelter italienischer Erdbeeren von diesem unseligen Importwaren-Stand kennengelernt - und sich dann gewundert, weshalb sie am nächsten Tag schon verschimmelt waren. Sie, die leidenschaftliche Aldi-Einkäuferin, die sicher nie mehr als 10€ in der Woche für ihr "Essen" ausgegeben hat, hat sich auch immer darüber gewundert, warum mein Essen so gut schmeckt - "Die Zucchini schmeckt ja richtig nach Zucchini! Krass."

Diese Dame also - ich habe sie übrigens sehr lieb - sagte kurz vor ihrem Auszug einen Satz, der mir das Denken der allermeisten Menschen leider unendlich klar gemacht hat. Wir saßen in der Küche und diskutierten über Apfelfruchtsaftgetränke, dieses bappige, wi-der-liche Zeug, das sie in Zwei-Liter-Kartons in sich reinzukippen pflegte und es wohl auch weiterhin tut. Nachdem ich sie auf die aktuell veröffentlichten, grauenhaften Testergebnisse dieses teils gesundheitsschädlichen Zeugs hingewiesen hatte, sagte sie nur:

"Na ja, wenn man's nicht besser kennt."

Noch trauriger ist die Tatsache, dass sie es besser kannte - und trotzdem keinen Wert darauf legte.

(Das hatte jetzt nichts mit Milchprodukten zu tun, aber das Prinzip ist dasselbe. Mit tierischen Produkten will ich gar nicht erst anfangen.)

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Das mit der Butter interessiert mich näher. Leider wohne ich hier im Hunsrück, wo es zwar noch "unschuldige" Kühe gibt, aber gesunde Produkte aus der Gegend sind Mangelware. Dafür haben wir einen GLOBUS, wo man für 1,20.- Euro ein Brötchen mit einem fetten Fleischkäse bekommt, das dann bevorzugt im Gehen verspeist/verschlungen wird. Meist von denen, die sowieso schon eine Figur wie eine Kugel haben.
Dafür haben wir (noch) eine echte Steinofenpizza, deren Pizza wirklich um Klassen besser schmeckt

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Es ist echt großartig, wie toll du bist. Dass du dich selbst in der Käsewahl von uns unterschediest, die wir nichts anderes kennen. Wie sollen wir begreifen, dass wir nur Fette in uns hinaufschaufeln, wenn wir nichts anders kennen, nichts anderes kaufen können, weil wir soviele Sorge haben -- Sorgen, die die über die Auswahl des Käses hinausgehen. Sorgen. die uns Geschmack verderben und die Sicht auf die gutdn Produkte verbergen. Oh ja, Du bist uns übelegen, nur weil du so aufgewachsen bit,weil du es kennst.

Wir sind ohnehin nichts weiter als hirnlose Idioten.

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Depp in meinen Augen!
Pardon der Herr, aber mit der Auswahl des Käses fängt es an. Damit entscheidet man, ob man Müller Milch und Aldi unterstützt, oder jemanden, der auf nachhaltige Bewirtschaftung und Rücksicht auf die Umwelt setzt. Das sind die berühmten kleinen Schritte. Und durchaus: Wer durch seinen Konsum die Kräfte unterstützt, die ihn nachher entsprechend gnadenlos ausbeuten, der ist ein Idiot. Kapitalismus ist keine Naturgewalt, sondern etwas, das jeder von uns selbst beeinflusst. Und wenn es in diesem Land sowas wie eine weit verbreitete Einsicht in die Notwendigkeit der eigenen Wirtschaft zum Vorteil von uns allen gäben, hätten wir hier kein Importproblem von Billigkleidung, wir hätten keine durch Europa gekarrten Schlachttiere und vieles mehr, was allenthalben an Unsäglichkeiten auftritt und von denen bemotzt wird, die es dann per Konsum selbst erforderlich machen.

Das ist dann der Kern der Sorgen. Monsantos und Nestle und Aldi sind keine Giganten, die über uns herfallen. Sie sind selbst gemacht. Und es gibt nur einen, der sie wegmachen kann: Der Konsument. Du.

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... ach das ist doch alles Angeberei mein Haus, mein Auto, mein Kaese ...

das ist mir doch alles Wurscht

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Naja, Sie haben sicher recht, werter Don, die hochwertigen Produkte verdienen ihren Preis , da sie sich in jeder Hinsicht von der Masse abheben.
Jedoch möchte ich zu bedenken geben, dass es Menschen gibt, die unfreiwillig in die sauren Äpfel beissen, weil das Budget sehr mager ist.
Ich theoretisiere nicht, sondern kenne beide Seiten.
Zu vermuten ist, dass auch Sie davon gehört haben.

Es macht mir Spass, Ihre ästhetischen Geschmacksergüsse in Wort und Bild zu verfolgen.
Heute jedoch bleibt ein schaler Nachgeschmack zurück.
Schade eigentlich.

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Nun, mit den Preiserhöhungen bekommt der werte Leser den schalen Nachgeschmack nicht von mir, sondern von der Industrie. Die Milchbauern bekommen mehr, die Industrie will gross abzocken, und jetzt muss sich eben jeder überlegen, wo er seine Sorgen hinträgt. Und es ist einfach nicht wahr, dass der Käse letztendlich teurer ist. Der Preis pro Gramm ist höher, aber der Verbrauch ist geringer. Sei es, weil man dort genauso viel bekommt, wie man braucht und nichts wegwerfen muss, sei es, weil man für den besseren Geschmack weniger Käse braucht. Der alte Spruch "As glump is zwoamol deier", mit dem meine Grossmutter wie immer recht hatte, trifft auch beim Essen zu. Das Problem sind nicht die hohen Preise guter Lebensmittel, das Problem ist die hirnlose Fresserei in Deutschland, die es in diesem Ausmass weder in Frankreich, noch in Italien ode Österreich gibt. Die Deutschen sind Europameister im Billigfrass. Und es gibt eine grosse Aversion, es mal andersrum auszuprobieren. Jetzt gibt es endlich mal Anreize dafür. Beschwert euch nicht bei mir. Ihr selbst entscheidet es, ob ihr die Rendite von Nestle aufpustet, oder vielleicht mal raus zum Bauernhof radelt und fragt, was die so haben. Oder einen Metzger mit Fleisch aus der Region aufsucht. Das sind nämlich vielleicht auch Leute mit gewissen Sorgen - durch den Billigfrass. Vielleicht kann man ja was zusammen machen.

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Naja, teuer - günstig. Ist immer eine Frage der Relation. Wenn ich mir eine Flasche Wasser und eine Flasche Apfelsaft (natürlichen, kein Konzentrat) kaufe und daraus Apfelschorle mache... ...dann zahl ich umgerechnet auf den Liter auch nicht mehr, als wenn ich mir diese seltsame Industriemische "L*ft" aus der C-Company besorgen würde. Was ich aber an "mehr" bekomme - ist der Geschmack!

Ich würde allerdings nicht mit den Fingern auf die Menschen zeigen, die sich einfach nur das "Bröselfleisch" leisten können*, sondern eher auf diejenigen, die es sich leisten können - aber darauf verzichten, weil ja der SUVi in der Garage steht oder der neue Plasmafernseher abbezahlt werden muss.


*Wobei häufig in dieser Zielgruppe zu teuren Fertiggerichten gegriffen wird, obwohl die Zeit zum selber Kochen sehr wohl da wäre...

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Pardon,
aber meine Nachsicht ist beim Thema Armut bis zu einem Einkommen von H4 wirklich begrenzt bis nicht vorhanden. Es ist ja nicht so, dass Aldi und Co. ihr Zeug nur an Bedürftige verkaufen. Und dass die angesprochene Mittelklasse dann sofort mit dem Finger auf die Armen zeigt und quäkt, das sei jetzt aber arrogant, ist schon ein wenig heuchlerisch. Denn es ist fast immer eine Frage der Prioritäten. Ich habe Null Verständnis für Leute, die am Tag eine Schachtel rauchen, damit die Gesellschaft schädigen und nachher jammern, dass sie kein Geld für ordentliche Nahrungsmittel haben. Weil gerade der Bereich Nahrung einer ist, wo man all das Gerede von der Nachhaltigkeit selbst schnell und problemlos umsetzen kann. Kauf beim Bauer, und alle ausser Aldi und Nestle sind froh. Kauf beim Metzger der Region, und er ist auch noch froh. Such Dir einen echten Bäcker, und die Giganten wie Kamps und Backwerk, die Personal reduzieren, schauen in die Röhre. Jeder Kauf zählt. Aber in der Realität greifen sie dann eben doch wegen lumpiger 3 Cent zur Semmel aus dem Schnellbackofen.

Und diese Hirnlosigkeit kotzt mich an. Denn wegen dieser 3 Cent entscheidet sich, wie Konsum aussieht. Aber dass man sich an dem orientiert, was die Saison gerade hergibt und naturgemäss billig ist, sehen nur die wenigsten ein. Dann bitteschön den Frass mit dem Flieger kommen lassen. Ich weiss, dass es mitunter nicht anders geht, aber auch da kann man aufpassen.

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Sicherlich alles richtig, obwohl ich persönlich lieber auf alle Milchprodukte verzichte. Aber spannend ist die Frage, wie es zu dieser Erhöhung kam. Die Milchbauern wollen mehr Geld und der Bauernverband und die Verarbeiter, die immer nur die Preise gedrückt haben, erhöhen sie plötzlich. Warum machen Sie das wohl? Damit die Milchbauern sich nicht organisieren und selbst höhere Preise durchsetzen. Haben sie in manchen Vorzeigeprojekten in Deutschland und Österreich ja schon gemacht. Jetzt aber sind die Preise so stark gestiegen, dass auf absehbare Zeit (also kommende fünf Jahre oder so) keinerlei Preiserhöhungen mehr drin sein werden. Damit sitzen die Verarbeiter weiterhin am längeren Hebel und können die Milchbauern knebeln. Denn nur ein paar Cent werden bei den Bauern bleiben, sie bleiben weiterhin kurz vor Insolvenz, das meiste geht an die Verarbeitungskette. Brilliant ist dann noch der Politik zu erklären, dass das Geld vor allem im Handel bleibe. Und die, von Marktwirtschaft und Handel keine Ahnung, schnappen zu und schieben die Schuld auf den Handel. Der allerdings wird sich wieder auf die ewige Marge herunter konkurrieren (sollte er wirklich was davon haben), so funktioniert das System. Erst im daran anschließenden Oligopol wird das Geld verdient. Und damit schließt sich der Kreis: Die Produkte sind deshalb besser, weil sie am Oligopol vorbei produziert werden. Denn die finden nichts schlimmer als Marktwirtschaft und Konsumentensouveränität.

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Genuss und Preis
Die Ausgaben der Durchschnittsdeutschen für Lebensmittel gemessen an Ihrem Durchschnittseinkommen sind seit den fünfziger Jahren ständig gesunken.
Wir haben verlernt aus unserer Nahrung Genuss zu ziehen und definieren Genuss zwichenzeitlich über unsere schneller, bunter, lauter Mentalität.
Jedoch Untersuchungen die ich vor ca 4 Jahren las belegten, daß ein Markteinkauf nicht teurer als ein Supermarkteinkauf ist, nur zeitintensiver. Dies wurde mir übrigens von Familien in meinem Bekanntenkreis welche Harz IV beziehen bestätigt.
Für das Selbstkochen entgegen dem Fertigschmarrn trift dies übrigens ebenfalls zu bzw ersteres ist günstiger und meist Geschmacksintensiver.
Und wer kein Geld hat sollte wenigstens überlegen ob er statt dessen nicht Zeit investieren kann.

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Ho, ho, ho - Holg
@ holgo

Markteinkauf < Aldilidleinkauf ? Spannend, aber lebensfremd um nicht zu sagen kreischend lustig. Wo leben denn die genannten Bekannten? Noch interesanter: was wären denn deren Essgewohnheiten?

Wer kein Geld hat hat viel Zeit? Tatsache? Faszinierend. Sag mal, wie ist das Wetter denn so auf Deinem Planeten?

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Die Rechnung von Holg stimmt, wenn man Vegetarier ist oder nur 1 x die Woche Fleisch isst und natürlich selbst kocht und nichts fertig kauft und auch nichts wegschmeisst. Ich hasse es Lebensmittel wegzuschmeissen. Das setzt natürlich etwas Nachdenken beim Einkaufen voraus.

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Im Ruhrgebiet ist der Markteinkauf bei vielen Produkten kaum mehr als 20% teurer als im Supermarkt.

Das gilt auch für Fleisch - Salat und Gemüse sind häufig "Pfennig-Beträge" bei denen ich mir nicht vorstellen kann, daß hier sooo große Unterschiede in den Lebenshaltungskosten vorliegen sollen.

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Zwanzmich.
20 % wären ja immerhin zwanzig Prozent mehr. Auch wenn es schwer vorstellbar ist. Qed.

Aber die H4ler könnten ja mit dem rauchen aufhören, dann wären sie auch gesünder und der Volksgesundheit weniger zur Last, oder ?

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Keine Zeit zu haben ist doch häufig eine Frage der Prioritäten. Man kann Samstag vormittag auf den Markt gehen. Und es gibt in jeder Stadt - häufig in jedem Stadtteil regionale Märkte. Und wenn ich beim Bauern aus der Region Gemüse kaufe, das es jetzt gerade gibt, kommt mich das nicht teuer.

Das Problem ist doch vielmehr, dass die Menschen das Kochen verlernt haben. Dass sie lieber die Fertipzizza (macht für ne Familie um die 8 Euro) in den Ofen schieben als einen Eintopf machen (da ist bei dem Preis auch Fleisch mit drin).

Und dieses entweder der goldene Löffel oder Aldi ärgert mich. Das ist dasselbe wie diese Jammergeschichte mal in einer der großen Zeitungen: die arme Rentnerin, für die ein gekochtes Rindfleisch Essen für drei Tage bedeutet. Ja, das hat meine Oma schon so gemacht - und ich auch.

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Das Rezept.
Dann verschreiben wir das Verhalten doch den deutschen Armen. Und schauen mal wie geheult wird wenn auf Nackensteck, Karbonade, Industriewurst etc. verzichtet werden soll, die allesamt billiger zu haben sind als Sheba-Katzenfutter.

Vesrstehen Sie mich nicht falsch, es hätte meine idelle Unterstützung. Lachhaft ist es trotzdem.

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@ lebemann:
1)Es gibt in der Welt mehr Supermärkte als dich deine Beschränkung auf Ald* und Lid* ansehen lehrt. Wobei den Boykott Letzteren allein der dortige Umgang mit Arbeitnehmerrechten schon rechtfertigt.
2) In einer Großstadt in Nordwestdeutschland
3) Bewölkt aber trocken
4) Das Suppenhuhn eines direktvermarktenden Landwirts ist zwar drei mal teurer als von Wiesen*** aber vier mal schwerer und intensiver im Geschmack.
5) Beispielrechnung gefällig?
1Pfund Linsen ca. 90 Cent
1Suppengrün ca. 1€
1Pfund Durchwachsenen Speck ca. 1,50 €

Ergibt 2,5Liter lecker Linsensuppe bei einem Preis von 3,40€.

0,5 Litter Linsensuppe aus der Dose ca 1,20€ mal 5 entspricht 7,50€.

Weiter Fragen Euer Ehren?
Ach ja, ich bin so weltfremd in meinen Ansichten (und konnte erst jetzt antworten) weil ich den ganzen Arbeitstag in einer Sozialberatungsstelle arbeite anstatt nur zu Leben.

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Es ist angerichtet.
Die Ähpsänsubbe beim Aldi kostet doch nach wie vor zu 750ml 49 cent, d.h. sie toppt die lecker Linsensuppe allemal preislich.

Im übrigen ist der bildungsferne Stimmpöbel lt. Pisa doch gar nicht in der Lage ein Kochbuch geistig zu umreissen. Convenience-Produkte sind für ihn ien Muss und billich Lebensmittel eine Bringschuld der "Gesellschaft".

Ich wittere hier ja eher eine Gerechtigkeitslücke die mit gesättigten Fettsäuren gestopft gehört. Mit billigen Phrasen à la "Sollen sie doch selber Kochen", angelehnt an "Sollen sie doch Kuchen Essen" ist es nicht getan.

Das hat damals ja auch zu keinem guten Ende geführt.

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Reden der Erbreichen in den Zeiten der Teuerung & H4
Bringt erst die richtige Polarisierung: ein Teil der Claque heult auf wie die getretenen Hunde die sie sind und ein anderer freut sich über den guten Artikel. Kudos.

Und vollkommen richtig: das es Butter und Butter gibt ist dem Mitbürger meist verborgen geblieben. Ich verwende die letztere.

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@ bandini:

"Aber spannend ist die Frage, wie es zu dieser Erhöhung kam. "
Weil die Nachfrage nach Milchpulver in China, Russland und Co gestiegen ist. Weil das Marktwirtschaft ist. Leider ;-)

Weil wohl die Verarbeitung zu Milchpulver und der Export lukrativer ist, als die Milch im Binnenkreislauf zu halten und daraus regionale Produkte zu machen. Was im Endeffekt der Verbraucher "hausgemacht" hat - weil er eben nur die Niedrigpreise im Discounter akzeptiert hat. Und diese heben nun, da es ja kaum noch Konkurrenten gibt, die Preise flächendeckend an...

Geht übrigens auch prima im umgekehrten Weg: Beispiel Johannisbeeren und andere "exotische Früchte". Erst den Binnenmarkt durch Fernost-Importe ruinieren - bis keiner mehr hier sowas anbaut. Wenn der Markt "bereinigt" ist - die Preise erhöhen. Teilweise um 100% und mehr. Jetzt wären inländische Produkte wieder konkurrenzfähig. Wenn es sie noch gäbe...

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Was ist daran schlimm? Deutschland bekommt die Globalisierung mal negativ zu spüren. Das wird sicherlich noch öfter kommen.

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Milchpreis-Erhöhung im Juli 2007
Wer erhöht eigentlich den Preis?
Haben wir Staatswirtschaft und Zentralismus oder freie Marktwirtschaft.
Haben wir kartellrechtlich verbotene Preisabsprachen der Lebensmittel-Anbieter?
Da blickt doch keiner mehr durch.
Gegen wertgerechte Bezahlung ist im Grunde ja nichts einzuwenden.
Ich bin mir sicher, daß die Erzeuger der Milchprodukte aber von diesen Erhöhungen kaum etwas abkriegen.
Ist auch schwierig.
Denn sie halten ja auch für Subventionsleistungen die Hand auf.

Wir leben in einem Land, in dem mehr Geld für das Medizin-Wesen (damit ist das fälschlich bezeichnete Gesundheitswesen gemeint) ausgegeben wird, als für die Ernährung.


Ein vorläufiges Fazit:
Energiepreiserhöhungen, Preiserhöhungen für Lebensmittel sind neben steigenden Mietkosten und steigenden Kosten des öffentlichen Verkehrs, wieder ein Griff in die Taschen aller Bürger, die schon mit Pflegeversicherung, Soli, Praxisgebühren und der letzten Mehrwertsteuererhöhung an so vielen Stellen geschröpft wurden.
Die allgemeine Preissteigerungsrate wurde bisher mit billigen "Ramsch-Importen" aus aller Welt im Lot gehalten.

Die damit verdeckte, höhere Inflation, treibt uns immer weiter in eine Abwärtsspirale.

Eine freie Marktwirtschaft mit dem Staat als Aufsichtsorgan, ist das bei Weitem nicht.

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Man mag sich vor Augen halten dass von der Preiserhöhung beim Erzeuger, also beim Bauern, gerade mal so cirka sechs Cent hängen bleiben. Wo die restlichen 34 Cent (bei einer durchschnittlichen Erhöhung von ca. 40 Cent wie gestern in der Tagesschau vorgerechnet) bleiben ist ja sicher kein grosses Geheimnis. Die werden auf dem Altar der Gewinnmaximierung ausgebreitet. Nachdem Energieversorger, Ölkonzerne und andere Industrien als einzigen Geschäftszweck die Maximierung des Shareholder Values entdeckt haben ist nun die Lebensmittelindustrie dran. Während wir Subventionen in hirnrissiger Höhe an die Landwirte verteilen damit sie über die Runden kommen mit ihrer ausser Rand und Band geratenen Massenproduktion reiben sich Nestlé et. al. die Hände und machen Kasse, während uns erzählt wird die bösen Chinesen seien dran schuld. Ob sich jemand mal Gedanken darüber macht was es für ein Schwachsinn ist Molkeschleim mit Aromahammer Joghurt höchstsubventioniert kreuz und quer durch die EU zu transportieren? Und wir werden noch ganz andere Verwerfungen erleben. In meiner von Landwirtschaft geprägten Region sind die Bauern reihenweise dazu übergegangen anstelle von Getreide Mais und andere schnell Biomasse erzeugende Gewächse anzubauen weil sie für das Zeug, das in den hier wie Pilze aus dem Boden schiessenden Biogasanlagen verbraucht wird, mehr Geld bekommen. Der Anbau von Raps in Mecklenburg Vorpommern, zur Erzeugung von Biodiesel benötigt, ist explosionsartig gewachsen auf Kosten anderer Getreide. Auch das wir sich schon bald bemerkbar machen und die Backindustrie wird uns erklären dass die Rohstoffe teurer werden weil die Chinesen jetzt Brötchen statt Reis essen... Da ist die Entwicklung von Heizungen die mit Getreide (man suche mal unter dem Stichwort "Getreideheizung" in einer Schmaschine) befeuert werden gerade noch das krönende I-Tüpfelchen des Agrarwahnsinns. Besonders gut hat mir in diesem Zusammenhang der Kommentar eines "grünen" Parteimitglieds aus Meckpomm gefallen, das an einer Getreideheiung nicht unbedingt etwas verwerflich findet so lange dass dazu benötigte Getreide ökologisch angebaut wird.

Man mag Signore Alphonso einen gewissen Hedonismus nachsagen, trotz allem hat er im Prinzip recht. Das System lässt sich nur durch Abstimmung mit den Füssen, durch Änderung des Kaufverhaltens durchbrechen und da muss halt jeder Einzelne das seine dazu tun. Auch mich ärgert die Hartz-IV Debatte weil ich weiss dass es dort wirklich Härtefälle gibt. Aber unter Nutzung der eigenen Biomasse im Oberstübchen und mit dem Willen wenigstens ein bisschen was zur Veränderung beitragen zu wollen könnte ein durchaus spürbares Zeichen in Richtung Politik und Agrarindustrie gesendet werden. Und es ist höchste Zeit, denn in Brüssel kämpft die Agrarlobby vehement darum auch die letzten Kleinproduzenten aus den Märkten zu vertreiben (Stichwort: Verbot von Rohmilchkäsen etc.) damit möglichst alle den Müll der Lebensmittelindustrie fressen müssen.

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Ganz so schwarz und weiß ist die Welt nicht mehr. Aldi bietet längst einen 24 Monate gereiften Parmigiano-Reggiano am Stück an, und bei Lidl gibt es sogar einen durchaus annehmbaren Pecorino. Über die Frischkäseverbrechen in den dortigen Kühlregalen müssen wir allerdings nicht diskutieren.

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Wär' ich ALGII-Empfänger
ich würde mir mein Brot selbst backen, meinen Johurt selbst herstellen genauso wie meinen Quark. Und sowohl Aldi und Lidl wie auch Müllermilch und Nestlé könnten mich mal kreuzweise. Und beim Käse müsste so nicht gespart werden: einmal in der Woche ein richtig gutes Stück vom Markt, das man wegen seiner Qualität eben nicht wie Brot oder zweifingerdick auf dem Brot frisst und schon geht das mit dem Hochwertigen.

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... ist das nicht ein bisschen naiv? Hae? Ist man als H4ler nicht den ganzen Tag (tagein/tagaus) auf Arbeitsuche - wer hat denn da noch Zeit fuer die ganze Kocherei? - Oder wie ist das? Kann das mal hier einer sagen?

... mein Gott ist das ein schlumpfiger Thread, erst mal ne ordentliche Wurststulle - dann gehts wieder.

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Papa Schlumpf und die Menschenwürde.
@ franz

Schlumpfig ist er doch nicht, enthüllt er doch in belustigender Weise die Innenwelt mancher Mitposter.

Während der AGL2er anderswo der getriebene, wehrlose Hamster im Laufrad des Raubtierkapitalismus ist, so soll er doch zum kleinen Kulinarium befähigt und selbstredend auch in der Lage sein. man stelle sich vor: der Arme in D. muss seine Menschenwürde soweit ablegen und Brot, Quark, Kefir selber schlumpfen. Im Kühlschrank wuchert dräuend der Sauerteig.

Die Einführung des Zweiklassen-Ernährungssystemes durch Schlumpferei. Einkaufen ist für die Beserverdienenden, selber schlumpfen für die Armen. Man könnte die Armen auch dazu anhalten sich warme Pullover für den Winter selber zu schlumpfen, ist billiger und hält auch jahrelang. Den Armen erkennt man dann an menschenunwürdig labberigen Ärmeln und amateurhaften Strickmustern, denn wo gibt es noch die "Cora" zu kaufen?

Deckungsgleich ist das alles zwar nicht, lustig aber schon. Endgeil ist es das es sich an Luxusbutter entzündet. Erinnert mich an die Innenwelt der Grünwähler In HH-Eppendorf, denen mit der 180qm-Altbauwohnung und dem (spritsparenden) Drittwagen. Die haben auch immer so gute Tips für andere Leute.

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Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen. (Rousseau)

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120 m² komplett selbst restaurierter Altbau bitte, ein Auto, aber das meiste mit dem Rad. Und im Vergleich mit Fluppen ist die Butter billig. Ikea, das ist in meinen Augen Luxus. Möbel zum Wegwerfen.

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@ hockeystick: Marie Antoinette

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In Hamburg Eppendorf ist der Drittwagen selten. Schon mal die Parkplatzsituation gesehen?

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Ausserdem ist das mit dem Kuchen nur eine Legende.

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Eben nicht Marie Antoinette. Rousseau legte das Zitat Jahre vorher einer ungenannten Fürstin in den Mund.

Enfin je me rappelai le pis-aller d'une grande princesse à qui l'on disait que les paysans n'avaient pas de pain, et qui répondit: Qu'ils mangent de la brioche.
Rousseau - Les Confessions

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Schaut Euch mal die Foodblogs an, da wird feste Brot gebacken ;)

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@ Don

Das wäre doch mal eine Anregug für den EspehDeh Ortsverein - Butter statt Fluppen für die sozial Schwachen, Genossen ! Selber einkaufen und kochen anstatt Lidln ! Altbau selber restaurienen anstatt Sozialwohnung ! Rad statt Auto, Millionen Chinesen können nicht irren, Genosse. Der Pöbel will erzogen werden. Die Lösung der deutschen sozialen Spannungen durch die Weisheit des gehobenen Mittelstandes. Ich finde das gut.

Und Beck wäre tatsächlich schon von der Optik her ideal dafür das zu kommunizieren. Stösschen.

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@ strappato

Was meinst Du warum die so ist wie sie ist ?

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... ich sach doch das ist ein schlumpfiger Thread.

Aus der Perspektive eines kinderlosen Fruehrenters ist das natuerlich alles easy going, Butter statt Magarine, Verzicht auf alles schwedische, lekker Radfahren etc. pp. nimmt man dagegen aktiv am Erwerbsleben Teil und hat man auch noch lustig Familie, sehen (vor allem) die Zeitconstraints schon anders aus ... und jetzt husch, husch zur Nudelmanufaktur ... bin heute morgen einfach nicht zum Tagliatelle drehen gekommen, und dann noch schnell in die Eifel - n'Pfund Bio-Hochlandrinderhack fuer die Soße holen ... aber dann wirds auch schon wieder eng mit dem Cellounterricht fuer die Kleine, vom Kinderturnen fuer den Grossen ganz zu schweigen ....

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Aus der Sicht eines kinderlosen Frührentners (the leisure class) mit potenziellem Grosserbe wärest Du halt ein übler Spiesser, mit sozialversicherungspflichtigem Job und Famillie auch noch ein ganz übler Spiesser.

Wie ich mich ja hier schon mehrfach zu dieser Sache geäussert habe, gehören die ausgemerzt. Auch Dich, Genosse, kriegen wir noch. Ändere besser mal Deine Essgewohnheiten, aber hurtig.

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In Eppendorf stehen doch nur Minis, Smarts und A-Klasse auf der Strasse. Sind das die Drittwagen? Wo bleiben die Erst- und Zweitwagen? Oder gibt es Familien mit 3 Smarts? Fragen über Fragen.

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@lebemann ... ach du lieber jeh - was soll ich denn jetzt essen? Meinst Du es geht dass ich den chichi-Kaesemann auf dem Wochenmarkt belatsche dass er ein paar Stueckchen Gouda (ja, ja handgemolken und manufactum gereift) zwischen sein Assortiment nord-baskischer engo-etorri Pyreneen-Vorbergkaesefladen schmuggelt ... ich meine wegen die Kinners - ist das der Kompromiss?

vielleicht hilft aber auch nur noch Gargamel bei diesem Thread ....

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Zwischen ALG-Imperium und Adelsrepublik gibt es aber noch ein paar "Schichten".

Jedes Land ist schlecht dran, in dem sich der Gesamtsschullehrer für a) verarmt und b) intellektuell hält.;)
Das Massenphänomen von Lidi und Aldl, von Tiefkühlpizza und Supermarktkauf ist doch keines der Massenarmut, sondern der Massen-Mittelschichtsgesellschaft, die trotz anderer Zeit- und Finanzreserven auch ein bißchen (vermeintlichen) Mehrwert durch Discount erzielen will.

BTW: die Armen, die Unterschicht war noch nie Subjekt der Gesellschaft. Nicht 1917, nicht ´68 und heute schon mal gar nicht. *ätsch*

P.S. Ich habe gerade ein Stück billigen deutschen Butterkäses aus dem ... ich traue es micht nicht zu sagen ... Super... gegessen. :)

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@ franz

Die Richtung stimmt schon. Du musst dann noch lernen verächtlich auf den Plebs herabzuschauen.

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Um das mal mit dem Kuchen zu klären
Als Rousseau das 1766 schrieb, war Marie Antoinette erst 10 Jahre alt. Und der Ausspruch, den Rousseau einer "grand princesse" zuschreibt, ist, wenn man so will, überhaupt nicht arrogant und kaltherzig und möglicherweise hat nicht mal Rousseau das kapiert. Jedenfalls wurde der Spruch vor der REvolution bewusst in diesem arroganten Sinn kolportiert, um dem Ruf der Königin zu ruinieren.

Tatsache ist nämlich, dass es im Ancien Régime ein sehr sinnvolles Gesetz gab, dass den Bäckern folgendes vorschrieb: Wenn ihnen das (billige) Brot ausging, mussten sie die wesentlich teurere Brioche (ein Eierkuchengebäck) zum gleichen Preis wie Brot verkaufen. Damit wollte man verhindern, dass die Bäcker nicht genügend billiges Brot backten, und dann davon profitierten. dass die Kunden gezwungen waren, die teure Brioche zu kaufen. Es war also ein Gesetz zum Schutz der Armen.

Der Aussprich "Sollen Sie eben Kuchen essen", als Reaktion darauf, dass die Armen zuwenig Brot hatten, war also vermutlich einfach so gemeint: "Setzt das Backgesetz durch, dann gibt's gleich wieder mehr Brot."

Marie Antoinette war im übrigen viel zu klug, um so einen dummen Spruch zu sagen, in dem Sinne, wie er heute durch's Internet geistert. Ganz im Gegenteil: Es gibt Aussprüche von ihr, die belegen, dass ihr die Armut des Volks durchaus nahe ging.

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Wie Vincent Klink es formulierte:
"Es heisst immer gutes Essen könnten sich viele Leute nicht leisten. Freilich es gibt wirkliche unverschuldete Armut in Deutschland. Es gibt aber auch jede Menge doofe Konsorten und die treffe ich dann an der Tankstelle wo sie den teuersten Junk kaufen."

HartzIV wird IMO regional sehr unterschiedlich wahrgenommen. Wenn man man die Differenzen bei den Arbeitslosenquoten im Bund vergleicht, so haben wir hier im Südwesten Deutschlands mancherorts beinahe Vollbeschäftigung, Hartz IV bekommen dann wirklich vorwiegend die, die nicht arbeiten können (da sind dann sicher auch welche dabei, die nicht arbeiten wollen). Das Lidl- und Aldi-Publikum besteht nun wirklich nicht nur aus diesen Menschen, da gehen doch fast alle hin.

Das mit dem Wochenmarkt sehe ich nicht ganz unkritisch, habe ich doch dort schon beobachte müssen, wie am Gemüsestand die "Paprikaampeln" aufgerissen und die Paprika in die Körbe umgeladen wurden. Vermutlich also die gleiche Einkaufsquelle wie im Lidl nebenan... Man muss also auch auf dem Wochenmarkt sehr genau hinschauen, bei wem man kauft.

Der springende Punkt in diesem Artikel schein mir aber wirklich die Abhängigkeit von Konzernen zu sein, in die wir Konsumenten uns mehr oder weniger freiwillig begeben haben. Am Strom-Markt kann man gerade schön beobachten, dass ein Abstimmen mit den Füssen durchaus möglich zu sein scheint. Wir sollten es also auch am Lebensmittelmarkt mit allen Kräften versuchen. Aber dazu braucht es wohl erst ein richtiges Lebensmittel-Tschernobyl, wenn noch nicht mal ein Gammelfleisch-Skandal nach dem anderen ausreicht. So ne kleine Preiserhöhung wird nicht viel anrichten.

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Ach was, freiwillig in Abhängigkeiten begeben! Wenn hierzulande die Konsumenten in Sachen Fast- und Konwienijenz-Fress seit den späten Sechzigern (ichsachnur: Miracoli! Da hat die Mutter mehr Zeit für Maniküre) nicht massivst gehirngewaschen worden wären, dann könnten sich die Nestles dieser Welt das Milchpulver selbst in ihre Nasen ziehen! Es ist kein Armutsproblem, dass sich ausgerechnet Menschen mit geringstem Einkommen vorwiegend minderwertiges Vorgekochtes reinpfeifen, sondern die Folge des entgrenzten Turbokapitalismusses, dem die Vernichtung von Menschenwürde und -gesundheit bindend eingeschrieben ist. Ja, noch mal zum Mitlesen: Dieses Wirtschaftssystem kann nur existieren, wenn dabei Menschen kaputtgehen.

Es gab hier in Düsseldorf ein tolles Projekt: Kochen für Arme. Ne, nix von wegen Suppenausschank an Berber! Da haben sehr kompetente Ernährungsexpert/innen Leuten mit wenig Asche auf Tasche beigebracht, wie man für weniger Geld als das zu Aldildlpus getragene mit frischer Ware hochwertig kochen kann. Ich erinnere mich, dass (es muss so um 1995 gewesen sein) der Einkaufspreis der Waren pro Mahlzeit für vier Personen grundsätzlich bei weniger als 5 Mark lag.
Man kann das lernen: Klever kaufen, gesund ernähren. Aber da muss man dann den Willigen auch erstmal wieder den ganzen Fuhd-Marketing-Scheiß aussem Hirn waschen.

Und noch etwas zu des Dons Hedonismus: Wiewohl mir als Aufsteiger aussem Prolletajat dessen spezifische Genusswelt, Anti-Kwitäten inklusive, eher fremd ist, respektiere ich den nicht nur, sondern kann ihn auf meinem Niveau nachempfinden: Ich trink ja auch nur das gute Altbier der Hausbrauereien Schumacher, Füchschen und Uerige und nicht die Industrieplöree (z.B. Hannen, Diebels etc), die man außerhalb Düsseldorfs für Altbier hält. Ist auch bisschen teurer, aber auch nicht so doll vile mehr.

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Sach mal wahre Worte !
Genau ! Das System ist schuld ! Nicht die Konfinienze-Shopper !

Nicht Mutti die sich die Nägel macht anstatt vor dem heissen Herd zu sklaven und die Kinderlein zu versorgen, sondern kaltäugige Werber die kuschelig proletarische Hausmütterchen in Shopperinnen, die mit abwesendem Blick ihre Einkaufswägen mit Minderwertigkeiten füllen, verwandelt haben. Sich daran die Taschen füllen und den Cayenne Turbo nach Kampen prügeln um die Kohle in der Sansibar - zwar bekömmlicher aber immer noch entsetzlich menschenfeindlich - auf den Kopf zu hauen.

Völker höret die Signale, auf zum letzten Gericht ...

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Tja, ich kann mir leisten, uncool zu sein und die Folgen des Kapitalismus einfach so darzustellen. Du arme Sau musst dagegen ironisch-cool sein. Auch kein leichtes Leben... Darauf eine Wagner-Pizza.

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sachmal rainer,

!Tja, ich kann mir leisten, uncool zu sein und die Folgen des Kapitalismus einfach so darzustellen."

nämlich so:
"Dieses Wirtschaftssystem kann nur existieren, wenn dabei Menschen kaputtgehen."

das war ja früher gottseidank anders, als noch im märzen der bauer die rösslein anspannte*), und das, was da in neufünfland real existiert und sich selber als sozialismus bezeichnet hat, war ja bekannt für seine gourmetkultur mit weltniveau**).


geniesse den kapitalismus, solange es noch geht, das was danach kommt, wird furchtbar sein.

(ich tippe da auf eine ökodiktatur mit ziemlich rigorosem kosten-nutzen-denken, was soziales angeht, das ganze national-bolschewistisch dekoriert, damit der michel auch ohne erwachsenenspielzeug, flugreisen und billigem sprit und heizöl funktioniert)


*) das mit der idiotie des landlebens war nicht nur so dahergesagt, von marx glaube ich. wers zeitgenössischer als rosegger haben will: oskar maria graf oder fallada könnten hinweise geben.

**) weltniveau hatte die ddr, was die industrialisierung der landwirtschaft auf krudem niveau betrifft. man sprach da nicht von ackerbau und viehzucht, sondern von pflanzen- und tierproduktion. ich bitte darum, mich richtig zu verstehen: der vorwurf richtet sich gegen krude industrialisierung, weil kluge industrialisierung not täte.

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*) nein, nicht nur so daher gesagt:

Manifest der Kommunistischen Partei

"Die Bourgeoisie hat das Land der Herrschaft der Stadt unterworfen. Sie hat enorme Städte geschaffen, sie hat die Zahl der städtischen Bevölkerung gegenüber der ländlichen in hohem Grade vermehrt und so einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen. Wie sie das Land von der Stadt, hat sie die barbarischen und halbbarbarischen Länder von den zivilisierten, die Bauernvölker von den Bourgeoisvölkern, den Orient vom Okzident abhängig gemacht."

Ein einzigartiges Loblied der Bourgeoisie.

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Lebemann,
zu Deiner Belustigung beigetragen zu haben, belustigt mich.

:-)

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Jeden Tag eine gute Tat, halt !

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Ich weiß doch, dass Du im Grunde Deines schwarzen Herzens ein guti guti Gutmensch bist, Herr Lebemann! :-)

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Keine Beleidigungen, bitte ! Hier fliegen die Abmahnungen ja tief.

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Von der Elitesse redet mal wieder keiner.

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Dann darfst Du auch nicht Baden Powell, den Urahn kurzbehoster Omiüberdiestraßeschleifer zitieren, Du Gutmensch. :-)

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Fadfinder.
Klar darf ich, noch ist das hier ein halbwegs freies Land !

Im übrigen rösten die doch auch das pelzige Kleingetier selber und über kleiner Flamme was die vorher aus dem Baum geschüttelt haben, in freier Natur, es sind also im Sinne des Schlumpfens fortschrittliche Menschen

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Ach, tut man das bei Deinem Fähnlein Fieselschweif?

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LEBEMÄNNCHEN
Ich warte noch immer auf Deinen Erfahrunsgbericht als kurzbehoster Boyscout in der Obhut eines ebenso kurzbehosten, möglicherwiese pädophilen englischen Gentleman.... :-)

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könnte es sein, dass es in wirklichkeit um etwas anderes ging, als die nachricht von der teuren milch die runde machte?

"... Die am Montag bekannt gewordene Schieflage der IKB Deutsche Industriebank hätte sowohl weitere Kreditinstitute als auch die Finanzmärkte in Turbulenzen stürzen können, verlautete aus informierten Kreisen.... "

so die süddeutsche

hier: http://www. sueddeutsche.de/,tt4m4/wirtschaft/artikel/249/126056/

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