: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 26. Dezember 2005

KranKrassKristentum

Gerade jetzt, wenn im grossen Dom gegenüber die Fenster fahl erleuchtet sind und der immer gleiche Singsang ertönt, aus Kehlen in Septen disharminisch der Glaube quillt und das alles so leicht, so unbewiesen, so überzeugt, wie nur Psychopathen überzeugt sein können, daherkommt - in dieser Stunde fragt man sich als höflicher Aussenseiter, der mutmasslich mehr über ihren Glauben und seine Strukturen weiss als sie selbst, warum sie das, wenn sie es schon nicht wissen, überhaupt glauben. Von wegen der Hoffmung, dass am Ende Chancengleichheit herrscht. Das ist namlich nur die Version fürs dumme Volk, gewissermassen die BILD-Version des Glaubens. Das Management geht dagegen davon aus, dass sich die finale Buchprüfung erheblich beeinflussen lässt, sei es vom Betmarketing oder auch von tollen Präsis in repräsentativem Ambiente und einzigartiger Architektur.



Mortuarium heisst so eine Einrichtung, wo nicht jedermann begraben werden kann. Das bleibt denen vorbehalten, die die entsprechende Macht hatten. Wer im Mortuarium seine Marmortafel hatte, konnte damit rechnen, dass auch 1000 Jahre später noch Pilger an ihn dachten. Wer in Stein schreibt, der bleibt. Hübsch in der Nähe des Chores, wo die Aura des sog. Allerheiligsten ohnehin tschernobylmässig reinzieht. So läuft´s Business auf der Entscheiderebene, nix von wegen gleiche Behandlung für alle. Abgesegnet bis heute durch den Codex Iuris Canonici, den jeder eigentlich mal lesen sollte, bevor er sich für so einen Geschäftspartner entscheidet - der CIC ist das Kleingedruckte. Das Mortuarium ist dagegen die "Manager der Dekade"-Galerie im Vorstandszimmer des Unternehmens und gleichzeitig so eine Art "Über uns"-Seite der Vorständler, die alle treuherzig und überzeugend dreinschauen für die Idioten, die in diesem Neppladen ausgenommen werden.

Wie eine Weihnachtsgans, um es mal so zu sagen.

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Real Life 24.12.05 - Blattgold

Wie findest du das, fragt sie, stellt sich ganz gerade hin und dreht sich dann einmal in das rechte, dann in das linke Profil, kneift den Hintern zusammen und stellt sich dann auf die nackten Zehenspitzen, um Pumps zu simulieren.

Darf ich ehrlich sein, fragst du, noch versonnen auf die kleinen, runden, sicher nicht unempfindlichen Zehen blickend, und sie blickt dich einen Moment getroffen und verletzt an, bevor sie dir ein garstiges Nein entgegenschleudert. Andererseits, es war ihre Idee, dich rauszuklingeln und zum Einkaufen mitzuschleifen, für den Empfang am Abend, zu dem du auch eingeladen bist und den du wegen anderer Verpflichtungen hast sausen lassen, schliesslich sind all die alten Freunde da und du hörst es natürlich gerne, wenn sie aus ihren Scheissehen erzählen. Einer von denen ist beim vorweihnachtlichen Herrenabend letzte Woche bis um 3 statt wie versprochen bis um 1 Uhr geblieben und dafür prompt vor die Tür gesetzt worden. Wohnt momentan bei seinen Eltern. Will vielleicht was mieten, wenn es so bleibt. Solche Geschichten halt. Ist immer sehr lustig am 24., wenn man von den eigenen amourösen Verwicklungen bedeutungsvoll lächelnd schweigen kann und den ein oder anderen im frühen Morgenlicht zur Ausüchterung im offenen Roadster nach Hause fährt. Da kann man schon mal so einen Empfang ausfallen lassen, bei dem man drei Stunden in einer Halle steht und seinen Lebenslauf frisiert. Selbst, wenn Iris an deiner Seite wäre und etwas anderes anhätte als dieses mittellange, hellblaue Pailettenkleid.

Der Ausschnitt ist spektakulär, beginnst du das Krisenmanagement, vorne wie hinten. Nur die Farbe, nimm´s mir nicht übel, die bringt deinen eher dunklen Typ nicht so richtig zur Geltung. Es ist eher was für fade Blondinen.

Idiot, sagt sie, dreht sich um, und bis sie den Kabinenvorhang zuzieht, kannst du nur Sekunden den Leberfleck unter dem linken Schulterblatt bewundern. Dann ist sie weg, und du bist wieder allein mit der Verkäuferin dieser Boutique in der besten Gasse der kleinen Stadt und zwei anderen Kundinnen, die dich nicht gerade freundlich anschauen. Sie sind fade Blondinen.

Nach einer Weile ist Iris wieder da, und in gleichen Moment wallt dann eine Pelznutte zur Tür herein. Die Pelznutten waren hier in der Provinz nie ganz augestorben, seit Jahren halten sich diverse Verbrecherläden, lange Zeit war es aber ein Zeichen für Zerfall und Alter. Inzwischen ist es wieder im Kommen. Diese Pelznutte nun trägt eine hellbeige Hose am etwas unförmigen Unterleib, und Gucci-Turnschuhe. Oben drüber trägt die Pelznutte die Fresse von Frau G., und nein, es ist kein Waldschrat, der Frau G. den Kopf abgerissen und die Kleiderschrank einer Pelznutte geplündert hat, es ist Frau G. persönlich, die schlimmste Tratschn des gesamten Ärzteviertels und blondentgrautes Altlobbyluder des örtlichen 18-Loch-Golfplatzes, 9 Löcher im Rasen und 3 Dreilochpelzhuren im Clubhaus, macht 18, stimmt. Wo die Frau G. ist, willst du nicht sein, und Iris auch nicht. Fluchtartig verlasst ihr den Laden.

Gehen wir doch, schlägst du vor, da rüber, auf die andere Strassenseite, da ist doch jetzt B., die einzige Designerin des Ortes, und die macht wirklich schöne Kleider. Die Gasse ist schmal und kurz, hier sind die besseren Geschäfte aufgereiht, es sind nur ein paar Meter zum Schaufenster, wo eine wohltuende Leere herrscht und keine Goldarmbänder mit fetten Strasselephanten, wie gegenüber bei J., als letzter Schrei offeriert werden.



Schön, sagst du andächtig vor dem knallengen, bodenlangen Gold und stellst dir vor, wie sie damit grazil in der Halle auf und ab gleitet, den Champagnerkelch in der Hand und all die Bösartigkeiten im Kopf, die nie publik werden, weil sie sich besser im Griff hat als du, wehalb sie auch besser angekommen ist in dieser Gesellschaft, bis sie sich selbst rauskatapultiert hat aus der Gemeinschaft der zu besseren Gattinnen gewordenene besseren Töchtern besserer Familien.

Das gefällt mir gar nicht, sagt sie, und du argumentierst dagegen, du erzählst vom Schimmern ihrer Haut, das ganz wunderbar zum Funkeln passen würde, von ihrer eleganten Figur, die darin perfekt zur Geltung kommen würde, dass alle anderen sicher nur unauffälligen Plunder haben würden und sie das Kleid auch zu Sylvester tragen könnte.

Hör auf, sagt sie, ich mag kein Gold mehr sehen. Hatte ich heute schon. Weil - und dann erzählt sie, dass der Ex gestern bei ihrer Mutter war, als er wusste, dass sie nicht da sein würde. Hat sich also eingeschleimt und sie vollgesülzt, dass er ihr immer noch vergeben würde, wenn sie es sich anders überlegen wollte. Und hat mit Geschenken geprotzt wie einer Vertriebler, der die Chefsekretärin ficken will - extra nach München gefahren, extra in diesen Laden am Viktualienmarkt gegangen, und dort dann Pralinen gekauft. Handgeferigte Schmetterlinge, mit Blattgold zum Schimmern gebracht. Und damit das auch jeder beim Draufbeissen weiss, war auch noch ein Zettel beigefügt mit dem Hinweis, dass das Verzehr von 24k-Blattgold keinesfalls unschädlich, sondern im Gegenteil in vielen Kulturen Ausdruck höchsten Luxus ist. Und deshalb mag sie heute kein Gold mehr sehen.

Schleimbatzen, fügst du hinzu, und sie berichtet von ihren Racheplänen. Denn natürlich muss sie gegenschenken, und in ihrem Auto ist schon der silberne Monster-Hirsch, und den lässt sie der Schwiegermutter jetzt doch zukommen. Gerecht, oder? Gerecht, aber kein Grund, dem Kleid gegenüber so ungerecht zu sein.

Also geht sie doch mal rein. Und probiert es. Nä, zu lang. Es ist aber auch nochmal in kürzer da, mit grösseren Ausschnitten. Schon besser. Passt auch genau zur Hautfarbe. Und zum Typ sowieso. Heuchelst du, immer in der Hoffnung, deine byzantnisch-dekandenten Träume irgendwann an ihr ausleben zu können. Sie nimmt es - und verabschiedet sich dann von dir, sie muss schnell heim, bis irgendwann, tschüss, und entwindet sich leichtfüssig deinen Armen, der du noch den warmen Geruch ihres Halses in der Nase hast.

Du gehst wieder nach Hause, vorbei am ersten Hotel der Stadt, und im Restaurant siehst du ihren Ex sitzen, in einem leicht angetrachtelten Anzug. Er sieht dich nicht, er ist leicht über den Tisch gebeugt und hat nur Augen für die ihm gegenüber sitzende blonde Frau. Auf dem Tisch, zwischen ihnen, steht ein Tütchen, in dem es gülden funkelt.

Ah ja.

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Sonntag, 25. Dezember 2005

Asiapacific

Wenn man nicht zur Mehrheit gehört und bei all den katholisch-christlichen italienischen, französischen und spanischen Restaurants sowie ihren muslimischen Me2Christmas-Unterstützern vor verschlossenen Türen steht - die Übernahme des Fests ohne weitere Probleme ist wahrhaftig ein Problem der Integration - bleibt nur der Weg zu denen, für die das Ritual noch eine Ecke stranger ist.



(Symbolbild) Es sieht so aus, als würde in der Provinz an diesen Tagen der gesamte christlich-muslimische Kulturkreis kollektiv streiken.

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iDemokratie-Blogspam: Update.

Es hätte so schön werden können. Ein paar Mails an A-Lister gespamt, die promoten dann die Idee eines Flashmobs, der der Pressetante des Debakel-Merkels dann seine Weihnachtswünsche im Real Life am Kanzleramt übergebt - mit Kerzen "in weihnachtlicher Atmosphäre ". Das ganze unter dem Motto "Blogger organisieren Flashmob vor dem Kanzleramt", was natürlich eine faustdicke Lüge ist, denn organisiert hat die oben erwähnte Agentur - nur sähe ein Erfolg dann so schön nach im Netz zusammengekratzter Bürderbeteiligung aus. Das Ergebnis dagegen ist eher mager. Neben der Kritik in Blogs am Vorgehen von iDemokratie gibt es bei Flashmob24 diese im Kommentar vesteckte Erklärung:

"Der geplante Flashmob hat nicht stattgefunden. Es waren wohl zu viele Leute noch damit beschäftigt, die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen."

Poor losers. Aber die Ausreden klappen schon wie bei einem korrupten Abgeordneten.

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Blog-Jahresbilanz Teil 1

Ein Trauerspiel - Literaten und Blogs, zu lesen an der Blogbar.

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Samstag, 24. Dezember 2005

Stadtflucht

Man muss nicht sagen, "driving home for christmas". Man könnte es auch als ritualisierte Stadtflucht auffassen. Und nur halb so unbeliebt, wie das in den Szenekneipen immer vorgetragen wird, mit all den Seufzern und den bösen Geschichten von den Altvorderen. Zumindest mal wieder jeden tag 2 warme Mahlzeiten. Das ist schon was, wenn man sonst als Praktikant in der Tanke nebenan die Powerriegel holt, Hauptsache Kalorien und ein kleiner Zuckerschock. Für 3, 4 Tage so leben, wie man das früher tat. Und den Moloch hinter sich lassen.



Mit dem Alter bleiben viele länger daheim, streifen durch die Zimmer der elterlichen Hauses und denken darüber nach, was sie mal damit machen sollen, wenn die Eltern in die Seniorenresidenz oder die frisch gekaufte Stadtwohnung wechseln. Und sie ertappen sich beim Lesen von Stellenanzeigen in der Provinz, nur mal so, interessehalber. Gehen durch die Gassen und entdecken Cafes, die es auch mit den Grossstädten aufnehmen können. Es liesse sich hier schon aushalten.

Und das ist dann der Moment, wo man ganz schnell zurück sollte in die Metropolen, denn sonst erwischt es einen auch noch mit der Sesshaftigkeit, den Umbauplänen und der Überlegung, dass man mit dem Internet ja praktisch überall arbeiten könnte. Die Befreiung des Wegziehens ist ein Big Bang, dass keiner glauben möchte, die dünnen Drahtseile könnten es überstanden haben und einen, noch jahrzehnte später langsam in Richtung der sauber geschnittenen Hecken und der holzgetäfelten Decken ziehen.

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Samstag, 24. Dezember 2005

Liberal, Illegal, Scheissegal

Sieh an, Walter Döring (FDP) macht in FDP-Tradition den Lambsdorff: Die anarchokapitalistische Flowtex-Affaire hat ihm jetzt 9 Monate auf Bewährung eingebracht. Das kommt davon, wenn man sich von den falschen Leuten nicht ganz kostenlose Studien anfertigen lässt und die Sache dann auch noch vor einem Untersuchungsausschuss etwas komisch darstellt.

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Europa liebt das Merkel

Ach je, wie waren die Medien begeistert von der Art, mit der die uckermärkische Bundeskanzlerersatzschauspielerin den EU-Kompromiss hingekriegt hat. Erinnert sich jemand noch an das freudige Gekreische des SPON, als hätte es eine Runde VW-Gebauer-Incentives für die neoliberalen Schmierenleistungen des Berliner Büros gegeben? Und die euphorische Presseschau, die in Wirklichkeit nur eine aufgesexte Agenturenarbeit war?

Kein Wunder, wenn gerade die Zahlungsverweigerer auf der Insel und die Subventionsschlucker in Spanien begeistert sind - von einem Kompromiss, der dem Heimatland der Macherin mal eben 2 Milliarden mehr kostet. Thatcherismus gibt es wohl nur für die Heimatfront. Angeblich soll da ja was davon zurückkommen - sprich, diese Person da glaubt, dass die Förderung aus Brüssel nach all dem Gremiengewurschtel, den Lobbygeschleime, der Verwaltung und der erprobten Antragskriminalität genauso effektiv wäre als das, was in Deutschland mit dem Geld geschehen würde.

Noch mehr so Glanzleistungen von der nach vorne geschwemmten 3. Klasse, und man wird auch noch Neoconnards kotzen sehen.

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Rebellen ohne Markt in den nächsten Wochen

Nun beginnt sie also wieder, die Zeit, wo die meisten heim fahren und ziemlich vil um die Ohren haben. So viel, dass zwischen den fünf Gängen und dem Punsch und der Knallerei und dem Wegräumen des Mülls und dem Skiurlaub (zumindest ist das bei uns in der Region so) für das Internet wenig Zeit bleibt. Weshalb die Userzahlen auch auf diesem Blog mal wieder historische Tiefststände erreichen werden. Ich werde also ziemlich allein beim kargen Frühstück sitzen und recht einsam in den Monitor schauen



(wenn ich grad nicht an Weihnachten eine alte Bekannte frustvögle oder noch noch schnell in Urlaub sportewagenfahre oder Skilaufen gehe oder viele Bücher lese oder für meine kleine Schwester was erledigen muss oder...)

Wie auch immer: nachdem ich nicht dem ethnisch-religiösen Kulturkreis angehöre, der Weihnachten feiert, sondern nur 8 Tage Kerzen anzünden und täglich viel Essen, wird es hier natürlich wie gewohnt weiter gehen. Reinschauen lohnt sich, zumal es am Ende des Jahres ein paar Ankündigungen geben wird - Mitte Januar bin ich nämlich auf kleiner Tournee, und es wird öffentliche Auftritte geben - "Don live und in voller Breite".

Bis dahin denen, die was besseres zu tun haben, weil es ja nur Internet ist, eine schöne Zeit, guten Rutsch und so weiter. Man liest sich.

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Donnerstag, 22. Dezember 2005

In nova fert animus mutatas dicere formas corpora

Wer bis vorgestern die Erhardstrasse in München am Deutschen Museum vorbei nach Süden fuhr, hat in den letzten Monaten am Strassenrand vielleicht einen stählernen Müllhaufen gesehen, der durchaus was für den Dirt Picture Contest gewesen wäre. Im Schnee steckte, bis zum Dach mit schwarzbraunen Matsch des vorbeidonnernden Verkehrs eingesaut, ein Auto, das früher mal silber gewesen sein muss. Es war unförmig, zerkratzt und verbeult, was nicht am Design lag - das hatte vor 10 Jahren wahre Wunder geschaffen - sondern am rüden Umgang der Münchner beim Einparken mit dem roAuto ihres Nächsten. In die Tür war mal einer geknallt, der bei einem illegalen Rennen ins Schleudern kam - und der bei dieser Gelegenheit bewies, dass Mazdas noch mieser gebaut sind als ein Fiat Sportwagen. Jenun, aber auch Fiat hat geschludert in den ersten Serien der Barchetta, und so hatte der im Besitz von Don Alphonsos kleiner Schwester befindliche Müllhaufen in meinem Clan den Ehrennamen "die schnelle dreckige Beulenpest".



Seit gestern gehört es mir. Wage es keiner, meinen süssen kleinen Renner jemals als Beulenpest oder dergleichen zu bezeichnen. Das Auto ist ein Stück rollende Automobil und Familiengeschichte, es fuhr schon über die Maximilianstrasse, als offizielle Händler noch nicht mehr davon hatten als die Prospekte - irgendwie schaffte es mein Clan damals, über gewisse Quellen ein Exemplar zu bekommen, bevor es hier erhältlich war. Das etwas seltsame Gefühl, als Äusserlichkeiten nicht besonders zugetaner Mensch die alten Automobile der kleinen Schwester aufzutragen, verflüchtigt sich, wenn 130 PS gerade mal 1060 Kilo beschleunigen.

1943 stellte die US-Navy ein Flugzeug namens Vought F4U Corsair in Dienst. Das hatte in den Flügelstutzen zwei Kühler sitzen, und der charakteristische Lärm, den diese Löcher verursachten, sorgte für den Spitznamen "Whisteling Death". Nun, das Auto hat so seine Löcher im Grenzbereich zwischen Windschutzscheibe, Verdeck und Seitenfenster, und das klingt ab 140 Sachen auch so. Nennen wir es also "Don Alphonso´s Whisteling Death". Was jetzt neben einem kundigen Spengler noch fehlt, ist der passende Schriftzug und das Pinup-Girl.

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Ackermann mon amour

Ach je, jetzt geht auch der zweite grosse Immobilienfond der Deutschen Bank Richtung Krise. Um Bankchef Ackermann wird es noch ein Stück dunkler. Vermutlich wartet man nur noch bis zur Weihnachtszeit, wenn die Aufgeregtheit im Feiertagstrubel untergeht, um ihn mit dem goldenen Handschlag zu verabschieden - und, eingedenk des Mannesmann-Prozesses, diesen Handschlag shareholderfreundlich zu gestalten. Natürlich hat Ackermann diverse Fehler gemacht, aber letztlich wird er wegen seiner harten Haltung bei der Schliessung des Grundinvest-Fonds gegangen. Da war er ehrlich, da hat er sich gegen die Lügen des Finanzplatzes gestellt, da hat er den Anlegern gezeigt, wo in der Globalisierung der Hammer hängt: An der Stelle, wo er sie immer, jederzeit erwischen kann.

Denn im Kern leiden die Immobilienfonds im Stil von Grundinvest in Deutschland an einem Kontruktionsfehler: Es sind langfristige Anlagen mit kurzfristigen Investments. Jeder kann nach Belieben rein oder raus. Die Banken haben dieses Problem dadurch behoben, dass sie mit Zuzahlungen die Illusion schufen, alles sei und bliebe langfristig sicher, die Fonds würden ihr Geld bringen und die Papiere seien der sichere Hafen im Geschnattersturm der Weltwirtschaft. Weshalb solche Papiere vor allem von Leuten gekauft wurden, die in ihrem Depot ein paar Assets ohne Risiko liegen haben wollten, neben all den Heuschreckenpapieren und den fast wertlosen Resten der New Economy. Der Immofond ist da der Fels in der Brandung, der Garant für das gute Gefühl, wenn die Jahresaufstellung kommt.

Aber genau das kann man in einer Welt vergessen, in der Investmentbanken, Hedgefonds und andere Profitmaximierer den Ton angeben. Rekordgewinne gehören ebenso zum guten Ton wie harte Schnitte und schnelle Kurswechsel - die Deutsche Bank hat das in den letzten Jahren vorgemacht. Immo-Fonds mit ihren Büroparks und Gewerbecentern dagegen leben nun mal davon, dass Unternehmen langfristige Standortentscheidungen treffen und auf nachhaltige Personalstrategien setzen. Man kann nicht 20% Rendite durch Personalabbau und gleichzeitig Wertstabilität durch entsprechend leere Gewerbeimmobilien bekommen. Auf diesen unüberwindlichen Gegensatz, auf diese Wahrheit hat Ackermann letztlich hingewiesen.



Natürlich wird jetzt gejammert, dass das alles nur inszeniert war, um die Verluste bei den Anlegern zu belassen und selbst mit dem Verkauf der Gebäude und einem von der Deutschen Bank betreuten Börsengang des Käufers grosse Gewinne einzustreichen. Auch hier ist Ackermann nur konsequent: Wenn Immobilien durch die Bocksprünge der ständig neue Strategien entwickelnden Wirtschaft keine sicheren Mieter haben, dann muss man diese Immobilien auch der Logik der Märkte unterwerfen. Es ist nicht weniger als sinnvoll, es ist nicht weniger als gerecht, gerade gegenüber Anlegern, die jenseits ihrer eigenen Vollkaskomentalität durch Fonds bei jeder Entlassungsrunde mit Kurssprüngen belohnt werden und selbst jeden Vorteil nutzen, den sie in dieser "Geiz-ist-geil"-Epoche zusammenraffen können.

Es wäre an der Stelle eigentlich angebracht, Ackermann zu danken für seine offene, ehrliche Haltung. Ackermann hat uns die Augen für die Realität und die Zusammenhänge geöffnet. Jetzt könnten wir das in dieser Gesellschaft zum Anlass nehmen und nachdenken, welche Ziele wirtschaftlich überhaupt vernünftig sind, was erreichbar ist und welche Turbulenzen man durch nachhaltige Planung, kluge Strategien und durch kurzfristige Aktionen wie dem Verbot von Beratungsunternehmen über 40 Mitarbeiteren, internationalen Law Firms und Neocon-Lobbies, sowie der Unterstrafestellung der Förderung von Ungezieferfonds erreichen könnte. Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen, zurück zum rheinischen Kapitalismus und seinen sicheren Anlagen oder voran in den internationalen Terror der Ökonomie ohne Verantwortung.

Natürlich jammern die Neoliberalen, das ginge doch gar nicht, die Globalisierung schreite unaufhaltsam voran. Aktuell bekommen sie aber mit Volkswagen und dem Einstig von Porsche ein Beispiel geliefert, das als vorbildliches Verhalten der alten Deutschland AG gelten kann - es hat beiden Partnern, den Beschäftigten und somit uns allen genutzt. Damals ging noch ein Aufschrei durch die Gazetten von FTD bis SPON, so könne man das nicht machen. Ackermann liefert das ab, was die logische Konsequenz dieser Forderungen ist - und wird dafür von den Deppen der Medien ebenfalls abgestraft. Deshalb, falls es doch noch diese nötige Debatte um das Verhalten der Witschaft in diesem Land gibt, sollten wir auch gleich noch eine andere Forderung festhalten: Abschaffung der korrupten Wirtschaftsjohurnaille. Eventuell kan man für diese Leute ja eine Zeche im Ruhrgebiet wieder eröffnen.

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Donnerstag, 22. Dezember 2005

He, Ihr gekofelten Premiere-Aktionäre

Ich habe es Euch doch gesagt - lasst die Finger davon. Wenn ein Vorstand Witzchen über die Risiken seiner zu verkaufenden Aktion macht, wie das der Kofler beim IPO getan hat: "Ganz risikofrei ist das Leben nicht" - dann sollte man die Finger davon lassen.

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Damals, in Berlin, im American Business Center

2004, im Sommer, rief mich einer der Münchner Haifische an und fragte, ob ich mich mal schlau machen könnte, zu welchen Konditionen man denn momentan an einer der ersten Adressen des Slums Berlin mieten könne. Nicht dass er wollte, nur so zum Preisabgleich und realitischen Einschätzung der Situation. Adresse: Friedrichstrasse 200. Name: American Business Center. Ich rief an, vernahm die ziemlich exorbitanten Preise einerseits und den Hinweis, dass das natürlich nur VB ist, obwohl es ja eine absolute Toplage sei, die Architektur, der Ruf, und überhaupt die Nähe zum Q205, also, wenn ich wollte, dann könnte man sofort und je nach Grössenwusch sehr flexibel was anschauen. Aus der Stimme der mich beratenden Dame klang eine gewisse Mischung aus Frustration und Druck raus, wie man es von Startuppern kennt, die die Milestones der VC zur nächsten Finanzierungsrunde auf keinen Fall mehr schaffen.

Dass ich heute darüber schreibe, hat einen verdammt guten Grund - der das Gebäude finanzierende Fond hat einen Insolvenzantrag gestellt. Bitter für die Anleger, die 99.889.000 Euro aufgebracht haben, dazu kamen noch üppige 51.129.188 Euro Kredite, in der Zeit nach der Wende und vor dem Crash der New Economy. Ich glaube, so manchem Münchner Notar und einigen Starnberger Zahnärzten ist seit gestern der Hunger etwas vergangen, schliesslich stieg man bei diesen Fonds nicht gerade mit 10 Euro monatlich ein. Was wohl so ein riesiger, weitgehend leer stehender Klotz in Bestlage einer der miesesten Städte und weiteren Zilliarden leer stehender Quadratmeter im Umkreis nach 8 Jahren noch wert sein mag?

Die dahinter stehende IC Group aus Unterschleissheim hatte 2003 übrigens auch noch den Immobilienbereich der 2001 insolventen Schmidt Bank übernommen und ist wortwörtlich milliardenschwer - rund 3.200.000.000 Euro allein in Immobilien. Wie: Büropark Leipzig Nordost,
Büropark Teltow, Rabensteincenter und Kaßberg-Karreé Chemnitz (Alles Karreé und Quartier und Center, da drüben), und noch viele weitere Grossvolumina an Vermögen und Quadratmeter im Osten der Republik.

Hübsch. 120 Punkte, bitte, and maybe more 2 come.

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Munich Area Dialog am SLK

Don Alphonso (DA): Sag mal, bist Du gestern Nacht gefahren?
Don Alphonsos kleine Schwester (DAKS): (vorsichtig) Wieso?
DA : Na da vorne, da sitzt das Auto auf dem Bürgersteig mit dem Spoiler auf.
DAKS: (ihre notorische Kurzsichtigkeit mit zusammengekniffenen Augen kaschierend): Ach wo. Ich seh nix. Ich bin gestern nur ein wenig vor und zurück gefahren.
DA: Doch. Eindeutig. Schau genau hin. (Legt die Hand an die Stelle, wo der Spoiler aufsitzt) Genau hier sitzt er auf.
DAKS: Ach was. (Setzt sich and Steuer, lässt an und fährt etwas zurück)
SLK von DAKS: BRUMM BRUMM
Spoiler am SLK von DAKS: KniiaaaaARCHHHHHHkrchs.
DA: Gehört?
DAKS: (aus dem Auto springend) Ach nein. (verzweifelt) Heisst das, dass ich mit diesem Auto gar nicht zum Parken auf den Bürgersteig komme? Das ist ja furchtbar!

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Die wilden Jahre sind vorbei

Früher, wenn der Oberlandler sein Geld in den den Viktualienmarkt umgebenden Boazn versoffen hatte und vielleicht noch am Hauptbahnhof eine der dortigen Dirnen in Anspruch genommen hatte, gingen mitunter seine flüssigen Mittel zur Neige. Ohne Kreditkarte und Handy war man damals ziemlich aufgeschmissen. Da blieb, zumindest bis zum Beginn der 80er Jahre, nur eines: Ab in den Radlsteg, gleich hinter dem Viktualienmarkt, und die Uhr oder sonstige Wertgegenstände, die bei Oberländlern bin heute Teil der Tracht sind, versilbern. Im Radlsteg klebte ein Gebrauchtjuwelier am anderen, immer wieder durchbrochen von Antiquitätenhändlern. Der Radlsteg war das unaufgeräumte Schatzkästchen der Stadt, und es war immer ein genuss, spät Nachts durch die Schaufenster auf die Massen an Repräsentationsgüter zu schauen, von der Patek bis zum Reservistenkrug, vom Prunkspiegel bis zu einer Schar kleiner Putti. Den Besitz der Oberländer kauften dann oft die Touristen aus Amerika und Japan.



In den letzten Jahren sind hier die letzten Boazn verschwunden, und der Touristenstrom treibt die Mietpreise hoch. Und so kommt es, dass in dieser Gasse ein Schmuckhändler nach dem anderen aufgegeben hat, die Antiquitätenläden wurden geschlossen, und in den Lücken machte sich orientalischer Kitsch, teure Kleidung und sonstiges Allerweltsniveau breit. Gegen deren hell erleuchtete Schaufenster wirken die alten, verbliebenen Läden etwas schäbig, und nur wenig erschliesst sich dem heutigen Fremden von der funklnden Pracht, die einst hier wohnte.

München hat sich on den letzten beiden Jahren nur dort kaum geändert, wo es schon früher unerträglich war.

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Dienstag, 20. Dezember 2005

Real Life 20.12.05 - China Shopping

Die Bahn ist nicht dein Ding. Eigentlich bist du Anhänger des Individualverkehrs, sei es mit dem Rad oder zu Fuss oder. mit dem Auto, wenn es Strecke und Wetter erfordern. Es gab auch mal eine Bahnphase in deinem Leben. Ganz kurz sogar eine ÖPNV-Phase. Aber das ist lang her. Der schlechte Geruch aus der Heizung, das mitunter wenig gepflegte menschliche Umfeld, sein bedingt soziales Verhalten, all das hat dir den Schienenverkehr verleidet. Im Sommer bist du die 80 Kilometer von München heim in die Provinz oft mit dem Rennrad gefahren, selbst bei Gewitter war das angenehmer als die Züge durch die finstere bayrische Provinz.

Aber diesmal gibt es aus diversen Gründen keine Alternative. Es ist mal wieder was schief gelaufen, die Barchetta, die zum Transfer anstand, hatte keinen Saft mehr in der Batterie, nach drei Monaten Rumstehen am Strassenrand. Du weisst, was dich da drin im Zug erwartet, und deshalb nimmst du neben der blutrünstigen Lektüre des Mönchs von M. G. Lewis - sehr empfehlenswert übrigens, ein Abt in Spanien schändet Jungfrauen mit Teufelshilfe, aber einer, der sich Alphonso nennt, entreisst ihm seine Liebste und trägt zu seinem Untergang bei - auch noch etwas drogen Seelentranquilizer in Form der aktuellen World of Interiors mit, in der Hoffnung, über Stuck, Silber und Damast die Niederungen des Daseins zu überstehen.



Du nimmst Platz und achtest nicht auf das, was um dich herum geschieht. Es ist nicht viel los, in diesem Zug nach Norden. Es dauert, bis draussen die Masten und die flachen, hässlichen Industriebauten des Stadtrandes vorbeifliegen, aber dann nimmt das Unheil von hinten kommend seinen Lauf. Zuerst hörst du sie, dann riechst du sie, es ist diese Mischung aus Kälte, fettem, alten Fleisch, dem impertinenten Parfum der Frauen und Sauerkraut. Über dessen Qualität sie sich, nachdem sie gerade vom Essen kamen, lautstark unterhalten. Sie, das sind fünf unterschiedliche Stimmen, drei Männer und zwei Frauen. Du drehst dich um und siehst nur einen, der schon sitzt, der auch ein Penner sein könnte in seinen abgelatschten, billigen Schuhen mit Gummisohlen, den unter die Fesseln gerutschten Socken, der vergammelten Hose, über der ein Bauch quillt und ein topfförmiger Schädel ohne erkennbaren Halsanschluss sitzt, bekrönt von einer Baseballkappe. Aber hier ist tiefstes Bayern, das hier ist der Speckgürtelexpress, das alles muss noch gar nichts heissen.

Noch hast du dich nicht zur World of Interior zurückgedreht, da sagt er auch schon was von wegen, was für Essen es bei ihm im Ministerium so gäbe. In den nächsten Minuten wird dir aus 5 Meter Entfernung die Faktenlage zugebrüllt, so laut, dass du dich dem nicht verschliessen kannst; der Penner ist ein hohes Tier in einem Ministerium, Verwaltungsbeamter nicht weit unter einem Minister, und er redet, redet, redet, lacht über seine eigenen Witze. Die anderen sind seine Bekannten, und die waren heute einkaufen. Ohne ihn, was jetzt zur Folge hat, dass sie ihm die Beutestücke vorführen.

Wos isn des, tönt er von hinten. Dann liest er vor: Nasi Goreng. Haha, des kennt a glei Nazi Goreng hoassn. Allgemeine, ungetrübte Heiterkeit. Oda Nasen Spray, und erneut wiehert die Runde, quiekend eine Frau, schallend die Männer. Die Käuferin meint, das sie mitsamt dem anderen Asienzeug für Irmtraut, die sei jetzt doch so im Colonial Style eingerichtet, ned woa, und die wolle so Chinesnkrampf, und da sei die Packerlsuppn doch recht praktisch. Es folgt ein heiterer Austausch über den Mann der Irmtraut, der, so der wortführende Penner, Nichts habe, was bedeuten müsse, dass seine Frau was taugt. Erneute Heiterkeit.

Sie machen auch nicht mehr die alten rassistischen, misogynen Faschodrecksäcke as they used to, die hier sind Anfang 60 und auf ihre Art die schwarze Seite der68er, die sind damals geprägt worden und können heute noch über Zoten lachen, alles geht, alles zusammengemischt und es passt doch in die politische Landschaft des Freistaates. Die nächsten Kilomter klammerst du dich verzweifelt an die World und du hast Glück, schon bei der ersten Haltestelle, einem toskanahauspestverseuchten Ex-KZ-Ort, packen sie zusammen und verlassen den Zug, wo sie dann schon mal anfangen, das Weihnachtsfest vorzubereiten. Aber nicht, ohne am Fenster vorbeizulaufen und dir nochmal vorzuführen, warum du nicht ewig hier bleiben kannst, ohne vor die Hunde zu gehen. Dann fährt der Zug an, und du siehst ein letztes Mal in das leutseelig grinsende Gesicht des hohen Beamten.

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Die Preisträger werden gebeten

ihre kompletten Anschriften an mich, donalphonso | ät | gmail dot com zu schicken - sonst kann ich die Preise nicht losschicken.

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Dienstag, 20. Dezember 2005

Every Picture tells a Story

Eine Geschichte von Luxus, silbergrauen Ledersesseln, Schostakovitsch mit 400 Watt so laut, dass die 272 Ps und der Kompressor nur durchdringen, wenn man den Motor auf 6000 Umdrehungen hochjagt, und dann über die Geislinger Steige mit abgeregelten 250 Sachen klaustrophobisch eng an den Lasterkolonnen vobei in die Munich Area.



Nur stimmt das nicht ganz. Der Tag in Telefonaten.

7 Uhr. Don Alphonsos kleine Schwester (DAKS): Guten Morgen, aufstehen, die Unterlagen hast Du ja alle, einfach nur zum Amt in Sendling fahren und die Zulassung holen.
Don Alphonso: Ja. Aber ich verstehe wirklich nicht, wieso Du das nicht selber machst.
DAKS (geht erst gar nicht darauf ein): Es wäre schön, wenn es bis heute Nachmittag da wäre, meinst Du schaffst es?
DA: Jaja.

9 Uhr DA (über Handy): Du (Zensiert). Ich hetze mich ab, fahre durch die halbe Stadt, und dieses verdammte Zulassungsdingens ist in der anderen Ecke der Stadt, nur weil Du zu (zensiert) zum Lesen bist.
DAKS: Oh. Das muss da aber sein.
DA (brüllend, dass es die Frau am Empfang mithören kann, die es bestätigt hat): Nein, das ist die zentrale Auskunft, aber nicht die Zulassungsstelle!
DAKS: Oh. Schade. Dann musst Du wohl noch da hin.

10.30 Uhr DA (Über Handy brüllend): Du (zensiert), (zensiert) (Zensiert)! Ich brauche Deinen (zensiert) Pass für die Vollmacht!
DAKS: Oh. Das stand aber nicht im Internet.
DA: DOCH! Es steht im Internet, man hat es mir gerade gezeigt!
DAKS: Dann komm halt her und hol Dir den Pass.
DA: NEIN! Wenn ich das mache, ist hier schon zu. Du faxt ihn jetzt an folgende Nummer.
DAKS: Oh. Ich hab aber gerade nicht so die Zeit.
DA: (viel zensiertes) also schick ihn jetzt her!
DAKS: Jaja, schon gut. Schrei nicht so. ist ja nicht meine Schuld, wenn die das nicht deutlich im Internet schreiben.

Weshalb ich dann 2 Stunden später in Stuttgart war. Da hatte es gerade zu Schneien begonnen. Und Mercedes liefert die brutalsten Überholspurler nur mit Sommerreifen aus. 245er. Was bei 272 PS beim Schneesturm und spiegelglatter Fahrbahn, 2 Spuren und massenhaft rutschenden LKWs kein Spass ist und 4 Stunden auf 200 Kilometer dauert. Unter solchen Gegebenheiten drehen Reifen auch bei Tempo 100 im 5. Gang durch. Man sollte es nicht glauben, aber es geht. Glücklicherweise habe ich früher einige Sommer lang beruflich Audi Quattros über Autobahnen geprügelt. A propos prügeln:

16.30 Uhr DAKS (am Handy, während draussen alles im Schnee versinkt): Wo bleibst Du eigentlich? Ich will mein Auto endlich probefahren.
DA: (bitte sich die Reaktion selbst ausmalen).

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So mag er fallen

Ooops, ein kleiner Zwischenfall beim alljährlichen "Wer hat den Grössten"-Wettbewerb in einer reizenden bayerischen Provinzstadt. Das kommt davon, wenn man Geltungssucht, kleine Ständer und einen schicken Weststurm kombiniert.



Zum Glück ist München im Vergleich auch zu Berlin recht leuchtpestfrei, vielleicht, weil die Bewohner in ihren kleinen, teuren Wohnungen für sowas wenig Platz haben. Oder sie geben ihr Geld für andere Dinge aus. Romantisch veranlagt ist München ganz sicher nicht.

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