: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 3. Februar 2006

Fragebogen

Ich wurde gefragt, aber ich will mir mein Blog damit nicht verunstalten, deshalb hier klicken. Wahrheitsgehalt umstritten.

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Ausgang

So gegen zwei Uhr Nachmittag bemerkt man wieder die Kraft, die die Sonne hat, wenn sie mal durchkommt.



Der erste Februar seit zwei Jahren ohne Berlin. Ohne diesen erbärmlichen Wind, gegen den man Gewaltphantasien entwickelt, und ohne das Gefühl, dass dieser Zustand nie enden wird.

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Subjektivität als Qualitätsmerkmal für Werbung in Blogs

ist die Überschrift eines Artikels, der an der Blogbar steht. Ich wollte den schon lang mal schreiben, er ist also keine Replik auf irgendwas, was bei Webwatching oder so steht. Nur waren jetzt gerade die passenden Beispiele da.

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Donnerstag, 2. Februar 2006

Spannende Frage

Was unterscheidet eigentlich den Mordaufruf eines Neonazi-Mobs, einer Islamistenbande und eines beim Blog eines gewissen Stefan Herre auflaufenden fremdenfeindlichen Kommentators?

In den ersten beiden Fällen kümmert sich hierzulande die Staatsanwaltschaft, wenn sowas im Internet auftaucht. Und zwar schon bei weitaus vorsichtigeren Formulierungen.

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In eigener Sache (Ironie inside)

Im aktuellen, sehr schönen Mindestens Haltbar, dem Onlinemagazin von Knallgrau (bekannt durch den Blogservice Twoday.net), findet sich zum Thema "Künstlich" hier die von mir geschriebene Geschichte über unsere Existenz im künstlichen China.

[Edit: Die Geschichte wurde auf meinen Wunsch hin gelöscht, und ich kann nach meiner Erfahrungen mit dem Knallgrau-Chef Rappold nur dringend raten, sich an diesem Projekt nicht zu beteiligen. Also nicht nur wegen der Verhunzung durch Links und so.]

Hier ist sie auch nochmal im "directors cut" ohne Einleitung, Links und mit eigenem Bild auf meinem Blog. Ich weigere mich ja eigentlich, den Lesern nahezubringen, wer Voltaire war. Wer das nicht selbst weiss, muss sich selbst darum kümmern.

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Webwatching ist als HTML online

Allerdings ohne Kommentare.

Und offensichtlich war es wohl der Jahresabschlussbericht der schwarz im Sanitäranlagenbau arbeitenden Medienleute (jaja, die Medienkrise, ich verstehe), so viele Klowände werden da mehr oder weniger deutlich angesprochen. In fact, da steckt mitunter so viel an Unverständnis drin, dass mir irgendwie die Lust fehlt, mich damit auseinanderzusetzen. Wie überhaupt schon lange mit dem meisten, was Medien so über Blogs schreiben. Nicht meine Welt. Nicht mein Kulturverständnis. Kann sein, dass Blogs kaum Impact auf Medien haben. Aber Medien haben sicher keinen Impact auf Blogs.

Zu einigen schönen Seiten des Lebens auf Webwatching: Hans-Jürgen Bucher, Gundolf S. Freyermuth, Peter Glaser, mein persönlicher Favorit, Klaus Meier, Peter Praschl. Ich bin da. Ich denke, Jörg-Olaf Schäfers wird sich wohl den von einem ZEITler beklatschten Müll-Blumencron morgen vornehmen. Viel Spass, it´s like shooting fish in a barrel.

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Mittwoch, 1. Februar 2006

Fluch über die Megaplexe

Bambi für die Kleinsten, zum Beispiel die Kinder, die von der Sparkasse Karten bekamen. Für eine Spezialvorführung Karl May oder Bernhard und Bianca. Atelier und Palette dann für die Älteren. Das Atelier war ziemlich klein, in den 70er Jahren wurden dort Pornos gezeigt, und später dann die Filme aus Frankreich für kleines Publikum.



Ich wünsche, und das ohne jeden moralischen Schuldkomplex, all den Managern der grossen Kinoscheunen draussen vor den Städten nicht nur die Pleite, die sie ohnehin ereilen wird. Tinseltown ist meistens Scheisse, der Film als solcher hat sich verbraucht und ist als Kunstgattung marginalisiert. Kein Wunder, dass Ballerspiele längst mehr einbringen als die digitalisierte Kotze vom Pazifik für die sieben Därme der Verwertungsindustrie. Ihr Untergang ist sicher, den braucht man ihnen nicht wünschen, zu gross, zu dumm, zu sehr Verarsche, das geht nicht gut. Ihre billigen Betonbordelle sollen leer sein, in ihnen sollen die erfolglosen Megadiscos Pleite an Pleite reihen.

Aber was ich ihnen wünsche, den Verantwortlichen, den Gewinnmaximierern, den Grossistguten, das sind alle Geschlechtskrankheiten, am besten die erblichen, die fiesen, die mit Eiter und Schleim und abstossendem Verrecken, die ich mir als Teenager auf wundersame Weise auf den alten, roten Samtsesseln des Ateliers und der Palette nicht geholt habe, und ich schwöre, da hätte alles dabei sein können, denn so, wie man auf diesen alten roten Samtsesseln im Dunkeln liebt, so unbedingt, so jung, so masslos gierig, so liebt man nicht oft, schon gar nicht in irgendwelchen seelenlosen Bunkern vor der Stadt, und nur die Unschuld der Gier, glaube ich, hat damals all die Bazillen und Erreger weggebrannt, die über die Megakinokomplexmanagerschweine und ihre verdorbene, mit den Marketinghuren erfickte Drecksblagenbrut kommen soll bis ins siebte Glied

für das, was sie dem Film und dem Kino angetan haben.

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Boo des Jahres - Springer mag P7S1 nicht mehr.

Juhu! Springer hat es endlich kapiert - wie der Tintenfisch Haifisch erst nach dem 100. Schlag auf den Schädel, aber immerhin: Sie haben es begriffen. Und geben die Übernahme von pro7/Sat1 auf. Das war´s mit dem hugenbergschen Imperium reloaded.

Das Ganze hat natürlich noch eine hübsche finanzielle Seite: Springer wir darüber kein Wort sagen, aber der ganze Deal inclusive Platzen dürfte schnell mal ein zweistelliges Millionensümmchen im nicht untersten Bereich gekostet haben. Für Döpfner dürfte das die Pleite seines Lebens sein.

Und was gerade in der bayerischen Staatskanzlei los ist, nun, das kann man sich ja vorstellen - heute sollten sich die Vorzimmerdamen vor tieffliegenden Nymphenburger Porzellanlöwen in Acht nehmen...

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Dienstag, 31. Januar 2006

Webwatching ist online

Hier.

Zuerst mal: Respekt vor der Leistung. Danke für das schöne Interview.

Aber: 1. Flash. Das ist schon schlimm. UPDATE: man hört aber, dass sich da was tut.

Und: 2. 19 Interviews. 19 Männer. Keine Frau.

Das ist so richtig übel.

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Der 1.0Neanderthaler aus der Web2.0Höhle

möchte bitte an die Blogbar kommen und sich die Findr-Keule auf den Flickr-Detz abholen.
web2.0spacken die tags klatschen. so einfach. aber immer wieder gut

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Tom Kummer und sein Manifest

Tom Kummer, der Mann, für den der Begriff Borderline in den deutschen Journalismus eingeführt wurde, der Inbegriff des Bösen, der Fälscher, der Andere, der Rebell, das Opfer, das für alle anderen Lügner in jedem Proseminar ans Kreuz geschlagen wird, manifestiert sich:

Der einzige Sinn und Nutzen journalistischen Kommunizierens kann heute also nur darin liegen, verschiedene Wirklichkeitsentwürfe zu produzieren.

Kummer hat die Grösse, die ich bei allen anderen Texten zum Internet und dem, was gerade passiert, vergeblich suche.

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5 Millionen Arbeitslose

Es wäre irgendwie fair, wenn die CDU sich jetzt mal den Realitäten stellen würde und, wie nach den überraschend gesunkenen Arbeitslosenzahlen im Spätherbst, auch diesmal laut sagen würde: "Das ist der Merkel-Effekt!"

Nicht, dass es stimmen würde. Aber einfach mal so. Aus Gründen der Gerechtigkeit und Fairness.

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Montag, 30. Januar 2006

DCT/Boocompany vs. Rebellen ohne Markt/Blogbar

Jetzt sind gewissermassen (fast) alle meine virtuellen Wohnorte wieder online, mit Ausnahme des Geburtsortes von Don Alphonso, der seit 99 auf einer völlig anderen, missbrauchten Website eines anderen Projekts seine tägliche Ration Internettext los wurde. Als DCT im Herbst 2004 offline ging, war Rebellen ohne Markt nach heutigen Vorstellungen mit rund 300 Besuchern am Tag nicht "gross" und hatte zwischen 10 und 20 Kommentare. Dotcomtod war und ist, was den Traffic angeht, um ein mehrfaches grösser, und es scheint, als hätte die lange Zeit der Abschaltung weder für den Traffic noch für die Heavy User eine besondere Rolle gespielt - alle sind sie wieder da.

Ich denke, ich darf erwähnen, dass Dotcomtod/Boocompany momentan - relativ gesehen - weniger Traffic als das Bildblog hat. Trotzdem ist es nochmal eine ganz andere "Trafficmachine" als dieses private Blog hier, was man daran erkennen kann, dass ein Artikel schnell mal an einem Tag die 3000er-Marke knacken kann. Wie ist es nun, das Schreiben in einem der grösseren Blogs wie dem hier oder Blogbar, im Vergleich zu Dotcomtod/Boocompany?

Komischerweise ist es ein anderes Gefühl. Hier kann ich ziemlich sicher davon ausgehen, dass es relativ ausführliche Debatten zu den sehr unterschiedlichen Themen gibt, die ich setze. Momentan ist es vielleicht ein wenig viel, aber 50 Kommentare unter einem Beitrag sind keine Seltenheit, bei der Blogbar liegt der Durchschnitt über 20. Die Kommentare verorten den Beitrag in einem Meinungsnetzwerk, es entsteht eine manchmal vielschichtige, manchmal abdriftende Debatte, die aber wohl einer der Gründe für den hohen Traffic sein dürfte.

Bei Dotcomtod gibt es immer noch das alte, etwas komische Gefühl von 2003, als Tausende jeden Morgen die Beiträge lasen und einfach nichts dazu sagen wollten. Über die Gründe - Angst vor Entdeckung, reine Konsumhaltung, hasslesen - kann man nur spekulieren, aber schon früher konnte ein provokativer Boo schon mal einen Tag stehe bleiben, bis die Debatte begann. Daran hat sich kaum etwas geändert, und auch die Art der Kommentare ist anders - weniger kontrovers, mehr begleitend.

Insofern ist das Bloggen hier und da nicht nur thematisch ein Unterschied, sondern auch von Gefühl her: Boocompany hat sicher einen weitaus grösseren Einfluss, entspricht weitaus mehr einem "klassischen" Medium, als das Blog, es hat aufgrund der speziellen Leserschaft sicher einen weitaus höheren "Impact", und trotzdem ist es eine sehr viel weniger intensive Art des Publizierens. Vielleicht kann man es mit dem Autofahren vergleichen: Mit der Isetta mit 130 eine steile Landstrasse hinunterrasen ist ein anderes Gefühl als in der S-Klasse mit 20o auf der Autobahn fahren.

Bleibt die lang debattierte Frage, ob Dotcomtod ein Blog ist. Kann man, denke ich, sagen. Eine grosses Multi-User-Blog. Das aber, wie vielleicht viele Blogs ab einer gewissen Grösse, nicht mehr wie ein normales Blog funktioniert.

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Düsseldorf - Lesung am 22.02.06

Ein Hinweis: So schnell kann es gehen - inzwischen sind schon recht viele kostenlose Karten für die Handelsblatt-Lesung des Allstar-Teams weg. Wer noch will und noch nicht hat, soll sich mit dem Bestellen beeilen. Sonst sehen wir uns nicht. Und das wäre ja wohl nicht so gut.

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Boo Business Roundup

Heute im Angebot bei Boocompany vom bösen Don: Siemens und Jamba.

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Sichere Geldanlagen

auch noch nach dem Jahr 2010 sehen so aus: Innerstädtisch, restaurierungsbedürftig und trotzdem gut erhalten, denkmalgeschützt und über 300 Quadratmeter Wohnfläche, gerne auch mit Nebengebäuden, Innenhof und/oder Terasse in den reicheren Regionen des Landes und Orten zwischen 70.000 und 250.000 Einwohnern. Gerade überall billigst im Angebot: Aufgelassene Stadtbauernhöfe. Weil sie günstig in der Anschaffung sind, weil sie die Lage der Zukunft haben - am Rand der Altstadt, schnell raus, schnell rein - weil sie im Wert und bei den Mietpreisen hohe Steigerungsraten versprechen und weil man mit den Behörden immer einen Partner haben wird, der einem, wenn man es richtig macht, gerne hilft. Weil Beamte sowas gerne mieten. Man wird dadurch sicher nicht Multimillionär, aber man hat in der A-Lage der Zukunft ein sicheres Nebeneinkommen. Und immer was zu tun.



Man kann es natürlich auch anders machen. Und auf die nächste Blase setzen. Was jeder tun wird, denn warum soll man arbeiten, wenn das Geld für einen arbeitet. Wie das dann läuft, mit dem nächsten Hype, das beschreibt dieses Interview in Wired. Sage dann bitte keiner, es hätte 2006 niemand gewarnt, vor Google-Kursen über 20 Dollar.

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Sonntag, 29. Januar 2006

Giftschrank

Eifrige Besucher echter Antiquariate - also nicht irgendwelcher Ramschpalettenverkäufer - kennen das vielleicht: Ich komme, oft an einem glasig kalten Wintermorgen, in eines dieser leicht verstaubten Geschäfte in der Maxvorstadt, und der Besitzer, Berater, Verkäufer und Ordnungshasser in Personalunion hat gerade wieder frische Umzugskartons gebracht, voll mit Büchern aus Wohnungsauflösungen. Da sind die Bibliotheken noch im Urzustand, vielleicht über 2, 3 Generationen zusammengeerbt, mit unterschiedslos allem, was man früher gelesen hat in den besseren Kreisen: Kein Brecht, kaum Heine, aber dafür Wagners Wesendonkbriefe, Gustav Frenssen, der Bestseller Wilhelm Raabe, und von da an geht es hinab in die Niederungen dessen, was heute noch gute Preise erzielt - die Rosenbergs und ähnliche Volkstumsbewahrer finden immer noch ihre alten und neuen Liebhaber.

Erzähle mir keiner, dass man sich die Herrschaften erzwungenerweise in die Bücherschränke gepackt hat. Desto dümmer, desto gemeiner und marktschreierischer, desto lieber wurde das braune Dreck gekauft und gehortet, so dass er auch noch jahrzehnte später intakt in den Antiquariaten ankommt, laut Exlibris oder Besitzervermerk gekauft von der Funktionselite des Landes; Professoren, leitende Angestellte, über gar nicht so wenige findet man heute im Internet noch Spuren dessen, was sie dann später in Feldgrau oder SS-Schwarz taten.



Bunt statt halbledern, modern typographiert und dennoch nicht differenzierter in Inhalt und Ideologie, stehen sie heute wieder Seit an Seit in den Flughafenbuchhandlungen und warten auf die gelangweilte Elite, die sich beim Business-City-Hopping mentalitätsmässig auf den neuesten Stand bringen will. Hier ist demokratisches Ausnahmegebiet, hier triumphiert der Starke qua Definition über den Schwachen, man schreit nach Revolution und fetten Würsten für die Elite, nach einem Ende des Mitleids und dem Anbruch eines neuen Systems. Die neuen Parteibücher geben Aufschluss über den richtigen Weg, beim Lesen so wenig herausfordernd wie die Mao-Bibel, so einfach wie alles, was meint recht haben zu müssen, egal wie komplex die Realität ist, die es unterzupflügen gilt, schon im Executive Summary, das früher vielleicht Parole hiess. Das Blabla-Prinzip, die Kotzbrech-Methode, der endgültige Drecksack in 100 Tagen, 10 Millionen in 10 Schritten, Small talk for jerks, Career für mobbende Sachbearbeiter, Power Business Success Awareness Strategy 4 complete assholes in emerging improved markets like web2.0.

Es sind die Bücher, von denen man hofft, dass sie aus der Gutenberg-Galaxis hinausgeschleudert werden in die schwarzen Löcher der E-Books und ihrer DRMs und ever changing Format which means you can buy the shit again each time you get one of those brand new fuzzy reading gadgets, auf dass in Zukunft die Antiquariate nicht versaut werden durch diesen Dreck, der vielleicht die wirtschftlichen Entscheidungen, nicht aber den Geist dieser Epoche bestimmt.

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Besser als jede Medizin

Auch Typepad geht jetzt - endlich, wie schon Twoday.net - gegen rechtsradikale Schreiberlinge vor und mahnt sie ab. Kein Wunder, dass solche Gestalten Myblog.de bevorzugen. Und ich weiss wieder, dass krank im Kopf viel schlimmer ist als krank im Bauch.

höhö

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Samstag, 28. Januar 2006

Nach Süden

Vor mir quengelt ein Balg lauter als das Triebwerk, als die Boeing zum Flug entlang des Alpemhauptkammes in die Kurve geht.



Erst in der Provinz manifestiert sich dann das Befürchtete. Kartoffelgratin ist böse. Dieses Blog wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich nur sporadisch befüllt werden. But hey, auch das böseste Düsseldorfer Kartoffelgratin wird gegen den bayuwarisch-nahöstlichen Panzermagen nur kurz bestehen können. Weiter jetzt mit Magen-Darm-Tee.

Offline. Das Ddorfer Antville-Zeug, das zu feige für das "Dorf" ist, bashe ich später.

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Samstag, 28. Januar 2006

Rheinlandia

Vegetarier haben in der Handelsblatt-Kantine nicht wirklich was zu lachen - die Kost ist auf konservative Fleischfresser abgestellt. Das passt auch zu einer Stadt, die mit Pseudomodernismus versucht, den bratensossenfetten rheinischen Kapitalismus zu überdecken.



Zumindest in der Stadtmitte; weiter draussen, wenn man aus dem Süden eingeschwebt kommt, ist das Loch des Braunkohletagebaus in der Landschaft, und eine Menge Fabriken, die nicht wirklich gut gepflegt aussehen. Da geht noch was. Unter.

Überhaupt Medienstadt, fortschrittlich und so. Überall ist zu vermieten, viel merkt man von den alten Träumen nicht mehr, da muss man erst gar nicht in den Medienhafen fahren.

Vor dem Handelsblatt steht jetzt ein typischer Möchtegernfrankfurter Büroturm. Ernst und Young. Spätabends immer noch hell erleuchtet, man zeigt die Bereitschaft des Humankapitals zum wochenendlichen Raubbau. Dann die Strasse hinunter zum Hotel, das WLAN hat und viele Gäste, die erstaunt dreinschauen, wenn sie in die Lobby kommen und jemand nicht vor Premiere (2 mal Porno, einmal Fussball, einmal Spielfilme sehen). Was ich da mache, fragt einer, und tatsächlich ist das Thinkpad hier, in diesem Restbestand rheinischen Interieur-Frohsinns, etwas unpassend, obwohl es farblich durchaus den aktuellen Trends der Vorzimmergestaltung japanischer Handelsvertretungen entspricht.



Die Halle, das Hotel,der Innenhof mit sporadischem Gras, das Zimmer mit seinen lindgrünen Wänden ist, abgesehen vom Fernseher so, dass Man sofort einen Roman beginnen möchte, von einem Mann, der alles gesehen hat und hier ein paar Tage untertaucht, um seine Lebensbeichte abzulegen, während in der Lobby, spät nachts, der Portier auf dem grünen Plüschsofa schnarchend schläft, während in der Glotze bei N24 die Bilder feiernder Hamasniks über den Bildschirm laufen, indezent, vulgär und dumm wie eine Refierungsansprache des Merkels.

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Postjournalismus

ist unter anderem, gestaffelte Öffentlichkeit im eigenen Leben zu verwenden - das wird also nix mit dem Eintrag aus der Holtzbrinck-Schule, heute ;-)

Aber wenn ich heute die einschlägigen Blogbetrachtungen der Gossen äh Medien lese - kein Link, keine Ahnung - dann wird das sicher lustig. Clash of Civilisations.

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Peinlich

Wenn einen sogar eine koreanische Reisegruppe verständnislos anschaut, weil man schon im Frühstücksraum einenLaptop aufklappt. Ich sollte vielleicht mein Internetnutzungsverhalten überdenken. Ich fange nämlich schon an zu behaupten, dass ich es eigentlich nicht bräucte und jederzeit damit aufhören könnte - wie jeder Süchtige.

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