: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 6. Februar 2006

Nur für den Fall

Es gibt manchmal Tage im Februar in München, da kann man draussen sitzen. Wenn es nach Südwesten geht, nichts davorsteht und die Ziegel die Wärme der Sonne an Föhntagen zurückstrahlt. Dann ist die Maxvorstadt klimatisch fast so eine Art Zauberberg.



Diesmal nicht. Noch nicht. Aber sicherheitshalber stehen die Stühle draussen. Es könnte ja sein. Und ab 10 Grad plus ist ohnehin wieder Cabriozeit. So ist das, in der Maxvorstadt. Und wenn wir, die wir lange in Berlin oder woanders fern der Heimat waren, uns dort an etwas erinnerten, dann waren es die Abende auf diesen Stühlen. Weshalb wir, die Kinder der Tempo, das auch in unsere Bücher schreiben. Dieser Ort muss vorkommen, dieser Ort ist das 103 der Maxvorstadt. Das eint uns. Selbst, wenn wir die anderen eigentlich nicht mögen. Aber wenn wir wieder da sind, dann sitzen wir wieder hier. In spätestens zwei Monaten.

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Gewinner und Verlierer

Ich bin bei allem, was von der Bertelmann-Stiftung kommt, grundsätzlich erst mal kritisch eingestellt, von ihren sinnlosen Filtern über ihr wachsweiches Engagement gegen Rechts bishin zu den Veranstaltungen, die in Berlin zu erleben ich das Vergnügen hatte. Und besonders, weil das Kratzen am B´mann-Lack schnell christlich-traditionelle Werte zum Vorschein bringt, die ich nicht teile.

Trotzdem sei hier auf dieses praktische System verwiesen, mit dem man deutschlandweit schauen kann, wo es wie weitergeht. Wichtig für Immobilienbesitzer, aber auch für alle, die 2020 nicht in irgendwelchen Slums sitzen wollen, die 2005 eigentlich noch ganz gut ausgesehen haben. Man beachte, wenn man nach einer Stadt gesucht hat, auch die wirklich idiotisch gemachten Menus auf der linken Seite, die zum Themen wie Soziales und Wohnen führen.

Im Fall meiner Heimatstädte ist das Ergebnis teilweise schon fast erschreckend gut - im Fall der Kleinstadt im Donautal, die kein eigenes Umland hat und heute schon übersiedelt ist, explodieren die Umlandgemeinden in den nächsten 15 Jahren um teilweise mehr als 20%. Berlin überaltet, der Osten wird entvölkert, was kein Boomzentrum hat, hat keine Zukunft. Wer nicht grösser wird, wird zum Altenheim. Wenn man der Studie glauben will.

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Sonntag, 5. Februar 2006

Bürgertum 2.0

Es ist immer eng, es ist überfüllt, und nein, gemütlich ist es auch nicht. Die Tische sind zu klein, man wird dauernd angerempelt, und auf eine britische Entschuldigung kann man lange warten. Weil es so voll ist, normalerweise mit pastellig- unernsten, postshopping-traumatisierten., in allen Abstufungen blonden Wirtschaftsstudentinnen auf der Wartebank zum Eheleben, vielen asiatischen Touristen, die das ironischerweise für kontinentaleuropäisch halten, und Jungfamilien, die ihren Blagen schon von klein auf das Gefühl mitgeben wollen, was Besseres zu erleben und zu sein. Früher war das ein Rahmengeschäft, dann ein Friseur, und jetzt ist es ein englisches Teehaus, und der Laden brummt und schimmert in leicht ölig neokonservativ bis ich weiss nicht was ich ausser FDP wählen soll.



Immerhin wird hier Stil gebildet. An den Manieren fehlt es noch, aber das Teehaus ist etwas anderes als alles, was man in Mühldorf am Inn oder in Dachau geboten bekommt. Glas, Alu, Art Deco und Leder gibt es da längst, aber das hier, das ist neu und fügt sich nahtlos in die eigene Lebensvorstellung zwischen Golfplatz und Jaguar ein. Und ich frage mich, ob es nun eines der letzten Reservate einer aussterbenden Gattung ist, die später einmal nichts und niemand vermissen wird, oder der Nährboden für eine neue Generation des Nichts, das nicht mal mehr die Ironie besitzt, ein Faserland zu haben.

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München glimmt

Früher, ein paar Jahre, bevor ich unter die Literaten ging, muss München eine ziemlich coole Stadt für Schriftsteller jeglicher Coleur gewesen sein. Für jede Richtung gab es irgendeine Nische, einen Fördertopf, eine korrupte Sau beim Parteifunk, die das Tun ihrer Bekannten toll fand und sich dazu 3 Minuten hirnloses Geschwalle abtrotzte, bevor es wieder in die Kantine ging, wo man sich über die Notwendigkeit des kulturellen Auftrags unterhielt. Und ausserdem würden sie später auch mal einen Band mit Erzählungen machen. So ein bischen harmlose, wo was passiert, aber nicht so richtig, oder so.

Früher ging das alles. Da gab es einen Kulturreferenten an der Stelle, wo momentan gestrichen wird, was geht, damit die gute creative-space-Freundin von der Frau des OB auch weiterhin die Spielräume hat, um ihre eigenen medientechnischen Fortschritts-Ideen zu verwirklichen. Wie eine Bibliothek mit RFID-Ausleihsystem. Coole Sache. Public Private Partnership zur Kundengewöhnung im Kulturbereich, irgendwann vielleicht auch noch mit biometrischen Daten zur Selektion der de-Sade-Ausleiher, gleich ab in die Rasterfahndung.



Und mein Bekannter will wissen, wie es so in der Provinz ist, ob es da besser aussieht. Vermutlich ist das so. Wäre mal eine Idee, in der kleinen Stadt als Chronist aufzutreten und zu fragen, ob es jemand sponsorn will. In München gibt es schon noch Möglichkeiten, aber man sollte in das Konzept von oben passen. Wenn nicht, findet sich immer ein Gremium, das anders entscheidet. So ist das hier. Vielleicht, sage ich ihm, sollte er es doch hier tun, schreiben wie das jetzt so ist in diesem städtischen Terrorregime, und dann irgendwo ausserhalb der Strukturen eine Lesung machen, wird schon gehen, für die anderen sieht es auch nicht besser aus, seitdem sie das Literaturblatt gekillt haben.

Wir fahren über die Maxstrasse, die im Schnee und im Licht tieforange glimmt, und als er sagt, stimmt, müsste man mal machen, da weiss ich, dass er es nie tun wird, denn es ist keine Stadt für das Neue, das Neue wird immer von versifften Lesebühnen aus Berlin Mitte importiert oder von den üblichen Verdächtigen gemacht, aber nicht von denen, die über die Jahre an ein System gebunden waren, das es heute nicht mehr gibt. Und Auflehnen traut sich keiner, denn alle hoffen auf die Steuerzahlung einer Bank oder eines Rüstungskonzerns, der die Töpfe wieder öffnet, und die Türen zum Literaturhaus für die junge, ehrliche, unverbrauchte Kunst.

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Samstag, 4. Februar 2006

Fragebogen nochmal

Schon mal ein kleiner Hinweis: Am Montag bin ich dran mit dem fragen - wäre schön, wenn Ihr Euch dann beteiligen könntet. Non Commercial, Science only.

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Vom Ende des Bürgertums

Der November des Jahres 2002 war in New York nicht schön. Mein Projekt war im Schlingern, an der Spitze gab es radikale Veränderungen, aber immerhin, ich war wieder an Bord. Wie es nun mal so ist, wenn man nicht alles akzeptiert. Mal ist man draussen, dann geht der andere und man ist zwei Stufen höher wieder drinnen, und hat was über Menschen gelernt. Nächtelang gab es Debatten um Ziele und Ausrichtungen, und sie erzählten mir, wie kalt, wie hässlich kalt diese Stadt gerade war.



Um die Ecke, nicht weit weg davon und damals bei all dem Trubel von uns unbemerkt, ging bei Sothebys der Besitz einer Familie über die Rampe, die früher mal das war, was man bessere Gesellschaft nannte. Upper Class, High Society, die oberen 10.000. Die Familien, die sich in Newport, vor den Toren Manhattans eine Villa, oder auch einen Palast leisten konnten. Familien wie die Astors, zum Beispiel, die sich im Laufe der Jahre immer mehr verzweigten, durch Mesalliancen geschwächt wurden und langsam irgendwann, Ast für Ast, ausstarben, wenn die letzte Mrs. ihren namensgebenden Gatten letztendlich dreissig Jahre später an einen Ort nachgefolgt war, an dem der Legende zufolge die Normen und Statuten Neuenglands keine Rolle mehr spielen.

Aber auch im Diesseits löst sich vieles schon auf; der Elan des frühindustriellen Geldadels an der Ostküste vererbt sich nicht oft an die nächste Generation weiter, und am Ende der Entwicklungen stehen dann Kleinfamilien, in denen die Frau ihren guten Namen für ein Modemagazin hergibt und der Mann seine Lebensaufgabe darin sieht, einer Sportart ein neues Regelwerk zu verleihen. Die Autoren der Sotheby-Kataloge haben dann alle Probleme, die Vitae so zu gestalten, dass sie sich dennoch erfolgreich lesen, obwohl der Katalog als solcher schon belegt, dass hier etwas unwiderruflich zu Ende gegangen ist.

Immerhin, obwohl Sotheby mit diesem Niedergang, den Dead Ends der Familiengeschichten schon immer sein Geld verdient hat, ist das Haus inzwischen doch so freundlich, in den Katalogen das Interieur mit abzubilden, aus dem die Properties stammen, für die sich keiner der weit entfernten Erben oder die gemeinnützige Stitung, die alles erhält, erwärmen konnte. Und so sind die in Deutschland bei Prestel gedruckten Hefte das letzte Relikt einer opulenten, selbstgewissen Epoche, die in den Gates und Trumps vielleicht ihre Nachfolger, aber sicher nicht ihre Erben hat. Vielleicht bedauert man bei Sotheby diesen Umstand und fügt Bilder aus dem Leben derer ein, deren Besitz zerschlagen und in alle Winde zerstreut wird; im Wissen, dass es nie wieder diese linkischer älteren Herren mit ihren Vorturteil gewordenen Frauen geben wird, zumindest nicht so in der Sachkultur verhaftet und in Traditionen stehend, die nicht gut und nicht schlecht, sondern jenseits aller für sie akzeptablen Debatten waren.

Zwei Tage hat es im November 2002 gedauert, dann war all das Silber, die obskur aus allen Epochen zusammengestellten und nachgemachten Möbel, das Reisegepäck und die Bilder aus der verschlafenen Villa am Meer in neue Hände übergegangen, zur Freude des Auktionators und zum Untergang einer Bürgerlichkeit, die sich schon lange überlebt hat und jetzt nur noch in den Monogrammen im Silber und den Insignien auf alten Koffern fortlebt. Und natürlich in einem Katalog, der das selbstverständliche Streben nach Besitz in unsere Resopal-Epoche trägt, in der Hoffnung vielleicht, jemand möchte ihn erhalten und vielleicht einer Bekannten schenken, die dem Elternhaus mit Einliegerwohnung entgehen und sich irgendwo in der Stadt jenseits von Ikea und Roset einrichten will. Doch ob es dann wiederum vier, fünf Generationen dauern wird, bis der Auktionator kommt, darf bezweifelt werden - es sei denn, eine Nichte träumt im Haus der Tante davon, einst genauso zwischen Kristallen, glattem Holz und üppigen Stoffen zu leben.

Wir werden sehen. Vielleicht bei den Nichten, wenn unsere Neffen was mit deren Töchtern angestellt haben, und wenn nicht - dann in neuen Katalogen.

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Freitag, 3. Februar 2006

Fragebogen

Ich wurde gefragt, aber ich will mir mein Blog damit nicht verunstalten, deshalb hier klicken. Wahrheitsgehalt umstritten.

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Ausgang

So gegen zwei Uhr Nachmittag bemerkt man wieder die Kraft, die die Sonne hat, wenn sie mal durchkommt.



Der erste Februar seit zwei Jahren ohne Berlin. Ohne diesen erbärmlichen Wind, gegen den man Gewaltphantasien entwickelt, und ohne das Gefühl, dass dieser Zustand nie enden wird.

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Subjektivität als Qualitätsmerkmal für Werbung in Blogs

ist die Überschrift eines Artikels, der an der Blogbar steht. Ich wollte den schon lang mal schreiben, er ist also keine Replik auf irgendwas, was bei Webwatching oder so steht. Nur waren jetzt gerade die passenden Beispiele da.

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Donnerstag, 2. Februar 2006

Spannende Frage

Was unterscheidet eigentlich den Mordaufruf eines Neonazi-Mobs, einer Islamistenbande und eines beim Blog eines gewissen Stefan Herre auflaufenden fremdenfeindlichen Kommentators?

In den ersten beiden Fällen kümmert sich hierzulande die Staatsanwaltschaft, wenn sowas im Internet auftaucht. Und zwar schon bei weitaus vorsichtigeren Formulierungen.

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In eigener Sache (Ironie inside)

Im aktuellen, sehr schönen Mindestens Haltbar, dem Onlinemagazin von Knallgrau (bekannt durch den Blogservice Twoday.net), findet sich zum Thema "Künstlich" hier die von mir geschriebene Geschichte über unsere Existenz im künstlichen China.

[Edit: Die Geschichte wurde auf meinen Wunsch hin gelöscht, und ich kann nach meiner Erfahrungen mit dem Knallgrau-Chef Rappold nur dringend raten, sich an diesem Projekt nicht zu beteiligen. Also nicht nur wegen der Verhunzung durch Links und so.]

Hier ist sie auch nochmal im "directors cut" ohne Einleitung, Links und mit eigenem Bild auf meinem Blog. Ich weigere mich ja eigentlich, den Lesern nahezubringen, wer Voltaire war. Wer das nicht selbst weiss, muss sich selbst darum kümmern.

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Webwatching ist als HTML online

Allerdings ohne Kommentare.

Und offensichtlich war es wohl der Jahresabschlussbericht der schwarz im Sanitäranlagenbau arbeitenden Medienleute (jaja, die Medienkrise, ich verstehe), so viele Klowände werden da mehr oder weniger deutlich angesprochen. In fact, da steckt mitunter so viel an Unverständnis drin, dass mir irgendwie die Lust fehlt, mich damit auseinanderzusetzen. Wie überhaupt schon lange mit dem meisten, was Medien so über Blogs schreiben. Nicht meine Welt. Nicht mein Kulturverständnis. Kann sein, dass Blogs kaum Impact auf Medien haben. Aber Medien haben sicher keinen Impact auf Blogs.

Zu einigen schönen Seiten des Lebens auf Webwatching: Hans-Jürgen Bucher, Gundolf S. Freyermuth, Peter Glaser, mein persönlicher Favorit, Klaus Meier, Peter Praschl. Ich bin da. Ich denke, Jörg-Olaf Schäfers wird sich wohl den von einem ZEITler beklatschten Müll-Blumencron morgen vornehmen. Viel Spass, it´s like shooting fish in a barrel.

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Mittwoch, 1. Februar 2006

Fluch über die Megaplexe

Bambi für die Kleinsten, zum Beispiel die Kinder, die von der Sparkasse Karten bekamen. Für eine Spezialvorführung Karl May oder Bernhard und Bianca. Atelier und Palette dann für die Älteren. Das Atelier war ziemlich klein, in den 70er Jahren wurden dort Pornos gezeigt, und später dann die Filme aus Frankreich für kleines Publikum.



Ich wünsche, und das ohne jeden moralischen Schuldkomplex, all den Managern der grossen Kinoscheunen draussen vor den Städten nicht nur die Pleite, die sie ohnehin ereilen wird. Tinseltown ist meistens Scheisse, der Film als solcher hat sich verbraucht und ist als Kunstgattung marginalisiert. Kein Wunder, dass Ballerspiele längst mehr einbringen als die digitalisierte Kotze vom Pazifik für die sieben Därme der Verwertungsindustrie. Ihr Untergang ist sicher, den braucht man ihnen nicht wünschen, zu gross, zu dumm, zu sehr Verarsche, das geht nicht gut. Ihre billigen Betonbordelle sollen leer sein, in ihnen sollen die erfolglosen Megadiscos Pleite an Pleite reihen.

Aber was ich ihnen wünsche, den Verantwortlichen, den Gewinnmaximierern, den Grossistguten, das sind alle Geschlechtskrankheiten, am besten die erblichen, die fiesen, die mit Eiter und Schleim und abstossendem Verrecken, die ich mir als Teenager auf wundersame Weise auf den alten, roten Samtsesseln des Ateliers und der Palette nicht geholt habe, und ich schwöre, da hätte alles dabei sein können, denn so, wie man auf diesen alten roten Samtsesseln im Dunkeln liebt, so unbedingt, so jung, so masslos gierig, so liebt man nicht oft, schon gar nicht in irgendwelchen seelenlosen Bunkern vor der Stadt, und nur die Unschuld der Gier, glaube ich, hat damals all die Bazillen und Erreger weggebrannt, die über die Megakinokomplexmanagerschweine und ihre verdorbene, mit den Marketinghuren erfickte Drecksblagenbrut kommen soll bis ins siebte Glied

für das, was sie dem Film und dem Kino angetan haben.

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Boo des Jahres - Springer mag P7S1 nicht mehr.

Juhu! Springer hat es endlich kapiert - wie der Tintenfisch Haifisch erst nach dem 100. Schlag auf den Schädel, aber immerhin: Sie haben es begriffen. Und geben die Übernahme von pro7/Sat1 auf. Das war´s mit dem hugenbergschen Imperium reloaded.

Das Ganze hat natürlich noch eine hübsche finanzielle Seite: Springer wir darüber kein Wort sagen, aber der ganze Deal inclusive Platzen dürfte schnell mal ein zweistelliges Millionensümmchen im nicht untersten Bereich gekostet haben. Für Döpfner dürfte das die Pleite seines Lebens sein.

Und was gerade in der bayerischen Staatskanzlei los ist, nun, das kann man sich ja vorstellen - heute sollten sich die Vorzimmerdamen vor tieffliegenden Nymphenburger Porzellanlöwen in Acht nehmen...

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Dienstag, 31. Januar 2006

Webwatching ist online

Hier.

Zuerst mal: Respekt vor der Leistung. Danke für das schöne Interview.

Aber: 1. Flash. Das ist schon schlimm. UPDATE: man hört aber, dass sich da was tut.

Und: 2. 19 Interviews. 19 Männer. Keine Frau.

Das ist so richtig übel.

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Der 1.0Neanderthaler aus der Web2.0Höhle

möchte bitte an die Blogbar kommen und sich die Findr-Keule auf den Flickr-Detz abholen.
web2.0spacken die tags klatschen. so einfach. aber immer wieder gut

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Tom Kummer und sein Manifest

Tom Kummer, der Mann, für den der Begriff Borderline in den deutschen Journalismus eingeführt wurde, der Inbegriff des Bösen, der Fälscher, der Andere, der Rebell, das Opfer, das für alle anderen Lügner in jedem Proseminar ans Kreuz geschlagen wird, manifestiert sich:

Der einzige Sinn und Nutzen journalistischen Kommunizierens kann heute also nur darin liegen, verschiedene Wirklichkeitsentwürfe zu produzieren.

Kummer hat die Grösse, die ich bei allen anderen Texten zum Internet und dem, was gerade passiert, vergeblich suche.

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5 Millionen Arbeitslose

Es wäre irgendwie fair, wenn die CDU sich jetzt mal den Realitäten stellen würde und, wie nach den überraschend gesunkenen Arbeitslosenzahlen im Spätherbst, auch diesmal laut sagen würde: "Das ist der Merkel-Effekt!"

Nicht, dass es stimmen würde. Aber einfach mal so. Aus Gründen der Gerechtigkeit und Fairness.

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Montag, 30. Januar 2006

DCT/Boocompany vs. Rebellen ohne Markt/Blogbar

Jetzt sind gewissermassen (fast) alle meine virtuellen Wohnorte wieder online, mit Ausnahme des Geburtsortes von Don Alphonso, der seit 99 auf einer völlig anderen, missbrauchten Website eines anderen Projekts seine tägliche Ration Internettext los wurde. Als DCT im Herbst 2004 offline ging, war Rebellen ohne Markt nach heutigen Vorstellungen mit rund 300 Besuchern am Tag nicht "gross" und hatte zwischen 10 und 20 Kommentare. Dotcomtod war und ist, was den Traffic angeht, um ein mehrfaches grösser, und es scheint, als hätte die lange Zeit der Abschaltung weder für den Traffic noch für die Heavy User eine besondere Rolle gespielt - alle sind sie wieder da.

Ich denke, ich darf erwähnen, dass Dotcomtod/Boocompany momentan - relativ gesehen - weniger Traffic als das Bildblog hat. Trotzdem ist es nochmal eine ganz andere "Trafficmachine" als dieses private Blog hier, was man daran erkennen kann, dass ein Artikel schnell mal an einem Tag die 3000er-Marke knacken kann. Wie ist es nun, das Schreiben in einem der grösseren Blogs wie dem hier oder Blogbar, im Vergleich zu Dotcomtod/Boocompany?

Komischerweise ist es ein anderes Gefühl. Hier kann ich ziemlich sicher davon ausgehen, dass es relativ ausführliche Debatten zu den sehr unterschiedlichen Themen gibt, die ich setze. Momentan ist es vielleicht ein wenig viel, aber 50 Kommentare unter einem Beitrag sind keine Seltenheit, bei der Blogbar liegt der Durchschnitt über 20. Die Kommentare verorten den Beitrag in einem Meinungsnetzwerk, es entsteht eine manchmal vielschichtige, manchmal abdriftende Debatte, die aber wohl einer der Gründe für den hohen Traffic sein dürfte.

Bei Dotcomtod gibt es immer noch das alte, etwas komische Gefühl von 2003, als Tausende jeden Morgen die Beiträge lasen und einfach nichts dazu sagen wollten. Über die Gründe - Angst vor Entdeckung, reine Konsumhaltung, hasslesen - kann man nur spekulieren, aber schon früher konnte ein provokativer Boo schon mal einen Tag stehe bleiben, bis die Debatte begann. Daran hat sich kaum etwas geändert, und auch die Art der Kommentare ist anders - weniger kontrovers, mehr begleitend.

Insofern ist das Bloggen hier und da nicht nur thematisch ein Unterschied, sondern auch von Gefühl her: Boocompany hat sicher einen weitaus grösseren Einfluss, entspricht weitaus mehr einem "klassischen" Medium, als das Blog, es hat aufgrund der speziellen Leserschaft sicher einen weitaus höheren "Impact", und trotzdem ist es eine sehr viel weniger intensive Art des Publizierens. Vielleicht kann man es mit dem Autofahren vergleichen: Mit der Isetta mit 130 eine steile Landstrasse hinunterrasen ist ein anderes Gefühl als in der S-Klasse mit 20o auf der Autobahn fahren.

Bleibt die lang debattierte Frage, ob Dotcomtod ein Blog ist. Kann man, denke ich, sagen. Eine grosses Multi-User-Blog. Das aber, wie vielleicht viele Blogs ab einer gewissen Grösse, nicht mehr wie ein normales Blog funktioniert.

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Düsseldorf - Lesung am 22.02.06

Ein Hinweis: So schnell kann es gehen - inzwischen sind schon recht viele kostenlose Karten für die Handelsblatt-Lesung des Allstar-Teams weg. Wer noch will und noch nicht hat, soll sich mit dem Bestellen beeilen. Sonst sehen wir uns nicht. Und das wäre ja wohl nicht so gut.

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Boo Business Roundup

Heute im Angebot bei Boocompany vom bösen Don: Siemens und Jamba.

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Sichere Geldanlagen

auch noch nach dem Jahr 2010 sehen so aus: Innerstädtisch, restaurierungsbedürftig und trotzdem gut erhalten, denkmalgeschützt und über 300 Quadratmeter Wohnfläche, gerne auch mit Nebengebäuden, Innenhof und/oder Terasse in den reicheren Regionen des Landes und Orten zwischen 70.000 und 250.000 Einwohnern. Gerade überall billigst im Angebot: Aufgelassene Stadtbauernhöfe. Weil sie günstig in der Anschaffung sind, weil sie die Lage der Zukunft haben - am Rand der Altstadt, schnell raus, schnell rein - weil sie im Wert und bei den Mietpreisen hohe Steigerungsraten versprechen und weil man mit den Behörden immer einen Partner haben wird, der einem, wenn man es richtig macht, gerne hilft. Weil Beamte sowas gerne mieten. Man wird dadurch sicher nicht Multimillionär, aber man hat in der A-Lage der Zukunft ein sicheres Nebeneinkommen. Und immer was zu tun.



Man kann es natürlich auch anders machen. Und auf die nächste Blase setzen. Was jeder tun wird, denn warum soll man arbeiten, wenn das Geld für einen arbeitet. Wie das dann läuft, mit dem nächsten Hype, das beschreibt dieses Interview in Wired. Sage dann bitte keiner, es hätte 2006 niemand gewarnt, vor Google-Kursen über 20 Dollar.

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