: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 17. April 2006

Bloggen aus der Elitessenfabrik der kleinen Provinzstadt

Ha! Es gibt noch einen Ersatz für Matthias:

To compensate that loss, my HSM (Uni-Marketing) together with the SummerChallenge (sports competition in summer)-Team and the city of Ingolstadt, my uni will set up a Beach Open Air Festival in early June. We use to have a beach party every year for which you buy the ticket in advance for 18€ and on that night all cocktails are for free. This year they’ll have some bands live on stage. One of them is the winner of a TV casting show who is quite into rock and at least our age. But the other band they got is Tokyo Hotel.

Hach - so liebe ich das. Bitte keine Aggro-Kommentare hier oder da drüben, peace, thx. Und für Yokohama Jugendherberge beschaffe ich mir Stacheldraht, eine Boden-Boden-Rakete für die Dachterasse und ein paar ordentliche Boxen mit Gegenprogramm. Wobei, da bin ich vielleicht ohnehin in Berlin.

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5 Monate im pfeifenden Tod

Ich mag das auch nicht, wenn irgendwo an der Isar Roadsterfahrer rumstehen, die Sonnenbrille auf und das Verdeck unten, und dann werden von einer Frau in Prada angeredet, die sich zu ihnen runterbeugt. Aber ich weiss inzwischen, dass es auch ganz anders sein kann. Nämlich so wie bei mir. Ich sitze also im alten Roadster meiner kleinen Schwester, den sie nicht mehr wollte, an der Isar. Ich trage die Sonnenbrille, weil ich Heuschnupfen habe. Das Verdeck ist unten, weil besagte Kleine Schwester einen Stuhl gebraucht hat, der sich mit geschlossenem Verdeck nicht transportieren liess. Die Frau in Prada ist meine kleine Schwester, die sich herunterbeugt, um mir mitzuteilen, was für ein ****** ich bin, weil ich einen Flecken auf dem Bezug gemacht habe. Ich wirke cool, weil ich vor lauter Asthma regungslos im Sitz hänge und dringend Tabletten brauche. So schaut die Realität aus, zumindest in meinem Fall.



Trotzdem ein kleiner Erfahrungsbericht. Müsste ich den Wagen mit ein paar Worten beschreiben, würde ich anfangen mit "laut, hart, undicht, schlechtes Blech, unsauber verarbeitet". Kurz, auch wenn manche die Barchetta belächeln, ist sie doch ein echter Roadster, mit einer Heizung, gegen die jede alte Spitfire eine Backstube ist. Der Motor ist ein ruppiges Monstrum, ein fieser Säufer und obendrein so vornehm wie eine Sau am Trog. Das Fahrverhalten ist nichts für Anfänger, aber wenn man es gelernt hat - ich war mal eine Weile als Profifahrer unterwegs - merkt man das Potential, das in dem Wagen steckt.

Keine Frage, das Auto ist unkomfortabel, das Ein- und Aussteigen ist eine sportliche Übung, und was die Akustik angeht, hat man die Wahl zwischen offenem Sturm und geschlossenem Pfeifen. Wie es sich für einen echten Roadster gehört, ist es voller Konstruktionsmängel, der Rückwärtsgang, der Phasenversteller, die Verdeckklappe, alles, was nicht unmittelbar dem Fahren, am besten dem zügigen Fahren dient, ist miserabel. Sobald es um das Fahren geht, ändert es sich. Man muss mit dem Wagen nicht rasen, um ein typisches Roadstergefühl zu haben. Tempo 90 auf der Landstrasse, ein Händeloratorium mit der Aria "Nun öffnet Euch, ihr Tore der Hölle" im Radio, und vor einem jagt der Wind bayerische weisse Wolken über den strahlend blauen Himmel - so ist es genau richtig. Dann hält sich auch der Benzinverbrauch in akzeptablen Grenzen.

Im Gegensatz zu aufgebohrten Familienkarossen, Nuttenflitscherl, Rentnercabrios und anderen PS-Protzen ist das Auto ziemlich genau das, was ich mir beim Fahren unter einem Sportwagen vorstelle. Leichtfüssig, agil, man weiss immer, woran man ist, und für alles, was noch nicht Irrsinn oder Dummheit ist, reicht die Kraft locker aus. Gegen die meist stärker motorisierten, aber von Deppen und anderen unerfahrenen BWL-Assis (fahren wie sie wissenschaftlich faulenzen) geeierten Schlunzkübel kommt man auch prima zurecht. Der Wagen ist leicht, sehr leicht, und die Lenkung ist genau so, wie sie sein soll, dynamisch, aber nicht allzu giftig.

Ich denke, ich werde den pfeifenden Tod behalten. Wäre ja auch dumm, einen Winter in dieser nasskalten Badewanne zu zittern, und dann im Sommer in eine heisse Blechschachtel zu steigen.

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Samstag, 15. April 2006

Arbeitsplatz

112m², 5 Zimmer Küche Bad WC, alles in allem, ohne Dachschrägen. Alles geboten: Abgetretenes Parkett, Schimmel wegen überlaufender Waschmaschine, Fenster ohne Kitt, gesprungene Rahmen, verramschte Türen, demolierte Küche und für den kleinen Hunger zwischendurch auch noch ein halbvoller Kühlschrank. Vielleicht, wenn man den lange offen stehen lässt, erstickt auch der Schimmel.



Trotzdem, auch 2 Jahre versiffte Mieterinnen können nichts daran ändern, dass sie etwas hat, die Wohnung. Auf diesem Gang machte ich meine ersten längeren Schritte, darauf lernte ich Radfahren, und an dem Fenster dahinten machte ich mit 2 Jahren Turnübungen. Ich weiss schon, warum ich keine Kinder will. Ich will mich auch nicht beschweren, es gibt schlimmere Arbeitsplätze. Maschinenreinigung im Atomkraftwerk, OP-Räume, oder ein billiger Resopaltisch einer mittelmässigen PR-Klitsche in Berlin Mitte, an der jemand in knapp zwei Wochen die Post aufmacht und eine saftige Abmahnung findet. Die dann nichts mehr mit moderaten 250 Euro zu tun hat. Eher was mit der Höhe der einbehaltenen Kaution. 2 Monatsmieten, 112 m², Bestlage, Preise/m² in der Ecke der Stadt deutlich über 8 Euro.

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Ah ja.

Es hat etwas gedauert, aber jetzt finden sie bei dieser komischen Internetfirma mit dem Suchdingens so langsam all die schönen Links. Hat nicht viel zu bedeuten. Glaub ich. Ich mein, wer nutzt schon Google, um sich über eine PR-Firma zu informieren. Eben.

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Tanz der Hexen

Bei unserer kommenden Bloglesung "De hom an Deife" auf dem Alten Nördlichen Friedhof darf ich hier noch zwei Stargäste ankündigen, und zwar die famose Andrea Diener und (ziemlich sicher möglicherweise) die der Brain farts. Und soeben jagt der Frühling sein scharf gewetztes Sommermesser durch die Luft, das wird sicher was, am 30.4. zwischen den Gräbern.

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Freitag, 14. April 2006

Rolex

braucht dringend einen Google-Optimierer. Die Geschichte ist nicht wirklich gute Werbung.

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Was mich wirklich erstaunt

Im Moment bin ich dabei, die Strukturen bei der Berliner Strategie-PR-Firma Johanssen + Kretschmer zu ergründen, die letztendlich für die unerlaubte Übernahme, Verändrung und Urheberrechtsverletzung an unserem Buchcover verantwortlich sind. Ich wüsste nur zu gerne, wieso sie sich diese PR-Pleite mit der folgenden Rechnung antun, statt einfach den Fehler einzugestehen und die Sache schmerzlos zu regeln - bislang habe ich von denen noch keinen Ton gehört. Und nein, Skrupel habe ich keine beim Nachforschen, denn einerseits ist das mein Beruf als investigativer Journalist und andererseits sind bei JK auch Leute dabei, meinen Namen intensiv bei Google durchzujagen. Die kleine IP p54xxxxxx.dip.t-dial
in.net, die durch Uralt-Links hier aufschlägt, sollte langsam mal von den Oberen abgeholt werden.

Man hat ja als Journalist viel mit PR-Agenturen zu tun. Die meisten versuchen, sich so transparent wie möglich zu machen, nicht aufzufallen, so weit wie möglich die Illusion entstehen zu lassen, dass der von ihnen vertretene Gesprächspartner ganz locker, echt und authemtisch ist, egal welchen vorformulierten Dreck er ins Aufnahmegerät kotzt. Das ist das Spiel, das sind die Regeln, Journalisten sind im Umgang mit ihren Lesern auch nicht anders. Auch sie versuchen, möglich transparent zu wirken, selbst wenn sie die übelste Kampagne in der Gosse fahren.

Gute PR, würde ich sagen, ist wie ein flüchtiger Kuss einer Frau beim Abschied, hingehaucht und so zart, dass man erst 10 Minuten später absolut sicher ist, dass man mit ihr schlafen will - aber da ist längst nur noch ihr Parfum im Auto. Wenn mich jemand fragen würde, wer so war, würde ich sagen: Weber Shandwick München. Die hatten trotz aller späten Probleme verdammt gute Leute. Und obwohl ich viel mit denen zu tun hatte, weiss ich so gut wie nichts über sie.

Aber dann gibt es auch die anderen. Die an keinem Journalisten vorbei können, ohne ihn vollzulabern. Ein Journalist, geil, gleich ab damit ins Netzwerk. Wenn ich meinen alten NE-Account anschaue, dann halten die mich für einen PR Marketing VC Cutting Edge Technology Nanotech Biotech Sponsoring Musik Kultur Zigaretten Auto Cuisine und Gedichtband Schreiber. Irgendwann hat man den falschen PRler erwischt, und aus deren Verteiler gibt es kein entkommen, selbst wenn man, wie ich, mit den obigen Themen beruflich nichts zu tun hat, oder die Schuldigen längst ihr Notebook auf dem Küchentisch stehen haben.

Dass ich doch drin bin, hat 2 Ursachen: Ich ging früher gern auf Events ("Buffetjournalist" habe ich erfunden), und ich habe für Dotcomtod geschrieben. Für Insider braucht man Informanten. Und die besten Informanten sind immer diese vulgären, dummen, unerfahrenen Nervtöter, die glauben, da ist ein Journalist und dem können sie alles sagen, der macht dann schon eine nette Story draus. Nach meiner Erfahrung sind zwei von drei Kommunikationslecks in Firmen und Organisationen in der PR zu finden. Kein gekündigter Mitarbeiter im mittleren Management kann jemals so gefährlich sein wie eine drittklassige, wichtigtuende Eventnutte, die als mediokre Textsortiererin alle Informationen hat und nach dem vierten Glas Prosecco meint, den tollen neuen Kontakt der Überseepresse an der Angel zu haben. Wäre ich Unternehmer, ich würde diese Hühner bei solchen Gelegenheit fesseln, knebeln und in die Besenkammer einsperren. Ohne Luftloch. Bitte, das ist nicht frauenfeindlich, bei PR sind die Frauen halt meistens unten und die Männer oben. Prima, denn jeder U-Bootfahrer weiss: Die besten Lecks sind die unter der Wasserlinie.

Ich habe dieses Prinzip bislang eigentlich meist bei den internationalen Verbänden und Firmen auprobiert, mit denen ich normalerweise zu tun habe. Zum Beispiel war da in Österreich mal eine Pressetante in Fragen der Restitution, die ein kleines Geheimnis - einen Vertrag mit der FPÖ - hätte. Bäng, Treffer, versenkt. Da gab es eine Liste mit Vermögenswerten, die nicht die Runde machen sollte. Das Ding war in einer betroffenen Orga weit verbreitet, die von der Regierung gestellte Hilfspressetante wusste noch nicht Bescheid, Bäng Blubb Blubb.

Irgendwie dachte ich, PR Agenturen allgemein wären, wenn es um sie selbst und nicht um ein paar Kundendeppen geht, die mit Powerpointvalium ruhig gestellt werden, eine härtere Nuss. Aber ich lerne stündlich dazu. Und ich lerne nie aus. Die sind nicht anders als jede normale Firma. Witzig. Später mehr.



Aber jetzt müssen wir einen Kronleuchter aufhängen. Und bis dahin habe ich mal eine Frage an die hier mitlesenden Coderfreaks: Kennt sich hier jemand mit dem Open Source CMS Riot von Neteye aus? Nutzt Java, Hibernate, Struts und Velocity, mich würde besonders das Workflow Management interessieren.

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Donnerstag, 13. April 2006

Was wir aus unserer Statistik lernen:

2006-04-13 13:05:08 mail.jk-kom.de rebellmarkt (Position 1-10 bei Google) 1024x768 Internet Explorer Windows XP

Bedeutet: Am 13.04.2006, um 13.05 Uhr war hier ein Mensch hinter dem Server von Johanssen + Kretschmer, der Berliner PR-Agentur, der ich heute morgen wegen der Verwendung des Bildes meines Buchcovers eine Rechnung über 250 Euro geschickt habe, nachdem die Firma in den fast 24 Stunden davor sehr uneinsichtig war, was ihr Fehlverhalten anging - obwohl es hier im Blog eine grosse Debatte gab, an der sich auch ihre Mitarbeiter mit nicht tragfähigen Behauptungen beteiligten. Statt sich hinzustellen und zu schreiben:

""Sehr geehrter Don Alphonso!

Wir bedauern die Verwicklungen der letzten Tage, die durch unsere Verwendung und Bearbeitung Ihres Buchcovers entstanden sind. Wir haben leider die Bedeutung falsch eingeschätzt und teilweise auch unngemessen reagiert. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, hatten wir tatsächlich keine Erlaubnis des Verlags, das Bild zu verwenden.

Gerne sind wir deshalb bereit, die von Ihnen vorgeschlagene Kompensationsregelung zu akzeptieren. Wir versichern hiermit, Ihr Bild nicht weiter zu verwenden, und weisen unverzüglich 250 Euro auf Ihr Konto an.

Nochmal Entschuldigung, mit freundlichen Grüssen

Werauchimmer Istmirrecht"


file under: kommunikation auf augenhöhe, oder probieren Sie es einfach mal damit. Es ist gar nicht so schwer, wie manche meinen. Wiklich nicht, andere verstehen es doch auch. Einfach sich für den Fehler glaubwürdig entschuldigen, Thema vorbei.

Statt also das zu schreiben, setzt sich einer an den Computer und gibt die Suche nach "Rebellmarkt" bei Google ein. Um dann hier rauszukommen. Es handelt sich dabei, wie wir an der Bildschirmauflösung sehen, mutmasslich nicht um die Person, die gestern hier als M***y Sch*****g/Mario M*nster gepostet hat und eine grössere Auflösung hatte.

Dazu möchte ich bemerken: Lieber Besucher, meine Adresse steht auf der Rechnung, meine Mail haben Sie. Sie müssen mich also nicht suchen, sondern einfach nur diesen Brief schreiben. Alles andere verzögert nur. Ausserdem, wenn Sie wirklich so gut sind und alles über Blogkommunikation wissen, sollten Sie zumindest so viele Informationen über mich haben, dass sie nicht erst bei Google nach meinem Blog suchen müssen.

Ich bin ein Menschenfreund. Ich hetze auf niemanden einen Anwalt, wenn es nicht sein unbedingt sein muss. Ein Anwalt ist die ultima ratio. Sollte ich aber den Eindruck bekommen, dass jemand anfängt, nach mir zu schnüffeln, dann wäre das gar nicht gut.

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Rechnung

xxxxx, den 13. 4. 2006

Betreff: Rechnung für die Verwendung meines Bildmaterials für die Johanssen + Kretschmer Website

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Ihnen mittlerweile durch Ihr Blogmonitoring bekannt sein dürfte, haben Sie das Cover des von mir herausgegebenen Buches "Blogs!", erschienenen bei Schwarzkopf und Schwarkopf, sowohl auf Ihrer Startseite als auch im Beitrag "Monatsthema April 06" verwendet. Und zwar so beschnitten, dass jeder Hinweis auf das Buch, den Verlag oder die Autoren fehlt. Inzwischen herrscht wohl Einigkeit darüber, dass Sie damit das Urheberrecht des Gestalters und des Photographen verletzt haben, und keine Erlaubnis meines Verlages vorliegt. Der Photograph bin ich, die Grundidee zur Konzeption stammt ebenfalls von mir.

Wissen Sie, ich bin ja eigentlich nicht so. Ich habe bislang immer alles ohne Anwälte reguliert, ich kann damit leben, wenn andere meine Texte kompilieren und verwerten, ich beschwere mich auch nicht bei überzogenen Zitaten und Beleidigungen nehme ich mit einem Lächeln. Im Prinzip war ich gewillt, Ihrem Haus eine kleine Lektion über Blogs zu erteilen - wie sie anhand des fraglichen Eintrags sehen können, ist das auch geschehen. Eigentlich könnte ich es damit gut sein lassen.

Ich habe also viel recherchiert, noch eine Nacht darüber geschlafen, und bin jetzt zu folgendem Ergebnis gekommen:

1. Ihre Mitarbeiter haben auf meinem Blog die Unwahrheit gesagt, indem sie behauptet haben, "Wir haben selbstverständlich vor Veröffentlichung des Bildes dessen Verwendung bei Ihrem Verlag abgeklärt." Kurz, sie haben versucht, meinen Verlag gegen mich auszuspielen.

2. Sie haben den Ausschnitt des wohlbekannten Covers zur Illustration eines Artikels verwendet, den ich inzwischen sehr genau gelesen habe. Und ich muss sagen, angesichts der dort vertretenen Ideen zur Überwachung der freien Kommunikation freier Menschen empfinde ich die Verwendung als unverschämt. Hätten Ihre Mitarbeiter das Buch oder meine Texte zum Thema gelesen, wüssten sie, dass ich Strategien, die ich privat als "Schnüffelei" und "Meinungskontrolle" bezeichne, zutiefst verabscheue. Ganz abgesehen davon, dass das in diesem Zusammenhang übliche "Blogclipping" aufgrund des Urheberrechts ohnehin eine Sache ist, für die dieses Monitoring-Business hoffentlich irgendwann ein paar saftige Abmahnungen kassiert.

3. habe ich mich auf Ihrer Website umgeschaut. Wissen Sie, ich war anderthalb Jahre selbst Teil des Berliner Politikzirkus als Journalist. Ich weiss, wie diese Events dort so ablaufen, wie hoch die Cateringkosten sind und wie man dort mit der Kundschaft umgeht, an die solche "Monitoring"-Lösungen verkauft werden. Ich weiss auch, wie Ihresgleichen dann angerannt kommt, um Leute wie mich in ihr Netzwerk einzuspannen und mir höchstinteressante Gesprächspartner zu vermitteln. Dafür zahlen Sie. Viel Geld. Solche Events kosten, aber es lohnt sich für Sie. So bekommen Sie Kunden. Sie würden sicher nicht dem Caterer ein angebissenes Lachsbrötchen, das nicht für Sie bestimmt war, zurückgeben und sagen: "Irgendjemand hat gesagt, dass ich das nehmen darf. Echt jetzt. Doch nicht. Öh. Na da, haste es wieder. Kannste mir aber auch wiedergeben, dann sag ich den anderen, dass es von Dir ist." Würden Sie das tun? ich glaube nicht. Sie würden zahlen.

Wie Sie vielleicht auch wissen, hat mein Mitherausgeber Ihnen den Vorschlag unterbreitet, selbst eine Kompensation vorzuschlagen. Nachdem ich für dieses eine Photo über 20 Mal vom Gasteig zum Deutschen Museum runtergefahren bin, bis ich dieses Bild im Kasten hatte, nachdem ich feststellen musste, dass ausgerechnet Blogüberwacher das Bild verwenden und dann auch noch öffentlich meinen Verlag beschuldigen, es erlaubt zu haben, nach dem "Angebot", das Bild im Ganzen wieder mit einem Link zu unserer Seite online zu stellen, nach dem Fehlen jeder Bereitschaft in fast 24 Stunden, sich für das Vorgehen gründlich zu entschuldigen, nach der Unfähigkeit Ihrer Mitarbeiter, die langsam entstehende Blogkommunikation zu entschärfen und nach einer durchschlafenen Nacht komme ich zu dem Ergebnis:

Ich bin ja gar nicht so, dass ich Ihnen die Sache via Anwalt und Abmahnung und Unterlassungsverpflichtungserklärung zukommen lasse. Ich nehme auch nicht die Summen, die andere in solchen Fällen kassieren, also die marktüblichen 500 bis 800 Euro, die Agenturen Bloggern abnehmen. Aber ich berechne Ihnen

250 Euro

für die bisherige kommerzielle, mein Urheberrecht verletzende Verwendung meines Photos, die ich hiermit gleichzeitig untersage. Ich bitte um umgehende Begleichung. Nicht, weil ich darauf angewiesen bin, für ein paar Pixel Firmen zu nerven.

Sondern aus einem anderen Grund. Die Rechnung trägt den Konflikt dorthin zurück, wo er hergekommen ist. Sie sind ein Unternehmen. Jede Zahlung setzt einen Mechanismus in Gang, die Rechnung muss ihren Weg gehen, begründet und abgebucht werden. Viele Menschen werden sie sehen, manch einer wird sie auch lesen. Man wird nicht umhinkommen, darüber intern zu reden. Und hoffentlich begreifen, dass es eher unklug ist, sich auf diese Weise mit Bloggern einzulassen. Vielleicht haben sie auch was draus gelernt, kann gut sein, dann sind die 250 Euro gut investiertes Geld. Wenn ich Ihnen als Incentive noch einen kostenlosen Rat geben darf: Kümmern Sie sich lieber um andere Dinge. Es lohnt sich nicht. Blogs sind harmlos. Blogger tun keinem was. Sie wollen nur spielen.

Fast immer.

Mit freundlichen Grüssen,

Don Alphonso Porcamadonna

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Mittwoch, 12. April 2006

Soeben bahnt sich für eine PR-Firma

ein grösseres PR-Debakel an. Update: Es handelt sich dabei um die in Berlin ansässige PR-Firma Johanssen + Kretschmer, Spezialisten für Strategische Kommunikation, oder, wie es früher hiess Krisen-PR. Im Monatsthema April 2006 zum Thema "Weblogs und Krisenkommunikation", der sich ausführlich mit den Themen Blogüberwachung und Meinungskontrolle beschäftigt, wurde das Cover des von mir mit Kai Pahl herausgegebenen Blogbuchs ohne Erlaubnis der Rechteinhaber übernommen, und so beschnitten, dass es als Buchcover nicht mehr erkennbar und zur blossen Illustration des Artikels mit einem netten Bild verkommen ist. Update Ende.

Es geht um grosse Töne zum Thema Blogüberwachung, die Behauptung, dass sie das können, und um eine in diesem Zusammenhang begangene Urheberrechtsverletzung. Angeblich sind die gut - sie haben auch die Krisen-PR für Hartz IV gemacht. Das Thema baut sich gerade ganz langsam in den Kommentaren bei Robert Basic auf und wird hier so gegen 13.30 Uhr an die grosse Glocke gehängt - für den Fall, dass sie doch nicht so gut sind und nicht mitbekommen, was hier gerade abgeht.

Eigentlich hätten sie nämlich schon reagieren müssen: Das Thema ist seit 30 Minuten bei einem nach ihrer Meinung wichtigen "A-Lister" online. Haben sie aber nicht. Das ist nicht gut. Gar nicht gut, angesichts der postulierten Ansprüche.

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Heia Walpurgisnacht - III. Bayerische Bloglesung

Meine Vorfahren kommen in einem Hauptstamm aus diesem engen Tal zwischen Bayern und Franken, dessen Liebreiz und Idylle heute nichts mehr von dem Grauen ahnen lässt, das früher dort herrschte. Von Religionskonflikten zerrissen und von den jeweiligen verschwenderischen Machthabern ausgebeutet, von denen der eine den Bauwurm hatte und der andere qua Abstammung ein Warlord gewesen ist, konnte es wohl nicht anders sein, als dass sich die geschundene Bevölkerung skurrile Bräuche zur Linderung des Leids ausdachte, Bräuche, die es in ihrer Atrozität wohl nur in dieser Landschaft gibt. Ich nun, der ich weder der einen noch der anderen Konfession entstamme und mit Kirchen, Pfarrern und Heiligen nichts zu tun habe, ich, der ich von einem Volk abstamme, dem jede Verehrung von Leichen als denkbar unrein erschien, wurde dortselbst eines Tages im zarten Alter von 8 Jahren auf gräulichste Weise mit dem Ausfluss eines Kadavers konfrontiert, dessen Tag der Heiligsprechung mich nun lesend auf einem Friedhof sehen wird.

To cut a long story, am Abend des 30.04.2006, in der Walpurgisnacht, werde ich mit Frau Klugscheisser, Martina Kink, Banana von der Allee der Spackonauten und mindestens einem Boandlkramer Special Guest auf dem alten Nördlichen Friedhof in München-Schwabing von dieser Begebenheit berichten und mir die Schauergeschichten der anderen anhören. Unser Motto lautet "De hom an Deife", was übertragen bedeutet, die sind böartig, besessen. Will sagen: Das wird keine normale Bloglesung, sondern eine durchgehend schaurig-schöne in wirklich einzigartigem Ambiente, deren Texte mitunter nicht in den Blogs stehen. Und das alles in der Walpurgisnacht, zum Gedenken der Frau, deren Kadaverausfluss ich eines Tages beinahe hätte trinken... aber wie es dazu kam, erzähle ich dann um 19.00 Uhr.

Mitzubringen sind: Kerzen, Grablichter (an denen ich diesmal hoffentlich nicht meine Texte abfackle), Decken, natürlich auch Mäntel und Wärmendes - blicke ich aus meinem Fenster hinüber zur gotischen Kirche, von der Beelzebub im Jahre 1497 einen Rotmarmorstein 700 Klafter weit geworfen haben soll, sehe ich den feinen Nieselregen dazwischen und die Wolken, so dunkel wie an dem Tag, da bei uns im Speicher Frau Shelley zufolge ein gewisser Frankensteinstein einen Homunkulus zum Leben erweckte, dann mag derlei Wärmendes durchaus angebracht sein. Vielleicht aber auch nicht, und der Frühling erwärmt unsere steifen Knochen. Sollte es tatsächlich regnen, lesen wir im Twisted bavarian gleich um die Ecke - dort folgt dann auch die After Show Party.

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Dienstag, 11. April 2006

La Primavera é arrivata!

Kalt noch, aber der Regen ist zumindest vorbei.



Und der Berlusconi versucht schnell noch, die Stimmen der Auslandsitaliener für ungültig erklären zu lassen, und Nachzählungen durchzusetzen. Allein, es ist zu spät.

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Und nun zur Berliner Republik

Sage bitte keiner, dass man zwischen Spreebogen und Alex nicht lernfähig ist: Immerhin verzichtet das neoliberale Kampforgan Spiegel Online diesmal darauf, nochmal die schwerste Krise der Sozialdemokratie in ihrer Nachkriegsgeschichte auszurufen, nur weil der Vorsitzende geht. Sowas, hat man wohl begriffen, ist heute nicht mehr so schlimm wie in den 70er Jahren, als der Vorsitzende noch der unumschränkte Herrscher war. Natürlich ist es kein Spass für die SPD, wenn man sich jetzt schon wieder auf einen Neuen einstellen muss, zumal auf einen Ausdenfugengeher, der nicht nur optisch an einen gewissen Kohl erinnert - der Neue hat letztlich auch dessen Prinzipienlosigkeit und Opportunismus. Beck ist parteipolitisch eine gute Wahl, aber leider auch Ausdruck des Problems, an dem die SPD leidet: Da ist keiner, der programmatisch anpackt und mit klaren Vorstellungen die Partei, brutal gesagt, ihrer alten Säcke entledigt.

Das wäre eine schlimme Sache und vielleicht auch eine Krise, hätten wir ansonsten andere Parteien im Parlament. Haben wir aber nicht. Die Union, die bei der letzten Wahl das Debakel schlechthin eingefahren hat, die nur noch die Altersheime und ein paar Lobbyisten bedient, wollte eigentlich nach der Wahl mit einer Erneuerung beginnen: Ran an junge Familien, an Leistungseliten, aber auch an Arbeiter und Angestellte, die Sicherheit wollen. Statt dessen macht sie in Uropas Blubo-Theorien, Bundeswehr im Inneren, Kernkraft und hofft auf die Fussball-WM. Der Laden ist schlichtweg zu feige, sich mit den hausgemachten Problemen zu beschäftigen, und von einer alten Tante wie der Vorsitzenden kann man diese Impulse auch nicht erwarten. Der zweiten Reihe von Koch bis Ede ist das Kochen schwarzbrauner Ideologiesuppen wichtiger als Politik für die Menschen. Ist einfacher, als sich gedanken um das Land zu machen.

Und dann gibt es angeblich ja noch sowas wie eine Opposition. Bestehend aus einer liberalen Partei, die jetzt irgendwie nochmal vier Jahre bis zur Regierungsbildung und den neuen Fleischtöpfen rumbringen will. Wo die Melange aus Hoppe-Antidemokraten, halbfaschistischen Marktwirtschaftsverehrern und Reste der FPÖ-Kopisten die traditionellen Zahnärzte verschrecken und sich Grabenkriege liefern (übrigens auch in den Blogs, wo es vor kurzem in diesem Klientel zwischen einem Assi, einem börsenspekulierenden Lokalpolitiker gekracht hat). In der FDP war alles auf die Regierungspolitik ausgerichtet, für das Versauern in der Opposition hat man keine Konzepte, und der Anwalt Westerwelle lässt sich vom Anwalt Schröder auch noch gerichtlich unterbuttern - so macht das denen sicher keinen Spass, und diese demotivierte Grundhaltung der an der Bar versauernden, hässlichen Pickelfressen merkt man auch als Wähler. Konzepte? Neue Perspektiven als Liberale Partei zwischen Schwarz und Grün? Nix.

Dabei wäre der Zustand der Grünen mit ihrem zu Apparatschiks verkommenen System eigentlich reif für einen Frontalangriff. Die verlogene Bande, die inzwischen zur Rentnerpartei geworden ist und jungen Leuten die Chancen eines abgeschlossenen Jesuitenkollegs bietet, hat es sich bequem gemacht. Dergestalt als Funktionselite fett und faul haben sie noch immer nicht begriffen, dass Öko allein heute auch nicht mehr die 5% der Stimmen garantiert, die sie brauchen, um keine FDP-Zitternummer zu werden. Die Sorgen braucht die PDS nicht zu haben, dank der nützlichen Idioten der WASG und einer Verwurzelung im Osten, die allen politischen Analysen von vor 17 Jahren Hohn spricht. Da will man keine neuen Impulse, es soll so bleiben wie es war, nur etwas anders und mehr Jobs, bitteschön.



Wenn eine Partei dann in ein paar Monaten zwei Vorsitzende zerschleisst, ist das fast schon ein Lebenssignal aus der Pathologie von Berlin Mitte. Da zuckt noch was. Aber nicht genug, als dass ich nicht froh wäre, dort raus zu sein und nicht mehr als Korrespondent das Geschnarche vermitteln zu müssen.

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Prodi hat gewonnen

Sowohl die Kammer als auch der Senat gehen an die Mitte-Links-Koalition: Im Senat gewinnt Prodi mit 158 zu 156 Stimmen, in der Kammer mit 341 zu 277. Dabei hatte Berlusconi nach Stimmen den Senat deutlich gewonnen und in der Kammer extrem knapp verloren. Grund für den Sieg Prodis trotz der suboptimalen Ergebnisse: Das von Berlusconi durchgepeitschte neue Wahlrecht, das auch bei einer Minderheit der Stimmen Berlusconi den Wahlsieg bringen sollte.

Eine Opera Buffa, wenn man so will.

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Montag, 10. April 2006

Der österreichische Standard, [UPDATED]

der ohnehin schon seit 7 Jahren zu meinen Lieblingsmedien im Netz gehört, hat eine Art aktuelles Wahlblog zur Lage in Italien eingerichtet. Über die politische Ausrichtung muss man sich keine Illusionen machen, der Standard wird über das Ende von Silvio B. sicher nicht weinen. Allerdings ist der Standard schon seit Monaten an dem Thema weitaus dranner als die deutschen DPA-Tickerlutscher.

Es darf schon mal gefeiert werden: Während bei der RAI und beim Corriere die Server schmoren, sind die Exit Polls da: Prodi 50-54% im Parlament und Senat, die braune Dreckschleuder 45-49%. Ciao Cretino!

Der Senat ist schon eine gmahte Wiesn, wie man in Bayern sagt: 159-170 Sitze für Prodi/Ulivo, 139-150 für die Rechte. Da geht nix mehr für den Glotzengossen-Möchtegernnapoleon. Auf St. Helena wäre vielleicht noch ein Plätzchen frei.

Berlusconis Imperium winselt auf Canale 5 schon um Gnade: "La grande incognita: la legge proporzionale" - Die grosse Unbekannte: Das Proporzwahlrecht. Das dürfte die letzte Chance für Berlusconi sein, das Parlament zu erobern - aber bei den deutlichen Zahlen wird da nichts gehen. Spassigerweise sind die Verluste für den christlich-reaktionär-faschistischen Block vor allem auf die Verluste von Berlusconis Forza Italia zurückuführen, man mutmasslt runter von 29% auf 23%.

Aktuelle (vorsichtige) Hochrechnung v0n 17.45 Uhr - Prozente der Parlamentswahl: Ulivo/Prodi/Union: 55,9%, Katholen/Reaktionäre/Faschisten 43,6% laut (linksliberalen) Corriere.

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Über das Rundmachen eines Staatspräsidenten

Na also. Geht doch. Sogar ohne Abrüben der Führungskräfte. Wobei die jetzt sicher einen schweren Kopf haben. Frankreich halt.

und heute nacht wandert silvio auf den müllhaufen der geschichte, abteilung corleone, mussolini & loge p12

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Sonntag, 9. April 2006

Neukölln

Da war ich erst letzte Woche. Schräg gegenüber von der Rütli-Schule. Dort gibt es tolle Auflöser. Ich war in meiner Zeit oft dort. Und ich kann das hier nur unterschreiben.

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Avanti Amici!

Verpasst dem Silvio heute einen Tritt, dass er bis hinter die Gitter fliegt, und seine Kumpels in Europa Staub fressen!

und ich wieder mit freuden über den brenner fahren kann, die barchetta drängelt schon in richtung süden

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Munich Area Business Dinner

mit der Freundin des Haifischs und demselbigen: Erstere hatte eine harte Woche und legt genervt die Speisekarte hin, ohne sich zu entscheiden. Dann bestellt sie nur ein Glas Wein und bescheidet mein Drängen, doch auch etwas zu nehmen, und sei es nur eine Kleinigkeit, recht negativ mit einem Satz, den man nicht erfinden kann: "Nach zwei Tagen mit einer Packung Valium, 4 Schachteln Zigaretten und 6 Flaschen Bier kann ich jetzt nicht auch noch mit Kalorien anfangen."

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