: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Nett, die kleine Schwester

Natürlich ist es nicht nett, auf eine Parteiruine wie die FDP einzuschlagen. Aber nach den letzten Wahlen war da so viel Gejohle und Beglückung bei einigen Neoliberalala Blogs, die ihre Freunde mit dieser Partei im Bundestag sahen - da denke ich mir, die halten schon was aus. ZUm Beispiel, wenn ich hier sage, dass ein ruhiger Stil in meinen Augen aus Herrn Lindner noch lang keinen ehrenwerten Charakter macht.



Eher ist er sowas wie der Beginn einer neuen Partei mit alten Gesichtern. Es ist ja nicht so, dass er nicht Möglichkeiten gehabt hat. Er war unter Westerwelle führend dabei, und dannn unter Rösler. Da ist er sicher kein Opfer der Umstände mehr. Und die Politik der Liberalen, gemessen an ihren schlimmsten Auswüchsen im Aussen- und Entwicklungshilfeministerium, hätte er durchaus beeinflussen können. Angesichts der Leistungen von leicht paranoiden Linksgefahrensehern ist der Umgang mit dieser Partei allgemein fast noch gnädig, und im Besonderen zu Lindner, dem man nicht weh tun will, was auch sonst immer die Möwenpickpartei dahinter anrichtet. Dafür hatte er seinen Posten, sein Gehalt und jede Menge guter Presse bis zuletzt. Nur für das Nettsein und den Kontrast zur ausgewiesenen Arschgeigenorchesteraufführung in seinem Rücken, bei deren 2. Akt er selbst mit am Dirigentenpult stand.



Nun schleicht er sich in der Stunde grösster Not davon. Das darf er. Niemand ist gezwungen, seine Hände bis zum bitten Ende am Steuer eines Wagens zu lassen, der an die Wand knallt. Niemand muss in diesem Wagen sitzen bleiben. Und natürlich darf er auch den Eindruck erwecken, er wollte nur das Beste und jene, die jetzt gleich hochgehen werden, wären die eigentlich Schuldigen und er wäre da nur zufällig dabei gewesen. Viele kaufen ihm auch diese Geschichte ab. Und geben ihm damit die Chance für einen Neuanfang. Lindner ist unbeschadet dem Kommenden entgangen, und empfieht sich jeder neuen Nachfolgeorganisation der FDP als vorzeigbarer, glaubwürdiger und vor allem netter Geburtshelfer. Mit dem Mann kann man mehr erreichen, als mit den offenen Partikularinteressen von einem Henkel oder Merz allein. Das muss man erst mal schaffen: Eine Partei so mitruinieren, sie in ihre finale Krise stürzen und weiterhin als vorzeigbar zu gelten.



Kein Wunder: Diesem Manne gehört die Zukunft einer Schmierfritzenrepublik, die nichts, gar nichts aus anderen hohlen Wichten a la Guttenberg gelernt hat. Lindner macht es auch nicht anders: Teil und Profiteur des Systems und gleichzeitig dessen Nichtdabeiseinwoller, nur etwas weniger knallig. Traurig statt wütend, nett statt aggressiv, und schon lieben sie ihn. Als wäre das alles kein Kalkül, als würde ein Karrierist wie Lindner nicht genau überlegen, welche Optionen ihm jetzt noch bleiben. Es sind einige, und sie sind nicht schlecht. Zumindest besser als das Verbrennen von Rösler, Westerwelle, Niebel und anderen, die das jetzt ausbaden müssen. Ausgerechnet Atombrüderle gilt als die Zukunft: Die hat die FDP nicht mehr, und Lindner braucht sie für seine Zukunft auch nicht.



Vielleicht machen ihm die Union und die Grünen schon wenig verdeckte Angebote. So einen kann man brauchen! Und die Wählerreste der FDP kann man gut brauchen. Er ist eine Integrationsfigur, er kommt gut an, und er ist, das hat man gesehen, reichlich schmerzunempfindlich: Eine weitere Volte wird man ihm gerne verzeihen, so jung, wie er ist. Eine neue Partei wird für ihn sicher einen hohen Preis zahlen. Er ist nicht zurückgetreten, er bleibt uns meistbietend erhalten. Und wenn alles nicht geht, dann geht es eben ab in die Wirtschaft. Einmal Möwenpick, immer Möwenpick.

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Volles Vertrauen

18. Februar 2011: Merkel bekundet "volles Vertrauen" für Guttenberg.

15. Dezember 2011: Merkel hat "volles Vertrauen in die Person Wulff".

Ich glaube, "volles Vertrauen" ist uckermärkisch für Todesurteil.

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Wulff, das Beste aus zwei Welten:

Katholische Sündenlust ohne Bedenken gepaart mit einer protestantisch-norddeutschen, scheinheiligen Dreistigkeit.

Waffenlobbyistengeldannehmer Schäuble wäre sein natürlicher Nachfolger, sagt mn in der CDU. Wohl wahr in Bimbesland.

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Dienstag, 13. Dezember 2011

Gute Gläser und schlechte Manieren.

Früher fand man bei Arm und Reich gleichermassen in der Küche Senfgläser für den alltäglichen Gebrauch. Das war einfach so üblich. Man warf die leeren Pressgläser mit den an Diamantschliff angelehnten Mustern nicht einfach weg, sondern verwendete sie, wenn es nicht auf Repräsentation ankam. Das hat durchaus gute Tradition gehabt: Auch im spanischen Hofzeremoniell sind die Prunkräume im ersten Stock nicht die wahren Lebensräume im Stockwerk darüber. Für feierliche Anlässe, Gäste und den gut deckten Tisch mussten dann natürlich die feinen, dünnen Gläser mit Schliff aufgetragen werden.



Nun ist es durch Erbgänge, Flohmarktfunde und desinteressierte Nachkommen durchaus so, dass die feinen Glasvorräte oft auf wenige Vertreter der aktuellen Generation zusanmmenlaufen. Ich könnte vermutlich mein Leben lang aus solchen Gläsern trinken, und für eventuelle Erben wäre immer noch der Bedarf für eine weitere Generation gedeckt. Und wenn ich ehrlich bin, finde ich Senfgläser auch etwas peinlich, zeigen sie doch eine Haltung, die früher egal war, heute aber durchaus kritisch gesehen wird: Das häufige Verschlingen von aus Schlachtabfällen bestehenden Würsten. Da hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges geändert; einerseits wurden manche Würste vom Grundnahrungsmittel oder Essen für Arme zu Delikatessen hochgeadelt, andererseits gelten sie wegen ihrer Inhalte als nichts, was man zwingend noch Ökokindern geben würde. Man kann das, von den Bergen vielleicht einmal abgesehen, auch nicht einfach so als normales Essen servieren: Die Zeiten der Wurstberge mit Senfteichen sind einfach vorbei.

Wenn ich Senf brauche, kaufe ich ganz kleine Dosen beim Käsehändler meines Vertrauens, das reicht und ist letztlich billiger als grosse Gläser, deren Inhalt ich nie verbrauchen könnte. Ich habe also gar keine Gelegenheit, an Senfgläser heranzukommen. Allerdings kommen im Sommer oft Gäste, die schnell viel Flüssigkeit zu sich nehmen wollen, und die fragen mich dann entsetzt ob der winzigen Gläser, ob ich nicht etwas Grösseres habe. Biergläser. Habe ich nicht. Senfgläser. Habe ich nicht. Ich habe aber grosse venezianische Flügelgläser. Die wiederum kommen nicht bei allen gut an. Man kann mit guten Manieren nicht überall gut ankommen, ist die Erkenntnis solcher Fragen. Aber ich kann schlecht anfangen, Würste zu essen, nur damit andere dickwandige Gläser haben.

Es gibt jedoch Rettung: Während die Kinder von heute tatsächlich wenger Senf und dafür mehr Schlachtabfälle als Döner essen, so sind sie in anderen Bereichen noch weniger gesundheitsbewusst. Danach nämlich geht es zum Saufen. In die Altstadt. Vor meine Tür. Und obwohl es inzwischen Pfand auf Gläser gibt, ist es ihnen nach dem vierten Wodka Lemon egal, so breit wie sie nach Döner und Wodka sind. Die Gläser lassen sie einfach stehen, und andere kommen und zerwerfen sie an den Wänden. Das ist dann immer sehr unschön, wenn man am nächsten Morgen die kleinen Splitter aus den Ritzen fegen muss. Deshalb gehe ich meistens Nachts noch eine Kontrollrunde und entferne alles, was an Glas da ist. Und die grossen Pressgläser behalte ich.



Und zwar nicht, um sie beizeiten den Randalierern von oben auf den Kopf zu werfen und dann zu behaupten, die dort unten hätten sich beworfen - auch wenn es eine naheliegende Idee wäre. Nein: Für Gäste, die grosse, dicke Gläser wollen. Sie sind ja auch nicht unhübsch, so wie alte Wassergläser in Restaurants, nur etwas grösser, und sehr robust. Auch heute sind es die schlechten Angewohnheiten, die solche Gläser in den Haushalt bringen.

Und ich bin gespannt, welche Art des Niedergangs in 30 Jahren dann welche Vorteile bringen wird. Rolexwegwerfen finde ich aus bekannten Gründen durchaus akzeptabel.

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Montag, 12. Dezember 2011

Leichte Veränderungen bei den Rebellen

Als dieses Blog hier seinen Anfang nahm, waren relativ viele Nutzer noch mit Modem im Internet unterwegs. Folglich war es wichtig, die Datenmengen klein zu halten, und bei den Bildern auf Grösse und Kompression zu achten. Auch heute noch bin ich ein Freund schlanker Entwürfe; über Datenfluten wie beim Handelsblatt, Zeit oder FAZ kann ich mich trefflich aufregen. Trotzdem ist es inzwischen wohl so, dass nur noch die wenigsten nicht an einer dicken Leitung hängen.

Zudem ist die Sache so, dass ich nach 11 Jahren mit dem Wechsel zu Windows 7 zwangsweise auf eine neue Bildbearbeitungssoftware umgestiegen bin, die das präzise Runterziehen der Bilder auf einen bestimmten Wert (früher zwischen 20 und 35 KB) nicht mehr erlaubt. Gleichzeitig ist aber der Datenmengenunterschied bei erheblicher Vergrösserung der Fläche marginal.

Das hier ist das alte Format mit 450 Pixel Breite und 58 KB (125550 Pixel):



Und das wäre das hier gerade noch passende Format mit 470 Pixel Breite und 61 KB in gleicher Kompression (137420 Pixel):



Edit: Hier noch 480 Pixel und 63 KB:



Der Trend geht klar zu noch grösseren Bildflächen, aber damit müsste ich dann doch einiges an den Spaltenbreiten ändern, was 8 Jahre Layout zerschiessen würde, und zu bildlastig sollte es auch nicht werden. Für wirklich grosse Bilder würde ich weiterhin extra Dateien anlegen.

Wäre das ein vernünftiger Weg einer zarten Auffrischung?

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Wenn es weh tut,

liegt das sicher nur daran, dass man keine Tablette genommen hat. Es gibt doch gegen alle Beschwerden des normalen Berufsalltages mit seinen erfüllten 12 Stunden irgendwas. Wozu hat man denn die Medizin, solange sie wirkt.



Kurzes Stöhnen.

Weiter. Das muss heute noch fertig werden.

Da kann man auch nichts lesen, was in so einer Haltung die moderne Leibeigenschaft erkenn. In der FAZ. Was bildet sich der Autor da ein? Lieber noch einen Ordner, oder wenigstens einen halben.

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Sonntag, 11. Dezember 2011

Die alte Schule

Die alte Schule von Bologna ist seit 12 Tagen unterwegs, und mittlerweile erreichen wir Zeitspannen, die in jener Epoche als schnell gegolten hätten. 50 Kilometer am Tag waren damals durchaus möglich, und so weit weg ist Belgien nun auch nicht. Aber heute dauert es eben. Ich bin gespannt, ob es in einem Stück ankommt. Solange kann ich aber nichts von dem tun, was ich eigentlich dieses Wochenende tun wollte. Zum Glück gibt es als Alternative auch noch die alte Schule des Dezembers in dieser Region, auch wenn hier sonst nichts mehr so ist wie früher.



Der Vorschlag, den man hier zur Gewinnung von Zweigen zu hören bekommt, lautet: Einen Baum kaufen und entzweigen. Allerdings war es hier früher so, dass jemand mit Jagd einfach ein paar Bäume mitbrachte. Nun sind Jagdpächter eigentlich nur befugt, Tiere darnieder zu fällen, und nicht Bäume, aber daran hat sich früher einfach keiner gehalten, und man griff eben zur Säge, statt zur Büchse. Heute hält man Bäume in Kübeln, die hereingeholt werden, und die Äste, die man für das Abdecken der Pflanzen braucht, holt man immer noch im Wald.



Eine Art letzte Referenz vor den Zeiten, da man nicht kaufte, sondern nahm, selbst wenn dem Nehmen hier nichts entgegen steht. Es ist ja nur Abfall, den man mitnimmt, wo die Stämme an der Strasse geschlichtet sind: Da muss man rein in den Wald.











Und wenn das alles vorbei ist und der Frühling naht, geht es in den Kachelofen. Einen Baum kaufen und dann entasten und das am Ende vielleicht auch noch wegwerfen - niemals. Wenn das die neue Schule ist, bleiben wir bei der alten.

Ausserdem war es eine nette Wanderung.

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Das Kunstlichtgrauen

Morgen.



Mittag.



Nacht.



In Italien geht die berechtigte Angst um, dass mit der enormen Sparsamkeit des Staates mehr von den Menschen bezahlt werden muss. Bei den Deutschen würde das auf die Spareinlagen gehen. Bei den Italienern dagegen auf das, was sie anstelle des Sparbuchs haben: Auf das Schwarzgeld bei vielen, aber bei den meisten vermutlich irgendwann auch auf die Immobilie. Es gibt zwar keine zwingende Korrelation zwischen der staatlichen Leistung und dem Immobilienbesitz; das hängt mehr von der Bauförderung und der Rendite ab.Ssind die Mieten hoch und die Vermieter mächtig, geht es wie in England mehr zum Eigentum, ist es wie in Deutschland, ist Mieten angenehmer.

Aber es gibt sehr wohl einen Zusammenhang zwischen dem Niedergang von Staaten und ihren Hausbesitzern, zumal, wenn Häuser auch noch mit Schulden belastet sind. Während es in Amerika der Lebensstil ist, auf das Holzhaus zu borgen und im Zweifelsfall zu gehen, ist in Italien die Schuld auf das Haus durch den Markt bedingt. Niedrige Einkommen, hohe Immobilienpreise, ungünstiger Mietmarkt: Da kauft man, und stottert ab, so gut es geht. Die Angst, dass es nicht mehr geht, wird kaum davon aufgewogen, dass es einen Käufer geben wird: Die Preise sind auch ein Grund, warum Deutsche sich eher aus dem Markt verabschiedet haben. In diesem Dezember, bei sinkenden Preisen, niedrigen Zinsen in Deutschland und dem Risiko der Inflation oder des Währungsschnitts, und eingedenk der Immobilienpreise...

Man kann da schon auf die Idee kommen, dass sich die Tedesci aus ihrem nebelgrauen Kunstlichtsumpf für die Transferunion belohnen. Und für jede Flucht in die Sicherheit muss es auch einen geben, der es in dieser Sicherheit - aus welchem Grund auch immer - nicht mehr aushält. Heute noch alte Meister. 2012 lockt vielleicht schon das Südende des Gardasees.

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Samstag, 10. Dezember 2011

Bis das Brett herunterfällt

Es ist vielleicht nicht der beste Ort für Euroskeptizismus: An dieser Stelle kommen alle Elitessen vorbei und viele kaufen auch ein, und die haben natürlich zur Gemeinschaftswährung das positive Verhältnis, das einem die Ideologie hier zu vermitteln sucht. Sie ganz besonders. Und sie wurden auch nicht müde zu betonen, welche Vorteile der Euro gebracht habe. Ausserdem sei das jetzt schon so lange her, da könnte man es doch abnehmen. Die alten Frauen, die hier auch einkaufen, lassen sich von der Bäckerin noch immer die Münzen im Geldbeutel abzählen. Und ich rechne auch heute noch alles in DM um. Es ist nicht so leicht, mit alten Gewohnheiten zu brechen. Es ist keine Nostalgie, eher die Frage, warum man denn nicht alles in Ruhe lassen konnte. Damals hatte die Bäckerin auch ihren Kunden haarklein erklärt, wie der Euro alles teurer machen würde. Wie wir heute wissen, war es noch untertrieben.



Jetzt sind die Elitessen still geworden, und die Bäcker sagt, es bleibt hängen, bis das Brett herunterfällt. Das kann noch etwas dauern. Und obwohl es nur ein Stück Papier ist, mag es mir scheinen, wird es länger halten als das Papier in den Geldbörsen. Nur damit wir uns richtig verstehen: Die abseits stehenden Briten werden meines Erachtens dadurch nur zur Bad Bank von Europa. Und früher war nicht alles besser, sondern nur anders schlecht. Trotzdem ist Helmut Kohl nach meinem Dafürhalten die schlimmste politische Erscheinung nach 1945, eine monströse Fehlentwicklung der Demokratie, und die Geschichte wird sich in 20, 30 Jahren vor Abscheu winden, wenn alle Folgen dieser bleiernen Jahre voll verstanden und durchlitten sind. Vom failed State zur failed State Union. Weil kein Europa geschaffen wurde, sondern ein europäischer Ansteckungsweg. Jetzt, zu spät, da die Krankheit sich schon ausgebreitet hat, wird versucht, im Siechenhaus mit Diät etwas zu erreichen. Das ist nicht das Europa, das man bestellt hat. In diesem demokratischen Europa gehen die Lichter aus.



Denn dabei werden durch die "Technokraten", die in Regierungen und Institutionen gelangten Vertreter von ökonomischen Partikularinteressen, die Möglichkeit zur demokratischen Gestaltung ausgehebelt. Mit den vollkommen unrealistischen Zielen zur Haushaltsdisziplin ist immer ein Mittel und Weg da, Entscheidungen auf Befehl von Oben durchzudrücken, trotz Proteste und Regierungsänderungen - es sei denn, man wählt wie in Ungarn die Nazis, die die Kosten den Banken aufzwingen, in einem Europa, das hier wiederum zu feige ist, Grenzen aufzuzeigen. Ich kann nur raten, sich das gegenwärtige Ungarn und teilweise auch die Nazis in Griechenland genau anzuschauen: Nicht Drakozy ist das Rollenbild, das uns bedroht. Es sind die braunen Seilschaften, die in der Peripherie erfolgreich werden und im Zentrum Nachfolger finden.



Man kann von Glück reden, dass sich solche Versuche in Deutschland immer selbst ins Knie geschossen haben. Eine Partei des Bodensatzes mit Erika Steinbach und Jörg Schönbohm ist nicht attraktiv genug, Guttenberg ist wohl wirklich weg vom Fenster, und auch die FDP fällt nach dem Scheitern ihrer antisemitischen und klassenhassenden Kampagnen als Nucleus für eine braunliberale Partei aus. Rechts von der CDU ist nach der Erkenntnis, dass wir braune Todesschwadronen jahrelang einfach übersehen haben, vermutlich wenig zu machen. Vielleicht braucht man auch gar keine nationalistische Partei, wenn man einem Kontinent auch so vorschreiben kann, wo es lang geht und welche Verträge man gerne hätte. Vielleicht gewöhnt man sich auch einfach an die Rolle als Versuchskaninchen in einer Einigungsgeschichte mit offenem Ausgang - ich überlege gerade, welche ähnlichen Entwicklungen es in der neueren Geschichte gibt, und mir fallen da nur einige failed States in Afrika wie der Kongo ein, die Versuche einer arabischen Union in den 7oer Jahren, dazu die Sowjetunion und die VR China. Und von denen sind auch schon einige gefallen, schneller als das Brett an der Wand meiner Bäckerin.

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Tröstliches

Die Wölfe waren schon vor den Pudeln da, und sie werden da sein, wenn die Pudel verschwunden sind.

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Donnerstag, 8. Dezember 2011

Warm anziehen.

Ich wollte ja schon länger eine ganz vorsichtige Wende machen, dass man gewisse Dinge im Alter schon mal machen darf. Zum Beispiel ist es ja so, dass man über 40 nicht mehr zwingend Baseballkappen tragen sollte, wenn man das früher gamcht hat (habe ich aber nicht). Auf der anderen Seite kann man sich schon mal, wenn man in den Bergen wohnt, aus Gründen der Ökologie und der Nachhaltigkeit auch was von hier anziehen, so wie man ja auch die Eier hier kauft. Irgendwie so wollte ich das machen. Aber dann ist mir eine Idee gekommen, wie ich das mit dem Loden in einem grossen Schwung bei der FAZ tun kann.



Auch, weil ich einen grossen Schwung, also, wie sage ich das, Wintervorräte angelegt habe. Man weiss ja nie, was kommt. Vielleicht wird es sehr kalt und gefährlich diesen Winter. Und was man gestern an Kaschmir gekauft hat, kann man heute tragen, und muss es morgen keinem mehr nehmen. Ich mein, wir leben in Zeiten, da Experten der UBS beim Untergang des Euro zum Kauf von Schusswaffen raten. Da weiss man nie. Und so ein Lodenmantel ist wirklich warm und so robust, dass er auch einen gewissen Schutz vor Stichwaffen bietet.

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Ach schau an

Zuerst eröffnen sie den alten Bankenrettungsfonds Soffin wieder. Aber das hat gar nichts mit der Krise der Banken zu tun!

Dann fluten sie den Markt mit Dollar. Aber keine Gefahr für die Banken!

Dann senken sie den Leitzins auf 1%. Das ist für die Wirtschaft nur, nicht zwingend für die Banken.

Und jetzt kommt heraus, dass Europas Banken nach Ansicht der Bankaufsicht eine kleine Lücke von 114,7 Milliarden ins Haus steht, um krisensicher zu sein, was immer das auch heissen soll, mit 9% Eigenkapital. Oder 91% Fremdkapital.

Ich habe eigentlich nur eine spannende Frage dazu: Wer macht gerade einen Bank Run? Die Banken bei ihren Partnerbanken? Die Reichen? Die Institutionellen?

Ach so, und: Warum, wenn doch alles eigentlich gut ist?

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Die Lösung

Ich glaube gar nicht, dass es zwischen Mann und Frau besonders darauf ankommt, dass Er ein wenig grösser als Sie ist. Die Sache mit der Grösse gleicht sich horizontal aus. Viel wichtiger erscheint es mir, dass Er dunkler als Sie sein sollte. Das sieht immer sehr hübsch aus. Helle Frauen sind schöner als helle Männer; die sind immer ein wenig fad. Auf den Kontrast kommt es an. Und was einem eben sonst noch so einfällt, wenn der gehobene Arm mehr und mehr weh tut. Aber was soll's, das Jahr geht zu Ende, und einmal darf ich mich auch noch selbst beschenken, und die beiden haben die richtigen Farben.



Und bevor eine Gendertröte "rape culture" kreischt: Sie zieht Ihn an seinem Barte zu sich hin. Das ist, weil es zwischen Faun und Nymphe passt, pures Verlangen. Also das, was Gendertröten auch gerne mal negieren. Ausserdem finde ich es nicht ganz richtug, dass Nymphen vermutlich ausgestorben sind und Gendertröten nicht. Ich mein: kein Mensch würde sich so eine Gendertröte an die Wand hängen.

Man muss sich ein wenig ablenken, dann denkt man nicht zu sehr an das, was andere auch zu zahlen bereit sind. Rechnen tut weh, bei mir schon immer, aber am Hörer ganz besonders. Ausserdem war es diesmal gar nicht schlimm, wirklich nicht. Es bleibt seit 200 Jahren, so viel anderes ist verschwunden. Ars longa. Vita brevis.



Hauptsache, es gibt Hell und Dunkel zusammen. Die ewige Nacht kommt für den Menschen früh genug. und für den Euro, mit dem ich zahle, noch schneller.

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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Oh je.

Ich habe den Geburtstag dieses Blogs vergessen. Das ja zu Beginn nur eine Zweitheimat war. Inzwischen aber ist das der für mich relevante Termin: 3. Dezember 2003. 2003, da war die Bloggerei insgesamt in Deutschland noch recht überschaubar. Da wohnte ich noch in München und in der Dachwohnung hier im Haus, und in Letzterer habe ich das dann gemacht. Es war Winter. Es war kalt. Es lag Schnee, damals vor 8 Jahren. Und ich wusste noch nicht mal, ob iczh das besonders lange machen würde. Ich weiss es bis heute nicht. Ich mache mir da eigentlich keine Gedanken, wie ich überhaupt Gedanken Machen für überbewertet halte, gerade wenn es um Tätigkeiten wie Abwaschen, Bergsteigen oder Schreiben geht.

Immerhin habe ich am 3. Dezember 2011 einen bösen Rant geschrieben, und drei goldene Bilder veröffentlicht. Dann aber in der kleinen Wohnung am Tegernsee. Und in München und in dem Ende 2003 folgenden Berlin wohne ich auch nicht mehr. Die Bilder sind grösser geworden. Eventuell setze ich sie demnächst sogar auf 470 Pixel Breite hoch. Aber sonst sieht es noch so aus wie zu Beginn. Und wenn ich das alles so lese, bin ich immer noch der gleiche Kindskopf mit Sturschädel.

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Mittwoch, 7. Dezember 2011

In der EU hergestellt

Man hört ja viel über all die bösen Verschwörungstheorien, die im Netz kursieren. So richtig froh kann man darüber natürlich nicht sein, selbst wenn sich manche Theorie am Ende doch nicht als ganz falsch herausstellt. Eine bestimmte VT hat es aber inzwischen zum Mainstream geschafft: Dass die Krise Deutschland gefällt, weil man über sie dem Kontinent ein neues Regime aufzwingen kann. Selbst, wenn es darauf hinauslaufen sollte: Ich glaube nicht, dass die Deutschen oben oder unten das wollen. Oder wollen können.



Es gibt da nämlich Aspekte, die klar dagegen sprechen: Das sind die wirtschaftlichen Folgen, die dieses Regime der Sparsamkeit haben wird. Das fängt schon beim Allheilmittel der Privatisierungen an, von dem so viel geredet wird: Das wird kurzfristig das ein oder andere Loch in den Staatshaushalten etwas stopfen. Nicht sehr natürlich, denn solche Massenverkäufe in Krisenregionen, die man schon von der Treuhand kennt, sind nicht wirklich lukrativ. Im Gegenteil, sie haben Folgekosten. Private Investoren werden die Käufe auf extreme Effizienz trimmen, mutmasslich oft genug mit dem Ziel einer Zerschlagung und einem schnellen Weiterverkauf, wie in der Private Equity Branche üblich. Dadurch entstehen soziale Kosten, die wiederum auf die Staaten durchschlagen, die ohnehin schon kein Geld mehr haben. Sollte man sie dann wieder retten, und das Land in Schwung kommen: Prima für die Investoren, die von der Gesundung profitieren, während der Rest der Bevölkerung allenfalls aus dem Loch kriecht, hinein in eine Welt, wo vieles privatisiert und teurer ist.



Wie so etwas in der Praxis läuft, steht gerade bei FT Alphaville, und ich frage mich schon, warum ich dafür nach England gehen muss: Solche Beiträge müssten eigentlich auf der ersten Seite der deutschen Medien stehen. Die Lücken bei den Krisenbanken anderer Länder werden schon jetzt von der Bundesbank gefüllt, und es wird niemanden besonders überraschen, dass die Verantwortlichen - eben jene Reichen, die als Systembegünstigte reich wurden und dann ihr Geld abzogen - danach wieder als Investoren aktiv werden. Grob gesagt, bezahlt die Bundesbank dem Klüngel dr PIIGS-Staaten teilweise ihren Raubzug gegen das Gemeinschaftsvermögen der Staaten, indem sie das System so weit am Laufen hält, dass es geschlachtet werden kann. Ob das Geld dennoch wiederkommt? Bei solchen Reichen? Ich denke mal eher: Nein.



Das nächste Problem mit solchen Privatisierungen sind gemeinhin weitere kostensparende Aktionen. Bei so einem Staatsbetrieb ist es kein Problem, als deutscher Minister zu kommem und Aufträge im Wert von xxx Millionen zugunsten der üblichen deutschen Exporteure zu vereinbahren. Man denke an den Starfighter-Skandal, an die Bestechungsversuche von Siemensmitarbeitern, an die Art, wie die Österreicher den Eurofighter bekamen. Ganz klassisch Politik als Fortsetzung der Korruption mit anderen Mitteln. Abschlüsse, bei denen auch langfristige Interessen mit hinein spielen. Das alles fällt weg, wenn ein Investor so schnell wie möglich hohe Profite erwirtschaften will. Die erste Arbeit nach den Entlassungen ist gemeinhin der Kampf gegen die Lieferanten und deren Preise. Und in den PIIGS-Staaten würde ich auch nicht darauf wetten, dass deutsche Exporteure da gerade ein leichtes Spiel haben, wenn es zum Gericht geht. Diese Exporteure, die für uns hierzulande angeblich so wichtig sind.



Dass sie auch nicht mehr so viel exportieren, wenn die Wirtschaft in den fraglichen Ländern in die Knie geht - geschenkt. Dass deutsche Produkte dann vielleicht durch billigere Alternativen ersetzt werden - absehbar. Dass dann der Ruf nach neuer Konkurrenzfähigkeit kommt - wahrscheinlich. Und dass es dann wieder heissen wird: Löhne und Leistungen in Deutschland runter, Subventionen und Steuerprivilegien rauf - da kann man Gift nehmen. Und wie das gehen soll? Nun, im unteren Bereich des Lohnniveaus kann man von der Freizügigkeit in der EU profitieren - hier mal ein schöner Beitrag darüber, wie im Baltikum die Probleme zuerst mal über Abwanderung reduziert wurden. Oder auch: Einwanderung in andere Arbeitsmärkte. Dafür können sie nichts, sie nutzen nur Chancen, profitieren tun sie nicht. So ist das mit der verknüpften, postnationalen EU: Das Forcieren der Krise in einem Land importiert die Krise in die exportierenden Länder zurück. Nicht unbedingt bei allen, aber am Ende so einer Sparsamkeitsrunde wurde an den einen gespart, was die anderen bekommen. Ich denke schon, dass diese Ideen manchen Deutschen gefallen - aber dieser Kampf ist nicht Deutschland gegen den Rest, sondern die Absahner und Profiteure gegen die meisten anderen. Es gibt überall Gewinner neben den Verlierern.



Um so etwas zu machen, muss man entweder geschmiert sein, was ich grosso Modo bei allen PIIGS-Regierungen und etlichen anderen in Paris und London annehmen würde, oder getrieben sein von der Angst. Was ich Frau Merkel unterstellen würde. Irgendwie muss das Geld geretttet werden, sonst dreht der deutsche Sparer durch, und wenn es dafür woanders drunter und drüber geht: Auch egal. Man tut gerade so viel, wie man eben tun muss, man opfert die anderen, wenn es sich anbietet, man negiert grosse Entwicklungem, bis sie einen überrollen, und man sieht auch nicht ein, dass der Feind nicht "die Regierung" oder "die Schulden" sind, sondern ein mafiöses Geschwür, das von Europa auf allen Ebenen mel mehr, mal weniger Besitz ergriffen hat. Das Problem ist die Umverteilungsspirale, zu deren Vehikel die Wirtschaft und ihr Wurmfortsatz der Politik verkommen ist. Da muss man ran.



Aber solange Briten und Iren ihren Zocker- und Steuerirrsinn schützen können, auch wenn sie dafür die Pensionskassen plündern, und dieses Deutschland nicht in der Lage oder Willens ist. sich dagegen durchzusetzen, muss niemand Angst vor Frau Merkel haben. Nur vor denen, die von ihrer Inkompetenz und Unschlüssigkeit profitieren.

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Oha.

Do legst di niada
und schdehsd nimma auf


wenn Du ein Hayekianer oder Chicago Boy bist.

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