Empfehlung heute - Inside Kreditkrise

kann man bei Konstantin nachlesen, bezeichnenderweise mit Hintergrundinformationen, die deutsche Medien irgendwie nicht zu kennen scheinen. Nicht wirklich angenehme Hintergrundinformationen, übrigens.

Bei Ebay couk findet sich übrigens gerade ein reizendes Teesevice aus Sterlingsilber. Zu einem unverschämt hohen Preis in Pfund, aber sobald die Parität zum Euro erreicht ist - in mutmasslich drei Tagen also - könnte es finanzierbar sein. Diese Krise ist also gar nicht nur negativ. Also, mal microökonomisch betrachtet.

Montag, 4. Februar 2008, 14:16, von donalphons | |comment

 
Heist das, ich kann wieder nach London fahren ohne an den Tapas pleite zu gehen?

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Ich denke, es wird an die Zustände in den letzten Tagen der DDR erinnern - goldene Zeiten für Echtdevisenbringer. Indische Rupien, kanadische Dollar, israelische Schekel und sogar französische Euro - alles besser als das Pfund.

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Dann kann man nach London fliegen ohne das mit dem preiswerten Flug Gesparte, durch schamlose Preise mehrfach trotzdem dort zu lassen.

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ich bin mir nicht sicher, ob das kommende Kalkutta der Nordsee dann noch als Destination besonders lustig ist.

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Kann nicht schlimmer sein, als die anderen Kalkuttas rund um den Globus, die demnächst entstehen. SPON meldet, dass nun in China Banken faule Kredite abschreiben müssen.

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Das ist für mich jetzt nicht sooooo die Überraschung. Allerdings, wenn Berge billiger Klamotten und Haushaltsgeräte in Shanghai am Hafen liegen bleiben, haben auch die Chinesen was davon - wenn sie eine Revolution machen und alles beschlagnahmen.

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... und dann schreien dort die Massen "Die Mauer muss weg!"

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Hat doch eine der Big4 schon vor ca. 2 Jahren iirc 1 (deutsche) Billion an von chinesischen Banken gehaltenem distressed debt geschätzt. (Und musste das dann unter dubiosen Umständen zurückziehen.) Viel übler eigentlich, dass die Chinesen auch noch auf Unmengen an USD sitzen.

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3,3 Bill.
Bei den Anliehenversicherern schlummern ein paar unentdeckte Milliarden.

http://blog.zeitenwende.ch/vernetzt/anleihenversicherer-am-abgrund/

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Nicht mehr lange, und Millionen deutscher Schnäppchen-Jäger überfluten London.

Obwohl - daran glaube ich nicht. Eine Kreditkarten-Firma, die mit rabiaten Methoden vor allem Kunden herauswirft, die (welcher Frevel!) nicht ständig in den Miesen stehen, taugt nicht als Beweis einer umfassenden Kreditkrise.

Aber auch nicht als Widerlegung.

OT
Täuschen mich meine Sinne, oder spielt man in der CDU gerade eine Vorprobe im Stück "Götterdämmerung"? Nachdem das vermeintlich als rettend empfundene schwarz-gelbe Ufer immer weiter in die Ferne rückt, gehen sich CDU-Heinis untereinander in die Haare. Merkel wird vermutlich bald heute schon ein "Machtwort" sprechen - und übermorgen geht der Tanz dann weiter.

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3,3 Billionen sind schon eine Ansage *hust*
Und es sind keine italienischen Lire!

man kommt wohl zur überzeugung, dass rassismus und ausverkauf an die wirtschaftsmafia besser vermittelbar ist, wenn man darauf nicht allzu deutlich eingeht

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Jungs ganz ruhig, es sind nur US-Dollar.

Die Schuldner sind vor allem Kommunen. Was haben die denn an Sicherheit geboten, ihre Infrastruktur?

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Na ja, mal langsam, es geht bislang wohl niemand davon aus, dass die ganzen 3,3 Billionen (oder auch "nur" 2,3 Billionen, je nach Schätzung) Dollar an Krediten komplett ausfallen.

Wenn die Monoline-Versicherer pleite gehen, müssen die von ihnen abgesicherten Anleihen allerdings abgewertet werden, weil sie ihr Triple-A-Rating verlieren. Da kann es schon um ein paar Prozent gehen, also weltweit insgesamt einen dreistelligen Milliardenbetrag oder so. Ist ja auch schon einiges.

Und wer diese Anleihen alles im Portfolio hat, weiß vermutlich zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner so richtig. Banken, Pensionskassen, Fonds, was weiß ich. Es könnten die "üblichen Verdächtigen" betroffen sein, die wegen Subprime sowieso schon jenseits von Gut und Böse sind, oder auch ganz andere.

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Mal ganz einfach:

So wie ich es verstanden habe, ganz grob:
- Geld ist da. Es wird mehr gespart als ausgegeben.
- Leider nicht überall gleich. Auf der Geldvermögenvermehrerseite: z.B. Asien, Golfstaaten. Auf der Geldvermögenausgeberseite: Die USA.
- Geld im Übermass bedeutet, dass Anlagemöglichkeiten gesucht werden. Der kreditfinanzierte Konsumhunger in den USA bietet solche. Noch angefeuert durch niedrige Zinsen in den USA.
- Normalerweise würde der Wechselkursmechanismus dafür sorgen, dass bei Handelsbilanzdisparität der der Dollar ins Bodenlose fällt.
- China und andere halten den Dollar jedoch gegenüber ihren Währungen hoch (auch durch Marktaufkäufe). Denn sonst würde der Absatzmarkt USA für ihre Billigkonsumwaren einbrechen.
- Irgendwann knallt dieses Gebilde.

Richtig? Dann können auch Billionen ausfallen, die eh nur auf fragwürdigen Ratings basieren.

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Tatsache jedenfalls ist, dass ausgesprochen viel "Luft" im System ist. Die Bewertungen vieler Firmen, die hohen Börsenkurse (welche wiederum als Kreditsicherungslinie dienen), aufgeblasene und teils bereits nur mit Not gestützte Immobilienmärkte, komplizierte - und vor allem hochempfindliche Finanzierungsinstrumente, welche Billionenwerte repräsentieren, ja, und dazu völlig übersteigerte Konzerngewinne in den Bilanzen.

All das kann sich schnell als marode erweisen.

Wenn hier ein echtes Rutschen anfängt, mit entsprechenden Folgen für Kreditbewertung, Konsumneigung und Konjunktur, dann kann in recht kurzer Zeit sehr viel "Luft" aus dem Gesamtsystem entweichen. Billionen und Aberbillionen. Es ist vor diesem Szenario gar kein gutes Zeichen, wenn eine Londoner Kreditkartenfirma sich kopflos zeigt. Es ist auch kein gutes Zeichen, dass Bernanke ein zweites Mal, und gleich so drastisch die Zinsen gesenkt hat.

Noch gehöre ich zu den Personen, welche das Kreditproblem in erster Linie für ein amerikanisches halten, dazu kommt eine weltweite Wachstumsdelle . Noch sehe ich es so "harmlos".

Aber auch in diesem vergleichsweise harmlosen Fall werden die gewöhnlichen Bürger früher oder später die Gekniffenen sein, zum Beispiel dadruch, dass ihnen die Arbeitgeber in die Lohntüte grabschen, weil anderenfalls die "Gewinnentwicklung bedroht" wäre. Und Schlimmeres.

Wenn die Konjunktur dieses Jahr 1,2 Prozent übersteigt, haben wir alle Glück gehabt.

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alle wie auch immer gearteteten positiven effekte werden lediglich kurzfristig sein. es gibt hier strukturell kein entrinnen. die tendenz ist, dass die finanzkrisen immer gavierender ausfallen bei gleichzeitig steigender intransparenz. die frage ist, ob rechtzeitig und umfassend gegengesteuert oder reguliert werden kann. aber daran glaube ich nicht, denn das würde voraussetzen, dass man sich supranational auf einen quasi planwirtschaftlich organisierten finanzhandel einigt, und das wird nicht funktionieren. oder? was genau bräuchte man dafür? das wäre die erste frage.

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Drakonische Massnahmen gegen die Verantwortlichen, aber diesmal bitte keine ineffektiven Gulags, sondern profitable, dauerhafte, mittelschwerde Zwangsarbeit und Einzug ihrer Vermögen zur Dämpfung der Folgen, und lebenslange. diesmal richtige Latrinenarbeit für die Johurnaille, die das alles gedeckt hat.

Könnte die Betreffenden nachdenklich machen.

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dito. gut gebrüllt, löwe.

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Linke Volkswirte behaupten ja schon seit längerem, dass die globalen Finanzspekulationsaktivitäten moderner Prägung keineswegs dafür sorgen, dass irgendwann alle Güter und Unternehmen weltweit mit fairen Preisen bewertet werden. Die ständigen Übertreibungen mal in die eine, mal in die andere Richtung wären nach dieser Theorie keine unglücklichen Ausrutscher, sondern die Regel. Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass diese Leute recht haben.

Siehe z.B. hier (für diejenigen, die tiefer einsteigen möchten):

http://www.wifo.ac.at/wwa/servlet/wwa.upload.DownloadServlet/bdoc/WP_2007_305$.PDF

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Auch mittlere, rechte und eigentlich alle anderen Volkswirte behaupten seit spätestens den 70ern keineswegs, dass "irgendwann alle Güter und Unternehmen weltweit mit fairen Preisen bewertet werden". Sie behaupten soweit mir noch in Erinnerung geblieben ist lediglich, dass die Bewertungen unbiased sind (d.h. nicht systematisch und dauerhaft zu hoch oder zu niedrig). Ob das widerum stimmt ist eine andere Frage, aber wenigstens die richtige. (naja selbst auf die falsche Frage würde das verlinkte paper nicht passen) Wobei Volkswirte da (und sonstwo) so oder so nix zu melden haben. "If you're so smart, then why aren?t you rich?" Empfehlung: Neben Immobilien und dem ganzen anderen hier genannten Schund auf jeden Fall auch short Volkswirte. Das ist doch riesengrosse Volksverdummung.

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Der Schweinezyklus ist nicht unbedingt die Erfindung "linker" Volkswirte, und auch das Gegenrezept: Transparenz - ist nicht unbedingt links. Wobei neoliberale Kaufmäuler allerdings die Meinung vertreten, das, was milliardenschwere "private" Finanzinvestoren anstellen, das dürfe auf keinen Fall Transparenzforderungen ausgesetzt sein. Es gibt tatsächlich ein gutes Rezept gegen Fehlbewertungen und undurchsichtige, das ökonomische Gesamtsystem destabilisierende Machenschaften:

Gnadenlose Transparenz.

Notfalls brutal erwzungen - z.B. einen Gulag für renitente Auskunftsverweigerer, und mögen diese auch Ackermann* heißen...

Einige ergänzende staatliche Eingriffe sind über die Transparenzerzwingung notwendig, um die jeweils aktuellsten Missbrauchstaktiken (inklusive Steuervermeidung) zu bekämpfen. Der Markt hat es nämlich nicht so sehr mit Moral oder Anstand. Das muss in ihn reingeprügelt werden.

*, dem man vorher, genauso wie für seine Vorstandskollegen und die RaubManagerschicht unter ihm - für mindestens 10 Jahre rückwirkend - endlich einmal Steuern für sein Einkommen abknöpfen sollte, auch, damit er prozentuell zumindest soviel an Steuern und Abgaben zahlt, wie seine deutschen Sekretärinnen.

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Ich persönlich bin ja nicht so davon überzeugt, dass Transparenz ein probates Mittel gegen Dummheit ist...

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doch. transparenz wäre das einzige mittel- derzeit. nur: es gibt viel zu viele stakeholder, denen transparenz so ganz und gar zuwider ist. DAS ist das problem. und die art und weise der "transparenz", wie sie jetzt vorgeschlagen wird -->http://www.wiwo.de/finanzen/grosse-eu-laender-setzen-auf-kooperation-und-transparenz-263921/, ist nicht radikal genug, um wirklich transparenz zu erzeugen. es hinkt alles immer nur hinterher!

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Man kann sich recht sicher sein, dass alle die jetzt gerade grössere Summen Geld verlieren bzw. überhaupt mal grössere Summen zu investieren hatten, wenn gewünscht jeglichen Einblick in was auch immer hätten erhalten können.
Den Artikel bzw. den Inhalt der dort zitierten Äusserungen halte ich für dummes Gewäsch von Leuten die keine Ahnung haben, denn wenn sie die hätten, wären es keine Politiker. Was sollen denn das überhaupt für tolle "regulatorische Eingriffe" sein, die dann irgendwelche überhaupt nicht näher benannten "Transparenzdefizite" beseitigen? Und wenn Politiker re: Wirtschaft zu "gezieltem und angemessenen Handeln" in der Lage wären, wieso sucken die dt. Landesbanken so gewaltig? Ist irgendjemand ernsthaft davon überzeugt die im Artikel genannten Personen wären auch nur ansatzweise in der Lage die "Krise" jetzt schon, ohne hindsight, zu verstehen und gar "Lehren" daraus zu ziehen?

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