Fette Zeiten, oder auch nicht

Dass der Finanzkonzern Capmark in den USA unter massiven Problemen für die Gewerbeimmobilienszene pleite gegangen ist - nun, das war nicht anders zu erwarten. An die relativ geringe Überschuldung von rund einer Milliarde Dollar glaube ich nicht - das mag zwar in den Bilanzen stehen, als "normal" hat sich bei den anderen Bankpleiten jedoch ein Schaden zwischen 15 und 40% der angeblichen Werte herausgestellt. Bei 21 Milliarden wird der Erkenntnisgewinn eine nicht ganz billige Angelegenheit.

Der gesamte CRE-Bereich ist eine üble, schmierige Kiste, und da werden wir noch einiges sehen. Hohe Arbeitslosigkeit und hohe Mieten für Geschäfte und Büros gehen einfach nicht zusammen. Grob gesagt hatten wir früher vor allem Probleme aus dem Eigenheimsektor und überschuldeten Käufern - jetzt kommt die nächste Tranche der Krise, diesmal bei den Besitzern von Mietobjekten. Und in den USA tut sich da gerade noch so einiges. Vorsorglich sei hier noch vermerkt, dass es bei Gewerbeimmobilien nicht nur Banken, sondern auch Privatinvestoren derbröselt - und angesichts der massiven Bewerbung solcher Anlagen in Deutschland ist das Problem näher, als man glauben sollte.



Nun habe ich natürlich nichts dergleichen, und so könnte ich glauben, wie so viele andere, das sei weit weg und irgendwie wird schon wieder alles gut. Überhaupt werfe ich fast täglich einen Blick in die hiesige Regionalzeitung und muss sagen: Wäre das mein Hauptmedium, dann hätte es die Krise gar nicht gegeben. Überall ist dort zu lesen vom normalen Fortgang der Dinge - wenn ich aber hier erwähne, dass wir immer noch am Rande des Abgrunds stehen und all die Risiken einfach weitgehend auf den Staat, also alle übertragen wurden, komme ich damit nicht wirklich durch.

Anders kann ich es auch nicht erklären, dass diese Meldung so wenig Aufmerksamkeit bekommt: Mit Lloyds braucht eine der grössten britischen Banken rund 40 25 Milliarden Euro für eine Kapitalerhöhung, und das vergleichsweise schnell. Der deutsche Verteidigungshaushalt liegt bei 31 Milliarden. 40 25 Milliarden ist eine Menge für einen Laden, der schon vom Staat gerettet wurde. 40 25 Milliarden sind zwar ein nettes Risikopolster, aber dafür muss man aber auch ganz schöne Risiken im Portfolio haben.



Irgendwelche Gründe muss es ja haben, dass der britische Peso weiterhin so niedrig ist. Fast könnte man auf die Idee kommen, die Weihnachtseinkäufe in London zu machen, zwecks Unterstützung dieser armen Menschen dort - aber ich kann auch die Neigung verstehen, jetzt erst mal zu sparen. Es wird ein langer Winter. Und gerade aus meinem eigenen Sektor hört man Geschichten, die kaum weniger schlimm als die von Lloyds sind.

Montag, 26. Oktober 2009, 20:34, von donalphons | |comment

 
40% Preisminus - Keine Stützungsaktionen
Bei 40% Preisminus - und eine Abschwächung des Abwärtstrends ist auch nicht zu erkennen - wird es da noch einige Opfer geben. Wahrscheinlich sind die ganzen kleinen Banken, die jedes Wochenende pleite gehen, schon dazuzuzählen.

Wahrscheinlich hätte der Wohnimmobilienmarkt in den USA die gleiche Entwicklung genommen, wenn der Staat nicht massiv mit Stützungsmaßnahmen in den Markt eingegriffen hätte (Steuergutschriften, billige Hypotheken, Hypothekenneugestaltung). Es wird ziemlich spannend, wenn diese Maßnahmen auslaufen.

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Ich sehe die primären Opfer eher im Bereich der Private Equity Gesellschaften. Und zwar auf zwei Ebenen: Da sind die einen, die leise pleite gehen werden (und dann in der zweiten Ebene die Banken mitreissen, von denen man dann hört). Und da sind die anderen, die Grossen, die global agieren, in den USA unter Wasser sind, dort nicht verkaufen können und sich anderweitig Geld beschaffen - in Märkten, die noch liquide sind, also beispielsweise Deutschland. Wobei ein Wertverust von 10% hierzulande massenhaft andere Fonds unter Wasser ziehen würde, die selbst wiederum neue Kreditlinien brauchen. Ich tippe ja darauf, dass in gewissen Märkten auf einen Schlag viele Wohnungen angeboten werden.

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Na ja, die 1-Milliarden-Lücke bei Capmark war Ende Juni, wenn ich das richtig sehe. Mittlerweile haben wir Oktober. Das dürfte die Sache erklären. Neuere Daten gab es nicht, oder?

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Dass die PE Firmen stiller untergehen, ACK. Die Geldbeschaffungsverkäufe in Übersee wird es sicherlich auch geben.

Was mich wirklich wundert, ist dass die USA diesen Markt nicht stützen. Die überlassen das wohl dem Buffet ...
http://egghat.blogspot.com/2009/10/zahl-des-tages-271009-5500000000.html

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Bei Lloyds sind's "nur" 25 Mrd Euro ...
Kleine Verbesserung: Du hast wahrscheinlich die Dollars nicht als Dollars, sondern als Pfund umgerechnet. Teekannenkaufwahn wahrscheinlich.
Außerdem ist nur ein Teil (12 Mrd. Pesos) eine Kapitalerhöhung, der Rest sind normale Anleihen.

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Ups, danke.

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Was ist denn aus MBIA geworden? Da soll die Deutsche Bank jenseits ihrer bisherigen bailouts versichert sein.

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... und auch bei AIG muesste die "Deutsche" nach den Infos vom Maerz (Abschlagszahlung von schlappen 12 Mrd. $) nach wie vor dicke im Geschaeft sein: Wer gern auf Nummer Sicher geht, der geht eben zur Versicherung.

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@ Gewerbeimmo
auf die dauer konnte es ja nicht funktionieren. ;-)

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ich frage mich auch immer, wer denn in die vielen neuen Bürogebäude einziehen soll.
In München wird ein Teil nach dem anderen Hochgezogen.
Nun ist München nicht Berlin oder Bochum;
aber dennoch, auch hier bauen Versicherungen, Banken, etc laufend Arbeitsplätze ab!

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Gewerbeimmo
Genau, lasst uns alle zusammen "Kassandra" rufen ...

In Frankfurt sieht es mit Büroräumen auch nicht doll aus - vor allem gibt es einige 1b/1c-Flächen, die einfach nicht mehr vermietbar sind.

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Nun, da zieht natürlich der Verdrängungswettbewerb ein - da wird geködert und getrickst, und anderen, älteren Vermietern genommen.

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Ja, ja…das sind sie, des Kaisers neue Kleider.
Schlimm an diesem gegenwärtigen „Märchen“ ist nur die kleine Abänderung zum Original: Man hat dem Kaiser schon längst gesagt, dass er ohne Kleider herumläuft…aber er besteht trotzdem stur & hilflos auf seine neuen Kleider. Mit Verlaub, so etwas kann nicht gutgehen.

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ich glaube, es ist ihm einfach egal, was andere sagen.

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Halbvoll oder halbleer.
Der Teller mit dem Pfannkuchen als Sinnbild der Sichtweise in "Krisenzeiten": interessant dabei ist, dass der Pfannkuchen ja eigentlich nicht halbvoll, oder -leer ist, sondern sich quasi auf eine Seite geschlagen hat. Die eine Seite leer, die andere übervoll.

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schöne interpretation.

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Vor allem aber: Prall gefüllt mit Dingen, die man in schlanken Zeiten nicht erwähnen sollte.

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Nun, schlank sind die Zahlen bei einer Gottheit Ihrer Wahl ja nicht mehr. Ich erinnere mich an Loriot und die mündelsicheren Diskontsekrete für den Kleinsparer.

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In Amerika kehren Risikohypotheken zurück
Die FAZ berichtet gerade aus dem Land des Unheils: http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E1A3472B284AA4C9EAFECFC8DEE4AAEDF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Da kommt noch mehr: GMAC braucht noch einen Bailout.

http://online.wsj.com/article/SB125668489932511683.html

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ach herrje!

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Auch wenn das Omlett im Bild akurat gefaltet ist, was ja beileibe nicht jedem gelingt, würde ich nicht wagen, es so zu servieren. Braungebrutzelt zu sein steht dem Ei ebensowenig wie einer Scheibe Rinderfilet durchgebraten zu werden. Letztenendes ist es freilich Geschmackssache, aber versuchen Sie einfach mal, es mit minimaler Hitze gerade eben stocken zu lassen. Ich denke das Ergebnis wird sie angenehm überraschen.

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Das erste war schon fertig und stand vor dem Besuch, deshalb musste es beim zweiten schnell gehen, damit sie nicht alleine essen musste.

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