Krisen mitten im Leben

Mark793 bringt den Berliner Assimüll runter. Die Leute, die modern sein wollen, und dabei Springer sonstwohin gehen. Radfahrer, aber anders. Ist eigentlich schon mla jemandem aufgefallen, wie still Google inzwischen geworden ist? Bloss nichts mehr über Street View sagen. Auf meine Anfrage haben sie übrigens auch nicht geantwortet, für solche Nettigkeiten muss man vermutlich ein zynisches Stück Faulheit sein, das dem Konzern die Arbeit abnimmt, weil man sonst keine Lust auf Arbeit hat. Oder wie sonst sich Google die Gesprächspartner raussucht, ich weiss es auch nicht.



Mitunter fragt man sich in diesem Alter ja, ob es nicht langsam Zeit für eine Midlifecrisis wäre. Ich habe gelesen, dass man da oft einen äusseren Anlass braucht, aber die sind bei mir dünn gesäht; ich habe keine Gattin, die mich betrügen könnte, oder ein Kind, das einen Berliner Dönerfresser mit nach Hause bringt, oder einen Nachbarn, der sich schon einen Ferrari leisten kann - gibt es alles nicht. Eine Weile dachte ich, dass vielleicht die aus dem Radsturz resultierenden Gebrechen der Wehleidigkeit Vorschub leisten könnten. Aber trotz der ärztlichen Vorhersage, ich würde die Rippen auch an Weihnachten noch spüren, und die Saison sei definitiv vorbei, sind jetzt die schlimmsten Beschwerden wieder abgeklungen. Es bleibt letztlich nur ein Trainingsrückstand, und der wird auch bleiben, denn wenn ich nächste Woche nach Italien fahre, werde ich ganz sicher immer etwas besseres als Training zu tun haben. Italien! Gut, vielleicht mal eine kleine Runde, jeden Tag 20 Kilometer, das vielleicht schon. Mehr aber auch nicht. Und so werde ich in das Rennen gehen und doch wieder Schmerzen haben - aber nicht mehr, weil die Lunge das Ripperl kratzt, sondern der Bauch. Aber mit ein paar Kilko mehr wird dann auch die Qual grösser, und darüber will ich ja schreiben.



Für die ersten Etappen habe ich schon Zimmer, und für die letzte, bei der ich mir ganz im Sinne meines Vaters dachte: "Egal, fahr einfach los, irgendwo wirst Du schon ankommen" - habe ich mich aus rein praktischen Erwägungen doch durchgerungen, eine Hotelanfrage zu machen. Weil man als Reporter ja nicht mehr so einfach losdüsen kann, man muss Anträge stellen und begründen, man braucht Belege und Rechnungen... vielleicht wird daraus ja eine Midlifecrisis.

Freitag, 24. September 2010, 01:41, von donalphons | |comment

 
Interessant, daß Sie es selber ansprechen. Aber das ganze Unternehmen Eroica und das Training dafür und die Rückbesinnung auf die Jugendtage hat bei mir den Eindruck hinterlassen, daß Sie schon mitten drin stecken in der midlifecrisis!

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Ich denke, das ähnelt eher einem Dritten Frühling, so von der Art her. Für Mittleben ist da zu wenig Auto dabei.

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Ds wird schon, auch mit "nur" 20 km am Tag. Das, was man in einer Woche fährt, kann man zur Not Auch am Stück fahren.

Das Paket aus Italien ist übrigens noch nicht da. Von wegen, 2-3 Tage. Und der "Service" der Nachverfolgung kann man sich auch sparen, erst recht die Ausgaben dafür. Seit 23.09. befindet sich das Rad am "Gateway Germania".

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Ja, sowas erlebe ich auch gerade mit Australien. Zum Davonlaufen. Dafür brauchte eine andere Sendung aus Turin nur einen Tag. Norditaliener würden jetzt etwas über Nichtganzsonorditalien sagen.

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Norditaliener würden jetzt von Afrika sprechen.

Wegen des Paketversands habe ich es ja nicht eilig, damit habe ich kein Problem. Kommt es eben später. Aber dass ich wider besseres Wissen so doof war, 25.- EUR zusätzlich auszugeben für einen Sinnlosservice wie die Verfolgung des Reisewegs des Pakets, das nagt am Selbstbild.

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