Antifaschismus oder Antifa

Ich glaube, der Gauweiler hatte gar nicht begriffen, was er da tat, als er so massiv die Wehrmachtsausstellung in München bekämpfte. Als dann der Jakobsplatz vor dem Stadtmuseum - wo heute die jüdische Gemeinde daheim ist - sich mit immer mehr Neonazis füllte, muss auch er begriffen haben, dass da etwas anderes als alte Soldaten mit Dackel und Krückstock aufmarschierten, oder die Reste von den Republikanern oder was man sonst so kannte. Das war der braune Mob. Hier sollte er losziehen, zum Marienplatz, über den Rindermarkt und den Altstadtring.

Es war von Beginn an klar, dass es nichts werden würde. Der Marienplatz war gesteckt voll mit Gegendemonstranten, und die Neonazis marschierten viel zu spät los, mit Rufen wie "Hier-- marschiert -- der nationale Widerstand! Und wir, am Rand der Strecke riefen zurück: 6. Armee nach Sta-lin-grad! Das war recht laut an diesem Tag.

Ich war mit dem Rennrad unterwegs, man wollte ja wissen, was unterwegs so los war, und damals waren Handies noch nicht so verbreitet. Ich flog durch Seitenstrassen, wischte an Absperrungen vorbei. überholte den Zug und tauchte vor ihm wieder auf. Das machten damals so einige, und so war immer jemand nicht nur seitlich von ihnen, sondern auch davor in den langen, eigentlich gesperrten Räumen, und sang ihnen wenig nette Dinge entgegen. Auf keinem Fussbreit sollten sie glauben, sie könnten hier unbeleidugt marschieren.

Die Nazis marschierten weiter, zwischen drin ihr Lautsprecherwagen, gross, schwarz, laut, durchaus in ihrer Masse nicht gerade ungefährlich wirkend. Vorne hatten sie ein Transparent, das hinderte sie daran, auszubrechen und uns zu jagen. Und natürlich die Polizei, die etwas genervt von uns und sehr genervt von den Nazis auf ihrer genehmigten, rechtmässigen Route war: Es war die grösste Nazidemonstration in München seit 1945. Das ist nicht gerade lustig gewesem, für niemanden, ausser für die Nazis. Ich vermute, das hat sogar die CSU verstanden: Werbung für Bayern war das nicht.

Irgendwie ergab es sich dann, dass beim Einmarsch der Nazis ins Tal hin zum alten Rathaus auch Menschen unter dem Alten Rathaus aufs Tal strömten. Wir waren vorne bei den Nazis, von hinten kamen welche, der Platz wurde weniger, und irgendwann ging es für uns nicht weiter zurück und für die Nazis nicht weiter vor. Und so standen sie dann da mit ihrem Plakat und wir mit den Rädern und hinter uns 20000, die sich langsam, aber unerbittlich in Bewegung setzten. Zwischen uns ein paar Meter Platz und die Polizei. Wer vorne stand, hatte eindeutig schon vorher gestört und stand jetzt hier und hielt eine genehmigte Demonstration auf. Rein rechtlich hätte uns die Polizei wegprügeln können, denn wir behinderten Bürger dieses Landes beim Ausüben ihres Demonstrationsrechtes.

Man denkt komischerweise nicht viel, wenn man da so steht, vor einem die Einsatzkräfte der Polizei in voller Montur und ein paar Tausend Nazis und hinter einem eine Masse, die jetzt besser nichts falsch machen sollte. Man ist in solchen Momenten nicht mehr Herr seiner Entscheidungen, man kann auch nicht gehen, denn es ist eng. Und in der ersten Reihe war niemand darauf vorbereitet, dass er plötzlich an diesem Ort stehen würde. Wir waren ja ganz normale Bürger und keine Helden und keine Strassenkämpfer. Nicht weit von mir entfernt stand der alte P. mit seiner Frau, er hat in Ungarn überlebt und war nun hier, klein, gebrechlich und vor uns stand etwas wirklich nicht Schönes, laut, braun und wollte weiter, idealerweise, das sagten sie, auch über uns hinweg. Da standen wir nun, wir und der natioanle Widerstand und die Polizei.

Die Polizei war klug genug, den Kordon zu verstärken, uns ein paar Meter zurückzudrängen, und den Nazis aufzuerlegen, ihre Abschlusskundgebung jetzt, im Tal zu machen. Hinten am Isartor warteten dann schon die Busse auf die 6. Armee.

Das ist Antifaschismus. Sich den Nazis auf eigenes Risiko in den Weg stellen und dafür notfalls auch zu bezahlen. Komischerweise machte ich mir mehr Sorgen um mein Rennrad als um mich.

Der Ausgang war natürlich vorher niemandem klar gewesen, das alles fand in einer überfüllten Einkaufsstrasse statt, rechts und links standen eingekeilte Autos. Der Abstand war gross genug, um die Nazis laut zu stören, aber nicht gross genug, um wirklich effektiv schwerere Gegenstände zu werfen.

Und damit kommen wir zur Antifa. Die Antifa wusste, dass vorne ganz normale Menschen standen. Sie wusste auch, dass dieses Gleichgewicht extrem fragil war. Und sie wusste, dass da die grösste Zusammenrottung brauner Gewaltbereiter seit 1945 auf Münchner Boden stand. Wir haben sie aufgehalten, das war eine gute Sache und mehr war nicht drin, wir haben sie gestoppt und gehindert und es ist nichts passiert, das ist eigentlich der Sieg und das Wichtigste, aber es reichte der Antifa nicht.

Die Antifa stieg vermummt auf die Autos und begann. von dort oben Mitgebrachtes in Richtung Nazis, Polizei und erste Reihe zu werfen. Mit ganz viel Schmackes konnte man vielleicht uns voll, die Polizei mittel und die Nazis so leicht treffen, dass sie vielleicht mit dieser Ausrede mit einem Frontalangriff auf die erste Reihe reagieren würden. Wenn hinten tausend anfangen, loszulaufen....

#dankepolizei. Das hätte ich nach Wackersdorf nicht gedacht.

Die Polizei hat am Ende das Unglück verhindert. Die Antifa hat auf den Autos herumrandaliert und getobt, bis sie Haufen von Schrott waren. Sie haben geworfen, was geht, und irgendwann hat einer von einem hinteren Auto ein Mädchen auf einem Auto weiter vorn mit einer Flasche getroffen. Sie konnten das tun, weil um sie herum genug normale Bürger waren, durch die die viel zu schwachen Polizeikräfte nicht gekommen wären, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Sie konnten das tun, weil sie im Ernstfall schnell zur Seite hätten ausweichen können. Und sie konnten das tun, weil sie auf Gewalt aus waren und das jetzt einfach ohne Rücksicht auf Verluste machten. Deutsche Polizisten schützen die Faschisten, brüllten sie, auch wenn hier eigentlich deutsche Polizisten den alten Herrn P., der hier nichts verloren hatte, schützte.

Das ist Antifa.

Die Antifa ist der Krebs im Fleisch des Antifaschismus. Von den 20.000 auf dem Marienplatz hätte kaum einer gesagt: Ey da hinten, die Nazis, die sind Folge der Ungleichbehandlung des Kapitalismus und des Eigentums in Deutschland, Kapitalismus erzwingt geradezu die Nazis, und wer den Kapitalismus bekämpft, bekämpft die Wurzeln der Nazis, und deshalb ist es auch in Orndung, einen Mercedes zu zertrümmern, wenn man an die Nazis nicht herankommt. Oder an wen auch immer, in Hamburg sah man ja gerade, wie sich der Mob dann an Autos abreagiert. Kaum einer hätte in München Lust gehabt, es wirklich auf eine Strassenschlacht ankommen zu lassen. Dafür waren die zu viele und bei uns war die halbe IKG - wer die Altersstruktur kennt weiss, das wäre entsetzlich geworden.

Hier marschiert der Natiolnale Widerstand. 6. Arme nach Stalingrad. Und das Mädchen, das vom Auto gefallen ist, und das die Antifa später als Schwerverletzte eines Gewalteinsatzes der Nazis verkaufte. Die Nazis waren übrigens auch auf den Autos ihrer Seite und haben sie nicht minder demoliert.

Ich war dazwischen. Ich hatte sehr viel Glück an diesem Tag, kein Haar und keine Speiche wurde mir gekrümmt. Man nennt das wohl "Äquidistanz" und darin bin ich auch geblieben.

Ich bin dankbar, bis heute dankbar für alle auf dem Marienplatz ausser der Antifa, und ich bin dankbar für die besonnene Polizei. Und ich bin froh, dass die Fahne dieser Antifa-Leute nicht unwidersprochen bei den Piraten hing. Trotzdem, dass sie dort hängen blieb, sagt eigentlich alles über den Zustand der Partei aus und wie sie sich vorführen lässt. Von Oliver Höfinghoff, dem bei Twitter mithetzenden Harry Liebs, ihren Hilfsmobbern und Helfern bei der Leitung und in den Strukturen, ihrer Propagandistin Anne Helm und all denen, die denken, so ein wenig Randale macht doch nichts, die Polizei prügelt nur und mit einem angezündeten Mülleimer werden die Mieten billiger und Frontex wird aufgelöst.

Oh, einer von denen bezeichnete mich gestern übrigens als #Antisemit. Das ist halt auch immer Antifa: Arier entscheiden, wer Antisemit ist, und ob der Betreffende dann für die IKG aktiv ist, die jetzt auf dem Jakobsplatz steht, ist dann auch egal. Wer Jude ist, bestimmen sie. 15 Idioten, die das retweeten, finden sich bei den linken Piraten immer.

Das ist Antifa. Und ich wünsche ihr viel Spass auf den Spuren der 6. Armee nach Stalingrad. Wenn die Piraten mit denen nicht fertig werden, wenn sie den Unterschied zwischen Kampf gegen Faschismus und Randale und Einschüchterung linksextremer Feinde unseres gemeinsamen Staates und der gewaltfreien Demokratie nicht erkennen, die sie eigentlich neu booten wollten: Dann haben sie halt einen Virus, und sind eine Schadsoftware, die dringend ein Update braucht.

Oh, das mit dem Update hat übrigens auch ein Parteimitglied geschrieben, und wurde bei Twitter dafür verhauen. Das Update sollte, mit Verlaub, grosszügig ausfallen. Denn in dem Moment, da ich dies schreibe, versuchen Piraten aus dem linken Umfeld übrigens, meinen Twitteraccount mit Massenblocken suspendieren zu lassen. Partei der Meinungsfreiheit.

Sonntag, 5. Januar 2014, 23:12, von donalphons | |comment

 
Wer hat die 6. Armee überhaupt mit Bussen da hin gebracht? Ich erinnere mich an den Samstag und die Busse, die zu dutzenden um den Gärtnerplatz fuhren, wo ich am Rand stand und mich vor dem johlenden Inhalt der Busse ausgesprochen gruselte.-

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Das war nach meiner Erinnerung so in einem langen Prozess ausgehandelt worden. man wollte die Nazis danach nicht durch die Kaufinger Strasse zum Bahnhof zum "Türkenviertel" ziehen lassen, daher die Busse.

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ein beeindruckender bericht, vielen dank dafür.

Komischerweise machte ich mir mehr Sorgen um mein Rennrad als um mich. -
das allerdings verwundert nicht sonderlich.

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Ich glaube, da ist etwas im Menschen, das nicht verstehen will, was wirklich passiert, weil er es sonst nicht aushalten würde.

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ich glaube, da ist etwas daran. nicht nur beim sorgen um ein fahrrad. es mag einmal ein sinvoller schutz in einer notsituation sein; endlich aber leben nicht so wenige ihre bakteriale existenz nach dieser devise, immerhin entgeht man so dem schmerz. natürlich geht das auch.

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Ich würde mir ja diese flamewars auf twitter sparen. Dort lebt jeder in seinem eigenen Realitätsresiduum.

Es schon sehr bedenklich, wenn Kritiken mit einer Rechtfertigung beginnen müssen, warum die Person überhaupt berechtigt ist, Kritik zu üben.
Das habe ich jetzt schon mehrmals hier gelesen, als hätte es so etwas wie eine offene Gesellschaft nie gegeben.
Angefangen von Erfahrungen auf Demos gegen Rechts, über jüdische Preise bis hin zur Darstellung von eigenen Diskriminierungserfahrungen bzgl. Ableismus/Klassismus.
Quasi jedesmal ein Lackmustest, bevor es an des Pudels Kern geht.

Man kennt diesen Mechanismus aus dem Kampf gegen Recht:
Die Aufteilung der Diskussion in Opfer und Täter, die Notwendigkeit der Selbstlegitimation mittels Gretchenfragen und das Installieren von Prangern für Andersdenkende.
Neu ist lediglich die Ausdehnung auf verschiedene Politikfelder: Feminismus, Migration, Klimawandel, Europapolitik. Über das Outen der Antifanten brauchen wir uns nicht unterhalten, #Blockempfehlung ist auch nur die Fortführung der #OM13 mit anderen Mitteln und wenn die die Heinrich-Böll-Stiftung sowie das Umweltministerium mal wieder Listen von Klimawandel-Leugnern herausgeben, Anti-Europa Preise für Broder oder Fleischhauer verliehen werden, kann man sich an 10 Fingern ausrechnen, wann das nächste Politikfeld einen eigenen Pranger bekommt.

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Das mit der Selbstrechtfertigung ist mir auch aufgefallen und hat mich auch gewundert, ebenso der eher hämische Tonfall in den jüngsten Twitterdiskussionen des Hausherrn. Werter Don, mit Verlaub, so verständlich es ist, ist es doch deutlich unter Ihrem Niveau und die anderen haben auf der Ebene mehr Erfahrung. Mit diesem Rezept kann man nichts wohlschmeckendes backen.

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Ganz ernsthaft: Danke dass Sie da waren. Und Dank für die Erleuchtung, was die Polizei angeht. Das hatte ich schlicht vergessen, so als heutiger Tastaturrevoluzzer. Ich bin auch nicht im geringsten gewaltbereit und stand natürlich trotzdem damals (tm) bei wichtigen Demos auf der Straße. Mit diesem Blick nach hinten, ob die Demo durch den schwarzen Block diskreditiert würde, und ich gleich mit.

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meinen tief empfundenen Respekt und Dank für die Haltung damals und heute

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Wer hin und wieder die Mairandale in Berlin erlebt hat, sollte auch keine großen Illussionen mehr haben über die niederen Motive dieser Aktivisten.
Deren Verhalten hat nicht Wenigen die Lust am politischen Engagement vergehen lassen. Jedenfalls an dieser Art. Deshalb ist "die Jugend" auch nicht politikfern, nur genervt von dieser Dogmatik und selbstgefälligen Herablassung.

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@slothro
Genervt! Das ist es. Aber natürlich genauso genervt von Broder und Fleischhauer, die auf ihre Art ebenso schäbig sind.

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Lieber gelegentlich, ich muß Ihnen widersprechen. Ich muß, da ich Ihre Beiträge in aller Regel sehr schätze.
Fleischhauer ist ein kleiner "mittig orientierter" Dorn im linken Spiegel. Den leisten die sich und es liest ihn, wer will. So wie ich in der FAZ auch Neskovic lese.
Die Schläger und Zündler sind ein anderes Kaliber und eine andere, physische Bedrohung.
Hatten Sie schon einmal persönlich Angst vor einer körperlichen Bedrohung? Nicht vor Strahlung oder Gift sondern vor einer Uzi, Baseballbat oder Rockergruppe?
Ich würde Fleischhauer und Broder verurteilen, wenn sie ihren Schmäh über weit unterlegene geistig einfachst strukturierte Menschen ausbreiten würden, die hilflos leiden müßten. Aber Säure, Strom, Feuer und Prügel wirken anders noch als Worte. Nicht um sonst greifen die Geheimdienste aller Zeiten auch zur brutalen, gründlichen Zerstörung des menschlichen Körpers.

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@melursus
Natürlich haben Sie recht damit, dass phyische Gewalt noch einmal eine andere Nummer ist.
Was Fleischhauer angeht (ein Poser, Opportunist) und Broder (ein echter Zündler, der weiß was er macht und Textbausteine für PI und anderes Gesocks fabriziert) reicht der Platz in diesem Thread nicht. ;-)

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Ich glaube für Jugendliche ist die Aktion, das Zusammensitzen und Palavern doch ausschlaggebend.
Broder kommt da wohl erstmal nicht an. Das ist das Pushen, Adrenalin - nur für ältere Herren -, die Lust daran, sich was erlauben zu können und mal wieder was spüren wollen. Insofern natürlich der gewaltbereiten Antifa-Szene nicht unähnlich.
Gibt doch noch Hooligans. Da könnte man die auslagern. Ach ne, kann man ja nicht vom neuen, besseren Menschen träumen, nur den alten verdreschen.

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man sollte aber auch nicht alles glauben, was die polzilei so verbreitet ...

http://www.taz.de/Hmburger-Polizei-korrigiert-sich/!130515/

alles nur ein großes mistverständnis und so, wissenscho, nichts zu sehen, weitergehen

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Antifa? Antifa!
Ob sich jemand zur Antifa bekennt ist die eine Seite der Münze. Ob er sich aber auch als Vollpfosten und Assi randalierender Demonstrant und rücksichtloser Mitbürger outet die Andere. Einerseits sind mir die Leute suspekt, die auf ´ne Demo gehen und alles Kaputt machen müssen, inklusive dem tieferen Sinn derselbigen, andererseits sehe ich da oft frustrierte kleinkarierte Jungs, denen es auf den Kick ankommt, egal was drum herum passiert. Selbstverständlich schickt die Polizei in Erwartung der vorgenannten Zielgruppe, nicht den besonnenen Beamten, der deeskalierend, störenden Personen einen Platzverweis ausspricht und beruhigend auf den Mob einredet. Auch, wenn ich Gewalt ablehne und meine schlechten Zeiten mit Polizisten hatte, kann ich es nachvollziehen wenn sich jemand mit ´ner A8er Stelle nicht von irgendwelchen Halbstarken einen Pflasterstein auf den Kopf werfen lässt, wenn eventuell sogar noch zu Hause eine Frau mit Kind sitzt.
Ich glaube das Wichtige steht am Anfang des Artikels, dort wo gefragt wird was sich manche Politiker eigentlich so denken, bzw ob sie überhaupt denken und eine Strategie haben bevor sie etwas entscheiden und sagen.
Vielen Dank für den Bericht

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@melursus: vielleicht bin ich ja politisch auch schon total verstrahlt, aber wo bitte ist der Spiegel noch links? Das war vielleicht mal bis Mitte der 90er so, aber heute sehe ich das keinen wirklichen Drall mehr.
Und Fleichhauer oszilliert einfach nur zwischen dümmlich und dämlich. Der schreibt so wie die Bekloppten in der Schülerunion oder der Jungen Union damals redeten oder schrieben. Aber von da kommt nichts, was man inhaltlich ernst nehmen kann.

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@greenbowlerhat
ich lese viel zu wenig Spiegel oder Spon um Ihnen zustimmen oder widersprechen zu können. Was mir früher extrem mißfiel, war das permanent überhebliche, negative Spiegeldeutsch

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@slothro: ich war mit 19 mal in Berlin zum 1. Mai und hatte am Ende einfach nur Angst. Der Freund mit dem ich dort war fands hingegen super, er wollte immer zu den Steinen und brennenden Autos und im letzten Moment vor den Polizisten wegrennen. Ich kam mir vor wie ein ängstliches Herrchen mit einem unerzogenen Dobermann auf Rehjagd. Palaver gabs kaum weil wir nicht in irgendwelchen 'Strukturen' waren sondern nur ganz normale linksverblendete Jugendliche auf Abenteuerurlaub. Was es schon gab waren Lagerfeuer, Grass und interessante Frauen.

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@melursus: sagen wir es so: Ich meine, heute verpassen Sie nichts mehr. Das mag jetzt auch überheblich und negativ sein, aber ich denke, Spiegel Online und Offline taugen nur noch als Themenaggregator. Die wirklich interessanten Kommentare oder auch Berichte finden sich meiner Ansicht nach woanders. Online in Foren, in Blogs, und schon in den Leserkommentaren von SPON Artikeln kann es manchmal interessant sein. Ein bisschen heise-forum-abgehärtet muss man allerdings sein.

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@greenbowlerhat: Volle Zustimmung zu diesem Beitrag :)
ich war heute in Wartezimmern gesessen und hab drei alte Sterne und zwei alte Spiegel im Lesezirkelumschlag durchgeblättert - war fast so schlimm wie Fernsehgucken heutzutage (mach ich auch nicht mehr).

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Brecht sagte, auch der gerechte Zorn verzerre die Züge.
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Tja nun eigentlich ist ja auch die Gegendemonstration als solche schon ein Übergriff: Man hindert andere Leute daran, ihr Recht auf Versammlungsfreiheit und Meinungsäußerung auszuüben.
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Die beliebte Formel, dass der "Faschismus keine Meinung" sei, "sondern ein Verbrechen" kann den Widerspruch nicht aufheben.
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Wenn soziale Ordnungen auf abstrakt vernünftigen Regeln sich gründen könnten, gäbe es auch keinen Grund für ein Demonstrationsrecht.
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Im Grunde ist jede Demonstration doch nix als ein Versuch, Argumente durch physischen Druck zu ersezten.

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"Im Grunde ist jede Demonstration doch nix als ein Versuch, Argumente durch physischen Druck zu ersezten."

was auch nur verwerflich wäre, wenn man davon ausgeht, dass in politischen auseinandersetzungen tatsächlich argumente eine Rolle spielen und nicht verschiedene Inkarnationen von "Macht"

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Der Traum vom perfekten Aphorismus gebiert nicht jedes Mal ungeheuer Gehaltvolles. ;-)

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Ein bisschen arg einfach gemacht....
Etwas, das in der von heute aus betrachtet "guten alten (analogen) Zeit" stattfand, als Beispiel für eine Verurteilung heutigen Geschehens, in einer völlig anderen Welt, heranzuziehen und dann auch noch ohne selber dabei gewesen zu sein... heisst das nicht, es sich etwas arg einfach machen?

Ich war nicht in Hamburg, aber wie weit ich Berichten in unseren heutigen Medien trauen darf, das weiss ich seit längerem schon. Da weiss ich nach dem Lesen so wenig wie zuvor.
Zusätzlich zu dem, was man von der "anderen" Seite zu hören bekam, gibt es nun aber auch dieses zur gefälligen Kenntnisnahme:

http://www.kritische-polizisten.de/pressemitteilungen/dokumente/2014-01-05-PM-Rote-Flora.pdf

Was die damalige Demo im Blogbeitrag angeht, so bin ich strikt für uneingeschränkte Meinungsfreiheit, auch für Nazis.
Die Computertechnik macht es derzeit der Meinungsfreiheit und der Möglichkeit abweichende Meinungen zu äussern immer schwerer, und auch langfristig gesehen wohl auch gefährlicher.
Wo ist das Problem bei der Redefreiheit für Nazis? Sollen sie sich doch lächerlich machen mit ihren dummen Phrasen.
Oder haben sie Angst, dass die Deutschen so verblödet sind, dass der Schoss noch fruchtbar sein könnte? Mit Verboten, gar der NPD, gegen diese Herrschaften vorzugehen ist kontraproduktiv. Man wird sich dort als Märtyrer und Opfer fühlen und zwar zu Recht!, und die Leute werden gestärkt daraus hervorgehen.

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http://www.taz.de/Kritischer-Polizist-ueber-Hamburg/!130556/

das linke krawallblatt taz! hat auch was dazu ;)

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