§15B
Sollte sich eine Stadt also derzeit als Medienmetropole brüsten und/oder Kanzleien, Beratungsfirmen und ähnliche Parasitenunternehmen dieser Fondsbranche beherbergen, könnte es in den nächsten Jahren zu ein paar mittelgrossen Problemen für gewisse Bereiche von Gastronomie, Herrenausstattung und Luxusautomobile kommen. Auch Arbeitslosigkeit ist für manche Mediengrossmäuler nicht ausgeschlossen. Natürlich wird sich so mancher Hollywoodmogul nach neuem stupid - dann nicht mehr german - money umschauen müssen.
Man darf zwar die Anlaufverluste gegen spätere Gewinne aus dem Fond verrechnen - aber hey, welcher Medienfond hat denn bisher besondere Gewinne gemacht. In Fachkreisen nennt man den §15B übrigens Totschlagparagraph - solange er die Ursachen für sowas totschlägt, sicher nichts, weswegen man die Koalition verurteilen sollte.
Zunächt einmal: Steuern gespart hat da keiner. "Sparen", hier gemeint im Sinne von "das Geld behalten dürfen". Man hat bislang, wie es der § 248 HGB zwingend vorschreibt, Verluste aus Herstellungskosten in der Anlaufphase über das Konstrukt einer Personengesellschaft in Höhe des Geldes, das man selber in einen solchen Fonds einzahlte, anteilig als Verlust zugewiesen bekommen.
Geld verproduziert = Geld weg = das Geld ist nicht zu versteueren.
"Haben", was Voraussetzung fürs "Sparen" ist, tue ich es aber nicht. Wird dem gemeinen Wahlpöbel aber so serviert, mit Hinweis auf die "Bersserverdienenden".
Schade, das das viele Investitionskapital von der Politik, die dafür eigentlich zuständig wäre, nicht in sinnvolle Bahnen gelenkt wurde. Schlich blöde, eigentlich.
Stattdessen reagiert man dort wie immer: kurzsichtig und mit dem Holzhammer.
Resultat: bald gibt es Konstruktionen nur noch mit nicht steuerpflichtigen Gewinnen. Grosse Leistung, Grosse Qualition.
... link
und bevor einer jammert, das sei nur was für die "Besserverdienenden", es gibt genügend Fondsmodelle mit ratierlicher Einzahlung und steuerlichem "Kicker" dieser Form, beginnend so ab 50 Euro pro Monat.
Merke: die "Besserverdienenden", wie als einziger Scharping sie definierte, fangen bei 60.000 DM (sic; Scharping) Jahreseinkommen an.
Und die, die will man richtig rasieren.
... link
ein gewinn für die ungeliebte medienhauptstadt, wenn man die klitschen dichtmacht.
es ist mir unverständlich, warum man diesen offensichtlichen steuerbetrug nicht schon vor jahren unterbunden hat - den grünen jürgen mit seinen windkraftfonds hätte man als als bauernopfer ruhig mit drangeben können.
nu hat ausgerechnet die schwarze angela die lorbeeren eingefahren. so pervers kann politik sein.
... link
5 Search request: commerzbank medienfonds Prospekthaftung ;-)
... link
"Steuerbetrug". Der Gesetzgeber schuf die Gesetze und dann beschwert man sich dass sie auch exzessiv befolgt werden.
Wie damals mit den Ost-Immos. Erst helle Freude in Berlin, dass Private - wörtlich - den Aufbau Ost finanzieren weil man selbst vor leeren Kassen sitzt, und dann sollen es böse Steuerbetrüger, die sich durch eben solche bösen "Steuerschlupflöcher" ihrer staatsbürgerlichen Verantwortung entziehen, sein.
Das hilft natürlich den Pöbel davon abzulenken, dass man ihm die ihm rechtmäßig nicht aufs steuerliche Einkommen aufzusattelnden Reisekosten zum zu versteuernden und zu sozialversichernden Arbeitsplatz wegnimmt (sog. "Pendlerpauschale").
Ach und übrigens: diese Branche ist voller Aufschneider. Die zeichnungssummen liegen idR zwischen 5 - 15.000 Euro bei Medienfondsprodukten. Grosszeichner sind selten. Glaubt Struckis nicht.
... link
dass damit allerdings der Sinn der Steuergesetze (Stichwort "starke Schultern") untergraben werden kann, ist zweifellos möglich. Dahingehend kann man mit den alten Verlustzuweisungs-Modellen (solange der Fonds nicht platzt und die Inflation < ca 6% beleibt) sicher Steuer sparen.
Bsp: Du nimmst, nachdem Du alle Betriebsausgaben und sonstiges Absetzbare abgezogen hast, 50.000 Euro im Jahr ein. Dann Du kaufst Dir für die 50.000 nen Fonds mit 50% Verlustzuweisung im 1.Jahr => nur noch 25.000 zu versteuern => fast keine Steuern! Das geht natürlich nur, wenn Du einen richtigen Haufen Geld in der Rückhand hast, weil Du im Beispiel ja nichts mehr zum Leben hättest. Der Fonds schüttet anschliessend Jahr für Jahr ca 8% aus (fast steuerfrei bei Schiffen) so dass Du das ins Steuersparmodell investierte Kapital trotz Inflation in ein paar Jahren zurück hast. In der Realität ist so ein Fondsmodell zwar etwas komplizierter, das Prinzip passt aber!
Ist zwar kein Betrug, weil legal, konterkariert aber das Solidaritätsprinzip. In meinen Augen sehr positiv, dass dieses Riesensteuerloch endlich abgeschafft wurde.
... link
Meiner bescheidenen Meinung nach - und auch wenn ich mir mit der Bemerkung sehr schade - Quatsch mit Sosse und Plappermetaphern obenauf.
"Riesensteuerloch" Schiffsfonds. HaHa.
Dies war - und ist - eine gewollte Maßnahme:
nämlich eine Subvention von privater Seite anstelle einer Subvention der öffentlichen Hand. Die EsPeeDee geführten Küstenregionen wollten die Tonnagesteuer das wie der Vampir das Blut. Weil sie meinen ihren anämischen Küstenregionen damit ein wenig Scheintod einhauchen zu können. Das es Unsinn ist, in Korea Schiffe mit deutschem Geld zu bauen, da sind wir uns einig. Wenn das Geld in deutschen Schiffbau ginge - den es übrigens gibt, und zwar sehr profitabel - wäre es zumindest eine Subvention wie auch die Steinkohle.
Das die Ausschüttung steuerfrei bleibt, ist politisch gewollt.
Damit jemand diese Fonds überhaupt zeichnet, und besagte anämische Küstenregionen theoretisch an den Tropf gehängt werden könnten. Schon vergessen ? In den 90ern blieben bei vielen Schiffsfonds mehrere Jahre die Ausschüttungen aus. Und : Überraschung, die Charterraten sinken aktuell wieder... höhö.
Was die "Starken Schultern" anbetrifft, gehen wir alle gerne den Grunzern aus dem Bereich der Polit-PR auf den Leim, weil, stark vereinfacht:
Fakt 1: wenn ich heute 100 investiere, sind meine Schultern um 100 schmaler geweorden. Die 100 sind aber nicht weg, sondern woanders zu Einkommen geworden. Andere Schultern werden also etwas breiter. Solidarisch ? Aber ja. Was dagegen ?
Fakt 2: seit den 70ern gibt es keine "Verlustzuweisungs-Modelle" mehr. Das Wort wurde von Politrentner Lafo wiederbelebt, als der seinen kurzen Auftritt als Finanzminister hatte.
Fakt 3: wenn ich heute 100 produktiv investiere, will ich mehr als 100 zurück kriegen. Dieses "Mehr" unterliegt in der Regel der Besteuerung. Somit gut für mich, auch gut für den Fiskus. Gut für den ach so finanzschwachen Staat.
Der Politik obliegt es intelligente Weichenstellungen vorzunehmen, um zu lenken. Das sie es seit ca. 20 Jahren nicht schafft, und in den nächsten 20 Jahren wohl auch nicht, kann man wohl kaum den einzelnen Bürgern vorwerfen.
... link
1. Anbieter macht Preismodell, wo die Subvention schon eingebaut, d.h. oben drauf geschlagen ist. Davon bezahlt er dann teilweise die Boss-Anzüge und 3er-BMWs der Drückerkolonne, damit der Zahnwalt die auch reinlässt. Den Rest steckt er ein.
2. Zahnwalt zeichnet (i.d.T. meistens bloß) 15k oder so, die er von der Steuer wiederbekommt, sinnvollerweise im revolvierenden Verfahren jedes Jahr wieder - lohnt sich aber bloß bei einem anständigen Grenzsteuersatz. Die wirkliche Rendite ist fast egal, deshalb meist nicht vorhanden. Aber die gesparte Steuer ist wenigstens eine gefühlte Rendite.
3. Saldo: Steuer zahlt an Anbieter Subvention, Zahnwalt hat nicht mehr als bei Staatsanleihen, aber das Gefühl, Steuern gespart zu haben. Und der Markt für Angebote, die sich wirtschaftlich und nicht bloß wg. Steuer rechnen, ist kaputt.
Gut, dass jetzt damit Schulz ist!
... link
mit Verlaub, aber hat man Dir hinsichtlich dieser Fonds so einiges objektiv und belegbar falsch erklärt, so z.B.:
1. Fakt: es gibt keine Subvention. Subventionen sind sind finanzielle Hilfen ohne unmittelbare Gegenleistung, die von staatlichen Institutionen an private Haushalte oder an private Unternehmen geleistet werden.
2.Fakt: ja, die Vertriebe müssen bezahlt werden. Wie die Banken und deren Berater bei einem Börsengang. Daran ist zunächst nichts Verwerfliches.
3. Fakt: der Zahnwalt bekommt nicht die genannten 15K "von der Steuer zurück", sondern er kann -zB bei einem Medienfonds- 15K von seinem gesamten zu versteuernden Einkommen in Abzug bringen. D.h im Maximalfall fällt seine Steuerlast um seinen persönlichen Steuersatz mit 50 % anzunehmen, um genau 7,5K geringer aus. Sorry, aber das ist schon mal ein Unterschied.
4. Fakt: Von im Rahmen dieser Geldanlage eingehenden Ausschüttungen zahlt der Zahnwalt Steuern mit seinem persönlichen Steuersatz : nehmen wir wieder an, 50 %. D.h. von jedem Euro Ausschüttung gehen 50 c an den Fiskus. Wenn 15.000 Euro Ausschüttungen eingegangen sind ist der Zahnwalt wirtschaftlich gesehen auf Pari, hat aber noch nichts verdient. Subvention ? Null. Sorry, ist so.
5. Saldo: Niemand zahlt an keinen Subventionen. Was passiert, ist verkürzt gesagt, das bei einem Medienfonds die Abschreibung des Wirtschaftsgutes auf einen Schlag im ersten Jahr erfolgt, wohingegen sie bei zB einer Immobilie über eine längere Zeit verteilt werden.
Resultat: das mit den "Subventionen" fällt ins Reich der Fama und Volksverdummung, mit der uns unsere politischen Machthaber gegeneinander aufwiegeln wollen (Besserverdienende (>30K) gegen Arme Schweine) damit wir nicht merken, was die den ganzen Tag für eine korr**te Sch****e anrühren.
Auch so eine "Subvention" : die abgeholzte Pendlerpauschale. Denn warum "subventionieren" wir denn die, die "im Grünen" wohnen wollen ? Bluten sollen sie, die Bonzen. Du selber leider auch, aber wie befriedigend ist es, anderen Böses zu wünschen. Deutsche Volksseele, halt.
... link
... link
Und "auf null fahren". bringt gar nichts. Eine Fama des Finanzmisisters. Hat nie einer gemacht. Du willst immer noch im Spitzensteuersatz bleiben, denn nur dann bringen 100 in einen Medienfonds auch die berüchtigten "und 50 gibt Ihnen der Finanzminister dazu", wie der Strucki es nennt.
Oder willst Du ernsthaft glauben, jemand täte noch mal 2K Euro in 'nen Medienfonds um von 5 % Steuersatz auf 2 % zu kommen.
... link
die Nachrechnung mit dem persönlichen Grenzsteuersatz @50% sei gern konzediert (war ich schlicht zu faul zu).
Ansonsten aber: klar ist es eine Subvention = auch indirekte Leistung ohne Gegenleistung, mit der bestimmte Anlageformen besser behandelt werden als andere, indem sie Verluste sofort voll geltend machen können, anstatt sie auf mehrere Jahre verteilen zu müssen.
Ich könnte Dir jetzt ausrechnen, was ich mehr auf der Kralle hätte, wenn ich das mit allem IT-Interieur meines Ladens machen dürfte ...
Warum sonst würden jetzt alle Fondsanbieter so weinen? Und was die Pennerpauschale angeht: klar ist es eine Subvention, wenn eine rein private Lebensentscheidung (wohnen im Suburb zu billigeren Preisen, aber höheren Fahrtkosten) steuerlich privilegiert wird. Mit dem gleichen Recht könnte ich ja verlangen, die Differenz im qm-Preis meiner Hütte zwischen Hamburg-falsche Alsterseite und Pinneberg-Scheibchen absetzen zu dürfen.
Also: auch gut, dass damit Schulz ist. Nicht dass ich die Große Kopulation nun besonders lieben würde, aber wenn sie was richtig machen, dann das.
... link
beg to disagree:
entweder ist eine Subvention eine Subvention oder nicht. Hier ist es keine.
Besser behandelt wird nicht, denn man folgt dem § 248 HGB. Zwingend. keine Kann-Vorschrift. Der Gesetzgeber könnte ihn ja ändern (bitte mal zuende denken ...).
Und Du hättest heute zwar mehr bar in der Kasse und müsstest dafür Morgen mehr Steuern zahlen. Und bist Du dadurch reicher geworden ? Nein.
Weinen tun die, weil ihnen die Provis wegbrechen, wie die Banken wegen den fehlenden Börsengängen, klar.
Pendlerpauschale: wir sehen, wie gut Propaganda funktioniert. gehen wir mal abseits der Emotion ins Steuerrecht: Werbungskosten im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind alle Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.
Also auch der Weg zur und von der Arbeit. Da wir in D (noch) Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit im GG stehen haben, wird der Fiskus mit Pendlern, die sich fürs Gründe entscheiden wohl leben müssen (sollen). Gleiches gilt übrigens für diejenigen, von denen unter Hartz4 grösstmögliche Mobilität fürs Vaterland verlangt wird.
... link
Just my 2 Cents:
1. Klar bin ich reicher geworden, wenn ich steuerlich schneller abschreiben darf als es der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer entspricht.
Warum sonst hat die coalitione grande gerade wieder eine Sonderabschreibung für den "Mittelstand" (whoever that is) ausgekippt und hofft, damit die Wirtschaft anzukurbeln? Also: Subvention.
2. Wo ich wohne, ist meine Privatentscheidung, also indeed Freizügigkeit, aber gerade keine Frage von Aufwendungen zur Einnahmeerhaltung pp.
Bei mir heißt das kürzerer Arbeitsweg, bei meinem Co-Geschäftsführer preiswertere Hütte in der Vorstadt. Warum hat er sein Privatleben bisher steuerlich via Zersiedlungspauschale kapitalisieren können und ich nicht? Der relevante GG-Artikel heißt ja nicht "Alle Deutschen genießen *steuerlich geförderte* Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet", sondern die Worte zwischen den Sternchen fehlen aus gutem Grund. Also: Subvention.
Btw: mit dem von mir benutzten Subventionsbegriff befinde ich mich in guter Gesellschaft sowohl mit den Grünen als auch mit Herrn Kirchhof und der Stiftung Neue Soziale Merkbefreiung oder so. Zumindest die ersten finde ich hinreichend unverdächtig.
P.S.: Über das Ende der Schiffsbeteiligungsfonds freuen sich aus meinem Bekanntenkreis am meisten zwei richtig solide hanseatische Reeder, weil jetzt wieder die reale ökonomische Performance eines Schiffes und nicht die Laberkunst irgendwelcher Fondsverkäufer zählt.
... link
Ich finde gut, dass du dich für diese Steuersparfonds so in die Bresche wirfst. Ich mag es, von Meinungen zu hören, die mir fremd sind.
Politische Motive
Über die politischen Motive mag man geteilter Meinung sein - ich sehe das etwas anders. Ich weiß - teils ausgesprochen nah und genau, auf welche Weise z.B. die neoliberale Aktivistin Christine Scheel (mit großem Erfolg) für die Aufrechterhaltung bzw. sogar Ausbau dieser Steuersparkonstruktionen stritt.
Wenn du das im Detail mal miterlebst hast, die Gründe dafür und die Ergebnisse kennst, dann prägt das deinen Blick auf den dahinter stehenden politischen Willen. Wie gesagt: Ich bin hier skeptisch.
Das mag ein Detail sein. Ist es in meinen Augen aber nicht.
Fehlsteuerung
Ich finde aber, dass all deine Argumente nichts daran ändern, dass diese "Steuersparfonds" ökonomische Fehlsteuerungen sind - und zwar in sehr erheblichen Umfang.
Es ist prinzipiell nicht gut, wenn der Staat massiv ökonomische "Investitionen" fördert, die sich nicht rechnen.
Das ist - erst recht in dem Umfang wie es bei uns gemacht wird - sogar krank.
Wenn die Verrechnung von Verlusten verschiedener Einkommenarten beschränkt wird, ist das ein richtiger Schritt.
Warum über diesen Schritt der neuen Regierung klagen?
Warum?
... link
Entgegen dieser Eindeutigkeit wird alles, was ihnen nicht paßt, flugs zur abzuschaffenden "Subvention" erklärt, offenbar um die Grenze zu ermitteln, ab der auch in D die warme Entsorgung parkender Pkw zu bestaunen ist.
Da der Neolybier aber nicht einen Meter von hier nach da denken kann, merkt er nicht, daß unter sein Subventionsverständnis auch sowas wie Polizei, Justiz, Bildung und Bundeswehr fällt. Auffällig zurückhaltend ist man auch beim größten tatsächlichen Subventionsempfänger: der Landwirtschaft.
"Mit dem von mir benutzten Subventionsbegriff befinde ich mich in guter Gesellschaft" der INSM, die gerade neulich ein Mitglied rausgemobbt hat, weil der auch die Subventionen für die Metallindustrie streichen wollte.
Und so zu tun, als bilde der "Geschäftsführer im Grünen" die Masse der Pendler; als ginge es mit der Streichung der Pauschale jetzt mal so richtig den Reichen an den Kragen, ist doch lächerlich.
Die Pendlerpauschale ist faktisch ein Lohn- und Gehaltszuschuß durch den Staat. Damit ist sie wirklich eine Subvention, nämlich für die Unternehmen. Nur: Solange dem Otto Normalbeschäftigten noch nicht durch "Globalisierungs"-Gequake Angst eingejagt war, wagte man sich an die Pauschale nicht heran, da dies sofort zu höheren und durchsetzbaren Lohnforderungen geführt hätte.
... link
Keine Ahnung, worin Du Dich wieder mal verbissen hast. Logisch geht es mit der Streichung der Pennerpauschale nicht den "Reichen" (wie definiert?) an den Kragen, sondern den Autofahrern und Speckgürtelbewohnern in Gänze. Aber so what? Macht das die alte Pauschale jetzt zum fortschrittlichen Anti-Globalisierungs-Instrument?
Und bitte: von mir aus können alle Landwirtschaftssubventionen sofort weg (und die für die Steinkohleunternehmen gleich mit). Das von einer Großen Koalition zu erwarten, setzt aber ein ganz spezifisches Verständnis eines Arbeiter- und Bauernstaates voraus.
... link
Um die hiesige Filmbranche nicht zu gefährden, kündigte die Regierung an, bis Mitte kommenden Jahres eine neue Form der Förderung zu schaffen.
Immerhin haben wir nun einen "Filmexperten" als Kulturstaatsminister.
Neumann möchte sich, wie er sagt, die Medienfonds-Modelle in den Nachbarstaaten und den USA näher ansehen. Er könne sich vorstellen, einen alternativen Weg zu finden, um Investoren zu motivieren.
... link
Begriffe werden a Gusto mit Emotionen aufgeladen und von ihrem ursprünglichen Sinn her pervertiert, wie hier die "Subvention": ein politisch-korrekter Hexenhammer wurde geschaffen, den man auch frei selber definieren kann, wie man sieht.
Es werden Arbeitnehmern Bezüge weggenommen - woanders hiesse das "gestohlen" - und alle sind trotzdem glücklich. Die Schweine aus Animal Farm winken von ferne.
Komplexe Sachverhalte werden emotional verkürzt - wie die Diskussion zum §15b zeigt. Was dem Bürger weggenommen wird, ist schlicht das recht sich ökonomisch so zu verhalten und so behandelt zu werden wie ein Unternehmen. Das soll "Gut" sein ? Weil es eine "Subvention" wäre ? Man riecht schon den Rauch der Scheiterhaufen für die Volksschädlinge.
@ Zaphod: nein Du wirst trotzdem nicht reicher. Die AfA-Tabellen spiegeln die Realität eh nicht wieder. Sorry, ist so.
Und: die Pendlerpauschale für die ersten 20 km wird gestrichen. Dein GF im Grünen - wenn er denn weit weg wohnt - kriegt trotzdem noch ein wenig, Du in der schönsten Stadt Deutschlands aber nichts mehr. Immer noch voller Freude über die Streichung ? Gef*ckt wird die breite Masse. Schön zu sehen, dass die Preise im Nahverkehr um bis zu 20 % steigen sollen.
Es fragt sich auch, inwieweit bürgerliche Freiheiten wie Niederlassungsfreiheit, Freiheit der Berufswahl, Freizügigkeit etc. schleichend zu Buchstaben auf Papier entleert werden, wenn sie de facto wirtschaftlich zunehmend unmöglich gemacht werden.
@ Dr.Dean: Mein Punkt war lediglich: Die Bürger verlieren täglich Freiheitsgrade unter dem Mäntelchen des "Subventionsabbaus", und die Kaste des politischen Adels schaut breit grinsend zu, wie das Wahlvolk sich neidvoll gegenseitig zerfleischt. Gute Arbeit.
... link
MfG
Daniel
... link
Noch mal zum mitschreiben:
Es gibt im Steuersystem keine Subventionen. Das ist eine Fama.
Subvention geht anders. Und was Neumann hier meint, ist dass er die gleiche rauchbombe wirft wie weiland uns Gerd, als der noch kanzlerte: die Kanzler-AG, eine Super-Förderung unter der Ägide der FFA und deren Oberhirten Junckersdorf (der mit dem Bioskop-Filmfonds). Schade nur das die Kanzler-AG seinerzeit nicht im Haushalt eingeplant war und die neu angekündigte Maßnahme es auch nicht ist und wohl auch nicht sein wird.
Ein neues Propagandastück zum Ruhigstellen der Intellektuellen und künstlerisch angehauchten Seelen in NeoLybien (Danke, Noergler), ehemals BRD.
... link
Auch noch mal zum Mitschreiben: Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob es im Steuerrecht "Subventionen" gibt. Der Begriff ist mir völlig Banane, das Abschaffen steuerlicher Sonderregelungen ist mir recht.
Um mich mach Dir mal keine Sorgen, ich muss als Co-GF auch nicht hungern, wenn ich die ca. 3 km zwischen Wohnung und Firma nicht mehr absetzen kann.
Wer bei einer solchen Mini-Subventionsstreichung schon die Freiheit der Berufswahl in Gefahr sieht, hat das Grundgesetz nicht komplett verstanden und klingt IMHO ein bisschen nach Neuer Sozialer Markwirtschaft oder wahlweise Bauernverband :-)
Und - sorry - in der Streichung von Medienfonds eine Entwicklung zu sehen, die "Arbeitnehmern Bezüge wegnimmt", erinnert an das bekannte Klaus-Staeck-Plakat aus den 70ern: "Deutsche Arbeiter! Die SPD will Euch die Villen im Tessin wegnehmen".
Zahnwälte, Lebemänner und Co-GFs "mittelständischer" IT-Firmen können das verglichen mit den Verzichtsorgien, die Hartz-IV-Empfängern abverlangt werden, wohl locker ab ...
... link
Da hast Du was falsch verstanden. Es get mir um 15b.
Pendlerpauschale ist ein anderes Thema: Um Dich und mich ging es auch weniger, und schön, dass Du es als Co-GF nur 3 Km zwischen lifestyligem Büro und lifestyliger Wohnung hast. Für Dich hält sich der Verlust von 3 km x 220 Tagen = 660 km x 30 cent = 198 Eur0 Abzug vom zu versteuernden Einkommen in Grenzen.
Geht der kleinen ReNo meiner Anwältin, die es von Billstedt nach Schenefeld hat, mit so 15 km x 220 x 30 cent = 990 Euro pro Jahr, die sie nicht mehr absetzten kann, aber gleich ganz anders.
Und jetzt mach das Berechnungsbeispiel mal mt 30 Km/Tag, bei kleinen Arbeitnehmern keine Seltenheit, und Du bist rasch bei einer tatsächlichen Einschränkung der Freiheitsgrade.
Soll die Kleine auch mal trocken durchschlucken, wie Du selbst es vormachst, meinst Du ? Für Volk und Vaterland den Gürtel enger schnallen ? Bei ihrer Family ausziehen, und sich selber ne Bude in Schenefeld suchen, landschaftszersiedelnder Weise ? Sich einen Job näher am Wohnort suchen ? Haben wir vieleicht noch weitere gute Ratschläge für unsere Minderverdiener und nicht-Co-GFs ? Dann lass' sie uns in der Ersten Liebe diskutieren, während wir ihren Schwestern beim mittäglichen herumhuschen zusehen können.
Ich bin ein großer Freund des gepflegten Zynismus, wir werden viel Lachen, ich garantiere es...
Ach ja, Co-GF, was machst Du eigentlich mit Deinen Taxiquittungen...
War nur so ne Frage.
... link
Gibt es einen Unterschied zwischen Deinen und meinen Taxiquittungen? Werden doch sicher beide steuerlich komplett legal behandelt ...
Es gibt zu jeder Subventionsstreichung eine ReNo, mit der man argumentieren kann. Und klar, auch die kleine Sekretärin des Reeders, der bisher nur dank Schiffsfonds-Kloppertruppe bestehen konnte, wird ein Problem kriegen.
Hier könnte man aber mal die Frage stellen, wieso bisher die HVV-Karte, die (Großbereich, Abo) bloß 64,10 € pro Monat kostet, mit 82,50 € pro Monat steuerlich geltend gemacht werden konnte. Jedenfalls kein Grund dafür, solche Fehlsteuerungen auf Staatskosten aufrecht zu erhalten.
P.S. Wenn Hamm und City Süd "livestylig" sind, dann wären wir beiden wohl die ersten, die das entdeckt haben. Magst' nen 1st-Mover-Bonus oder auch zwei?
... link
ich wollte nur wissen, ob Du sie tackerst oder aufklebst ...
Aber nochmal: Zu versteuendes Einkommen sind im Falle der Reno Einkünfte aus nicht St Arbeit MINUS den dazu gehörigen Werbungskosten. So will es die steuerliche Systematik.
Werbungskosten im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind alle Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.
Also: z.B. die Kosten für die Bewerbung (Mappe, Photo, Porto), Weiterbildung im Beruf und entsprechende Fachliteratur, wie auch die An- und Abreise zur Arbeitsstätte.
Es ist also keine Subvention, die gestrichen wird, sondern dem Arbeitnehmer wird etwas weggenommen, das ihm im Wortlaut und im Sinne des Einkommenssteuergesetzes zusteht. Und damit man das nicht so merkt, schreit der Finanzminister: "Haltet den Dieb !". Den mit den Subventionen halt. Und wie man sieht - die Rechnung geht auf.
Kurios wie gerne man sich - und andere - beklauen lässt, wenn der Dieb einen schicken Mantel trägt.
Böse Gedanken dazu:
Sind die Kosten für die Bewerbung Subventionen ? Eigentlich ja, denn das könnte ja auch alles die Arbeitsagentur machen. Privater Luxus, halt. Weiterbildung ? Macht auch die Arbeitsagentur im Rahmen einer Umschulung möglich. Privater Schnickschnack, also. Und zur Arbeit wird man schon fahren, Pendlerpauschale hin oder her, wenn Hartz4 droht.
... link
Hamm und City-Süd ... Schauder ...
Das erfüllt ja fast den Tatbestand einer schweren Behinderung.
Kannst Du eine Erschwerniszulage steuerlich geltend machen ? :-)
... link
Hab es schon mal als außergewöhnliche Belastung probiert, vergeblich ;-) Aber im Ernst: Ich bin in Hamm-Nord aufgewachsen und verglichen mit Minneapolis oder Pimlico, wo ich auch schon Arbeit + Wohnen genießen konnte, ist es gar nicht so uneben. Und die City Süd ist nebenan und bietet bezahlbaren Büroraum.
... link
... link
Hamm-Nord ist etwas weiter oben rechts auf dem Stadtplan (zwischen U3 Hammer Kirche und S1 Hasselbrook, auf der Karte zu erkennen am Hammer Park). Alles fast fußläufig - und sobald man von den Ausfallstraßen weg ist, richtig pittoresk (wenn man roten Backstein mag). Für viele die falsche Seite der Alster, aber wunderbar normal, zentral und ostseenah.
Alles zusammen wird nach der Hafencity und Wilhelmsburg
... link
... comment
... ja klar wurden diese steuerlichen wohltaten geschaffen, um gewisse bereiche fördern zu können, ohne dass das direkt im haushalt auftaucht. und zwar von denen, die später gegen die sog. steuerschlupflöcher teufelten.
... ja, es gibt noch andere möglichkeiten solcher förderung von minderheiten, z.b. durch gewinnmindernde sonderabschreibungen (verschiebt den gewinn nach später) und durch grosszügige bewertungsregeln, (spart wirklich steuern, merkt kaum jemand).
... richtig, das war schon so, dass bei manchen gutverdienern die gier das hirn gefressen hat. regelmässig zum jahresende brauchte nur das wort steuersparmodell ausgesprochen zu werden, und wie der hund von dr. pawlow auf ein glockenläuten speichelte, schob diese kundschaft, kaum das wort ganz gehört habend, das frische rüber.
aber das eigentlich interessante ist doch:
die ganzen kloppertruppen, die seinerzeit die ganzen steuersparmodelle vertickt haben, sind alle noch da.
womit werden die als nächstes ihre kundschaft erfreuen?
... link
www. *wv*g.de - Venture-Äh-Kapitl
www. *ff-*g.com - die Göttinger Gruppe lässt grüßen
... link
es wird gehen in : VC-Dachfonds, Alterssicherungsprodukte mit nachgelagerter Besteuerung, Gebrauchte dt. Lebensversicherungen, Osteuropa-Fonds.
Wer schlau ist macht aber deutsche Wohn-Immos aus dem Bankenzwang.
... link
... link
Yep.
Du kaufst sie derzeit zu etwa 50 % des Verkehrswertes ein. Voll vermietet. Du entmietest gar nicht, sondern lässt es einfach weiter laufen. Aber durch den geringen Einstand hat Du nicht selten Mietrenditen von bis zu 20 %. Voraussetzung: viel Liquidität.
... link
http://www.moneymaxx.de/docs/about_aegon_01.jsp
Ich habe läuten hören, dass nicht alles koscher bei denen ist, ihre Angebote finde ich aufdringlich und eine Spur zu laut, und soweit mir geläufig, wurden sie gerade vom Landgericht Düsseldorf zur Öffnung ihrer Bücher gezwungen. Aber Genaues weiß ich nicht.
... link
Frag auch mal ob die gesamte Provision für den Vertrieb sofort fällig ist, also ob Du die ersten Jahre nur für die Provi zahlst, bevor etwas zur Anlage kommt.
... link
der graue markt ist also noch lange nicht tot. na ja. irgendwo soll es auch noch hütchenspieler geben.
bei der gelegenheit: tatsächlich, die göttinger gruppe gibts noch. das kann nicht nur können (kriminelle energie habe ich nicht gesagt) oder dusel sein, ohne protektion geht sowas auf dauer nicht. mal sehen, wenn die sau durchs dorf gehetzt wird. denn da dürfte einiges vermögen umverteilt worden sein.
wohn-immos aus dem bankenzwang, das hört sich gut an. voraussetzung: viel liquidität. sehe ich das richtig, dass sich in der branche die freunde der echten italienischen oper mitsamt den förderern des russischen chorgesangs tummeln?
... link
Nö. Da tummeln sich recht langweilige deutsche Resteesser. Das andere findet bei RTL statt.
... link
... link
Die Lektüre ist immer wieder faszinierend. Zu sehen, welche Anlageprodukte es gibt und welche Probleme einige betuchte Leute haben, ihr Vermögen anzulegen. Dann noch den WiWo-Ableger fivetonine mit den entsprchenden Hinweisen, wie man sein Geld auch wonanders, als beim Anlageberater abliefern kann. Vielleicht bin ich ein wenig zu sozialromantisch, aber früher wäre solche Lektüre als volkaufhetzend verboten worden. Heute liest das Volk nicht mehr.
... link
Muss es aber auch, denn es ist für den Dreiklang Metro-Boulot-Dodo bei ständig steigenden Arbeitszeiten und sinkenden Bezügen sowie bester Aussicht auf Altersarmmut - gewissermassen als Dankeschön für treue Dienste - vorgesehen.
... link
das eine brecht-zitat hätte ich fast geschrieben, es lag mir sozusagen auf der tastatur, bloss dass der graue markt eben keine bank ist, wo noch die architektur ausdruck der obwaltenden seriosität sein soll.
beim grauen markt ist gerade die (unseriosität, geändert in:) hier weniger vorhandene staatliche aufsicht ein nicht zu unterschätzendes verkaufsargument, so etwa, wenn sie mit dreieinhalb prozent zufrieden sind, können sie auch bundesanleihe kaufen.
genauso gut oder mit noch grösserer berechtigung könnte man bei manchen vermögensanlagen von der expropriation der expropriateure sprechen.
@ strappato
scheinbar die letzten reste einer journaille, die sich seinerzeit um die new economy verdient machte, bzw. an der windmaschine stehend, selber verdiente.
gut aufheben, die hefte. die heissen tips von heute sind die lacher von morgen.
fivetonine, zitat: stilvoll getragen bleibt die blume im knopfloch ein effektives mittel, persönlichkeit zu zeigen.
scheint eher eine satirische zeitschrift zu sein.
... link
Pardon für den Weckruf:
aber der von Dir so geschmähte "Graue Markt" ist für ca. 80 % des Volumens aller Bank- und Versicherungsprodukte gut. neben Drückerkolonnen finden sich auch AWD, MLP, MPC Capital, HCI, Rothmann, OVB usw etc.
Und wo Licht ist, ist auch viel Schatten. Ganz sicher.
... link
... comment