: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Dienstag, 18. April 2006

Denn sie kochen auch nur mit Wasser

Warum nur habe ich gerade den Verdacht, dass die Berliner PR-Agentur Johannsen und Kretschmer, zu deren Bildlieferanten ich unfreillig geworden bin, zwar in ihrem Monatsthema April 2006 grosse Töne spuckt, was das Monitoring von Blogs in Unternehmenskrisen angeht - aber wenn es um sie und ihre hausgemachte Blogkrise geht, offensichtlich auf auf das fehlerhafte Primitivtool der Technorati-Blogsuche angewiesen ist? Aber wie sollte ich sonst diesen Zugriff vom JK-Server verstehen?

2006-04-18 15:46:30 mail.jk-kom.de https://technorati.com/search/johanssen%20kretschmer 1280x1024 Internet Explorer Windows XP

2006-04-18 16:30:56 mail.jk-kom.de https://technorati.com/search/johanssen?language=de 1280x1024 Internet Explorer Windows XP

2006-04-18 16:33:25 mail.jk-kom.de https://charivari.wordpress.com/2006/04/12/sie-lernen-nichts-
dazu/ 1280x1024 Internet Explorer Windows XP


Sollte das alles gewesen sein? Also echt...

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Platz 3

bei dieser Abfrage in dieser Sache. Ob ich es noch auf die Nummer 1 schaffe?

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Der Zündfunk wird plattgemacht? Prima!

Ach, da werden manche aber heulen, namentlich die Mitarbeiter und ihre zuhörenden Omas: Die Gerüchte verdichten sich, dass BR-Intendant Gruber dem sog. "Jugendprogramm" Zündfunk die letzte Grube gräbt. Statt der paar Wochenstunden auf dem Winzsspartensender Bayern2 Radio soll das Teil eingestellt und durch eine Jugendwelle ersetzt werden - auf DAB, dem technischen Steckenpferd der Staatsregierung, das ansonsten aber keine alte Sau interessiert. Kurz, der Zündfunk oder was daraus wird, sendet in Zukunft wohl genauso unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wo er sich auf UKW schon hingesendet hat.

Glaubt man den Selbstdarstellungen der Macher, dann sind sie die Lordsiegelbewahrer des Antimainstreams und gleichzeitig die Talentschmiede des BR - jeder, der Bayern im Allgemeinen und den BR und seine Staatsregierungsbeziehungen im Besonderen kennt, ahnt, dass da eine Menge kognitive Dissonanz im Spiel ist. Schon bei der letzten Reform von Bayern2 Radio sprang man mit Riesenkonzepten bei den als Reformatoren eingesetzten leitenden Mitarbeitern los. Man vertraute darauf, dass manche selbst beim Zündfunk gewesen sind und man auch Konzepte zur Befriedigung der Rundfunksratmitglieder hatte - und ging letztlich als Verlierer vom Platz. Die Bemühungen nach oben hatten nichts gebracht. Die Sendung wurde gnadenlos um Stunden in den späteren Abend geprügelt, rein in die Daily Soap Zeit, was für die selbsternannten Kämpfer für eine andere Jugenkultur nicht wirklich von Vorteil war.

Zündfunk, das ist Radio, wie sich die Mitte 50 jährige, wertkonservative Gemahlin eines halbliberalen Rundfunkratsmitglied den idealen Jugendsender wünscht: Ein klein wenig kritisch, ab und zu und wenn es nicht gerade um wirklich heftige politische Themen wie Korruption, Wirtschaftsförderung und Parteiränken geht, wissensvermittelnd, bemüht menschenfreundlich, nach Gerechtigkeit für junge Leute rufend - auch wenn die freien Jobs beim Zündfunk nicht sehr viel anders als die typische Ausbeute in den Medien mitsamt Profilierungssucht mancher leitenden Köpfe sein soll. Das Suhlen im Wissen, etwas Besseres zu sein und es im gebührenfinanzierten Auftrag zu tun.

Dazu Musik, die so gut wie niemand kennt, in einer Moderation, die es einem nicht erklärt, sondern damit allein lässt, wie superwichtig die Elektropiepser gerade im Untergrund von Novosibirsk sind. Hin und wieder der arg bemühte Versuch, Kleinigkeiten beim ORF-Nachbarn FM4 abzuschauen, und die ständige Selbstvergewisserung, Kult zu sein. Das Problem, dass man im Quotensumpf von Bayern2 Radio nicht besser als die anderen ist, wird beiseite geschoben in der Gewissheit, dass man als Vollfrequenz sicher einen super Jugendsender hinbekäme.

Auf DAB werden manche von denen jetzt den Beweis antreten können. Ja, die Welt ist ungerecht, wenn man von den Padronen so verstossen wird, deren Protektion nicht mehr hat. Vielleicht geht bald die Legende in Umlauf, der Zündfunk muss sterben, weil es journalistisch zu hochwertig war, weil die Öffentlich-Rechtlichen auf Mainstream schalten, weil man die Jugend vom denken abhalten will. In diesem Fall ist es aber eher so, dass ein Format ausgeknipst wird, in dem sich ein paar ergrauende Berufsjugendliche ihrer Sache mit den Oberen zu sicher waren und nie ernsthaft versucht haben, bei den Jugendlichen anzukommen. Mit der Zielgruppe verquaster Einserabiturienten darf man sich nicht wundern, wenn die Leute dann eben die Musikgosse von Radio Galaxy konsumieren, auch wenn die den Anspruch einen toten Beutelratte haben.

Ich mochte Berlin nicht, und Wien kann ich auf den Tod nicht ausstehen. Aber der RBB (hallo Holgi)und der ORF zeigen mit Fritz und FM4, wie man mit Jugendsendern innovative Formate, gute Events und Quote macht. Ohne den Hörern mit arroganten Ansprüchen auf den Sack zu gehen, die zu erfüllen man selbst nicht in der Lage ist. So geht das, ihr Luschen. Und jetzt fangt an, DAB zu lieben, wenn Ihr auch weiterhin auf den Knien leben wollt.

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