Dienstag, 7. März 2006
Goya revisited (von der Staatsanwaltschaft
Es müssen wohl verdammt nette Leute gewesen sein, wenn man für die Razzia ein Sondereinsatzkommando gebraucht hat. Und das Controlling war wohl nicht das einzige Problem beim sog. Nobelclub, der jetzt Besuch bekam. Die Aussage, dass die Goya AG von Schwarzarbeit nichts wusste, kann man sogar glauben - schliesslich wussten sie monatelang noch nicht mal, dass sie möglicherweise schon pleite waren. Wie heisst es nicht so schön im Spaghettiwestern? Die Geier warten schon. Mit 75 Euro sind die Aktionäre mit dabei, bei der Hatz auf den verlorenen Schatz.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 6. März 2006
berlinugly
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II. Bayerische Bloglesung
Deshalb - und weil sich die Anfragen häuften - gibt es in kurzer Folge die nächste Bloglesung, teils mit alten und neuen Autoren. Mit von der Partie der all munich bloggers sind Martina Kink, die Allee der Spackonauten, die Frau Klugscheisser, die Kaltmamsell und meine Wenigkeit. Der Auftritt erfolgt stilecht im Twisted Bavarian in der Tengstrasse 20 - dort gibt es übrigens auch WLAN. Gelesen wird nach dem bekannten Motto "Oane geht no, oane gehd oiwei", womit die typisch bayerische Unersättlichkeit zum Ausdruck kommt.Am 24.3. um 21 Uhr zeigt München wieder mal, dass es spät kommt - aber dann gewaltig. Platz haben so zwischen 50 und 70 Leute, aber genau 0 notorische Nörgler, die nur kommen, um zu sagen, dass man sich als Blogger nicht so wichtig nehmen soll und live Vorlesen aus Blogs keinen Sinn macht, weil man es ja auch Podcasten kann.
Und wer es auch diesmal nicht schafft: Wenn wir die Bude vollkriegen, wird das sicher nicht die letzte Lesung der Reihe gewesen sein. Schliesslich hat München einen Ruf als Kulturstadt zu verlieren. Ned woa.
Um Voranmeldung per Telefon wird dort gebeten:
089/2711445
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Sehr zu empfehlen - Gang aufwerten

Draussen ist die Welt gelähmt in Kälte und Schnee, mitunter treibt ein weisser Schauer die Spiesser in die Cafes, wo sie über den späten Beginn der Segelsaison schimpfen, und eine Elitesse holt sich hinten auf dem offenen Gang mit den Zigaretten eine veritable Grippe. Vielleicht traut sie sich nicht heim, weil die Klausuren nicht gut gelaufen sind. Aber hier, im Treppenhaus hinauf zu meiner kleinen, schlichten Kammer, fängt sich in den Kristallen das Licht, das den hier Aufsteigenden den Weg zu Tag und Nacht verschönern wird. Und damit schalten wir um zu den Lichtausknipsern von Vodafone und der Dunkelheit über Japan.
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Vorankündigung
:-)
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Sonntag, 5. März 2006
Dirt Picture Contest - Oberschichtenmüll

Ausserdem nimmt das auf den 18m² nur Platz weg. Das ist gewissermassen Wohnheimsnotwehr. Sollte sich einer beschweren, weiss natürlich keiner, wer das war. Dazwischen ist auch noch Platz für ein paar Flaschen. Und die Kisten braucht man, wenn man wieder wegzieht und Führungspositionen übernimmt, dann vielleicht auch mit Putzfrau und grosser Firmenwohnung, wo man sich um nichts kümmern muss.
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Peter Glückstein-Kabel
An das fühlt man sich erinnert, wenn man dieses treuherzige Interview der Berliner Morgenpost mit dem Goya AG Gründer Peter Glückstein liest. Manche Zitate sollte man für die Nachwelt erhalten:
"...schließlich fühle ich mich verantwortlich. ....damit die Arbeitsplätze erhalten werden und die Gläubiger zu ihrem Recht kommen."
Er fühlt sich verantwortlich? Als Vorstand ist man verantwortlich dafür, dass die Arbeitsplätze verloren gehen und die Handwerker auf drei Millionen offener Rechnungen sitzen.
"Uns ist einfach das Geld ausgegangen. .... Dieser Prozeß war so nicht aufzuhalten."
Ach nein? Und was macht so ein Vorstand, wenn er das über vier Jahre bemerkt? Nichts natürlich ausser weitere Aktionäre werden. Kann man eh nichts tun. Ne, schon klar.
"Die Buchführung war ab dem Zeitpunkt der Eröffnung tatsächlich konfus, aber wir sind an den schlechten Zahlen und nicht an der Unordnung in den Zahlen gescheitert. Und an dem Chaos tragen auch der Steuerberater und der Finanzmanager Schuld."
Glückstein fühlt sich verantwortlich, aber Schuld tragen andere. Und Schuld trägt sicher nicht der Vorstand, der die Leute eingestellt hat und kontrolliert. Gell?
"Es geht vor allem darum, daß die Gläubiger maximal wenig verlieren."
Kann er ja sagen, nachdem er maximal entmachtet wurde. Und die Aktionäre maximal viel verloren haben.
"Die Aktionäre müssen ihre Clubrechte behalten und sollen eine Dividende erwarten können."
Dividende aus einem zahlungsunfähigen Unternehmen? Buahahaha.
"Ich selbst hatte mich zuletzt darum bemüht, bei den Gläubigern eine Stundung zu erwirken"
Ja. Gell. Was man halt so tut, wenn drei Millionen Forderungen offen sind und man nicht weiss, mit welchem Geld man was zahlen soll. Wenn nicht mal das Personal den Lohn bekommt.
"um später durch eine Kapitalerhöhung alte aber auch neue Aktionäre dazu zu bewegen, das fehlende Geld in den Club zu investieren."
Hey Leute, wir haben gut 30% mehr Geld verbraten, als wir hatten und der Laden läuft nicht, weil er zu teuer ist, ich glaube, Ihr solltet besser mal mit 50% Aufschlag auf Eure Investition rechnen, dann geht es mit Eurem kompetenten Glückstein weiter, ansonsten verliert Ihr alles.
"Es sah gut aus, aber dann kam meine Freistellung dazwischen."
So was nennt man, glaube ich eine Dolchstosslegende: Alles wurde gut, der Sieg stand knapp bevor, und dann wurde der Feldherr abberufen und die neue Mannschaft ging prompt pleite.
"Mein größter Wunsch ist es, und das entspricht auch dem Willen vieler Aktionäre, mein Wissen und meine Kraft wieder einbringen zu können.... Jetzt sollten alle über ihre persönlichen Befindlichkeiten hinwegsehen, um den Schaden möglichst klein zu halten."
Spätestens jetzt sollte jeder begriffen haben, dass Peter Glückstein keineswegs an einem zu kleinen Ego leidet. Manche würden vielleicht sagen, er neigt zur Selbstüberschätzung. Vielleicht sollte er ein Web2.0 Startup gründen: Google Map Club Mashup mit User generated Coolness Charts und Live Moblogging, zum Beispiel. Und dann für 36 Trilliarden an T-Mobile vekaufen.
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Samstag, 4. März 2006
Winter ignorieren für Fortgeschrittene II

Draussen schneit es weiter, als gäbe es nichts anderes mehr, und ich muss dann durch dieses abscheuliche Wetter
Casarecci d´Oro

Casarecci sind eine sizilanische - oder kalabresische Nudelspzialität, frisch gemacht zu beziehen beim Nudelhandwerker des Vertrauens. Dazu brauchen wir ausserdem:
15 Gramm franzöische Meersalzbutter
100 Gramm Schmand
eine halbe kleine rote Zwiebel
20 Gramm würzigen Gorgonzola
40 Gramm Comte Or AOC, 12 Monate gereift
10 weisse Pfefferkörner
100 Gramm Austernpilze
3 grosse Salbeiblätter
Etwas Rosmarin
Butter auf dem Herd braun werden lassen, Zwiebeln andünsten und den Scchmad dazu tun. Anschliessend den Gorgonzola würfeln und ebenfalls in den Topf. Das wird alles erst mal dünnflüssig, ist aber kein Problem. Die Austernpilze in längliche Streifen zupfen, in etwa so lang wie die Casarecci, ebenfalls hinzugeben. Pfeffer im Mörser eher grob zerstossen, den Salbei und den Rosmarin schneiden, alles reinmischen. Dann die Casarecci auf den Herd, etwa 4 Minuten kochen. Solange schon mal den Comte kleinschneiden und ebenfalls in die Sauce, die kurz darauf schön fest sein dürfte.
Das alles ist für einen essfreudigen Bayern berechnet, den es nicht stört, wenn zu Beginn des Mahles die Pasta auf den Tellerspiegel quillt.

Der Comte und der frische Pfeffer, die machen es. Würzig, fein, gehaltvoll, ohne den allzu typischen Gorgonzolageschmack, aber eben doch mit der richtigen, wild südlichen Note. Es riecht - ganz anders als der Winter da draussen.
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Lesung in München komplett ausgebucht
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Freitag, 3. März 2006
Ich will sofort meinen Kronleuchter!
Ihr hättet mir glauben sollen. Ich habe Euch doch gesagt: So ein Laden kann in so einem Slum nichts werden, noch dazu, wenn es eine AG ist. AGs haben schon immer dazu eingeladen, mit den Einlagen der Aktionäre rigide umzugehen, ganz besonders, wenn sie noch nicht mal durch einen Börsengang in ein Regelwerk eingebunden sind. Und dann passiert es eben, dass nach einer ersten kleinen Erschütterung plötzlich der Vorstand kaltgestellt wird und Knall auf Fall die Insolvenz da ist.
Wie man aber auch so doof sein kann zu glauben, dass es beim bau beim Kostenvoranschlag bleibt... Wie man aber auch so blöd sein kann, Anteile einer Firma zu kaufen, die Plakatwerbung macht... Wie man auch so dämlich sein kann, sich an einer Firma zu beteiligen, die einem das Blaue vom Himmel runtererzählt... Ich mein, Pleite 3 Monate nach der Eröffnung, das haben selbst die Versager der New Economy kaum hinbekommen...
Wie auch immer: Die venezianischen Lüster sind toll. Ich hätte gern einen. Euch Aktiönäre wird es vielleicht trösten, wenn Ihr wisst, dass Euer schönes Geld nicht ganz verloren ist, schliesslich würde ich 5% vom Neupreis zahlen. Der typ, der sich das Vermögen des Goya krallen und Euch damit ohne einen Cent dastehen lassen wird, zahlt sicher weniger.
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Winter ignorieren für Fortgeschrittene

essen, und dabei nicht aus dem Fenster schauen. Nebenbei eine italienische Oper hören. Rossini etwa.
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Danaum fatale munus
Don Alphonso: Uh-oh, danke, Frau Mama, aber ich bedaure, ich war gerade auf dem Wochenmarkt und habe französische Meersalzbutter erworben, und so viel Butter brauche ich nicht, ist ja nur zum kochen.
Frau Mama: Ah ja. (Wechselt das Thema)
Frau Mama, Donnerstags bei der Besichtigung des Fortgangs der Restaurierungen: Wie sieht denn jetzt das neue geputzte Silber aus Pfaffenhofen aus? Ach ja. Sohn, Du solltest aber die Butterdose nicht im Freien stehen lassen, das tut der Butter nicht gut.
Don Alphonso: Ich habe die Butter noch gar nicht reingetan.
Frau Mama: Ach? Nun, dann kannst Du sie mir ja kurz (packt die Butterdose mit raschem Griff und steckt sie in die Tasche) leihen, wenn Du sie noch nicht brauchst. Du kannst sie nächste Woche wieder holen, ich brauche sie ja nur für die handgemodelte Butter. So, nachher kommen übrigens die 10 Ster Holz, hoffentlich schneit es nicht. Na, wird schon gehen.
*Ich verwende hier das korrekte, feminine Geschlecht für die Butter, will aber nicht verschweigen, dass meine bayerische Dialektgebundenheit mich in der Regel dazu bringt, über den Butter zu sprechen. In Bayern ist der Butter (sprich: da budd´ah) nämlich, wie im Italienischen, männlich.
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Freitag, 3. März 2006
Der Tag, an dem die 10 Ster Holz kamen

Die eine, als ich zu meinen Eltern gefahren bin, und die andere während des Rückwegs zum Stadtpalast, über dann eisglatte Strassen. Dazwischen gab es 8 Zentimeter Neuschnee. Manche sagen, sowas macht Naturburschen erst richtig hart. Andere sagen, so ist das Leben in Bayern. Ich sage, es gibt zwei Arten von Menschen; die einen trinken am Kachelofen den Tee, und die anderen bringen im Schneesturm das Holz nach hinten.
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Bayern verstehen
Die ersten drei Wittelsbacherherzöge sind hier begraben, unter anderem auch Herzog Ludwig I. der Kelheimer, der von einem Messerstecher erdolcht, den vielleicht typischsten aller bayerischen Mannstode gestorben ist. Ebenso typisch ist auch, dass man den Mörder nicht erwischt hat, gilt doch Messerstechen in bayerischen Dörfern bis heute als Brauchtumspflege und Zeichen der Mannhaftigkeit, und keinesfalls als Verbrechen.
Kloster Scheyern wird heute noch von Benediktinermönchen betrieben, und ist trotz zeitweiser Säkularisation heute wieder vollgestopft mit Rokokogemälden, goldglänzenden Altaren, juwelenübersähten Reliquien und Heiligenfiguren. Aber statt der im Norden typischen Nüchternheit gelingt es den bayerischen Künstlern nicht immer, die Religiosität rein zu erhalten; allerorten bricht sich das barocke Element, die Lebenslust und die Begierde Bahn - so auch bei dieser Bildstifterin.

Sie will, dass gebetet wir für sie, und sie hat wohl auch allen Grund dafür, denn schon die Kleidung ist alles andere als geziemend für diesen hochheiligen Ort. Ein paar Meter weiter ist ein Partikel des heiligen Kreuzes, aber die Dame lässt ungeniert nur ein dünnes Tuch den schwellenden Busen bedecken, und von da oben, wo der heilige Joseph ist, hätte er einen ganz vorzüglichen Blick aus die Schönheitspfaster, die sie, da können wir uns sicher sein, auf der marzipanweissen Haut aufgebracht hat. Die geschwungenen Lippen und der Blick gehen kaum als religiöse Verzückung durch, zu nah ist der Ausdruck und die Haltung an den unbekleideten Damen der Laszivi, kleiner, schmutziger Drucke, die die lukrative Schattenseite des Buchdrucks und seiner erbaulichen Spiesserliteratur darstellen. Die Perlenkette, die matt auf dem festen Fleisch schimmert, verrät ihren Reichtum wie die Sucht, der Nachwelt als etwas Besseres in Erinnerung zu bleiben, und so überströmt das lebensgierige Wesen der Stifterin bis heute den Raum und spricht den keuschen Gelübden derer Hohn, die tagtäglich zum Morgengebet an ihr, dem verzückten Machsmirnochmal-Lächeln und der fast schon groben Geste der rechten Hand vorbeigehen.
So ist Bayern. So behält man dieses Land und seine Töchter, und besonders die Hauptstadt München in Erinnerung, ein dreistes, ein wenig beschränktes, immer für jede Form von Zerstreuung zu habendes Luxusgeschöpf, das immer mehr nimmt als zu geben und dennoch alles zu tun bereit ist, solange es die Perlenkette nicht abnehmen muss und jemanden findet, der für einen Augenaufschlag für ihre Sünden gerade steht. Und sie weiss, dass sie uns kriegen wird, denn das, was in ihr kocht, bringt auch noch die brennende Hölle zum schmelzen.
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Die Kronleuchter kommen!
Hoffentlich gibt es schnell eine Entscheidung, denn ich muss wissen, mit welchem Auto ich komme - die Barchetta dürfte für so einen Millionenprojektleuchter zu klein sein.
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Mittwoch, 1. März 2006
Fasten und entsagen

Im besten Haus der Stadt. Dazu Unmengen Starkbier saufen, um den Kater zu ertränken. Nachher redet hier der örtliche Staatsparteimensch zu den rosa und waldgrün bekleideten, fetten und verkropften Machthabern, die schon immer da waren. Hund sans scho, de Bayern. Und zum Nachtisch a la Infarct bekommt der Teufel so viele bonbonfarbene TartuffInnen, dass Moliere die Austern wieder hochkommen würden.
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Real Life 22.02.06 - Kö
Während die Schritte in den Gängen verhallen, überkommt dich der Wunsch, bei all denen anzurufen, die sich für zu klein und zu dick halten und ihnen zu sagen, dass es genau so richtig ist, dass diese Hungerkünstlerinnen in der Horizontalen die Pest und in der Vertikalen unzufriedene, im Kern lustfeindliche Spassbremsen sind, dass Essen gut ist und Ausgezehr schon immer was für die Dummen war. Aber während du an dem Schaufenster der Confisserie einen Gedanken daran verschwendest, wie es wohl wäre, wenn du der Elitesse eine geschmacklos grosse Tüte von der zartbraunen Verführung mitbringen würdest, erscheint schon die nächste Harpye, die schon seit Monaten keinen Seefahrer mehr abbekommen hat. Im perfekten Landhausstil, mit hellbraunem Mantel und aufrecht wie eine Standarte in einem Riefenstahl-Film rauscht sie an dir vorbei, den Geruch eines säuerlich-kühlen Parfums hinterlassend.
In München in der Theatinerstrasse gibt es ähnliche Erscheinungen zwischen Theresa und den fünf Höfen, aber nicht so gross, so extrem dünn, so knallig, ein wenig menschlicher vielleicht, weil etwas breiter und fülliger als der heroin chick erlaubt. Das liegt in den Genen, aber auch in der Art; auch wenn sie alle der gleichen Klasse angehören, die gleichen marktradikalen Idiotien äussern, die sie nicht verstehen, und mit allem zufrieden sind, solange nur ihre 10% 90% von Allem besitzen, und sie die Einkäufe in solchen Goldbunkern machen können, während draussen der Mann wartet. Es ist überall das gleiche, kennst du eine Passage, kennst du alle, du hast zu viel Zeit deines Daseins an solchen Orten verbracht, und so gehst du den gleichen Weg, den auch schon die Standarte langmarschiert ist, links, zwo drei vier fünf, und bist in Gedanken ganz beim warmen Fleisch einer Frau, die ganz anders ist und nach Wärme duftet.

Draussen, vor der Passage steht ein Rolls Royce Cabrio von der Baureihe, wie ihn auch der Bauunternehmer eine Querstrasse weiter in der Provinz hat, neben seiner Ferrarisammlung. Der Mann am Steuer macht keinerlei Anstalten, aufzustehen und der Standarte den Wagen zu öffnen; statt dessen reisst sie selbst die Tür auf und lässt sich, ungelenk wie viele dieser dürren Menschen sind, auf den Sitz fallen. Er redet, aber nicht mit ihr, sondern in sein Handy, auch noch später, als du schon ein paar Häuser weiter bist und er immer noch dort steht, ein dummer schwarzer Rolls mit einem Handynierer am Steuer und einer klapperdürren, hellbraunen Standartenfrau neben sich, die vielleicht gar nicht begreift, dass Geld nicht zwingend Manieren ersetzt, als sich nichts verändert und die Zeit festgefroren auf dem Asphalt hinter der Kö ist, greifst du zur Kamera und drückst ab.
Du musst lächeln, und bist in diesem Moment sehr verliebt.
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Dienstag, 28. Februar 2006
Ostimmobilie in Bestlage.
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Mag einer "Merkel-Faktor" sagen?
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