: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 20. Juni 2007

Alles relativ oder Wieviel unbestechlicher darf´s denn sein?

Jeder bekommt den Preis, den er verdient:
Ich halte das Grimme-Institut für eine der unbestechlichsten Institutionen in der deutschen Medienlandschaft.
Stefan Niggemeier, mit Bildblog und seinem privaten Blog zweifacher Grimme Online Award Preisträger und mehrmaliges Mitglied der Jury für den Grimme Fernsehpreis, der in Kritikern, die er nicht so mag, gern "Hysteriker" sieht.

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Die Nervostität der Kaufblogger steigt

und deshalb schreiben sie zornige Beiträge und schicken Trackbacks. Klug ist das nicht. Das begreifen sie irgendwann, und dann löschen die Beiträge wieder. Mutig ist was anderes. Von manchen. Andere wie Stefan Niggemeier, das Bildblog, Mario Sixtus und Netzpolitik kriegen noch nicht mal eine paar Sätze über die Tastatur, wie sie Yahoo zu ihren Kaufwebsites so finden, und wieviele chinesische Dissidenten Yahoo noch verraten muss, bis sie sich komisch vorkommen. Sascha Lobo als Geschäftsführer der Yahoo vermittelnden Agentur ist inzwischen ja völlig abgetaucht.

Aber dafür bekommen sie dann ja auch meist den Grimme Online Award. Neben hausgemacht.tv.

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Die Stossstange

Da war diese lächelnde Frau. Schmutzig, heruntergekommen, aber immer noch schön. Man war brutal zu ihr, man hat sie lieblos angeschmiert, ihrem klassischen Profil keine Achtung geschenkt. Es war einst eine Stadt, die sie wollte, heute jedoch verrottet sie unbemerkt am ersten Stock eines Hauses nahe der Bergmannstrasse. Man hat ja so viel von dem Zeug. Und hier schaut eh keiner hin, man redet lieber über den Platz für den nächsten Tattoofleck. Handinnenseiten scheinen inzwischen sehr beliebt zu sein. Klassische Schönheiten sollten es vielleicht mal mit einem fetten Piercing probieren. Oder so bleiben, wie sie sind, mir ist es lieber so. So kommen sie auch in mein Blog, trotz - oder wegen - allem.



Ich mache das Bild, und hinter mir macht es Klonk. Ein alter Golf parkt "italienisch" aus und hat hinten Vollkontakt mit einem unsagbar dreckigen, alten Lastwagen, der den ausgemalten Parolen zufolge einem Hausbesetzer gehören dürfte. Der Golf fährt nach vorne, und erwischt den Kombi davor nur leicht. Die Fahrerin hat offensichtlich Probleme, die Entfernung abzuschätzen. Was sie beim nächsten Zurückstossen eindrucksvoll beweist. Mit einem weiteren Klonk schiebt sich ihre Stossstange unter den mächtigen Eisenbügel an der Front des Lieferwagens. Sie löst sich mit einem erbärmlichen Knirschen und kehrt nicht ganz in die Ausgangslage zurück, doch sogleich ertönt wieder das trockene Tonk der vorderen Kollision. Die Dame am Steuer dreht heftig herum, gibt Gas und

TONKCCCCHHH

schiebt den Abschluss ihres Wagens abermals tief unter den Lastwagen. Zu tief. Denn diesmal hat sich etwas verheddert, und während sich der Golf von seinem ungleichen Gegner löst, bleibt die Stossstange auf der einen Seite hängen, und löst sich mit einem Knirschen und viel bröckelnden Rost vom Fahrzeug.

Die Fahrerin steigt aus, besieht sich den Schaden, steigt ein, holt ihr Handy und telefoniert kurz unter Beschreibung des Problems, sagt ja und Hm und gut, legt auf, geht zur Stossstange und stellt sich auf die andere, noch intakte Seite, die dann auch gleich aufgibt und bricht. Die Fahrerin öffnet den Kofferraum, legt die Stossstange hinen, schliesst den Kofferraum, setzt sich hinter das Steuer und kommt diesmal mit dem etwas verkürzten Fahrzeug ohne weitere Probleme aus der Parklücke.

Ich überlege kurz, ob ich den Termin am Abend absage und sofort heim fahre, bleibe dann aber und bekomme wenigstens gute südfranzösische Küche am Mmaybachufer.

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Dirt Picture Contest - Schutzanstrich

Das letzte Mal war ich vor drei Monaten in Berlin. Gleich neben der Haustür in einem der teuersten Viertel der Stadt - dem Helmholtzplatz - war ein dreiviertel voller, leicht zerknautschter Kanister mit Schutzanstrich aus Epoxybasis. Das Zeug ist giftig, in der Folge gesundheitsschädlich und sollte nicht einfach so rumstehen, also dachte ich, dass es vielleicht zur Baustelle ein paar Häuser weiter gehört. Und machte kein Bild davon für diesen Award. Was sehr schade ist. Denn heute ist es drei Monate später, die Flasche steht immer noch da, ein wenig Material hat sich verflüchtigt, vielleicht hat auch ein Schwabe ein kleines Drogenexperiment gemacht, sie ist ein wenig mehr verrottet und der Aufkleber ist inzwischen verwaschen.



Und wir sollten uns allesamt nicht wundern, wenn ein Gossenblatt demnächst etwas von einer durch das faksche Getränk entstandenen Kinderleiche am Helmholtzplatz textnuttet.

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Prämissen des Wohlbefindens

Ich habe ein bayerisches Autokennzeichen. Ich trage ordentliche Kleidung. Ich sehe nicht aus wie ein schwäbischer Clon einen Zittycovers. Ich habe keine Frusttattoos und keine Löcher wie ein Schweizer Käse, ich esse mit geschlossenem Mund, ich fahre rücksichtsvoll, und habe Astrud Gilberto gerade so laut aufgedreht, dass die kaputte, vorbeigleitende Szenerie des Niedergangs wie ein surrealer Film erscheint. Um mich herum ist alles bestens, ich bin in meiner offenen Kapsel, ich könnte die Hand ausstrecken und würde das Slum berühren, aber es kommt nicht weiter als zu meinem offenen Fenster. Ich bin nicht in Berlin.



Berlin kommt lediglich unter meine Räder.

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Dienstag, 19. Juni 2007

Empfehlung heute - Mit den Augen

derer sehen, die manche als "digitale Boheme" bezeichnen würden. Siehe auch den sonstigen Briefwechsel beim Lieserl.

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Zur Wiedervorlage für Herrn Niggemeier

Nachdem Spreeblick inzwischen nicht mehr wirklich als grosses Vorbild taugt - thematische Erschlaffung, Werbung für Yahoo - ist Stefan Niggemeier mit seinem Privatblog inzwischen der Liebling diverser Blogmassen. Natürlich wirbt auch er für Yahoo, natürlich kriegt auch er den Mund nicht auf und streicht das Geld der Helfer des chinesischen Mörderregimes ein, aber von allen deutschen Bloggern dürfte er die momentan dickste Teflonschicht besitzen.

Am 3. Juni bat er darum, man möge in Sachen Grimme Online Award doch bitte im Dorf lassen (http://www.stefan-niggemeie r.de/blog/grimme-und-die-kirche-im-dorf/):
Nicht nur deshalb finde ich die Art, wie an manchen Stellen nun über den Grimme-Online-Award diskutiert wird, hysterisch. Kritischen Fragen (auch zu anderen Themen) muss sich der Preis stellen, das hält er auch aus. Aber schon der Vorwurf der "Mauschelei" ist abwegig: Mauscheleien sind "geheime Absprachen"; die Entscheidung der Jury, ein Bis-gerade-noch-Jurymitglied zu nominieren, geschah aber in aller Öffentlichkeit und jeder konnte sich seine Meinung dazu bilden.
Mit den Hysterikern bin unter anderem ich gemeint. Dummerweise musste Stefan Niggemeier jetzt feststellen, dass der Preis wohl doch einen Haufen sehr kritische Nachfragen und Beurteilungen verdiente und Mauschelei nicht ganz falsch sein muss, und so liest man bei ihm gestern folgende hysterische Einlassungen an seine Leser:
Kann bitte jemand den Grimme-Online-Award aus den Händen dieser Organisatoren befreien? [...] Ich habe also diesen Grimme-Online-Award 2007 gewonnen. Will ich ihn haben?
Es ist nicht das erste Mal, dass ich mir so eine Wendehalserei von Stefan Niggemeier antun muss. Ich hatte das schon ein paar Mal, diese plötzlichen Meinungswandel, vielleicht erinnert sich mancher ja an das Bohei rund um die Verlinkung durch die Springerpresse "Die Welt", als Stefan Niggemeier meine Absage öffentlich gar nicht verstanden hat - und dann selbst von der "Welt" rausgeschmissen wurden.

Aber wie gesagt: Die plötzlichen Seitenwechsel, das Auftauchen dieser Person als plötzlich grösster Schreier bei gleichzeitiger Aufhübschung des Debakels, nachdem er zwei Wochen vorher konsequent recherchierenden und handelnden Leuten in den Rücken gefallen ist, macht seinen Lesern nicht wirklich viel aus. Und deshalb sollte er auch ihrem Rat folgen und diesen Grimme Online Award von dieser Jury annehmen. Er passt.

Und wie ist das, journalistischen Ethos einfordern und dann für Yahoo zu werben, die Leute mit Ethos an die chinesischen Mörder verraten?

ein beitrag aus der serie "ich muss das jetzt sagen, damit ich später mal sagen kann, dass ich es ja schon immer gesagt habe"

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Dienstag, 19. Juni 2007

Eine neue Dimension von Hässlich

ist der diesjährige Grimme Online Award.

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Hihi

Mymspro macht genau das, was viele andere auch machen - und es liest sich phantastisch.

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Da lacht der Senior

Spannender Vortrag mit Powerpoint im besten Startupper-Vorlese-Stil heute: "Gemeinplätze zu Schleichwerbung in Weblogs, eine unzusammenhängende Zusammenfassung schlecht verstandener Beiträge der Blogbar unter Auslassung diverser besserer Beispiele, für die man aber mehr als eine oberflächliche Googlerecherche hätte machen müssen, unter Unkenntnis des Begriffs "Viralmarketing" und seiner Bedeutung sowie Nichtberücksichtigung all dessen, was man eigentlich im Grundkurs Medienrecht hätte lernen sollen, das einem zu klaren Aussagen zur rechtlichen Stellung des ReferatsPowerpointthemas statt schwammigem Blabla im Abschluss verholfen hätte".

Und sich dann wundern, warum ich Journalisten gemeinhin für faul, inkompetent und unerfreulich halte.

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Empfehlung heute: Käse kaufen

mit Creezy in Berlin. Was als Ratschlag gar nicht übel ist, denn dieser kleine Luxus ist in Berlin nicht leicht zu finden. Wirklich nicht.

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Sonntag, 17. Juni 2007

Bildunterschrift gesucht

Was ist das?



[ ] Chinesische Mörder ficken Dissidenten
[ ] Y*hoo verarscht chinesische Dissidenten
[ ] Y*hoo fickt F*ickr
[ ] F*ickr fickt deutsche User
[ ] A*ical lässt sich von Y*hoo ficken
[ ] Typische Kieler Hafenszene
[ ] Deutsche S*richerblogger halten für alles und jeden das Loch hin
[ ] Googleverpester und andere Spammer bei der Arbeit an willigen Kaufbloggern
[ ] Social Business
[ ] Sommer in der Stadt

Aber aber... was denkt Ihr schon wieder... Nun, die letzte Antwort ist natürlich richtig. Heute gastiert die Spider Murphy Gang in unserer Stadt, gar nicht weit von hier auf einem Open Air im nächsten Park, ich höre sie bestens bis hier - und ich kann auch noch nach 20 Jahren praktisch alle Lieder mitsingen. Und als gerade "Sommer in der Stadt" kam, übermannte es wohl die Tauben und...

Den Tauben geht´s gut, mir geht´s gut, die Gang hat hörbar ihren Spass, und an anderen Orten kotzen Leute ab, die die gleiche Software wie ich füllen. Und manche von denen sagen, wir wären doch alle käuflich. Sind wir?

Nehmen wir mal an, heute hätte sich in Berlin ein kleinwüchsiger Startupper in seinem neuen Porsche derrant, weil er so kurz war, dass er nicht mal die Baugrube über den Bug seiner Schleuder erkennen konnte. Bei der Hölle hat man aber wegen des grossen palästinensichen Terroristenkonflikts gerade Aufnahmestopp und schickt ihn zurück auf die Erde, um sich wenigstens einmal nützlich zu machen: Er soll mir im Auftrag eines gewissen S., in dessen korrupter, kleinen Berliner Netzwerkpeinlichkeit auch Satan ein paar Eisen im Feuer hat, sein komplettes 2stelliges Millionenerbe anbieten.

Nun, er muss sich dann zu mir bequemen, einen Parkplatz suchen und zu den Klängen von "mit 180ge im Schnitt müsst ma bald scho in Ingolstadt sei, doch kurz hinter Nürnberg im Nebel is plötzlich passiert, ja I hab fast nix g'sehn und hab einfach fui z'spät reagiert" hier hoch zu mir auf die Dachterasse, wo ich an meinem Thinkpad, einer Tasse Tee und frischen Erdbeeren unter dem Sonnenschirm sitze. Und dann sagen: ich kaufe Dir den Stadtpalast für mein Erbe ab!

Ich würde über die Dächer blicken, hinüber zum Barockjuwel, den sanften Wind fühlen, und hinter der Kirche eine kleine, im Sonnenuntergang in Regenbogenfarben erstrahlende Wolke sehen, und nachdenken, was man für das Geld alles machen könnte. Vieles. Nichts, was mich zufriedener machen würde, als ich eh schon bin. Das Problem am Geld ist ja, dass man so vieles nicht kaufen einfach kann: Charakter, Geschichte, Zufriedenheit, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Ich würde das Buch neben mir anschauen und an die Mühen denken, die es bereitet hat, die 3000 Bände hier hochzuschleppen. "Bei Nichtgefallen garantiert Gefühle zurück", singen nebenan die Spiders, und ich würde den zertrümmerten Startupper angerinsen, dem seine Millionen auch nicht halfen, und sagen:

Mein lieber Mann, danke, aber... nö.

Der Startupper würde nervös werden, denn tatsächlich ist sein Erbe erheblich mehr wert als mein Stadtpalast. Er würde mir andere Angebote machen, bis wir irgendwann bei der Borte meines Küchenschranks landen würden, oder auch nur für den kleinen Dienst, mal eben aufzustehen und einen Tag in Berlin zu verbringen, aber mir geht es heute einfach gut. Zu gut. Er würde hektisch mit dem Teufel handynieren, und der würde ihm sagen, er solle noch Sex mit Susi draufpacken, aber dazu ist es heute zu heiss und ausserdem habe ich Susi doch schon vor drei "Unter 33 16 8 herrscht Konjunktur die ganze Nacht", dröhnt es herüber.

Dann würde der Startupper noch den achtlos in die Erdbeerschale gelegten Silberlöffel sehen und mir voller Verzweiflung alles für diese 40 Gramm Silber bieten.



Ich würde nichts sagen, den Arm aufstützen und ihn ganz sanft anlächeln.

NA? würde er panisch kreischen, und mit seiner winzigen Figur schlottern.

Das wirst Du nicht verstehen, Du mgast wahrscheinlich lieber grosse Blondinen. Um ehrlich zu sein, ich habe tatsächlich einmal einen dieser Löffel weggegeben. Es waren 12 Stück, mit meinem Monogramm, vom Berliner Hofjuwelier. Nichts könnte mehr zu mir passen, und dennoch... Vor einiger Zeit habe ich hier oben mit einer Frau geschlafen. Sie war einzigartig, und hat meine Auffassung von Sex und allem, was dazu gehört, vollkommen umgekrempelt. Es war vollkommen klar, dass es aus einer Reihe von Gründen kaum Wiederholungen geben würde, aber als ich sie dann zum Abschied brachte, gab ich ihr Torte mit. Und einen dieser Löffel. Und wenn es mir nicht so gut geht, denke ich daran, wie sie gerade mit diesem Löffel ein Tiramisu... und dann den Mund... und die Zunge.... Kurzer, kannst Du mir sowas auch....?

In diesem Moment hat die Hölle gerade die Palis abgearbeitet, Waffenruhe, da geht was weg, jetzt ist wieder Platz, und ein schwefelblonder Blitz zerfetzt den Kerl. Schade. "Ja gestern homma ghascht, doch heizdog schnupf ma Kokain" hätte ihm vielleicht gefallen. Und ich hätte ihm gesagt, dass ich einfach arbeite, wenn ich Geld brauche. Ich mache faire Geschäfte. Ich arbeite nur für Leute, die ich korrekt finde. Deshalb gehe ich um kein Geld der Welt zu PRlern oder zu SinnerSchrader oder anderen Leuten, die ich verachte, und fahre morgen auf eigene Kosten nach Leipzig, für 2 Dutzend Studis, die vielleicht lieber am See wären. Ich arbeite, ich verkaufe Leistung an manche und kaufe Gegenstände, die ich mir vorher genau überlege.

Aber ich bin nicht käuflich. Im Gegensatz zu gewissen Strichbloggern. Das ist der Unterschied.

Das ist alles.

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Empfehlung heute - Gesund

und die grosse Stadt so ganz ohne Alkohol passen nicht zusammen, begründet hier schlüssig St. Burnster vom Postamentl seines Nordstrandes.

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Samstag, 16. Juni 2007

Und dann 8 Wochen daheim

Gerade nachgeschaut. Wenn ich die - bis vor kurzem zwecks anderem verdrängte - kommende Reise nach Leipzig und möglicherweise bis Berlin hinter mir habe, werde ich 8 Wochen am Stück zuhause sein. Nicht weiter als bis zum Starnberger See kommen. Nur diese Stadt und ich. Sollte dieses Blog dann zu gehässig werden, wäre ich um einen Hinweis dankbar.

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Der west-nord-süd-östliche Diwan für Klimakatastrophe und die angeschlossene Dachterasse

Reisen bildet bekanntlich, und zwar Bauchansatz und Vorurteile. Meistens. Aber mitunter findet man auch etwas, das einen verblüfft, und dann nimmt man es mit und nutzt es daheim. Ich meine jetzt weniger die Holzmorgenstern, die mir meine Eltern einmal im Urlaub im damaligen Jugoslawien kauften, wenngleich ich mich mittlerweise frage, wo der eigentlich ist, weil ich dank der Bloggerei dreckige Schnüffelschwei, sondern Dinge, die dem täglichen Leben dienen und angesichts der Klimaverschiebung auch bei uns hilfreich sind. Überhaupt ist mein Leben aus den Trümmern und Spolien der vielen Reisen zusammengesetzt.



Die Teekanne kommt von einem weitgereisten Herrn, der sie mir in Berlin vermachte, die Silberschale wollte einer in Belgien nicht mehr haben, den Salzstreuer brachte ein Amerikaner von der Ostküste mit, das Teegeschirr verdanke ich der Ahnungslosigkeit einer nicht proletarischen Berliner Erbenfamilie, der weg der englischen Teller zu einem völlig heruntergekommenen Flohmarkt an der Donau ist mir bis heute nicht erklärlich, die Barockgabel stammt aus Polen, das geschliffene Glas aus Böhmen, den Bugholzstuhl von J.&J. Kohn habe ich in Wien in der schlehten, bösen, nicht ganz so alten Zeit des blauschwarzen Regimes gefunden, und die Karaffe im Weinkühler stammt von der Feira da Ladra in Lissabon.

Bleiben noch Hut, Fächer und Weinkühler. Der Hut war eine Nebenentdeckung in Vallegio sul Mincio, wo ich eigentlich eine Roadsterkappe kaufen wollte. Aber der Strohhut war nun mal da, sah gut aus und passte. Und ich frage mich inzwischen ernsthaft, wie ich es eigentlich auf der Dachterasse ohne Strohhut ausgehalten habe. Ebenfalls sinnvoll, und früher völlig ausserhalb meiner Vorstellungswelt, war ein Fächer. Wozu ein Fächer? Nun, der kommende Rekordsommer wird das erklären. Gekauft habe ich ihn in Verona auf Anraten der Copilotin an einem Tag mit lässigen 37 Grad. Im Schatten. Was es im sommerlichen Verona praktisch nicht gibt. Aber dafür Fächer. Höchst sinnvoll in der brutenden Mittagshitze. Momentan ist es hier so heiss, dass es mich an Kindertage in Sizilien erinnert. Gestern war es noch kalt, heute knacken hier schon wieder die Balken unter dem glühenden Kupferblech.

Und dann ist da noch der Weinkühler. Ein Mitbringsel aus Kloster Eberbach am Rhein. Die haben noch welche von ihrer 850-Jahr-Feier, und aus einer Laune heraus kaufte ich ihn. Das Prinzip ist denkbar einfach: Mit Wasser füllen, der Ton zieht sich voll, ausleeren, dann tritt das Wasser wieder aus und sorgt an der Innenwand für Verdunstungskälte. Extrem praktisch, und energiesparend. Die altrömische Antwort auf die amerikanische Eismaschinen. Man kann auch Wasserkaraffen darin kühlen.

Vor ein paar Wochen hätte ich mich noch über Fächer und Weinkühler gewundert, aber sehen wir den Fakten ins Auge: Wir alle werden schmoren. Ich dank meiner levantinischen Gene weniger als die blassen Nordlichter, doch ob das noch eine grosse Rolle spielen wird, ist fraglich. Aber wenn wir schon selbstverschuldet das Schicksal der Spanferkel am Grill teilen, dann wenigstens mit alteuropäischer Linderung.

Am Rande: Zum ersten Mal heute wieder genug Zeit gehabt, durch die Altstadt zu spazieren. Völlig erschlagen von der Schönheit. Dann noch einer koreanischen Reisegruppe, die den Stadtpalast ablichtete, etwas vom Hausgeist (weisse Frau) erzählt. Dadurch auf das Gruppenphoto vor dem Weinstock gekommen. Reisen bildet einen selbst und andere.

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Empfehlung heute - Erben

oder auch nicht mit Madame Modeste. Manche bekommen, wenn sie über Erbe schreiben, eine Abmahnung, andere Lob. So ungerecht ist das Dasein.

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Samstag, 16. Juni 2007

Respekt,

muss ich sagen. Respekt.

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Sehr zu empfehlen - Apliken 2

Ganz habe ich mich dann doch nicht getraut. Meine Apliken aus Belgien sind eigentlich dazu gedacht, entweder in Holzvertäfelungen eingesetzt zu werden, oder direkt in den Spiegelrahmen. man sieht das manchmal an alten Spiegeln, die ungefähr auf halber Höhe Bohrungen im Rahmen haben. Mein grosser Spiegel in der Bibliothek hat keine Löcher, und ich mache auch keine hinein. Es ist nicht wirklich richtig, die Apliken an der Wand zu befestigen. Es stimmt nicht ganz.



Es könnte mir natürlich egal sein. Ich werde den Spiegel nicht mehr hergeben, insofern würden die Apliken daran bleiben. Aber so, wie ich Händler kenne, würden sie nach meinem Tod - oder dem Tod meiner Erben - die Apliken und den Spiegel getrennt verkaufen, denn so bringt das mehr ein. Und dann wäre für meine kurze Zeit auf Erden wieder ein Stück Substanz ruiniert. Kann gut sein, dass es dem kommenden Käufer egal sein wird. Aber mir ist es nicht egal. Eigentum ist immer auch Verantwortung. Kulturgüter kann man nutzen, aber genau genommen nicht besitzen. Man ist nur ein Abschnitt, einer, der etwas hat, um es weiterzugeben, sonst nichts, aber das ist schon eine Menge, fast schon eine Gnade, Teil dieser Geschichte sein zu dürfen, die keine Produktzyklen und Wegwerfgesellschaften mehr kennen wird.

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Empfehlung heute

Holgi probiert Wein und packt darin eine leichte, dennoch treffende Berlinkritik ein.

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Neue Linkpolitik bei Rebellen ohne Markt

Das Thema ist jetzt nicht ganz einfach, denn es bricht mit einer langen Tradition. Dieses Blog hier linkt sehr ungern. Es ist mein Blog, mit einem klaren Fokus auf mich, es hat einen sehr geschlossenen Ansatz, und ich reagiere oft ungehalten, wenn Anfragen wie "ey link mich doch mal" kommen. Es stört meine recht stringente Erzählform, und ansonsten glaube ich, dass die Leser selbst wissen, was sie lesen wollen und was nicht - ich mische mich da ungern rein. Wenn ich jemanden verlinke, versuche ich in aller Regel, es in meine Geschichten inhaltlich zu integrieren.

Wenn ich diese Haltung jetzt im Rahmen einer leichten optischen Überarbeitung ändere, hat das einen klaren Hintergrund. Es gibt durchaus Leute, die fragen, wo es unter Vermeidung der Sphäre von Kleingewerbetreibenden der PR-, Werbe- und Schleichwerbebranche gute Beiträge gibt. Man findet sie meines Erachtens links in der Blogroll, aber viele der dort aufgeführten Bloggerinnen neigen leider zu eher sporadischen Verfassen von Beiträgen.

Um also ein Zeichen zu setzen und das ein wenig grösser zu machen, was ich gut finde, werde ich in Zukunft öfters mal einfach so andere Blogs verlinken. Und hoffen, dass ich eine gute Wahll treffe und mich später nicht wundern muss, was für kommende obskure Steuerhinterzieher ich da empfohlen habe. Es ist kein Netzwerk und kein Zuschubsen von Lesern, nur eine Empfehlung eines guten Textes ohne Anspruch auf irgendwas.

Im Übrigen habe ich Creative Commons entfernt.

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Jetzt erst Recht!

Mit 88 Jahren...Ironie am Grubenrande, 88 ist ja auch so ein Neonazisymbol... was soll man über einen Toten nur Gutes sagen, wenn es nur Schlechtes über ihn zu sagen gibt? OK, ich versuche es mal:

Er hält Lukanschenkow sicher dort die Türe auf. Als Türstopp

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Freitag, 15. Juni 2007

Real Life 14.06.07: Zutaten eines guten Abends

Dieser folgende Nichttext



ist eine bildliche Ergänzung



zu diesem famosen Beitrag.

Ich sage nur guter Abend, weil eigentlich Iris für den perfekten Abend dabei sein wollte, aber leider hat sie sich beim Pflücken ersteren Bildinhalts so kindisch überfressen, dass es ihr schlecht und folglich nicht möglich war, den zweiteren zu füllen betrachten.

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Der relativierende Anrufnazi

Eine schon etwas ältere Geschichte.

Manche werden wissen, dass ich einige Stationen der Verhandlungen über die sog. Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter in Deutschland und Österreich aus nächster Nähe verfolgt habe - teilweise so nah, dass meine journalistische Arbeit, wenngleich durch einen irrwitzigen Zufall und eine sagenhafte Dummheit der ehemals ausbeutenden Seite begünstigt, nicht ohne Einfluss geblieben ist. Doch, man kann mit Journalismus etwas ändern. Nein, es ist nicht einfach so. Es ist nie so, man zahlt dafür mitunter auch einen hohen Preis, aber am Ende macht man eine Rechnung, und wenn es sich gelohnt hat...

dann ist man nicht ganz unbekannt und wird rumgereicht. Das ist der der wo herausbekommen hat dass die von denen, und so. Ah ja. Wissen Sie was? Kommen Sie doch mal bei uns vorbei, ich mache da die Sendung "Sag unserem Studiogast die Meinung", da können Sie mit den Hörern, wie wäre es nächste Woche, ja? Prima! Aber klar doch, machen wir gerne.

Eine Woche später sass ich dann im Studio, trug den Kopfhörer und rückte ganz nah an das Mikrophon heran, damit es möglichst dunkel und grollend wirke. Auf der anderen seite, an den Telefonen, wartete die dumpfe bayerische Masse, und der wurde ich als jüdischer Journalist von der Ostküste vorgestellt. Die nächste Stunde war für mich sehr lehrreich, obwohl ich hierzulande gross geworden bin. Aber es ist immer noch ein Unterschied, ob die Leute hintenrum was erzählen, oder aus der Anonymität des Telefonhörers agieren. Nun hat der Sender eine ellenlange Liste bekannter Irrer, die nicht durchgestellt werden, und jeder Anrufer muss auch ein paar Fragen der Hörermoderation über sich ergehen lassen, aber die Grenze zwischen rechter CSU und Vollnazi ist fliessend, und so kamen manche durch.

Nach 40 Minuten etwa meldete sich ein altes Arschloch, das offensichtlich noch nicht mitbekommen hatte, dass ich seinem Vorgänger gerade dasselbige bis zur Fressritze aufgetrennt hatte und so richtig gut in Fahrt war. In der Fahrt, in der ein Bierkrug ist, der auf dem Schädel eines Besuchers des Oberstimmer barthelmarktes zertrümmert wird. Es war noch keine Schreierei, aber in Sachen persönlicher Beleidigung lag ich schon uneinholbar vorne, als der Moderator als Rettungsversuch das Arschloch nahm, das sagte: Jo mei oiso wissns se kenna iba de Zwongsoabeidda sogn wos megn owa: Wos hom de Bartisana domois mid uns gmocht? Und wos hod da Ameriganer mit dem Indiana gmocht?

Und mir wurde weiss vor Augen. So richtig blendend weiss, wei es einem weiss wird, wenn einen ein Stein im Rücken trifft. Ich hatte in den Wochen davor all die Scheisse gesehen und all die verfickten Wichser, die erzählten, dass es bei der Zwangsarbeit ja noch besser als im KZ und im Gas war und das Londoner Abkommen schon alles geregelt hatte und man das Geld für die Wirtschaft brauchte und und und. Und dann noch dieser Abschaum am Telefon. Er, ich, der Moderator, wir ganz allein in einem schalltoten Studio mit ein paar zigtausend Zuhörern. Ich bin nicht gschead, ich komme aus einer sehr guten Familie und bei uns habe ich nichts von dem gelernt, was ich sagte. Meine Mutter schaltete das Radio aus und ging in den Garten zum jäten, was sie seitdem immer macht, wenn ich im Radio bin, um das nicht zu hören. Ich selbst fand nachher den Mitschnitt, hm, nun, ich war etwas erstaunt. Das Blog hier ist sehr schonend dagegen. Die Redaktion erzählte mir nachher, dass zwei andere Anrufer mit ähnlichen Absichten dann darauf verzichtet hatten, durchgestellt zu werden.

Seitdem habe ich Relativierer gefressen. Es gibt nichts zu relativieren. Man kann vergleichen, aber nicht relativieren. Stalin war scheisse, Hitler war scheisse, Mao war scheisse, jeder auf seine Weise, aber ebensowenig, wie Hitler gleich Mao ist, sind die Erschossenen in Piaski die Erschlagenen am gelben Fluss, genausowenig sind die Untaten Yahoos gleich dem Versagen von Google gleich der Geldgier von Cisco, und wenn einmal der Schröder für seinen Schmusekurs mit China bezahlen muss, wird das Merkel deshalb keinen Mengenrabatt bekommen. Nicht jeder ist käuflich, und nicht jeder zahlt, nicht jeder hat einen Preis, es gibt welche, die empfinden nichts und andere wissen genau, was sie tun. Jedes Verbrechen, jede Tat steht für sich selbst. Es gibt unendlich viele Ausreden, Ausflüchte und Gegenrechnungen. Aber keine einzige, die richtig ist.

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Hintergrundfarbe

Ich würde die Schriftfarbe so lassen, wie sie ist. Gibt es Vorschläge für die Hintergrundfarbe?

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Donnerstag, 14. Juni 2007

Das Beste draus machen

Angekommen bin ich eigentlich erst immer dann, wenn ich zum ersten Mal auf dem Wochenmarkt bin. Normalerweise kaufe ich auf Reisen so viel Proviant ein, dass ich daheim nicht in irgendwelche Supermärkte gehen muss. Ich habe jetzt gar nicht so viel gegen deren Angebot, aber ich hasse das Warten an der Kasse und die anonyme Abfertigung durch Leute, die ihren Beruf nicht mögen und aufgrund der Umstände auch gar nicht mögen können.

Es hat sich einiges getan seit vorletzter Woche, es gibt ab sofort wieder Pfifferlinge, sehr jungen Grana Padano und ausserdem frische Kirschmarmelade. Kurz, die sommerliche Fressperiode löst den Spargel und die Austernpilze ab. Nebenbei hat sich meine Lebenssituation auch noch erheblich geändert, die Umstände würden es erlauben, dass ich der Stadt den Rücken kehre und nur noch sporadisch käme. Ich könnte wieder nach München, nach Berlin, Zürich hat auch auf mich gewartet, und dann wären da auch noch ein paar Tätigkeiten mit Reisen inklusive Ablenkung, Vergessen und Trennung von all dem, was das hier bedeutet. Man würde mich nicht schnell vergessen, aber es gibt auch dem hiesigen Standard mehr angepasste Leute, die sich zur besseren Stütze der Gesellschaft eignen.



Andererseits sind über die Reise einige neue Einladungen zu Kongressen eingegangen, teilweise in Städten, die sehr unschön klingen und dann auch noch in einem Land, wo ich ganz sicher nie wieder hinreisen werde. Die Termine, denen ich nachkomme, bedeuten schon wieder genug Stress und Vorbereitung, und der Gedanke, die nächsten Monate mit konkreten Entscheidungen über meine weitere Verbringung und Umstellung auf neue Arbeitsstrukturen zu verbringen, ist angesichts des Wetters alles andere als erfreulich. Packen, Wohnung suchen, umziehen, und das alles im Sommer, für mehr Geld, das dann für eine Mietwohnung ausgegeben wird, obwohl ich schon drei Wohnungen habe, das alles ist absurd, zumindest im Sommer. Da ist niemand, der mich zu einer Entscheidung drängt. Ich kann weg. Ich kann aber auch erst mal hier bleiben.



Ich war froh, Berlin zu verlassen. Aber ich hatte damals auch keine andere Wahl, es sei denn, ich hätte mich verhalten wie die meisten aus meiner Schicht, die alles Alte so schnell wie möglich verkauft, weggeworfen und begraben sehen möchten. Das Neue in anderen Orten meldet sich momentan sehr laut zu Wort und möchte dringlicher bedient werden, als das Alte hier, es lockt mit Verheissungen und mit einem Ende der Enge, die hier unvermeidlich ist, wo einen jeder kennt, der Name alles und die Persönlichkeit nichts bedeutet, so lange man nicht zu sehr über die Stränge schlägt und wie so ein Depp vor kurzem vom Amigo der lokalen Staatspartei erwischt wird, wie man das Primärgenital in der Oralöffnung dessen gschlamperten Verhältni. Und einige Missionen zum Haifischtransport in der Munich Area sind im Juni ohnehin unumgänglich, und dann ist schon Juli und Ferienzeit und dann...

Ich glaube irgendwie nicht, dass ich im November nicht mehr hier bin.

Übrigens, wenn ich hier mal kurz ohne finanzielle Interessen werben darf: Patisserie Royale. Ich bin kein Fan von Schokolade, aber wäre ich in Maastricht, ich würde diese Haltung überdenken.

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Ablasshandel2.0 im Textvergleich

In der Hoffnung, dass der Druck sowohl auf die Unternehmen als auch auf die chinesische Regierung immer größer wird. Und die Verletzungen von Menschenrechten in der Volksrepublik China sobald wie möglich ein Ende haben. [...]
Ich sehe es als Teil der Möglichkeiten eines, dieses, unseres Weblogs an, Informationen und Meinungen zu liefern und zu diskutieren, und so werden als weitere Beiträge zu diesem Thema u.a. ein Interview mit dem europäischen Online-Experten von Reporters sans frontières erscheinen sowie ein Artikel über ein Berliner Modelabel, das sich sehr detailliert mit den wirtschaftlichen Zwängen der Textil-Produktion im In- und Ausland beschäftigt.


http://www.spreeblick.co
m/2007/06/13/china-und-das-internet/

Wie schon bei früheren Gelegenheiten verwies der Konzern darauf, "tief besorgt" über die Unterdrückung in anderen Ländern zu sein. Allerdings sei unabdingbar, dass das Internet auch in diesen Ländern – unter anderem von Yahoo – verfügbar gehalten werde, um Offenheit und Reformen zu unterstützen.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/91087

Im Nachhinein muss ich sagen: Ich habe mich geirrt. Ganz so schlecht passen Johnny Häusler und Yahoo, die kaltschnäuzige Wirtschaftspolitik von Adical und der VR China doch nicht zueinander.

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Denn sie wissen nicht, für wen sie werben

Den Aktionären lag ein Antrag diverser New Yorker Pensionskassen vor, in denen sie forderten, dass sich Yahoo nicht aktiv an Zensur beteilige und Nutzerdaten nicht an Standorten speichere, an denen Behörden restriktiver Staaten darauf Zugriff haben. Wie schon bei früheren Gelegenheiten verwies der Konzern darauf, "tief besorgt" über die Unterdrückung in anderen Ländern zu sein. Allerdings sei unabdingbar, dass das Internet auch in diesen Ländern – unter anderem von Yahoo – verfügbar gehalten werde, um Offenheit und Reformen zu unterstützen. Wenn beispielsweise Behörden bei der Ausgabe von Suchergebnissen Einschränkungen verlangten, werde Yahoo dem nachkommen und versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Zudem sollen die Nutzer über die Zensurmaßnahmen informiert werden.
Toll. Man muss das wohl so verstehen: Der nächste chinesische Blogger, der von Yahoo an das chinesische Regime verraten wird, kann ich wenigstens darüber freuen, dass Yahoo mit seiner sonstigen Arbeit einen Beitrag zu den Reformen zu leisten meint. Und sie sagen den leuten netterweise sogar, dass etwas zensiert wird! Ist im übrigen ja auch voll korrekt, denn wenn sie es nicht täten, würde die Firma Cisco dem Regime helfen, die Seite auszusperren. Beweisen sie das beide momentan ja auch, indem sie mutige, kritische deutsche Blogger mit Werbeaufträgen finanziell unterstützen. So kann man vielleicht auch Holgis Dilemma schlüssig erklären. So wird aus einer Werbeschaltung für einen Beihelfer der Unterdrücker ein Licht der Freiheit, und die Fans, die Adicals Blogger zu haben gedenken, finden das auch wirklich supi.

Mutige, abständige Leute. Alle miteinander. Aber 9Live ist böse, sagt Herr Niggemeier, Bild ist böse, sagt das Bildblog, die G8 ist böse, sagt Johnny Häusler, der Schäuble ist böse, sagt Felix Schwenzel, Abmahnung wegen Bilderklau sind böse, sagt René Walter, Online-Durchsuchungen sind böse, findet Netzpolitik.org (in fact, dank Yahoo ist das in China wohl mitunter etwas überflüssig), und nur der Werber Sascha Lobo findet nichts böse, weil er ja die Werbung reinholt.

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