: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 5. November 2007

Adäquates Foodsexspielzeug

Meine Bekannte Iris ist, wie ihre Freundin Susi auch, eine miserable Haushälterin. Es ist nicht so, dass sie es nicht könnten, doch die Vorsehung hat sie mit Clans ausgerüstet, die mit Geld und Muttern Hände dafür sorgen, dass die Töchter nicht müssen, wenn sie nicht wollen - und sie wollen so gar nicht. Die Befreiung der Frau aus der Küchenknechtschaft hat Convenience Dreckfood hervorgebracht, die Mikrowelle und den ledigen Freund, bei dem man einfach so zum Essen vorbei kommen kann. Was der Abbe des XVIII. Jahrhunderts noch mit Aufklärung an Anziehungskräften zu entwickeln wusste, ist zum Tischgespräch herabgesunken, über dem eigentlichen Anlass, der eher Gargantuas Wünschen nach Tarte, Wein und Süssem entspricht. Der geneigte Leser ahnt es vielleicht: In der Rolle des Kochs findet sich oft, zu oft der Verfasser dieser Zeilen wieder.

Vorbei auch die Tage, da man den Koch alleine werkeln liess; heute flattern Gäste durch die Küche, saufen den Wein schon vorher weg, hetzen, weil ihnen schon ein wenig schummrig ist, fressen Zutaten vor dem Kochen und streiten darüber, ob man nun Ingwer hinzufügen darf (Susi) oder nicht (Iris, die Ingwer hasst, aber noch nie herausgeschmeckt hat, wenn ich ihn verwendet habe). Kurz, sie stören, wie sie nur können, doch nur an einem Punkt stören sie so, dass der Koch überlegt, nach dem Rattengift zu greifen: Wenn es nämlich um das Sieb geht.

Und um das Sieb geht es oft, denn ich habe keines. Was ich allerdings habe, ist ein enormes Geschick, Flüssigkeiten ohne Sieb abzugiessen. Ein Messer und eine Gabel reichen mir allein immer, um Pasta abzuseihen, gekochte Pilze trockenzulegen und Salat zu reinigen, ohne dass etwas unschön in die Spüle danebenklatscht. Mit zunehmenden Mengen wird das schwieriger, und mit Iris und Susi gleichzeitig kann ich nicht verhehlen, dass es hin und wieder von Versagen kündenden Platschgeräuschen kommt. Und als wäre es nicht schon demütigend genug, die Trüffeltriangoli aus der Spüle zu fischen, wird auf den billigen Plätzen darüber diskutiert, mir das nächste Mal aus der jeweils eigenen, ungenutzten Küche ein Sieb mitzubringen. Alles erklären, dass ich die sportliche Herausforderung schätze und ihr Plastik- und Edelstahlmüll in meiner Küche keinen Platz findet, hilft bei derlei Abmachungen nicht weiter, sie insistieren stets auf die Anschaffung eines - am besten babyblau- oder rosa gefärbten - Utensils für kukinöse 2-Minuten-Weicheier. Dann serviere ich, und wir reden darüber, wessen Frau nächstes Jahr was mit dem Golflehrer haben wird. Aber nun hat all die Drohung mit 1,99-Euro-Plasikkrempel von Tchibos Shanghai-Connection jeden Schrecken verloren, denn: Ich habe selbst ein Sieb gekauft!



Weil Porno kostenlos sich grosser Beliebtheit erfreut, hier nochmal in hoher Auflösung.

Und zwar eines, das in meine Küche passt, vom Trödel, ein Kupfersieb mit Holzgriff wie aus einem Küchenbild von Joachim Wtewael, und es enthält sicher nicht mehr krebserregende und gesundheitsgefährdende Stoffe, als das in Fernost gepresste Zeug, das man in den Starterpaketen, Resterampen, Supermärkten und anderen Konsumhöllen findet, mit dem Aufdruck "German Technology" oder "Deutsches Qualitätsdesign". Wenn wir schon über Qualität reden: So müssen Siebe aussehen, handgedrillt müssen die Löcher sein, und mit dem sagenhaft langen Stil, einem wahren Witwentröster, kann man den Inhalt durch die Luft werfen, dass es beim Auftreffen feucht klatscht wie

nun, das überlasse man der Phantasie des Lesers, dem zu wünschen ist, dass er dieses Jahr auch genug Pfifferlinge in Ingwer-Butterschaum und Saint Ceols bekommen hat, denn das ist mit dem heutigen Tag vorbei, diese Trüffeltriangoli sind die letzten, die damit verfeinert werden, und ich esse sie allein - schlecht für Iris und Susi, aber mein Mitleid wäre grösser, hätten sie mich in der Vergangenheit nicht mit Sieben aus Kunststoff bedroht.

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Empfehlung heute - Ich sterbe

an geplatzten Innereien, weil ich mich an Andreas Begegnung mit einem anderen Blogger totlache. Lebt wohl, und immer schon nachtreten.

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Samstag, 3. November 2007

Realienkundliche Betrachtungen in München

Unsere gelebte Sachkultur definiert uns mehr, als es jedes Profil bei einem asozialen Netzwerk je tun könnte, denn sie spiegelt wieder, was wir de facto tun, und nicht das, was wir zwecks Selbstmarketing und Freundegenerierung nach draussen darstellen. Man nehme beispielsweise mal dieses der Jahrezeit angemessene Frühstück, das gegen zwölf Uhr eingenommen unzweifelhaft einem schlechteren Sohne aus besserem Hause zugehört.



Nun, man kann wohl übereinkommen, dass dieser Sohn in erträglichen finanziellen und ästhetisch angenehmen Verhältnissen lebt, sein Essen ohne Tiefkühlkost zu bereiten in der Lage ist, und definitiv keinen Grund hat, sich billigen Buffetfrass irgendwelcher Sponsoren von grobem Geschirr zu wünschen, während um ihn herum gebrüllt und gedrängelt wird. Man kann auch davon ausgehen, dass sich dieses Ambiente nicht gerade in einer abgefuckten Industrieruine findet -

womit wir zu meiner de jure immer noch Heimat München kommen, und die Belästigungen, die das Leben in so einer Stadt mit sich bringt, wie etwa die am Donnerstag veranstaltete Jahreshauptversammlung der Begünstigten von Klingeltonabzocke, die ein reaktionärer US-Medienkonzern verantwortet, gegen den der Bayerische Staatsrundfunk ein Musterbeispiel an Ausgewogenheit und Unabhängigkeit ist. Glücklicherweise weilte ich während dieses Tages fern der Stadt, doch am nächsten Morgen war im Münchner Norden eine Gesellschafterversammlung, und zwar gleich neben einem der Aftershow-Veranstaltungsorte, einer schlonzigen Industrieruine, die nur in der wirklich üblen Endzeit der New Economy als Veranstaltungsort drittklassiger Mobilklitschen diente - dortselbst fanden sich die Reste der vergangenen Nacht.



Und dort kann man sich ebenfalls leicht vorstellen, was für ein Publikum dort weilte, etwa, wenn ein norddeutscher Kleinst-PRler einen Kriminellen traf, und die sich beide für Musiker halten, nennen wir sie einfach mal MC Hinkl und Schnupfköter. Schnupfköter ist platt, er hat moderieren müssen, und wie er da so steht, sieht MC Hinkl seine Chance und quatscht ihn voll:

Ey, yo, Brudda, nech, ei äm da famous MC Hinkl, nech, and eim soooooo kläd to sie te Köterdaddy, iu are te grätest Idol from me, nech, also, er, Kinningsizzle,

Schnupfköter: Er...

MC Hinkl: Ei iwn trei to be a gut Gangsta at Kiel what is te Äll-Aj of Northgermany, right, Ei got al tose bitsches...

Schnupfköter: Hoes? Where?

MC Hinkl: On my Plog! You know. Tey sent me piktschures and Ei scho tem on te Media Kongress tat inveits me and say Ei find te buubs great. Ei do te nastiest videocasts of te German Blogs, and tey comment and say Eim te natschural Afterfollowa of my ota Idol from me, who is runnig an Betting Show on te Tiube.



Schnupfköter: Fakinizzle horse races?

MC Hinkl: No, bat longing te gests on te buubs, and Ei will do tis ting later, weil, nech, because my fäns on mei plog sei Ei hav to do it, nur not tose Ei spammed whus plogs, nech, but tey underständ not fan.

Schnubfköter: Plog?

MC Hinkl: Yeah, its an Internetting, nech, Ei write about tings big companies like Opel, Ebay and Holsten giv me and tey giv me big money-izzle, nech, Kinnings, also, big deals, multinaschnal, tey even brogt mi here for Ei do promoizzles on my plog, tats me, te famous MC Hinkl (kramt auf seinem Handy nach einem Video, in dem er über vollgepinkelte Waschbecken in einem Schloss referiert, das muss dem in seinen Videos ebenso in Schlössern auftretenden Schnupfköter doch imponieren).



Schnupfköter: (verdreht die Augen)

MC Hinkl: Oh, Ei faund te video of mei Band and Gangsta kolliegs Office at Bietsch! Look!

Schnupfköter: (starrt fassungslos auf das Gezappel mittelalter Vertriebler auf dem Handy, zählt Video und unsauberes Englisch falsch zusammen) Man, you´re a bitch? (Schnalzt nach der Security, zwecks falschem Geschlecht)

Security schleppt MC Hinkl raus, der brüllt, er möchte wenigstens noch te Pfoto mit Schnupfköter haben, und irgendwo kotzt einer in den Gully.

So in etwa, stelle ich mir vor, wird es wohl gelaufen sein.

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Mangelintelligente & Spamsauen

Aus der Sexwebsite Abt. Studentinnen, die heute eine Spammer bei der Blogbar verlinkt hat:

Hier gibt es die Crem de la Crem der Bildung!

Michael Schinzel von ip-projects aus Waldbrunn, der für die beworbene Website verantwortlich ist, sollte seine Studentinnen vielleicht etwas besser aussuchen, wie auch die Websiten, auf der dieser Dreck werblich gespamt wird.

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Ankündigung

Nachdem die Condenet GmbH, die Vanity Fair online betreibt, für die Urheberrechtsverletzung ihres - inzwischen als "ehemalig" titulierten - Mitarbeiters Peter Turi in meinem Fall ordentlich gezahlt und wegen seiner Lügen eine Unterlassungsverpflichtung abgegeben hat, und demnächst in der Sache noch ein Nachspiel kommt, hat sich inzwischen der nächste gefunden, der geglaubt hat, eine blöde Anmache meiner Person zwecks Awareness würde generösen Umgang mit meinen Bildrechten nicht ausschliessen. Diesmal ist es kein Blogger, sondern ein Startup, mit Blog, so eines der Sorte, die einen einfach mal blöd anlabern, weil sie glauben, damit Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Nachdem mir deren Geschäftsziele ohnehin zuwider sind, wird es demnächst einen lauten Knall geben. Nachdem es eine kleine Klitsche ist, die im Moment nach Investoren sucht, besteht Anlass zur Hoffnung, dass es ihnen wirklich weh tut.

bis montag können sie natürlich zu kreuze kriechen und sich entschuldigen, aber dann ist es zu spät

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Freitag, 2. November 2007

Empfehlung heute - Katalanen

scheinen mit israelischen Flughafenmitarbeitern gewisse Ähnlichkeiten zu haben, wenn man Herrn Paulsen - sicherlich - Glauben schenken darf.

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Was ist das Gegenteil von einfachen Verhältnissen?

Komplizierte Verhältnisse etwa? Das komplexe, ungeschriebene Regelwerk, in dem man sich zu bewegen hat und das man nur kann, wenn man es nie anders kennengelernt hat? Eine Welt, deren Komplexität so normal ist, wie das spanische Hofzeremoniell den Zeitgenossen Maris Theresias geläufig war? Ein Begriff, dem Umstand geschuldet, dass die Sorgen nicht kleiner werden, wenn man das Geld, das die anderen bräuchten, wieder wohin tun muss?

Normalerweise versucht man, Euphemismen zu bilden, unter denen sich kein Sicherungsnetz mehr findet. "Mittleres Management" ist so ein Wort. Es gibt kein unteres Management, und wer dort in der Mitte gelandet ist, bleibt voraussichtlich auch den Rest seines Lebens dort, solange er von Beratern und Top Management nicht irgendwann eingespart wird. Unter einfachen Verhältnissen kommt noch was, einfachste Verhältnisse etwa. Die Leute etwa, die bei uns Anfangs des vergangenen Jahrhunderts im vierten Stock wohnten, drei grössere Familien auf einem Raum, der heute einem Paar mit Zukunft ausreicht. Und dann asoziale Verhältnisse. Etwas, das auf der anderen Seite gerade in Deutschland selten von Menschenfreunden aufgewogen, sondern durch ebenfalls Asoziale verstärkt wird, die Kunstvereine gegen Spendenquittung zur Steueroptimierung und verbilligte "Jahresgaben - was würd Ihnen denn gefallen, Herr Prof. Dr. Dr." unterstützen.



Vorgestern stand ich draussen vor einem Büro in bester Lage und wartete, als wäre ich der Fahrer eines Fluchtfahrzeugs, mit laufendem Motor und Blick nach oben, wann endlich das Licht ausgeht. Gegenüber hielt ein Wagen, und heraus kletterte einer, den ich von einem vergangenen Fall, in einem anderen Leben, einer anderen Zeit kenne, und der die acht Jahre nur dank chirurgischer Eingriffe halbwegs proper aussehend überstanden hat. Er hat jetzt wieder jemanden, der ihn fährt, er ist nicht mehr ganz unten, was ganz unten für solche Leute eben ist, er darf an untergeordneter Position wieder mitmachen, unten einsortiert mit Leuten über ihm, die mit der Gnade des späteren Hochschulabschlusses die Erfahrung der New Economy nicht machen mussten unddurchstarten konnten, als er noch stürzte.

Komplizierte Verhältnisse also, kaum weniger komplex als der Anlass, warum ich an dieser Stelle in diesem viel zu grossen, hässlichen Auto sitze, den Motor laufen lasse und warte auf jemanden, der nur Sekunden brauchen wollte. Auf der anderen Seite torkelte dann ein Isar-Obdachloser vorbei, ich kenne ihn inzwischen, hier gibt es nur einen kleinen Feinkost-Supermarkt, und da kaufen alle, ich, die anderen. Er ging schwankend weiter, blieb stehen, steckte die Arme in die Luft und grölte etwas, das durch die B2-Panzerung nicht zu mir drang. Man versucht, ews sich einfach zu machen, man lässt es eben raus, wenn man kann, aber es ist nicht einfach.

Wenn ich dann umsteige und nach Hause fahre, wenn ich nicht in München bleiben muss und zurück zu meinen Büchern kann, dann habe ich meine einfachen Verhältnisse erreicht. Kompliziert genug, aber das trägt dazu bei, dass die Verhältnisse einfach bleiben, und nicht so werden, wie auf beiden Seiten des Platzes, auf dem ich warte.

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Donnerstag, 1. November 2007

Es ist vorbei

Gerade, weil heute nochmal so ein unfassbar schöner, lichtdurchdrungener Tag war, von den silbergleissenden Nebelresten am Morgen, über das tiefe Blau des Mittags bis zur samtrot gesäumten, sternenfunkelnden Finsternis der Nacht, weil alles irgendwie nach Frühling aussah und die letzte Lüge des Sommers verbreitete, und weil die lustigen rotweissen Sonnenschirme an den Stände am Friedhof der Anderen dieselben anlachten, die sich heute aus Prestigegründen beim Wandern zwischen schwarzer Erde und modrigen Steinen blicken lassen mussten; weil es so anders war als das, was unweigerlich kommen wird, ist es Zeit, ein Einsehen zu haben: Es ist vorbei.

Das hat auch der Herr erzählt, mit dem ich heute unterwegs war, vom Alter, von der Plage, ein Nest bauen zu müssen, vom Bausparvertrag und all den Verpflichtungen, die einen festzurren beim Weg, der nur ein Ende und keine Seitenstrassen kennt, und der so schnurgerade verläuft, dass man ohnehin weiss, was einen zum Schluss erwartet. Man trennt sich irgendwann von seiner Jugend, fährt einen Kombi und bekommt gesundheitliche Probleme. Man nimmt Abschied von den Schwärmereien und konzentriert sich auf das Machbare, und so ein Windelwechsel ist auch immer wieder ein Sieg, ein kleiner.

Am Ende hat er für seine Spitfire einen Betrag verlangt, der in etwa sagte: Junger Mann, ich habe das Ding zehn Jahre kaum mehr bewegt, und ich habe definitiv nicht die Zeit dazu, es herzurichten, aber ich will verflucht sein, wenn Du mal mit meiner Spitfire vorbeifährst, mit der ich damals in Sardinien, Italien, Frankreich, weiss der Teufel wo war, und deshalb klemme ich mich diesen Winter dahinter, und nächstes Frühjahr, mein Bester, zeige ich dir und deinem Italorutscherl, was übersteuern bedeutet, pass also auf, wenn du eine Spitfire im Strassengraben siehst.

Und ich antwortete indirekt, dass ich die Spitfire nicht will, weil ihn als verdammten Trottel verfluchen würde, wenn er mein Vater wäre und ich sein 14-jähriger Sohn, und er würde diesen Wagen mal eben so verkloppen, insofern passt es schon, und ausserdem ist es jetzt ohnehin erst mal vorbei, mit dem offen fahren, das vor 8 Monaten begann.



hast du italienisch auto, brauchst du nix amerikanisch kürbis

Ich fahre normalerweise nie zum Spass Auto, da muss es schon einen Zweck geben; Umwege können passieren, wie schnell biegt man auf eine enge Bergstrasse ab, und ich fahre schon mal drei Pässe, um an das passende Olivenöl zu kommen. Aber heute bin ich dann völlig sinnlos, ohne Grund durch den Abend und die Nacht gefahren, offen, im Wissen, dass es wirklich bald vorbei ist, und im Gedenken für all diejenigen, die vielleicht auch könnten, aber ihre Roadster eingemottet und sich in der Vorstadt lebend begraben haben. Hölle, es war verflucht kalt, kalt wie der Tod, den ich mir irgendwann durch so ein Verhalten hole. Geholt habe ich dann aber - um dem ganzen wenigstens den Anschein eines Sinns zu geben, eine 15-schichtige Marzipan-Nougattorte aus dem nächsten Ort.



Denn wenn es schon vorbei sein muss, dann wenigstens so, dass ich meinen Spass habe, bis sich Zahnschmerzen und Grippe im nicht mehr schockgefrosteten Körper ausbreiten.

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Der November kann kommen

wenn er so bleibt:



Und jetzt bitte jeden Tag so bleiben, bis März, danke, so machen wir das.

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Mittwoch, 31. Oktober 2007

Super Hardcore Extrem Food Sex Porno Action

Das hier ist nichts für hungrige, schwache Nerven, und auch nichts für Kinder, die ihren Frass immer noch im Fastfood holen:



Ultra geiles Gratis Lifesex Grossbild hier!

Kartoffelgratin mit 9 Schichten, Broccoli und Steinpilzen, Gruyere, Saint Ceols, Milch, Muskat, Salz und Pfeffer. So einfach, so grandios wie Sex. Ganz für mich allein. Und Iris.

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Sehr zu empfehlen - Kaufhölle Kustermann

Es ist vielleicht ganz gut, dass zwischen Dallmayr und Kustermann in München der stets überlaufene - und demnächst kitschüberladene - Marienplatz wie eine natürliche Barriere liegt, sonst könnte man auf Gedanken kommen wie "Oh, für dieses Gratin brauche ich noch eine grössere Backform, da geh ich doch gleich noch beim Kustermann vorbei". Doch das unergründliche Schicksal, das die Touristenhölle zwischen diese Küchenparadiese legte, hat Kustermann auch noch einen Rektaleingang nach hinten hinaus verpasst - und der führt direkt zum Viktualienmarkt.

Sagt also so ein verkommenes Versacegerippe, dass es nur einen Ballancekäse will, und man lügt es an - man kann solche essgestörten Haifische übrigens prima anlügen, Mangelernährung ist nicht gut für die Wahrnehmung - und sagt, beim Supermarkt im Tal wäre alles schon ausverkauft gewesen, statt dessen musste man bei Lupper als Ersatz deren Frischkäse mit Basilikum und Pinienkernen kaufen, steht man schon direkt vor dem Hintereingang zu Kustermann. Und erinnert sich daran, dass man ja noch einen Tellerhalter für das Imariporzellan braucht.



Solche Tellerhalter etwa gi8bt es in der Provinz mit ihren 120.000 Einwohnern nicht. Dazu muss man explizit nach München, wo man bei Kustermann eben diese praktischen Dinge des - natürlich britischen - Herstellers "White Rabbit" erwerben kann, in 5 Grössen und zu günstigen Preisen. Die allerdings sind im ersten Stock, und so muss man durch zwei Haushaltsabteilungen, wo einem dumme Ideen kommen: Wie wäre es etwa mit einem Ravioliausstecher? Gar nicht natürlich, man hat ja die eigenen Lieferanten in der Provinz, die das viel besser können, aber allein das Gefühl, so einen Raviolistecher zu besitzen! Und dann die Kuchenformen, die Backpinsel, die Teiglöffel aus Gummi, mit denen man auch den letzten Rest aus dem Topf bekommt, und überhaupt -

macht es keinen Sinn mehr, sich hier insolvent zu kaufen, denn draussen ist dann wieder der Viktualienmarkt, dessen Freuden mit den Neuerwerbungen gekocht werden wollen. Es ist ein Teufelskreislauf, das eine bedingt das andere, es kostet Zeit, Geld, Nerven, wenn man den Haifischen erklärt, warum es so lang gedauert hat, und man den bestellten Frass der Fastfoodklitschen im Tal natürlich vergessen hat. Und dabei ist Kustermann doch nur der Laden, der eigentlich alles hat, was man in der Innenstadt im Haushalt braucht.

Oder brauchen könnte. Oder nicht brauchte, bis eben jetzt. Raviolistecher eben. Und so etwas banales wie Nägel - schliesslich muss der Teller an die Küchenwand, und dort kann man sich auch komplett den Gang zum Baumarkt sparen.

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Empfehlung heute - Wem all das schöne Essen

hier zu viel ist; wer meint, dass es doch ruhig auch mal etwas anders sein darf, grobschlächtiger, unverfeinert, direkter - für den gibt es hier bei RettetdasMittagessen ein paar Dinge, die fast so lecker sind wie die Genese der Innereien eines Hamburgers.

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Zur Debatte über Entertainment- und Lügenmedien

Zu der hier angestossenen Debatte möchte ich nach einigen Erfahrungen mit dem Talkshowbeobachter Stefan Niggemeier und dem Kleinstunternehmer Christoph Schultheis eigentlich nur sagen, dass ich es extrem schade finden würde, wenn sich lautere Personen jeden Tag mit einer Kleinstfirma zwecks Erwerbsleben mit sowas Ekligem wie der Bildzeitung auseinandersetzen müssten.

Aber es gibt ja das Bildblog. Da hat die Bild genau das Blog, das sie verdient, und umgekehrt.

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Dienstag, 30. Oktober 2007

Empfehlung heute - Fast schon grenzwertig Süsses

bei Andrea, diesmal mit auf die Spitze getriebenem Kakaogehalt.

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Wozu Muscheln,

fragte der Begleiter, und bekam einen grösseren Exkurs über südpazifische Muscheln als Luxusgegenstand des XVII. Jahrhunderts sowie ihres Erwerbs und der damit verbundenen potentiellen Aufstiegschancen einerseits und den üblichen Hype mit folgendem Crash andererseits zu hören, den zu ersparen ich meinen Lesern eigentlich nicht vorhatte; jedoch ruft mich die Pflicht gen München, und deshalb, um es kurz zu machen: Wozu Muscheln?



Für Foodporn-Arrangements im Stile der Prunkstilleben natürlich! Muscheln dürfen wie Imariporzellan und Silber keinesfalls fehlen, und im Vergleich zu den Holländern, die sich zu Willem Kalfs Zeiten für die an sich wertlosen Meeresformen ruinierten, erfreut uns heute die alte Preziose für ein paar Euro. Globalisierung, wie ich sie mag.

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Kein Grund zum Jubeln

So, jetzt scheinen sich die neoliberale Bertelsmann Stiftung und ihr Vorstand Werner Weidenfeld getrennt zu haben - und in diversen Blogs und Medien gibt es sowas wie eine Portion Schadenfreude. Gibt es doch den Verdacht, das ausgerechnet der auf Entstaatlichung fixierte, effizienzfanatische Think Tank des Gütersloher Mediengiganten bei den Abrechnungen von Spesen schlampiger war, als man es von einem verfilzten bayerischen Regierungsapparat erwarten würde. Das gefällt, das macht Laune. Wenn man sich nicht auskennt.

Andere sagen natürlich gar nichts. Die Süddeutsche Zeitung etwa, die einige lokale Zugangsmöglichkeiten zu politischer Prominenz dem Umstand verdankt, dass einige ihrer Autoren gleichzeitig bei Weidenfelds Centrum für Angewandte Politikforschung in München ein und aus gehen, und dort näher dran sein können, als man es im normalen politischen Betrieb in Berlin je sein könnte. [Edit: Jetzt sagt sie doch so einiges] Diverse TV-Sender, die mit Weidenfeld einen sehr angenehmen, klugen Gesprächspartner hatten, der fern von Parteilinien und Ideologien sprechen konnte. Da fällt es schwer, in die Attacken einzustimmen, die vornehmlich vom Manager Magazin gefahren wurden, letztlich mit Erfolg.

Das Problem, das uns alle betrifft, ist jedoch nicht die Person Weidenfeld. Dass sich die Bertelsmann Stiftung überhaupt so zu einem Dreh- und Angelpunkt der politischen Debatten entwickeln konnte, lag sicher auch am einnehmenden Wesen von Weidenfeld und seiner Fähigkeit, die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt an die richtigen Tische im richtigen Hinterzimmer zu bringen. Macht beruht in diesem Kontext weniger, als man vermuten möchte, auf dem Geld der Stiftung, denn auf einem komplexen System der Höflichkeit, der kleinen Gefallen und der Möglichkeit, in einem Freiraum Themen zu bereden, die im normalen politischen Betrieb schnell zu den unproduktiven Schaukämpfen führen. In dieser Lücke hat Weidenfeld die Stiftung positioniert, in dieser Lücke gibt es dann auch die berüchtigten, tatsächlich aber eher belanglosen Übergaben von Berichten, Büchern und Studien, die die Stiftung bei Politik und Medien sehen möchte - wichtig ist dort vor allem das Zusammenführen der richtigen Leute mit den nötigen Kompetenzen.

Weidenfeld hat nach meiner Beobachtung sehr genau darauf geachtet, dass alle Extreme draussen blieben, und in der Mitte der Politik eine gleichbleibende Nähe gepflegt. Ich habe nie erlebt, dass dort jemals die Fetzen geflogen wären, es war sehr angenehm und von einem gewissen Respekt gepflegt, der vielleicht nicht immer Ergebnisse, aber doch Denkanstösse nach sich zog. Auch bei der Bertelsmann Stiftung ist vieles mehr als fragwürdig; die begrenzten Einladungen von Journalisten etwa, die zum jeweiligen Thema die passende, angenehme Meinung und gute Position bei den Medien haben. Nur: Das ist in dieser Szene absolut üblich, die Bertelsmann Stiftung war unter Weidenfeld nicht böser, sondern in der Verfolgung ihrer Ziele einfach klüger, als beispielsweise die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft mit ihrem engen Focus auf den Terror der Ökonomie gegen die Gesellschaft.

Man wird sehen, wer in Zukunft die Geschicke der Stiftung leitet. Aber es wird ziemlich sicher kein ausgewogener Mann der Mitte mit politisch-wissenschaftlicher Zielsetzung mehr sein, sondern meines Erachtens einer, der den neuen Realitäten im Regierungsbezirk besser angepasst ist, ökonomisch orientiert, ein Company Guy, kein Forscher, sondern ein Consultant, der möglichst schnell in Gütersloh genehme Ergebnisse präsentieren möchte, und der keinen freundlichen, diskreten Nebenschauplatz kennt, wie das CAP über der Isar in München. Einer, der kein Puffer mehr ist, sondern einer, der durchsetzt. Dann eben weniger Freundlichkeit und mehr Zuckerbrot und Peitsche, wie andernorts in Berlin üblich. Der Wechsel wird die Stiftung für ein paar Monate in eine Reorganisation zwingen, aber danach wird sie immer noch da sein, alt in ihren Zielen, neu und anders in der Umsetzung. Und das ist ganz sicher nicht gut.

disclosure: ich war unter weidenfeld ab und an mal in der bertelsmann stiftung und beim cap eingeladen.

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Dienstag, 30. Oktober 2007

Von 10 bis 10

Vor ein paar Wochen ist hier der bekannteste aller Bestatter zu Grabe getragen worden. Er hinterlässt Familie und ein florierendes Bestattungsunternehmen. Es ist nicht lustig, aber irgendetwas komisches muss dran sein, weil ich mich immer beim Prusten ertappe. Ein seltsamer Anlass, um über Endlichkeit nachzudenken, und darüber, dass man besser das Geld ausgibt, bevor man zu alt, grau und krank ist.



Es stimmt zwar, dass das letzte Hemd keine funktionalen Taschen hat, aber wir selbst sind so ein Beutel, in den es zu Lebzeiten zu füllen gilt, was möglich ist; dann kann man tatsächlich etwas mitnehmen, und sei es nur eine angenehmere Überraschung auf dem Seziertisch, wenn man dereinst willkommene Abwechslung mit einem Magen voller Trüffelravioli in Butterschaum bietet, wenn die Magendecke angehoben wird, bevor der nächste Patient mit Diabetikerkost oder gar einer Zirrhose aufwartet, die auch nichts beitrug, als der fallende Blumentopf einschlug.



Dann kommt die Sonne am nächsten Morgen heraus, und schon weicht der Gedanke ans Vermachen den Plänen des Tuns, wenn das Wetter hält, schmilzt da oben wieder der Schnee, und man könnte noch schnell für ein paar Tage hinüber, wo es noch wärmer ist und nie wirklich kalt wird; vielleicht ist auch das Stilfser Joch noch geöffnet, und die Olivenölvorräte könnten eine Aufstockung brauchen.

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Empfehlung heute - Von West nach Ost,

genauer nach Prag, in einem langen Text von Lu, die alldort gewesen ist, und mich beim Heimschlenker fast, aber um 70 Kilometer dann doch nicht touchiert hat.

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Sonntag, 28. Oktober 2007

Von drauß' vom Trödel komm ich her;

Ich muß euch sagen, es w*ihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tapetentischen
Sah ich goldene Lichtlein kitschen;
Und droben unterm Himmelstor
krochen eisig kalte Nebelschwaden hervor,
Und wie ich so strolcht durch Kugel und Lametta,
Da riss mich ein Ruf aus dem Denken an Vendetta.



»Don Alphonso«, rief es, »alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Vorstadtweiber fangen das gieren an,
der Unterleib wird Schenkenden aufgetan,
Alt' und ganz alt wollen nun
um Hals und Arme deine Perlenketten tun;
Denn es soll wieder W*ihnachten werden!«



Ich sprach: »Willste was in deine Fresse,
ich pfeif auf geödete Mama und auf Elitesse;
Was soll ich schenken, kaufen und trennen in der Stadt,
Wo's blitzschnell uneheliche Kinder hat.«
- »Ey Alder, was isn los mit dir?«
Ich sprach: »Schau doch in der Spiesser Hirne hier;
Bildung, Geist und Charakter sind weltenfern,
die haben nur Bigottes und Verlognes gern.«



- »Hast denn auch für die Blogger bei dir?«
Ich sprach: »Der Cat Content, der ist hier;
Doch auch ein Knüppel für Canaillen, die schlechten,
Mit Koofmichs und Adicals werd ich weiter fechten.«
Der Freak da oben sprach: »So ist es recht;
mach sie jetzt platt, mein treuer Knecht!«
Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es w*ihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hierinnen find!
Sind hier Kretins, die ich heute schind?

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Die Nächte der Berater

Ein Bettwäschegeschäft für Besserverdienende. Wird in den besseren deutschen Einrichtungszeitschriften gerade sehr gelobt.



Entweder es ist bei den Kunden eh scho wurscht, oder sie haben einen verdammt guten Schlaf. Dieser Laden zieht dann auch das Publikum an, das hinein passt. Ich nehme an, daheim sieht das Schlafzimmer win ein Operationssaal aus, sauber, schlicht, hell, und obendrein so praktisch.

Da sind mir Katzenprinzessinnnen mit goldenen Pumps und Zigarettenspitze immer noch lieber.

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