Zur Debatte über Entertainment- und Lügenmedien

Zu der hier angestossenen Debatte möchte ich nach einigen Erfahrungen mit dem Talkshowbeobachter Stefan Niggemeier und dem Kleinstunternehmer Christoph Schultheis eigentlich nur sagen, dass ich es extrem schade finden würde, wenn sich lautere Personen jeden Tag mit einer Kleinstfirma zwecks Erwerbsleben mit sowas Ekligem wie der Bildzeitung auseinandersetzen müssten.

Aber es gibt ja das Bildblog. Da hat die Bild genau das Blog, das sie verdient, und umgekehrt.

Mittwoch, 31. Oktober 2007, 15:49, von donalphons | |comment

 
Nun ja,
man könnte es auch so sehen: It's a dirty job, and someone's got to do it. Ich gehöre nun auch nicht gerade in die Hardcore-Fankurve dieser Veranstaltung. Aber zum Teil finde ich die Kritik daran, dass die Bildblogger mit prominenter Unterstützung bisschen Welle machen für ihr Ding, auch an den Haaren herbeigezogen. Würde es denn der Wahrheitsfindung dienen, wenn man die Kritik am Apparat "Bild" nur im härenen Gewand draußen in der Wüste vorbringen dürfte?

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Wenn es ein dirty Job wäre. Aber die Tippfehler und falschen Altersangaben zu zählen ist eher was, wo man sich nicht die Hände bei schmutzig macht. Investigativ ist was anderes.

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Nö.
Aber die Themen sind halt etwas zu gefällig, als sich dann noch als die Guten hinzustellen. Niggemeier kramt sich immer die Dinger raus, bei denen ihm der Applaus sicher ist, PI, Call-In, Bild, manche würden es vielleicht Volkstribun nennen, ich empfinde es als Populismus, und nachdem ich Schultheis ja in Karlsruhe erleben durfte, meine ich gespürt zu haben, dass es eben auch der Populismus ist, der dem Geldverdienen geschuldet ist. Klar, jemand muss es tun, aber da sind eben zwei Dinge:

Einerseits halte ich die Leser von Niggemeier tatsächlich mitunter für grenzwertig, wie es auch die Bildleser sind. Das Abkotzen auf Anregumg durch Niggemeier ist so übel, dass man mir wirklich mal erklären muss, warum die besser als ein sexistischer Bildleser sein sollen.

Und dann meine ich, dass sie getrieben sind davon, dass es nicht weiter geht, dass alles stagniert, und die Bild längst weiss, wie sie mit denen coexistieren kann. Für mich ist es der gleiche Dualismus, den eine Krankheit und ein unerfreulicher Pharmakonzern haben, und am schönsten wäre es, wenn beide überflüssig wären. Inzwischen ist das Bildblog abhängig davon, dass die Bild Scheisse baut. Desto grösser die Scheisse, desto besser für das Bildblog. Das Konzept Niggemeier und Schultheis trägt nur, weil die Bild schlecht ist. In der Lage würde ich niemanden sehen wollen, den ich schätze.

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Ich halte eine gewisse Neigung zu journalistischer Volktribunhaftigkeit und - sogar - Populismus nicht für etwas Übles, wenn es mit Sorgfalt und Verantwortung einher geht. Wenn der Journalist dabei ein "Kleinunternehmer" ist, finde ich das wenig überraschend. Was soll er sonst sein?

Im Übrigen finde ich es gut, wenn es für die "BILD" ein Watchblog gibt. Es ist sinnvoll, und sei es, um immer wieder neu zu zeigen, was für ein Schundblatt die BILD - oft - ist.

Wenn man aber bedenkt, dass eine ehemalige Unterhaltungschefin von BILD (verantwortlich u.a. für die Rufmordkampagne gegen Sibel Kekilli) inzwischen vom Pferdezüchter angeheuert wurde, ja, u.a. für Rufmordarbeit, dann wäre ein hochwertiger Spiegelwatchblog heutzutage wohl sinnvoller.

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