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Donnerstag, 16. Oktober 2008
Nachrichten, die man in Deutschland nicht liest.
Ich habe mich hier ausgesprochen negativ über die Versuche der Iren geäussert, das marode Bankensystem der Insel mit unbezahlbaren Garantien und einer Art Schneeballsystem gegen den Euro abzusichern. Möglicherweise tendieren jetzt auch manche Iren zu dieser Sichtweise, denn die Folgen der irischen Bankenkrise kosten jetzt die Bürger einen ganzen Haufen Geld. Sofort. Denn Irland hebt angesichts der neuen Kosten die Steuern massiv an und spart gleichzeitig an den Ausgaben. Es ist noch nicht so schlimm wie Island, wo man inzwischen wieder die Netze als ökonomisches Rückgrat entdeckt, wohingegen Irland immerhin noch Schafe hätte, und vielleicht sogar lukrativen Tiersextourismus. Aber dennoch übel: 1 bis 2 Prozent mehr Einkommenssteuer, ein halbes Prozent mehr Mehrwertsteuer, 3% mehr Zinsertragssteuer, 10 Euro für jeden Irland verlassenden Flugreisenden (fast schon wie im Mittelalter), höhere Steuern auf Benzin, Alkohol und Zigaretten. Gleich bleiben nur Diesel, Bier und die niedrigen Steuern für die dort angesiedelten Banken. Das alles nehmen sie hin. They don´t make Irish as they used to.

Solche Nachrichten sind nichts für den Kontinantaleuropäer, der das nicht mögen würde - deshalb steht es ja auch nicht in den Zeitungen. Demnächst jedoch werden wir möglicherweise sehen können, wie Österreicher, Ungarn und - Bayern, ja, sowas wie ich - auf derartige Verwerfungen reagieren. Ja, richtig gelesen, auch manche Insel der Seligen bekommt Schlagseite. Das steht indirekt in Schweizer und amerikanischen Medien, bei der BAZ und Bloomberg, aber hierzulande könnte man fast den Verdacht bekommen, selbst erstklassige Medien würden die Öffentlichkeit gezielt anlügen. Hier in der ARD redet eine Mitarbeiterin der österreichischen Raiffeisenbank die aktuelle Krise in Ungarn mit den Worten "Wäre verheerend, jetzt auszusteigen" klein. Verheerend wäre es aber weniger für die Investoren, als vielmehr für das Institut, für das diese Frau spricht: Mit der Raiffeisen International sind die österreichischen Raiffeisenbanken führend im Kreditgeschäft Ungarns tätig, und das steht dank einer speziellen Strategie des Kreditwesens zusammen mit den beteiligten Banken am Abgrund - ein Abgrund, der gerade mit 5 Milliarden Euro von der EZB abgesichert werden muss.
Ungarn war bis vor kurzem einer der Emerging Markets, die nicht von ungefähr an die Subprimekrise in den USA oder die Bankenkrise in Island erinnern. Jedes Jahr stiegen die Hauspreise um 10 bis 20% an, und die Kreditfinanzierung für Häuser, Autos, Konsum, Industrieanlagen lockte eine Reihe bekannter österreichischer Institute und die Bayern LB an. Ganz vorne mit dabei waren die italienische Unicredit über die Bank Austria, die Erste Bank der österreichischen Sparkassen, die Volksbank, die schon erwähnte Raiffeisen International und gleich doppelt die Bayerische Landesbank mit Töchtern, der drittgrössten ungarischen Privatbank MKB und der Hypo Alpe Adria, die man noch 2007 dem Land Kärnten unter Haider abgekauft hatte - nach einem Haufen Skandalen übrigens.
Nun ist ein Kredit erst mal nichts schlimmes, aber in Ungarn haben sich Banken wie Hedgefonds oder eine isländische Bank benommen: Die meisten Kredite in Ungarn sind nämloch sogenannte Carry Trades: Die Banken nehmen Geld in niedrig verzinsten Schweizer Franken auf und gegen sie zu hohen Zinsen im Hochzinsland Ungarn weiter. Solange in Ungarn die Hauspreise nach oben gingen und der Schweizer Franken niedrig blieb, konnte man die Schulden locker begleichen, und die Banken hatten ausreichend Sicherheiten. 23,2 Milliarden Euro Privatkredite gibt es in Ungarn, davon rund 2/3 in Fremdwährung, dazu kommen nochmal - je nach Kurs - über 12 Milliarden Euro Firmenkredite in Fremdwährung, vor allem in Schweizer Franken. Es ist eine gigantische Blase in Berner Batzen, die sich im privaten Bereich von 2001 bis 2008 fast verzwanzigfacht hat, im ersten Halbjahr 2008 nochmal expandierte - und noch ziemlich viele Jahre Bestand haben dürfte.
Und jetzt platzt die Blase: Die Hauspreise in Ungarn fallen, die Wirtschaft kommt ins Stottern, der ungarische Forint stürzt ab, und der Schweizer Franken, in dem die Schulden getilgt werden müssen, steigt. Ungarn selbst kann auf dem freien Markt keine Staatsanleihen mehr platzieren, um damit den Niedergang aufzuhalten. Und Ungarns Kreditgeber und -nehmer haben damit nicht nur ein Subprimeproblem ihrer überteuerten Häuser an der Backe, sondern auch noch ein Währungsrisiko, das beim Staatsbankrott so ziemlich extrem gigantisch sein dürfte - wenn der Forint zum Franken 50% verliert, hat man schlagartig 100% mehr Schulden. Ganz schön scheisse, oder? Von den darin schon erfahrenen Isländern lernen heisst Angeln und Rationieren lernen.

Insofern ist es wirklich seltsam, dass man davon relativ viel in der Schweiz lesen kann: Denn die MKB und die Volksbank stoppen die Vergabe von Krediten in Franken, weil sie wohl nicht zu Unrecht den Ausfall der ungarischen Kredite fürchten. Denn wenn der Forint crasht, ist es für normale Ungarn unmöglich, die Schulden zu bezahlen, und die Sicherheiten der Häuser sind dann auch nicht mehr viel wert. Der ORF macht das gigantische Problem für den österreichischen Bankensektor netterweise nur an einer laschen 10%-Beteiligung der Volksbank an der bayerisch geführten MKB fest - im Bereich "Volksgruppen" (!). Obwohl man mit Fug und Recht auch sagen könnte, dass aus Ungarn gerade ein Multimilliardenrisiko von Island-Dimensionen auf Österreich und Bayern zurauscht.
Drei Dinge möchte ich dazu bemerken: Ich habe in dieser Krise, schlimmer noch als in der New Economy, jedes Vertrauen in die Medien verloren. Entweder sind sie zu dumm zu verstehen, was in der Wirtschaft wirklich los ist - dann gehören sie gefeuert. Oder sie decken das alles - dann gehören sie meines Erachtens für den Rest ihres Lebens mit Berufsverbot belegt. Und wäre ich neuer bayerischer Ministerpräsident, würde ich mir sehr gut überlegen, ob ich mit dem alten Finanzminister weiterwursteln würde, der die Carry Trades aus dem Aufsichtsrat der Bayern LB kennen dürfte. Wenn die werte Leserschaft aber eines Morgens in der Mainstreampresse verwunderte Kommentare über plötzlich hochverschuldete Banken des Alpenraumes und neue Steuern liest - sage bitte keiner, er wäre nicht gewarnt gewesen.

Solche Nachrichten sind nichts für den Kontinantaleuropäer, der das nicht mögen würde - deshalb steht es ja auch nicht in den Zeitungen. Demnächst jedoch werden wir möglicherweise sehen können, wie Österreicher, Ungarn und - Bayern, ja, sowas wie ich - auf derartige Verwerfungen reagieren. Ja, richtig gelesen, auch manche Insel der Seligen bekommt Schlagseite. Das steht indirekt in Schweizer und amerikanischen Medien, bei der BAZ und Bloomberg, aber hierzulande könnte man fast den Verdacht bekommen, selbst erstklassige Medien würden die Öffentlichkeit gezielt anlügen. Hier in der ARD redet eine Mitarbeiterin der österreichischen Raiffeisenbank die aktuelle Krise in Ungarn mit den Worten "Wäre verheerend, jetzt auszusteigen" klein. Verheerend wäre es aber weniger für die Investoren, als vielmehr für das Institut, für das diese Frau spricht: Mit der Raiffeisen International sind die österreichischen Raiffeisenbanken führend im Kreditgeschäft Ungarns tätig, und das steht dank einer speziellen Strategie des Kreditwesens zusammen mit den beteiligten Banken am Abgrund - ein Abgrund, der gerade mit 5 Milliarden Euro von der EZB abgesichert werden muss.
Ungarn war bis vor kurzem einer der Emerging Markets, die nicht von ungefähr an die Subprimekrise in den USA oder die Bankenkrise in Island erinnern. Jedes Jahr stiegen die Hauspreise um 10 bis 20% an, und die Kreditfinanzierung für Häuser, Autos, Konsum, Industrieanlagen lockte eine Reihe bekannter österreichischer Institute und die Bayern LB an. Ganz vorne mit dabei waren die italienische Unicredit über die Bank Austria, die Erste Bank der österreichischen Sparkassen, die Volksbank, die schon erwähnte Raiffeisen International und gleich doppelt die Bayerische Landesbank mit Töchtern, der drittgrössten ungarischen Privatbank MKB und der Hypo Alpe Adria, die man noch 2007 dem Land Kärnten unter Haider abgekauft hatte - nach einem Haufen Skandalen übrigens.
Nun ist ein Kredit erst mal nichts schlimmes, aber in Ungarn haben sich Banken wie Hedgefonds oder eine isländische Bank benommen: Die meisten Kredite in Ungarn sind nämloch sogenannte Carry Trades: Die Banken nehmen Geld in niedrig verzinsten Schweizer Franken auf und gegen sie zu hohen Zinsen im Hochzinsland Ungarn weiter. Solange in Ungarn die Hauspreise nach oben gingen und der Schweizer Franken niedrig blieb, konnte man die Schulden locker begleichen, und die Banken hatten ausreichend Sicherheiten. 23,2 Milliarden Euro Privatkredite gibt es in Ungarn, davon rund 2/3 in Fremdwährung, dazu kommen nochmal - je nach Kurs - über 12 Milliarden Euro Firmenkredite in Fremdwährung, vor allem in Schweizer Franken. Es ist eine gigantische Blase in Berner Batzen, die sich im privaten Bereich von 2001 bis 2008 fast verzwanzigfacht hat, im ersten Halbjahr 2008 nochmal expandierte - und noch ziemlich viele Jahre Bestand haben dürfte.
Und jetzt platzt die Blase: Die Hauspreise in Ungarn fallen, die Wirtschaft kommt ins Stottern, der ungarische Forint stürzt ab, und der Schweizer Franken, in dem die Schulden getilgt werden müssen, steigt. Ungarn selbst kann auf dem freien Markt keine Staatsanleihen mehr platzieren, um damit den Niedergang aufzuhalten. Und Ungarns Kreditgeber und -nehmer haben damit nicht nur ein Subprimeproblem ihrer überteuerten Häuser an der Backe, sondern auch noch ein Währungsrisiko, das beim Staatsbankrott so ziemlich extrem gigantisch sein dürfte - wenn der Forint zum Franken 50% verliert, hat man schlagartig 100% mehr Schulden. Ganz schön scheisse, oder? Von den darin schon erfahrenen Isländern lernen heisst Angeln und Rationieren lernen.

Insofern ist es wirklich seltsam, dass man davon relativ viel in der Schweiz lesen kann: Denn die MKB und die Volksbank stoppen die Vergabe von Krediten in Franken, weil sie wohl nicht zu Unrecht den Ausfall der ungarischen Kredite fürchten. Denn wenn der Forint crasht, ist es für normale Ungarn unmöglich, die Schulden zu bezahlen, und die Sicherheiten der Häuser sind dann auch nicht mehr viel wert. Der ORF macht das gigantische Problem für den österreichischen Bankensektor netterweise nur an einer laschen 10%-Beteiligung der Volksbank an der bayerisch geführten MKB fest - im Bereich "Volksgruppen" (!). Obwohl man mit Fug und Recht auch sagen könnte, dass aus Ungarn gerade ein Multimilliardenrisiko von Island-Dimensionen auf Österreich und Bayern zurauscht.
Drei Dinge möchte ich dazu bemerken: Ich habe in dieser Krise, schlimmer noch als in der New Economy, jedes Vertrauen in die Medien verloren. Entweder sind sie zu dumm zu verstehen, was in der Wirtschaft wirklich los ist - dann gehören sie gefeuert. Oder sie decken das alles - dann gehören sie meines Erachtens für den Rest ihres Lebens mit Berufsverbot belegt. Und wäre ich neuer bayerischer Ministerpräsident, würde ich mir sehr gut überlegen, ob ich mit dem alten Finanzminister weiterwursteln würde, der die Carry Trades aus dem Aufsichtsrat der Bayern LB kennen dürfte. Wenn die werte Leserschaft aber eines Morgens in der Mainstreampresse verwunderte Kommentare über plötzlich hochverschuldete Banken des Alpenraumes und neue Steuern liest - sage bitte keiner, er wäre nicht gewarnt gewesen.
donalphons, 16:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 16. Oktober 2008
Nicht überraschend.
Ich war am See, und das Wetter war wieder phantastisch. Es ist eine Unwandelbarkeit; man weiss, wie es sich anfühlt, und die Erwartung wird augenblicklich erfüllt.

Ich war dort bis zum Sonnenuntergang, arbeitete, ging Essen, dann nach Hause, und fand auch den Rest so vor, wie ich ihn erwartet hatte:
1. Amerikanische Beinahepleitiers sind genauso verantwortungslos, zynisch und widerlich wie deutsche Mehrfachpleitiers, und des einen Golfurlaub ist des anderen Medikamentenmissbrauch.
2. Haider war nicht nur mit mindestens 160 Sachen Richtung Betonpfeiler unterwegs, sondern mit 1,8 Promille auch blau wie eine braune Strandhaubitze.
3. Die Zentranbanken müssen mal wieder 250 Milliarden Dollar verleihen, weil sich die Banken trotz aller Zusagen noch immer nicht trauen.
4. Und erwartungsgemäss geht es an den wichtigen Börsen unicreditosono zwischen sechs und acht Prozent nach unten.
Andere haben was anderes erwartet. Es könnte mir ja egal sein, aber wenn man hautnah mitbekommt, wie gegen jedes Argument Leute einfach so den Gegenwert eines leicht gebeulten MG Midget durchorgeln, morgen dann gar angewachsen auf einen MG B und am Ende der Woche auch noch die Speichenräder, den restaurierten Motor und die Cabrioversion, weil sie cleverer als der Markt sein wollen, und dem falsch ausgerechneten KGV einer gewissen süddeutschen Zeitung glauben - das kann schon ärgern. Selbst, wenn es nicht mein Geld ist.

Ich war dort bis zum Sonnenuntergang, arbeitete, ging Essen, dann nach Hause, und fand auch den Rest so vor, wie ich ihn erwartet hatte:
1. Amerikanische Beinahepleitiers sind genauso verantwortungslos, zynisch und widerlich wie deutsche Mehrfachpleitiers, und des einen Golfurlaub ist des anderen Medikamentenmissbrauch.
2. Haider war nicht nur mit mindestens 160 Sachen Richtung Betonpfeiler unterwegs, sondern mit 1,8 Promille auch blau wie eine braune Strandhaubitze.
3. Die Zentranbanken müssen mal wieder 250 Milliarden Dollar verleihen, weil sich die Banken trotz aller Zusagen noch immer nicht trauen.
4. Und erwartungsgemäss geht es an den wichtigen Börsen unicreditosono zwischen sechs und acht Prozent nach unten.
Andere haben was anderes erwartet. Es könnte mir ja egal sein, aber wenn man hautnah mitbekommt, wie gegen jedes Argument Leute einfach so den Gegenwert eines leicht gebeulten MG Midget durchorgeln, morgen dann gar angewachsen auf einen MG B und am Ende der Woche auch noch die Speichenräder, den restaurierten Motor und die Cabrioversion, weil sie cleverer als der Markt sein wollen, und dem falsch ausgerechneten KGV einer gewissen süddeutschen Zeitung glauben - das kann schon ärgern. Selbst, wenn es nicht mein Geld ist.
donalphons, 00:35h
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Empfehlung heute - Zukunft, die ich meine.
In diesem Szenario fehlt mir noch der grosse Osteuropacrash, der letzte Woche in Ungarn begann, heute mit Währungsturbulenzen die Ukraine aufmischt und demnächst das Baltikum rasieren wird, mit schlimmen, vielleicht noch schlimmeren Folgen für Österreich und seine Banken, die das weitgehend finanziert haben. Nebenbei: Auch das Osteuropageschäft der italienischen Unicredit, das sie von Bank Austria und der HypoVereinsbank bekommen hat, ist aktuell sicher nicht die reine Freunde. Eher so eine Art Hypo Real Estate des Ostens. Trotzdem, ein nettes und optimistisches Szenario des Kommenden.
donalphons, 14:26h
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Fahren und Frühstücken in Zeiten der äh
wie heisst das Ding da nochmal? Das die strukturellen Analphabeten gerade an den Börsen gerade buchstabieren lernen... Rezession. Ach so. Die gibt es ja auch noch. Wobei man daran nicht glauben will, wenn man auf den Ahornboden fährt, oder andernorts im Voralpenland herumkurvt.

Am Ahornboden, einem Naturdenkmal in Tirol nordöstlich von Innsbruck, gibt es um die 2000 Parkplätze. Ich war an am Montag dort. Und alle Parkplätze waren dicht. Dort oben sind einige nicht billige Gasthöfe. Wir haben eine Stunde auf den Kuchen gewartet. Das meiste hatten uns die Rentner schon weggefressen, an einem Montag, Arbeitstag, wohlgemerkt. Rentner sind die postrezessionären Heuschrecken, die grosse Plage der Umverteilung nach den Hedge Fonds, sagte Susi, deren gut alimentierter Job ohne Verantwortung weniger bringt, als die Rente ihrer Eltern.
Man müsste die Krise irgendwo fühlen, aber tatsächlich ist meine einzige Verbindung bislang das Internet. Ich weiss, dass andernorts kurz gearbeitet wird und die Hauspreise fallen, es sieht wirklich schlimm aus, nur nicht dort, wo ich bin. Es gibt keine Krise.

Es wird alle anderen Zentren treffen, Rüsselsheim, Köln, München und Stuttgart, aber nicht das Kaff an der Donau. BMW ist zu proll, Mercedes zu Opa, Opel zu poplig, Ford zu billig, VW zu normal, und Porsche, ach so, Porsche, kennen Sie schon den neuen R8?
schrieb ich hier, als ich Ratschläge gab, wo man sich einkaufen soll angesichts der kommenden Krise. Nun, heute sind die neuen Absatzzahlen für PKW in Westeuropa da, und sie sind schrecklich. Opel minus 19%, BMW minus 15%, Ford minus 11%, Toyota minus 7%, Mercedes minus 6%, und auch sonst schaut es übel aus. Ausser Audi, von da, wo ich herkomme. Die gewinnen im zweistelligen Bereich und bauen die nächste Auslieferungszone. Keine Krise, nirgends.

Oh, bitte. Ich weiss natürlich, dass es ernst ist. Selbst die sichersten Anlagen bleiben nicht verschont. SAP macht über Weihnachten zwangsdicht. Iris hat tatsächlich einen Onkel, der nach 40 Jahren Zockertum geschworen hat, nie wieder Aktien zu kaufen. Aber um es zu wissen, muss ich das alles hier ausblenden. Denn hier dauert es lange, bis sich die Krise durchsozialisiert hat. Deutschland ist ohnehin kein Land der Aktionäre.
Andere sind natürlich weitaus früher dran. Aber ganz offen: Wenn sich die Wähler in diesem Debakel ausgerechnet der CDU zuwenden und die Linke fürchten, dann haben sie es auch nicht anders verdient. Wenn sie schon zu dumm und zu faul sind, um gegen ihre staatlich verordnete Beraubung zu demonstrieren, sollten sie wenigstens diejenigen in Umfragen unterstützen, die den Krimenellen Angst machen. Wer um die Brosamen des Kapitals bettelt, das ihm das Fressen klaut, muss sich nicht wundern, wenn er demnächst als Schlachtvieh auf dem nächsten Nothilfe-Festbankett der Banken landet. Ich bin dafür, dass man den Wählern von CDU, CSU und FDP eine knallherte, am Rande der Enteignung liegende Idiotensteuer aufbürdet, um den Schaden aufzuräumen.

Am Ahornboden, einem Naturdenkmal in Tirol nordöstlich von Innsbruck, gibt es um die 2000 Parkplätze. Ich war an am Montag dort. Und alle Parkplätze waren dicht. Dort oben sind einige nicht billige Gasthöfe. Wir haben eine Stunde auf den Kuchen gewartet. Das meiste hatten uns die Rentner schon weggefressen, an einem Montag, Arbeitstag, wohlgemerkt. Rentner sind die postrezessionären Heuschrecken, die grosse Plage der Umverteilung nach den Hedge Fonds, sagte Susi, deren gut alimentierter Job ohne Verantwortung weniger bringt, als die Rente ihrer Eltern.
Man müsste die Krise irgendwo fühlen, aber tatsächlich ist meine einzige Verbindung bislang das Internet. Ich weiss, dass andernorts kurz gearbeitet wird und die Hauspreise fallen, es sieht wirklich schlimm aus, nur nicht dort, wo ich bin. Es gibt keine Krise.

Es wird alle anderen Zentren treffen, Rüsselsheim, Köln, München und Stuttgart, aber nicht das Kaff an der Donau. BMW ist zu proll, Mercedes zu Opa, Opel zu poplig, Ford zu billig, VW zu normal, und Porsche, ach so, Porsche, kennen Sie schon den neuen R8?
schrieb ich hier, als ich Ratschläge gab, wo man sich einkaufen soll angesichts der kommenden Krise. Nun, heute sind die neuen Absatzzahlen für PKW in Westeuropa da, und sie sind schrecklich. Opel minus 19%, BMW minus 15%, Ford minus 11%, Toyota minus 7%, Mercedes minus 6%, und auch sonst schaut es übel aus. Ausser Audi, von da, wo ich herkomme. Die gewinnen im zweistelligen Bereich und bauen die nächste Auslieferungszone. Keine Krise, nirgends.

Oh, bitte. Ich weiss natürlich, dass es ernst ist. Selbst die sichersten Anlagen bleiben nicht verschont. SAP macht über Weihnachten zwangsdicht. Iris hat tatsächlich einen Onkel, der nach 40 Jahren Zockertum geschworen hat, nie wieder Aktien zu kaufen. Aber um es zu wissen, muss ich das alles hier ausblenden. Denn hier dauert es lange, bis sich die Krise durchsozialisiert hat. Deutschland ist ohnehin kein Land der Aktionäre.
Andere sind natürlich weitaus früher dran. Aber ganz offen: Wenn sich die Wähler in diesem Debakel ausgerechnet der CDU zuwenden und die Linke fürchten, dann haben sie es auch nicht anders verdient. Wenn sie schon zu dumm und zu faul sind, um gegen ihre staatlich verordnete Beraubung zu demonstrieren, sollten sie wenigstens diejenigen in Umfragen unterstützen, die den Krimenellen Angst machen. Wer um die Brosamen des Kapitals bettelt, das ihm das Fressen klaut, muss sich nicht wundern, wenn er demnächst als Schlachtvieh auf dem nächsten Nothilfe-Festbankett der Banken landet. Ich bin dafür, dass man den Wählern von CDU, CSU und FDP eine knallherte, am Rande der Enteignung liegende Idiotensteuer aufbürdet, um den Schaden aufzuräumen.
donalphons, 12:45h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 14. Oktober 2008
Empfehlung heute - Eingemerkelt
Weissgarnix erinnert das Kanzlerelend an eine kleine Anfrage, die man ihr und anderen oft um die Ohren hauen sollte, wenn sie jetzt als Problemlösungstante Milliarden des Staates verprasst.
donalphons, 16:42h
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Für wen man kaufen soll
Nicht nur der Weltmarkt, auch mein kleiner Immobilienmarkt rund um den Tegernsee verzeichnet einen Einbruch. Keinen Preiseinbruch, ganz im Gegenteil, sondern einen Angebotseinbruch. Anfangs des Jahres gab es noch 37 Angebote für private Wohnungsverkäufe am See, jetzt sind es noch vier. Und die sind alle schon etwas älter und entweder zu teuer oder zu schlecht gelegen. Man hört aus Berlin, dass es dort weniger bis gar nicht mehr toll ist. Folglich schauen sich auch meine Auftraggeber dort eher nach Insolvenzprojekten um, denn nach Luxusobjekten, die auf Münchner Niveau liegen. Wenn ich ihnen nicht abraten kann. Denn es ist ja so:
Man sollte sich nie eine Wohnung kaufen und dabei sich selbst sehen, wie man gerade ist. Genauso, wie man sich vermutlich nicht mehr wie zu Studienzeiten einrichten würde, ändern sich auch mit den Jahren die Ansprüche an Infrastruktur und Eigenschaften. Der klassische Berlinkäufer sieht das Tempo (das nirgendwo hinführt) und die Jugend (die verdammt kurz ist), denkt aber nicht an die mittelfristigen Folgen. In der Altersklasse 40+ ist es irrelevant, ob ein Technoschuppen bis um 8 Uhr morgens offen hat, und wer in diesem Alter immer noch billige Drogen an S-Bahn-Haltestellen kauft, gehört ohnehin nicht zur Klientel, die hier angesprochen ist. 35 bis 45, das ist die Zeit des Wandels, da geht vieles nicht mehr so leicht. Man wandelt sich zu einem Menschen, der täglich eine Tablette oder zumindest eine Faltenbehandlung braucht. Und eines schönen Morgens setzt man sich in seinen Roadster, fährt zur Kontoeröffmung in die Schweiz und fühlt sich lächerlich, weil das nur alte Säcke machen.
Man ist am nächsten in Meran, findet es schön, wirklich, erfreut sich an den Palmen im Hof und am reichhaltigen Angebot in der Tortentheke. Am Abend davor - man ist ja trotz allem an der Partymeile einquartiert - schleppte man sich eher angenervt durch die jugendlichen Trauben vor lauten Lokalen. Es würde schon noch gehen, aber es muss auch nicht sein. Mit etwas Abstand könnte man den Eindruck bekommen, dass man nicht mehr ganz jung ist, und wenn man die dieser Erkenntnis folgenden, halsbrecherischen Überholmanöver im Passeiertal überlebt hat - rasen wie ein Fahranfänger - , kann man sich überlegen, was das letztlich doch unaufhaltsame Alter bedeutet.

Dass man beispielsweise überlegt, wie man in 30 Jahren ist. Als ich 20 war, wollte ich mit 30 tot sein, insofern war das irrelevant, aber heute bin ich, nun, sagen wir mal, um mich vor zwei Jahrzehnten nicht zu beleidigen, anderer Menung. Ich denke, man sollte sich einen Balkon verschaffen, auf dem man sitzen kann. In einer eher warmen Gegend. Wo die Bettler am Boden sitzen. Es mag grausam klingen, aber ich würde Orte meiden, in denen die Bettler aufstehen. Das bedeutet, dass es nicht reicht, einfach nur dazusitzen und auf Gaben zu warten. Bettel-Unternehmer sind ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr ausreicht. Sie sind ein Indikator für eine Gesellschaft ohne Milde, für ein fehlendes soziales Gleichgewicht im Ungleichen.
Ich würde an Orte denken, die saubere Wege haben, die im Winter auch gestreut werden. Mit 30 kann man aufpassen, aber mit 75 im Rollstuhl zu landen, weil sich niemand an den Eisplatten gestört hat, auf denen man sich den Oberschenkel bricht, ist dem Topos des älteren Herren mit älterem Roadster nicht zuträglich. Ich wünschte mir auch eine Region, in der man die Nachbarn kennt, wo man den Schlüssel einlagern kann, und die aufpassen, wenn man in Urlaub ist. Reisen ist sowas wie das Komasaufen der alten Herrschaften, man hat ja sonst nichts zu tun. Prinzipiell wird auch eine gute Versorgung mit Gaststätten wichtiger, als die Auswahl zwischen 10 Dönerbuden, deren 99cent-Kampfpreise dann auch nichts mehr bedeuten. Ein paar gute Ärzte in der Nähe sind übrigens auch nicht schlecht.

Es gibt ein paar Dinge, die mir früher zu viel waren. Zum Beispiel Parks mit überbordender Blumenschmuck an allen Ecken und Enden. Die sind aber das notwendige Gegenstück zu den zufriedenen Bettlern: Wer solche Blumenvasen voller Vertrauen das ganze Jahr aufstellen kann, hat keine grossen Probleme mit Vandalismus und anderen Formen alltäglicher Gewalt. Kein Mensch käme in Berlin auf die Idee, so etwas an die Oderberger Brücke zu stellen.
Man kann Mitte 40 und danach noch serhr viel Unsinn machen; davon leben Motorradhändler, Bordelle, Scheidungsanwälte, Whiskeyhersteller und Anlageberater. Man kann, wenn man sich unbedingt zum berufsjugenslichen Idioten machen will, auch in Städte fahren, die anders sind. Dort gibt es zum Glück genug andere berufsjugendliche Idioten, in denen man nicht mehr auffällt, wenn man schon nicht die Einsicht hat, der Jugend ihre Spielplätze und billigen Drogen und verranzten Clubs zu überlassen. Aber wenn es um den Kauf einer Immobilie zu Eigennutzung geht: Immer dort das Objekt kaufen, mit dem man in 40 Jahren auch noch was anfangen kann.
Und sei es nur, im warmen Meraner Winterlicht mit Blick auf die Palmen einen Anruf entgegenzunehmen, in dem berichtet wird vom Oberschenkelhalsbruch von Depp S. aus B. auf einer Eisplatte nach einem missglückten Partybesuch, den danach noch die Nachbarsgang gestiefelt und beraubt hat. Und dann über dem Park zu lächeln im Wissen, dass man den Torheiten der Jugend wenigstens nicht die Idiotie des Alters hat nachfolgen lassen.
Man sollte sich nie eine Wohnung kaufen und dabei sich selbst sehen, wie man gerade ist. Genauso, wie man sich vermutlich nicht mehr wie zu Studienzeiten einrichten würde, ändern sich auch mit den Jahren die Ansprüche an Infrastruktur und Eigenschaften. Der klassische Berlinkäufer sieht das Tempo (das nirgendwo hinführt) und die Jugend (die verdammt kurz ist), denkt aber nicht an die mittelfristigen Folgen. In der Altersklasse 40+ ist es irrelevant, ob ein Technoschuppen bis um 8 Uhr morgens offen hat, und wer in diesem Alter immer noch billige Drogen an S-Bahn-Haltestellen kauft, gehört ohnehin nicht zur Klientel, die hier angesprochen ist. 35 bis 45, das ist die Zeit des Wandels, da geht vieles nicht mehr so leicht. Man wandelt sich zu einem Menschen, der täglich eine Tablette oder zumindest eine Faltenbehandlung braucht. Und eines schönen Morgens setzt man sich in seinen Roadster, fährt zur Kontoeröffmung in die Schweiz und fühlt sich lächerlich, weil das nur alte Säcke machen.
Man ist am nächsten in Meran, findet es schön, wirklich, erfreut sich an den Palmen im Hof und am reichhaltigen Angebot in der Tortentheke. Am Abend davor - man ist ja trotz allem an der Partymeile einquartiert - schleppte man sich eher angenervt durch die jugendlichen Trauben vor lauten Lokalen. Es würde schon noch gehen, aber es muss auch nicht sein. Mit etwas Abstand könnte man den Eindruck bekommen, dass man nicht mehr ganz jung ist, und wenn man die dieser Erkenntnis folgenden, halsbrecherischen Überholmanöver im Passeiertal überlebt hat - rasen wie ein Fahranfänger - , kann man sich überlegen, was das letztlich doch unaufhaltsame Alter bedeutet.

Dass man beispielsweise überlegt, wie man in 30 Jahren ist. Als ich 20 war, wollte ich mit 30 tot sein, insofern war das irrelevant, aber heute bin ich, nun, sagen wir mal, um mich vor zwei Jahrzehnten nicht zu beleidigen, anderer Menung. Ich denke, man sollte sich einen Balkon verschaffen, auf dem man sitzen kann. In einer eher warmen Gegend. Wo die Bettler am Boden sitzen. Es mag grausam klingen, aber ich würde Orte meiden, in denen die Bettler aufstehen. Das bedeutet, dass es nicht reicht, einfach nur dazusitzen und auf Gaben zu warten. Bettel-Unternehmer sind ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr ausreicht. Sie sind ein Indikator für eine Gesellschaft ohne Milde, für ein fehlendes soziales Gleichgewicht im Ungleichen.
Ich würde an Orte denken, die saubere Wege haben, die im Winter auch gestreut werden. Mit 30 kann man aufpassen, aber mit 75 im Rollstuhl zu landen, weil sich niemand an den Eisplatten gestört hat, auf denen man sich den Oberschenkel bricht, ist dem Topos des älteren Herren mit älterem Roadster nicht zuträglich. Ich wünschte mir auch eine Region, in der man die Nachbarn kennt, wo man den Schlüssel einlagern kann, und die aufpassen, wenn man in Urlaub ist. Reisen ist sowas wie das Komasaufen der alten Herrschaften, man hat ja sonst nichts zu tun. Prinzipiell wird auch eine gute Versorgung mit Gaststätten wichtiger, als die Auswahl zwischen 10 Dönerbuden, deren 99cent-Kampfpreise dann auch nichts mehr bedeuten. Ein paar gute Ärzte in der Nähe sind übrigens auch nicht schlecht.

Es gibt ein paar Dinge, die mir früher zu viel waren. Zum Beispiel Parks mit überbordender Blumenschmuck an allen Ecken und Enden. Die sind aber das notwendige Gegenstück zu den zufriedenen Bettlern: Wer solche Blumenvasen voller Vertrauen das ganze Jahr aufstellen kann, hat keine grossen Probleme mit Vandalismus und anderen Formen alltäglicher Gewalt. Kein Mensch käme in Berlin auf die Idee, so etwas an die Oderberger Brücke zu stellen.
Man kann Mitte 40 und danach noch serhr viel Unsinn machen; davon leben Motorradhändler, Bordelle, Scheidungsanwälte, Whiskeyhersteller und Anlageberater. Man kann, wenn man sich unbedingt zum berufsjugenslichen Idioten machen will, auch in Städte fahren, die anders sind. Dort gibt es zum Glück genug andere berufsjugendliche Idioten, in denen man nicht mehr auffällt, wenn man schon nicht die Einsicht hat, der Jugend ihre Spielplätze und billigen Drogen und verranzten Clubs zu überlassen. Aber wenn es um den Kauf einer Immobilie zu Eigennutzung geht: Immer dort das Objekt kaufen, mit dem man in 40 Jahren auch noch was anfangen kann.
Und sei es nur, im warmen Meraner Winterlicht mit Blick auf die Palmen einen Anruf entgegenzunehmen, in dem berichtet wird vom Oberschenkelhalsbruch von Depp S. aus B. auf einer Eisplatte nach einem missglückten Partybesuch, den danach noch die Nachbarsgang gestiefelt und beraubt hat. Und dann über dem Park zu lächeln im Wissen, dass man den Torheiten der Jugend wenigstens nicht die Idiotie des Alters hat nachfolgen lassen.
donalphons, 16:32h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 13. Oktober 2008
Bailout Europe
Ich bin ja nicht der grosse Freund des Daytradings, des Gaffens auf tägliche Aktiengewinne. Aber es ist vielleicht mal ganz spannend zu schauen, mit welchem irrwitzigen Bailout-Versprechen welches Land seinem Aktienindex auf die Sprünge geholfen hat. Wen das nicht interessiert: Hier ein hübsches Bild vom Umbrailpass, dem Grenzübergang von Südtirol (Italien, EU) in das Val Müstair (Schweiz).

Deutschland 470 Milliarden Euro, macht lockere 5700 Euro pro Staatsbürger, Dax +11,40, jedes Prozent kostet etwas über 41 Milliarden Euro.
Das ist viel, aber es gibt auch noch Österreich: Die stellen 100 Milliarden zur Verfügung. Pro Einwohner 12200 Euro. Wenn das der Haider noch erlebt hätte, Brüssel und die Zuwanderer wären schuld gewesen. Dafür ging der ATX aber auch 12,77% nach oben.
Unsere französischen Freunde investieren nur 360 Milliarden. Mit 5580 Euro kann sich der belastete Franzose damit noch ein paar Baguettes mehr als der Deutsche leisten. Dafür geht sein Index auch nur auf 11,18% hoch.
Besonders nett ist dann noch Italien. Berlusconi stellt a la Duce einen Blancoscheck aus; gezahlt wird, was nötig ist. Italien garantiert auf fünf Jahre für alle Bankverbindlichkeiten von heute bis Ende 2009, Banken dürfen nicht pleite gehen. Genauso könnte Italien auch dafür garantieren, dass Berlusconi ewig lebt. Damit ist der Steuerzahler bis zum Staatsbankrott dabei. Dafür sind 11,37% beim Mib 30 lächerlich.
Desineressierten möchte ich hier noch ein nettes Bild vom Grenzübergang auf dem Umbrail zeigen - wie man sieht, schon auf der Schweizer Seite:

Ach so, die Schweiz, richtig. Die Schweiz hat kein Rettungsprogramm, keinen Sonderkredit und keine Verstaatlichung beschlossen. Noch nicht mal eine bessere Einlagensicherung. Die Belastung eines Schweizers liegt damit bei 0 Franken. Der Schweizer SMI ging mit plus 11,4% aus dem Handel. Und das ist rund 1.830.000.000.000 (1,83 Billionen) Euro billiger als das, was man im restlichen Europa auf den Weg gebracht hat.
Nur falls sich jemand fragen sollte, warum die Schweiz der führende Bankenplatz des Kontinents ist. Profitieren von Paranoia seit 1929. Man muss das nicht mögen. Es ist halt so, und falls die UBS nicht über den Jordan geht, kenne ich einen Gewinner der Krise, und sehr viele Verlierer. In etwa so viele, wie es um die Schweiz herum Einwohner gibt.

Deutschland 470 Milliarden Euro, macht lockere 5700 Euro pro Staatsbürger, Dax +11,40, jedes Prozent kostet etwas über 41 Milliarden Euro.
Das ist viel, aber es gibt auch noch Österreich: Die stellen 100 Milliarden zur Verfügung. Pro Einwohner 12200 Euro. Wenn das der Haider noch erlebt hätte, Brüssel und die Zuwanderer wären schuld gewesen. Dafür ging der ATX aber auch 12,77% nach oben.
Unsere französischen Freunde investieren nur 360 Milliarden. Mit 5580 Euro kann sich der belastete Franzose damit noch ein paar Baguettes mehr als der Deutsche leisten. Dafür geht sein Index auch nur auf 11,18% hoch.
Besonders nett ist dann noch Italien. Berlusconi stellt a la Duce einen Blancoscheck aus; gezahlt wird, was nötig ist. Italien garantiert auf fünf Jahre für alle Bankverbindlichkeiten von heute bis Ende 2009, Banken dürfen nicht pleite gehen. Genauso könnte Italien auch dafür garantieren, dass Berlusconi ewig lebt. Damit ist der Steuerzahler bis zum Staatsbankrott dabei. Dafür sind 11,37% beim Mib 30 lächerlich.
Desineressierten möchte ich hier noch ein nettes Bild vom Grenzübergang auf dem Umbrail zeigen - wie man sieht, schon auf der Schweizer Seite:

Ach so, die Schweiz, richtig. Die Schweiz hat kein Rettungsprogramm, keinen Sonderkredit und keine Verstaatlichung beschlossen. Noch nicht mal eine bessere Einlagensicherung. Die Belastung eines Schweizers liegt damit bei 0 Franken. Der Schweizer SMI ging mit plus 11,4% aus dem Handel. Und das ist rund 1.830.000.000.000 (1,83 Billionen) Euro billiger als das, was man im restlichen Europa auf den Weg gebracht hat.
Nur falls sich jemand fragen sollte, warum die Schweiz der führende Bankenplatz des Kontinents ist. Profitieren von Paranoia seit 1929. Man muss das nicht mögen. Es ist halt so, und falls die UBS nicht über den Jordan geht, kenne ich einen Gewinner der Krise, und sehr viele Verlierer. In etwa so viele, wie es um die Schweiz herum Einwohner gibt.
donalphons, 23:12h
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Abend/Morgen
Die Gäste kamen, als die Münchner im Stau nach Norden steckten.

Heute geht es mit Iris und Susi auf den Ahornboden. Wir haben phantastisches Wetter. Hätte ich am Freitag nicht Nebel gesehen, ich könnte mir nicht vorstellen, dass es dergleichen hier gibt.

Netterweise haben sich die Verpflichtungen auch in Luft aufgelöst, Berlin war dann doch zu riskant - bis zum nächsten Meinungsumschwung. Warum können die Leute nicht einfach ihr Geld in einem langen, soliden Rutsch ohne Umschichten und Panik verlieren?

Heute geht es mit Iris und Susi auf den Ahornboden. Wir haben phantastisches Wetter. Hätte ich am Freitag nicht Nebel gesehen, ich könnte mir nicht vorstellen, dass es dergleichen hier gibt.

Netterweise haben sich die Verpflichtungen auch in Luft aufgelöst, Berlin war dann doch zu riskant - bis zum nächsten Meinungsumschwung. Warum können die Leute nicht einfach ihr Geld in einem langen, soliden Rutsch ohne Umschichten und Panik verlieren?
donalphons, 14:03h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 12. Oktober 2008
Empfehlung heute - Das Reden und das Schweigen
Kitty Koma vergleicht das 2008er Gefühl der grossen Kreditkrise mit dem 2000er Gefühl der scheiternden New Econmy. Ich habe die New Economy gehasst, ich habe die Erfahrungen verabscheut, aber was uns umbringt macht und leichenstarrenhart, und so gesehen nimmt man Erfahrungen mit, die einem in Krisen helfen. Neben Wirtschaftskriminalität sind fundamentale Krisen vermutlich das einzige Ereignis in diesem Sektor, das man nur erfahren, aber nicht erlernen kann.
Würde ich das alles niederschreiben, was mir gerade zu dem Thema einfällt, wäre ich heute nicht fertig geworden. Ich denke, man muss sich grob drei Dinge vor Augen halten, die so deutlich niemand - oder kaum einer - wird sagen wollen:
1. Was immer heute an Bankenrettung global initiiert wird, so gross die Summen auch klingen mögen, mit denen man den Geldkreislauf anheizen möchte: Es sind rückwärtsgewandte Massnahmen, die versuchen, vergangene Verwerfungen mit sehr viel Geld einzuplanieren. Ich glaube nicht, dass es funktioniert. Es gibt noch ein paar sehr eklige Blasen vor uns: Kreditkarten etwa, deren Ausfälle in den USA gerade ansteigen. 1.000 Milliarden Dollar in den USA. Die amerikanische Altersvorsorge, die gerade nicht in der Lage ist, ihr Geld aus Aktiengeschäften zu beziehen. Noch ein paar sehr kurzfristige hundert Milliarden an Nebenwirkungen. Dann der zusammenbrechende Blasenmarkt in Osteuropa, finanziert durch europäische Banken. Multimilliardenrisiken in wenigen Wochen. Als Kirsche auf dem Debakel die Probleme rund um die bankrotte US-Autoindustrie und Morgan Stanley. Das alles ist bislang kaum eingepreist, und ich vermute stark, die Märkte wissen um die Probleme. Wenn es kommt, stehen wir vor der nächsten Vertrauenskrise der Banken - untereinander und gegenüber der Gesellschaft, die nicht nochmal bluten will und muss.
2. Sie muss es vorerst nicht, weil die Billionen, um die es hier geht, nicht von den Chinesen oder Russen kommen, sondern aus der Geldpresse. Es geht nicht ohne Inflation und fallende Kurse gegen ein paar Rettungswährungen. Das Problem wird uns alle langsam mit voller Wucht treffen, wir sind sowas wie der Hummer im Topf, unter dem das Feuer langsam aufgedreht wird. Mit einer Fetzeninflation entwertet man die Kredite, und am Ende wird man die Anteile an den gekauften Banken zu Preisen verkaufen, die relativ gesehen gar nicht so niedrig sind, wie sie nach Einbeziehung der Inflation wären.
3. Perverserweise würde die Antwort auf die Lösung dieser Kreditkrise bedeuten: Weiter Schulden machen. Die Zinsen sind extrem niedrig, es kommt viel Geld auf den Markt, das irgendwohin muss, das Geld und damit die Schulden verlieren extrem an Wert, und wenn man sichere und steigende Einnahmen hat, zahlt man das locker ab. Die Sparer sind die Gearschten bei diesem Spiel. Und das wird sich bitter rächen, wenn die anderen Blasen hochgehen, und man irgendjemand bräuchte, der dann noch die Wirtschaft am laufen erhält.
Das Komische ist: Wenn Politiker halbwegs sauber verkaufbare Ideen haben, werden sie sofort rausposaunt. Die Sprechblasen der letzten Tage, die niemandem weh tun und keine Bedeutung haben, sind ein extrem schlechtes Zeichen.
Würde ich das alles niederschreiben, was mir gerade zu dem Thema einfällt, wäre ich heute nicht fertig geworden. Ich denke, man muss sich grob drei Dinge vor Augen halten, die so deutlich niemand - oder kaum einer - wird sagen wollen:
1. Was immer heute an Bankenrettung global initiiert wird, so gross die Summen auch klingen mögen, mit denen man den Geldkreislauf anheizen möchte: Es sind rückwärtsgewandte Massnahmen, die versuchen, vergangene Verwerfungen mit sehr viel Geld einzuplanieren. Ich glaube nicht, dass es funktioniert. Es gibt noch ein paar sehr eklige Blasen vor uns: Kreditkarten etwa, deren Ausfälle in den USA gerade ansteigen. 1.000 Milliarden Dollar in den USA. Die amerikanische Altersvorsorge, die gerade nicht in der Lage ist, ihr Geld aus Aktiengeschäften zu beziehen. Noch ein paar sehr kurzfristige hundert Milliarden an Nebenwirkungen. Dann der zusammenbrechende Blasenmarkt in Osteuropa, finanziert durch europäische Banken. Multimilliardenrisiken in wenigen Wochen. Als Kirsche auf dem Debakel die Probleme rund um die bankrotte US-Autoindustrie und Morgan Stanley. Das alles ist bislang kaum eingepreist, und ich vermute stark, die Märkte wissen um die Probleme. Wenn es kommt, stehen wir vor der nächsten Vertrauenskrise der Banken - untereinander und gegenüber der Gesellschaft, die nicht nochmal bluten will und muss.
2. Sie muss es vorerst nicht, weil die Billionen, um die es hier geht, nicht von den Chinesen oder Russen kommen, sondern aus der Geldpresse. Es geht nicht ohne Inflation und fallende Kurse gegen ein paar Rettungswährungen. Das Problem wird uns alle langsam mit voller Wucht treffen, wir sind sowas wie der Hummer im Topf, unter dem das Feuer langsam aufgedreht wird. Mit einer Fetzeninflation entwertet man die Kredite, und am Ende wird man die Anteile an den gekauften Banken zu Preisen verkaufen, die relativ gesehen gar nicht so niedrig sind, wie sie nach Einbeziehung der Inflation wären.
3. Perverserweise würde die Antwort auf die Lösung dieser Kreditkrise bedeuten: Weiter Schulden machen. Die Zinsen sind extrem niedrig, es kommt viel Geld auf den Markt, das irgendwohin muss, das Geld und damit die Schulden verlieren extrem an Wert, und wenn man sichere und steigende Einnahmen hat, zahlt man das locker ab. Die Sparer sind die Gearschten bei diesem Spiel. Und das wird sich bitter rächen, wenn die anderen Blasen hochgehen, und man irgendjemand bräuchte, der dann noch die Wirtschaft am laufen erhält.
Das Komische ist: Wenn Politiker halbwegs sauber verkaufbare Ideen haben, werden sie sofort rausposaunt. Die Sprechblasen der letzten Tage, die niemandem weh tun und keine Bedeutung haben, sind ein extrem schlechtes Zeichen.
donalphons, 23:04h
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Der Nebel der anderen
Mit dem Herbst kommt nicht nur die Buchmesse nach Frankfurt, sondern auch der Nebel. Man wacht morgens auf und sieht nur noch drei Häuser weit. Und auch nach oben hin verschluckt er alles, und als erstes verschwinden die Vorstandsetagen der Banktürme. Ich kann die Stadt gut verstehen. Wenn ich Frankfurt wäre, ich vernebelte das Elend auch in einer weißen, undurchdringlichen Suppe.

Ich kenne das auch. Fluss macht Nebel. Niederung läuft voll. Diese entsetzlichen Oktobertage, in denen es über der Suppe warm und sonnig sein muss. Wenn in der Wettervorhersage kommt: "Bis zum Mittag Bodennebel, teilweise beständig, im Voralpenland sonnig."

Wie ich hörte, war es in der Provinz bis zum frühen Nachmittag grau, dann hob sich der Nebel, wurde zum Hochnebel und bequemte sich gegen zwei Uhr, sich aufzulösen. Am See, über dem See dagegen war es sonnig, seit dem Moment, da mich die Kuhglocken aus dem Schlummer holten.

Es ist wirklich schön hier. Nicht nur warm, sondern heiss auf der Haut. 12. Oktober, und am See lagen welche im Badeanzug, manche gingen sogar schwimmen. Und es soll so bleiben. Morgen, übermorgen. Kein Nebel, nirgends, ausser im Norden.

Ich kenne das auch. Fluss macht Nebel. Niederung läuft voll. Diese entsetzlichen Oktobertage, in denen es über der Suppe warm und sonnig sein muss. Wenn in der Wettervorhersage kommt: "Bis zum Mittag Bodennebel, teilweise beständig, im Voralpenland sonnig."

Wie ich hörte, war es in der Provinz bis zum frühen Nachmittag grau, dann hob sich der Nebel, wurde zum Hochnebel und bequemte sich gegen zwei Uhr, sich aufzulösen. Am See, über dem See dagegen war es sonnig, seit dem Moment, da mich die Kuhglocken aus dem Schlummer holten.

Es ist wirklich schön hier. Nicht nur warm, sondern heiss auf der Haut. 12. Oktober, und am See lagen welche im Badeanzug, manche gingen sogar schwimmen. Und es soll so bleiben. Morgen, übermorgen. Kein Nebel, nirgends, ausser im Norden.
donalphons, 19:19h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 11. Oktober 2008
Unheil Haider
In Klagenfurt haben sie mit dem Aufstellen von Betonpfeilern eine ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht.
(Über Tote nichts Schlechtes in der Light-Version)
(Über Tote nichts Schlechtes in der Light-Version)
donalphons, 20:08h
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Heute sind wir alle Rätoromanen
Die aufregensten Tage des Jahres. Ohne mich. Ich war oben auf 2750 Meter. Und dann wieder unten.

Müstair ist schön und voller ängstlicher Italiener. Diese Lässigkeit, mit der mich der Zollbeamte oben auf dem Umbrai vorbeigewunken hat. Die Freundlichkeit meiner neuen Finanzbearbeiterin, die Limité sagt, wenn sie den Plural von Limit meint.

Unten im Tal ist es sommerlich, Abendessen in Meran draussen im Laubencafe und Frühstück unter Palmen. Torte, einkaufen, die Wirtin meint, dass es hier bis Anfang Dezember schön bleibt, und der Jaufenpass bleibt auch offen. Na dann.

Müstair ist schön und voller ängstlicher Italiener. Diese Lässigkeit, mit der mich der Zollbeamte oben auf dem Umbrai vorbeigewunken hat. Die Freundlichkeit meiner neuen Finanzbearbeiterin, die Limité sagt, wenn sie den Plural von Limit meint.

Unten im Tal ist es sommerlich, Abendessen in Meran draussen im Laubencafe und Frühstück unter Palmen. Torte, einkaufen, die Wirtin meint, dass es hier bis Anfang Dezember schön bleibt, und der Jaufenpass bleibt auch offen. Na dann.
donalphons, 20:03h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 10. Oktober 2008
I fucking told you III
"Es wäre danach immer noch schlimm genug für alle. Es wäre ziemlich nah am Kommunismus, verwaltet und kontrolliert durch einen Haufen Idioten, die es so weit haben kommen lassen, aber ein deutscher Beamter ist mir da immer noch lieber als ein Finanzjockey, der auf die nächste Prise Koks wartet. Es wäre auch eine immense Umverteilung, die Wirtschaft würde Schaden nehmen, aber wer nur ein klein wenig Einblick in die Marktmechanismen hat, wird zum Schluss kommen, dass man dem ein Ende setzen muss. Schnell und umfassend. Ja, auch mit diesem Personal."
Schauen wir uns drei Tage nach meiner Prognose doch mal an, was die westlichen Industriestaaten gerade so andeuten.
Italien hat dank Berlusconi eine Art Ermächtigungsgesetz zur Verstaatlichung von Banken auf Verdacht hin. Die Briten haben einen über 600 Milliarden schweren Fond zur Verstaatlichung von Banken, die Spanier krebsen noch bei 50 Milliarden rum, die Franzosen haben heute die Gründung einer Auffanggesellschaft bekannt gegeben, die BeNeLux-Staaten sind mitten in der Verstaatlichung, wie auch Irland, und heute hat Merkel gesagt, sie könnte sich das auch in Deutschland vorstellen. In Japan (ich halte nichts von Intradaykursn, aber minus 10% beim Nikkei sind vollkommen inakzeptabel) arbeitet man gerade an einer Gesetzesänderung, um dem Staat Eingriffe ins Bankwesen zu sichern, und in China und Russland gehören die Banken eh dem Staat, wie auch in einer Reihe anderer Diktaturen.
Und kurz vor Mitternacht setzten die Amerikaner - heute mal wieder mit 7,3% im Dow Richtung Süden, 400 Millionen weniger in ihren Rentenkassen, ihrer heutigen Drohung, bis Ende des Monats Banken gegen Anteile mit Geld zu fluten, mit einem tollen Satz nach: "Wir werden nicht viel Zeit brauchen, um das zu tun. Die Märkte werden sehr kurzfristig gestärkt werden." An diesem Wochenende treffen sich die G7, und der amerikanische Paulson will dann auch gleich mit den G20 reden. Ganz sicher nicht über Rezepte für Himbeertorte. Leider.

Man wird über das Wochenende sehr weitreichende Beschlüsse fassen. Manche, bei denen der Boandlkramer vor der Tür steht - Island, Irland, Ungarn, Pakistan, Korea, Russland - können nicht anders, als sich unterzuordnen. Die haben schon alles probiert, die sind fertig. Die werden tun, was man von ihnen verlangt. Andere haben eine bessere Verhandlungsposition, mit gesünderen Banken und abgearbeiteten Risiken und Vermögen derjenigen, die es dort aufbewahren. Es wird welche geben, die keine Alternative haben, und andere, die nur mitspielen, wenn man ihnen gute Konditionen bietet. Gute Konditionen bedeutet: Minimale Grausamkeiten gegen den Wähler zwecks Machterhalt in den Demokratien. Je übler es ausschaut, desto mehr muss man den Idioten daheim sagen, dass sie jetzt nur ein wenig verlieren, statt alles. Je übler es einem Währungsraum geht, desto mehr wird er diese ganze Kredit- und Schuldenscheisse mit Geld runterspülen müssen. Je besser es einer Region geht, je mehr sie auf andere abwälzen kann, desto weniger wird sie leiden.
Und wer ist der Weltmeister im Abwälzen? Gestatten, mein Name ist Dr. Alphonso Strangelove, und ich lerne gerade, die Schweiz zu lieben. Und ich bin gerade unterwegs, und überlege, wie die Folgen für unsere Freunde von den Hedge Fonds ausschauen, wenn am Montag die Börsen dicht sein sollten.
Schauen wir uns drei Tage nach meiner Prognose doch mal an, was die westlichen Industriestaaten gerade so andeuten.
Italien hat dank Berlusconi eine Art Ermächtigungsgesetz zur Verstaatlichung von Banken auf Verdacht hin. Die Briten haben einen über 600 Milliarden schweren Fond zur Verstaatlichung von Banken, die Spanier krebsen noch bei 50 Milliarden rum, die Franzosen haben heute die Gründung einer Auffanggesellschaft bekannt gegeben, die BeNeLux-Staaten sind mitten in der Verstaatlichung, wie auch Irland, und heute hat Merkel gesagt, sie könnte sich das auch in Deutschland vorstellen. In Japan (ich halte nichts von Intradaykursn, aber minus 10% beim Nikkei sind vollkommen inakzeptabel) arbeitet man gerade an einer Gesetzesänderung, um dem Staat Eingriffe ins Bankwesen zu sichern, und in China und Russland gehören die Banken eh dem Staat, wie auch in einer Reihe anderer Diktaturen.
Und kurz vor Mitternacht setzten die Amerikaner - heute mal wieder mit 7,3% im Dow Richtung Süden, 400 Millionen weniger in ihren Rentenkassen, ihrer heutigen Drohung, bis Ende des Monats Banken gegen Anteile mit Geld zu fluten, mit einem tollen Satz nach: "Wir werden nicht viel Zeit brauchen, um das zu tun. Die Märkte werden sehr kurzfristig gestärkt werden." An diesem Wochenende treffen sich die G7, und der amerikanische Paulson will dann auch gleich mit den G20 reden. Ganz sicher nicht über Rezepte für Himbeertorte. Leider.

Man wird über das Wochenende sehr weitreichende Beschlüsse fassen. Manche, bei denen der Boandlkramer vor der Tür steht - Island, Irland, Ungarn, Pakistan, Korea, Russland - können nicht anders, als sich unterzuordnen. Die haben schon alles probiert, die sind fertig. Die werden tun, was man von ihnen verlangt. Andere haben eine bessere Verhandlungsposition, mit gesünderen Banken und abgearbeiteten Risiken und Vermögen derjenigen, die es dort aufbewahren. Es wird welche geben, die keine Alternative haben, und andere, die nur mitspielen, wenn man ihnen gute Konditionen bietet. Gute Konditionen bedeutet: Minimale Grausamkeiten gegen den Wähler zwecks Machterhalt in den Demokratien. Je übler es ausschaut, desto mehr muss man den Idioten daheim sagen, dass sie jetzt nur ein wenig verlieren, statt alles. Je übler es einem Währungsraum geht, desto mehr wird er diese ganze Kredit- und Schuldenscheisse mit Geld runterspülen müssen. Je besser es einer Region geht, je mehr sie auf andere abwälzen kann, desto weniger wird sie leiden.
Und wer ist der Weltmeister im Abwälzen? Gestatten, mein Name ist Dr. Alphonso Strangelove, und ich lerne gerade, die Schweiz zu lieben. Und ich bin gerade unterwegs, und überlege, wie die Folgen für unsere Freunde von den Hedge Fonds ausschauen, wenn am Montag die Börsen dicht sein sollten.
donalphons, 03:02h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 10. Oktober 2008
Winterlicht
Noch ist es warm am See, man kann draussen sitzen und an der Promenade laufen, über buntes Laub und lindgrünem Gras. Aber der See und der Himmel glänzen bereits in den eisigen Farben des Winters.

Morgen bin ich unterwegs, weit weg von jeder Anbindung, und in manchen Bereichen findet auch das Handy keinen Empfang mehr. Aber ich weiss ja, was passiert: Die Anzeichen für den grossen Ausstieg aus dem System werden sich mehren, wir werden noch eine Runde des Niedergangs erleben, und die Bereinigung der Credit Default Swaps der Lehman-Pleite wird Fragen aufwerfen, was wäre, wenn wir das auch bei Morgan Stanley tun müssten.
Hätte mir vor zwei Jahren jemand erzählt, ich würde im Herbst 2008 am vielleicht letzten Tag des freien Marktes noch schnell über die Alpen fegen und ein Konto in der Schweiz aufmachen, ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Morgen bin ich unterwegs, weit weg von jeder Anbindung, und in manchen Bereichen findet auch das Handy keinen Empfang mehr. Aber ich weiss ja, was passiert: Die Anzeichen für den grossen Ausstieg aus dem System werden sich mehren, wir werden noch eine Runde des Niedergangs erleben, und die Bereinigung der Credit Default Swaps der Lehman-Pleite wird Fragen aufwerfen, was wäre, wenn wir das auch bei Morgan Stanley tun müssten.
Hätte mir vor zwei Jahren jemand erzählt, ich würde im Herbst 2008 am vielleicht letzten Tag des freien Marktes noch schnell über die Alpen fegen und ein Konto in der Schweiz aufmachen, ich hätte ihn für verrückt erklärt.
donalphons, 00:32h
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Wie ich zum Kotzen kam
Im Film "Nur die Sonne war Zeuge" schreitet Alain Delon als Mr. Ripley nach einem - oder gar schon zwei? - Morden zur eigentlichen Haupttat, geht in eine italienische Bank und lässt sich die damals, 1960, gigantische Summe von 10 Millionen Lire auszahlen, die seinem, ihm ähnlich sehenden Mordopfer Greenleaf gehören. Delon benutzt für dieses Verbrechen lediglich einen Stift und eine Ledermappe, in der er das üppige Geld verstaut. Als ich den Film vor vielen Jahren sah, dachte ich, dass so eine Ledermappe sicher toll wäre, wenn ich mal mit Geld, Aktien, Schmuck, Silber und anderen Wertgegenständen flüchten müsste. Im Italienurlaub dieses Jahres sah ich einen Nachbau dieses Behältnisses, aber leider zu Preisen, die den Eindruck erweckten, als hätte man Lire in Euro umgerechnet.
Monate gingen ins Land, Lehman ging pleite, die Eltern vieler Bekannten verloren viel, sehr viel Geld, die Schifffonds wurden mit Verlusten abgestossen und Bankberater als unfähig beschimpft, und in Ermangelung grösserer Reserven war es mir vergönnt, unbelastet durch diesen Sommer auf meinem Rabeneick zu radeln, so blau wie der Himmel über Alain Delon im Film. Es dauerte etwas, bis meine Vorhersagen Wirklichkeit wurden, und dieser Gedanke aufkam, dass man auch im Jahre 2008 noch das Bedürfnis haben könnte, die Grenze mit einer Aktenmappe voller Zeug zu überqueren. Sinnierend wandelte ich über einen Flohmarkt, als mein Blick auf eine hochwertige Ledertasche fiel.

Im vorderen Fach der Ledertasche war eine dazu gefertigte Aktentasche, und die wiederum, wie ich zuhause an einem aus sentimentalen Gründen behaltenen Anteilsschein von Mercedes-Benz ausprobieren konnte (die handunterschriebene 100-DM-Aktie war früher Omas Liebesbrief für Besserverdiendene), passt perfekt für jede Form von Papiertransport über Grenzen und Währungsunionen. Fünf weiche Euro wollte der Besitzer haben, und froh, mich nun jederzeit stilgerecht auf Reisen in sichere Häfen begeben zu können - Liechtenstein? Kuwait? Luxemburg? Der Mond? Was kosten dort momentan mittlere Meteoritenkrater? - sagte gleich zu. Und stellte die dazu Frage, mit der ich zum Kotzen kam: Wo haben Sie die Tasche denn her?
Nun, sagte der Händler mit ansteigend verächtlichem Ton, der Grossvater seiner Frau sei vor ein paar Wochen verstorben, man müsse das Haus räumen, Aktenberge beseitigen, und das sei seine Notartasche gewesen, mit der er andere um ihr Geld brachte. Schnell und unerwartet sei er verstorben. Und nun müsse er eben das Zeug loswerden. Ärgerlich sei das, da wären Gewehre, denn Grossvater ging gern Tiere abknallen, ein benzinschluckender, rostiger Geländewagen von Benz und seine Jagdkleider, wie das Ansitzcape da, in dem Opa gerne auf dem Hochstand hätte sitzen wollen, um darin Viecher abzuknallen. Man habe ihn zu seinem Geburtstag noch in München beschafft, aber kurz davor, aus, Ende,Herzkaschperl.
Das ist kein Ansitzcape, sagte ich, Familienwissen rekapitulierend, das ist ein Kotzen, den trägt man über Rucksack und Gewehr, deshalb ist er auch so weit. Man kann in einem Kotzen nicht schiessen, dazu ist er zu hinderlich, wenn man die Arme hebt. Sehen Sie, ich nahm das Cape an den Riemen warf es über die Schultern und hob die Armje in Schiesshaltung, das spannt. Und der Rückstoss würde den Filzstoff zerstören.

Das steht Ihnen aber, meint die türkische Mutti einen Stand weiter.
Oh je, dachte ich. Oh je. Mein Grossvater und seine Jägerkumpane sitzen jetzt im Jenseits zusammen und lachen sich scheckig über mich. Was muss ich auch mein Maul aufreissen. Warum kann ich das ganze Jägergetue nicht einfach vergessen. Ich bin Vegetarier. Ich evakuiere Spinnen aus dem Waschbecken. Ich mag keine Tracht. Die Tradition endete vor 41 Jahren. Ich werde nie ein Jäger sein. Ich will auch keinen Schiessprügel, selbst wenn ich die von meinem Opa irgendwann erben muss. Ich will keine Tracht. Ich will nicht mal Bayern.
Wirklich, wie für Sie gemacht, sagte die Türkin und schob mich vor ihren Spiegel, den sie eigentlich für Käuferinnen ihrer Gebauchtkleider bereit hielt. Vorne klapperte noch das Siegel des Herstellers aus Innsbruck, 1814 gegründet, ein roter Adler auf schwarzem Grund, teuer, exklusiv, zum Angeben für andere alte Halsabschneider, bei denen es nur noch zum Morden von Rehen und Hasen reichte. Da stand ich dann, den wallenden Boandlkramakotzen lodengrün an mir herabfallend, das praktische Gewand der Wilddiebe und Wegelagerer, das ein Mantel sein kann, eine Decke oder eine praktische Deckung beim Stoss mit dem Hirschfänger, und ich gab mir viel Mühe, jetzt nicht an Filme mit Errol Flynn zu denken, an Degen und Mant-
20 Euro, sagte der Verkäufer. Weil er für sie gemacht ist.
Und so kam ich zum Kotzen. (Erschiesst mich bitte, wenn ich einen Jagdschein mache)
Monate gingen ins Land, Lehman ging pleite, die Eltern vieler Bekannten verloren viel, sehr viel Geld, die Schifffonds wurden mit Verlusten abgestossen und Bankberater als unfähig beschimpft, und in Ermangelung grösserer Reserven war es mir vergönnt, unbelastet durch diesen Sommer auf meinem Rabeneick zu radeln, so blau wie der Himmel über Alain Delon im Film. Es dauerte etwas, bis meine Vorhersagen Wirklichkeit wurden, und dieser Gedanke aufkam, dass man auch im Jahre 2008 noch das Bedürfnis haben könnte, die Grenze mit einer Aktenmappe voller Zeug zu überqueren. Sinnierend wandelte ich über einen Flohmarkt, als mein Blick auf eine hochwertige Ledertasche fiel.

Im vorderen Fach der Ledertasche war eine dazu gefertigte Aktentasche, und die wiederum, wie ich zuhause an einem aus sentimentalen Gründen behaltenen Anteilsschein von Mercedes-Benz ausprobieren konnte (die handunterschriebene 100-DM-Aktie war früher Omas Liebesbrief für Besserverdiendene), passt perfekt für jede Form von Papiertransport über Grenzen und Währungsunionen. Fünf weiche Euro wollte der Besitzer haben, und froh, mich nun jederzeit stilgerecht auf Reisen in sichere Häfen begeben zu können - Liechtenstein? Kuwait? Luxemburg? Der Mond? Was kosten dort momentan mittlere Meteoritenkrater? - sagte gleich zu. Und stellte die dazu Frage, mit der ich zum Kotzen kam: Wo haben Sie die Tasche denn her?
Nun, sagte der Händler mit ansteigend verächtlichem Ton, der Grossvater seiner Frau sei vor ein paar Wochen verstorben, man müsse das Haus räumen, Aktenberge beseitigen, und das sei seine Notartasche gewesen, mit der er andere um ihr Geld brachte. Schnell und unerwartet sei er verstorben. Und nun müsse er eben das Zeug loswerden. Ärgerlich sei das, da wären Gewehre, denn Grossvater ging gern Tiere abknallen, ein benzinschluckender, rostiger Geländewagen von Benz und seine Jagdkleider, wie das Ansitzcape da, in dem Opa gerne auf dem Hochstand hätte sitzen wollen, um darin Viecher abzuknallen. Man habe ihn zu seinem Geburtstag noch in München beschafft, aber kurz davor, aus, Ende,Herzkaschperl.
Das ist kein Ansitzcape, sagte ich, Familienwissen rekapitulierend, das ist ein Kotzen, den trägt man über Rucksack und Gewehr, deshalb ist er auch so weit. Man kann in einem Kotzen nicht schiessen, dazu ist er zu hinderlich, wenn man die Arme hebt. Sehen Sie, ich nahm das Cape an den Riemen warf es über die Schultern und hob die Armje in Schiesshaltung, das spannt. Und der Rückstoss würde den Filzstoff zerstören.

Das steht Ihnen aber, meint die türkische Mutti einen Stand weiter.
Oh je, dachte ich. Oh je. Mein Grossvater und seine Jägerkumpane sitzen jetzt im Jenseits zusammen und lachen sich scheckig über mich. Was muss ich auch mein Maul aufreissen. Warum kann ich das ganze Jägergetue nicht einfach vergessen. Ich bin Vegetarier. Ich evakuiere Spinnen aus dem Waschbecken. Ich mag keine Tracht. Die Tradition endete vor 41 Jahren. Ich werde nie ein Jäger sein. Ich will auch keinen Schiessprügel, selbst wenn ich die von meinem Opa irgendwann erben muss. Ich will keine Tracht. Ich will nicht mal Bayern.
Wirklich, wie für Sie gemacht, sagte die Türkin und schob mich vor ihren Spiegel, den sie eigentlich für Käuferinnen ihrer Gebauchtkleider bereit hielt. Vorne klapperte noch das Siegel des Herstellers aus Innsbruck, 1814 gegründet, ein roter Adler auf schwarzem Grund, teuer, exklusiv, zum Angeben für andere alte Halsabschneider, bei denen es nur noch zum Morden von Rehen und Hasen reichte. Da stand ich dann, den wallenden Boandlkramakotzen lodengrün an mir herabfallend, das praktische Gewand der Wilddiebe und Wegelagerer, das ein Mantel sein kann, eine Decke oder eine praktische Deckung beim Stoss mit dem Hirschfänger, und ich gab mir viel Mühe, jetzt nicht an Filme mit Errol Flynn zu denken, an Degen und Mant-
20 Euro, sagte der Verkäufer. Weil er für sie gemacht ist.
Und so kam ich zum Kotzen. (Erschiesst mich bitte, wenn ich einen Jagdschein mache)
donalphons, 16:50h
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I fucking told you II
"Den globalen Ausverkauf verhindern, indem man die wackelnden Banken verstaatlicht, die nicht wackelnden Banken unter Notverwaltung stellt und gleichzeitig die Märkte schliesst. Nicht nur in England, sondern umfassend in allen Industrienationen. Ein Staat allein würde sich mit so einem Vorgehen a la Island und Irland den Geiern der internationalen Finanzwirtschaft vorwerfen, aber mit einer konzertierten Aktion über das Wochenende könnte man den Status quo sichern und beginnen, den Giftmüll der gegenseitigen Forderungen aufzulösen und abzurechnen, hier und da einen Währungsschnitt vorzunehmen, zu entschulden und neue, langfristige Sicherheiten zu entwickeln. Es geht nur, wenn alle mitmachen, aber eine andere Möglichkeit, die komplette Kernschmelze zu verhindern und unseren Lebensstandard zu sichern, sehe ich nicht."
Anderthalb Tage später gibt es eine gekürzte, platte, entgiftete und um Argumente beraubte Version meines Beitrags auch aus der Feder von Robert von Heusinger in der Frankfurter Rundschau, der damit eine Lösung chearleadet, von der man bis zum übernächsten Wochenende noch viel hören wird. Jaja. Wenn man die New Economy und den Berliner Betrieb kennt... Heusinger schlägt damit indirekt übrigens einen hübsch drastischen Verfall der Währungen vor, angesichts der Grösse der Aufgaben sage ich mal: 20% pro Jahr in Europa mindestens, in den USA mehr. So kann man das natürlich auch machen.
Also... hm... hört mal her, gaaanz leise.... Ich erzähle Euch jetzt noch ein kleines Geheimnis aus den allerbesten Kreisen. Nicht nur so Provinzstadttratsch, sondern obere 10.000 in Europa. Also, da gibt es eine nicht ganz unbekannte deutsche Familie, die mit einem 2:1-Hebel einen niedrig dreistelligen Millionenkredit zu niedrigen Zinsen aufgenommen, einiges Werthaltige in NichtEuro erworben hat und damit gegen den Euro spekuliert. Laufzeit des Kredits: 2 Jahre. Die Familie kann damit furchtbar auf die Fresse fallen. Aber nicht, wenn man am Wochenende meinem Szenario oder besonders dem von Heusinger folgt.
Fragt nicht. Ihr wollt es nicht wissen. Und falls es rauskommt: Hier stand es zuerst.
Anderthalb Tage später gibt es eine gekürzte, platte, entgiftete und um Argumente beraubte Version meines Beitrags auch aus der Feder von Robert von Heusinger in der Frankfurter Rundschau, der damit eine Lösung chearleadet, von der man bis zum übernächsten Wochenende noch viel hören wird. Jaja. Wenn man die New Economy und den Berliner Betrieb kennt... Heusinger schlägt damit indirekt übrigens einen hübsch drastischen Verfall der Währungen vor, angesichts der Grösse der Aufgaben sage ich mal: 20% pro Jahr in Europa mindestens, in den USA mehr. So kann man das natürlich auch machen.
Also... hm... hört mal her, gaaanz leise.... Ich erzähle Euch jetzt noch ein kleines Geheimnis aus den allerbesten Kreisen. Nicht nur so Provinzstadttratsch, sondern obere 10.000 in Europa. Also, da gibt es eine nicht ganz unbekannte deutsche Familie, die mit einem 2:1-Hebel einen niedrig dreistelligen Millionenkredit zu niedrigen Zinsen aufgenommen, einiges Werthaltige in NichtEuro erworben hat und damit gegen den Euro spekuliert. Laufzeit des Kredits: 2 Jahre. Die Familie kann damit furchtbar auf die Fresse fallen. Aber nicht, wenn man am Wochenende meinem Szenario oder besonders dem von Heusinger folgt.
Fragt nicht. Ihr wollt es nicht wissen. Und falls es rauskommt: Hier stand es zuerst.
donalphons, 02:32h
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