: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Dienstag, 14. Juli 2009

Streichliste

Vor ein paar Wochen musste ich eine Liste machen. Ich habe damals sehr genau überlegt, wen ich darauf setze und wen nicht. Es ging dabei nicht nach Freundschaft; manche der Leute kannte ich gar nicht und musste mir meine Informationen mühsam zusammensuchen. Es stehen natürlich auch Blogger auf dieser Liste. Nach langem Überlegen habe ich manche nicht aufgenommen, weil ich tatsächlich glaube, dass eine Teilnahme an Adnation nicht dem Geist dieser Liste entspricht.

Und jetzt schickt Vodafone seinen Politiklobbyisten vor, um den Bloggern mal zu erklären, warum Netzsperren prima sind und Vodafone dazu steht. Und wenn da sowas wie Anstand in den Leuten wäre, würden sie jetzt die Werbung von ihren Blogs nehmen - zumindest, wenn es ihnen mit ihrem Engagement gegen Netzsperren ernst war. Wir werden sehen.

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Doppelmoral in der Familie

Erst bringen sie Erdbeersahne von Dallmayr mit.

Dann stellen Sie einem das dickste Stück auf den Teller, weil sie ein kleineres nicht abschneiden können.

Danach sagen sie, man sollte den Rest und das Zweittörtchen besser gleich essen, und wenn man dankend ablehnt



sagen sie einem auf dem Uferweg von Bad Wiessee, dass man zu dick ist und weniger essen sollte.

Bienenstich von der Conditorei Schuler aus Bad Tölz ist auch noch da, fett und glänzend. Sehr viel Bienenstich.

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Partielle Abwesenheitsnotiz

Liebe Leser, aufgrund einer Tage dauernden Familienfestlichkeit war, bin und werde ich diese Tage recht wenig im Internet unterwegs sein. Mir geht es gut, ich bräuchte nur etwas Bewegung, und gestern liess ich sogar Kuchen stehen, aber heute geht es schon wieder.



Gestern Nacht jedoch konnte ich noch einen kleinen Beitrag an der Blogbar über die Probleme jener dummen Kampagne dummer Menschen schreiben. Heute geht es nach Bad Tölz zur nächsten Etappe der Feierlichkeiten; und nachdem es der Wunsch der Hauptperson ist, das in Ruhe zu tun, werde ich leider die schönsten Zitate aus dieser Schicht für mich behalten. Ich darf aber versichern, dass ich vermutlich am Abend, wenn ich mich ansonsten gar nicht mehr rühren kann, vielleicht doch noch dem Rechner ein paar gedanken anvertraue.

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Montag, 13. Juli 2009

Ach ja

Gegenüber haben sie inzwischen gemäht. Und im Radio berichten sie, dass man in Frankreich droht, eine Fabrik in die Luft zu sprengen, wenn die Arbeitgeber nicht spuren. Und in Düsseldorf überlegt man, wie man Werbern eine reinhaut. Heute ist ein schöner Tag.



Gut, ein wenig schwül, aber es könnte schlimmer sein: Büro, Klimaanlage, München oder gar Berlin vor dem Fenster. Eigentlich schon wieder Urlaub. Ach ja.

Ach so, und: In England haben sie mal wieder 13 Milliarden durchgeblasen. Ist es nicht schön? Sowas sagt man immer dann, wenn die Leute in Urlaub sind.

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Wenn Märkte Gespräche sind,

dann ist Vodafone der Röchler eines an einer Überdosis krepierenden Sachbearbeiters, ihre Werbeagentur der die Wand anlallende, besoffene Penner in der U-Bahn und die Aussage der Testimonials der Text zum neuesten Hit des verrückten Jambafrosches.

Vielleicht ganz gut, wenn die Adantionwerber jetzt schweigen und sich auf ein paar PRevanchisten verlassen. Feigheit ist manchmal nicht das schlechteste Lebenskonzept.

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Montag, 13. Juli 2009

Füllmaterial

Es gibt keine schlechten Flohmärkte. Es gibt nur schlechte Augen. Wenn man ohne Fund nach Hause geht, hat man nicht genau geschaut, oder kam zu spät. Heute war es reichlich spät, aber als ich den Rücken der Bilder sah, mit sauberer Rahmung und dem typischen Bapperl eines richtigen Rahmenmachers hinten drauf, da ahnte ich: Das könnte was werden. Wurde es auch:



Und ich dachte mir noch: Ds wäre jetzt wunderbar, wenn die kolorierten Pflanzenstiche das gleiche Format haben wie jene sechs, die schon im Gang vor meiner Wohnung hängen. Ein kleiner Schock, weil ich vergessen hatte, Geld abzuheben, das Zusammenkratzen der letzten Münzen, und so kan man für fünf Euro einen netten Vormittag haben.

Und was soll ich sagen: Es passte. Und unter den beiden alten Reihen mit Pflanzendrucken war auch noch genug Platz für eine dritte Reihe. Mehr geht nicht, damit ist wieder ein Fleck im Puzzle komplett. Mit den anderen beiden Stahlstichen wurde eine etwas dünne Stelle der Galerie im Treppenhaus gefüllt, die ohnehin schon etwas durcheinander gehängt ist Sieht aber auch nicht schlecht aus.

Fehlen also nur noch - vielleicht 80, 100 Stiche. Das ist machbar. Und ich habe ja noch etwas Zeit.

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Man wünscht sich in dieser Stadt stets,

Anerkennung von der grossen, weiten Welt zu bekommen. Man möchte beachtet werden. Man wäre gern mit Metropolen auf Augenhöhe. Und ich wäre absolut nicht überrascht, würde man in dieser Grossmannssucht nicht auch glauben, mein Protokoll von der gestrigen Bürgerfestnacht in der FAZ würde der globalen Achtung dieser Stadt ein weiteres Glanzkapitel hinzufügen.

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Samstag, 11. Juli 2009

Bayern wie es nun mal ist

Kinder: Tracht. Holareiduljöh. Mutter: Feel your Style. Und zwar den billigen Style, bittschön. Dazwischen: Das real existierende Bayern.



Aber: Es gibt einen neuen Renner, den jeder haben will. Auf dem Wochenmarkt, in den Konzerten, alle reden darüber. Das Buch des Finanzbeamten Wilhelm Schlötterer "Macht und Missbrauch". Der Mann ist CSU-Mitglied und hat all sein Wissen über Strauss, Streibl und Stoiber zusammengetragen. Aber auch über Zwick, Jahn, Beckenbauer und all die Amigos. Ich habe es nicht gelesen - bei der schwarzbraunen Buchhandlung muss man bestellen, und bei der roten ist es nicht mehr zu haben.

Die Schwarzen werden es hassen. Als ein Augsburger Richter im Fall von Max Strauss umkam, sollen seine Kollegen angeblich der Obduktion beigewohnt haben, um sicher zu gehen, dass es kein allzu unnatürlicher Tod war. Und auch über Herrn Seehofer und seine Auftritte zugunsten einer bestimmten Fondsvermarktungsgesellschaft gäbe es einiges zu sagen - da war er grade abserviert und brauchte was zu tun. Diese Partei ist nicht der Dorn der Rose, sie ist die unausrottbare Pest des Landes. Und dass es in Hessen einen Koch gibt, macht weder die Sache besser, noch die Dummheit der Leute kleiner. Sie werden das Buch kaufen. Und zu oft immer noch diese Widerlinge wählen. Feel your Style, Bavaria.

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Freitag, 10. Juli 2009

Es klingt wie ein schlechter Witz:

Also, kommt der lasche Sobo zum Don an den Tegernsee, zückt sein iPhone und sagt:



Unglaublich, aber es war in der Tat wirklich so. Ich schwöre. Wir haben uns bestens verstanden, und er hat mir auch etwas gezeigt, was nun an der Blogbar zu finden ist.

Ein Beitrag zum Thema "Belehrung für die Versager, die glauben, jede PR wäre gute PR".

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Donnerstag, 9. Juli 2009

Die längste Zielgerade aller Zeiten

Ich lese nun seit ungefähr 6 Wochen, die Verhandlungen zwischen Porsche und dem Staatslenker von Katar stünden vor dem Abschluss, und es sei eigentlich schon so gut wie alles geklärt: Man sei auf der Zielgeraden. Was für Porsche extrem wichtig ist, weil ihnen bei den schlechten Verkaufszahlen und den hohen Anlaufkosten für den neuen Panamera das Geld durch die Finger rinnt. Geld, das sie nicht haben. Und die VW-Aktie wird auch nicht ewig auf ihrem um gut 100% zu hohen Kurs verweilen. Beste, allerbeste Gründe für die Zielgerade.

Die sehr lang zu sein scheint. Es gibt jetzt mehrere Erklärungen mehr oder weniger unschöner Natur, und die hübscheste ist, dass Katar einfach etwas Zeit braucht, um die Bücher zu prüfen. Die Gerüchte, dass auch noch andere Interessenten aufgelaufen sind, kann man als Hinweis von Porsche begreifen, dass Eile geboten ist. Vielleicht ist Katar aber auch gar nicht so nett und wartet auf weitere Zugeständnisse. Oder die Zielgerade ist gar keine.

Dann erwarte ich spannende Nachrichten während der kommenden beiden Wochen.

Edit: I fucking told you:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/bei-porsche-kommt-es-zur-kampfabstimmung;2431233

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Mittwoch, 8. Juli 2009

Es gibt so Dinge,

die erlebt man, fertigt sie ab, lässt sie auf sich beruhen, um irgendwann doch darauf zurück zu kommen. Ich weiss, ich wirke auf dem Podium anders, aber öffentliche Auftritte waren lange Zeit ein enorm schweres und ungewohntes Unterfangen für mich. Ich wirke sehr viel offensiver, als ich tatsächlich bin. Ich halte gern Distanz. Ich brauche das



Und deshalb habe ich auch etwas über das system der Distanz in meiner Welt geschrieben. Weil ich nicht nur die Distanz, sondern auch ihr Konstrukt schätze. In der FAZ.

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Twitter

ist doch zu was gut, und wenn es nur darum geht, Deutschlands angeblich bekanntesten Blogger im Bett mit was Ekligem zu erwischen:

http://twitpic.com/9pb6r

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Der Münchner Kunde ruft nicht an

Und ich muss sagen, dass ich mir Schlimmeres vorstellen könnte, jetzt, wo die Sonne langsam durch die Wolken bricht.



Gestern erzählte er mir erst beiläufig, dass sein Restaurator einen Schlaganfall hatte. Dann fragte ich ihn, warum eigentlich das Büro noch immer nicht fertig restauriert sei. Der Maler sei jüngst am Morgen tot im Bett gefunden worden. Morgen aber habe der Kunde alle Zeit der Welt, denn derjenige, der eigentlich hätte kommen sollen, sei auch verstorben.

Ich glaube, es ist ganz gut, von so einem Kunden nicht allzu viel zu hören.

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Mittwoch, 8. Juli 2009

Ein herzliches Grüss Gott am Tegernsee!

Nun sind Sie also angekommen und haben auch ein Zimmer gefunden, nach langem Suchen und vielen Fragen. Ja, der Urlaub in heimischen Landen ist wieder modern. Wir freuen uns, Sie umsorgen zu dürfen, und wünschen einen wunderbaren Aufenthalt.



Leider finden sich auch hier Personen und gar Einheimische, die sich gerade über das Wetter beschweren und behaupten, es regne in einem fort. Das ist nicht richtig. In den letzten 24 Stunden regnete es nur 18 Stunden. 3 Stunden war dagegen Starkregen, 2 Stunden Niesel, 57 Minuten Gewitter und 3 Minuten genug Zeit, den wunderschönen See ohne Regen abzulichten:



Allerdings auch mit Regenwolken, aber das ist nun mal so an den romantischen Bergseen. Sagen Sie ihren launischen Kindern, dass dies die Stimmung der Fantasy-Romane sei! Kämpfen Sie mit russischen Drachen um einen Platz im Cafe! Erfreuen Sie sich am bitteren Zug um die Lippen jener Radfahrer, denen das Wasser gerade den Spruch vom schlechten Wetter, das es im Gegensatz zur richtigen Kleidung nicht gibt, aus dem Aktivwortschatz peitscht. Ausserdem, falls Ihre Kinder Berge nicht mögen: Man sieht sie gerade nur selten. Gut, in Meran scheint die Sonne und letztes Jahr war es etwas besser, aber dafür können Sie jetzt die Zeit nutzen und Briefe an die Armen schreiben, die daheim bleiben mussten.



Sie haben nichts zum Schreiben dabei, sondern eine Badehose? Na, macht nichts. Wir haben hier das beste Briefpapier der Welt. In riesigen Mengen. Man kann es einfach kaufen, und weil wir ahnten, dass das Wetter unter den Prospekthaftungsgrenzen bleibt, haben wir den Papierladen auch vergrössert. Hier können Sie stundenlang bunte Papiere anschauen und all das Grau vergessen.

Sie sehen: Der Tegernsee. Immer eine Reise wert.

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Ich hätte Pi'at we'den sollen wie mein Vette'.

Ich wähle gern Menschen, die klüger sind als ich. Ich gebe meine Stimme Vertretern, die grob wissen, was gut ist. Ich gebe niemandem meine Stimme, der jenseits seiner Partikularinteressen erst mal bei Wikipedia nachschauen muss, worum es geht.

Mich erinnert der ganze bräunliche Spuk rund um die Piratenpartei ein wenig, oder besser, ziemlich stark an die Gründung diverser PDS-Ortsvereine im Westen und die Leute, die das anzog. Nicht nur die harten, alten KPD-Kader, sondern auch flippige Leute, die ihre Partikularinteressen im Auge hatten. In München waren das ein linker Schläger und jemand, der nach einem Putschversuch bei den Jusos die nächste Chance witterte. Die Auswahl an fähigen Köpfen war nicht so arg gross, die beiden hatten Zeit und bekamen ihre Chancen. Ich hatte ein paar Mal mit denen journalistisch zu tun. Grob gesagt, man konnte eine Weile über keine politische Aktion berichten, ohne sie zu sehen. Und es gab keinen Auftritt, der den Ideen nicht geschadet hätte. Sogar der Bayerische Rundfunk berichtete. Manchmal muss man sie nur reden lassen.

Nun hat auch die SPD ihre Querschläger, wie man in Hessen sehen musste und immer noch muss. Aber was die Piraten gerade in Sachen Relativierung des Völkermordes an den Juden durchmachen, ist nicht weniger als ein veritabler Geburtsfehler. Schade für alle, die sich bemüht haben. Schade für den Idealismus. Schade, wie da den Gegnern in die Hände gespielt wurde. Am Ende wird man wohl sehen müssen, dass Pirat wie Idiot keine geschützte Berufsbezeichnung ist.

Hinweis: ich bin SPD-Mitglied und Arier nur als Vegetarier.

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