: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 30. Mai 2012

Grass hat recht

Meine Gemütslage spielt hier im Blog keine Rolle. Ich sage es nicht, wenn ich verliebt bin und auch nicht, wenn ich Sorgen habe, ich klammere weite Teile meines Privatlebens aus und zwar auch, weil das Netz der letzte Ort ist, bei dem ich davon ausgehen würde, dass keiner dabei nochmal reintritt. Da draussen ist ziemlich viel feiges Pack unterwegs, dem will man schliesslich keine Freude machen. Heute ist das anders, heute geht es mir besser als den Menschen in Mantua, aber trotzdem ziemlich bescheiden.



Mein letzter direkter Statusbericht von heute Nachmittag war nicht gut, seitdem scheint das Netz in Italien nicht stabil zu sein. Was man sonst so hört: Sie sagen ein Testländerspiel ab. Und, da war noch was, richtig, der Palazzo Ducale und einige Kirchen in Mantua sind beschädigt, Zu mehr reicht es in den deutschen Zeitungen nicht, wenn ein Weltkulturerbe bedroht ist. Und das ist bitter. Es sind ja nicht irgendwelche Gemälde.



Pisanello, Mantegna, Romano, diese drei haben im Palast mit vielen anderen gearbeitet. Romanos Hauptwerk ist zwar der Palazzo Te (auch betroffen), aber allein im Palazzo Ducale kann man wandern und vergleichen: Spätgotik, Frührenaissance, Hochrenaissance, Spätrenaissande, Manierismus, und das alles in Hauptwerken. Um ehrlich zu sein: Wenn man Mantegna gesehen hat, wirkt Romano ein wenig affektiert. Aber sie wussten schon, warum sie diese Stadt zum Weltkulturerbe gemacht haben.



Mantua hat einfach Glück gehabt. Nach der grossen Zeit passierte nicht mehr viel, es wurde wenig überbaut und verändert, es war zu klein, zu uinbedeutend für grosse Bauprogramme wie etwa in Florenz, wo das Strassenbild der "Renaissance" eines der Stadtumgestaltung des 19. Jahrhunderts ist. Und es war keine Stadt der Kirche: Die Hauptwerke sind profan und eher frei von Kreuzesideologie. Es ist eine Stadt der Menschen und nicht der Gläubigen. Der Kundige sieht auch heute noch, ob er in einer Stadt des Kirchenstaates oder weltlicher Herrscher ist. So ein Campanile - eigentlich Sache der Kirche - im Palast verrät es. Dieser Campanile, unten im Bild, ist einsturzgefährdet, die Spitze ist heute schon in den Hof gefallen.



Die letzte grössere Zerstörung liegt über 200 Jahre zurück; das war unter Napolen. Jetzt also das Erdbeben. Von dem niemand weiss, ob es schon vorbei ist. Was mit den Höfen ist, auf denen ich gewesen bin - sie sind 20 Kilometer näher dran am Epizentrum - weiss ich nicht. es sind alte Anlagen, das lässt hoffen. Auf dem Rückweg wollte ich mit Manu unbedingt noch in eine Gonzagavilla zu Essen; aus der Region werden jetzt schwere Schäden gemeldet.



Das letzte, was es in so einer Situation vermutlich noch braucht, ist ein schockierter Kunsthistoriker, der versucht, die Schäden an seinen Lieblingsgebäuden zu sehen, die man jetzt besser meiden sollte. Man kann nichts machen, so ein Erdbeben kommt und tut, was es will, und was bleibt, ist das Vertrauen auf die Alten und ihr Wissen um die Sicherheitsmargen, die wir heute gern ignorieren. Bei Santa Barbara, der Hofkapelle der Gonzaga, war es jedenfalls nicht genug; dort ist ist Kuppel beschädigt. Man mag gar nicht daran denken, was da noch kommen könnte.



Und man denkt auch nicht daran. warum auch. Es gibt wichtigere Themen. Der Kursverfall von Facebook, die Finanzkrise und ob das Erdbeben Italiens Haushalt belastet. So ein wenig europäische Kulturgeschichte ist da nicht so wichtig. Zahlt die Versicherung, mit Auswirkung an der Börse, das ist dann schon ein Thema. Grass hat recht, die Ökonomisierung drückt alles andere weg, es geht nur noch um Zahlen und nicht mehr um das, was da zu fallen droht. Jede Bankfiliale ist heute wichtiger als Kultur.



Es ist ein deprimierender Tag voll mit schlimmen Nachrichten, und in den Feuilletons liest man, was gestern Abend im Fernsehen gelaufen ist, wie bei Berlusconi. Der Schwachkopf sagte damals. als L'Aquila einstürzte, man sollte das als Campingurlaub betrachten. Und was sagt man zu dem, was Parma, Bologna, Sabbioneta und Ferrara noch droht? Nichts. Vermutlich kennt man es auch nicht besonders. Für drei Zeilen schaut man noch nicht mal bei Wikipedia.



Kein guter Tag. Wirklich nicht.

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Ich denke, das ist es wert.

Markus Kompa will natürlich keinem verkommenen Rechtspersonal das stinkende Drecksmaul stopfen, niemals, nein, es geht allein um die Frage, wie man sich ein klein wenig gegen unerfreuliche Urteile für uns alle zur Wehr setzt. Und das Schöne: Man kann mithelfen.

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In Natur leben und sterben

Das wird bei uns aber viele bewusste Bauern freuen: Ganz offensichtlich ist die Natur in der Lage, unsere Gentechnikpflanzen auszutricksen.

Darauf einen eigenen Schrebergarten von mir in der FAZ, für den andere Platz machen müssen, die nicht in das system der Gentrifizierung passen - zumindest nicht als Gewinner. Die einen rafft das Insekt dahin, die anderen der Cabriofahrer.

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Dienstag, 29. Mai 2012

Man gewöhnt sich an alles 3

Ein direkter Vergleich der Märkte in Valeggio und Pfaffenhofen ist nicht möglich; man müsste sie kurz hintereinander besuchen, ab er sie sind am gleichen Tag. Früher jedoch, glaube ich, konnte man sie durchaus gleichsetzen; inzwischen hat Valeggio verloren und Pfaffenhofen durch Ausländer - auch Italiener, vor allem aber Franzosen - gewonnen.



Weil Deutschland auf der Sonnenseite liegt, bemerkt man vermutlich kaum, dass auch das mit der Krise zu tun hat; woanderrs lassen die Käufe nach, und in Deutschland treibt viele die Sorge um, wo sie ihr Geld hintun sollen. Die FAZ Wirtschaft, die durchaus gut ist, wenn sie rechnet und nicht Ideologie betreibt, hat einmal ausgeschrieben, wie niedige Zinsen und günstige Schulden die Sparer ruinieren. Da sucht das Geld Alternativen. Und findet sie mitunter auch hier, wo das Ausland hereinströmt, dem die Kundschaft weggebrochen ist.



Beide Orte haben ihr Flair, aber Valeggio hat im Zentrum das Bue d'Oro und am Rand Bars, während in Deutschland auf dem Staub des Patkplatzes Würste gebraten werden. Die Idee, solche Märkte auf Brachflächen abzuhalten, ist nicht besonders gut. Italien zeigt seine Schätze in der guten Stube, Deutschland verschiebt den Krusch in die Randlagen: Auch eine Art, mit der Geschichte umzugehen.



Das liegt auch am Geschichtsbewusstsein. Für die Italiener sind das Artefakte, die zur Steigerung der öffentlichen Präsentation herhalten können, in Deutschland dagegen dominiert, wie so oft, die Frage nach dem besten Preis. Ersteres kauft man gern in erhebender Umgebung, zweiteres im Industriegebiet. Der Reiz des Ortes ist egal. Deutschland ist ganz wei vorne beim Internethandel. In Italien plündert man, wenn es sonst nichts gibt, die Delikatessengeschäfte.



Nicht tot, aber auch nicht richtig lebendig, würde ich in Deutschland die Märkte nennen. Fahrende Lager, die anhalten und keine Innenstadt beleben. Früher war der Markt etwas, was jeder in seinen Mauern haben wollte, da wurden Privilegien erteilt und Urkunden gefälscht, um das Ziel zu erreichen. Heute schiebt man das weg. Auch wenn es jene mögen, die in dne Orten das Sagen haben.



Das ist ein wenig schade, denn die Marktflächen in den Orten wiederum sind meist zu Parkplätzen verkommen. Keine Sorge, diese bittere Ironie sehe ich auch nur, wenn ich aus Italien komme, und noch etwas fremdle. Dafür ist das Angebot hier wirklich interessant.











Gekauft habe ich wenig, ich habe ja schon alles. Bei meinen Franzosen aus dem Elsass habe ich einen Kerzenhalter mitgenommen, wie man ihn hierzulande kaum findet; aha, Angst vor dem Blackout, sagte eine ältere Frau, die vermutlich zu viel Springerpresse liest, oder sich von den Lobbyisten der FDP beschwatzen lässt. Es ist Sommer, man braucht gar nicht so lange Licht, selbst wenn es ausfallen würde. Allerdings erwarb ich nicht die beiden Mohren, sondern einen klassisch stumpfen Gegenstand mit giftiger Ersatzschlange, falls mal keine Geschiedene im Hause ist.



Und einen ganzen Packen neuerer Auktionskataloge mit Haushaltsauflösungen. Man will ja ein wenig Einblick in anderer Leute Wohnungen und die Preisentwicklung haben. Wenn ich jetzt, sagen wir mal, 100.000 Euro investieren müsste, würde ich barockes Silber kaufen. Das ist im Moment lachhaft billig, das war lange sehr schick und ist es gerade überhaupt nicht. Aber ich brauche es auch nicht, und so blättere ich einfach ein wenig.



Und denke dann wieder ein wenig an Italien. Wo ich, leider, leider, auch dieses Jahr keine Bananenständer aus Capodimonte gefunden habe.

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Montag, 28. Mai 2012

In die Nacht

Langsam verliere ich etwas die Übersicht, was ich wo schon gebracht habe; eventuelle Doubletten bitte ich zu entschuldigen.

Wir nähern uns dem Ende der Bildergalerien, zwei, drei, vier kommen vielleicht noch, aber dann würde ich das Thema gern langsam versickern lassen. Es gab sehr viele Autos hier, und mit etwas Glück kann ich bald wieder Bergsteigen, was ja auch nette Bilder liefert. Selbst wenn oben auf dem Hirschberg wohl immer noch etwas Schnee liegt. Es war ein harter Winter, und eine phantastische Zeit in Italien.





























Danke für die Geduld und die Aufmerksamkeit.

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Da kann es nur Verlierer geben.

Das Internet: Ein blöder Mob, der es liebt, andere zu demütigen. Und ein verantwortlicher Redakteur, der einen Hoax n den "Nachrichten" bringt.

Keine schöne Sache in der Blogbar. Fühle mich irgendwie in der Pflicht, das zu schreiben. Eine Art Anstand. Alles andere wäre wohl feige.

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Man gewöhnt sich an alles 2

Man ist ja nicht ganz aus der Welt, in einem anderen Land. Es scheint sogar, als sei man viel näher an der Heimat, als man früher war. Zum Beispiel in Kreta, da habe ich in drei Wochen exakt einmal etwas von zuhause mitbekommen, und das war angenehm und familiär.



(An dieser Stelle, trotz allem, Glückwunsch an die hier mitlesende B.)

Heute ist es eher andersrum, die Internetverbindung steht und was kommt, ist meist allegmein. Sehr viel Medien zum Beispiel; es ist kein Zufall, dass man die FAZ und andere deutsche Zeitungen inzwischen in Mantua nicht mehr bekommt. Auch nicht mehr die Gosse. Man ist also gut verbunden, und was mir in besonderer Erinnerung geblieben ist, waren all die älteren Herrschaften in Monte Carlo mit den Pads im Hotel. Zeitung ist vermutlich sogar für den Urlaub zu langsam. Und obendrein auch oft genug ärgerlich; so eine Zeitung kann einem schon mal den Tag versauen.



Zum Beispiel heute ein Tiefschlag für den überzeugten Europäer, der gerne ernsthaft über Optionen sprechen würde: Die Gifterei eines FAS-Textanfertigers aus dem Reichshauptslum gegen Grass und den Umstand, dass Letzterer für seine Bemerkungen zu Griechenland die Süddeutsche Zeitung bevorzugt. Wenn so einem Typen nichts anderes als springereskes Kollegenanfiesen zu diesem evidenten Problem einfällt - ja, wozu dann Zeitungen? Und will man das unterwegs? Das ogfressne G'schmarre vo so oam? Ist das die Heimat?



Zum Glück ist das Berlin und nicht meine Heimat; meine Heimat ist da, wo ich herkomme, und da lebt man gut, man lacht, weil es lustig ist, und es passt schon, wenn man nicht gerade wie ein Gniabiesla daherkommt. Die Menschen sind freundlich und freuen sich, wenn man wieder da ist. Und ratschen. Und erzählen. Und wollen wissen. Und freuen sich natürlich, wenn sie hören, in welchen mikroskopisch kleinen Mengen ihr Spargel andernorts als Delikatesse serviert wird, wobei der bei uns wie Unkraut wächst und gegessen wird, als würde morgen die Welt untergehen und man müsste ihn z'sambutzen. Und das andere auch.













Ich mag diese Fülle, und ich mag dieses Gefühl, dass das Geld locker sitzt und es gerne auch etwas mehr sein kann. Ich mag diese Grosszügigkeit, diese entspannte Freude am Genuss, und das ist es auch, was ich gerne öfters lesen würde: Angenehme Texte von angenehmen Menschen, bei denen ich den Eindruck habe, dalebt einer. Es sollten nur Leute schreiben, die wie mein Schmalzbäcker backen und mein Radlhändler am Gardasee schrauben. Ich mag das Gefühl, dass man sich nichts antut, ausser etwas, das gut ist, ich mag es, kein einziges böses Wort zu hören und Sachen wie "Das tut mir jetzt leid, aber nächste Woche lege ich was zurück, wo Du wieder da bist."



Die schönen Seiten der Heimat werden gleich wieder deutlicher, das andere, mei, das ist halt so, aber darüber redet bei uns eh keiner. Aber über das Strauchhochbinden und die Terminprobleme deshalb, weil ich im Konzert, in Pfaffenhofen, bei meinen Eltern und Radeln bin, und sie ist bei der Probe, in ihrem Garten, es sind Freunde zum Frühstück da und so wird das nie was mit uns, aber dann halt doch. Alles ist fein, zumindest in diesem kleinen Kosmos, und am Sonntag haben die Konditoren auf, wie in Italien. Nur das Foccacia. Das fehlt. Und vieles, aber das ist nicht so schlimm, weil ja anderes auch da ist.

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Samstag, 26. Mai 2012

Man gewöhnt sich an alles 1

Auch an diese komische Umstellung nach 2 Monaten Italien. Obwohl ich in Bayern lebe und die kulturellen Unterschiede nicht sehr erheblich sind, obwohl vieles an Italien eriunert und - na, zum Beispiel die lknallblaue Frau heute, die offensichtlich nicht so ganz viel Lust auf Hochzeit hatte und lieber in der Bar neben der Kirche einen Hugo trank - sowas, das ist halt wie in Italien.

Aber ich bin nun mal ein gewohnheitsmensch, und zwar ein sehr ausgeprägtes Exemplar. Es dauert lang, bis ich mich irgendwo einfinde, dass ich mich dauerhaft gut fühle, und so schnelle Wechxsel tun mir nicht gut. Die Vorstellung, eine Rundreise zu machen, ist eher unschön. Aber jetzt bin und bleibe ich vorerst einmal hier und beschnuppere all das, was lange Zeit weit weg war. Gestern: Die übliche Radlstrecke mit ihren 50 Kilometern. Und was soll ich sagen.



















Bayern ist auch sehr schön. Heute Wochenmarkt und Hardcore-Ratsching. Morgen Pfaffenhofen oder Mittagskonzert, je nachdem. Ich bin wieder daheim, und langsam komme ich auch an. Nur die Bilder, die liegen immer noch im Ordner mm12. mm wie Mille Miglia.

Von mir daheim sind es 516 Kilometer Autobahn zum Alexanderplatz in Berlin, und 516 Kilometer über den Tegernsee zur Bar Venezia in Mantua.

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Samstag, 26. Mai 2012

An einem warmen Maientag in der Stadtmitte

Noch so viele Bilder. Noch so viel, was ich zeigen möchte. Noch so viel, was ich gesehen habe. Und einiges, was ich ausprobieren möchte. Weil vieles einfach austauschbar ist. Köpfe. was sind schon Köpfe, an so einem Nachmittag auf dem heissen Aspahlt.









































Gegen die Realität der Details kann vermutlich niemand klagen. Das ist mitunter gar nicht so schlecht.

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Piraten wählen, Merkel kriegen.

Und zwar nicht, weil es mit der linken Mehrheit dann nichts wird, sondern weil der Chef der Partei Präferenzen für Muttis Bruchbude hat. Kein Wunder, dass er sich bei Kissinger im Springerhochhaus mit Vertretern von CDU, FDP und Springer hat ablichten lassen. Das war kein Ausrutscher. Die machen in ein paar Wochen das, wofür die Grünen 20 Jahregebraucht habem.

Aber der Herr ist ja Teil des Berliner Putsches, da wird ihm schon nichts passieren.

Edit: Und hier nochmal was ver beliebten Reihe "Wer hat uns verbraten - Piraten!" - verkoheln kann er schon wie ein Grosser, nachdem er erst selbst angekündigt hat, er werde mit Kissinger über Bradley Mannings sprechen:

Flaschenpost: Hast Du das Thema Bradley Manning mit Herrn Kissinger besprochen? Wie ist seine Einstellung zum Whistleblowerschutz und will er sich dafür und für Bradley einsetzen?

Bernd: Neben den drei schon angesprochenen Haupttehmen haben wir – wenn auch nur kurz – über die Bedeutung von Transparenz gesprochen. Wir redeten über Transparenz und deren Bedeutung. Kissinger findet Transparenz blöd; sagt es auch deutlich. Regierungshandeln könne nicht vollkommen transparent sein; er macht indirekt auf Wikileaks aufmerksam und dessen nichtakzeptabele Verbreitungspraxis.. Da sind wir nicht einer Meinung – ein Punkt, bei dem er offensichtlich aber nicht zu überzeugen ist.


Irgendwie fehlt in dem Beitrag der Flaschenpost auch noch 1 ganzer Vietnamkrieg. Aber hey, es sind Piraten, wer wird denn da Ahnung verlangen...

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Schöne Feiertage.

Also:

Die spanische Bankia braucht jetzt gleich, erst mal, auf die Schnelle 15 Milliarden, um zu überleben. Da ahnt man, was bei den anderen Banken noch droht.

Griechenland liegt, nach Merkelschem Todessparversuch, im Koma. Failed State nennt man das wohl.

Und die Raiffeisenbank im schönen Österreich hat 25 Milliarden Risikopuffer gegen einen Bank Run in Osteuropa auf die Seite gelegt.

Vielleicht wären die Pfingstfeiertage mit drei Tagen Bankenruhe eine gute Zeit, um auf die Schnelle für die PIIGS (und eventuell Österreich) eine Zweitwährung einzuführen.

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Das falsche Blau

Da drüben, zwischen den Bergketten am See, liegt Salo.



Bayern ist auch nicht gerade hässlich, ganz im Gegenteil, aber der direkte Vergleich ist manchmal schon etwas schwer zu ertragen, und das, obwohl dazwischen nur ein paar Berge liegen. Wie, frage ich mich, machen die das. Die Luft? Das Wasser? Der Sonnenstand?



Wie dem auch sei: Das Andenken aus Salo ist jetzt hier, und obwohl es eigentlich viel zu gut ist - kein normaler Mensch braucht Räder wie dieses - ist das Gefühl erfreulich, zwischen mir und Bayern einer Schicht Italien zu haben.



Und jetzt ist es eben so wie immer: Auf dem Rad kann ich nachdenken, was ich als nächstes schreibe. Nicht, dass es mir nach drei Jahren thematisch schwer fallen würde, aber ganz so gedankenlos wie früher mache ich das gerade nicht.



Diesmal ging es nur um die Ausgestaltung, denn als ich das letzte Mal am Gardasee entlang gefahren bin, war mir schon klar, dass es das Thema sein würde. Was irgendwie noch fehlte, war der gemeine Dreh. In Italien ist es nicht so leicht, zynisch zu sein.



Das flutscht hier besser, ein kleiner Trost für den eher zartfarbenen, viel zu zurückhaltenden Himmel, der so auch über der Heide sein könnte - und warum Gardasee und nicht Heide, darüber berichte ich in der FAZ.

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Freitag, 25. Mai 2012

Metallverarbeitende Industrie

Warum eigentlich Brescia? Rom ist nachvollziehbar, aber Brescia? Warum beginnt die Mille Miglia nicht in Ferrara, Piacenza oder Verona? Eine dieser wunderbaren, einzigartigen Städte?



Weil in Brescia von Alters her das Metallgewerbe sitzt. Nicht in Turin, Mailand, oder Modena, sondern in dieser etwas farblosen Stadt am Rande der Berge. Diese Stadt hat, gleich neben dem Start des Rennens, auch noch ein Villenviertel, wo man die Produkte der Eisenverarbeitung sehen kann, Und ich wollte schon längst mal was über dieses Eckchen machen, das direkt am Geschehen liegt, aber keiner beachtet.









































Falls es zu viele Bilder werden: Es dauert nicht mehr lang. Dann ist der Urlaubsmodus vorbei.

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Was passt nicht in diese Liste?

[ ] Einladung vom Cheflobbyisten von Axel Springer
[ ] Geschlossene Gesellschaft im Club des Springerhochhauses
[ ] Henry Kissinger
[ ] Vorsitzender des Bundesvorstands der Piratenpartei

Besonders absurd ist übrigens die Schutzbehauptung der Kreise des Profiteurs des Berliner Putsches, er wollte mit dem Politikrentner Kissinger über Bradley Mannings reden. Warum nicht auch mit Lincoln über Afghanistan oder mit Pinochet über das unfäire Winterwetter in Berlin?

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Donnerstag, 24. Mai 2012

+12

Wie konnte ich je mit 420 Pixel Bildbreite existieren?



Ich habe bei der FAZ brav 5 sehr gute Bilder abgeliefert, der Rest wird jetzt peu a peu hier verbraten - selbst wenn, das ist zu bedenken, ich nun schon wieder zwei Tage keinen Meter mit dem Auto gefahren bin, und mein Lebenswandel auch ein Lebensradel geworden ist.



Im Herbst wird sich das sicher zum Gran Premio Nuvolari nochmal ändern, ich habe da reingeschaut und es sieht so aus, als wäre das, was am 2 Tag in Umbrien machen, eine sehr attraktive Sache für den Lichtbildfreund, mit mindestens 3 Möglichkeiten, den ganzen Tross abzupassen. Und einmal auf dem Hin- und Rückweg.



Gegen einen Tag am meer ist auch nichts einzuwenden. Bis dahin wird es immer mal wieder was aus dem Fundus geben, dessen Umfang schon ein paar verregnete Sommertage aufhellen kann.



















Und weil es gar so schön ist, das letzte Bild auch nochmal in gross. So möchte ich mir das in Erinnerung halten.

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Ich verstehe das nicht.

Dieser Facebook-Flop.

Also was ich natürlich verstehe ist, warum man das nicht kauft: Es gab schon zu viele Firmen, die zu sehr abhängig von Werbeerlösen waren, die Zahl der Nutzer und der Traffic passen überhaupt nicht zu den Einnahmen, und Facebook hat bislang auch keine neuen, grandiosen Wege beschritten, sein Geschäftsmodell auf eine sichere Basis zu stellen. Was da angeboten wurde, ist ein alter Communityerfolg, aber keine zwingende kommende Zukunft -erinnert sich jemand an StudiVZ? Und es sieht auch nicht so aus, als wollte die Firma jetzt, mit der Börse im Rücken, Bereiche wie den Mobilsektor offensiv angehen; wie schwer man da ackern muss, sieht man bei Google, und dazu braucht man Neigung, die man bei Zuckerberg nicht verspürt. Insofern finde ich den Absturz fast noch erstaunlich klein. An der Börse zählen nun mal allein die Profite, und die hochgeladenen Bilder sind erst mal nur ein Kostenfaktor.

Nein, was ich nicht verstehe, ist der Absturz aufgrund einer anderen Begebenheit: All die Leute, die Facebook so viel Potenzial zugeschrieben haben. Wieso kaufen die jetzt nicht? Das wäre jetzt doch der ideale Zeitpunkt! So billig wird das vielleicht nie mehr! All die Spezialisten, Analysten, Kenner und Experten: Wieso verpfänden die jetzt nicht ihr Haus, ihr Auto, ihre Kinder und nutzen die Chance, reich zu werden? Wieso lassen die die Aktie weiter stürzen?

Das verstehe ich nicht. Wo Facebook doch so toll ist.

Allerdings habe ich das auch in der New Economy nicht verstanden.

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Mittwoch, 23. Mai 2012

17 mm in der Nacht

Zuerst mal: Für street photography ist das 17mm Objektiv der Olympus Pen vollkommen ungeiegnet: Fast immer viel zu weitwinklig, und die Verzerrung macht selbst gelungene Motive ein klein wenig fragwürdig. Bei meiner Arbeitsweise würde ich sogar eher ein 50 mm hinschrauben, das wäre auf der Strasse sicher besser.

Das 17 mm spielt seine Stärken in Innenräumen aus, weshalb ich es nicht als Fehlkauf bezeichnen würde. Da passt die Lichtstärke und das Auslöseverhalten gut hin, besonders, wenn man nicht auffallen will.







Und dann kam die Nacht der Nächte. Letztes Jahr habe ich da erleben müssen, dass die PEN nicht gerade ideal beim Fokussieren in der Dunkelheit ist; das 17 mm ist sicher ein Fortschritt. Ausserdem ist das hochziehen des Isowertes jenseits der 800 auch kein grosser Spass, und zusammen mit dem Zoomen ist die Arbeit doch recht ermüdemd. Und nicht so wirklich erfolgreich. Mit dem 17 mm geht sowas dagegen an der Ampel aus der Hand:



Das war bei der Einfahrt nach Verona und schon nicht ganz übel, so für den Anfang. Dann bin ich hinein in die Stadt, habe einen Parkplatz gefunden und direkt mit dem Feuern begonnen, noch während ich das Verdeck hochklappte.



























Sagen wir es vielleicht so: Die Einsatzmöglichkeiten sind begrenzt, aber ich hatte ein sehr leichtes Spiel an diesem Abend. Kein Zoomen, schnelles Fokussieren, und mitunter gar nicht mal so schlechte Bilder aus dieser besonderen Nacht. Die Verzerrung ist bei Autos auch nicht so schlimm wie beim Menschen.

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Mao

Das ist irgendwie schon lustig: Vor einer Woche habe ich in der FAZ darüber geschrieben, dass die Piraten bei näherer Betrachtung und wenn es den Richtigen trifft, durchaus Ähnlichkeiten mit den Ereignissen der chinesischen Kulturrevolution haben. Das öffentliche Debattieren, die verlangten Selbstanklagen, das gemeinschaftlich erlebte Mobbing, die Denkverbote und überhaupt.

Und jetzt nennt einer die wirklich fragwürige Idee von unter der Flagge des Feminismus segelncen KarrieregeilInnen, jeden zweiten Platz für die Bundestagswahl automatisch einer Frau freizuhalten, eine "Tittenquote". Was in Berlin recht gut ankommen mag und an anderen Orten nutzen sie diese Plattform halt nicht. Man ahnt, wie das dann interessierte Vorstände hinbiegen worden. Sicher nicht zur Tittenquote, sondern zum Equalismus.

Das eine ist nicht fein, aber der Vorschlag ist es, offen gesagt, auch nicht. Als ob die Piraten nicht schon gebnug Probleme mit U-Booten hätten, die auf Basis von Liquid Feedback Beschlüsse zugunsten ihres eigenen Femaoitischen Gendertrötenumfelds herbeiführen wollen. Sowas wird in Berlin aber hingenommen, weil es ja nicht die Mobfrauenkreise negativ berührt. Aber wehe, einer sagt mal, dass eine Idee vielleicht eher nur so mitteltoll ist:

Schrecklich! Rücktritt! Schmeisst ihr raus!

Und ich wähle nur ungern Leute, die sich von einem Haufen Berufsbetroffenen und KarrieregeilInnen an der Nase durch die politische Arena führen lässt. Denn ich wähle gerne Standpunkte, Meinungen und Haltungen.

Und nicht Geschlechter, eine orange Karriere-FDP auf dem Überholstreifen oder Berliner Dreckschleudern, und anderes Personal, das nur einen Vorwand braucht, um schnell die Seite zu wechseln dorthin, wo es Pöstchen gibt (http://milenskaya.de/2012/05/22/flagge-zeigen/).

Mohrenlampe!

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Sei nicht traurig

Gertrud? Wo sei Ihr? Noch an der Kreuzstrasse? Wir sind schon da.

Na unten am See, auf der Brücke! Und es es wirklich wun-der-schön heute. Wir haben das Auto oben stehen lassen kein Problem, heute ist wenig los und so schön ist es.



Nein, wir bekommen schon draussen einen Sitzplatz. Ach gar kein Problem. Unter der Woche...

Ja un er See funkelt, nur oben auf en Bergen liegt noch Schnee, also, es ist heute wirklich sagenhaftes Wetter. Die Schifferf fahren, wir können nachher auch nach Bad Wiessee.



Was? Nein, es muss natürlich nicht sein, der See ist auch schön, wenn man ihn nur anschaut, gell Hans, also er Hans ist auch ganz hingerissen.

Nein, ann holen wir uns nachher einfach Kuchen, gleich hier, und das reicht dann auch bis zum Abend. Das Wetter wird sicher halten, gar keine Frage.



Und wie war die Fahrt? Viel Verkehr in den Süden? Ja, das ist immer so, gell, die Rentner... ja. Ja. Hihi, ja. Aber sicher. Klar. Das wurd ein wunderbarer Frühling.

An der Sparkasse? Ja, da sind wir vorbei, aber die haben auch nichts. Schade. Ja. Nein, das ist auch schon weg, und das andere, da waren wir, aber das ist nur Dürnbach.



Aber so schön ist es hier, Gertrud, so schön. Wirklich.

...

Und ich stehe danaben und denke an Italien und muss sagen: So ganz fair ist das nicht. Denn schön ist es hier auch.

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