Benzin und Reise

Es gibt viele gute Gründe, die aktuellen Benzinpreise als unerfreulich zu erachten, angefangen bei der Unterstützung krimineller Machenschaften der beteiligten Wirtschaftszweige bishin zu den sozialen Ungerechtigkeiten, die daraus folgen. Andererseits finde ich es absolut nicht schlimm, wenn die Zeiten der Raserei auf der Autobahn zu Ende geht, Schlüsselindustrien gezwungen sind, ihre Geschäftsmodelle zu überarbeiten und andere transatlantische Regionen endlich mal einen Eindruck davon bekommen, wo sie mit ihren Verbrechern und Mördern an der Staatsspitze und deren Verschwendung hinkommen. Die Globalisierung stottert, Produktion kommt zurück zu Standortfaktoren, und man überlegt es sich gründlich, ob man das Licht brennen lässt. Kleine Läden mit grossen Fenstern haben ein paar kleine Vorteile gegenüber neonbestrahlten Shopping Malls. Sejtn a Schon, wo koa Nutzn dabei is, sagte meine Grossmutter immer, und sie hatte damit natürlich wie immer recht.



Dass sich die Zeiten ändern, erlebe ich gerade bei zwei mich ansprechenden Themenkomplexen. Der eine betrifft die Preisentwicklung von Immobilien in den Alpen. Mal abgesehen davon, dass ich für meine Wohnung nicht das bezahkt habe, was üblich ist: In den letzten Monaten ist das Angebot ausgetrocknet, bei gleichzeitig anziehender Nachfrage. Es macht den Anschein, als würde angesichts der kombinierten Kredit- und Energiekrise niemand Lust haben, seine Wohnung in inflationsgefährdetes Bargeld umzutauschen. Gleichzeitig wird nach Sicherheit gesucht, die ferne Gegenden wie Mallorca, die spanische Küste und andere südliche Regionen nicht mehr bieten. Sei es, dass man die Klimaerwärmung zu spüren bekommt wie der befreundeten Familie P., die in Tunesien war und es nur im Wasser oder unter der Klimaanlage ausgehalten hat. Oder wie Familie K. entdeckt, dass die Fluggesellschaften längst nicht mehr so viele Überkapazitäten in Richtung der Ferienwohnung am Mittelmeer anbieten, und der Spass inzwischen auch mit Billigflug richtig teuer wird.



Die Menschen tun das, was sie in Krisen immer tun: Sie fliehen zurück in Bereiche, die sie kennen;von denen sie wissen, dass sie ihnen und dem staatlichen System dahinter vertrauen können, wo das Wasser nicht rationiert wird und man nicht mit Aussicht auf eine Algenpest im Meer fast krepiert, wenn die Klimaanlage wegen Überlastung der Stomnetze ausgefallen ist. Bei uns ist das Deutschland, oder genauer, die besseren Regionen. Zumal es schneller und einfacher zu erreichen ist. Sollte Benzin noch teurer werden, bliebe bei kürzeren Strecken immer noch die Bahn als Alternative. Bei Anlegern aus Ländern wie Italien oder Russland steht wegen ähnlicher Überlegungen amüsanterweise die gleiche Region hoch im Kurs, zumal es sich in Oberbayern leichter kaufen lässt, als in der Schweiz oder in Österreich.



Wenn es hier also anzieht, geht es andernorts steil nach unten. Seit ungefähr zwei Jahren überlege ich den Kauf eines alten Autos, und in der engen Wahl ist ein britischer MG B oder Sprite. Seit zwei Jahren gucke ich wöchentlich, wie sich im Heimatland dieser Wägen die Preise entwickeln. Solche Autos sind für viele ein überflüssiger Luxus gewesen, den sie sich leisten konnten. Früher las man so gut wie nie etwas über den relativ niedrigen Verbrauch, der diese Fahrzeuge auszeichnete, oder das Problem der anziehenden Kreditzinsen. Heute sind die Anzeigen häufig ein Spiegel einer Gesellschaft, der schlicht und einfach das Geld und der Sprit ausgeht, um mal eben grössere Roadstertouren zu machen. Eine Gesellschaft, in der kleine Roadster schon fast unverkäuflich sind und in 12 Moanten ein Drittel des üblichen Preises verloren haben. Das Problem betrifft uns in Deutschland etwas abgemildert auch: Früher gehörte es fast schon zum guten Ton, am Wochenende von München aus an den Gardasee zu rasen. Das ist selten geworden.



Natürlich sagen Marktforscher, dass der Urlaub das Letzte ist, woran die Deutschen sparen. Das mag stimmen, aber es wird nicht billiger. Es gibt wenige Länder, in denen die teuerungsrate so niedrig wie in Deutschland ist. Und viele klassische Urlaubsländer, die einen enorm hohen Energieverbrauch durch Tourismus haben, dessen Kosten auf die Besucher umgelegt werden. Die Toursimusindustrie verschweigt, dass es kein Grundrecht auf 4 Wochen Ibiza mehr gibt, aber der Markt wird es so einrichten, dass diese Botschaft mit dem Geldbeutel verstanden wird. Das Konzept Ferienbomber, beheizter Pool und klimatisierte Räume in kaputtbetonierter Landschaft hat seinen Zenit überschritten, und die hohen Transportkosten werden die Konsumenten zwingen, sich zu entscheiden: Wirklich noch Ballermann, dann aber nur für eine Woche, und der Rest auf dem eigenen Balkon, so vorhanden? Oder doch lieber ein wenig länger wegfahren, aber dafür nicht mehr so weit?



Vielleicht sogar das tun, was ich für den richtigen Weg halte, und das nach ein paar tausend Jahren Reiseerfahrung für die vergleichsweise kurze Periode des Massenflugtourismus von 1980 bis 2008 vergessen wurde: Die Reise als Reise zu betrachten, und nicht als verlorenen Tag für An- und Abreise. Ich habe hier das Itinerar einer Verwandten, die im laubfrosch/hellgrünen Käfer Cabrio einer Reise nach Pompeji zu Beginn der 50er Jahre gemacht hat, drei Wochen lang, davon 5 Tage in jede Richtung. Es gibt kein einziges Bild, das nicht interessant ist, kein genervtes Gschau, keine Hektik. Es gibt zweimal wunderschönes Tirol, atemberaubende Berge, oberitalienische Städte, Adria und thyrrenisches Meer, Rom, Neapel, Pompeji, es ist von vorne bis hinten Urlaub, vom ersten Tag an. Autofahren war damals, als der normale Bundesbürger froh um ein Fahrrad war, Luxus und sehr teuer - niemand wäre auf die Idee gekommen, diesen Luxus nicht angemessen zu zelebrieren.



Dieses Vergnügen an der Reise muss wieder entdeckt werden. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere auch noch an die Aufkleber, die man in den 70er Jahren auf der Reise nach Italien an jedem Pass erwerben konnte: Grossglockner, Felberntauern, Reschenpass, Sellajoch. An die Prägeautomaten, an denen man sich Erinnerungsplaketten drucken konnte. Und an die Aufregung von Frau Mama, wenn ihr Gatte die Kurven am Pordoji zu sportlich nahm. Die Reise ist von diesem Erlebnis an abgestürzt zu dem, was Kulturwissenschaftler als "gesunkenes Kulturgut" ansehen, ein Wegwerfartikel des modernen Lebens, mit austauschbaren Namen und immer gleichen Hotels. Das betrifft alle Schichten gleichermassen, egal ober Ferienbunker oder die Nobelhotels dieser Welt, die überall im gleichen pseudoklassischen Neostalinismus mit Antikmix entworfen werden, mit austauschbaren Wellnessangeboten und Thai-Chi-Molekularfrass, das Junkffod der Reichen und Gelifteten.



Diese Beliebigkeit zwischen Adlon und Ballermann, die sich fortsetzt bis in die immer gleichen Gated Communities, in die unsere Gesellschaft und Städte zerfallen, ist nur möglich durch billigen Transport von Menschen, Waren und Dienstleistungen. Nur so schafft es Tropenholz auf Dächer über alpine Pools, nur so kann man chinesischen Billiggranit für die Auffahrt verlegen, nur so kann man es sich überall leisten, das Dortige zu ignorieren und in einem substanz- und inhaltslosen Überall zu verweilen, das Reise nur als geschobene Kulisse für die Unfähigkeit begreift, das Naheliegende, oder gar das Selbst zu erkennen, zu schätzen und für sich als Erholung zu begreifen. Man kann, pauschal, all inclusive, 24/7, anything goes, es ist ganz leicht und erschwinglich - gewesen. Und jetzt ist es vorbei und kommt nie wieder. Entfernung ist teuer. Und die Nähe ist weniger schlecht, als man gemeinhin glaubt.



Wobei ich gerne zugebe, dass es mir durchaus wenig ausmachen würde, wenn eine Vielzahl von Leuten es lieber eine Woche ordentlich in den Tourismusgummizellen global krachen liesse, statt mir vier Wochen meinen hier gezeigten Radelweg zum Tortenholen nach Tegernsee mit ihrer Anwesenheit zu verpesten. Es wird wohl beides geben, manche werden kleinräumiger denken, handeln und es dennoch schätzen. Ich halte den Menschen für in Grenzen lernfähig, und das heisst umgekehrt auch, dass Grenzen beim lernen helfen können - sei es, sie zu überwinden, wenn es wichtig ist, oder sie auszufüllen, wo man sich mit ihnen abfinden muss. Es ist weniger schwer, als man glaubt - solange man nicht jetzt auf die Idee kommt, die PS-Schleuder verkaufen und noch schnell am See ein Schnäppchen machen zu wollen.

Montag, 7. Juli 2008, 16:13, von donalphons | |comment

 
BRAVO! BRAVISSIMO!!

... link  

 
Grandioser Text, aber die imho wichtigste Information fehlt:

was ist das für ein Kuchen ? Der sieht verboten gut aus.

... link  

 
Da gibt es für mich dann nichts wiederzuentdecken - so mache ich Urlaub, schon immer.

... link  

 
Dem ist nun überhaupt nichts hinzuzufügen. Doch eins: so ein Omelette hätte ich jetzt auch gerne. Spinat? Egal. Sieht sehr lecker aus.

... link  

 
Hier protzen alle Jahr für Jahr mit ihren immer ferneren Fernreisen, aber ich war schon immer einfach zu faul, um da mitzuhalten. Gleich aussehende Hotelketten habe ich schon in ausreichendem Maße genossen, und lange Flugreisen finde ich auch nicht besonders lustig (von den Emissionen mal abgesehen). Und dann noch die weltweit nahezu gleiche unpersönliche Atmosphäre, die um alle berühmten Sehenswürdigkeiten herum zu herrschen scheint - die habe ich an ein, zwei Orten auch in meiner Heimatstatt (und gründlich satt): Andenkenläden, Schulklassen und knipsende Menschenmengen (hier sind es Asiaten, anderswo Europäer).

... link  

 
Fernreise und preiswert muss gar kein Gegensatz sein. Einfach mal einen Fernfahrer aus Kasachstan anquatschen, und man kann für fast gar kein Geld einen extrem erlebnisreiche Fernreise antreten. In meiner Studentenzeit war per Autostopp über Jugoslawien, Griechenland, Türkei usw. bis nach Ägypten durxchaus noch verbreitet.

... link  

 
Zum Kulinarischen: Bild 1 ist ein mit Kräuterseitling, Mangold, Scamorza und saurer Sahne gefülltes Omelett, und Bild 8 ist ein Kirsch-Mandelkuchen.

... link  


... comment
 
Bis Syrakus
ist es bekanntlich ein Spaziergang.

Außereuropäische Ziele sind m.E. überschätzt.

... link  

 
Wenn man nach dem Mass der Fremdheit geht, sind Ecken wie Thailand oder Patagonien in Europa kaum zu erreichen. Jenseits davon ist es nicht leicht, eine derartige Dichte von Kultur und abwechslungsreicher Landschaft sonstwo auf der Erde zu finden. Allerdings ist das für die Leute, die drei Wochen Strand und Palmen wollen, eher irrelevant, solange die Temperaturen gemässigt bleiben.

... link  

 
Für mich waren das früher immer so Sachen wie per Billigflieger mit dem Rucksack nach Ägypten oder Tunesien und dann per Zug, Autostop oder öffentlichem Bus das Land erkunden. Schon exotisch, aber ein Monat Urlaub problemlos für 350 Euro zu haben. Oder Freunde machten 2 Wochen Ernteeinsatz auf einer Farm in Kanada und finanzierten sich damit 2 Wochen Sightseeing. Das geht alles, und ist im Gegentum zum Pauschalurlaub ein echtes Erlebnis, das man nie wieder vergisst.

... link  

 
@Wenn man nach dem Mass der Fremdheit geht, sind Ecken wie Thailand oder Patagonien in Europa kaum zu erreichen. --- Auch das würde ich bezweifeln. Die Gipfelzone des Durmitor-Gebirges in Montenegro, die Wüste von Cabo de Gato in Spanien oder die einsamsten Flecken auf den Färöer-Inseln, also, das ist schon ziemlich fremdartig. Die Alpen in über 4000 Metern Höhe auf ihre Weise auch.

Schnorcheln vor Helgoland oder das Begehen von deutschen Höhlen nicht minder.

... link  

 
che, da hast du nicht unrecht. Eine Wanderung zum Kebnekaise vermittelt ein ziemlich fremdes Landschaftsgefühl.

Nach sehr ausgedehnten Reisen (die ich immer noch mache), fasziniert mich absolute Fremdheit allerdings heute nicht mehr so. Spannender ist eigentlich, neues im eigenen kulturellen Koordinatensystem zu entdecken.

Der Tempel in Thailand ist fremd, bunt, exotisch, aber er spricht mich nicht an.

Das Grabmal der Galla Placidia in Ravenna mit Mosaiken aus dem 5. Jh. ist eine ganz andere Erfahrung.

Spannend ist immer auch kultureller Synkretismus, wie man ihn z.B. in Mexiko findet.

... link  

 
Großartig! Aztekische, toltekische und Maya-Traditionen treffen einen antiquierten Katholizismus und gebären in der Synthese eine Art Totenkult, der für sich neu ist, gepaart mit einer meztizischen Lebensfreude. Oder karibischer Jazz, die Synthese aus mediterraner Musiktradition und Lebensweise, afrikanischen und kreolischen Elementen. Gibt´s übrigens auch in Kurdistan und dem Kaukasus, wo sich Altpersisches mit islamischen, mandäischen und europäischen Substraten verbindet, versuchen religiöse Fanatiker im Irak gerade auf im wahrsten Sinne des Wortes mörderische Art und Weise kaputtzumachen.

... link  

 
Ja, die frühen Renaissanceklöster in Mexiko sind da sehr spannend...

im Kurdistan bin ich nicht so firm, aber Lateinamerika hat schon was. Dazu kommt der Vorteil, die Sprache zu können, und es ist einfach spannend, die vertrauter Kultur plötzlich verändert vorzufinden.

Synkretismus ist sehr spannend. In Mexiko ist das so interessant, weil sogar noch Elemente der Reconquista (also mudejare Kunst) reinspielt, die dann verloren geht.

... link  

 
Die Mudeja-Architektur, die in der allgemeinen Wahrnehmung gegenüber dem zeitgleichen Renaissance-Stil im Hintergrund steht, schätze ich ebenso wie den Manuelismus überhaupt sehr. Ist ja auch synkretistisch: Europäisches Mittelalter trifft maurischen Stil.

... link  

 
Es ist in der Welt wie im Museum: Entweder rennt man durch, oder aber konzentriert sich auf Spezailgebiete, die einem nahe sind, und belässt es beim Rest mit einer Halbbildung. Genauso, wie man kein Universalgelehrter mehr sein kann, wird man auch kein Universalreisender; was bleibt, ist allein Neugier und Aufgeschlossenheit für Neues, das aber unter dem Kommen nicht leiden sollte.

... link  


... comment
 
An den Hügeln, die man hier schon als Berge bezeichnet, lässt sich leicht die Entfernung zu ihrer Terrasse erkennen. Auf dem letzten Bild zeigt sie sich dagegen nur noch durch den fehlenden Teelöffel.

... link  

 
To be honest: Der erste Berg südlich der Mangfall ist exakt unter meiner Terrasse. Und ich trinke Tee fast immer pur - es sei denn, es wird Earl Grey gereicht, den Geschmack ersäufe ich regelrecht in Zucker.

Heute sieht es übrigens etwas anders aus: Den ersten 1000er vor dem Fenster sah man zwischenzeitlich vor Wolken nicht - Wolken, die erst mal vom See hier hochziehen mussten. Auch Regen, ja. Aber soeben kommt die Sonne durch.

... link  


... comment
 
Ich weiß nicht. Nur weil das Ausland, oder besser, das billige Ausland, jetzt teuer wird, wird das Inland nicht billig, eher teuer. Viele Leute, die von <30.000/ Jahr leben, werden gar nicht mehr reisen können. Für die bleiben nur kurze Ausflüge am Wochenende. "Wochenend und Sonnenschein ..." Da verschwindet einfach wieder etwas vom Speiseplan. Die >60.000/Jahr wird es freuen.

... link  

 
Nein, auch die >60.000, die ich durchaus kenne, jammern, und zwar lautstark. Die reisenden Haifische, die ich kenne, haben bei ihrem Geschäftsmodell inzwischen Probleme, weil die Flugkosten innerdeutsch realiter um 50 Euro pro Flug nach oben gingen. Da überlegt man es sich, ob man so jemanden wirklich mal schnell einfliegt, oder ob es ein 6er-Team sein muss. In Rimini, das die Russen entdeckt haben, ist die Zeit der Rabatte wohl ebenso vorbei. Wie vieles, vieles andere, was ich noch von früher so kenne. Es ist nicht so, dass Reiche mehr ausgeben - sie könnten zwar, aber sie tun es nicht, ganz im Gegenteil. Sie schränken sich mit Rücksicht auf das Ansparen von Vermögen ein. Man werfe da nur einen Blick auf den Aktionkurs von Porsche.

Und nicht überall in Deutschland ist es teuer. Gleich bei der Provinz liegt das Altmühltal, das wirklich eine hübsche Gegend ist, fast schon bayerische Toskana, das jede Menge Kultur bietet und bestens ausgebauten Tourismus, zu Preisen, die jeden Münchner fassungslos zurücklassen. Selbst der Tegernsee ist nicht teurer als München, und billiger als Frankfurt oder Hamburg. Mir ist durchaus klar, dass es bei denen, die eh schon knapp bei Kasse sind, durch die Inflation nicht besser wird. Aber wenn sich der Fokus der Begehrlichkeiten wieder mehr auf Deutschland richtet, ist das auch nicht gerade schlecht für den hiesigen Arbeitsmarkt.

... link  

 
zu muenchen
und den Niederungen der es umgebenden Landschaft sprich dessen was sich dort Charakter zu nennen beliebt wird Hier :
http://www.hei se.de/tp/r4/artikel/28/28196/1.html
alles gesagt was es zu sagen gibt. Lieber tot als da "leben"....

Have fun
Otaku

... link  

 
Es wäre sogar noch weniger zu sagen. Zum Beispiel, wenn Ahnungslose hier nicht das Kommentarfeld für Links zu halb abgeschriebenen, halb von falschen Tatsachenbehauptungen geprägten Artikeln mit 75 Euro Vergütung missbrauchen und das für einen Beitrag zur Debatte halten würden, in der es nicht um München geht. Lieber kein Kommentar als so einen Schrott.

Have a Tritt in the Rectum.
Don

... link  

 
lol

urlaub ist erholung der seele vom alltäglichen. das kann man um die ecke haben. man muss nicht mal dafür wegfahren. oder manchmal muss man vielleicht dafür wegfahren, wenn es nicht anders geht, aber weit braucht es nicht sein. ich finde, urlaub machen ist eher eine haltung als eine handlung. nur die doofen, die keine erfindungsgabe besitzen, müssen "billigflieger" nach ganz weit weg nehmen. und die bringen dann auch immer fotos mit, die total langweilen!

... link  

 
Urlaub: Der Begriff leitet sich vom alt- bzw. mittelhochdeutschen Wort für „erlauben“ her. So fragten im Hochmittelalter Ritter ihren Lehnsherren um urloup, also „Urlaub“, um in eine Schlacht zu ziehen.

Es hat sich nichts geändert

... link  

 
wunderbar, avantgarde! in diesem sinne erklärt sich wohl auch das don'sche diktum: "urlaube zählen nicht!" (wobei das natürlich bl0ß zitiert war, oder so.)

... link  

 
Als Selbständiger muss ich gottlob niemanden fragen, bevor ich in die Schlacht ziehe :-)

... link  

 
es ist keine Frage von <30000 oder >60000. Es ist die Frage, ob man meint, ein verbrieftes Recht auf Urlaub am Strand für 200 Euro die Woche incl. Flug und 'Hotel zu haben. Ich für meinen Teil ziehe Balkonien dann vor...

Und ich kenne genügend Menschen, die so gestresst sind, dass ihr Verständnis von Urlaub sich auf kurze Anreise, schöne Gegend und vor allem kein Mobiltelefon und kein Laptop bedeutet.

... link  

 
Gut, Ballermann Reisen für Alditarife auf Teufel komm raus sind nochmal ein eigenes Problem. Wer halbwegs rechnen kann, sollte ahnen, dass für diese Preise irgendwo Abstriche gemacht werden müssen. Sei es bei der Qualität oder der Ausbeutung des Personals, aber die "Hauptsache-Billig"-Mentalität ist nun mal nicht nur mit den sinkenden Realeinkommen zu erklären, sondern auch eine Frage der Einstellung.

... link  

 
Im Zweifelsfalle würde ich Reisen per Daumen raus und zwei Wochen Fladenbrot und Dosenthunfisch dem Daheimbleiben vorziehen, und Theaterfestival in Avignon mit Schlafen auf der warmen stadtmauer. Geht doch alles...

... link  

 
@Che, wenn die Energiepreise so steigen, wie Don es hier annimmt, wird es nicht mehr so einfach sein, per Anhalter oder Ähnlichem zu reisen. Gerade die Menschen in den ärmeren Ländern, werden dann überhaupt keine motorisierten Fahrzeuge mehr haben. Wenn es so kommen sollte, wohl gemerkt.

@Don und den Anderen. Geld zählt. Vor Jahren hat die Bahn dieses billige Wochenendticket eingeführt. War zu Anfang sogar sehr billig. In Westerland sind mit einem Mal viele Arme aus Hamburg aus dem Zug stiegen. Die Punks fielen jedem auf, aber es kam auch die bekannte alleinerziehende Mutter mit ihrer Tochter. Nicht unbedingt arbeitslos, aber mit einem Job im Bioladen, der schlecht bezahlt war. Man war auf Sylt not amused und verlangte von der Bahn, Sylt von dem Ticket auzuschließen. Man verlangte noch mehr. Wie zu hören war, kam es unter den Insulanern zu Handgreiflichkeiten, aber lassen wir das. Daran kann man zwei Punkte festmachen:

1. Als es richtig billig wurde, kamen die Armen, und mit teuer wollte man sie wieder vertreiben. Wenn das funktioniert, ist Geld entscheidend. Außerdem verhaltn sich Menschen zu Geld nicht unbedingt so, dass man ihr Verhalten linear abbilden könnte. Nennt es irrational, wenn ihr wollt, aber Menschen entscheiden sich sprunghaft.

2. Den Reichen passten die Armen nicht in den Kram. Deshalb denke ich, es wird sie freuen, wenn die Armen nicht mehr reisen können. Dann ist Reisen wieder richtig exklusiv. Die >60.000 haben sicherlich Fondsanteile oder sogar Aktien, aber ihren Urlaub auf Sylt lassen sie sich nicht nehmen. Wozu auch, geht ja beides.
3. Woanders zu sein hat schon seinen Reiz. Für Leute, die zB Kuren müssen, unabdingbar.

... link  

 
Da ist ein kleiner Denkfehler dabei. Ein grosser Teil der "Reichen", der wirklich Reichen lebt mehr oder weniger in Naherholungsgebieten, wie bei uns in der Provinz, oder in ausgewiesenen Ferienregionen - Starnberger See, Bodensee, Tegernsee, Attersee im Süden, Sylt, Fehmarn, Usedom etc. im Norden, Taunus bei Frankfurt. Eine Abkehr von der Fernreise wird die weniger begüterten Schichten zwangsläufig dazu bringen, sich solche Regionen rauszusuchen, die obendrein auch mit dem Regionalverkehr zu erreichen sind. Und so schnell wird es nicht möglich sein, sog. gated communities in Deutschland hochzuziehen. Es wird versucht werden, und Inseln haben sogar Chancen, das zun schaffen, aber im Grossen und Ganzen wird es für eine Neue Nähe sorgen. Das wird spannend.

... link  

 
Vielleicht werden die Reichen dann ganz schnell dafür sorgen, dass eine Art Ballermann im Ballungszentrun entsteht. Künstliche Urlaubswelten, die die Massen anziehen und die verhindern, dass ihre eigene landschaftlich reizvolle Heimat vom Volk überrannt wird. Wobei so etwas wie Indoor-Skipisten oder Tropical Island angesichts der Energiepreise auch schwierig werden könnte.

... link  

 
Die Reichen, die Massen ... Helmut Schelskys Vorstellung von der Bundesrepublik als Nivellierte-Mittelstandsgesellschaft ist mittlerweile wohl wirklich mausetot. ;-)

... link  

 
Ich meine das ja durchaus ironisch. Ich hoffe schon, dass es trotz allem noch so etwas wie eine Mittelschicht gibt (in irgend eine Schublade möchte ich mich selbst schließlich auch gerne stecken). Aber ich erlebe die Extreme auch stärker als früher. Mag sein, dass das an meinem eigenen Leben liegt - aber vielleicht auch ein bisschen an der Gesellschaft an sich.

... link  

 
Ich denke, so ein wenig Sozialdruck könnte helfen, dass man das alte Konzept wieder als hilfreich begreift. Gerade beim Bereich Bildung und Aufstieg jenseits windiger Startups. Eine gewisse Offenheit und das realistische Ziel eines Wohlstands für alle kann da sicher motivierend wirken. Zumal Reiche in der Regel nichts mehr hassen und verabscheuen als Neureiche. Harmonisiert man die Übergänge, ist es leichter, die zu schnellen Aufsteiger auszugrenzen, bevor sie eine unschöne Vorbildfunktion für andere entwickeln.

... link  

 
Irgendwann erscheint mal ein Beitrag, bei dem stehen nicht nur IPs, sondern auch ein Name, ein zum spammen missbrauchter Arbeitsplatz, eine Adresse und daneben das Wort Zitterwolf.

... link  

 
Und eine nette Kollektion rechtsextremer Einlassungen. Gelöscht ist ja nicht vergessen.

... link  

 
Auch was von wegen abknallen. Liegt alles noch vor. Sowas schreibt sich in Scheinanonymität leichter, als dass man es dann mit dem Realnamen verbunden sehen möchte, nehme ich an.

... link  

 
Ich weiß nicht, bei mir erlebe ich den als durchaus originellen Sarkasten und Satiriker, der ab und an über das Ziel hinausschießt. Durchaus ein problematischer Charakter, aber nicht mehr als das.

... link  

 
Ja, unsere kleine, erlebnisorientierte Welt. Nach fünf Jahren ist irgendwann der Spass vorbei, oder er beginnt erst, je nachdem, welche Form von Beitrag demnächst erscheint.

... link  


... comment