Übermüdet im Sattel

Ich war diesen Monat sehr fleissig. Und dieser Mnat kommt mir enorm lang vor. Was war nicht alles in diesem Mai, was habe ich nicht alles gemacht, erlebt und gesehen. Gutes, weniger Gutes, und ganz ehrlich: Auf Dauer wäre das nur dann etwas, wenn ich nicht darüber schreiben müsste.



Und so vieles bleibt unbeachtet. So einen Beitrag hätte ich über Spanien schreiben müssen. Ein Beitrag über die Nöte der Schweiz, ihre Währung bei 1,2o zu halten, wäre auch fein. Und einer, warum ich immer noch denke, dass eine Zweitwährung in der EU für die PIIGS plus Österreich unvermeidlich ist. Damit endlich dieses Dauerkrisengefühl weg ist. Das ist 2012, wir brauchen kein Handeln wie 1914.



Und das alles passt nicht zu mir, denn eigentlich bin ich ein sagenhaft fauler Mensch. Ich bin eher wie eine Katze, 6 Stunden nachaktiv und der Rest ist Leerlauf, blättern, lesen, kochen, herumliegen, ein wenig Sport treiben und dabei immer schön das Hirn ausschalten. Noch so ein Monat, und ich würde dann den Juli durchschlafen.



Aber ich habe ja die Landschaft hier, und die ist mit ihren sanften Hügeln und vielen Grüntönen auch so etwas wie ein geistiger Ausschaltknopf, es passiert gar nicht viel, so Ton in Ton und wie die Hügel ineinander greifen, das fliesst alles so dahin, mit wenig Abwechslung, aber immer schön und sehr angenehm.



Keine Strapazen, die zu viel wären, keine Plackerei, und weil ich hier alle Strassen kenne, kann ich unterwegs auch recht genau entscheiden, wie lang es denn werden soll, und wieviele Meter ich klettern will. Das sieht nur so stressig aus, das Rennradeln, es ist aber eine ganz lockere und genusshaltige Art, schöne Dinge zu sehen und in Bewegung zu bleiben. Es läuft leicht und schnell, wenn es schnell sein soll. Und langsam, wenn man verweilen woll



Wo ich fahre, ist es dann auch gar nicht mehr so zersiedelt. Die Städte sind an der Donau, dahinter liegen nur Dörfer und Höfe, erst in Feldern und dann, weiter hinten, mehr und mehr in Wäldern. Man verliert sich irgendwann in der Natur, man kann auch Dörfer meiden, bis man es wieder anderrs haben will. Und es gibt so viele schöne Biergärten in dieser Region.



Vielleicht klingt das für manche spiessig und andere werden sauer sein, weil ich nach dem Urlaub in Italien von neuer Entspannung schreibe, aber das ist es, was ich jetzt brauche: Die Täler, die ich seit jeher kenne, die Felder, die Wiesen und das Gefühl, dass es keine Bedeutung hat. Ich komme nicht bei irgendwelchen Orten raus, die man kennen muss. Man kann alles und sich selbst vergessen.



Wäre da nicht der Netzausbau und die Energiewende. Das ist so ein Thema. Es dreht mir den Magen um bei der Propaganda der Atomlobby. Das wird alles so teuer, sagen sie, und rechnen brutal hoch. Natürlich wäre ein AKW billiger, erst mal, und was dann mit dem Dreck passiert, das müssen andere bezahlen. Diese ganze korrupte Bande hat seit Jahrzehnten nichts anderes getan, als auf allen Ebenen abzukassieren, und nun jammern sie, weil sie entwickeln, forschen und neu planen sollen.



Ich dachte eigentlich, ich lebe in Deutschland, und da gehört das Lösen von technischen Problemen zum guten Ton, ohne dass man Tagein Tagaus mimimi sagt und den Pinschern bei Springer, SPONschleim und andernorts die Ohren vollheult. Insofern ist die Idee, die privatwirtschaftliche Energiendranghetta rauszukanten und wieder ein Bayernwerk zu machen, gar nicht so schlecht.



Und ansonsten könnte man sich auch fragen, ob denn wirklich jede Kirche in jedem Kaff die halbe Nacht beleuchtet werden muss, ob wir nicht ohnehin zu viel Licht haben und ein wenig Ausschalten, hier und da nicht die ein oder andere Leitung kleiner machen könnte. Und vielleicht schafft man über höhere Preise auch Anreize für Firmen, mal etwas Strom zu sparen; dann arbeiten alle dafür und nicht nur die kleinen Idioten zugunsten einer versteckten Industriesubvention.


Donnerstag, 31. Mai 2012, 01:20, von donalphons | |comment

 
Strom-Mafia
Zum Thema Strom-Mafia habe ich letztens in den Tagesschau-Kommentaren eine wirklich interessanten Auslands-Beitrag gelesen, der so ging:

"Ihr seid doch alle blöde in D-Land. Finanziert euch Energie-Strukturen, die hochgradig subventioniert werden. Angeblich alles grün und umweltschonend. Und was passiert später (also heute). Rentner und 1.000€-Verdiener können sich noch nicht einmal mehr den überteuerten Strom leisten."

Er hat dann einen Kilowatt-Preis dazu geschrieben, der sich ungefähr mit meinem Thai-Preis deckt.

Bei 400 kWh im letzten Monat musste ich 1.480 THB bezahlen. Inclusive aller Steuern. Das sind in Euros dann 37€.

Wenn ich jetzt meinen Stadtwerke-Online-Rechner bemühe, bekomme ich ausgerechnet, daß ich monatlich 93€ zu berappen hätte, bei gleichem Verbrauch. Also ganz locker das 2,5-fache.

Und jetzt kommen die Deutschland-Fritzen an mit Atom-Ausstieg und alles wird teurer. Hää - TH hat gar keine Atom-Kraftwerke und ist trotzdem 2-3x günstiger wie D.

Es wird argumentiert mit teuren natürlichen Strom-Produzenten. Hää - TH erzeugt (ohne Subvention) mit Solar-Farmen aus China auch extrem viel Strom. Privat.

Und ganz nebenbei - Gas und Öl ist sicherlich auf dem Weltmarkt gleich teuer. Da die Thai-Firmen natürlich auch Gewinn machen, kann man durchaus von einem 3-fachen Preis in Deutschland sprechen.

Kann mir bitte einmal einer erklären, warum das so ist. Die einzige Begründung, die ich erkennen kann - sind Mafia-Strukturen im Strom-Business mit Politiker-Auffang-Sesseln und höchsten Gehältern in den oberen Etagen.

Deswegen zahle ich anstelle von 37€ doch gerne meine 93€ ... oder 8-)

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Clementinchen wäscht nicht mehr
Da gehen Sie hin, die abgehalfterten Politfressen aus NRW und Niedersachsen und dem Rest dieser Bananenrepublik. Ihre wohlverdienten Belohnungen für geleistete Dienste abgreifen, bei den Freunden der Freunde. Und sich dann über Politikverdrossenheit wundern, bin mal gespannt wo die derzeitige Bundeskanzlerine landet, Eon, Vattenfall oder ob da noch ein Pipelinklopper schröderscher Machart kommt.

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Danke
Das sind wichtige Gedanken und Anregungen - in allen Belangen.

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Gerade eben erst wieder an einem Plakat irgendeines Bundesministeriums vorbeigeradelt: "Wir haben nur eine Welt ..." mit hübschem Globus drauf. Reiner Zynismus.
Wer fährt wohl nicht auf den Umwelt-Gipfel in Brasilien in einigen Wochen?

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Zitat: Wenn sie in den nächsten Jahren wissen wollen, mit welcher Geschwindigkeit wir uns dem Großen Chaos nähern, dann verfolgen sie aufmerksam die nach oben weisende Kurve der weltweiten Statistik der großflächigen Stromausfälle. [104] Elektrischer Strom ist das Blut der Industriegesellschaft, wenn er ausfällt, bricht unsere Zivilisation zusammen. Indem die Politik Druck auf die Netzbetreiber ausübt und die Stromnetze an ihre Belastungsgrenze bringt, erhöht sie – so wie Gott will - die Wahrscheinlichkeit des unausbleiblichen Zusammenbruchs.
http://www.v-weiss.de/zyklisch.html

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