Vom Desaster zur Ruhe

Da ist im ersten Moment der Gedanke, was alles sein kann. Gut 10 Meter Rohr und 1 Meter Erdreich darüber, irgendwo hier kann es gerissen sein. Je nachdem, wo es ist, schwankt es zwischen Schlimm und Katastrophal. Ich weiss nicht, wie die im Jahr 1400 die Fundamente in diesem Hinterhaus gemacht haben. Erster Trost: Es war ja nur dasLager für Kartons. Keine Wertsachen waren hier.



Prompt ertappt man sich schon wieder bei dummen Witzen: Bäcker'sches Volksbad könnte man es ja taufen, mit dem historischen Fliessenboden der alten Bäckerei, auf dem das Wasser auch gut stehen bleibt. So ein Pool ist doch hübsch, im Sommer, in der Stadt.



Aber da sind ja auch noch die Wände, und der mögliche Schimmel, also geht das nicht. Die Pumpen kommen schnell an, die Schwimmer werden mit Gaffatape hochgeklebt, und dann spucken sie das Wasser in den Hof. Viel Wasser. Wahre Fluten. Drei Pumpen sind nicht zu wenig.



Man kann es sich ja ausrechnen: 30 Zentimeter liegt der Laufhorizont unter dem Boden, vielleicht 20 Zentimeter hoch ist das Wasser gewesen, auf 60 Quadratmetern: 12000 Liter.Das kann einen Seemann schon erschüttern.Sugsugsug machen die Pumpen, und wo einst der Hof war, ergiesst sich jetzt ein Bach auf die Strasse. Blöde Witze sind der erste Schritt aus der Verzweiflung.



Wird schon nicht so schlimm sein. 612 Jahre steht das Hinterhaus, das hat schon Schlimmeres erlebt. Den baerischen Erbfolgekrieg. Die Bombardierung durch die Schweden. Österreichische Besatzungsversuche. Jesuiten. Danaben schlug 44 eine Sprengbombe ein, da sind zwar Löcher in der Mauer gewesen, aber auch das hat es ausgehalten. 50 Kilo sollen das gewesen sein, dagegen sind 12000 Liter Wasser kein Problem. Eine Stunde brauchen die Pumpen. Kein Radfahren für mich, natürlich, und Desaster, das weiss ich schon länger, können auch langweilig sein, wenn man neben der Pumpe steht.



Dafür dann ein Sonnenuntergang auf der Dachterrasse. Und der Glückwunsch ins schöne Bayreuth, wo das Markgrafentheater auf die Liste des Weltkulturerbes gekommen ist.

Freitag, 29. Juni 2012, 23:22, von donalphons | |comment

 
In Hochwassergebieten sieht das regelmäßig so aus, nur die Brühe ist zu allem Übel auch noch braun und stinkt. Ein paar Tage trocknen und alles ist wieder vergessen bis zum nächsten Rohrbruch. Ein paar Investitionen würden dem Haus sicher gut tun. Und bevor sich die Banken der EU das Geld holen...

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Ja, das ist dieArbeit der nächsten Monate. Weniger bloggen, mehr schaffen. Bei den 3500-4000 Euro, die gerade in der Altstadt für den Quadratmeter verlangt werden, lohnt sich das auch

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(Es gibt sicher auch Klempner, Sie müssen das nicht alleine machen!)
Bloß nicht weniger bloggen, es macht Spaß Ihnen zuzulesen.

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Was ich selbst machen kann, mache ich selbst. Und den Riss habe ich inzwischen auch gefunden. An der am wenigsten schlimmen Stelle.

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Auweia, sieht schlimm aus.
Aber Sie müssen doch nicht selbst aufräumen.
Machen Sie es wie die EC-Ottos, vermieten Sie die frisch gewaschenen Räume nackt wie sie sind an einen Back-Kleinunternehmer, der selbst und auf eigene Kosten den Innenausbau übernimmt. Mit so viel hungrigen Schülern im Nahbereich könnte da etwas gehen, die Reste kaufen´s ihm halt für ihren Bedarf ab. ´gessn wead oawei.

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jo mei... jedz sans hald amol froh, daß Eahne ned am Rhei oder an dr Mosl wohna...

Der Gott, der die Wasser steigen lässt, lässt sie auch wieder abfließen... wie wir schon aus dem Alten Testament wissen

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Jetzt bloß nicht übertreiben...
So'n bißchen Wasser sollte für einen zwar in die Jahre gekommenen Industrietaucher, dennoch nur ein müdes Lächeln hervorrufen.

http://rebellmarkt.blogger.de/stories/313152/#313302

Stell mir grad im Kopfkino vor, es wäre ein tagelang unentdeckter Bruch des Abwasserrohrs gewesen...

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P.S. zu Bild 3:

Ein nackter Gummischlauch! Das ist ja wie Pappteller.

Empfehle dem stilvollen Haushalt für den nächsten Rohrbruch:

http://www.kull-design.com/teichfiguren-speiend/wasserspeier-gnom-40-7318+235

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jawohl
dachterrassenporn. lang lang ists her.

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Schöne Fliesen
Als Lagerraum für leere Kartons viel zu schade.

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nix Lagerraum. dOCUMENTA(13).

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Ach neee, das war d11 2002

http://d13.documenta.de/no_cache/to-archive/d11-2002/d11-2002-friedrichsplatz/?sword_list[]=water

Disappearing Element/Disappeared Element (Imminent Past),
Cildo Meireles.


...sommerhitze...jemand nen eis?

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