Öffentliche Gemeinmachung

He, Ihr Dreckspinscher aus der Wirres-Umfeld, Ihr stinkenden Kanalratten, Ihr Kommetarschleim, ich, Don Alphonso Porcamadonna, trete vor Euch hin und sage es nochmal:

Seit Jahren lassen Sie keine Gelegenheit aus, sich zu einer Art Speerspitze der Erneuerung aufzuplustern, empören sich über dieses und mäkeln an jenem – stets vom hohen moralischen Ross herab natürlich – nur um wie eine billige Straßennutte sofort die Beine breit zu machen, sobald einer mit ein paar Scheinen wedelt. Die Speerspitze der Verblödung sind Sie, dem Volldepp seine Vorhut, nur damit das mal klar wäre. Und bleiben Sie mir bloß vom Leib von wegen »ich darf ja schreiben was ich will«, den Spruch können Sie meinetwegen in Ihr Vesperbrettchen gravieren. »Korruption hat viele Gesichter« empfehle ich für die Rückseite – falls Sie ein ganz besonders widerwärtiges sehen möchten, schauen Sie einfach in Ihren Taschenspiegel.

Hintergrund hier.

Und noch etwas füge ich hinzu, Ihr Büttelpack gewisser Männer, deren Ehre ich hier nicht zu beflecken gedenke, denn ich weiss, dass sie nicht so sind wie Ihr, ich spucke es in Eure Fressen:

Ich habe nichts gegen billige Strassennutten, sie sind ein Teil des Geschäfts, so ist der Markt, so ist das Leben. Ich habe nichts gegen Leistung und Tarif, es muss den Käuflichen geben und den Käufer und den, der es sich leisten kann, nicht seine Haut zum Markte zu tragen. Jeder hat seinen Grund, jeder hat sein Recht zu existieren. Ich habe aber etwas gegen den Mob, der sich aufstacheln lässt zum besten des Freiers der Nutte, um den auszuforschen, zu belästigen und letztlich mundtot zu machen, der darauf hinweist, dass es Nutte und Freier gibt. Die Nutte macht ihr Geschäft, Ihr aber seid dumme Erfüllungsgehilfen, Ihr seid der Bodensatz, Ihr schmiert Euch selbst den Kot der PR-Arschkrampen auf Eure Fahnen, Ihr seid die unterste Stufe des Marketingapparats, der letzte Abtritt, der schon in der Kloake ist, Ihr tut alles umsonst für eine Firma, weil Ihr was gegen die freie Meinung eines anderen habt, der Euren Freunden die Wahrheit ins Gesicht geschleudert hat. Ihr seid noch nicht mal eine Nutte, Ihr seid ein öffentliches Loch, das sich von jedem dahergelaufenen PR-oleten zu jeder Zeit, zu jeder Gelegenheit rektal nehmen lässt, ihr würdet auch noch dafür zahlen, so, wie es vielleicht auch Eure Mütter getan haben, denn irgendwie muss es eine logische Erklärung für Eure Existenz geben*.

Da, wo Ihr seid, ist ganz unten. Das sage ich Euch hier und in aller Öffentlichkeit, und wenn Ihr einen letzten Funken Anstand habt, dann sagt Ihr Entschuldigung.

* Kann das mal bitte jemand auf Italienisch übersetzen? Das klingt sicher prima

Nachtrag für manche, die sich nicht so doll mit der Renaissance in Rom auskennen und Anspielungen und Formen nicht verstehen: Das hier ist ein Pasquillo, ein satirisches Pamphlet, in dem die kunstvolle Beleidigung bei Versicherung, dass gewisse Leute durchaus weiterhin als Ehrenmänner betrachtet werden, das Ziel ist. Gemeinhin wurde zu diesem Zweck die klassisch-unterwürfige Widmungsschrift der damaligen Buchproduktion verballhornt. Siehe auch Aretinos Einleitung zu den Kurtisanengesprächen, der sie seinem Affen widmet.

Samstag, 20. Mai 2006, 10:43, von donalphons |