Besser online sterben, als im Print verderben

Ich bin selbst Journalist und habe keine allzu gute Meinung von meinen Kollegen. Sagen wir mal, ich bin ein Schmutzfink, aber es ist nicht mein Schmutz, den Schmutz haben andere verbrochen, und ich durfte in der New Economy erleben, wie schnell eine Medienmaschine Amok laufen kann. Wenn mir also jemand erzählen will, dass sich Journalismus an neue Gegebenheiten anpassen kann oder etwas mit Ehrlichkeit oder gar Qualität zu tun hat, kann ich nur trocken husten. Gestern, bei Besser Online, einem Kongress des DJV, hätte ich auf dem Podium Asthma bekommen müssen. Dabei waren mit Vertretern von Rheinischer Post/Opinio, Handelsblatt und Netzeitung durchaus Leute auf dem Podium, die Konzepte für den Wandel der Onlinemedien in der Tasche haben.



Zuerst mal: Wenn von denen da oben einer überlebt, dann ist es Michael Maier von der Netzeitung. Zum einem, weil der die Netzeitung 6 Jahre lang im schlimmsten Grabenkrieg der Mediengeschichte seit 45 durchgeboxt hat, auf dem schlimmsten aller Märkte. Überleben ist bei Maier Programm. Und er hat verstanden, dass es mit klassischen Zeitungen und deren Übertragung ins Netz nicht weiter gehen kann. Zeitungsmarken haben keine Bindungskraft mehr, Nutzer zappen, und die Qualitätsansprüche der Herren Redakteure sind ihnen egal. Nutzer wie ich aber werden den Maier lieben. Denn der Maier kann den Mund nicht halten, er beugt sich dauernd rüber beim Sermon anderer und kommentiert, und zwar so, dass man ihn bitten möchte, in Zukunft doch bitte auch im Blog zu kommentieren, so bissig und treffend ist er. Ich denke, der hat verstanden, dass Kommunikation nicht mehr Gatekeeper ex cathedra zu viele dumme Deppen ist, da kann man über Readers Edition denken, was man will.

Was mir aber in Erinnerung geblieben ist, ist der unausgesprochene Vorwurf an die Nutzer: "Wir haben doch alles richtig gemjacht, wir haben uns immer um Euch gekümmert, wir investieren wieder im Netz, und jetzt fangt Ihr mit dem Bloggen an, obwohl wir doch so viel besser sind als Ihr." Das hat keiner gesagt, aber es war fühlbar, in den verstockten Fragen aus dem Publikum - von dem nur 1/3 regelmässig Blogs lesen, soviel zum Thema Medienkompetenz bei Online-Journalisten - und auch beim Bemühen der Leute auf dem Podium, Blogs etwas entegegen zu setzen. Gerade beim Moderator hatte ich den Eindruck, dass er Blogs als unangemessene Diener vor der Haustür des Medienpalastes empfindet, die sich erdreisten, keine Diener mehr sein zu wollen und selber ihre Hütten bauen. Wie ungerecht. Aber, da ist man sich einig, Journalisten wird man dennoch immer brauchen.

Ich fühle mehr und mehr eine Entfremdung zwischen denen und mir. Ich bin beides, Journalist und Blogger, und ich merke, was geht und was schrumpft. Das Kernproblem ist die Frage des Geldstroms. Was passiert, wenn es Micropayment gibt zwischen Autor und Leser? Wenn ich einem, den ich mag, für den einen brillianten Blogeintrag den Euro zukommen lassen kann, den ich normalerweise für die strunzdumme Tageszeitung ausgeben würde? Und was geschieht, wenn Medienkonzerne unter dem Druck der Entwicklung ihre sicheren Gitter, in dem Journalisten aufgehängt sind, abbauen und nur noch das gut bezahlen, was gut gelesen wird und bei der Werbebranche als sicherer Sale gilt? Das alles geht online, es hat erst mal keine Bedeutung für die Blogs, mir ist es egal, ob jemand das hier mag, aber für den Journalismus ist das die Hölle, die im Saal aber keiner sehen will.

Natürlich dauert das noch Jahre. Natürlich werden wir jetzt erst mal wieder einen Hype erleben. Und einen Zusammenbruch, wenn das, was da auf dem Podium war, alles sein sollte. Und dann wird sich die Frage nochmal stellen: Wozu braucht man heute noch Medien? Für eine gewisse Grundversorgung. Aber im Internet ohne Grenzen bedeutet das, dass man in Deutschland mit ein paar tausend Stellen auskommt. Der Rest muss sich eine neue Existenzberechtigung suchen, und ich prophezeihe hier und jetzt: Wasser in der Wüste suchen wird dagegen ein Vergnügen sein. Journalisten haben unter Druck gelernt, sich als Freie den PR-Agenturen, den Werbenden und auch den Medien anzudienen. Aber was sie nicht können ist, sich dem Leser andienen. Ohne das wird es aber in Zukunft nicht gehen.

Und der Leser ist kein Stück Leservieh, den man irgendwie digital auch per Podcast und Video multimedial abfüttert, er ist

KEIN LESER.

Sondern ein Individuum mit einer Stimme und einer Persönlichkeit. Und wer das nicht Ernst nimmt, wird verrecken, nicht von Stund an, aber der Tumor greift längst um sich und nichts wird ihn aufhalten, solange der Mensch ein Mensch ist, und kein Stück Clickvieh.

Fastfood oder Vollwertkost, was wird Onlinejournalismus sein, war die Frage. Einfache Antwort: Tot, and I´m leaving on my jetplane mit erstklassigem Catering.

Sonntag, 28. Mai 2006, 11:53, von donalphons | |comment

 
Absolut treffende Analyse!

Hinzu kommt noch, dass der gemeine Journalist den Schuss verpennt hat. Mich ruft regelmäßig ein geschätzter Kollege an und fragt mich nach diesem und jenem aus der Großen Welt der Weblogs. Ich sach dann immer: "Hey, lies doch mal selbst in ein paar Blogs. Dann wirst du verstehn."
Seine ebenso regelmäßige Antwort: "Keine Zeit..."
Wenn ein Journalist keine Zeit hat, sich um die Zukunft seines Berufs zu kümmern, dann hat er seine finale Kündigung schon unterschrieben.
Ähnlich auf Kundenseite: "Bringen Sie uns doch mal ins Handelsblatt."
Ich: "Wieso?"
Kunde: "Das lesen doch alle..."
Tun sie nicht, denn auch das zeichnet sich ab, dass die diversen Leitmedien ihre Deutungshoheit längst verloren haben - und das nicht nur wegen Blogs, sondern diverser anderer Online-Informations- und Kommunikationsinstrumente.
Alle miteinander hilflos und verzweifelt: Journalisten (Tendenz: Resignation), PR-Leute (Tendenz: Amokalaufen), Marketingsfuzzis in den Unternehmen (Tendenz: Orientierungslosigkeit). Nicht verzweifelt ist das "Individuum mit Stimme und Persönlichkeit", denn das lernt die Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten mehr und mehr schätzen und hat den Glauben an die klassischen Medien längst verloren.

Nur: Überschätzt das Bloggen nicht.

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solange die Journalisten nicht anfangen ihren Job zu machen (analysieren, Zusammenhänge zeigen, entlarven, erklären, und das alles möglichst unabhängig, und nicht nur den diversen Lobbies und Buzzern nach dem Maul schwätzen und selbst auf jede noch so durchsichtige Meinungsmache reinfallen und weitertragen) wird das nix mit dem "Beruf" Journalismus. Denn Säue durchs Dorf treiben können die Blogger besser, und wenn es um Meinung und Subjektivität geht machen Journalisten schon von Natur aus keinen Stich. Die sollten also nicht auf interessante "Alleinstellungsmerkmale" anderer schielen, die niemals ihre sein können sondern sich vielleicht mal wieder auf die eigenen konzentrieren.

Ist wie in der Politik, die macht sich auch obsolet, einfach, weil sie ihren Job (sich ums Gemeinwohl kümmern) nicht macht. Statt dessen spielt sie den Zuträger für eine Amok laufende Globalwirtschaft, Hand in Hand mit breiten Teilen des "professionellen" Journalismus, und setzt sich damit ebenso wie letzterer von der "realen" Welt ab. Und ist für diese eben dann in der Konsequenz - achtung, das R-Wort - nicht mehr relevant. Völlig unabhängig davon, ob es Blogs gibt oder nicht (mit Blogs fällt's nur schneller auf)

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@hellblazer: Das Problem, dass "Journalisten ihren Job nicht machen", liegt auch, aber eben nicht nur an unseren entthronten Meinungsfürsten, die kein Land mehr sehen, weil sie zu "Johann ohne Land" geworden sind. Ob es stimmt, dass sie schon tot sind, es nur noch nicht wissen, sollen andere entscheiden.

Hauptveranwortlich sind aber die Geldgeber: Die Vorgaben der Zeitungsbesitzer und ihrer Erfüllungsgehilfen lassen gar kein "analysieren, Zusammenhänge zeigen" usw. mehr zu. Irgendwann vor etwa 15 Jahren fing das an mit der schnellen Häppchenkost, mit dem Text zur Werbung, was der Leser angeblich wünsche, obwohl er den neuondulierten Traditions-Medien doch gleichzeitig in Scharen wegrennt. Aber gaaanz bestimmt nicht deswegen.

Parallel wurden wegen der "negativen Kostenstruktur" die Stellen ausgedünnt, "vite, vite!" hieß plötzlich überall die Devise, und vor allem nichts gegen (aber alles für) die Anzeigenkunden schreiben. So sieht die Medienlandschaft heute auch aus: wie ein selbstverwüstetes Trümmerfeld. Immer mehr "Special Interest" bei immer kleinerer Auflage, immer weniger Köpfe in den Redaktionen, überall der gleiche Unstil, und ein marketing-verordnetes Bild vom Leser, dass es die Sau graust. Kein Wunder, dass eben dieser Leser "Bääh!" sagt.

Das ist das eine: Auf der anderen Seite sind aber auch die Journalisten - sofern sie bspw. an regionalen Abonnementszeitungen fest angestellt sind, eine Zunft von einer fast schon beamtenhaften Verfettung des Geistes, träge, selbstzufrieden, gewohnt, Presseerklärungen "umzustricken" und auf den Events zum Prosecco die gebotenen Häppchen zu verschlingen. Dazu voller Irrtümer: So heißt es, gerade der "zukunftsträchtige Online-Journalismus" müsse mit extrem knappem "Content" arbeiten, das sei der Stil der Zukunft - Leser seien alles Einsatz-Stammler, die ihre Zeit zum Shoppen benötigen und beim ersten Nebensatz schon aus der Kurve fliegen: Pawlow Redivivus - für uns genügt ein Reizwort, schon fließt der Speichel, und der Anzeigenkunde macht sein Geld.

Dann kam die Rache des ge- und verschmähten Lesers durch die der Do-it-yourself-Lektüre in den Blogs. Hier schreiben sich Leser das, was sie gern lesen. Davon könnte der ganze Journalismus lernen - und die Journalistenschulen vorneweg: Ich gucke mir bspw. poodlepop an, die Rückseite der Reeperbahn, die ganze erfolgreiche Blogger-Szene (um hier nicht allzu duftend pro domo zu sprechen) - und was ist? Deren Texte muss man scrollen, bis das Mausrad qualmt und sich der Bildschirm biegt, so lang sind sie oft. Als Zusatznutzen gibt es etwas, was der durchschnittliche Redakteur gar nicht mehr beherrscht: nämlich Stil oder aber - horribile dictu! - gar Witz.

Aber ich will hier nicht länger in Spaghetti-Code verfallen - obwohl ich bei dem Thema "so einen Hals kriegen" könnte.

MfG

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@ rainer: Nein, ich überschätze das Bloggen als Medium nicht, da hat es kaum Bedeutung. Es ist eine private Sache, aber dadurch, dass sie öffentlich stattfindet, schafft sie Alternativen zu den Medien. Dabei spielt es für die Konkurenz keine Rolle, ob es ein Blog mit 10 Millionen Lesern oder 1 Million Blogs mit 10 Lesern gibt - die Leser sind erst mal weg.

Ansonsten gleube ich auch nicht, dass die kommenden Zeiten die der New Economy wieder aufgreifen werden. Wir reden nicht über eine strahlende Zukunft für alle, wir reden über eine extrem komplexe Situation mit völlig neuartigen Kommunikationsstrukturen und Informationsbeschaffung, die es Zeitungs- und TV-Zeitalter technisch nicht geben konnte und die die Info-Parasiten des Medien-Werbekomplexes geschaffen hat. Es wird sicher viele Verlierer geben, vor allem Medien, Medienoligarchien und Journalisten, und wenige Gewinner. Ich bin mir sicher, dass die Loser es erst begreifen werden, wenn die Werbung weg ist. Hat der Maier gestern auch gesagt, aber das wollen die nicht hören

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"Überschätzt das Bloggen nicht."
donalphons schrieb:
>> Dabei spielt es für die Konkurenz keine Rolle, ob es ein
>> Blog mit 10 Millionen Lesern oder 1 Million Blogs mit
>> 10 Lesern gibt - die Leser sind erst mal weg.

Warum? Deine Leser sind doch auch nicht notwendigerweise für ewig und immerdar weg, wenn sie in deinem Blog auf einen Link zu einer anderen Seite klicken.

Will sagen: Nur weil plötzlich Web-Tagebücher populärer als früher sind, heißt das nicht, dass Printmedien komplett obsolet sind.

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doch - wenn sie sich weiterhin selbst so obsolet machen wie im Moment...

@chat: klar, die "ökonomischen Zwänge" kommen auch dazu. Drum aber sprach ich ja mit eben jenen Begriffen, die die - vielleicht - noch verstehen... ;-)

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Wann holen die Blogs BILD ein?
hellblazer schrieb: >> (...) wenn sie sich weiterhin selbst
>> so obsolet machen wie im Moment...

Schöne Theorie!

Hast du irgendwelche Theorien darüber, wann Blogs etwa die Reichweite der BILD-Zeitung erreichen werden? Oder des Print-SPIEGELs?

Laut Nielsen/NetRatings sind derzeit "nur" 60 Prozent der Deutschen online. "Nur" 40% der Deutschen wertet Nielsen/NetRatings als "active Internet users ", die mindestens einmal im Monat auch wirklich online sind. (Die Zahl der "active users" ist interessanterweise im März gegenüber dem Februar gesunken, was in zehn erfassten Ländern sonst nur im Vereinigten Königreich der Fall war.)

Wenn Journalisten obsolet sind, welche Informationsquellen werden deiner Meinung nach die 50 Millionen Deutschen verwenden, die keine aktiven Internet-Nutzer sind?

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Wieviele aktive Zeitungsnutzer gibt es denn - das wäre die nächste wichtige Frage. Und wie gross ist die Schnittmenge? Wieso haben so ziemlich alle Zeitungen ein Problem, junge Käuferschichten zu erschliessen? Warum geht die Werbebranche weg von der Giesskannenwerbung im Print hin zu den Plattformen? Wo ist die werberelevante Zielgruppe? Was sind die Folgen für die Erlöse der Zeitungen? Das alles sind weitere Fragen. Und da helfen Prozente auch nicht weiter.

Ich war im Winter auf einem Podium in Chemnitz. Auf die Frage an die 200 Kommunikationsstudenten, wer von denen eine Tageszeitung liest, meldete sich weniger als die Hälfte. Und was die Reichweite angeht, ist es egal, ob 10.000.000 ein anderes Medium lesen oder 100.000 Blogs 100 Leser haben - sie sind WEG. Es geht nicht um die Grösse eines Blogs, es geht um die Grösse der Blogosphäre. Und wer die Leute sind.

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Komisch Herr pjebsen,

immer dann, wenn die journalistische Zunft demonstrieren will, wie groß und wichtig sie ist, wird die BILD-Zeitung ausgepackt. Dann gilt sie als "die" Informationsquelle.

Nun, es gibt da ein kleines Problem. Sollte das, was die BILD-Zeitung macht, wirklich Journalismus sein? Wenn ja, dann ist die Journalisten-Zunft mehr als nur am Arsch. Wenn nein, warum dann die BILD-Zeitung als Vorzeige-Produkt verwenden?

Für Journalisten mit Eiern ist es mehr als höchste Zeit, sich von der BILD-Zeitung zu distanzieren. Sonst nimmt bald (jetzt?) niemand mehr Journalisten ernst.

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gibsmir schrieb: >>immer dann, wenn die journalistische
>> Zunft demonstrieren will, wie groß und wichtig sie ist
>> ...

Das will dieser Angehörige der Zunft gar nicht.

>> .... wird die BILD-Zeitung ausgepackt.

Du hast geflissentlich übersehen, dass ich auch den SPIEGEL erwähnte.

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Bester Herr Pjebsen, in Äthiopien sind sogar nur 0,05 Prozent der Einwohner online. Dort machen die Journalisten also alles richtig, wenn sie wie gewohnt vor sich hin trommeln.

MfG

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Den Kampagnero-Spiegel, der Wikipedia kopiert, gezielt und wissentlich einen Krawall gegen Jürgen Trittin herbeischriebt und ansonsten mit dem Focus ein Wettrennen beim Senken der Qualität macht? Schon mal reingeschaut bei denen?

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@pjebsen: Es geht nicht um "Einschaltqoten". Aber genau dieser Glaube, dass es um solche ginge, wenn das "Relevanz"-Wort hervorgkramt wird, ist das, was ich für die Hauptwahrnehmungslücke halte.

Die BLÖD-Leser, auch viele SPIEGEL-Leser, egal, alle Medien-"Konsumenten" (die "Old"-Media, ohne Rücklaufkanal o.ä.), die, die sich "informieren lassen", klar, derer gibt es immer mehr als die, sich "sich informieren". Aber, bittschön, wer geht eher zu Wahlen, wer macht sein Maul eher auf, wer versucht eher, in seiner Reichweite Dinge zu ändern (nicht nur Stammtischsprüche klopfen) und wer kann somit eher als "Multiplikator" gelten von Ideen, Reflexionen, etc.?

Wer also ist "relevant", nicht für die Medienwirtschaft sondern für die Gesellschaft? Und wer ist relevanter: die aktive Kommunikation und Multiplikation oder die reine Konsumbefriedigung des Pantoffelhelden auf der Couch, der, wenns das nicht mehr gibt, halt woanders hinzappt, hauptsache mundgerecht schluckbar, aber ohne Nachhall (außer vielleicht einem kurzen müden Rülpser um ein gemurmeltes "jaja, diese Killerspiele machen unsere Jugend kaputt" um dann dem Kleinen kurz präventiv eine zu schallern "Wehe ich erwisch dich mal mit so nem Gewalt-Scheiß, dann kannst du aber was erleben!!!") - Außerdem gings ja auch um die Journalisten, also die Menschen, die diesen Beruf ausüben (wollen) - und die vergessen zu haben scheinen, dass sie mal "Journalist" sein wollten - und nicht austauschbarer, und somit wiederum irrelevanter, Umgebungslieferant für die Werbebranche...

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"Relevant" vs. "obsolet"
hellblazer schrieb: >> Wer also ist "relevant", nicht für die Medienwirtschaft sondern für die Gesellschaft? <<

Du beantwortest eine Frage, die ich nicht gestellt habe. Nicht so "relevant" zu sein wie Menschen, die Online-Tagebücher schreiben und lesen, heißt nicht notwendigerweise, dass man dadurch "obsolet" ist.

chat atkins schrien: >> (...) In Äthiopien sind sogar nur 0,05 Prozent der Einwohner online. Dort machen die Journalisten also alles richtig, wenn sie wie gewohnt vor sich hin trommeln. <<

Das ist das Tolle an Blogs - man kann ungetrübt von Sachkenntnis herumschwadronieren und dabei depperte Vorurteile bedienen! Sollte ich mal von einem Textatelier eine Abhandlung über die afrikanische Medienszene brauchen, weiß ich, wen ich nicht kontaktieren würde. ;-)

donalphons schrieb: >> (...) Was die Reichweite angeht, ist es egal, ob 10.000.000 ein anderes Medium lesen oder 100.000 Blogs 100 Leser haben - sie sind WEG. <<

Nicht notwendigerweise. Wenn ihnen ein gutes Angebot gemacht wird, kommen sie möglicherweise wieder. Der Chefredakteur der Vorarlberger Zeitung beispielsweise berichtete kürzlich bei einer interessanten Veranstaltung in München, dass es seinem Blatt u. a. durch Bürgerforen per Mailingliste gelungen sei, weiterhin auch jüngere Leser zu erreichen: >> Trotz Konkurrenz der österreichischen Kronen-Zeitung haben die Vorarlberger in ihrem Verbreitungsgebiet 70% Reichweite (und stolze 60% bei den 14-29jährigen) sowie einen Aboanteil von 93%. << blog.zeit.de/meckern/?p=47

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Zwei Sachen: Erstens sehe ich Links zu Angeboten wie der Zeit ganz gern als Nichtlinks. Zweitens dürfte unter uns Chorknaben allgemein bekannt sein, dass der österreichische Markt ein anderer als sonstwo jenseits von Nordkorea und China ist. Und auch hier ist der Stadard gerade wegen seiner Onlinetochter dabei, den anderen das Wasser abzugraben - soeben haben sie die Presse überholt.

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Das ist es doch: Auf einmal entdecken die Journalisten die Vorarlberger Zeitung. Das machen die dort seit Jahren schon. Konnte man auch schon vor Jahren in den Fachblättern bis hin zur Kundenzeitschrift von HeidelbergerDruck lesen. Und die Fachkreise und Journalistenkollegen haben die Nase gerümpft, angesichts der Anbiederung an den Leser.

Nun wo das Wasser bis zum Hals steht, erweitert sich der Horizont. Nur kann man sowas wie bei der VZ nicht in ein paar Monaten aufziehen. Da braucht es Jahre, die die hiesigen Verlage verschlafen haben.

Ich persönlich halte diese Durchdringung der einer Lokalzeitung in alle Bereiche einer Region (Print, Radio, Veranstaltungen, Rabattmarken usw.) auch nicht für die letzte Weiusheit. Aber es ist ein Ansatz - besser wie auf den Tod warten.

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strappato schrieb: >> Auf einmal entdecken die Journalisten die Vorarlberger Zeitung. Das machen die dort seit Jahren schon. <<

<Gähn>. Wenn wir diese Debatten vor Jahren geführt hätten, hätte ich die Vorarlberger Zeitung auch hier schon vor Jahren erwähnt.

>> Und die Fachkreise und Journalistenkollegen haben die Nase gerümpft, angesichts der Anbiederung an den Leser. <>

Das ist mir neu. Ich habe bisher nur Positives über die Multimedia-Erfolge der Zeitung gehört.

>> Da braucht es Jahre, die die hiesigen Verlage verschlafen haben. <<

Stimmt, das sehe ich genauso.

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Seit wann kennen sie das Konzept der Vorarlberger Zeitung? Als darüber vor 2-3 Jahren die ersten Berichte in Deutschland auftauchten wurde dies von Journalisten und Verlegern ziemlich niedergemacht.

Und ehrlich: Ich glaube, dass die meisten Journalisten zwar das Konzept interessant finden, aber im Inneren froh sind, dass sie das nicht mitmachen müssen.

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strappato schrieb: >> Seit wann kennen sie das Konzept der Vorarlberger Zeitung?

Daran kann ich mich doch jetzt nicht mehr erinnern. Ich habe vor zehn Jahren zum ersten Mal eine Online-Redaktion geleitet und beobachte seitdem auch die österreichische Szene.

>> Ich glaube, dass die meisten Journalisten zwar das Konzept interessant finden, aber im Inneren froh sind, dass sie das nicht mitmachen müssen. <<

Dann entgeht ihnen vieles.

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Hyperlinks verboten!
donalphons schrieb: >> Erstens sehe ich Links zu Angeboten wie der Zeit ganz gern als Nichtlinks. <<

Großartig!

Natürlich kannst du entscheiden, wer hier wie zu wem verlinken darf. Ist schließlich dein Blog.

Dennoch finde ich es absurd, zum einen dem Journalisten an sich Schnarchsäckigkeit in Bezug auf Online-Medien vorzuwerfen, und dann selbst einen der Kernaspekte des WWW - den guten alten Hyperlink - auszumerzen. (Eine Praxis, die ich eher kurzsichtigen Betreibern von Corporate Sites zugetraut hätte, und nicht einem Blogger.)

Du solltest dich mal mit Sabine Fischer unterhalten, einer der Referentinnen von BesserOnline. Sie forderte die "(Wieder-)Entdeckung des Hyperlinks" - u. a. mit folgendem Argument: Wer auf seiner Site interessante Inhalte hat, muss sich um Abwanderung wg. Hyperlinks keine Sorgen machen ...

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gucks du hier...

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@hockeystick:
Wikipedias PageRank erhöhe ich gern durch Gucken. ;-)

Das mit dem PageRank ist mir schon klar. Allerdings denke ich, dass die Interessen der Nutzer im Vordergrund stehen sollten - zur ZEIT per Klick gelangen zu können, ist nutzerfreundlicher als Copy & Paste.

Aber vielleicht sind donalphons andere Gesichtspunkte wichtiger als die Interessen der Nutzer ...

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Sie sind nicht verboten, sondern es wird nicht gerne gesehen, wenn solche Pseudoblogs durch direktes Linken auch googlerelevanzmäßig aufgewertet werden. Das probieren diese Randows u. A. auch selbst mal gerne: hier das eigene Profil wetzen, ohne sich mit dem gemeinen Blogger gleich gemein zu machen.

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logog schrieb: >> (...) Es wird nicht gerne gesehen, wenn solche Pseudoblogs durch direktes Linken auch googlerelevanzmäßig aufgewertet werden. <<

Putzig, welche Befindlichkeiten es unter den Freunden des freien und weltweit vernetzten Meinungsaustauschs gibt.

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Ich würde es nicht Befindlichkeiten nennen, es ist eher ein stilsicherer Geschmack, den der Gastgeber hier zelebriert. Und es gibt selbstverständlich auch eine Vorgeschichte dazu, einfach mal suchen.

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Ach Herr pjebsen, nun deuten Sie mal nicht Zensur an.

Links der Form http://www.einer-macht-sich-wichtig.irgendwas gehen hier ganz locker durch. Die darf sich jeder selber in die Addresszeile des Browsers kopieren. Anklickbare Links auf normale Seiten wie http://www.google.de gehen hier auch locker durch. Links auf OpenBC-Profile (anklickbar oder nicht) gehen hier nicht durch.

Und jetzt sagen Sie nicht, das wäre bei klassischen Medien anders. Da gibt es auch Dinge oder Personen die nicht erwähnt oder nur umschrieben werden, die aus Leserbriefen rausgestrichen werden. Sogar bei staatstragenden Medien.

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logog schrieb: >> es ist eher ein stilsicherer Geschmack, den der Gastgeber hier zelebriert <<

Interessante Interpretation. Wenn eine verlinkte Site wie ZEIT.de irgendjemandes Geschmack nicht trifft, zwingt niemand ihn, auf den betreffenden Hyperlink zu klicken. Diese Entscheidung muss einem doch kein Gastgeber abnehmen!

gibsmir: >> nun deuten Sie mal nicht Zensur an <<

Warum sollte ich Zensur "andeuten"??? Wenn ich des Gastgebers Vorgehensweise als Zensur sähe (was ich nicht tue, da dieser Begriff darauf nicht zutreffen würde), würde ich das klar sagen.

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Nein, die Entscheidung einem Link zu folgen, wird keinem hier genommen. Eher die, einem nicht an Stilfragen oder Gründen interessierten Kommentator, einfach Links zu setzen.

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logog schrieb: >> einem nicht an Stilfragen oder Gründen interessierten Kommentator <<

Das erinnert mich an eine frühere Bemerkung ("ungetrübt von Sachkenntnis herumschwadronieren"): Bewundernswert, wie unbekümmert du über die angeblichen Interessen von Kommentatoren spekulierst ...

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Im Gegenteil, ich bin bekümmert. Dass mein Sprachvermögen nicht ausreicht, dir mit höflichen Worten die Gepflogenheiten in diesem Blog anzudeuten. Eine Spekulation war, dass mein Versuch für dich von Nutzen sein könne. Auf irgendwelche Flames habe ich aber keine Lust, da packt der Don dann irgendwann die Peitsche aus. Also lassen wir es gut sein.

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Tscha, Herr pjebsen ...

Medienrevolutionen beginnen natürlich immer damit, dass "alle" sie gleich haben und nutzen. Schauen wir mal auf Beispiele:

Da gab's das Entstehen der Öffentlichkeit in der Lessing-Zeit. Diese Öffentlichkeit war aber trotzdem auf ein Prozent der Bevölkerung beschränkt. Und zwar "zunächst" ...

Dann kam der Rundfunk. Wer hatte denn 1925 ein Radio? Ähnlich später beim Fernsehen.

Wenn Sie die Bedeutung einer Medienumwälzung wirklich daran festmachen wollen, ob bereits eine "Mehrheit" der Bevölkerung das neue Medium nutze, dann haben Sie schlicht keine Ahnung von Medienrevolutionen. Sondern Sie eifern nur für alte Medien.

MfG

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chat atkins schrieb: >> Wenn Sie die Bedeutung einer Medienumwälzung wirklich daran festmachen wollen, ob bereits eine "Mehrheit" der Bevölkerung das neue Medium nutze ... <<

Natürlich kann man Veränderungen in der Medienszene nicht daran festmachen, ob sie von einer Mehrheit mitgetragen werden. So etwas habe ich nie behauptet.

Ich kann lediglich den übereuphorischen Blog-Hype noch nicht so recht nachvollziehen.

>> ... dann haben Sie schlicht keine Ahnung von Medienrevolutionen. <<

Ich sehe im Moment noch keine Medienrevolution, sondern lediglich eine sehr erfreuliche Evolution. Ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen - aber bitte mit nachvollziehbaren Fakten statt mit ignorantem Journalisten-Bashing.

>> Sondern Sie eifern nur für alte Medien. <<

Das Internet ist für mich schon längst ein altes Medium, dafür eifere ich also gern. Ich bin seit knapp 20 Jahren online, habe vor der Popularisierung des WWW Plattformen wie The WELL (Whole Earth 'Lectronic Link in Sausalito), CompuServe USA, Usenet-Newsgroups sowie deutsche Mailboxen frequentiert und bin seitdem privat als auch häufig beruflich eingefleischter Onliner.

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Jebsen, für Leute, die das alles noch nicht kennen: Es gab vor Äonen eine Debatte um "No follow" in Links, die in Blogkommentaren stehen. Wordpress und Google fanden das genz grosse Klasse, viele Blogger wie ich hingegen nicht. Das heisst, dass die Links in diesem Blog google-relevant sind. Und natürlich ist es meine Sache zu entscheiden, wer von meinem hohen Pagerank profitiert und wer nicht. Der arrogante Blogschleim der Zeit gehört definitiv zu zweiter Gruppe, und ich sehe nicht ein, warum ein hier aufschlagender Kommentator plötzlich das Recht haben sollte, diese meine Entscheidung gegen die Förderung von arrogantem Blogschleim in Frage zu stellen. Ich verlinke gern und viel, aber nicht sowas. Wer es tut und was mit dem Laden zu tun hat, ist halt Kommentarspammer und nichts anderes als jedes andere Stück Viagradreck, das hin und wieder aufschlägt. Das setze ich nun schon eine Weile durch, und geschadet hat es allenfalls ein paar drittklassigen kommerziellen Angeboten. Das ist mein Recht als unkommerzieller Blogger. Und dabei ist es mir scheissegal, ob jemand as dagegen hat, und mag er die Hperlinks auch erfunden haben im ausgehenden Pleistozän. Wer Newsgroups will, ist hier falsch - das ist ein Blog.

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donalphons schrieb: >> ich sehe nicht ein, warum ein hier aufschlagender Kommentator plötzlich das Recht haben sollte, diese meine Entscheidung gegen die Förderung von arrogantem Blogschleim in Frage zu stellen <<

Alphonso, es wundert mich nicht, dass es in diesem Blog nicht gern gesehen wird, wenn man Entscheidungen des Gastgebers in Frage stellt.

>> Wer es tut und was mit dem Laden zu tun hat, ist halt Kommentarspammer <<

Ich bin mit ZEIT.de weder verwandt noch verschwägert.

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Bester Herr Jepsen, es lassen sich sehr wohl die notwendigen Denkvoraussetzungen eines Satzes erschließen. Früher hieß das mal Hermeneutik, heute heißt es wohl Dekonstruktivismus. Wenn Sie triumphierend darauf herumreiten, dass doch so viele Leute noch gar nicht im Internet wären, dann lässt sich daraus sehr wohl schließen, dass "Menge" für sie ein Kriterium ist, ein neues Medium abzuwerten. Nebenbei: Ich weiß selbst auch, wie nervtötend einst das Modem quietschen konnte, wenn es mal ein paar Kilobyte Daten schaufeln sollte. Obwohl ich also vermutlich ebenso lange wie Sie im Netz bin, habe ich den Blog-Bereich trotzdem erst circa vier Wochen "entdeckt". Weil ich zuvor der Irrelevanz-Behauptung traditioneller Medien auf den Leim gegangen war. Nicht das Internet ist also das "neue Medium", sondern das Bloggen - oder das Jedermann-Publizieren. Noch anders ausgedrückt: Unter Umgehung von Verlag, Druckerei, Vertrieb und noch so mancherlei erhält jeder alphabetisierte Bürger nahezu ohne Kosten freien Zugang zur Öffentlichkeit, die wiederum frei über Erfolg und Misserfolg, also über Gelesen- und Verlinktwerden, entscheidet. Das ist die Revolution - die "gatewatchers" aus Print, Funk und TV sind ausgegrätscht. Und auch der Kommerz weiß einfach nicht, wie er diese Szene über den Schnabel nehmen soll, weil ihm immer dann, wenn er in dieser hochinteressanten Zielgruppe werblich und penetrant wird, die mündig gewordenen schreibenden Leser wegrennen.

"Journalisten-Bashing" ist übrigens nichts Neues: Ich frage mich sogar, wann dieser Berufstand jemals in der Geschichte ein sympathisches Image gehabt hätte? Schon Lessing nahm in den antiquarischen Briefen den Publizisten Klotz auseinander; der Heine-Börne-Konflikt ist - wie das ganze jungdeutschen Umfeld damals - auch nicht mehr als ein journalistischer Intrigenstadel; der keinesfalls Menschheitsinteressen verhandelte; Fontane wusste über seine Berufskollegen auch manches Treffende zu sagen; ebenso Kerr; Karl Kraus hat Tausende von Belegen für die "Zerstörung der Welt durch schwarze Magie" in seiner Fackel sich ja nicht aus den Fingern gesaugt, sondern brav aus Wiener Zeitungen ausgeschnitten; Fallada lässt aus eigener Erfahrung in "Bauern, Bonzen und Bomben" den prototypischen, rückgratgeknickten, versoffenen Journalisten durch die Handlung stolpern; bis auf Tucholsky oder Joseph Roth, die ins Exil gingen, machte fast die gesamte publizistische Elite der Weimarer Republik ihren Kotau vorm Gröfaz, heute dürfen umfangreiche Anti-Windkraft-Artikel ins "Schlachtschiff der Demokratie" einrücken, weil der Herausgeber an der Wingst ein Gestüt betreibt, und seine Zossen durch wirbelnde Flügel nervös werden könnten. Sauge ich mir das alles aus den Fingern? Und da reden Sie von Journalisten-Bashing? Hier geht es wirklich noch harmlos zu.

MfG

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Revolution, Evolution. So sehen es nur die Gralshüter der öffentlichen Meinung, die ihr Monopol bedroht sehen. Und natürlich auch die Werbeplaner, denen die schöne übersichtliche Welt der Medienpartner verloren geht.

Dagegen machen die Nutzer nur das, was sie immer gemacht haben: Ihre Meinung sagen. Dass dies nun im Internet passiert und nicht nur im Freundeskreis spielt da keine Rolle und wird auch nicht als so revolutionär empfunden.

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strappato schrieb: >> Ob im Freundeskreis oder im Internet spielt da keine Rolle und wird auch nicht so revoltionär empfunden. <<

Wo man etwas sagt, spielt sehr wohl eine Rolle. Don Alphons etwa verbittet sich, dass man hier seine Entscheidungen diskursiv in Frage stellt.

chat atkins schrieb: >> Nicht das Internet ist also das "neue Medium", sondern das Bloggen - oder das Jedermann-Publizieren. <<

Das Jedermann-Publizieren ist etwa so alt wie das populäre WWW. Es wird heute nur intensiver praktiziert.

Ach, übrigens: Gegen Journalisten-Bashing habe ich nichts. Nur gegen ignorantes. Das habe ich klar so geschrieben.

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Ach Herr Jebsen, ihr Musikgeschmack macht sie mir sehr sympathisch. Aber hören sie doch einfach mal auf, auf dem Hausherr hier rumzuhacken. Machen sie ein blog auf, und lassen sie sich dort über die Gepflogenheiten dieses blogs aus. Da wären sie nicht der Erste. Denn das ist das neue: Jeder kann innerhalb von wenigen Minuten eine Plattform ins Netz stellen, auf der er seine Gedanken veröffentlicht.

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Lieber Herr Jebsen,

Sie täuschen sich mit "Don Alphons etwa verbittet sich, dass man hier seine Entscheidungen diskursiv in Frage stellt." ich erlaube hier eine ganze Menge. Aber wenn mir einer auf den sack geht, fliegt er hier hochkant raus, und wenn er Pech hat, nagle ich auch noch ein paar hübsche arrogante Zitate von ihm auf die Eins und zeige mit etwas Recherche, was für ein erbärmliches Würstchen er doch in Wirklichkeit ist, und jeder darf es kommentieren*. Das ist hier altes Herkommen, und hat noch immer begeisterte Freunde gefunden. Orlovsky sagt: S ist mal bei mir so Sitte: Chacun à son gout! Und ich finde das ziemlich treffend.

Wenn Sie das mit den Links nicht nachvollziehen können, ist es mir auch egal. So ist es hier aus meines Erachten guten Gründen. Wer auf die Zeit verlinken will, soll dort bitte erst mal Leute wie den Lücke, den B.Scheuertmann und etliche andere auf die Strasse setzen. Dann können wir darüber reden, ob ich so eine Verlinkung zulasse. Im momentanen Zustand sollen die oder ihre Büttel bitte andere um Links anschleimen, es gibt genug Deppen in der Szene, die sich von sowas vielleicht geehrt fühlen. Also, weiter rumnörgeln in Richtung Schandpfahl oder zum Thema debattieren, was ist Ihnen lieber?

*Fragen Sie nach unseren Sondertarifen für BILD-Büttel!

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Ja, denn: Wenn es für Sie nichts Neues mehr unter der Sonne gibt, dann will ich einer zeit- und raumübergreifenden Allwissenheit, die gern mit Adjektiven bastelt, auch nicht länger in der Sonne stehen.

MfG

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@strappato: Schön, dass es hier auch Gemeinsamkeiten gibt (Musikgeschmack)! ;-)

Ich glaube, dass viele hier auch ansonsten in mancher Beziehung gar nicht so weit auseinanderliegen.

>> Machen sie ein blog auf, und lassen sie sich dort über die Gepflogenheiten dieses blogs aus. <<

Nee, bloß nicht. Ich kümmere mich in meiner Freizeit normalerweise lieber um angenehme Dinge ... ;-)

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@pjebsen: mag sein, dass Sie die Frage nicht gestellt haben - liegt wahrscheinlich daran, dass ich sie gestellt habe.... ;-)

Und was etwas obsolet macht hab' ich ja auch dazugesagt, insoweit kann ich dem Rückschluss, den Sie als fehlerhaft ankreiden, nicht folgen - wozu aber auch, denn den hat hier niemand gezogen, außer Ihnen - Sie werden aber keinen finden, dem Sie ihn in den Mund interpretieren können ;-)

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...in der Zirkuskuppel - ratlos?
"Dabei waren mit Vertretern von Rheinischer Post/Opinio, Handelsblatt und Netzeitung durchaus Leute auf dem Podium, die Konzepte füpr den Wandel der Onlinemedien in der Tasche haben." Haben sie wirklich? Und welche Konzepte sind das? Rettungspläne für die klassischen Medien? Entwürfe für eine neue Medienlandschaft? Wozu? Warum? Wieso? - Der jeweilige Zweck 'heiligt' die Mittel. Ob Zeitung, Fernsehanstalt, Online oder Blog: Was wollen die Medienmacher welcher Zielgruppe bieten? Content setzt voraus, dass ich - in mehrfacher Hinsicht - etwas damit anfangen kann....

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Nun, die Konzepte schliessen ja mit ein, dass man sich quasi an die Spitze der Bewegung setzt und den Raum für die Inhalte der anderen bietet. Was meines Erachtens der Versuch ist, die Paste in die geplatzte Zahnpastatube zurückzudrücken - aber hey, immerhin probieren sie es. Der Rest glaubt, dass die Paste für immer drin bleiben muss, weil es schon immer so war und Paste draussen nichts verloren hat.

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waterloo 2010
zahnpaste oder tubenernährung? wenn im newsblog mehr zu aktuellen themen zu erfahren ist, als aus der zeitung - oder gar aus dem 20h-ritual tagesschau z.b. - , dann muss sich der traditionelle nachrichtenhersteller fragen, ob seine ware zu lange im regal gelegen hat, falsch gelagert wurde oder schlecht eingekauft. - die von den etablierten medien eingeklagte professionalität und das angebliche bisherige 'festhalten' an tatsächlich schon nicht mehr erreichten journalistischen standards kann es allein nicht richten. - auch die aktuelle aufrüstung in sachen internetressourcen und -investitionen hat ihre grenze, wenn nicht eine ganze reihe heiliger kühe von der straße vertrieben werden. - die frage nach dem stellenwert des onlinejournalismus zeigt eigentlich nur, wie lange man schon ohne neue ideen arbeitet und altäre schmückt, an denen keiner mehr andacht hält. (kirchen, parteien, zeitungen...)

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Schlusslicht
Ja, wer hat denn behauptet, dass sich "Journalismus an neue Gegebenheiten anpassen kann" ? In den Redaktionen sieht es doch so aus, dass Journalisten den "neuen Gegebenheiten" im Normalfall nur hinterherrennen. Wer - aus dem Print-bereich - erinnert sich nicht an die Diskussionen zum Start der Online-Auftritte der Zeitungen? Da wurde doch mehr die Konkurrenz durch die neuen Kollegen gefürchtet, als dass man sich mit dem Thema als solches auseinandergesetzt hätte. Und Kollegen wie rainersacht sie beschrieben hat, sind wirklich keine Ausnahmeerscheinungen.

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Adam Smith
Die obigen Beschreibungen sind zum Teil zutreffend. Aber das ist für mich nicht das Interessante. Mich interessieren vielmehr die Schlussfolgerungen. Denn: Was spricht dafür, dass das Gesetz der Arbeitsteilung (Produktivität durch Professionalisierung) in den Medien nicht mehr gelten sollte? Die Frage lautet nicht, wodurch es konterkariert wird (PR, Unterfinanzierung, womöglich Dummheit ... ), sondern wieso es aufgehoben sein sollte. Anders gefragt: Jeder Mensch kann reden (oder ähnliches). Warum dann gibt es einen Markt für Vorträge?

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Weil man etwas zu sagen haben muß. Genau daran scheitern viele Journalisten heute - im Gegensatz zu Bloggern.

Da hilft auch das beißreflexartige Dissen von Bloggern im Rahmen einer Blog-Prämierung nix, gell?

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Inhalt muss vorhanden sein - das ist richtig. Einen Markt für Schreiber gibt es aber auch deshalb, weil man erst einmal schreiben können muss. Guten Stil aber lehren Journalistenschulen am wenigsten. Forum UND Inhalt zusammenzuführen - das ist die Kunst, auch im Journalismus. Die Form kommt in den Medien zu kurz, verlangt wird ein ununterscheidbarer Universalstil, der auch das Medium letztlich ununterscheidbar macht. Dafür aber kann im liberalen Mehrheits-Mainstream zwischen FAZ und taz jeder Journalist zu jedem Medium wechseln, ohne dass es dem Leser irgendwie auffällt. Auch die politische Meinung profiliert kaum noch, sie wird gnadenlos überschätzt. Die Frankfurter Zeitung war vor dem Krieg groß, weil sie einen Joseph Rothund manch anderen zu ihrer Redaktion zählte, von der Weltbühne oder dem Tagebuch wollen wir mal gar nicht reden. Der Spiegel aber heute gönnt sich alle Quartale mal einen "echten Schriftsteller". Meistens schepperts dann aber auch gewaltig - s. Walser oder Arundhati Roy.

Was aber lernen Journalisten daraus? Nüscht! Die mampfen weiter friedlich ihre Häppchen auf den Presse-Events und schreiben "Määh!"

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Meine Rede
Das war mitunter tatsächlich ein wenig traurig irgendwie.

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In die Zukunft geblickt
1. Onlinemedien (including blogs) werden interessanter, das Fernsehen verliert leicht.
2. Onlinewerbung wächst.
3. Wechselseitge Beachtung/Anregung von Journalisten und Bloggern nimmt zu.
4. Contentdistribution via zielgruppenspezifische Blogs könnte ein Thema werden - die Zahl der benötigten Journalisten wird den Werbeumsätzen folgen. Blogdesign wird wichtiger werden.
5. Micropayment funktioniert nicht im Netz, solange es kostenlose Alternativen gibt.
6. PR funktioniert nicht mit Blogs, mit Ausnahme von high interest Themen/Firmen/Produkten.
7. Die Szenen (z.B. Polit/Literatur/Musik/Homo/Gadgets/Kids) werden sich allmählich vertiefen und zahlenmäßig anwachsen, kontinuierliches Wachstum, Blogs sind nicht hype-bar.
8. Es wird sich zunehmend eine demokratische Gegenöffentlichkeit entwickeln. Civitas!
9. Wir werden zunehmende Kontrollversuche erleben.
10. Anonymes Bloggen: gewinnt an Charme.
11. Bloggen ersetzt keinen Journalismus, aber beeinflusst ihn und wird Journalismus ggf. zur Interaktivität zwingen. Jedenfalls dazu, sich stärker anzustrengen und persönlicher/subjektiver zu werden. Die Journalistische Persönlichkeit wird zunehmend eine Rolle spielen, auch dank Blogs und nicht zuletzt, weil sie vermarktbar ist.
12. Bloggen ist Schreibkultur.

P.S.
Ich weiß es nicht.

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Überschallflugzeug mit Vollwertcatering ?
Für den Don ist Bloggen nach eigener Aussage auf dem Podium des Besser-Online Kongresses ja nach eigener Aussage wie Überschall-Fliegen. Ohne an das Schicksal der Concorde erinnern zu wollen, nichts gegen Überschall-Fliegen. Würde ich auch mal gerne. Aber: wohin geht der Flug ?? Ein Ziel wäre eine geradezu genial feine Sache.

Doch "Bloggen ist eine private Sache". So viel so wahr. Doch wer glaubt wirklich an geniale Artikel der Blogger, die irgendwann per Micropayment bezahlt werden können? Denn diese Artikel kommen mir ein wenig vor wie Vollwertcatering der ersten Stunde - auch "Körnchen picken" genannt. Das Problem: Wo oder wie im gesund-trockenen Hirseauflauf, das saftige Körnchen herausschnappen?

Bei den A-Bloggern? Dann haben wir ja letztlich wieder Gatekeeper, nur die Besatzung hat halt mal wieder gewechselt. Bei ... mehr

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Diese Wohin-Fragen gehen mir auf den Senkel: Natürlich soll es immer in eine irgendwie fortschrittlichere, demokratischere, schönere, menschlichere Welt gehen. Die liegt aber im Irgendwo, nicht aber nach journalistisch-wissenschaftlicher Doktrinärsanalyse an der dritten Ausfahrt rechts.

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Selbstüberschätzung²
Bedauerlich, dass Sie Ihr offensichtliches Missfallen nur in einem Blog äußern können und nicht, wenn Sie auf dem Podium sitzen. Aber es ist natürlich einfacher, der Fangemeinde etwas von Asthma-Anfällen zu erzählen, anstatt vor Ort ausfällig zu werden.
Sie machen denselben Fehler wie viele Journalisten - Sie nehmen sich selbst einfach zu wichtig. Aber es ist natürlich einfach, sich innerhalb der Blogger-Gemeinde als Nabel der Welt zu fühlen. Und warum den Journalisten die Leser wegbleiben sollen, kann ich nicht nachvollziehen. Schon einmal was von Mehrfachnutzung der Medien gehört?

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Warum:

z.B. weil Jounalisten sich an Unternehmen verkaufen.
http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/13758/ (heise hat es getan)

z.B. die aktuelle Wirtschaftswoche mit einem Sonderteil "Logistik" (gespickt mit Anzeigen) und einem Bericht zur Rolling-Stones-Tour mit gemeinsamer Werbeaktion von WiWo und AmericanExpress.

z.B. weil sie klaglos die Einschränkungen bei Brichterstattung zur FIFA WM(tm) akzeptieren

usw. usw.

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Pharao, ich weiss nicht, wo Sie am Samstag morgen waren, aber ich habe da sehr deutlich gesagt, was ich von gewissen Mentalitäten halte. Wenn manche da meinen, dass SPON ein Leitmedium und gut gemacht ist, dürfen die das. Aber ich sitze da nicht rum und halte die Klappe.

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Mündige Leser?
Wenn man davon ausgeht, dass die Leser wegbleiben, weil sie von den unkritischen Journalisten enttäuscht sind, verkennt man die trauruge Realität. Ein Großteil der Leser ist völlig unkritisch - deshalb lesen ja auch so viele Menschen die Bild-Zeitung.
Wer allgemeine Aussagen über die Zukunft des Journalismus oder des Blogs treffen will, muss über den durchscnittlichen Leser nachdenken. Und der Durchschnittsleser ist nun einmal kein Intellektueller.

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Da brauche ich keinen mündigen Leser für. Das es stinkt, riechen viele Leser. Nur haben bisher die Alternativen gefehlt.

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So ein Schmarrn, Pharao. Der normale Leser interessiert im Journalismus NIEMANDEN. Die Kohle interessiert, es ist ein Geschäft, sonst nichts. Und wenn die werberelevante Zielgruppe in die Blogs und die HR in die Online-Stellenbörsen geht, kann man gerne mal versuchen, mit den Kukidents als Medium Geld zu verdienen. Viel Spass beim Verhungern. Vielelicht vorher noch ein wenig Kompetenz in Sachen Medien, dann redet´s sich hier leichter mit.

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@alphonso
... wenn Sie schreiben "Der normale Leser interessiert im Journalismus NIEMANDEN" - könnte es sein, dass Sie nicht *alles* kennen? Ich frag ja nur mal.

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Was wird das? Onkel Geros Selbsteinladung zur Märchenstunde? Kickt mal im Print eine gewisse egohirnfickrige Literaturtante raus, dann gebe ich vielleicht eine Antwort.

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Ich geb's ja zu, vielleicht bin ich ja von (vor)gestern. Ich hab damals noch gelernt, ein schwaches Argument ist immer noch besser als eine starke Behauptung (und dabei bin ich noch nichtmal so alt). In der Blog-Welt gilt das offenbar genau umgekehrt, interessante Erfahrung :-).

Die Behauptung, "niemanden" interessieren die Leser ist natürlich prima, so richtig Super-RTL-Talkshow-mäßig. Ich kenne schon noch so ein paar Exemplare "Journalist", die ihren Job deshalb machen, weil sie ihn wichtig finden und tatsächlich darüber nachdenken, was ihre Leser so interessiert. Und, hey, es gibt sogar 'ne ganze Menge Leser die melden sich und sagen, was ihnen passt und was nicht. Fast wie im Blog. Ganz ehrlich.

Ansonsten ist Journalismus halt am Ende doch mehr als Zeit vs. Spiegel Online vs. Blog. Viel Spaß beim Versuch, im weltweiten Netz und in der Blogosphäre herauszufinden, warum der Bebauungsplan in Kleinkleckersdorf so lange braucht oder die Müllabfuhr in Großkümmelheide nicht richtig funktioniert. Falls da was zu finden ist, ist's im besten Fall dann aus der Lokalpresse (Print, pfui!) abgeschrieben.

Aber nett ist's hier schon. Da schimpfen die Überbleibsel der New Economy, die schon damals alles besser wussten, über die Überbleibsel der alten Medien, die die neue Realität nicht einsehen wollen. Fast so gut wie ein Museumsbesuch.

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Will man jemanden zuverlässig auf die Palme bringen, muß man sich nur abträglich über seine Revenuequelle äußern. Geschieht dies in sprachlich und geistig gewandter Form, tritt qua Intellektualneid die narzistische Kränkung hinzu.
Als Reaktion erhält man dann eine krampfige Munterkeit, die die 1,5 Meter schnittfesten Schaum vor dem Mund mehr enthüllt als kaschiert.

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Richtig. Und weil der Bebauungsplan in Kleinkleckersdorf so wichtig ist und die Müllabfuhr auch, tummeln sich in den Lokalredaktionen (sofern es sie noch gibt) auch die Besten der Zunft und der engagierte Jounalistennachwuchs will unbedingt in die Lokalpresse gehen.

Und die Bürger und Leser interessiert auch nichts brennender als der Bebauungsplan und die Müllabfuhr - oder doch eher wer Schützenkönig geworden ist und wie die Handball-Verbandsligamannschaft gespielt hat?

Das ist wirklich Märchenstunde. Die Wirklichkeit: Es gibt genug 1-Zeitungskreise in Deutschland, die Lokalredaktionen oft nur Seitenfüller für einen überregionalen Mantelteil, der journalistische Anspruch beschränkt sich darin, die Pressemitteilungen der Vereine und Parteien abzuschreiben und zeitungskompatibel zu machen. Eigene Berichte sind dann die berühmten Kaninchenzüchtersitzungen und Weinkönigkürungen. Ich kenne keinen Journalisten hier bei uns in der beiden Lokalredaktionen, der einen kommunalen Haushalt interpretieren kann oder den Verwaltungsprozess bis zum Bebauungsplan kennt - vom Abfallrecht ganz zu schweigen.

Und die Zeiten, in denen ein Abo der Regionalzeitung vererbt wird sind lange vorbei.

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Ja, die gute alte Terminberichterstattung: hier der Auftritt des Akkordeonorchesters (wer das gehört hat, wird über Blockflötenorchester nie mehr etwas Schlechtes sagen), dort das Siedlerfest, da der Sommerevent der lokal führenden Partei.
Extra geil: die Weihnachtszeit. Da wird dann über die Weihnachtsfeiern berichtet: der Krankenhäuser, der Feuerwehr, der Polizei ..

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Lieber Herr Streim,

ich weiss nicht, ob Ihnen das Berufsbild des Controllers bekannt ist, oder das des Anzeigenverkäufers. Abgesehen vom Bürgerfunk und gewissen Teilen des öffentlich-rechtlichen Zwangsapparates ist es nun so, dass besagte Berufe die zentrale Funktion der Geldbeschaffung bzuw. Geldkontrolle übernehmen, die für jedes Unternehmen, Medium oder nicht, grundlegend ist. Alles andere ist da erst mal sekundär. Und das, mit Verlaub, ist definitiv old Economy und hat den Vorteil, dass Firmen nicht einfach so hops gehen, wie es bei Kirch oder der FR passiert ist. Ich könnte Ihren etwas geistlosen Kommentar von einem fachfremden Deppen durchaus hinnehmen, aber von einem Kollegen, der es besser wissen müsste, nervt mich das nicht unerheblich.

Wenn wir uns also darauf einigen können, dass Medien Unternehmen sind, können wir gerne mal über die Rolle des Lesers sprechen. Aber so zu tun, als sei der Leser der Mensch, dem zu dienen die Journaille sich sich verpflichtet, ist absolut lächerlich. Natürlich braucht eine Zeitung Leser, natürlich muss man etwas tun, um ihn zu halten, aber nicht, weil wir Journalisten alle so dolle Menschen sind und den Leser mögen, sondern weil es eben ein Teil der Wertschöpfungskette ist. Dass Journalisten öffentlich gerne was anderes behaupten, weiss ich auch, aber ich bin ja auch der Meinung, dass Journaille völlig zurecht den miesen Ruf hat.

Und nun erleben wir halt die Situation, dass manche Leser inzwischen auch diese miese Meinung durch Aufkündigung der Folgschaft zum Ausdruck bringen. Sie sind nicht mehr abhängig, und für manche ist der Lokalteil sowieso das Internet per se. Sprich, die Journaille bekommt die selbe Kaltschnäuzigkeit zu spüren, mit der man seit jeher den Leser der Vermarktung zuführte. Da ändern sich fundamentale Parameter des Business Models. Und wenn ich dann Gestalten wie Sie lese, muss ich gestehen, dass mein Mitleid mit den Verlierern nicht allzu gross ist. Reden Sie mal mit Ihren Verkäufern über die nächste Generatrion der Zeitungskäufer, vielleicht geht Ihnen dann ein Licht auf, was da gerade passiert.

Oder Sie beschäftigen sich mal mit dem Umstand, warum Ihr Blog, wenn ich mir die Referrer anschaue, so miserabel wenige Leser hat, so ganz allein draussen im Netz. Könnte es sein, dass Journalisten ohne Medium plötzlich zu den armen Würsten mutieren, die sie sind?

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Die Antwort war mir dann doch etwas zu debil und von Ahnungslosigkeit geprägt, und tschüss.

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Bester Herr Streim, es gäbe also nur die braven Lokaljournalisten, die uns von der Kür der diesjährigen Heidekönigin berichten und im Wahlkampf für den wackeren Bürgermeister von Krauthausen dessen tolle neue Fußgängerampel besingen?

Diese Bild-Zeitungs-Journaille bspw., die zählt also gar nicht zu Ihrem Berufsstand dazu, jene Figuren, die ausschließlich nach der Weisheit des englischen Volksredners Robert Owens verfahren: "Argumentiere nie. Wiederhole deine Behauptung!"?

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@alphonso
Der ökonomischen Analyse stimme ich natürlich zu: Auch Publizistik ist Kapitalverwertung. Nur eben ist der Versuch, Kapital am Markt vorbei zu verwerten, im Normalfall nicht von Erfolg gekrönt. Weshalb es – Abstufungen unbenommen – sehr wohl Journalisten gibt, die ihre Arbeit an den vermuteten Leserinteressen ausrichten.

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@ randow: Aber sowas findet man natürlich nicht in der Zeit oder beim hauseigenen Blogdisser Lücke, gell? Auch nicht die Debatten. Komisch, oder?

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@alphonso
"Aber sowas findet man natürlich nicht in der Zeit oder beim hauseigenen Blogdisser Lücke, gell? Auch nicht die Debatten." - Pardon, was ist mit "sowas" gemeint?

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Offene Debatten, Kontroversen, selbst mal ein Beitrag in die Richtung. Und natürlich ist das auch ein nicht freundlicher Rüffler, weil ich was gegen Leute habe, die ihren Weinschlauchkumpels wider besseren Wissens das Wort reden, wenn es um Urheberrechtsverletzungen des eigenen Mutterkonzerns geht, und all so Zeug. Da war mal was. Was ich auch noch am letzten Tag meiner beruflichen Laufbahn unter aller Sau finde. Und ich habe auch was gegen die Me2-Haltung, mit der die Zeit so tut, als hätte sie es mit den Blogs gecheckt. Und dann Versager wie den Lücke anheuert. Und sich dann empört abwendet von meinen Blogs, um zwei Monate später doch wieder aufzuschlagen.

Ich schmeisse Sie nicht raus, aber das heisst nicht, dass ich mir irgendwelche Höflichkeiten abringe.

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[randbemerkungen, die ich immer schon mal machen wollte]
@Gero Randow
1. Ihr "von" hat in einer demokratischen Presse nichts zu suchen.

2. Dass Sie das Blog löschen, das Sie - erste Gehversuche unternehmend - verfasst haben: Das ist m.E. typisch für den Umgang bestimmter gutbürgerlicher Journalisten mit Blogs, typisch für eine dünkelnde Geisteshaltung, nämlich:

Respektlosigkeit gegenüber den Lesern

Vielleicht ist dies in Ihrem Fall zudem Spurenverwischung, nicht nur in Bezug auf die Vergeblichkeit Ihrer Bemühungen. Es war durchaus erhellend, was Sie in Ihrem letzten Blogbeitrag den Worten von Leo Löwenthal entnommen haben und zu welchem Zweck.

Im Übrigen sind Sie, was das Thema Blogs betrifft, nicht nur vorsichtig, sondern (bislang) vor allem: beratungsresistent.
...was auch Ihre Nähe zum Lückenfalk belegt...

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von
Sportsfreunde. Mit Verlaub: an Adelstiteln wird hier bitteschön nicht herumgemäkelt.

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Wenn wir uns darauf einigen könnten, dass "hier" erst mal das getan wird, was ich sage, kann man sich bitte auch solche Junkersprüche sparen. Weil es "hier" nur einen gibt, der im Gegensatz zum Forum bestimmt, welche Regeln hier gelten. Und ich sehe keinen Grund, warum man nicht auch an Adel herummäkeln sollte, schliesslich haben wir nicht mehr 1917.

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dem Herrn Alphons
scheinen ja heute einige Läuse über die Leber gelaufen zu sein, dass er hier im eignen Hof so um sich beisst.
Verwundert nehme ich also den Hut.

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Ich beisse keine Menschen, noch nicht mal Schafsköpfe. Ich neige nur - in Anlehnung an den vorher eingeführten Stil - dazu, hier festzuhalten, dass man hier frei reden kann und es keinerlei Sonderbehandlung für eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe gibt.

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Das Witzige ist: An Adelstiteln kann man gar nicht herummäkeln, da es Adelstitel seit der Weimarer Verfassung hierzulande nicht mehr gibt. Wenn RGR damit noch herumwedeln möchte, sei ihm gesagt, daß er dann den unfreiwilligen Humor eines Faschings- und Operettenadels pflegt.

Insoweit ist auch Dr. Deans rührend rückwärtsgewandter 'Bürgerstolz vor Königsthronen'-Gestus, in dem er dem Grafen machtvoll ein "Ihr 'von' hat in einer demokratischen Presse nichts zu suchen" entgegenschmettert als wär' er der leibhaftige Danton, nur ein ins Leere laufender Humbug.

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Megawatt
"2. Dass Sie das Blog löschen, das Sie - erste Gehversuche unternehmend - verfasst haben: Das ist m.E. typisch für den Umgang bestimmter gutbürgerlicher Journalisten mit Blogs, typisch für eine dünkelnde Geisteshaltung". Es ist nicht gelöscht, sondern ehrenvoll begraben worden (und auf dem Blogfriedhof zur Besichtigung freigegeben). Warum nur immer dieses ganze Zeux mit "Adel" oder "Blogdissen" und was nicht alles...

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Wenn wir bei den Adelstiteln sind, können wir ja auch gleich die akademsichen Dr.-Grade (nicht Titel!) ablegen. Was Herr Dean? ;-) Es gibt genug Beispiele in der demokratischen Presse, wo mit Dr.- und Prof.-"Titeln" nur so um sich geworfen wird.

Ansonsten demnächst bitte: dr. strapatto

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Bevor ich den dr. dean wieder mit Dr. anrede, soll er mal seinen Komentar fixen. Der ist nämlich schuld, dass ich mir nen Augenkrampf lese. (Tip: font size="-2"... wurde nich korrekt abgeschlossen)

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Magnifizenz Nörgler erklärt:
Die ehemaligen Adelsprädikate sind normale Namensbestandteile. "Otto Graf Lambsdorff" ist das gleiche wie "Fritz Müller".
Wichtig ist die Wortstellung. "Graf Otto Lambsdorff" wäre rechtswidrig.
Schön zu wissen, daß es bei diesem Menschen wenigsten irgend etwas gibt, das nicht gegen geltendes Recht verstößt.

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Magnifizenz? wow.

Mir würde schon

> spektabilität strappato

oder von der magnifizenz nörgler

> spectabilis strappato

langen.

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Spectabilis Che ergänzt:
Doktortitel können hingegen ein Teil des Namens sein, müssen dies aber nicht, je nachdem, ob sie beim Standesamt eingetragen sind. Um den Titel führen zu dürfen, muss die Dissertation veröffentlich sein. Im Gegensatz zum Adelsprädikat ist also das Recht, den Titel zu führen, an die Wahrnehmung der wissenschaftlichen Aufgabe, im Idealfall Lehrtätigkeit, mindestens aber Publikation, gebunden. Vom Titel First Dr. habe ich hingegen noch nie gehört. Ist das eine Steigerungsform von PHD?

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Prollität Workingclasshero fragt
Warum müsst Ihr alle so komisch klein schreiben?

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"First Dr."
Die Ehefrau eines Regierungschefs nennt man "First Lady". Warum sollte da der Ehemann einer Ärztin nicht "First Dr." heißen?

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Lieber spectabilis che,

Titel darf in Deutschland nur der Bundespräsident verleihen (Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen). Der Dr. ist ein akademsischer Grad. Dass er als Zusatz in den Ausweis eingetragen werden kann, ist eine Kann-Bestimmung. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgericht und des Bundesgerichtshofs (Bundesverwaltungsgericht, Entscheidung vom 24.10.1957 und 11.4.1969; Bundesgerichtshof, Beschluss vom 19.12.1962) besteht kein Rechtsanspruch auf eine derartige Namensergänzung in den Ausweispapieren.

Der Grad ist kein Namensbestandteil und ist auch zur Identifikation nicht erforderlich. Daher besteht auch kein Anspruch auf die Anrede mit dem Dr.-Grad.

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@workingclasshero
Hier werden IE-User ausgegrenzt. Und die anderen merken's nicht mal, weil FF über den Fehler großzügig hinwegliest. Schuld ist aber der Dean. Siehe mein Kommentar oben.

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Wenn sowas ist, mailt mich an, ich staube dann den IE ab, suche den Fehler und behebe ihn. Alles für die Gäste.

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Ah, danke! Balsam für die vom Blogtextverschlingen fast erblindeten Augen.

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Schuld ist Dr. Dean? Ehemann einer Augenärztin? ;-)

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Ja, durch rücksichtsloses, fehlerhaftes HTML-Tagging. Und dann lässt er sich stundenlang nicht blicken hier, treibt sich wahrscheinlich in irgendwelchen Freundinblogs mit doityourself-Kosmetiktipps rum und der Don muss selber Hand anlegen.

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Ja, die Praxis seiner Frau braucht halt Patienten. So etwas nennt man Guerrilla-Marketing.

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und der gastgeber
war ja auch ne zeitlang nicht hier. ich schätze, mittagsschlaf

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Siesta heißt sowas bei einem Don. Mit lasterhaften Konkubinen lüsterbeschienen unbieder auf dem Biedermeier-Diwan sich den Gelüsten hingegeben....

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@Gero Randow
Es ist nicht gelöscht, sondern ehrenvoll begraben worden (und auf dem Blogfriedhof zur Besichtigung freigegeben).
Jetzt ist "Randow" unter Blogg.zeit wieder da. Es war aber schon gelöscht! Vielleicht war es ein kurzfristiger, nur technisch bedingter Ausfall. Keine Ahnung. Offene Kontroverse bedeutet übrigens auch, dass man seinen Standpunkt nicht verhüllend dezent formuliert, ich zitiere Gero Randow:
"und meine Meinung aufzuschreiben. Das habe ich getan. Und zwar eher dezent (...)
Blogs sind übrigens mehr als "vermarktbare Aufmerksamkeit", sondern in den besseren Fällen auch sichtbare Persönlichkeit und Durchhaltevermögen.

@Dr. Strappato: Ich empfinde ja Doktorentitel (immerhin: eigene Leistung) in der demokratischen Gesellschaft als berechtigter als Adelstitel - und zwar mit weitem Abstand.

@Noergler: *kicher* So´n Graf werd ich nicht mehr. Du musst aber doch zugeben, dass "Adel" ein blöde Idee ist, oder? Ich hätte nix dagegen, wenn man Danton dank Gentechnik leibhaftig wiedererwecken und auf Otto Lambsdorff ansetzen könnte, und sei es, um ihm den ungehörigen "Graf" aus dem Namen zu schneiden.

@logog: Äh: Sorry !!!! Ich bin wieder vom Freundin-Kosmetikblog zurück. Ich wusste nicht, dass ich meine vermaledeiten Formatierungen auch noch abschließen muss. Mögen alle IE-User mir verzeihen!

@Che: "Second Dr." klingt irgendwie uncooler. Und ein schlichtes "Dr. Dean" gabs nicht mehr. "Fist Dr...." wollte ich nicht.

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@Dr. Dean
Sie haben natürlich recht. Aber ich gebe auf meinen "Titel" nicht viel. Da laufen zuviele von rum, deren eigene Leistung nur der jahrelange Bückling vorm Doktorvater war.

Ich sage immer: Der Dr. auf der Visitenkarte hat das gleiche Ansehen wie der "Klempnermeister" auf dem Schild. Und dessen eigene Leistung brauche ich im Zweifel dringender.

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Richtigstellung
"Jetzt ist "Randow" unter Blogg.zeit wieder da. Es war aber schon gelöscht! " - dead wrong.

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Verwundert
Auch wenn ich zeitlich etwas in Verzug geraten bin, kann ich pjebsens Beiträge hier nur voll und ganz unterstützen. Was mich vor allem wundert ist, mit welcher Verbissenheit hier diese Diskussion geführt wird.

Da wird vor allem von donalphons die Engstirnigkeit und Borniertheit von Journalisten - ob nun Print oder Online - moniert, gleichzeitig aber mit der gleichen Borniertheit gegenüber dem Berufsstand der Journalisten und Redakteure Stimmung gemacht.

Als das Radio seine Verbreitung zum Massenmedium fand, hat man den Tod der Tageszeitung vorhergesagt. Als das Fernsehen zum Massenmedium wurde, hat man den Tod der Tageszeitung und des Radios vorhergesagt. Als die Kassettenrekorder und Videorekorder ihre Verbreitung fanden, hat man den Tod des Radios und Fernsehens vorhergesagt . . . das könnte ich hier nun monomanisch so fortführen.

Jedes neue Medium (technisch) hat bisher zu einer inhaltlichen Zerpsplitterung der Medienlandschaft geführt. Die Folge waren mediale Subkulturen, die mehr oder minder friedlich nebeneinander her existieren.

Das Internet als Massenmedium ist ungefähr zehn bis 15 Jahre alt. In diesem neuen Medium ist Bloggen ein Trend. Ob er ein Megatrend wird, oder ob in fünf Jahren beim Stichwort "Bloggen" die Mehrzahl der Menschen nur müde gähnt, wird sich erst noch herausstellen müssen.

Grundsätzlich wird es aber eine ganze Reihe von Menschen geben, die im Blog das nonplusultra sehen, und nicht minder viele Menschen, die Medien anders nutzen. Die besten Voraussetzungen für eine mediale Subkultur, die neben den klassischen Medien existieren wird.

Das die "klassischen" Medien dabei ihren Tod finden, sehe ich nicht so wie donalphons. Qualitätsjournalismus hat sich bisher immer behauptet, und er wird das auch im Internet tun.

Im Übrigen frage ich mich schon, wie diese negative Sicht sich vereinbaren lässt mit ständig steigenden Nutzerzahlen - gerade bei den Medien mit Markennamen. Ich glaube, man sollte die Reichweite und Relevanz von Blogs nicht überschätzen. So wie vernünftige Redakteure ihre Relevanz heute ebenfalls nicht überschätzen - das ist mein, zugegebenermaßen nicht repräsentativer aber empirischer - Eindruck.

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Auch wenn ich zeitlich etwas in Verzug geraten bin

kann man so sagen, ja... es gehört m. E. schon was dazu, die Augen vor den ral existierenden Medien und dem Einfluss des Anzeigenverkaufs zu verschliessen. Klar gibt es immer Unterschiede, natürlich gibt es Leuchttürme, aber die grosse Mehrheit verrichtet ihr Werl doch eher in den Höhlen unter den Felsen und mag nicht, dass man allzu genau auf ihre Praktiken schaut, vom angenehmen publizistischen Umfeld über Praktiausbeute bishin zum Zweiteinkommen über Bücher, die gleich beim Antiquariat landen.

Ich rede nicht vom Tod anderer Medien. ich rede davon, dass sie mittelfristig als Erlösquelle und Arbeitsumfeld wegfallen. Wo gibt es denn heute noch fest angestellte Radiojournalisten? Wie geht denn der Ö-R mit den festen Freien um? Die Medien werden überleben, es wird Ewigkeiten dauern, bis ihre Nutzerzahlen wirklich so einbrechen, dass sie verschwinden. Aber die Redakteure sind die ersten, die als unnütze Fresser über die Planke geschickt werden. Und die Qualität liefert auch der verängstigte Prakti vom Highspeed-Studiengang, der froh ist, keine Lücke im CV zu haben. Und darum geht´s. Der Journalist als von PR und Gnade abhängiger, mobiler und austauschbarer Mediensklave. Man nehme nur mal die Freundin-Blogs, wo die Leute angeblich umsonst schreiben. Journalisten klopfen auf Qualität, wohingegen die leitungsebene längst vom consumer driven content spricht. Darüber muss man mal reden. Besonders bei einer Tagung des DJV. Und auch hier.

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Eine Frage am Rande: war das die Veranstaltung auf der du warst?
http:// www.taz.de/pt/2006/06/01/ a0111.1/text

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Ja, zum Teil. Einen normalen Bericht darüber gibt es nicht, macht aber auch nichts. Was mich überrascht ist, dass alle gesagt haben, wie wichtig Journalismus bleiben wird - und dann findet die geamte Debatte dazu hier im Blog statt. Da kann man sich gerne einen Reim drauf machen.

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Noch besser online
Jedes Wort wahr, Don Alphonso. Ich habe erst gar nicht teilgenommen, zumal einige der Referenten in der Vergangenheit offen Zensur gefordert haben und von Online-Journalismus so viel verstehen wie ein Zulu vom Iglu-Bau.

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