Instinktsicherheit

Als Oliver Gassner mich mal fragte, ob er meine Printbeiträge für ein zu gründendes Literaturportal haben könnte, machte ich ihm wenig Hoffnung. Ich war höflich genug, ihm unter Hinweis auf das Urheberrecht meiner Zeitung nicht die volle Wahrheit zu sagen, denn tatsächlich hätte ich mit etwas Druck problemlos die Freigabe erreichen können. Aber darum ging es nicht; ich hatte ein blödes Gefühl bei ihm, besonders, als dann Notizen über das private Gespräch in seinem Blog fand und nochmal drängende Nachfragen kamen. Irgendetwas war an ihm, das mir sagte: ne, unter der jovalen Oberfläche ist etwas, dem möchte ich nichts geben.

Im Sommer dann hat er sich im Fall der Cola-WG, an der er teilnahm, an mich öffentlich im Kommentar rangewanzt nach dem Motto "he, wir kennen uns doch, das war doch damals alles ganz locker, was ist denn jetzt los". Da wusste ich, dass ich die richtige Entscheidung war. Seitdem hat er noch ein paar mal zu seiner "Bekanntschaft" mit mir öffentlich und privat Stellung genommen, soweit er das eben verteten kann angesichts des Umstandes, dass er mich mal um Urheberrechte für sein Portal angelabert hat, und wir uns einmal nach einer Podiumsdiskussion über den Weg liefen.

Ich habe unter Bloggern fast nur gute Erfahrungen gemacht. Die allermeisten sind sehr freundlich, nett, wohlerzogen, intelligent und inzwischen echte Freunde, selbst wenn ich mich lange gegen "Freunde aus dem Internet" gewehrt habe. So was wie Oliver Gassner kommt zwangsläufig mal dazwischen, man lernt jemand kennen, der einem dann später als PR über den weg läuft und das instrumentalisiert, menschlich mies aber no big deal. Aber heute bin ich wirklich verdammt froh, ihm damals nichts gegeben zu haben.

Freitag, 2. Februar 2007, 12:01, von donalphons |