: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Dienstag, 23. Oktober 2007

Empfehlung heute - Taschenfragen

Eine der Sitzungen, die zu besuchen mir letzte Woche nicht erspart blieb, zeichnete sich aus durch ein Abflachen in den Sumpf der Frage, welcher der anwesenden Top Shots, egal ob männlich oder weiblich, die hübscheste Assistentin hat. Bei manchen, die in ihrem Leben schon ein paar eher schräge Jobs zwischen Davos und Nizza hatten, kann ich das irgendwie noch als Midlifecrisis nachvollziehen; bei anderen wirkt das Geprotze mit möglichst rausgeputzten Modepuppen in den Vorzimmern wirklich seltsam. Gerade so, als würde man der schwarzen Zwangskluft des Systems durch papageienbunte Stellvertreterinnen virtuell entfliehen können, warteten draussen dann wirklich die Aktenhalterinnen, die dem Vernehmen im Saal nach eine ganze Stange kosten, um sie so aussehen zu lassen, wie sie nun mal aussehen. Insofern würde ich antworten: Das sind Assistentinnen, die auf absetzbare Berufskleidungsrechnung für die Chefs das Zeug einkaufen, mit dem sie sich zu solchen Gelegenheiten als funkelnde Spielzeuge einer ansonsten rabenschwarzen Geschäftswelt zu präsentieren haben. Womit die Fragen von Modeste vielleicht beantwortet wären.

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Es geht auch ohne 68er-Rituale

Gewisse Kollegen (überhaupt ein schönes alter Wort aus der Wirtschaft wie sie mal früher war, Kollegen) üben sich in schon fast kulturrevolutionärer Selbstkritik. Statt hier jetzt einzugestehen, dass ich aus meinem grossen Kronleuchter im Bad 4 Glühbirnen rausgedreht habe und die restlichen Kronleuchter mit ihren, Moment, 6, 14, 19, 27, 32, dadada, zusammen 48 nein halt 51 Birnen praktisch nicht genutzt werden, weil ich auf halber Raumhöhe die eigentlich benutzte Beleuchtung aus einer Kombination aus ca. 30 Kerzenhaltern und diversen Stehlampen mit farblich wärmenden Schirmen und Energiesparlampen entzünde, und damit für die etwas grösseren Raumverhältnisse hier im Stadtpalast wirklich nur bei Festlichkeiten mehr Strom als als ein mittelständisches Unternehmen verbrauche - reden wir über grünes Essen und Nachhaltigkeit:



Ich gehe zu Fuss zum Wochenmarkt, kaufe mein Essen nur dort und soweit möglich auch nur aus dem ortsnahen, biologischen Eigenanbau, mein Käse kommt ebenfalls aus biologischer Produktion, weshalb ich natürlich zu den Originalen mit netter Tierhaltung und nicht zu den Produkten der Multis greife, und die einzige Sünde in dem obigen Kontext sind die türkischen Paprika. Eier, Mehl und Salz des Teigs, Mangold, Zwiebeln, Champignons, Schmand, und Gewürze der Füllung meiner etwas zu eirig und reichlich obszön gewordenen Galettes Vert sind allesamt von hier, nur der Safran kommt natürlich aus Spanien, der Parmesan aus Italien und der Pfeffer aus Indien, so war das aber schon immer, das ging schon zur Zeit der Segelschiffe und Saumpfade so. Derartige Strecken fahre ich mit dem Auto - und nie mit der Bahn oder öffentlichen Verkehrsmitteln, bleibe dadurch an Seele und Leib gesund und und brauche deshalb auch kaum was aus den Apotheken. Die meisten mich umgebenden Gegenstände sind gebraucht gekauft oder, siehe die obige Platte, der Familie mit Gewalt oder List entrissen entliehen.

eigentlich wollte ich ja nur erwähnen, dass ich mir - gebraucht - eine Kamera gekauft habe, die ich eigentliuch weder brauche noch wollte, aber sie hat eine voreinstellung extra für das ablichten von essen, und um das vorzuführen, entstand das obige Bild.

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